Montag, 29. April 2013

A Perfect Ending

"A Perfect Ending" ist ein Film von Nicole Conn (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2012.

Rebecca (Barbara Niven) ist eine attraktive Frau in den Fünfzigern, die mit ihrem Mann Mason (John Heard) einen erfolgreichen Geschäftsmann an ihrer Seite hat und mit ihren drei erwachsenen Kindern sehr zufrieden sein kann. Sie hat eine Tochter aus erster Ehe und zwei Söhne von Mason. Alles ist sehr luxuriös, aber die Liebe zwischen Rebecca und Mason ist schon vor langer Zeit auf der Strecke geblieben und Rebecca hatte noch nie einen Orgasmus, wie sie eines Tages ihren erstaunten (lesbischen) Freundinnen mitteilt.

Ihre Freundinnen raten Rebecca dazu, es mit einer Frau zu versuchen und vermitteln sie an Valentina (Morgan Fairchild), die einen Escort-Service betreibt. Rebecca zögert erst, möchte es dann aber mit einer Frau in ihrem Alter versuchen. Die springt aus persönlichen Gründen aber ab und schickt an ihrer Stelle die junge Paris (Jessica Clark) zu der Verabredung. Rebecca ist von der Anwesenheit der schönen jungen Frau aber überfordert und bricht das Treffen ab, ebenso wie auch eine weitere Verabredung.

Erst nach vielen Anläufen kommen Rebecca und Paris wirklich zusammen und Rebecca lernt endlich wahre Leidenschaft kennen, die sie nun nicht mehr missen möchte. Sie verliebt sich in Paris, die aber ein dunkles Geheimnis mit sich trägt und nicht darüber sprechen kann.

Mason überträgt Rebecca aus steuerlichen Gründen wichtige Firmenanteile, die diese für sich und ihre Tochter zu nutzen weiß, ohne dass Mason das bemerkt. In Rückblenden wird angedeutet, dass Mason seine Stieftochter sexuell missbraucht hat.

Rebeccas Kinder bemerken bei ihrer Mutter eine Veränderung, können sich aber keinen Reim darauf machen. Dann entdecken sie eine Krankenhausakte in Masons Schreibtisch, Diagnose Krebs. Jemand wird bald sterben.

Himmel, wo fange ich hier an? Zunächst einmal, Barbara Niven ist wirklich gut in ihrer Rolle, ich hätte ihr nur einen besseren Film gewünscht. Sie ist allerdings sehr schön und perfekt besetzt. Jessica Clark ist ebenfalls sehr hübsch, aber total überfordert und kommt nicht über einen Gesichtsausdruck hinaus. Na gut, höchstens zwei, aber mehr auch nicht. Die Sache mit ihrer Malerei nervt schon ziemlich schnell und wird mit der Zeit nicht besser, auch wenn es noch so oft gezeigt wird.

John Heard ist ein solides Ekelpaket, das macht er wirklich gut, die Kinder dagegen fallen nicht weiter auf. Sehenswert ist auch noch Morgan Fairchild, die sich mit Barbie-Puppen umgibt, die ihr nicht unähnlich sind. Gut, Teile von ihr sind Anfang Sechzig, aber nicht alle. Sie sieht trotzdem immer noch toll aus, so als wären wir noch mitten in den Achtziger Jahren, jedenfalls was Frisur und Make-Up betrifft.

Die Musikuntermalung ist furchtbar und der Film ist zum größten Teil so kitschig, dass man es kaum ertragen kann. Das hätte wirklich wesentlich besser sein können bzw. müssen. Schade, ich hätte diesen Film gerne gemocht, aber so hat er mir nicht gefallen, denn dazu hat zu vieles einfach nicht gestimmt.

Sonntag, 28. April 2013

Vampire Boys 2 : The New Brood

"Vampire Boys 2 : The New Brood" ist ein Film von Steven Vasquez aus dem Jahr 2013. Das Drehbuch stammt von Jeremiah Campbell, Chauncy Dennis und Cheetah Gonzalez.

Vampir-Anführer Jasin (Jon Euler), der sich im ersten Film für den jungen Caleb (Will Branske) als Gefährten entschieden hat, lebt zusammen mit diesem und seiner langjährigen Vertrauten Tara (Zasu) friedlich in Los Angeles. Merke, auch schwule Vampire haben eine Gabi, in diesem Fall eben Tara, auch wenn die noch immer ihrer verpassten Chance nachtrauert, selbst Jasins Gefährtin zu sein.

