"Spielen oder Sterben" - "Spelen of sterven" ist ein Film von Frank Krom (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 1990 und beruht auf einer Story von Anna Blaman.
Der junge und introvertierte Kees (Geert Hunaerts) ist ein stiller Junge, der von seinen Klassenkameraden ständig gemobbt wird. Damit nicht genug gestraft, verliebt sich Kees ausgerechnet in den großmäuligen Charel (Tjebbo Gerritsma), den Sportstar der Klasse und Anführer der meisten Streiche gegen Kees.
Kees nimmt die Erniedrigungen wortlos hin, deckt Charel sogar gegenüber den Lehrern und lässt diesen auch seine Hausarbeiten abschreiben. Insgeheim möchte er Charel für sich gewinnen und lädt ihn auch einen Tages zu sich nach Hause ein, als seine Eltern nicht da sind. Doch Charel ist ein echter Kotzbrocken, der Kees nur provoziert und demütigt. Der Besuch endet in einer gewalttätigen Auseinandersetzung, die Kees nachhaltig verstört und zu einer Tragödie führt.
Also das muss man erstmal verdauen. Selten habe ich einen so tragischen, traurigen und düsteren Film gesehen, der zwar nur 48 Minuten Laufzeit hat, aber dem Zuschauer so einiges abverlangt. Dieser kleine holländische Film von Frank Krom aus dem Jahr 1990 ist zwar etwas dunkel gehalten und die Bilder haben nicht die beste Qualität, aber der Film nimmt einen sofort gefangen.
Es sind schmerzhafte Bilder, die hier gezeigt werden, von den grausamen Mitschülern, die immer unbedingt ein wehrloses Opfer brauchen, um sich selbst stärker zu fühlen. Dass die blökende Meute nur in der Gruppe funktioniert, ist allerdings auch klar, jeder für sich ist nur ein kleines Würstchen. Lediglich Charel sticht aus der Masse heraus, er ist sich selbst genug und braucht keine Bestätigung. Dumm nur, dass sich der arme Kees gerade in ihn verguckt hat. Das kann nur böse enden.
Dieser bemerkenswerte Film ist nun auf der DVD "Coming of Age Vol. 5" erschienen, zusammen mit fünf weiteren Bonusfilmen, die aber sehr viel kürzer sind. Diese fünf Kurzfilme sind zwar von unterschiedlicher Qualität, aber doch auch sehr sehenswert. Irgendwo habe ich gelesen, dass diese teilweise auch schon auf anderen Kurzfilmsammlungen enthalten sind. Keine Ahnung, aber diese kleinen Filmchen kann man sich gut ansehen, da ist für jeden etwas dabei.
Insgesamt gesehen ein kleines DVD-Highlight, besonders der holländische Beitrag, der wirklich unter die Haut geht. Sehr empfehlenswert.
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Sonntag, 21. Juli 2013
Donnerstag, 4. April 2013
Sexual Tension - Volume 1 : Flüchtige Blicke
Sechs kurze Filme, jeweils zwischen 15 und 18 Minuten Laufzeit, die kleine Geschichten erzählen über das erotische Begehren junger Männer, die noch nicht so ganz genau wissen, was sie eigentlich wollen und/oder sich einfach noch nicht trauen, ihren Gefühlen nachzugeben.
Hier eine kurze Übersicht der Titel in der chronologischen Reihenfolge :
"Ari" - Regie und Drehbuch Marcelo Mónaco
"El Primo" - Regie und Drehbuch Marco Berger
"El Otro" - Regie und Drehbuch Marcelo Mónaco
"Los Brazos Rotos" - Regie und Drehbuch Marco Berger
"Amor" - Regie und Drehbuch Marcelo Mónaco
"Entrenamiento" - Regie und Drehbuch Marco Berger
Die einzelnen Geschichten sind stimmig, vielversprechend, prickelnd und vor allen Dingen sehr sexy. Es passiert eigentlich gar nicht viel, es wird wenig gesprochen und Namen werden auch kaum genannt, es geht eben, wie der Titel schon andeutet, um Blicke. Und diese Blicke haben es in sich, das wird jeder Zuschauer selbst erleben. Da werden Körper, ob nackt oder bekleidet, mit den Augen abgetastet, als ob es kein Morgen gäbe. Sehr sinnlich und auch sehr erotisch.
Sei es nun z. B. der Junge, der den hübschen Tätowierer im Tattoo-Studio anschmachtet und dabei erotische Fantasien entwickelt, der junge Mann, der sich im heißen Sommer in den Cousin seines besten Freundes verguckt oder die beiden besten Freunde, die vom (nicht vorhandenen) Sex mit ihren Freundinnen berichten und sich dabei sehr nahe kommen. Alle sechs Geschichten können überzeugen und machen Lust auf mehr.
Insgesamt gesehen eine sehr schöne Sammlung, die ich nur empfehlen kann. Die bisherigen Filme von Marco Berger sind sowieso sehenswert, diese Kurzfilme reihen sich da gut ein. Auf weitere Filme von beiden Regisseuren sollte man gespannt sein.
Dienstag, 25. Dezember 2012
Liebesrauschen
"Liebesrauschen" ist eine Sammlung von vier verschiedenen Kurzfilmen in französischer Sprache mit deutschen Untertiteln. Folgende Filme sind enthalten:
"La dérade" ist ein Film von Pascal Latil (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2011. Zwei umwerfend schöne junge Männer (Yoann Moess und Adrien Stasiulis) verabschieden sich am Strand, weil einer von ihnen zur See fährt. Der andere bleibt mit seinem kranken Herzen zurück, doch sein Freund verlässt ihn nie ganz. Zum Heulen schön, ganz ehrlich.
"Carnaval" ist ein Film von Adrienne Bovet (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2011 und beruht auf einer Geschichte von Corinna Bille. Es ist Karneval, Zeit der Masken und Verkleidungen. Drei junge Menschen (Géraldine Bagnoud, Prune Beuchat und Zuriel De Peslouan) stürzen sich in das Getümmel und am nächsten Morgen wird sich einiges verändert haben in ihrem Leben. Kurz und knackig, mit subtilen Zwischentönen. Sehenswert.
"Sur le départ" ist ein Film von Michael Dacheux aus dem Jahr 2011. Das Drehbuch schrieb Dacheux zusammen mit Christophe Pellet. Der Film handelt von der Liebe und Freundschaft zwischen zwei jungen Männern, von denen einer nach Paris zieht und der andere in der Provinz bleibt. Über die Jahre bleibt ihre Freundschaft bestehen, auch wenn beide sich verändern. Gemeinsam wünschen sie sich, ewig jung bleiben zu können, aber die Jahre gehen auch an ihnen nicht spurlos vorbei. Dieser Film ist mit ca. 50 Minuten ganz schön lang geworden und auch ziemlich experimentell, was ihn zwar interessant macht, aber auch etwas ermüdend, weil die Geschichte einfach nicht genug hergibt. Gerade dieser Film wird zwar überall besonders erwähnt, aber mein Geschmack war das nicht so ganz.
"Consentement" ist ein Film von Cyril Legann (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2012. Die Story spielt in einem Hotelzimmer. Ein attraktiver Gast (Yann de Monterno) beginnt ein aufregendes Spiel mit dem hübschen Zimmerkellner (Kevin Miranda), doch im Laufe der Zeit ändern sich die Vorzeichen. Zugegeben, das ist etwas vorhersehbar, aber dafür ziemlich sexy. Yann de Monterno und Kevin Miranda haben auch schon in Todd Verows Film "Bad Boy Street" bewiesen, was für ein schönes Paar sie abgeben. Sehr sehenswert.
Insgesamt gesehen eine Sammlung, die sich durchaus lohnt und sehr unterhaltsam, bewegend, sexy und auch traurig ist. Auf jeden Fall empfehlenswert.
"La dérade" ist ein Film von Pascal Latil (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2011. Zwei umwerfend schöne junge Männer (Yoann Moess und Adrien Stasiulis) verabschieden sich am Strand, weil einer von ihnen zur See fährt. Der andere bleibt mit seinem kranken Herzen zurück, doch sein Freund verlässt ihn nie ganz. Zum Heulen schön, ganz ehrlich.
"Carnaval" ist ein Film von Adrienne Bovet (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2011 und beruht auf einer Geschichte von Corinna Bille. Es ist Karneval, Zeit der Masken und Verkleidungen. Drei junge Menschen (Géraldine Bagnoud, Prune Beuchat und Zuriel De Peslouan) stürzen sich in das Getümmel und am nächsten Morgen wird sich einiges verändert haben in ihrem Leben. Kurz und knackig, mit subtilen Zwischentönen. Sehenswert.
"Sur le départ" ist ein Film von Michael Dacheux aus dem Jahr 2011. Das Drehbuch schrieb Dacheux zusammen mit Christophe Pellet. Der Film handelt von der Liebe und Freundschaft zwischen zwei jungen Männern, von denen einer nach Paris zieht und der andere in der Provinz bleibt. Über die Jahre bleibt ihre Freundschaft bestehen, auch wenn beide sich verändern. Gemeinsam wünschen sie sich, ewig jung bleiben zu können, aber die Jahre gehen auch an ihnen nicht spurlos vorbei. Dieser Film ist mit ca. 50 Minuten ganz schön lang geworden und auch ziemlich experimentell, was ihn zwar interessant macht, aber auch etwas ermüdend, weil die Geschichte einfach nicht genug hergibt. Gerade dieser Film wird zwar überall besonders erwähnt, aber mein Geschmack war das nicht so ganz.
"Consentement" ist ein Film von Cyril Legann (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2012. Die Story spielt in einem Hotelzimmer. Ein attraktiver Gast (Yann de Monterno) beginnt ein aufregendes Spiel mit dem hübschen Zimmerkellner (Kevin Miranda), doch im Laufe der Zeit ändern sich die Vorzeichen. Zugegeben, das ist etwas vorhersehbar, aber dafür ziemlich sexy. Yann de Monterno und Kevin Miranda haben auch schon in Todd Verows Film "Bad Boy Street" bewiesen, was für ein schönes Paar sie abgeben. Sehr sehenswert.
Insgesamt gesehen eine Sammlung, die sich durchaus lohnt und sehr unterhaltsam, bewegend, sexy und auch traurig ist. Auf jeden Fall empfehlenswert.
Montag, 18. Juni 2012
Das Jahr Null
"Das Jahr Null" ist ein Kurzfilm von Roman Deppe aus dem Jahr 2008. Roman Deppe war hier für Regie, Drehbuch und Schnitt zuständig und gleichzeitig auch Produzent.
Die Geschichte handelt von einem düsteren Szenario. Die Städte sind bevölkert von Zombies und die wenigen Menschen, die noch übrig sind, verschanzen sich auf dem Land. Eine kleine Gruppe um Robert (Vitus Wieser), seinen Freund Markus (Mischa Rugolo) und dessen Bruder Ferdi (Jan Rademacher), lebt in einem abgeschieden gelegenen Haus. Die Zombies tauchen langsam auch hier auf und werden von Robert und Markus nach Möglichkeit beseitigt. Der autistische Ferdi soll die toten Körper verbrennen, zuvor jedoch nimmt er ihnen ihre Papiere ab, was ihm Robert allerdings immer wieder verbietet.
