"Eine neue Freundin" - "Une nouvelle amie" ist ein Film von François Ozon (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2014 und beruht lose auf einer Kurzgeschichte von Ruth Rendell.
Claire (Anaïs Demoustier) und Laura (Isild De Besco) waren unzertrennliche Freundinnen seit Kindestagen und ihre Freundschaft sollte für "immer und ewig" halten. Sie teilten alles miteinander, die lebenslustige Laura und die eher schüchterne Claire und waren immer füreinander da. Selbst ihre Hochzeiten fanden am gleichen Tag statt. Laura heiratete David (Romain Duris) und Claire heiratete Gilles (Raphaël Personnaz). Als Laura und David ein Baby bekamen, ein Mädchen namens Lucie, wurde Claire selbstverständlich ihre Patentante. Da war Laura schon schwer erkrankt und starb kurze Zeit später. Bei ihrer Trauerfeier versprach Claire, sich immer um Lucie und David kümmern zu wollen.
Was bis hier schon recht umfangreich klingt, erzählt Ozon in nicht einmal acht Minuten, denn diese Vorgeschichte bereitet den Anfang der eigentlichen Handlung vor, die ab da losgeht. Claire ist in ihrer Trauer um Laura gefangen, sie schafft es nicht David und Lucie zu besuchen, weil sie dort alles nur an ihre tote Freundin erinnern würde. Als sie sich doch endlich zu einem Besuch aufrafft, trifft sie im Wohnzimmer des stattlichen Hauses auf eine blonde Frau, die dem Baby gerade sein Fläschchen gibt. Entsetzt erkennt sie David, der eine Perücke trägt und eines von Lauras Kleidern.
David ist bemüht, Claire seine Verkleidung zu erklären. Zuerst tat er es, um das Baby zu beruhigen, das in ihm die vertraute Mutter zu erkennen glaubte, aber eigentlich hatte er schon immer großes Vergnügen daran, sich Frauenkleider anzuziehen. Laura wusste davon, aber während ihrer gemeinsamen Zeit hat David ihre Weiblichkeit gereicht und das Verlangen ließ nach. Nun aber würde er gerne seine weibliche Seite ausleben wollen und mit Lust Kleider tragen, Perücken aufsetzen und sich schminken. Claires anfängliche Bedenken beginnen zu schwinden, sie freundet sich mehr und mehr mit dem Gedanken an und wird für David zur Verbündeten.
Aus David wird Virginia, erst nur im Geheimen, aber dann unternehmen die beiden auch gemeinsame Shoppingtouren im Einkaufszentrum und haben dabei viel Spaß. David/Virginia wird im Laufe der Zeit immer stilsicherer und auch Claire verändert sich. Sie entdeckt ihre eigene Weiblichkeit und ihre Sexualität neu und profitiert davon. Ihr Ehemann Gilles weiß derweil nichts von Davids Geheimnis. Nur durch Zufall erfährt er von einem gemeinsamen Ausflug der beiden ins Landhaus von Lauras Eltern.
Viel mehr will bzw. kann ich hier nicht erzählen, das muss man sich schon selbst anschauen. Es wird auch noch ein bisschen dramatisch, aber es wird auch noch wunderschön und es ergibt sich eine Liebesgeschichte, wie man sie so wohl noch nicht sehr oft in Filmen gesehen hat.
François Ozon liebt das Melodram, die üppigen Bilder, die großen Gefühle, einfach alles was nicht in den Mainstream passt und das ist auch gut so. Wir sehen Häuser und Grundstücke, die nicht der Norm entsprechen und in denen ohne jeden Zweifel auch ein Douglas Sirk-Film spielen könnte. Genau das ist das Anliegen von Ozon, der sich stets das märchenhafte bewahrt und auch auskostet. Sein Film soll nicht die Realität abbilden, sondern seine Sicht der Dinge, wie sie sein könnte. Und das gelingt ihm auch hier wieder grandios. Vergessen wir hier einfach mal alle überflüssigen Gender-Debatten und erfreuen wir uns an einer zauberhaften Liebesgeschichte, die einfach schön, aber nicht unmöglich ist.
Unterlegt ist das alles mit einer sehr gelungenen Musikauswahl und natürlich mit Bildern, die einfach wunderschön sind. Die Besetzung ist traumhaft gewählt, neben Romain Duris, der mich hier doch sehr positiv überrascht hat, ist es vor allem Anaïs Demoustier, die alle Blicke auf sich zieht. Sehr gelungen.