Jasin und seine Jungs sind eher friedliebend, sie gehen nicht auf Menschenjagd, vergreifen sich höchstens mal an Tieren und können sich auch tagsüber unbehelligt bewegen. Tara und Caleb sind ebenfalls Vampire, haben aber bisher noch nie einen Menschen gebissen, was ihnen noch einen Sonderstatus verleiht.

Eines Tages taucht der Vampir Demetrius (Rob Hoflund) auf, der sich an Jasin rächen will, weil beide eine gemeinsame Vergangenheit haben, von der Jasin jedoch nichts weiß. Zusammen mit seinen zwei Gefährten (die so doof sind, dass ich sie hier nicht namentlich erwähne) will er eine Gang aufbauen, um Jasin zu vernichten. Dazu sucht er sich Judahs (Ronnie Kerr) Boxclub aus, der ein Freund von Jasin ist. Demetrius macht sich außerdem an Tara heran, um sie auf seine Seite zu ziehen.

Jasin spürt die Gefahr, die von Demetrius ausgeht und macht sich mit seinen Freunden bereit für einen finalen Kampf, um sich und seine Liebsten zu beschützen. Im Boxclub kommt es schließlich zum Showdown.

Kann ich etwas Nettes über diesen Film sagen? Ja, denn er ist besser als sein Vorgänger, was ihn nicht automatisch zu einem guten Film macht, aber sehr viel erträglicher. Ein neuer Regisseur und andere Darsteller, bis auf Tara, die aus dem ersten Teil übernommen wurde, machen aus dieser Low Budget-Produktion einen recht kurzweiligen Film, den man zumindest nicht gleich in die Tonne treten muss, sondern der mit seinen rund 70 Minuten gerade noch sehenswert ist.

Leider nimmt sich der Film aber viel zu ernst und kippt dabei oft ins Lächerliche, das hätte nicht unbedingt sein müssen. Die Schauwerte sind aber auf jeden Fall höher als im ersten Teil. Es gibt hübsche Jungs zu sehen, die mal mehr und mal weniger bekleidet sind (meistens weniger) und auch ihr Opfer erstmal ausziehen, bevor sie zubeißen. Macht nicht viel Sinn, aber die Zielgruppe dürfte es erfreuen.

Insgesamt gesehen sind die Boys hübscher als im ersten Teil, aber schauspielerisch genauso unbegabt. Dadurch hat man aber immer was zu lachen, auch wenn das sicher nicht geplant war. Der Schluss lässt übrigens die Möglichkeit eines dritten Films zu, ich ahne Schlimmes. So viel gibt der Stoff gar nicht her, aber darum geht es den Machern wohl auch nicht. Hört dieser Vampir-Wahn denn nie auf?

Sonntag, 14. April 2013

Deadfall

"Deadfall" ist ein Film von Stefan Ruzowitzky aus dem Jahr 2012. Das Drehbuch stammt von Zach Dean. In Deutschland läuft der Film unter dem Titel "Cold Blood - Kein Ausweg. Keine Gnade." Das kommentiere ich jetzt aber nicht weiter.

Nach einem gelungenen Casino-Überfall sind Addison (Eric Bana) und seine Schwester Liza (Olivia Wilde) unterwegs nach Kanada, als ihr Auto auf der schneebedeckten Straße einen Unfall hat und der Fahrer des Wagens dabei stirbt. Der ahnungslose Polizist, der kurz darauf zufällig an der Unfallstelle vorbeikommt, wird von Addison kurzerhand kaltblütig erschossen.

Addison und Liza trennen sich vorläufig und wollen sich erst wieder an der kanadischen Grenze treffen. Liza trifft in der Kälte auf den jungen Jay (Charlie Hunnam), der gerade erst aus dem Gefängnis entlassen wurde und nun auf der Fahrt zu seinen Eltern (Kris Kristofferson und Sissy Spacek) ist. Unterwegs müssen sie in einem Motel übernachten, weil die Strassen gesperrt sind. Jay und Liza geben sich als junges Ehepaar aus und verlieben sich prompt ineinander. Ach ja, wie süß.

Addison dagegen pflastert seinen Weg mit zahlreichen weiteren Leichen und ist dabei nicht zimperlich. Liza übermittelt ihm die Adresse von Jays Eltern, die nahe der kanadischen Grenze leben. Es ist Thanksgiving, aber die Feier wird in diesem Jahr wohl etwas überraschender werden, als eigentlich geplant.

Als Nebenfiguren tauchen hier noch Sheriff Becker (Treat Williams) und seine Tochter Hanna (Kate Mara) auf, die ihre eigenen Probleme haben, aber in die Geschichte mit einbezogen werden. Es kommt schließlich im Haus von Jays Eltern zum großen Showdown zwischen Gut und Böse.