Robert fühlt sich innerhalb der Gruppe nicht wohl, er glaubt, dass man ihn und Markus als schwules Paar anfeindet. Er will nach Österreich in die Berge fliehen, da soll es noch sicher sein, aber Markus will die anderen nicht im Stich lassen. Die Situation im Haus spitzt sich zu und die Bedrohung von außen wird immer stärker. Die Geschichte läuft auf ein tragisches Ende zu.
Nur durch Zufall bin ich auf diese kleine Perle aufmerksam geworden und bin ganz begeistert. Ein wirklich großartiger kleiner Film, der besser nicht sein könnte. Von Roman Deppe kannte ich bisher schon "Nächte in Wilhelmsburg", eine fabelhafte Kurzfilm-Trilogie, die ich sehr empfehlen kann. "Das Jahr Null" ist zwar ein Zombiefilm, also nicht so ganz mein Metier, aber so gut und liebevoll gemacht, dass man ihn einfach lieben und vor allen Dingen anschauen muss. Zu sehen gibt es ihn hier "Das Jahr Null".
Für Kamera und Licht war Adrian Annoff zuständig, Make-Up und Effekte stammen von Lars Havemann und die wunderbare Musik stammt von Andre Matthias.
Toller kleiner Film, der gleichzeitig spannend, traurig und berührend ist. Großartig umgesetzt und sehr gut gespielt. Dieser Film braucht nur noch eins, nämlich viele Zuschauer. Ganz große Empfehlung.
Sorry übrigens, aber ein Bild habe ich in diesem Fall nicht. Geht aber auch so. Ein interessantes Interview dazu mit Roman Deppe gibt es hier noch zu lesen, auf der Seite vom HomeMovieCorner "Interview".
Die Geschichte handelt von einem düsteren Szenario. Die Städte sind bevölkert von Zombies und die wenigen Menschen, die noch übrig sind, verschanzen sich auf dem Land. Eine kleine Gruppe um Robert (Vitus Wieser), seinen Freund Markus (Mischa Rugolo) und dessen Bruder Ferdi (Jan Rademacher), lebt in einem abgeschieden gelegenen Haus. Die Zombies tauchen langsam auch hier auf und werden von Robert und Markus nach Möglichkeit beseitigt. Der autistische Ferdi soll die toten Körper verbrennen, zuvor jedoch nimmt er ihnen ihre Papiere ab, was ihm Robert allerdings immer wieder verbietet.
Robert fühlt sich innerhalb der Gruppe nicht wohl, er glaubt, dass man ihn und Markus als schwules Paar anfeindet. Er will nach Österreich in die Berge fliehen, da soll es noch sicher sein, aber Markus will die anderen nicht im Stich lassen. Die Situation im Haus spitzt sich zu und die Bedrohung von außen wird immer stärker. Die Geschichte läuft auf ein tragisches Ende zu.
Nur durch Zufall bin ich auf diese kleine Perle aufmerksam geworden und bin ganz begeistert. Ein wirklich großartiger kleiner Film, der besser nicht sein könnte. Von Roman Deppe kannte ich bisher schon "Nächte in Wilhelmsburg", eine fabelhafte Kurzfilm-Trilogie, die ich sehr empfehlen kann. "Das Jahr Null" ist zwar ein Zombiefilm, also nicht so ganz mein Metier, aber so gut und liebevoll gemacht, dass man ihn einfach lieben und vor allen Dingen anschauen muss. Zu sehen gibt es ihn hier "Das Jahr Null".
Für Kamera und Licht war Adrian Annoff zuständig, Make-Up und Effekte stammen von Lars Havemann und die wunderbare Musik stammt von Andre Matthias.
Toller kleiner Film, der gleichzeitig spannend, traurig und berührend ist. Großartig umgesetzt und sehr gut gespielt. Dieser Film braucht nur noch eins, nämlich viele Zuschauer. Ganz große Empfehlung.
Sorry übrigens, aber ein Bild habe ich in diesem Fall nicht. Geht aber auch so. Ein interessantes Interview dazu mit Roman Deppe gibt es hier noch zu lesen, auf der Seite vom HomeMovieCorner "Interview".
Sonntag, 6. Mai 2012
Bavo Defurne Kurzfilme
Bevor demnächst Bavo Defurnes erster Spielfilm "Noordzee, Texas" erhältlich sein wird, werfe ich einen Blick auf diese kleine, aber feine Sammlung von kurzen Filmen, die durchaus Lust auf mehr macht.
Mit "Am Lagerfeuer" (2000), "Gerade jetzt im Frühling" (1995), "Matrosen" (1998) und "Der Heilige" (1996) gibt Defurne einen Einblick in sein Filmschaffen, das außergewöhnlich und spannend ist. Es gibt fast keine Dialoge, kaum eine richtige Handlung, wenig Musik, aber es berauscht die Sinne, wenn man bereit ist, sich darauf einzulassen und das sollte man auch.
Defurne zeigt fast überirdisch schöne junge Männer und Bilder die so unglaublich schön sind, dass man es kaum aushält. Alles ist höchst artifiziell und sehr ästhetisch, einfach ein Fest für die Augen. Mit geringen Mitteln schafft er es, die einzelnen Bilder wie Gemälde darzustellen, sehr eigenwillig, aber wunderbar. Die Aufnahmen sind zum Teil in Farbe und zum Teil in Schwarz-Weiß, was ihre Wirkung insgesamt noch unterstreicht.
Insgesamt gesehen eine sehr empfehlenswerte Sammlung, mal wieder nicht für jeden Geschmack, aber sehr lohnenswert. Sollte man nicht verpassen.
Montag, 2. April 2012
Sechs mal verliebt!
"Sechs mal verliebt!" ist eine Sammlung von schwulen Kurzfilmen, die bei Salzgeber neu erschienen ist. Sechs schöne Geschichten und sechs gute Gründe, sich mit diesen kleinen Filmen näher zu befassen. Also los!
Der erste Beitrag heißt "Blokes" und stammt aus Chile (2010). Regie führte hier Marialy Rivas. Es geht um den jungen Lucho, der sexuelle Fantasien von seinem knackigen Nachbarn von gegenüber hat, die tragisch enden.
Der zweite Beitrag "Cappuccino" entstand in der Schweiz (2010) unter der Regie von Tamer Ruggli. Der junge Jérémie lebt mit seiner Mutter zusammen und himmelt einen Mitschüler an, der zwar nur auf Mädchen steht, aber sich trotzdem von Jérémie sexuelle Handlungen gefallen lässt. Mehr kann ich dazu hier nicht schreiben...
"Spring" ist ein Beitrag aus UK (2010) von Hong Khaou und handelt von Joe, einem zwanzigjährigen Studenten, der sein erstes Mal mit einem älteren Mann erlebt, das in allerlei merkwürdige Spielchen mündet, die Joe bald überfordern, aber ihn auch reifen lassen.
"Franswa Sharl" ist ein Beitrag von Hannah Hillard aus dem Jahr 2009 aus Australien. Der junge Greg ist mit seinen Eltern im Urlaub auf den Fidschi-Inseln. Es ist das Jahr 1980 und Gregs Vater ist sehr intolerant. Trotzdem meldet sich Greg für die Wahl der "Miss Fidschi" an und gewinnt prompt alle Herzen.
"L'Ami" stammt aus der Schweiz (2010) von Adrien Kuenzy und handelt von Maurice, der einen Freund hat und ein sehr ungeklärtes Verhältnis zu einem älteren Mitarbeiter seines Vaters. Hier flammen viele Probleme auf.
Den Schluss bildet "Bedfellows" (USA 2010) von Pierre Stefanos. Hier geht es um Bobby, der in New York lebt und dessen Herz gebrochen wurde. Er lernt in einer Schwulen-Bar einen Mann kennen, mit dem er die Nacht verbringt. In seinen Träumen sieht er sein weiteres Leben, aber kann das auch die Realität sein? Überraschungen sind hier garantiert.
Im letzten Film wurde der Satz erwähnt "Wahre Liebe ist noch nie reibungslos verlaufen". Das könnte glatt das Motto für diese sehr sehenswerte Kurzfilmsammlung sein, denn genau das ist hier das Thema. Ich kann diese sechs Filme nur sehr empfehlen, denn hier ist für jeden etwas dabei. Tolle kleine Storys mit großartigen Darstellern. So soll es sein. Unbedingt anschauen.
Der erste Beitrag heißt "Blokes" und stammt aus Chile (2010). Regie führte hier Marialy Rivas. Es geht um den jungen Lucho, der sexuelle Fantasien von seinem knackigen Nachbarn von gegenüber hat, die tragisch enden.
Der zweite Beitrag "Cappuccino" entstand in der Schweiz (2010) unter der Regie von Tamer Ruggli. Der junge Jérémie lebt mit seiner Mutter zusammen und himmelt einen Mitschüler an, der zwar nur auf Mädchen steht, aber sich trotzdem von Jérémie sexuelle Handlungen gefallen lässt. Mehr kann ich dazu hier nicht schreiben...
"Spring" ist ein Beitrag aus UK (2010) von Hong Khaou und handelt von Joe, einem zwanzigjährigen Studenten, der sein erstes Mal mit einem älteren Mann erlebt, das in allerlei merkwürdige Spielchen mündet, die Joe bald überfordern, aber ihn auch reifen lassen.
"Franswa Sharl" ist ein Beitrag von Hannah Hillard aus dem Jahr 2009 aus Australien. Der junge Greg ist mit seinen Eltern im Urlaub auf den Fidschi-Inseln. Es ist das Jahr 1980 und Gregs Vater ist sehr intolerant. Trotzdem meldet sich Greg für die Wahl der "Miss Fidschi" an und gewinnt prompt alle Herzen.
"L'Ami" stammt aus der Schweiz (2010) von Adrien Kuenzy und handelt von Maurice, der einen Freund hat und ein sehr ungeklärtes Verhältnis zu einem älteren Mitarbeiter seines Vaters. Hier flammen viele Probleme auf.
Den Schluss bildet "Bedfellows" (USA 2010) von Pierre Stefanos. Hier geht es um Bobby, der in New York lebt und dessen Herz gebrochen wurde. Er lernt in einer Schwulen-Bar einen Mann kennen, mit dem er die Nacht verbringt. In seinen Träumen sieht er sein weiteres Leben, aber kann das auch die Realität sein? Überraschungen sind hier garantiert.
Im letzten Film wurde der Satz erwähnt "Wahre Liebe ist noch nie reibungslos verlaufen". Das könnte glatt das Motto für diese sehr sehenswerte Kurzfilmsammlung sein, denn genau das ist hier das Thema. Ich kann diese sechs Filme nur sehr empfehlen, denn hier ist für jeden etwas dabei. Tolle kleine Storys mit großartigen Darstellern. So soll es sein. Unbedingt anschauen.
Montag, 6. Februar 2012
Lieb mich! Gay Shorts Volume 3
"Lieb mich! Gay Shorts Volume 3" ist eine Sammlung von acht schwulen Kurzfilmen und ist bei Pro-Fun Media erschienen.