Was soll ich noch sagen? Ach ja, meine 900. Filmkritik auf diesem Blog und noch dazu ein Film von meinem Lieblings-Regisseur. Da kann ja eigentlich nichts mehr schiefgehen und da ist auch ein bisschen Schwärmerei (wie üblich) erlaubt. Bitte auch auf den kleinen Cameo-Auftritt von Ozon (im Kino) achten. Für den Film gibt es, wie könnte es anders sein, eine ganz große Empfehlung von mir. Unbedingt anschauen und verzaubern lassen. Es lohnt sich.
Posts mit dem Label Komödie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Komödie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Mittwoch, 23. September 2015
Samstag, 14. März 2015
Zombiber
"Zombiber" - "Zombeavers" ist ein Film von Jordan Rubin aus dem Jahr 2014. Das Drehbuch schrieb Rubin zusammen mit Al und Jon Kaplan.
Was erwartet man von einem Film mit dem Titel "Zombiber"? Nachdem ich einiges darüber gelesen habe natürlich nur eins, nämlich sauguten Trash und genau den bekommt man hier auch geboten. Also bitte alle Gehirne und Bedenken an der Garderobe abgeben und rein ins Vergnügen.
Ich fasse die Handlung hier auch nur kurz zusammen, alles Weitere muss selbst angeschaut werden, wenn man sich denn traut. Die hübschen jungen Mädels Jenn, Mary und Zoe wollen allein ein Wochenende am See in einer abgelegenen Hütte verbringen. Jenn hat Liebeskummer, weil ihr Freund sie wahrscheinlich betrogen hat. Mary und Zoe stehen ihr bei, sind aber sauer, in der Wildnis keinen Handyempfang zu haben. So ganz ohne ihre Boyfriends wollen sie nämlich auch nicht sein.
Am Anfang des Films kann man sehen, wie zwei Volltrottel einen Laster mit Giftmüll durch die Gegend kutschieren und bei einem Unfall eines der Fässer verlieren. Dieses Fass landet dann natürlich genau in der Nähe der Hütte am See, schlägt Leck und ergießt seinen giftigen Inhalt an einem Biberbau. Die sonst so niedlichen Tierchen mutieren dadurch zu geifernden Monster-Bibern, die alles angreifen, was sich ihnen so bietet und nicht totzukriegen sind. Eben Zombie-Biber.
Doch bevor unsere Mädels davon Wind bekommen, müssen sie sich einer anderen Bedrohung stellen, nämlich ihren Freunden, die ihnen gefolgt sind und unaufgefordert vor der Hütte stehen. Sam, Tommy und Buck leiden bereits an Sex-Entzug und fordern ihre Rechte ein. Also sind die Ausflügler erst mal mit sich selbst beschäftigt, bevor die Zombiber an der Reihe sind und nach und nach ihre Opfer fordern. Es gibt ein paar Versuche, ihnen zu entkommen, aber glücklich endet keiner von diesen. Da aber auch keiner der Charaktere einem irgendwie ans Herz wachsen kann, enden sie eben alle als Kanonenfutter. Ist nicht anders zu erwarten, aber spaßig anzuschauen. Das Ende ist dann sehr tragisch, wenn die beiden Vollpfosten vom Anfang noch einmal auftauchen und erneut für einen Knaller sorgen, den man sich so sicher nicht gewünscht hat.
Die Namen der Darsteller habe ich hier bewusst nicht erwähnt, die kennt sowieso niemand, also muss ich mir die Arbeit auch nicht machen. Der einzig bekannte Name ist hier Rex Lynn als Jäger Smyth, den kennt man als Detective Frank Tripp aus CSI:Miami. Der macht seine Sache auch sehr gut, bleibt aber leider auch auf der Strecke.
Warum sollte man sich diesen Film aber trotzdem anschauen? Ganz einfach, weil er Spaß macht und herrlicher Trash ist. Zudem sind die Biber nicht aus dem Computer, sondern handgemacht und mit viel Liebe gefertigt. Ich fühlte mich jedenfalls sehr gut unterhalten und kann somit nur eine klare Empfehlung aussprechen.
Was erwartet man von einem Film mit dem Titel "Zombiber"? Nachdem ich einiges darüber gelesen habe natürlich nur eins, nämlich sauguten Trash und genau den bekommt man hier auch geboten. Also bitte alle Gehirne und Bedenken an der Garderobe abgeben und rein ins Vergnügen.