Wenn ich meine Meinung zu diesem Film kurz zusammenfassen soll: Was für ein Schrott. Das fängt schon beim Beginn an, der kurz nach dem Casino-Überfall spielt. Angeblich sind alle ganz aufgeregt, aber einschläfernd trifft es wohl eher. Zudem wird der ganze Film von Dialogen beherrscht, die einem glatt die Schuhe ausziehen. Zur Handlung will ich mich nicht weiter auslassen, außer dem Hinweis darauf, dass nicht jeder Film der in einer verschneiten und kalten Umgebung spielt und mit ein paar blutigen Morden versehen ist, automatisch die Qualität eines "Fargo" hat, auch wenn er, wie dieser Film hier, schon ziemlich deutlich darauf ausgerichtet ist. Da liegen doch Welten zwischen.

Kommen wir zur Besetzung. Wenn Optik vor Talent gestellt wird, dann ist das immer schon ein schlechtes Zeichen. Olivia Wilde ist zwar recht hübsch, aber leider auch nicht mehr als das und Eric Bana ist ungefähr so bedrohlich wie ein Hundebaby, selbst wenn er im Flüsterton spricht und damit furchtbare Angst einjagen will. Auch die scheinbar endlosen Auftritte von Olivia Wilde im kurzen Glitzerkleidchen bei eisiger Kälte konnten mich nicht überzeugen. Das darf aber jeder sehen, wie er will.

Lediglich die älteren Darsteller, Sissy Spacek, Kris Kristofferson und Treat Williams, kann man hier noch lobend erwähnen, auch wenn ihnen nicht besonders viel Spielzeit vergönnt ist. Den Rest kann man gerne vergessen, wie auch eigentlich den ganzen Film. Keine Empfehlung von mir, der ist echt zu blöd und nicht empfehlenswert.

Sonntag, 7. April 2013

Laurence Anyways

"Laurence Anyways" ist ein Film von Xavier Dolan (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2012. Hier haben wir nun also den dritten Spielfilm des jungen Kanadiers Xavier Dolan, der bereits mit seinen ersten beiden Filmen begeistern konnte. Das gelingt ihm auch hier wieder mit leichter Hand und wer sich auf den Film einlässt und genug Ruhe und Zeit mitbringt, der wird mit einer Geschichte belohnt, die unter die Haut geht.

Laurence (Melvil Poupaud) ist Mitte Dreißig, beliebter Lehrer und angehender Schriftsteller. Seit längerer Zeit schon lebt er mit der unkonventionellen Fred (Suzanne Clément) zusammen und für beide ist es die große Liebe. Die Geschichte beginnt im Jahr 1989, als Laurence seiner Freundin überraschend mitteilt, zukünftig als Frau leben zu wollen. Schon als Kind habe er gespürt, im falschen Körper geboren zu sein und nun will er endlich auch in der Öffentlichkeit als Frau leben.

Fred ist zunächst geschockt, aber schließlich will sie Laurence nach Kräften unterstützen, weil sie ihn bedingungslos liebt. Doch die Reaktionen in ihrem Umfeld hinterlassen deutliche Spuren und während Laurence seinen Weg tapfer bestreitet, bricht Fred unter der Last zusammen. Er wird immer stärker in seinem Auftreten als Frau und Fred verliert sich gleichzeitig immer mehr. Sie driften auseinander.

Der Film schildert das Leben von Laurence und Fred über einen Zeitraum von zehn Jahren. Aufhänger ist ein Interview, das Laurence einer Journalistin gibt und das immer wieder eingestreut wird. Die Beziehung zu Fred ging in die Brüche, manchmal sind sie sich jahrelang nicht begegnet, aber die Anziehung zwischen ihnen ist stets geblieben. Fred hat geheiratet und einen Sohn bekommen und Laurence konnte sich als Schriftsteller etablieren.

Im Laufe der Jahre konnte Laurence auch das angespannte Verhältnis zu seiner Mutter (Nathalie Baye) klären, die sich selbst erst aus ihrer unglücklichen Ehe retten musste, um Laurence als "Tochter" akzeptieren zu können.

Für ein paar Tage kommen Laurence und Fred wieder zusammen, aber der Trip endet im Streit. Sie lieben sich zwar noch, aber die Zeit hat beide verändert. Einige Jahre später treffen sich beide in einer Bar, Fred hat ihren Mann verlassen und Laurence hat ein neues Buch veröffentlicht. Die oberflächliche Unterhaltung zwischen ihnen stößt allerdings bald an ihre Grenzen, weil beide merken, dass der frühere Zauber endgültig verflogen ist. Getrennt verlassen sie die Bar, es gibt keine Gemeinsamkeiten mehr.