Die acht Filme sind durchgehend sehenswert und decken eine große Bandbreite an Gefühlen und Stimmungen ab. Vielfach geht es auch um traurige Themen, wie Tod, Verlust oder Trennungen. Ebenso kommen unerfüllte Leidenschaften ins Spiel oder auch einfache Gespräche, wie die jungen Männer mit ihrem Schwulsein umgehen, wie die Familien auf ihr Coming Out reagieren und wie sie selbst ihre Liebe und ihr Leben empfinden. Was denken sie über Beziehungen, wie sind ihre sexuellen Erfahrungen und noch vieles mehr.
Sehr schön fand ich den einzigen deutschen Beitrag "Hinterbliebene" von Alexander Pfeuffer (Regie und Drehbuch) mit Maximilian Giertler und Peter Prager in den Hauptrollen. Eine traurige kleine Geschichte, die wirklich gut gespielt ist.
Marco Berger, Regisseur und Autor von "Plan B" und "Ausente" geht hier mit "El Reloj" an den Start, ein unaufdringlicher Beitrag, der von der zarten Annäherung zweier junger Männer erzählt, die sich zueinander hingezogen fühlen, aber doch nicht zusammenkommen, weil die Umstände es nicht zulassen. Das mag aber vielleicht nicht das Ende der Geschichte sein.
Die letzte und vielleicht beste Geschichte auf dieser DVD stammt von Regisseur Michael J. Saul, dessen Kurzfilmsammlung "Crush" ich persönlich ganz furchtbar und dilettantisch fand. Hier aber überzeugt er mit "Go Go Reject", einem wunderbaren kleinen Film über einen jungen Mann (Heath Daniels), der unbedingt Tänzer werden will, weil "Flashdance" sein Lieblingsfilm ist und er so tanzen will wie Jennifer Beals. Ein Traum für den er alles gibt und ein Film, der wie ein zauberhaftes Märchen wirkt. Ganz große Klasse.
Nach den anderen sieben Filmen, die teilweise etwas bedrückend sind, entlässt "Go Go Reject" den Zuschauer mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht. Voller Schwung und Humor, mit einem entzückenden Hauptdarsteller und toller Musik, die einem direkt in die Beine geht.
Insgesamt gesehen eine sehr sehenswerte Sammlung, die ich nur empfehlen kann. Es lohnt sich. Kleine Schwächen hier und da gibt es natürlich auch, aber die positiven Eindrücke überwiegen auf jeden Fall.
Die acht Filme sind durchgehend sehenswert und decken eine große Bandbreite an Gefühlen und Stimmungen ab. Vielfach geht es auch um traurige Themen, wie Tod, Verlust oder Trennungen. Ebenso kommen unerfüllte Leidenschaften ins Spiel oder auch einfache Gespräche, wie die jungen Männer mit ihrem Schwulsein umgehen, wie die Familien auf ihr Coming Out reagieren und wie sie selbst ihre Liebe und ihr Leben empfinden. Was denken sie über Beziehungen, wie sind ihre sexuellen Erfahrungen und noch vieles mehr.
Sehr schön fand ich den einzigen deutschen Beitrag "Hinterbliebene" von Alexander Pfeuffer (Regie und Drehbuch) mit Maximilian Giertler und Peter Prager in den Hauptrollen. Eine traurige kleine Geschichte, die wirklich gut gespielt ist.
Marco Berger, Regisseur und Autor von "Plan B" und "Ausente" geht hier mit "El Reloj" an den Start, ein unaufdringlicher Beitrag, der von der zarten Annäherung zweier junger Männer erzählt, die sich zueinander hingezogen fühlen, aber doch nicht zusammenkommen, weil die Umstände es nicht zulassen. Das mag aber vielleicht nicht das Ende der Geschichte sein.
Die letzte und vielleicht beste Geschichte auf dieser DVD stammt von Regisseur Michael J. Saul, dessen Kurzfilmsammlung "Crush" ich persönlich ganz furchtbar und dilettantisch fand. Hier aber überzeugt er mit "Go Go Reject", einem wunderbaren kleinen Film über einen jungen Mann (Heath Daniels), der unbedingt Tänzer werden will, weil "Flashdance" sein Lieblingsfilm ist und er so tanzen will wie Jennifer Beals. Ein Traum für den er alles gibt und ein Film, der wie ein zauberhaftes Märchen wirkt. Ganz große Klasse.
Nach den anderen sieben Filmen, die teilweise etwas bedrückend sind, entlässt "Go Go Reject" den Zuschauer mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht. Voller Schwung und Humor, mit einem entzückenden Hauptdarsteller und toller Musik, die einem direkt in die Beine geht.
Insgesamt gesehen eine sehr sehenswerte Sammlung, die ich nur empfehlen kann. Es lohnt sich. Kleine Schwächen hier und da gibt es natürlich auch, aber die positiven Eindrücke überwiegen auf jeden Fall.
Mittwoch, 17. August 2011
New Yorker Geschichten
"New Yorker Geschichten" - "New York Stories" ist eine Sammlung von drei Kurzfilmen der Regisseure Martin Scorsese, Francis Ford Coppola und Woody Allen aus dem Jahr 1989. Die Geschichten spielen zwar alle in New York, aber einen besonderen Bezug zu dieser Stadt haben sie nicht wirklich.
1. "Lebensstudien" - "Life Lessons", Regie: Martin Scorsese
Der erfolgreiche Maler Lionel Dobie (Nick Nolte) steht kurz vor einer Ausstellung und hat die übliche Krise, die ihn in solchen Momenten immer überfällt. Seine junge Assistentin Paulette (Rosanna Arquette), die sich selbst als Malerin versucht, sich aber von Lionel nicht genug unterstützt fühlt, will ihn verlassen. Er überredet sie jedoch zum Bleiben, weil er ihre Inspiration als Muse braucht, was er ihr aber so nicht sagt. Während Lionel weiter wie besessen an seinen Bildern arbeitet, fühlt sich Paulette als Versagerin auf der ganzen Linie. Als sie Lionel schließlich doch verlässt, ist die Ausstellungseröffnung bereits glänzend verlaufen und eine neue Muse ist auch schon im Blick des egozentrischen Künstlers...
2. "Leben ohne Zoe" - "Life without Zoe", Regie: Francis Ford Coppola
Die zwölfjährige Zoe (Heather McComb) lebt in der Suite ihrer Eltern in einem Luxushotel. Sie ist die meiste Zeit allein, da beide Eltern (Talia Shire und Giancarlo Giannini) beruflich viel unterwegs sind. Doch Zoe ist sehr selbständig und klug, sie ist auch nicht einsam, weil sie genug Freunde hat und sich auch das gesamte Hotelpersonal um sie kümmert. Als die Beziehung ihrer Eltern auf eine Trennung hinausläuft, beschließt Zoe, dagegen etwas zu unternehmen und nebenbei noch ihren Vater aus einer unangenehmen Situation zu retten.
3. "Ödipus Ratlos" - "Oedipus Wrecks", Regie: Woody Allen
Sheldon Mills (Woody Allen) ist ein New Yorker Anwalt, inzwischen fünfzig Jahre alt und immer noch ein Muttersöhnchen. Nun hat er mit Lisa (Mia Farrow) endlich eine Frau gefunden, mit der er glücklich werden will, aber da hat Mama (Mae Questel) ja auch noch ein Wörtchen mitzureden. Die ist nämlich mit der Wahl ihres Sohnes gar nicht einverstanden, schließlich hat Lisa schon Kinder aus einer früheren Beziehung. Sheldon heult sich bei seinem Psychiater aus und wünscht sich, seine Mutter würde verschwinden. Und siehe da, bei der Show eines Zauberers verschwindet Mama tatsächlich und bleibt auch verschwunden. Nach ersten Sorgen fühlt sich Sheldon aber zunehmend wohler, bis er seine Mutter wiedersieht. Am Himmel über New York erscheint ihr Gesicht und wie üblich schimpft sie mit ihm, was auch alle anderen Menschen auf der Straße mitbekommen. Unter dem Druck dieser Situation zerbricht die Beziehung zu Lisa, als hätte Mutter das so gewollt... Aber selbst ein Pechvogel wie Sheldon findet eine neue Liebe und auch Mama taucht wieder auf der Erde auf.
Um es kurz zu machen, das hört sich alles viel interessanter an, als es letztlich dann geworden ist, was ich eigentlich sehr schade finde. Lediglich die Geschichte von Martin Scorsese ist wirklich gut gelungen und toll gespielt. Nick Nolte ist ganz großartig, ich habe ihn lange nicht mehr so gern gesehen wie hier. Die zauberhafte Rosanna Arquette ist zum Verlieben und in einer kleinen Nebenrolle ist Steve Buscemi zu bewundern, der auch exzellent ist. Zudem ist der Film mit toller Musik unterlegt (unter anderem "A Whiter Shade of Pale"), sehr empfehlenswert.
Die Geschichte von Francis Ford Coppola ist leider ziemlicher Murks, da ist jedes Wort darüber zu viel. Eine sehr märchenhafte Erzählung mit einem altklugen kleinen Kind, Scheichs und Prinzessinnen, alles ein bisschen zu viel des Guten und ganz einfach völlig unglaubwürdig. Was das dann auch alles mit New York zu tun haben soll, ich weiß es nicht. Für einen Film von Coppola schon sehr enttäuschend.
Nun zu Woody Allen und seiner Geschichte. Ich persönlich habe ja so meine Probleme mit ihm, muss aber zugeben, dass die Story schon ganz nett ist, aber auch nichts wirklich Neues erzählt. Der übliche Stadtneurotiker Allen sitzt mal wieder beim Psychiater und hat Probleme mit seiner Über-Mutter. Die lässt jeden wissen, dass ihr Sohn Bettnässer war, hach, wie komisch. Allen-Fans werden diese Episode lieben, ich nicht.
Zusammenfassend gesagt, der Scorsese-Beitrag ist herausragend und sehr sehenswert. Bei Coppola habe ich mich doch sehr gewundert, was er hier produziert hat, da ist man doch wesentlich besseres von ihm gewöhnt, und bei Allen wurden wieder einmal alle meine Vorurteile bestätigt. Insgesamt gesehen schon ein empfehlenswertes Werk, wenn auch mit Einschränkungen. Hauptsächlich für Fans der Regisseure geeignet.
1. "Lebensstudien" - "Life Lessons", Regie: Martin Scorsese
Der erfolgreiche Maler Lionel Dobie (Nick Nolte) steht kurz vor einer Ausstellung und hat die übliche Krise, die ihn in solchen Momenten immer überfällt. Seine junge Assistentin Paulette (Rosanna Arquette), die sich selbst als Malerin versucht, sich aber von Lionel nicht genug unterstützt fühlt, will ihn verlassen. Er überredet sie jedoch zum Bleiben, weil er ihre Inspiration als Muse braucht, was er ihr aber so nicht sagt. Während Lionel weiter wie besessen an seinen Bildern arbeitet, fühlt sich Paulette als Versagerin auf der ganzen Linie. Als sie Lionel schließlich doch verlässt, ist die Ausstellungseröffnung bereits glänzend verlaufen und eine neue Muse ist auch schon im Blick des egozentrischen Künstlers...
