Dienstag, 4. Februar 2014

Contre toi

"Contre toi" ist ein Film von Lola Doillon (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2010. Der englische DVD-Titel lautet "In your Hands" und hier bekommt man die französische Fassung mit englischen Untertiteln. In Deutschland soll der Film als "In Deinem Bann gefangen" im Fernsehen gelaufen sein, aber französische Filme sollte man sich ja generell niemals in deutscher Synchronisation antun.

Die Gynäkologin Anna Cooper (Kristin Scott Thomas) wird eines Tages von einem jungen Mann (Pio Marmaï) in seinem Wagen verschleppt. Er bringt sie in ein Haus in einer abgelegenen Gegend und sperrt sie in einen kargen Kellerraum. Anna, die das alles für einen Irrtum hält, muss erfahren, dass es der Mann direkt auf sie abgesehen hat. Sein Name ist Yann Ochberg und Anna hat zwei Jahre zuvor einen Kaiserschnitt bei seiner Frau durchgeführt, den diese nicht überlebt hat. Das Kind, ein kleines Mädchen, hat überlebt und lebt nun bei ihrer Großmutter, weil Yann den Verlust seiner Frau nicht verkraften kann.

Yann steckt voller Hass und will Anna leiden sehen, aber die will sich nicht unterkriegen lassen. Immer wieder geraten sie heftig aneinander, bis beide erkennen, in einer ähnlichen Situation festzustecken. Sie sind allein, haben keine Familie oder Freunde, niemanden der sich um sie kümmert. Es entsteht eine Art von Intimität zwischen ihnen, die beide verunsichert. So ist eines Tages die Kellertür nicht mehr verschlossen und Anna verlässt das Haus.

Wieder zu Hause angelangt, hat sie nur wenige Anrufe auf ihrer Mailbox, anscheinend hat sie niemand außer ihrer Mutter vermisst. Sie geht erst zur Arbeit, wird da aber nicht sehr freundlich empfangen, und dann zur Polizei, um die Entführung zu melden. Doch hier schreckt sie zurück, als die Fragen zu persönlich werden. Ohne eine Anzeige erstattet zu haben verlässt sie die Polizeistation und versucht verzweifelt, Yann zu erreichen.

Als sie sich schließlich wiedersehen, leben sie ihre Leidenschaft voll aus, aber beiden ist klar, dass das nicht von Dauer sein kann. Zu viel ist zwischen ihnen passiert, was man nicht mehr vergessen kann.

Ich lasse das Ende mal offen, weil es wohl auch so gedacht war. Man kann sich viele Gedanken darüber machen, aber eine Antwort wird man nicht finden.

Wie beschreibt man diesen Film am besten, der eigentlich ein Kammerspiel und ein Zwei-Personen-Stück ist und auch wieder nicht? Vollkommen egal, denn hier überzeugt als erstes die Geschichte und dann natürlich die Schauspieler. Kristin Scott Thomas ist wie üblich brillant und wunderschön, aber auch Pio Marmaï ist großartig in seiner Rolle. Ein sehr empfehlenswerter Film, der leider nur wenig Zuschauer haben wird. Sehr schade.

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