Xavier Dolan erzählt diese Liebesgeschichte rund um das Thema Transsexualität in gut 160 Minuten und erweist sich erneut als großes und vielversprechendes Talent. Die Ausstattung ist perfekt, die Achtziger und Neunziger Jahre leben hier wieder auf und auch der Soundtrack ist sehr erlesen. Die Musik muss sowieso besonders erwähnt werden, denn Dolan unterlegt damit seine großartigen Bilder und sorgt dadurch mehrfach für Gänsehaut.

Suzanne Clément ist als Fred bestens besetzt und Melvil Poupaud, für den ich sowieso eine Schwäche habe, überzeugt in seiner Rolle zu jeder Zeit. Seine Veränderung zur Frau ist ein optisches Highlight. Nicht nur die Frisur, auch das Make-Up wird immer perfekter. Sehr gut gelungen.

Insgesamt gesehen ein absolut atemberaubendes Filmereignis, das viele Zuschauer verdient hat, auch wenn sich wahrscheinlich nicht viele darauf einlassen können. Ich freue mich jedenfalls auf weitere Filme von Xavier Dolan. Sehr empfehlenswert.


Donnerstag, 4. April 2013

Sexual Tension - Volume 1 : Flüchtige Blicke

"Sexual Tension - Volume 1 : Flüchtige Blicke" ist eine Sammlung von sechs Kurzfilmen der argentinischen Filmemacher Marco Berger und Marcelo Mónaco aus dem Jahr 2012.

Sechs kurze Filme, jeweils zwischen 15 und 18 Minuten Laufzeit, die kleine Geschichten erzählen über das erotische Begehren junger Männer, die noch nicht so ganz genau wissen, was sie eigentlich wollen und/oder sich einfach noch nicht trauen, ihren Gefühlen nachzugeben.

Hier eine kurze Übersicht der Titel in der chronologischen Reihenfolge :

"Ari" - Regie und Drehbuch Marcelo Mónaco

"El Primo" - Regie und Drehbuch Marco Berger

"El Otro" - Regie und Drehbuch Marcelo Mónaco

"Los Brazos Rotos" - Regie und Drehbuch Marco Berger

"Amor" - Regie und Drehbuch Marcelo Mónaco

"Entrenamiento" - Regie und Drehbuch Marco Berger

Die einzelnen Geschichten sind stimmig, vielversprechend, prickelnd und vor allen Dingen sehr sexy. Es passiert eigentlich gar nicht viel, es wird wenig gesprochen und Namen werden auch kaum genannt, es geht eben, wie der Titel schon andeutet, um Blicke. Und diese Blicke haben es in sich, das wird jeder Zuschauer selbst erleben. Da werden Körper, ob nackt oder bekleidet, mit den Augen abgetastet, als ob es kein Morgen gäbe. Sehr sinnlich und auch sehr erotisch.

Sei es nun z. B. der Junge, der den hübschen Tätowierer im Tattoo-Studio anschmachtet und dabei erotische Fantasien entwickelt, der junge Mann, der sich im heißen Sommer in den Cousin seines besten Freundes verguckt oder die beiden besten Freunde, die vom (nicht vorhandenen) Sex mit ihren Freundinnen berichten und sich dabei sehr nahe kommen. Alle sechs Geschichten können überzeugen und machen Lust auf mehr.

Insgesamt gesehen eine sehr schöne Sammlung, die ich nur empfehlen kann. Die bisherigen Filme von Marco Berger sind sowieso sehenswert, diese Kurzfilme reihen sich da gut ein. Auf weitere Filme von beiden Regisseuren sollte man gespannt sein.

Montag, 1. April 2013

Frost/Nixon

"Frost/Nixon" ist ein Film von Ron Howard aus dem Jahr 2008. Das Drehbuch stammt von Peter Morgan und beruht auf seinem gleichnamigen Bühnenstück.

Der Film dreht sich um das legendäre TV-Interview zwischen dem britischen Talkmaster David Frost (Michael Sheen) und dem ehemaligen amerikanischen Präsidenten Richard Nixon (Frank Langella).

Richard Nixon war 1974 wegen der Watergate-Affäre zurückgetreten. Das Interview mit David Frost fand im Jahr 1977 statt. Der Film zeigt die Hintergründe der Entstehung dieses Interviews auf, die sehr langwierig und schwierig waren. Niemand wollte dieses Projekt finanziell unterstützen und David Frost musste sehr für seine Idee kämpfen. Der Erfolg gab ihm später Recht, aber bis dahin war es ein steiniger Weg.