2. "Leben ohne Zoe" - "Life without Zoe", Regie: Francis Ford Coppola
Die zwölfjährige Zoe (Heather McComb) lebt in der Suite ihrer Eltern in einem Luxushotel. Sie ist die meiste Zeit allein, da beide Eltern (Talia Shire und Giancarlo Giannini) beruflich viel unterwegs sind. Doch Zoe ist sehr selbständig und klug, sie ist auch nicht einsam, weil sie genug Freunde hat und sich auch das gesamte Hotelpersonal um sie kümmert. Als die Beziehung ihrer Eltern auf eine Trennung hinausläuft, beschließt Zoe, dagegen etwas zu unternehmen und nebenbei noch ihren Vater aus einer unangenehmen Situation zu retten.
3. "Ödipus Ratlos" - "Oedipus Wrecks", Regie: Woody Allen
Sheldon Mills (Woody Allen) ist ein New Yorker Anwalt, inzwischen fünfzig Jahre alt und immer noch ein Muttersöhnchen. Nun hat er mit Lisa (Mia Farrow) endlich eine Frau gefunden, mit der er glücklich werden will, aber da hat Mama (Mae Questel) ja auch noch ein Wörtchen mitzureden. Die ist nämlich mit der Wahl ihres Sohnes gar nicht einverstanden, schließlich hat Lisa schon Kinder aus einer früheren Beziehung. Sheldon heult sich bei seinem Psychiater aus und wünscht sich, seine Mutter würde verschwinden. Und siehe da, bei der Show eines Zauberers verschwindet Mama tatsächlich und bleibt auch verschwunden. Nach ersten Sorgen fühlt sich Sheldon aber zunehmend wohler, bis er seine Mutter wiedersieht. Am Himmel über New York erscheint ihr Gesicht und wie üblich schimpft sie mit ihm, was auch alle anderen Menschen auf der Straße mitbekommen. Unter dem Druck dieser Situation zerbricht die Beziehung zu Lisa, als hätte Mutter das so gewollt... Aber selbst ein Pechvogel wie Sheldon findet eine neue Liebe und auch Mama taucht wieder auf der Erde auf.
Um es kurz zu machen, das hört sich alles viel interessanter an, als es letztlich dann geworden ist, was ich eigentlich sehr schade finde. Lediglich die Geschichte von Martin Scorsese ist wirklich gut gelungen und toll gespielt. Nick Nolte ist ganz großartig, ich habe ihn lange nicht mehr so gern gesehen wie hier. Die zauberhafte Rosanna Arquette ist zum Verlieben und in einer kleinen Nebenrolle ist Steve Buscemi zu bewundern, der auch exzellent ist. Zudem ist der Film mit toller Musik unterlegt (unter anderem "A Whiter Shade of Pale"), sehr empfehlenswert.
Die Geschichte von Francis Ford Coppola ist leider ziemlicher Murks, da ist jedes Wort darüber zu viel. Eine sehr märchenhafte Erzählung mit einem altklugen kleinen Kind, Scheichs und Prinzessinnen, alles ein bisschen zu viel des Guten und ganz einfach völlig unglaubwürdig. Was das dann auch alles mit New York zu tun haben soll, ich weiß es nicht. Für einen Film von Coppola schon sehr enttäuschend.
Nun zu Woody Allen und seiner Geschichte. Ich persönlich habe ja so meine Probleme mit ihm, muss aber zugeben, dass die Story schon ganz nett ist, aber auch nichts wirklich Neues erzählt. Der übliche Stadtneurotiker Allen sitzt mal wieder beim Psychiater und hat Probleme mit seiner Über-Mutter. Die lässt jeden wissen, dass ihr Sohn Bettnässer war, hach, wie komisch. Allen-Fans werden diese Episode lieben, ich nicht.
Zusammenfassend gesagt, der Scorsese-Beitrag ist herausragend und sehr sehenswert. Bei Coppola habe ich mich doch sehr gewundert, was er hier produziert hat, da ist man doch wesentlich besseres von ihm gewöhnt, und bei Allen wurden wieder einmal alle meine Vorurteile bestätigt. Insgesamt gesehen schon ein empfehlenswertes Werk, wenn auch mit Einschränkungen. Hauptsächlich für Fans der Regisseure geeignet.
Sonntag, 19. Juni 2011
Verliebte Jungs
"Verliebte Jungs" ist eine Sammlung von sieben schwulen Kurzfilmen, die bei Salzgeber erschienen ist.
Zu sehen sind die Filme "Starcrossed" USA 2005, "Beim Friseur" Frankreich 2004, "Cairo Calling" USA/Kanada 2005, "Joe" England 2005, "Die Umfrage" Frankreich 2004, "Lonely 15" Norwegen 2004 und "Billys Dad is a Fudge Packer" USA 2004.
Bei Kurzfilmen stellt sich ja immer die Frage, ob sie es schaffen, in der knappen Zeit, die ihnen zur Verfügung steht, ihr Publikum zu erreichen und eine Geschichte zu erzählen, die im Kopf des Zuschauers auch hängenbleibt. Es ist unbestritten, dass die Qualität von Kurzfilmen durchaus sehr schwankend ist. Es gibt gute, weniger gute, auch schlechte und eben manchmal auch herausragende Werke darunter. Darüber zu urteilen liegt natürlich im Auge des jeweiligen Betrachters.
Diese Sammlung finde ich schon sehenswert, auch wenn der Titel "Verliebte Jungs" meiner Meinung nach nicht so ganz glücklich gewählt ist. Ein Highlight ist bereits der erste Film "Starcrossed", der von der Liebe zweier Brüder zueinander erzählt und mit einem Ende aufwartet, das einem schlicht den Atem raubt. Da haben es die folgenden Filme natürlich etwas schwer, den Zuschauer ebenso zu packen, aber schlecht sind sie deswegen nicht. Mal abgesehen von dem Animationsfilm aus Norwegen, den ich persönlich jetzt nicht so toll fand, lohnen sich die anderen Beiträge schon.
Insgesamt gesehen eine Sammlung von Kurzfilmen, die man sich durchaus anschauen kann. Wahrscheinlich ist hier für jeden Geschmack etwas dabei und langweilig wird es auch nicht. Absolut empfehlenswert.
Zu sehen sind die Filme "Starcrossed" USA 2005, "Beim Friseur" Frankreich 2004, "Cairo Calling" USA/Kanada 2005, "Joe" England 2005, "Die Umfrage" Frankreich 2004, "Lonely 15" Norwegen 2004 und "Billys Dad is a Fudge Packer" USA 2004.
Bei Kurzfilmen stellt sich ja immer die Frage, ob sie es schaffen, in der knappen Zeit, die ihnen zur Verfügung steht, ihr Publikum zu erreichen und eine Geschichte zu erzählen, die im Kopf des Zuschauers auch hängenbleibt. Es ist unbestritten, dass die Qualität von Kurzfilmen durchaus sehr schwankend ist. Es gibt gute, weniger gute, auch schlechte und eben manchmal auch herausragende Werke darunter. Darüber zu urteilen liegt natürlich im Auge des jeweiligen Betrachters.
Diese Sammlung finde ich schon sehenswert, auch wenn der Titel "Verliebte Jungs" meiner Meinung nach nicht so ganz glücklich gewählt ist. Ein Highlight ist bereits der erste Film "Starcrossed", der von der Liebe zweier Brüder zueinander erzählt und mit einem Ende aufwartet, das einem schlicht den Atem raubt. Da haben es die folgenden Filme natürlich etwas schwer, den Zuschauer ebenso zu packen, aber schlecht sind sie deswegen nicht. Mal abgesehen von dem Animationsfilm aus Norwegen, den ich persönlich jetzt nicht so toll fand, lohnen sich die anderen Beiträge schon.
Insgesamt gesehen eine Sammlung von Kurzfilmen, die man sich durchaus anschauen kann. Wahrscheinlich ist hier für jeden Geschmack etwas dabei und langweilig wird es auch nicht. Absolut empfehlenswert.
Samstag, 18. Juni 2011
Ein Sohn
"Ein Sohn" - "Un Fils" ist ein Film von Amal Bedjaoui aus dem Jahr 2003. Das Drehbuch schrieb sie zusammen mit Isabelle Pichaud.
Selim (Mohamed Hicham) ist ein junger und schöner Mann, der zusammen mit seiner etwas älteren Freundin Louise (Isabelle Pichaud) im Pariser Nachtleben unterwegs und mit ihr gemeinsam auf Kundensuche ist. Gerne werden sie zusammen gebucht, aber manchmal auch nur einer von beiden. Sie streifen durch die Nachtclubs und werden fast immer fündig. Als Selim den Freier Max (Aurélien Recoing) kennenlernt, fühlt er sich von ihm angezogen, vielleicht weil er in ihm eine Art Vaterfigur sieht, aber Max beendet das Verhältnis schnell wieder.
Einmal in der Woche besucht Selim seinen Vater Omar (Hammou Graia), der seit dem Tod seiner Frau sehr einsam und zurückgezogen lebt, in Weltschmerz versinkt und an einem Rückenleiden laboriert, aber für die Befindlichkeiten seines Sohnes keinen Blick hat. Zu Omars Geburtstag schenkt ihm Selim einen größeren Geldbetrag, mit dem eine Operation möglich wäre, aber Omar lehnt das Geld barsch ab. Selim hatte ihm nur erzählt, dass er in einem Hotel arbeitet und gut bezahlt wird, aber Omar glaubt ihm nicht.
Eines Abends auf dem Weg nach Hause in das schäbige Hotel, in dem Selim lebt, wird er auf der Straße von ein paar Schlägern und Schwulenhassern übel zusammengeschlagen und nimmt anschließend eine Überdosis Drogen, die er zuvor bei Max gestohlen hatte. Als Omar vom Tod seines Sohnes erfährt, wird er erstmals mit dem tatsächlichen Leben von Selim konfrontiert und steht ratlos vor den Dingen, die er nun sieht und nicht versteht. Für den Rest seines Lebens muss er nun damit klar kommen, seinen Sohn nicht gekannt zu haben.
Ja, die lieben Eltern, die es ja immer nur gut meinen mit ihren Kindern, das ist doch in den meisten Fällen nur leeres Geschwätz, denn im Grunde wissen sie nichts und eigentlich wollen sie auch nichts wissen. Vielleicht schweife ich hier etwas ab, aber das Thema macht mich halt wütend. Sie suhlen sich in ihrer Selbstzufriedenheit und wissen rein gar nichts über das Leben ihrer eigenen Kinder. Das ist bei Selims Vater so und auch bei der Mutter von Louise, wie man aus einem Telefonat erfahren kann. Sehr traurig, aber auch sehr real.
Der Film ist absolut sehenswert, besonders wegen Mohamed Hicham, der aussieht wie ein junger Gott - vor allem in dem roten Pailletten-Top - und einfach umwerfend schön ist. Aber auch sonst ist dieser Film wirklich empfehlenswert, weil er eine kleine und traurige Geschichte erzählt. Ich ordne den Film noch unter Kurzfilm ein, was vielleicht nicht ganz richtig ist, aber da er weniger als 60 Minuten dauert, passt er da ganz gut hinein.