Ich fasse die Handlung hier auch nur kurz zusammen, alles Weitere muss selbst angeschaut werden, wenn man sich denn traut. Die hübschen jungen Mädels Jenn, Mary und Zoe wollen allein ein Wochenende am See in einer abgelegenen Hütte verbringen. Jenn hat Liebeskummer, weil ihr Freund sie wahrscheinlich betrogen hat. Mary und Zoe stehen ihr bei, sind aber sauer, in der Wildnis keinen Handyempfang zu haben. So ganz ohne ihre Boyfriends wollen sie nämlich auch nicht sein.
Am Anfang des Films kann man sehen, wie zwei Volltrottel einen Laster mit Giftmüll durch die Gegend kutschieren und bei einem Unfall eines der Fässer verlieren. Dieses Fass landet dann natürlich genau in der Nähe der Hütte am See, schlägt Leck und ergießt seinen giftigen Inhalt an einem Biberbau. Die sonst so niedlichen Tierchen mutieren dadurch zu geifernden Monster-Bibern, die alles angreifen, was sich ihnen so bietet und nicht totzukriegen sind. Eben Zombie-Biber.
Doch bevor unsere Mädels davon Wind bekommen, müssen sie sich einer anderen Bedrohung stellen, nämlich ihren Freunden, die ihnen gefolgt sind und unaufgefordert vor der Hütte stehen. Sam, Tommy und Buck leiden bereits an Sex-Entzug und fordern ihre Rechte ein. Also sind die Ausflügler erst mal mit sich selbst beschäftigt, bevor die Zombiber an der Reihe sind und nach und nach ihre Opfer fordern. Es gibt ein paar Versuche, ihnen zu entkommen, aber glücklich endet keiner von diesen. Da aber auch keiner der Charaktere einem irgendwie ans Herz wachsen kann, enden sie eben alle als Kanonenfutter. Ist nicht anders zu erwarten, aber spaßig anzuschauen. Das Ende ist dann sehr tragisch, wenn die beiden Vollpfosten vom Anfang noch einmal auftauchen und erneut für einen Knaller sorgen, den man sich so sicher nicht gewünscht hat.
Die Namen der Darsteller habe ich hier bewusst nicht erwähnt, die kennt sowieso niemand, also muss ich mir die Arbeit auch nicht machen. Der einzig bekannte Name ist hier Rex Lynn als Jäger Smyth, den kennt man als Detective Frank Tripp aus CSI:Miami. Der macht seine Sache auch sehr gut, bleibt aber leider auch auf der Strecke.
Warum sollte man sich diesen Film aber trotzdem anschauen? Ganz einfach, weil er Spaß macht und herrlicher Trash ist. Zudem sind die Biber nicht aus dem Computer, sondern handgemacht und mit viel Liebe gefertigt. Ich fühlte mich jedenfalls sehr gut unterhalten und kann somit nur eine klare Empfehlung aussprechen.
Samstag, 13. September 2014
Peau d'âne
"Peau d'âne" (Eselshaut) ist ein Film von Jacques Demy (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 1970 und beruht auf dem gleichnamigen Märchen von Charles Perrault aus dem Jahr 1694. Die Musik stammt von Michel Legrand.
Also ein Märchenfilm, aber ein ganz besonderer, der sich auch eher an ein erwachsenes Publikum wendet. In einem schönen und friedvollen Land (allein das ist heutzutage ja schon eine Utopie) lebt ein König (Jean Marais), der von seinen Untertanen geliebt und geachtet wird. Als die Königin erkrankt und schließlich stirbt, ist der König voller Trauer und zieht sich zurück. Auf ihrem Sterbebett hatte die Königin ihrem Mann das Versprechen abgenommen, sollte er jemals wieder heiraten wollen, dann nur eine Frau, die noch schöner wäre als sie selbst. Der König denkt nicht an eine erneute Heirat, aber seine Berater drängen ihn dazu, da er nur eine Tochter (Catherine Deneuve) hat und keinen männlichen Thronfolger.
Die Berater des Königs können keine Frau finden, die auch nur annähernd so schön ist wie die verstorbene Königin. Deshalb unterbreiten sie ihm den Vorschlag, seine Tochter zu heiraten, die die Schönheit ihrer Mutter geerbt hat. Als die Prinzessin davon erfährt, ist sie entsetzt und berät sich mit ihrer Patentante, der Fee Lilas (Delphine Seyrig), die auch schon einen Plan hat, den König auszutricksen. Die Prinzessin soll vor der Hochzeit Forderungen stellen, die der König nicht erfüllen kann, wie z. B. Kleider in der Farbe des Himmels oder des Mondes. Dem König gelingt all das tatsächlich und so fordert die Prinzessin schließlich die Haut seines Goldesels und auch dieser Wunsch wird ihr erfüllt.