Das Interview entstand in mehreren Teilen und Nixon war vertraglich zugesichert worden, erst im letzten Teil zur Watergate-Affäre befragt zu werden. In diesem letzten Teil wird Nixon unsicher und erklärt öffentlich, sich in seinem Amt über das Gesetz gestellt zu haben.

Michael Sheen und Frank Langella spielten ihre Rollen bereits in dem Bühnenstück und wurden hier von Ron Howard gleich übernommen. In den Nebenrollen überzeugen unter anderem Sam Rockwell, Kevin Bacon, Matthew Macfadyen, Oliver Platt, Rebecca Hall und Toby Jones.

Das ist hier natürlich nur eine sehr kurze Wiedergabe der Handlung, wer sich für die ganze Thematik interessiert, der sollte sich diesen Film unbedingt anschauen. Auch die Extras zum Film können hier überzeugen.

Getragen wird der Film von der fabelhaften Darstellung Frank Langellas, der als Nixon wieder einmal zeigt, was für ein großartiger Schauspieler er ist. Große Empfehlung.

Was bleibt

"Was bleibt" ist ein Film von Hans-Christian Schmid aus dem Jahr 2012. Das Drehbuch stammt von Bernd Lange.

Marko (Lars Eidinger) lebt schon seit längerer Zeit als eher erfolgloser Schriftsteller in Berlin. Er hat einen kleinen Sohn namens Zowie (Egon Merten), lebt aber von dessen Mutter Tine (Eva Meckbach) getrennt. Markos Mutter Gitte (Corinna Harfouch) hat ihren Sohn gebeten, das Wochenende zu Hause, in der Nähe von Bonn, zu verbringen, also fährt Marko zusammen mit Zowie seine Eltern besuchen.

Am Bahnhof trifft er auf seinen jüngeren Bruder Jakob (Sebastian Zimmler), der gerade seine Freundin Ella (Picco von Groote) abholt. Jakob wohnt in einem Haus in der Nähe seiner Eltern und sein Vater hat ihm dort eine eigene Zahnarztpraxis eingerichtet. Weder Marko noch Jakob wissen, warum Gitte um dieses Treffen gebeten hat.

Gitte und ihr Mann Günter (Ernst Stötzner) leben in einem großzügigen und eindrucksvollen Siebziger-Jahre-Bungalow, in dem es an nichts fehlt. Die Familie trifft sich am Abend bei Jakob zum Grillen, Günter erzählt davon, seine Verlagsanteile erfolgreich verkauft zu haben und nun ein Buch schreiben zu wollen. Auch eine längere Auslandsreise zum Recherchieren hat er bereits geplant.

Schließlich ergreift Gitte das Wort und verkündet der erstaunten Familie, bereits vor zwei Monaten ihre Tabletten abgesetzt zu haben und sich dabei sehr wohl zu fühlen. Gitte war seit dreißig Jahren wegen Depressionen in Behandlung und durch den ständigen Tablettenkonsum quasi "ruhiggestellt". Nun wolle sie aber wieder ganz normal am Familienleben teilhaben und auch nicht mehr geschont werden.

Günter und Jakob sind fassungslos, nur Marko zeigt Verständnis für Gitte. In den Köpfen der Familie rotiert es, war Gitte doch immer der (zu) ruhige Part hier, der nicht mit den Problemen der anderen belästigt werden dürfte, aus Rücksicht auf ihre Krankheit. Die wunderbare Familienidylle existiert nämlich überhaupt nicht.

Marko hat es bisher nicht geschafft, seinen Eltern von seinen Existenzängsten zu berichten oder auch nur davon, von Tine getrennt zu leben. Jakob hat finanzielle Probleme, seine Praxis läuft nicht und die Bank sitzt ihm im Nacken. Günter hat schon länger eine Freundin, Susanne (Birge Schade), die er auch auf seine Reise mitnehmen will und nun kommt seine Frau mit so einer Mitteilung um die Ecke und wirft damit seine Pläne über den Haufen.

Unterdrückte Konflikte, Lügen und Geheimnisse, so sieht die Wirklichkeit in dieser Familie aus, was sich aber niemand eingestehen will. Nur langsam dämmert es Gitte, wie schlimm es hier steht. So hatte sie sich das nicht vorgestellt. Ihre Kräfte schwinden und Gitte fasst einen folgenschweren Entschluss.