Selim (Mohamed Hicham) ist ein junger und schöner Mann, der zusammen mit seiner etwas älteren Freundin Louise (Isabelle Pichaud) im Pariser Nachtleben unterwegs und mit ihr gemeinsam auf Kundensuche ist. Gerne werden sie zusammen gebucht, aber manchmal auch nur einer von beiden. Sie streifen durch die Nachtclubs und werden fast immer fündig. Als Selim den Freier Max (Aurélien Recoing) kennenlernt, fühlt er sich von ihm angezogen, vielleicht weil er in ihm eine Art Vaterfigur sieht, aber Max beendet das Verhältnis schnell wieder.
Einmal in der Woche besucht Selim seinen Vater Omar (Hammou Graia), der seit dem Tod seiner Frau sehr einsam und zurückgezogen lebt, in Weltschmerz versinkt und an einem Rückenleiden laboriert, aber für die Befindlichkeiten seines Sohnes keinen Blick hat. Zu Omars Geburtstag schenkt ihm Selim einen größeren Geldbetrag, mit dem eine Operation möglich wäre, aber Omar lehnt das Geld barsch ab. Selim hatte ihm nur erzählt, dass er in einem Hotel arbeitet und gut bezahlt wird, aber Omar glaubt ihm nicht.
Eines Abends auf dem Weg nach Hause in das schäbige Hotel, in dem Selim lebt, wird er auf der Straße von ein paar Schlägern und Schwulenhassern übel zusammengeschlagen und nimmt anschließend eine Überdosis Drogen, die er zuvor bei Max gestohlen hatte. Als Omar vom Tod seines Sohnes erfährt, wird er erstmals mit dem tatsächlichen Leben von Selim konfrontiert und steht ratlos vor den Dingen, die er nun sieht und nicht versteht. Für den Rest seines Lebens muss er nun damit klar kommen, seinen Sohn nicht gekannt zu haben.
Ja, die lieben Eltern, die es ja immer nur gut meinen mit ihren Kindern, das ist doch in den meisten Fällen nur leeres Geschwätz, denn im Grunde wissen sie nichts und eigentlich wollen sie auch nichts wissen. Vielleicht schweife ich hier etwas ab, aber das Thema macht mich halt wütend. Sie suhlen sich in ihrer Selbstzufriedenheit und wissen rein gar nichts über das Leben ihrer eigenen Kinder. Das ist bei Selims Vater so und auch bei der Mutter von Louise, wie man aus einem Telefonat erfahren kann. Sehr traurig, aber auch sehr real.
Der Film ist absolut sehenswert, besonders wegen Mohamed Hicham, der aussieht wie ein junger Gott - vor allem in dem roten Pailletten-Top - und einfach umwerfend schön ist. Aber auch sonst ist dieser Film wirklich empfehlenswert, weil er eine kleine und traurige Geschichte erzählt. Ich ordne den Film noch unter Kurzfilm ein, was vielleicht nicht ganz richtig ist, aber da er weniger als 60 Minuten dauert, passt er da ganz gut hinein.
Donnerstag, 16. Juni 2011
Offene Herzen
"Offene Herzen" - "Les Corps Ouverts" ist der mehrfach preisgekrönte Debütfilm von Sébastien Lifshitz aus dem Jahr 1998 und erscheint jetzt erstmals in Deutschland auf DVD. Das Drehbuch schrieb Lifshitz zusammen mit Stéphane Bouquet.
Der achtzehnjährige Rémi (Yasmine Belmadi), der zusammen mit seinem schwerkranken Vater (Mohamed Damraoui) und seiner Schwester (Dora Dhouib) in Paris lebt, ist wie die meisten Jugendlichen in seinem Alter auf der Suche nach sich selbst und seinem Platz im Leben. Sexuelle Beziehungen hat er sowohl zu Männern, als auch zu Frauen, aber das ist für ihn eigentlich kein Thema. Durch einen Aushang in der Schule, in dem es um ein Filmprojekt geht, lernt er den älteren Marc (Pierre-Loup Rajot) kennen, mit dem er eine Affäre beginnt, doch er ist noch zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um diese Beziehung zu vertiefen.
Insgesamt gesehen ist das hier auch keine klassische Coming Out-Geschichte, sondern eher eine Coming of Age-Story, in der Rémi mit seinem Schulfreund (Malik Zidi) herum hängt, sich um seinen Vater kümmert, im Pornokino sexuelle Kontakte mit einem Unbekannten (Sébastien Lifshitz) hat und in der Nacht durch Paris streift. Wohin es ihn letztlich führen wird und was aus ihm wird, das erzählt der Film nicht, das liegt allein in der Fantasie des Zuschauers.
Der Film dauert nur ca. 45 Minuten, aber er erzählt trotzdem ganz viel und ist wirklich extrem sehenswert. Das liegt zum großen Teil an dem hervorragenden Yasmine Belmadi, der hier eine fantastische Leistung zeigt und auch später noch mit Sébastien Lifshitz und unter anderem auch mit Francois Ozon zusammen gearbeitet hat. Leider ist er bereits 2009 im Alter von nur 33 Jahren bei einem Unfall mit einem Motorroller gestorben, was wirklich ein Jammer ist. Seine Filme sind aber immerhin ein schönes Andenken an ihn. Sehr empfehlenswert.
Auf der jetzt erschienenen DVD befindet sich als Bonus noch der Kurzfilm "Ein Sohn" der Regisseurin Amal Bedjaoui aus dem Jahr 2003.
Der achtzehnjährige Rémi (Yasmine Belmadi), der zusammen mit seinem schwerkranken Vater (Mohamed Damraoui) und seiner Schwester (Dora Dhouib) in Paris lebt, ist wie die meisten Jugendlichen in seinem Alter auf der Suche nach sich selbst und seinem Platz im Leben. Sexuelle Beziehungen hat er sowohl zu Männern, als auch zu Frauen, aber das ist für ihn eigentlich kein Thema. Durch einen Aushang in der Schule, in dem es um ein Filmprojekt geht, lernt er den älteren Marc (Pierre-Loup Rajot) kennen, mit dem er eine Affäre beginnt, doch er ist noch zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um diese Beziehung zu vertiefen.
Insgesamt gesehen ist das hier auch keine klassische Coming Out-Geschichte, sondern eher eine Coming of Age-Story, in der Rémi mit seinem Schulfreund (Malik Zidi) herum hängt, sich um seinen Vater kümmert, im Pornokino sexuelle Kontakte mit einem Unbekannten (Sébastien Lifshitz) hat und in der Nacht durch Paris streift. Wohin es ihn letztlich führen wird und was aus ihm wird, das erzählt der Film nicht, das liegt allein in der Fantasie des Zuschauers.
Der Film dauert nur ca. 45 Minuten, aber er erzählt trotzdem ganz viel und ist wirklich extrem sehenswert. Das liegt zum großen Teil an dem hervorragenden Yasmine Belmadi, der hier eine fantastische Leistung zeigt und auch später noch mit Sébastien Lifshitz und unter anderem auch mit Francois Ozon zusammen gearbeitet hat. Leider ist er bereits 2009 im Alter von nur 33 Jahren bei einem Unfall mit einem Motorroller gestorben, was wirklich ein Jammer ist. Seine Filme sind aber immerhin ein schönes Andenken an ihn. Sehr empfehlenswert.
Auf der jetzt erschienenen DVD befindet sich als Bonus noch der Kurzfilm "Ein Sohn" der Regisseurin Amal Bedjaoui aus dem Jahr 2003.
Sonntag, 12. Juni 2011
Une Robe d'Été
"Une Robe d'Été" - "Sommerkleid" ist ein Kurzfilm von Francois Ozon (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 1996.
Luc (Frédéric Mangenot) und Sébastien (Sébastien Charles) sind ein junges schwules Paar, das gemeinsam Urlaub macht. Die Stimmung ist ein bisschen getrübt, es herrscht Langeweile und Luc hat schlechte Laune. Sébastien will ihn ein wenig aufmuntern mit einem erotischen Tanz zu dem Song "Bang Bang". Nützt aber alles nichts, Luc sucht genervt das Weite und fährt an einen verlassenen Strand, wo er nackt badet.
Als er wenig später eingeschlafen ist, weckt ihn die junge Lucia (Lucia Sanchez), die angeblich Feuer braucht und den hübschen Jungen mit ihren Augen verschlingt. Sie überredet ihn zu einem sexuellen Intermezzo im nahen Wäldchen, auf das Luc sich auch ganz spontan einlässt, aber als die beiden wieder zum Strand zurückkommen, sind Lucs Sachen verschwunden. Lucia leiht Luc ihr Kleid, damit er nicht nackt losziehen muss, was Luc allerdings erst widerwillig annimmt. Auf dem Weg zum Ferienhaus aber gefällt er sich immer mehr in dem Kleid und kaum zu Hause angekommen, fallen er und Sébastien gleich leidenschaftlich übereinander her.
Das ist ein sehr süßer Kurzfilm, der mit zwei ausgesprochen hübschen Darstellern aufwarten kann und insgesamt sehr locker, sehr französisch und sehr sexy ist. Unbedingt sehenswert und ein frühes Highlight von Francois Ozon, dessen Filme ich sowieso liebe.
Luc (Frédéric Mangenot) und Sébastien (Sébastien Charles) sind ein junges schwules Paar, das gemeinsam Urlaub macht. Die Stimmung ist ein bisschen getrübt, es herrscht Langeweile und Luc hat schlechte Laune. Sébastien will ihn ein wenig aufmuntern mit einem erotischen Tanz zu dem Song "Bang Bang". Nützt aber alles nichts, Luc sucht genervt das Weite und fährt an einen verlassenen Strand, wo er nackt badet.
Als er wenig später eingeschlafen ist, weckt ihn die junge Lucia (Lucia Sanchez), die angeblich Feuer braucht und den hübschen Jungen mit ihren Augen verschlingt. Sie überredet ihn zu einem sexuellen Intermezzo im nahen Wäldchen, auf das Luc sich auch ganz spontan einlässt, aber als die beiden wieder zum Strand zurückkommen, sind Lucs Sachen verschwunden. Lucia leiht Luc ihr Kleid, damit er nicht nackt losziehen muss, was Luc allerdings erst widerwillig annimmt. Auf dem Weg zum Ferienhaus aber gefällt er sich immer mehr in dem Kleid und kaum zu Hause angekommen, fallen er und Sébastien gleich leidenschaftlich übereinander her.
Das ist ein sehr süßer Kurzfilm, der mit zwei ausgesprochen hübschen Darstellern aufwarten kann und insgesamt sehr locker, sehr französisch und sehr sexy ist. Unbedingt sehenswert und ein frühes Highlight von Francois Ozon, dessen Filme ich sowieso liebe.
Sonntag, 22. Mai 2011
Love Kills
"Love Kills" ist eine Sammlung von drei Kurzfilmen von Tor Iben aus dem Jahr 2008. Tor Iben ist hier jeweils für Regie und Drehbuch und gleichzeitig auch noch für Kamera und Schnitt zuständig.
Die drei Filme sind jeweils ca. 30 Minuten lang und handeln von verschiedenen Liebesbeziehungen in Berlin, wobei die Stadt wieder einmal in sehr schönen sommerlichen Bildern eingefangen wurde.
"2, 3 Leben" (2005) offenbart einen Blick in das Leben von Diar (Carsten Bauhaus), der sich in den jungen Thami (Yarin Bylica) verguckt, aber diesen nur aus der Ferne beobachten kann.