Mit Hilfe der Fee kann die Prinzessin fliehen und sich mit der Haut des Esels bedecken. In einem Nachbarland wird sie fortan Schweine hüten und sich weiterhin unter der Eselshaut verbergen. Eines Tages kommt ein junger Prinz (Jacques Perrin) vorbei, der die Prinzessin in ihrer Hütte im Wald sieht und sich sofort in sie verliebt. Doch bevor es ein verdientes Happy-End gibt, sind noch einige Schwierigkeiten zu überwinden.
Was für ein schöner Film, den man hierzulande mal wieder suchen muss. Es gibt eine UK-Version in französischer Sprache mit englischen Untertiteln, die ich nur empfehlen kann. Der Film selbst ist wunderbar. Die Ausstattung ist ein Traum, herrlich bunt und kitschig, aber das im besten Sinn. Allein schon die Kostüme von Jean Marais sind ganz herrlich "Over the Top".
Neben Jean Marais glänzen vor allen Dingen die wunderbare Catherine Deneuve und die wie immer schöne Delphine Seyrig. Ganz große Empfehlung für einen leider zu unbekannten Film.
Also ein Märchenfilm, aber ein ganz besonderer, der sich auch eher an ein erwachsenes Publikum wendet. In einem schönen und friedvollen Land (allein das ist heutzutage ja schon eine Utopie) lebt ein König (Jean Marais), der von seinen Untertanen geliebt und geachtet wird. Als die Königin erkrankt und schließlich stirbt, ist der König voller Trauer und zieht sich zurück. Auf ihrem Sterbebett hatte die Königin ihrem Mann das Versprechen abgenommen, sollte er jemals wieder heiraten wollen, dann nur eine Frau, die noch schöner wäre als sie selbst. Der König denkt nicht an eine erneute Heirat, aber seine Berater drängen ihn dazu, da er nur eine Tochter (Catherine Deneuve) hat und keinen männlichen Thronfolger.
Die Berater des Königs können keine Frau finden, die auch nur annähernd so schön ist wie die verstorbene Königin. Deshalb unterbreiten sie ihm den Vorschlag, seine Tochter zu heiraten, die die Schönheit ihrer Mutter geerbt hat. Als die Prinzessin davon erfährt, ist sie entsetzt und berät sich mit ihrer Patentante, der Fee Lilas (Delphine Seyrig), die auch schon einen Plan hat, den König auszutricksen. Die Prinzessin soll vor der Hochzeit Forderungen stellen, die der König nicht erfüllen kann, wie z. B. Kleider in der Farbe des Himmels oder des Mondes. Dem König gelingt all das tatsächlich und so fordert die Prinzessin schließlich die Haut seines Goldesels und auch dieser Wunsch wird ihr erfüllt.
Mit Hilfe der Fee kann die Prinzessin fliehen und sich mit der Haut des Esels bedecken. In einem Nachbarland wird sie fortan Schweine hüten und sich weiterhin unter der Eselshaut verbergen. Eines Tages kommt ein junger Prinz (Jacques Perrin) vorbei, der die Prinzessin in ihrer Hütte im Wald sieht und sich sofort in sie verliebt. Doch bevor es ein verdientes Happy-End gibt, sind noch einige Schwierigkeiten zu überwinden.
Was für ein schöner Film, den man hierzulande mal wieder suchen muss. Es gibt eine UK-Version in französischer Sprache mit englischen Untertiteln, die ich nur empfehlen kann. Der Film selbst ist wunderbar. Die Ausstattung ist ein Traum, herrlich bunt und kitschig, aber das im besten Sinn. Allein schon die Kostüme von Jean Marais sind ganz herrlich "Over the Top".
Neben Jean Marais glänzen vor allen Dingen die wunderbare Catherine Deneuve und die wie immer schöne Delphine Seyrig. Ganz große Empfehlung für einen leider zu unbekannten Film.
Sonntag, 27. Juli 2014
Wer hat Angst vor Vagina Wolf?