Das ist definitiv ein ganz großartiger Film, ich bin absolut begeistert davon. Hier stimmt einfach alles, wenn man sich auf die ruhige Erzählweise einstellen kann, was aber gar kein Problem darstellen sollte. Ein fabelhafter und einfühlsamer Regisseur, ein sehr gutes Drehbuch und fantastische Schauspieler, so muss es sein. Das Setting und die Ausstattung sind perfekt, ebenso die unaufdringliche Filmmusik (The Notwist). Ein berührender Film, den ich sehr genossen habe.

Empfehlen möchte ich auch noch das sehr schöne Making-Of und den gelungenen Audio-Kommentar. Diesen Film sollte man nicht verpassen.

Sonntag, 31. März 2013

Laura

"Laura" ist ein Film von Otto Preminger aus dem Jahr 1944. Das Drehbuch stammt von Jay Dratler, Samuel Hoffenstein und Elizabeth Reinhardt. Die wunderschöne Filmmusik hat David Raksin komponiert.

Die junge und erfolgreiche Werbemanagerin Laura Hunt (Gene Tierney) ist ermordet worden. In ihrer eigenen Wohnung hat man ihr eine Ladung Schrot ins Gesicht geschossen. Detective Mark McPherson (Dana Andrews) übernimmt die Ermittlungen in diesem Mordfall. Er befragt die Menschen, die mit Laura befreundet waren und landet dabei in einer wahren Schlangengrube.

Sein erster Weg führt ihn zu Waldo Lydecker (Clifton Webb), einem bekannten Zyniker und Kolumnisten, der Lauras bester Freund war und dem Detective von seiner langjährigen Freundschaft mit Laura berichtet. Er war maßgeblich an ihrem Erfolg in der Werbung beteiligt und sah Laura stets als sein Geschöpf an. Wenn Laura sich in einen Mann verliebte und dadurch weniger Zeit mit Waldo verbrachte, unternahm dieser alles Mögliche, um den Geliebten zu verscheuchen.

Laura war mit Shelby Carpenter (Vincent Price) verlobt, den sie in Kürze heiraten wollte. Shelby stammt aus einer ehemals reichen, aber inzwischen verarmten Familie, hat keine Arbeit, wird aber von Lauras Tante Ann Treadwell (Judith Anderson) ausgehalten, die ihn für sich haben will. Waldo Lydecker hat für beide nur spöttische Bemerkungen übrig, wie eigentlich für jeden anderen auch. Aus seiner Sicht hatte es niemand außer ihm verdient, Lauras Zuneigung zu genießen.

McPherson verbringt viel Zeit in Lauras Wohnung, liest ihre Post und ihr Tagebuch und verliebt sich in die Frau, deren schönes Portrait über dem Kamin hängt. Seine Ermittlungen bringen ihn nicht weiter, jeder aus Lauras Umfeld ist verdächtig, als eines Abends Laura höchstlebendig vor ihm steht. Sie sei in ihrem Landhaus gewesen, hätte kein Radio gehört und keine Zeitungen gelesen.

Nun muss sich McPherson mit mehreren Problemen beschäftigen. Wer war die Tote in Lauras Wohnung und wird der Mörder, der es wohl auf Laura abgesehen hatte, erneut zuschlagen? Zudem gerät auch er in den Bann dieser wunderschönen Frau, die ihn mehr und mehr fasziniert.

Dieser exzellente Film ist ein wahres Meisterwerk, wenn auch die Entstehungsgeschichte eigentlich schon ein Film für sich wäre. Der ursprüngliche Regisseur warf seine Arbeit hin und zwischen dem Boss des Studios Darryl F. Zanuck und Otto Preminger herrschte Krieg. Zanuck wollte Preminger partout nicht als Regisseur haben, aber er musste letztendlich nachgeben. Preminger drehte die meisten Szenen neu und daraus entstand der vorliegende Film, der ausgesprochen erfolgreich wurde.

Ob das nun ein echter "Film Noir" ist, darüber streiten sich die Experten, aber das schadet dem Film nicht, der so elegant und intelligent daherkommt. Für eine Femme Fatale ist Gene Tierney als Laura nicht abgründig genug und auch Dana Andrews als Mark McPherson ist eine Spur zu nett für dieses Genre. Das macht aber gar nichts, denn "Laura" funktioniert genau so, wie er ist. Er ist spannend, schön anzuschauen und ein verdienter Klassiker. Was will man mehr?