"Blondie" (2006) handelt von einem jungen Mann (Michel Jung), der Blondie genannt wird und seinem Freund Alex (Florian Schmiemann) nach Berlin folgt. Sie teilen sich die Wohnung mit dem Russen Kyrill (Ivola Petrov), der sich schließlich in Blondie verliebt, aber der ist noch auf der Suche nach sich selbst.
"Love Kills" (2007) erzählt die Geschichte von Tim (Felix Isenbügel), der auf der Suche nach seiner sexuellen Identität ist. Er hat eine etwas überdrehte Mutter, eine Therapeutin und einen älteren Freund (Ingmar Skrinjar), aber helfen können sie ihm alle nicht. Eines Tages lernt er den Kleinkriminellen Bosi (Pedro Stirner) kennen und entwickelt eine merkwürdige Obsession für ihn. Doch Bosi will nichts von Tim und so ist dieser weiter im Park unterwegs, auf der Suche nach Sex und Antworten auf die ungestellten Fragen in seinem Leben.
Nachdem ich erst kürzlich den wunderbaren Film "Cibrâil" von Tor Iben sehen konnte, habe ich mich nun an diese Kurzfilme gemacht und bin ausgesprochen positiv überrascht. Das sind drei kleine Filmperlen, die wirklich Lust auf mehr machen. Mein absoluter Favorit ist dabei der Titel gebende Film "Love Kills", den ich schon mal in einer anderen Kurzfilmsammlung sehen konnte. Der geht direkt ins Herz und hat mit Felix Isenbügel einen hervorragenden Hauptdarsteller, der gleichzeitig verträumt und absolut hinreißend ist. Überhaupt hat Tor Iben bei der Auswahl seiner Darsteller ein gutes Händchen, denn hier passt jeder genau in seine Rolle. Sehr empfehlenswert.
Die drei Filme sind jeweils ca. 30 Minuten lang und handeln von verschiedenen Liebesbeziehungen in Berlin, wobei die Stadt wieder einmal in sehr schönen sommerlichen Bildern eingefangen wurde.
"2, 3 Leben" (2005) offenbart einen Blick in das Leben von Diar (Carsten Bauhaus), der sich in den jungen Thami (Yarin Bylica) verguckt, aber diesen nur aus der Ferne beobachten kann.
"Blondie" (2006) handelt von einem jungen Mann (Michel Jung), der Blondie genannt wird und seinem Freund Alex (Florian Schmiemann) nach Berlin folgt. Sie teilen sich die Wohnung mit dem Russen Kyrill (Ivola Petrov), der sich schließlich in Blondie verliebt, aber der ist noch auf der Suche nach sich selbst.
"Love Kills" (2007) erzählt die Geschichte von Tim (Felix Isenbügel), der auf der Suche nach seiner sexuellen Identität ist. Er hat eine etwas überdrehte Mutter, eine Therapeutin und einen älteren Freund (Ingmar Skrinjar), aber helfen können sie ihm alle nicht. Eines Tages lernt er den Kleinkriminellen Bosi (Pedro Stirner) kennen und entwickelt eine merkwürdige Obsession für ihn. Doch Bosi will nichts von Tim und so ist dieser weiter im Park unterwegs, auf der Suche nach Sex und Antworten auf die ungestellten Fragen in seinem Leben.
Nachdem ich erst kürzlich den wunderbaren Film "Cibrâil" von Tor Iben sehen konnte, habe ich mich nun an diese Kurzfilme gemacht und bin ausgesprochen positiv überrascht. Das sind drei kleine Filmperlen, die wirklich Lust auf mehr machen. Mein absoluter Favorit ist dabei der Titel gebende Film "Love Kills", den ich schon mal in einer anderen Kurzfilmsammlung sehen konnte. Der geht direkt ins Herz und hat mit Felix Isenbügel einen hervorragenden Hauptdarsteller, der gleichzeitig verträumt und absolut hinreißend ist. Überhaupt hat Tor Iben bei der Auswahl seiner Darsteller ein gutes Händchen, denn hier passt jeder genau in seine Rolle. Sehr empfehlenswert.
Mittwoch, 18. Mai 2011
Nächte in Wilhelmsburg
"Nächte in Wilhelmsburg" - Die Trilogie - beinhaltet drei Kurzfilme von Roman Deppe (Regie, Drehbuch und Schnitt). Im ersten Teil war auch noch Monty Arnold als Co-Regisseur und Co-Autor dabei.
1. Teil "Eine Nacht in Wilhelmsburg" (2005)
Martin (Thomas Maxeiner) und Murat (Toby Korinth) haben sich in der Videothek in der Murat arbeitet kennengelernt. Nun haben sie ein erstes Date bei Murat in Wilhelmsburg. Martins Freunde Christopher (Jesko Friedrich), Bernd (Roland Kieber) und Gabi (Käthe Lachmann) machen sich aber Sorgen, ob Martin in dieser Gegend überhaupt gut aufgehoben ist und nicht vielleicht sogar in die Falle eines Schwulenhassers tappt. Also wird abgemacht, dass Martin sich um 22 Uhr telefonisch meldet, sonst würden die Freunde zur Rettung antreten. Tatsächlich sind Martin und Murat ein Herz und eine Seele, aber es findet sich weit und breit kein funktionierendes Telefon und die Freunde machen sich voller Sorge auf den Weg...
2. Teil "The Lucio Fulci Experience" (2006)
Seit einem Jahr leben Martin und Murat nun schon zusammen in Wilhelmsburg. Martin ist eigentlich Schauspieler, aber momentan übt er für einen Werbespot für "Banish", ein Putzmittel, das ihn fast zur Verzweiflung treibt. Ihre Freunde beschließen daher, eine Überraschungsparty für Martin zum Einjährigen zu organisieren. Doch dann schleckt Murats Hund Söngul versehentlich etwas vom "Banish" auf, muss sich übergeben und kotzt Martin und Christopher voll. Als Christopher halbnackt im Badezimmer von Martin und Murat steht, taucht Murats Mutter (Carla Becker) auf, die natürlich die Situation vollkommen verkennt und Martin beschimpft. Am Abend, als die Freunde in der Wohnung versammelt sind, taucht Murats Mutter wieder auf und hat die junge Türkin Gülsen (Tanja Bahmani) im Schlepptau, die sie ihrem Sohn andrehen will.
3. Teil "Das Haus am Anfang der Straße" (2007)
Martin ist inzwischen der "Banish-Mann" und wird überall erkannt. Er will aber unbedingt als Schauspieler in einer anspruchsvollen Inszenierung arbeiten und setzt alles daran dem Regisseur Laz Buhrmann zu begegnen. Bernd und sein aktueller Freund Kay (Florian Sachisthal) wollen unbedingt ein Kind haben und bitten Gabi um einen großen Gefallen. Außerdem ist Murats kleiner Bruder Can (Ugur Tasbilek), der kein Wort Deutsch spricht, zu Besuch bei Murat und Martin und versteht nur Bahnhof, während um ihn herum das Chaos tobt und sowohl ein Stripper, der die falsche Adresse für seinen Auftrag hat plötzlich auftaucht und auch Murats Mutter mal wieder mit Gülsen unterwegs zu Murats Wohnung ist.
Ich finde diese Trilogie überaus gelungen und hatte sehr viel Spaß dabei. Die einzelnen Folgen sind ganz im Stil einer Sitcom jeweils zwischen 20 und 35 Minuten lang und beinhalten wunderbare und schräge Charaktere, viel Situationskomik und haufenweise hübsche Ideen, wie z. B. die "Tic Tac-Torte", Shakespeare mit heißen Strips in "Macbeth" oder auch das Restaurant "Lucio Fulci", als stadtbekanntes "Schlussmachrestaurant". Ganz herrlich und teilweise brüllend komisch.
Die Darsteller sind allesamt sehr sympathisch und mit viel Freude an der Arbeit dabei und das macht dieses kleine und feine Projekt in meinen Augen auch so sehenswert. Man spürt tatsächlich, wie viel Herzblut darin steckt und so etwas muss immer gewürdigt werden. Ich kann diese wunderbaren Filme nur empfehlen und wünsche ganz viel Spaß bei den "Nächten in Wilhelmsburg".
1. Teil "Eine Nacht in Wilhelmsburg" (2005)
Martin (Thomas Maxeiner) und Murat (Toby Korinth) haben sich in der Videothek in der Murat arbeitet kennengelernt. Nun haben sie ein erstes Date bei Murat in Wilhelmsburg. Martins Freunde Christopher (Jesko Friedrich), Bernd (Roland Kieber) und Gabi (Käthe Lachmann) machen sich aber Sorgen, ob Martin in dieser Gegend überhaupt gut aufgehoben ist und nicht vielleicht sogar in die Falle eines Schwulenhassers tappt. Also wird abgemacht, dass Martin sich um 22 Uhr telefonisch meldet, sonst würden die Freunde zur Rettung antreten. Tatsächlich sind Martin und Murat ein Herz und eine Seele, aber es findet sich weit und breit kein funktionierendes Telefon und die Freunde machen sich voller Sorge auf den Weg...
2. Teil "The Lucio Fulci Experience" (2006)
Seit einem Jahr leben Martin und Murat nun schon zusammen in Wilhelmsburg. Martin ist eigentlich Schauspieler, aber momentan übt er für einen Werbespot für "Banish", ein Putzmittel, das ihn fast zur Verzweiflung treibt. Ihre Freunde beschließen daher, eine Überraschungsparty für Martin zum Einjährigen zu organisieren. Doch dann schleckt Murats Hund Söngul versehentlich etwas vom "Banish" auf, muss sich übergeben und kotzt Martin und Christopher voll. Als Christopher halbnackt im Badezimmer von Martin und Murat steht, taucht Murats Mutter (Carla Becker) auf, die natürlich die Situation vollkommen verkennt und Martin beschimpft. Am Abend, als die Freunde in der Wohnung versammelt sind, taucht Murats Mutter wieder auf und hat die junge Türkin Gülsen (Tanja Bahmani) im Schlepptau, die sie ihrem Sohn andrehen will.
3. Teil "Das Haus am Anfang der Straße" (2007)
Martin ist inzwischen der "Banish-Mann" und wird überall erkannt. Er will aber unbedingt als Schauspieler in einer anspruchsvollen Inszenierung arbeiten und setzt alles daran dem Regisseur Laz Buhrmann zu begegnen. Bernd und sein aktueller Freund Kay (Florian Sachisthal) wollen unbedingt ein Kind haben und bitten Gabi um einen großen Gefallen. Außerdem ist Murats kleiner Bruder Can (Ugur Tasbilek), der kein Wort Deutsch spricht, zu Besuch bei Murat und Martin und versteht nur Bahnhof, während um ihn herum das Chaos tobt und sowohl ein Stripper, der die falsche Adresse für seinen Auftrag hat plötzlich auftaucht und auch Murats Mutter mal wieder mit Gülsen unterwegs zu Murats Wohnung ist.