In den Extras zur Special-Edition befindet sich auch eine Dokumentation über das Leben von Gene Tierney, die einst als eine der schönsten Frauen in Hollywood bezeichnet wurde. Sie hatte scheinbar alles, war wunderschön, hatte eine großartige Karriere und viel Erfolg. Leider war das alles nur der äußerliche Schein, denn in ihrem Privatleben erlebte sie eine Katastrophe nach der anderen. Angefangen bei Problemen mit ihrem Vater, verliebte sie sich auch ständig in die falschen Männer. Ihr erstes Kind kam mit schweren Behinderungen auf die Welt, weil Gene Tierney während ihrer Schwangerschaft die Röteln hatte. (Diese Geschichte verarbeitete Agatha Christie übrigens in ihrem Roman "Mord im Spiegel".) Aber auch weitere Schicksalsschläge folgten und Gene Tierney war wegen ihrer Depressionen mehrfach in psychiatrischer Behandlung. Eine ganz traurige Lebensgeschichte, die man wirklich niemandem wünscht.

Zurück zu "Laura", einem ganz wunderbaren Film, den ich nur sehr empfehlen kann.

Love Crime

"Love Crime" - "Crime d'amour" ist ein Film von Alain Corneau aus dem Jahr 2010. Das Drehbuch schrieb Corneau zusammen mit Natalie Carter.

Christine (Kristin Scott Thomas) leitet die Pariser Marketingabteilung eines internationalen Konzerns. Ihre Mitarbeiterin Isabelle (Ludivine Sagnier) ist ihr treu ergeben und erledigt die meiste Arbeit. Isabelles erfolgreiche Vorschläge gibt Christine den Firmenleitern gegenüber gerne als ihre eigenen aus, was nicht nur Isabelles Assistent Daniel (Guillaume Marquet) bemerkt, sondern auch von Isabelle selbst mit Unverständnis verfolgt wird. Doch beide Frauen betonen immer wieder, wie wichtig ihnen Teamarbeit ist.

Als Isabelle immer mehr bemerkt, wie skrupellos Christine anderen Menschen gegenüber ist, fängt sie ein Verhältnis mit deren Lover Philippe (Patrick Mille) an. Christine bekommt Wind von der Sache und setzt Philippe unter Druck. Sie hat belastendes Material gegen ihn in der Hand, weil Philippe Firmengelder veruntreut hat. Zudem hat man ihr die Leitung des New Yorker Büros in Aussicht gestellt und deswegen kann sie keine Probleme dieser Art in ihrem Umfeld dulden.

Daniel überredet Isabelle, ohne Christine an einem neuen Auftrag zu arbeiten, damit die Chefs sehen können, wer die eigentliche Arbeit leistet. Die Firmenleitung ist begeistert, Christine muss gute Miene zum bösen Spiel machen und der Posten in New York rückt in weite Ferne. Christine erklärt Isabelle den Krieg und wird sie von nun an demütigen, wo sie nur kann. Vor den Augen ihrer Kollegen greift Isabelle immer öfter zu Tabletten, sie wirkt labil, extrem angeschlagen und verzweifelt. Oder ist doch alles ganz anders, als es den Anschein hat?

Tja, soweit die erste Hälfte des Films, der im Grunde keine wirklich neue Geschichte erzählt. Die "böse" Chefin, die die "arme und naive" Angestellte nur ausnutzt und deren Erfolge einstreicht, das kennt man schließlich schon. Wobei die Sache hier eine kleine Abweichung von der Norm hat, denn um Geld kann es hier nicht gehen. Nicht nur Christine lebt in großem Luxus, auch Isabelle lebt in einem Umfeld, das sich kleine Angestellte niemals leisten könnten. Es geht also in erster Linie um Aufstieg und Macht. Soviel nur hierzu.

Die zweite Hälfte des Films befasst sich mit einem perfekt geplanten Mord, bei dem sämtliche Spuren raffiniert gelegt und verwischt werden. Leider verrät der Regisseur dem Zuschauer dabei schon zu viel, das hätte gerne etwas subtiler sein können. So zieht sich dieser Teil in die Länge, während die Spannung schon ein bisschen raus ist aus dem Film. Es gibt zwar zum Schluss noch eine kleine fiese Wendung, aber die verpufft auch gleich wieder. Ich weiß nicht, irgendwie hat mir hier ein bisschen was gefehlt zu einem perfekten Filmerlebnis.

Gut, das ist aber letztlich Meckern auf hohem Niveau, denn selbstverständlich ist der Film sehenswert, allein schon wegen Kristin Scott Thomas und Ludivine Sagnier, die ihre Rollen fantastisch spielen. Zwei so ausgezeichneten Schauspielerinnen zuschauen zu können, lässt über manche Delle im Script hinwegsehen.