Ich finde diese Trilogie überaus gelungen und hatte sehr viel Spaß dabei. Die einzelnen Folgen sind ganz im Stil einer Sitcom jeweils zwischen 20 und 35 Minuten lang und beinhalten wunderbare und schräge Charaktere, viel Situationskomik und haufenweise hübsche Ideen, wie z. B. die "Tic Tac-Torte", Shakespeare mit heißen Strips in "Macbeth" oder auch das Restaurant "Lucio Fulci", als stadtbekanntes "Schlussmachrestaurant". Ganz herrlich und teilweise brüllend komisch.
Die Darsteller sind allesamt sehr sympathisch und mit viel Freude an der Arbeit dabei und das macht dieses kleine und feine Projekt in meinen Augen auch so sehenswert. Man spürt tatsächlich, wie viel Herzblut darin steckt und so etwas muss immer gewürdigt werden. Ich kann diese wunderbaren Filme nur empfehlen und wünsche ganz viel Spaß bei den "Nächten in Wilhelmsburg".
Sonntag, 17. April 2011
Liebesperlen 4
"Liebesperlen 4" ist eine Sammlung von sieben Kurzfilmen mit lesbischer Thematik. Schwule Kurzfilme habe ich hier ja schon öfter besprochen, es ist also höchste Zeit, mal die Seiten zu wechseln.
Wie der Titel schon sagt, ist das hier der vierte Teil der Liebesperlen. Die ersten drei kenne ich noch nicht und ich habe mich einfach mal über diese Sammlung hergemacht, werde die anderen aber auch noch anschauen.
Folgende Filme gibt es hier zu sehen: "Casa Bella" (USA 2006), "Das Familientreffen" (Island/USA 2006), "Mit Blumen im Park" (Spanien 2006), "Letzter Ausweg" (USA 2006), "Mein erstes Mal am Steuer" (USA 2007), "Kein Bikini" (Kanada 2007) und "Welcher heiße Typ" (USA 2006).
Diese schöne Edition, die bei Salzgeber erschienen ist, zeigt sieben zauberhafte Filme, die alle außerordentlich gut gelungen sind. Es ist ein sehenswerter Mix aus Coming Out- und Coming of Age-Geschichten und darüber, dass Frauen eben einfach Frauen lieben, ohne Wenn und Aber. Manchmal wissen sie es selbst noch nicht und manchmal weiß es die Familie eben noch nicht. Da kommt es schon mal zu verzwickten Situationen, die aber letztlich dann gar nicht so kompliziert sind, wie es scheint.
Ich kann diese Sammlung jedenfalls nur sehr empfehlen, denn die kleinen Geschichten gehen ans Herz und die Darstellerinnen sind durchweg toll. Absolut sehenswert.
Wie der Titel schon sagt, ist das hier der vierte Teil der Liebesperlen. Die ersten drei kenne ich noch nicht und ich habe mich einfach mal über diese Sammlung hergemacht, werde die anderen aber auch noch anschauen.
Folgende Filme gibt es hier zu sehen: "Casa Bella" (USA 2006), "Das Familientreffen" (Island/USA 2006), "Mit Blumen im Park" (Spanien 2006), "Letzter Ausweg" (USA 2006), "Mein erstes Mal am Steuer" (USA 2007), "Kein Bikini" (Kanada 2007) und "Welcher heiße Typ" (USA 2006).
Diese schöne Edition, die bei Salzgeber erschienen ist, zeigt sieben zauberhafte Filme, die alle außerordentlich gut gelungen sind. Es ist ein sehenswerter Mix aus Coming Out- und Coming of Age-Geschichten und darüber, dass Frauen eben einfach Frauen lieben, ohne Wenn und Aber. Manchmal wissen sie es selbst noch nicht und manchmal weiß es die Familie eben noch nicht. Da kommt es schon mal zu verzwickten Situationen, die aber letztlich dann gar nicht so kompliziert sind, wie es scheint.
Ich kann diese Sammlung jedenfalls nur sehr empfehlen, denn die kleinen Geschichten gehen ans Herz und die Darstellerinnen sind durchweg toll. Absolut sehenswert.
Freitag, 15. April 2011
Le Weekend
"Le Weekend" ist eine Sammlung von sechs schwulen Kurzfilmen, die beim DVD-Label "Bildkraft" erschienen ist und in die ich mich auf der Stelle verliebt habe. Kurzfilme von dieser Qualität habe ich bisher noch nicht gesehen.
Die Sammlung beinhaltet die folgenden Werke: "Time will tell" - Australien 2006, "My Boyfriend is a Hustler" - Brasilien 2006, "Boomerang" - Frankreich 2006, "Le Weekend" - Großbritannien 2007, "Rip Off my clothes" - Brasilien 2002 und "Still" - Indonesien 2005.
Die zum Teil preisgekrönten Filme sind in Farbe und in Schwarzweiß gedreht, manchmal ist das Bild bewusst grobkörnig, aber das ist hier eher ein Kunstgriff und sie kommen fast ohne Dialoge aus. Das mag sich komisch anhören, funktioniert hier aber einwandfrei. Die Bilder sind magisch, melancholisch und atemberaubend schön und die Geschichten sind sehr außergewöhnlich und ausgesprochen fantasievoll. Ja, ich gerate ziemlich ins Schwärmen, aber die Filme sind schlicht und einfach grandios.
Die einzelnen Episoden überzeugen vor allem durch ihre konsequente Schlichtheit und das ist überhaupt nicht abwertend gemeint, denn man erfährt fast nichts über die handelnden Personen und braucht auch keine Vorgeschichte, sondern man taucht quasi in die Bilder hinein und wird mitgerissen. Wenn Filme so eine Magie haben können, dann muss man dafür einfach dankbar sein. Wo gibt es so etwas sonst noch?
Sammlungen von schwulen Kurzfilmen gibt es ja reichlich und in wechselnder Qualität. Manchmal sind ein oder zwei Filme sehenswert und der Rest ist eher durchschnittlich bis schlecht. Viele sind bei mir auch ganz schnell aus dem Player geflogen, wenn der Funke nicht übergesprungen ist. Bei diesen sechs Filmen hingegen kann ich mich für einen Favoriten gar nicht entscheiden, die sind einfach alle unglaublich gut.
Ich kann diese absolut herausragende Sammlung jedenfalls nur sehr empfehlen und hoffe, dass sie noch weitere Filmfreunde beglücken wird. Unbedingt anschauen.
Die Sammlung beinhaltet die folgenden Werke: "Time will tell" - Australien 2006, "My Boyfriend is a Hustler" - Brasilien 2006, "Boomerang" - Frankreich 2006, "Le Weekend" - Großbritannien 2007, "Rip Off my clothes" - Brasilien 2002 und "Still" - Indonesien 2005.
Die zum Teil preisgekrönten Filme sind in Farbe und in Schwarzweiß gedreht, manchmal ist das Bild bewusst grobkörnig, aber das ist hier eher ein Kunstgriff und sie kommen fast ohne Dialoge aus. Das mag sich komisch anhören, funktioniert hier aber einwandfrei. Die Bilder sind magisch, melancholisch und atemberaubend schön und die Geschichten sind sehr außergewöhnlich und ausgesprochen fantasievoll. Ja, ich gerate ziemlich ins Schwärmen, aber die Filme sind schlicht und einfach grandios.
Die einzelnen Episoden überzeugen vor allem durch ihre konsequente Schlichtheit und das ist überhaupt nicht abwertend gemeint, denn man erfährt fast nichts über die handelnden Personen und braucht auch keine Vorgeschichte, sondern man taucht quasi in die Bilder hinein und wird mitgerissen. Wenn Filme so eine Magie haben können, dann muss man dafür einfach dankbar sein. Wo gibt es so etwas sonst noch?
Sammlungen von schwulen Kurzfilmen gibt es ja reichlich und in wechselnder Qualität. Manchmal sind ein oder zwei Filme sehenswert und der Rest ist eher durchschnittlich bis schlecht. Viele sind bei mir auch ganz schnell aus dem Player geflogen, wenn der Funke nicht übergesprungen ist. Bei diesen sechs Filmen hingegen kann ich mich für einen Favoriten gar nicht entscheiden, die sind einfach alle unglaublich gut.
Ich kann diese absolut herausragende Sammlung jedenfalls nur sehr empfehlen und hoffe, dass sie noch weitere Filmfreunde beglücken wird. Unbedingt anschauen.
Samstag, 9. April 2011
Verführung von Engeln
"Verführung von Engeln" ist eine Sammlung von vier Kurzfilmen von Jan Krüger.
Gezeigt werden die Werke "Verführung von Engeln" (2000), das ein Musikvideo für Udo Lindenberg ist und auf einem Gedicht von Bertolt Brecht aus dem Jahr 1948 beruht. Weiterhin "Freunde" (2001), für den Jan Krüger bei den Filmfestspielen in Venedig den Silbernen Löwen für den besten Kurzfilm gewonnen hat. Und schließlich noch "Tango Apasionado" (2006) und "Hotel Paradijs" (2007).
Die Filme zeigen in tollen und sehr stimmungsvollen Bildern - teils in Farbe und teils in Schwarzweiß - kurze Ausschnitte aus dem Leben verschiedener Personen und ihre Beziehungen zu anderen Menschen. Jan Krüger beobachtet seine Protagonisten, ohne ihr Handeln irgendwie zu kommentieren oder zu werten. Damit gibt er diese Sichtweise an den Zuschauer weiter, der dann selbst entscheiden muss, ob er sich darauf einlassen kann oder ob ihm das zu experimentell ist. Hier gibt es ganz viel zu entdecken, aber absolut keinen Mainstream weit und breit, sehr gelungen. In drei Filmen spielt übrigens der junge Schauspieler Martin Kiefer mit, der meiner Meinung nach perfekt in seine Rollen passt und eine bemerkenswerte Leistung zeigt. Sehr sehenswert.
Ich empfehle auch unbedingt noch das ca. vierzig Minuten lange Gespräch zwischen Jan Krüger und Horst Königstein, das unter den Extras zu finden ist. Hier erzählt Jan Krüger ganz offen und sehr sympathisch von den Anfängen seiner Arbeiten, seiner Motivation und wie sehr ihn z. B. die Bilder und Arbeiten von Larry Clark beeindruckt haben.
Insgesamt gesehen eine sehr gelungene Sammlung, die Lust auf mehr macht. Ganz große Empfehlung deshalb von mir und nicht vergessen: "Engel verführt man gar nicht oder schnell".
Gezeigt werden die Werke "Verführung von Engeln" (2000), das ein Musikvideo für Udo Lindenberg ist und auf einem Gedicht von Bertolt Brecht aus dem Jahr 1948 beruht. Weiterhin "Freunde" (2001), für den Jan Krüger bei den Filmfestspielen in Venedig den Silbernen Löwen für den besten Kurzfilm gewonnen hat. Und schließlich noch "Tango Apasionado" (2006) und "Hotel Paradijs" (2007).
Die Filme zeigen in tollen und sehr stimmungsvollen Bildern - teils in Farbe und teils in Schwarzweiß - kurze Ausschnitte aus dem Leben verschiedener Personen und ihre Beziehungen zu anderen Menschen. Jan Krüger beobachtet seine Protagonisten, ohne ihr Handeln irgendwie zu kommentieren oder zu werten. Damit gibt er diese Sichtweise an den Zuschauer weiter, der dann selbst entscheiden muss, ob er sich darauf einlassen kann oder ob ihm das zu experimentell ist. Hier gibt es ganz viel zu entdecken, aber absolut keinen Mainstream weit und breit, sehr gelungen. In drei Filmen spielt übrigens der junge Schauspieler Martin Kiefer mit, der meiner Meinung nach perfekt in seine Rollen passt und eine bemerkenswerte Leistung zeigt. Sehr sehenswert.
Ich empfehle auch unbedingt noch das ca. vierzig Minuten lange Gespräch zwischen Jan Krüger und Horst Königstein, das unter den Extras zu finden ist. Hier erzählt Jan Krüger ganz offen und sehr sympathisch von den Anfängen seiner Arbeiten, seiner Motivation und wie sehr ihn z. B. die Bilder und Arbeiten von Larry Clark beeindruckt haben.
Insgesamt gesehen eine sehr gelungene Sammlung, die Lust auf mehr macht. Ganz große Empfehlung deshalb von mir und nicht vergessen: "Engel verführt man gar nicht oder schnell".
Freitag, 18. Februar 2011
Der traurigste Junge der Welt
"Der traurigste Junge der Welt" beinhaltet fünf Kurzfilme des jungen kanadischen Filmemachers Jamie Travis (Jahrgang 1979) - der hier Regie geführt hat, die Drehbücher geschrieben hat und auch noch gleichzeitig der Produzent war - und stammt aus dem Jahr 2006.
Die fünf Filme - "Der traurigste Junge der Welt" (2006), "Warum die Anderson-Kinder nicht zum Essen kamen" (2003) und "Patterns 1-3" (2006) erzählen alle kleine, sehr skurrile Geschichten, bei denen einem das Lachen manchmal im Hals stecken bleibt. Sie sind gleichzeitig schräg und doch faszinierend, brüllend komisch und tragisch. Es ist schwer, diesen ganz eigenen Stil zu beschreiben, das muss man sich einfach selbst anschauen. Man findet sich in einer Welt wieder, in der man nicht sein möchte, auf gar keinen Fall. Aber es ist gottseidank nur Film.
Die überaus bunte Ausstattung erinnert sehr an die frühen 70er-Jahre und Jamie Travis bedient sich hier der alltäglichen Zwänge und Ticks, die wohl in jedem von uns wohnen und treibt sie auf die Spitze. Die Obsessionen nehmen dabei überhand und alles erinnert ein bisschen an Filme von David Lynch, aber das ist nur positiv gemeint. Ich habe mich jedenfalls köstlich amüsiert und kann diese Sammlung nur sehr empfehlen.
Jamie Travis selbst bezeichnet seine Filme als schräge Komödien und damit trifft er es genau auf den Punkt. Seine eigene Homosexualität thematisiert er in den Filmen nicht, höchstens ansatzweise in "Der traurigste Junge der Welt". Ist ja auch nicht nötig, wenn dabei so hervorragende Werke entstehen wie hier, wen interessiert da die sexuelle Vorliebe des Regisseurs? Ob homo- oder heterosexuell, das filmische Ergebnis allein zählt und das ist hier auf jeden Fall mehr als gelungen. Freuen wir uns also auf hoffentlich noch weitere Werke.
Die fünf Filme - "Der traurigste Junge der Welt" (2006), "Warum die Anderson-Kinder nicht zum Essen kamen" (2003) und "Patterns 1-3" (2006) erzählen alle kleine, sehr skurrile Geschichten, bei denen einem das Lachen manchmal im Hals stecken bleibt. Sie sind gleichzeitig schräg und doch faszinierend, brüllend komisch und tragisch. Es ist schwer, diesen ganz eigenen Stil zu beschreiben, das muss man sich einfach selbst anschauen. Man findet sich in einer Welt wieder, in der man nicht sein möchte, auf gar keinen Fall. Aber es ist gottseidank nur Film.
Die überaus bunte Ausstattung erinnert sehr an die frühen 70er-Jahre und Jamie Travis bedient sich hier der alltäglichen Zwänge und Ticks, die wohl in jedem von uns wohnen und treibt sie auf die Spitze. Die Obsessionen nehmen dabei überhand und alles erinnert ein bisschen an Filme von David Lynch, aber das ist nur positiv gemeint. Ich habe mich jedenfalls köstlich amüsiert und kann diese Sammlung nur sehr empfehlen.
Jamie Travis selbst bezeichnet seine Filme als schräge Komödien und damit trifft er es genau auf den Punkt. Seine eigene Homosexualität thematisiert er in den Filmen nicht, höchstens ansatzweise in "Der traurigste Junge der Welt". Ist ja auch nicht nötig, wenn dabei so hervorragende Werke entstehen wie hier, wen interessiert da die sexuelle Vorliebe des Regisseurs? Ob homo- oder heterosexuell, das filmische Ergebnis allein zählt und das ist hier auf jeden Fall mehr als gelungen. Freuen wir uns also auf hoffentlich noch weitere Werke.
Donnerstag, 17. Februar 2011
Maricón / Kleine Vandalen
"Maricón" und "Kleine Vandalen" sind Sammlungen von jeweils sechs Kurzfilmen mit schwuler Thematik. "Maricón" zeigt dabei Filme aus Brasilien, Mexiko und Spanien und "Kleine Vandalen" enthält Werke von jungen Filmhochschulabsolventen aus Deutschland und der Schweiz. Auch wenn beide Kurzfilmsammlungen nicht unbedingt miteinander vergleichbar sind, hält mich das nicht davon ab, das hiermit trotzdem zu tun.
Die Sammlungen sind schon recht unterschiedlich, wobei die deutschen und schweizerischen Beiträge auf ihre Art auch interessant sind, aber nicht unbedingt durchgängig gelungen und manchmal nur schwer zugänglich. Es muss doch nicht immer alles so verdammt bedeutungsvoll sein. Das schadet den Beiträgen mehr, als es nützt. Die Episoden bei "Maricón" sind insgesamt vielfältiger und lockerer, was ich bei "Kleine Vandalen" leider absolut vermisse. Etwas mehr Lockerheit hätte hier gut getan. Meiner Meinung nach haben sich die jungen Filmemacher da selbst Steine in den Weg gelegt und es sich nur unnötig schwer gemacht. Die Filme bei "Maricón" sind einfach unverkrampfter und interessanter als bei "Kleine Vandalen", eben weil sie nicht so angestrengt und verkopft sind, sondern ganz selbstverständlich ihre Geschichten erzählen.
Gut, was die Kreativität angeht, sind beide Sammlungen schon gelungen, aber vom reinen Unterhaltungswert und Anspruch her kann ich nur "Maricón" uneingeschränkt empfehlen, denn diese Filme sind durchgehend gut und auf ihre Art auch tatsächlich anspruchsvoll. Da können sich die Macher der "Kleinen Vandalen" noch ein paar Anregungen holen. Der gute Ansatz ist jedenfalls schon da, das ist doch schon mal ein Lichtblick.
Das Thema "Kurzfilme" ist immer auch etwas schwierig, da es in diesem Format viele gute und auch viele schlimme Dinge zu sehen gibt. Zu den guten zähle ich besonders den skandinavischen Beitrag "Ynglinge" und zu den schlimmen leider den komplett verkorksten "Crush", der absolut missraten ist.
Insgesamt gesehen ist deshalb "Maricón" mein Favorit unter den Kurzfilmsammlungen, weil hier einfach alles stimmt, ohne Einschränkungen. Sehr empfehlenswert.
Samstag, 1. Januar 2011
Crush
"Crush" ist eine Sammlung von vier Kurzfilmen des Regisseurs Michael J. Saul, der auch die Drehbücher geschrieben hat und gleichzeitig noch der Produzent ist.
Das neue Jahr geht ja gut los und zwar mit vier ganz furchtbar schlechten Kurzfilmen mit schwuler Thematik, die sich sehr bemühen, künstlerisch wertvoll zu erscheinen. Vergebens, soviel kann ich schon mal sagen, auch wenn sich das auf der DVD-Hülle noch ganz anders anhört. "Vier Geschichten über Liebe & Verlangen", da muss aber etwas entschieden an mir vorbeigegangen sein.
Auf die einzelnen Storys gehe ich hier gar nicht näher ein, sonst komme ich aus dem Schimpfen gar nicht mehr raus. Einzig die erste Geschichte (Don't Ask) lasse ich mal gerade noch so durchgehen, die restlichen drei sind so grottig, dass mir fast die Worte fehlen.
Alles macht einen sehr billigen Eindruck, ist lahmarschig inszeniert und durchgehend mit einschläfernder Musik unterlegt. Zweitklassige "Darsteller" (und das ist noch sehr schmeichelhaft formuliert) können gerade mal ihre Sätze aufsagen und man ist schon froh, wenn sie in den billigen Kulissen nicht hinfallen.
Wie interessante schwule Filme mit kleinem Budget gemacht werden können, das kann man beispielsweise bei Todd Verow sehen, dessen Filme sind dagegen wahre Kunstwerke und Lichtjahre von diesem Schrott hier entfernt. Eine wirklich sehenswerte Sammlung von schwulen Kurzfilmen ist die skandinavische Variante, die mit "Ynglinge" etwas ganz Besonderes geschaffen hat, die lohnen sich tatsächlich anzuschauen und sind geistreich, frisch und unverkrampft.
"Crush" kann ich natürlich keinesfalls empfehlen, das sind nur 75 Minuten verschenkte Lebenszeit. In diesem Sinne, schönes neues Jahr! Es kann nur besser werden.
Das neue Jahr geht ja gut los und zwar mit vier ganz furchtbar schlechten Kurzfilmen mit schwuler Thematik, die sich sehr bemühen, künstlerisch wertvoll zu erscheinen. Vergebens, soviel kann ich schon mal sagen, auch wenn sich das auf der DVD-Hülle noch ganz anders anhört. "Vier Geschichten über Liebe & Verlangen", da muss aber etwas entschieden an mir vorbeigegangen sein.
Auf die einzelnen Storys gehe ich hier gar nicht näher ein, sonst komme ich aus dem Schimpfen gar nicht mehr raus. Einzig die erste Geschichte (Don't Ask) lasse ich mal gerade noch so durchgehen, die restlichen drei sind so grottig, dass mir fast die Worte fehlen.
Alles macht einen sehr billigen Eindruck, ist lahmarschig inszeniert und durchgehend mit einschläfernder Musik unterlegt. Zweitklassige "Darsteller" (und das ist noch sehr schmeichelhaft formuliert) können gerade mal ihre Sätze aufsagen und man ist schon froh, wenn sie in den billigen Kulissen nicht hinfallen.
Wie interessante schwule Filme mit kleinem Budget gemacht werden können, das kann man beispielsweise bei Todd Verow sehen, dessen Filme sind dagegen wahre Kunstwerke und Lichtjahre von diesem Schrott hier entfernt. Eine wirklich sehenswerte Sammlung von schwulen Kurzfilmen ist die skandinavische Variante, die mit "Ynglinge" etwas ganz Besonderes geschaffen hat, die lohnen sich tatsächlich anzuschauen und sind geistreich, frisch und unverkrampft.
"Crush" kann ich natürlich keinesfalls empfehlen, das sind nur 75 Minuten verschenkte Lebenszeit. In diesem Sinne, schönes neues Jahr! Es kann nur besser werden.
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