Für Regisseur Alain Corneau war das der letzte Film, er starb am 30. August 2010.

Samstag, 30. März 2013

Die Schöne und das Biest

"Die Schöne und das Biest" - "La Belle et la Bête" ist ein Film von Jean Cocteau (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 1946 und beruht auf dem gleichnamigen Märchen von Jeanne-Marie Leprince de Beaumont aus dem Jahr 1757.

Ein ehemals reicher Kaufmann (Marcel André), dessen Schiffe untergegangen sind und der nun am Rand der Armut steht, lebt zusammen mit seinem Sohn Ludovic (Michel Auclair) und seinen drei Töchtern. Seine jüngste Tochter Bella (Josette Day) hilft im Haushalt, wo sie nur kann, während ihre beiden älteren und eitlen Schwestern keinen Finger rühren und sich für etwas Besseres halten. Ludovics bester Freund Avenant (Jean Marais) möchte Bella heiraten, aber diese will ihren Vater nicht verlassen.

Der Vater macht sich auf in die Stadt, als er erfährt, dass nun doch eines seiner Schiffe gelandet sei. Dort angekommen, haben sich seine Gläubiger bereits über die Ladung hergemacht und ihm nichts hinterlassen. Mit leeren Händen muss er die Heimreise antreten und verirrt sich in der Nacht im Wald. Plötzlich erreicht er ein Schloss, findet dort eine Unterkunft, aber keinen Bewohner vor. Ein gedeckter Tisch lädt ihn zum Verweilen ein und ein unsichtbarer Diener schenkt ihm Wein ein.

Am nächsten Morgen, kurz vor seiner Abreise, pflückt der Kaufmann im Garten eine Rose, die er seiner Tochter Bella versprochen hatte, da taucht vor ihm eine Kreatur auf, halb Tier und halb Mensch. Die Bestie (Jean Marais) fordert seinen Tod für das Pflücken der Rose oder das Leben einer seiner Töchter. Mit einem weißen Pferd, das der Bestie gehört, reitet der Kaufmann nach Hause, wo er seinen Kindern aufgewühlt seine Geschichte erzählt.

Ohne ihre Familie zu informieren reitet Bella mit dem Pferd zum Schloss, um sich zu opfern und ihren Vater zu retten. Beim Anblick der Bestie fällt sie allerdings in Ohnmacht und wird von dem Wesen in ihr Zimmer getragen. Bella wird mit schönen Kleidern und Schmuck ausgestattet und das Biest leistet ihr jeden Abend Gesellschaft. Auf die immer wiederkehrende Frage, ob sie seine Frau werden will, antwortet sie aber immer mit "Nein".

Im Laufe der Zeit erkennt Bella, dass das Biest nicht wirklich böse ist und bittet ihn um Freundschaft. Sie verbringen mehr Zeit miteinander und schließlich erlaubt das Biest, dass Bella ihren Vater besuchen kann, um deren Gesundheit es schlecht steht.

Zu Hause angekommen reagieren ihre Schwestern neidisch auf Bellas Kleidung und Schmuck und überreden Ludovic und Avenant dazu, die Schätze des Biests zu stehlen. Bella kann gerade noch rechtzeitig ins Schloss zurückkehren, findet das Biest sterbend vor, das sich aber vor ihren Augen in einen schönen Prinzen (ebenfalls Jean Marais) verwandelt. Kann man sich ein schöneres Ende vorstellen?

Ach, was für ein schönes Märchen und was für ein schöner Film. Ich kannte bisher nur Ausschnitte daraus und habe ihn mir nun erstmals im Ganzen angeschaut und bin sehr begeistert davon. Das muss man einfach gesehen haben, die vielen schönen Details, die liebevolle und fantastische Ausstattung, das ist einfach umwerfend.

Wundervolle Schwarz-Weiß-Bilder entführen den Zuschauer hier in eine Märchenwelt, die wirklich atemberaubend gestaltet ist. Allein schon die menschlichen Arme, die aus den Wänden ragen und die Kerzenleuchter halten, die Figuren am Kamin, die jede Bewegung mit den Augen verfolgen, das alles ist sensationell, besonders für einen Film aus dieser Zeit.

Der schöne Jean Marais und die bezaubernde Josette Day sind einfach perfekt besetzt und machen diesen Film zu einem Ereignis, das man nicht verpassen sollte. Sehr empfehlenswert. Ebenfalls sehenswert sind auch noch die Extras zum Film, die von der Entstehung berichten. Wirklich sehr gelungen.