"Wer hat Angst vor Vagina Wolf?" - "Who's Afraid of Vagina Wolf?" ist ein Film von Anna Margarita Albelo aus dem Jahr 2013. Das Drehbuch schrieb Albelo zusammen mit Michael Urban.
Anna (Anna Margarita Albelo) ist gerade Vierzig geworden und steckt in einer Krise. Ihre Karriere als Filmemacherin ist eher überschaubar, sie hat keine feste Freundin und lebt aus Geldmangel in der Garage ihrer Freundin Charlie (Celeste Pechous) in Los Angeles. Nachdem sie auch noch den Abgabetermin für die Beantragung einer Filmförderung verpasst hat, verliert sie nahezu jede Hoffnung auf Glück.
Doch dann begegnet ihr die schöne junge Katia (Janina Gavankar), die Annas Arbeit bewundert, was von Anna aber als Zeichen der Zuneigung verstanden wird. Endlich hat sie eine Muse. Der Plan steht, ein neues Filmprojekt muss her, Katia bekommt eine Hauptrolle und Anna endlich eine Geliebte. Doch so einfach ist das alles nicht...
Anna macht sich an die Arbeit, der Film soll eine lesbische Version von "Wer hat Angst vor Virginia Wolff?" sein. Ihre beiden besten Freundinnen Penelope (Guinevere Turner) und Chloe (Carrie Preston) spielen ebenso mit wie Anna selbst. Auch die Crew ist schnell zusammen, wenn auch ohne Bezahlung. Gedreht wird in Charlies Haus, die das zähneknirschend über sich ergehen lässt.
Kamerafrau wird die schöne Julia (Agnes Olech), die ein ehrliches Interesse an Anna hat, was diese aber in ihrer Verliebtheit zu Katia einfach nicht bemerkt. Schnell wird Julia klar, dass Katia nur mit Annas Gefühlen spielt, aber Anna überhört jeden Hinweis darauf. Während der chaotischen Dreharbeiten kochen dann die Emotionen hoch. Vor und hinter der Kamera kommt es zu Kränkungen und Eifersüchteleien, verschmähter Liebe und Enttäuschungen. Es endet mit einem großen Knall und Anna sitzt mal wieder vor den Scherben ihres Lebens. Und dann taucht auch noch ihre Mutter auf und will sie mit nach Miami nehmen. Wird Anna es schaffen, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen und wird sie erkennen, dass Julia es ernst mit ihr meint?
Diese wunderbare Komödie geht direkt ins Herz und schafft es locker, auch ernste Töne unterzubringen, ohne zu schwer zu werden. Die Geschichte ist zum Teil autobiografisch und Regisseurin und Hauptdarstellerin Anna Margarita Albelo weiß scheinbar genau, wovon sie erzählt. Mit geringen Mitteln ist hier ein kleiner Independent-Film entstanden, der wirklich gut unterhält und zudem noch über einen fabelhaften Soundtrack verfügt.
Die Schauspielerinnen sind mit vollem Herzen bei der Sache und besonders Guinevere Turner und Agnes Olech überzeugen hier in ihrer Darstellung und sind dabei wunderbar anzuschauen. Toll und sehr gelungen. Also ran an den Film, von mir gibt es jedenfalls eine große Empfehlung.
Anna (Anna Margarita Albelo) ist gerade Vierzig geworden und steckt in einer Krise. Ihre Karriere als Filmemacherin ist eher überschaubar, sie hat keine feste Freundin und lebt aus Geldmangel in der Garage ihrer Freundin Charlie (Celeste Pechous) in Los Angeles. Nachdem sie auch noch den Abgabetermin für die Beantragung einer Filmförderung verpasst hat, verliert sie nahezu jede Hoffnung auf Glück.
Doch dann begegnet ihr die schöne junge Katia (Janina Gavankar), die Annas Arbeit bewundert, was von Anna aber als Zeichen der Zuneigung verstanden wird. Endlich hat sie eine Muse. Der Plan steht, ein neues Filmprojekt muss her, Katia bekommt eine Hauptrolle und Anna endlich eine Geliebte. Doch so einfach ist das alles nicht...
Anna macht sich an die Arbeit, der Film soll eine lesbische Version von "Wer hat Angst vor Virginia Wolff?" sein. Ihre beiden besten Freundinnen Penelope (Guinevere Turner) und Chloe (Carrie Preston) spielen ebenso mit wie Anna selbst. Auch die Crew ist schnell zusammen, wenn auch ohne Bezahlung. Gedreht wird in Charlies Haus, die das zähneknirschend über sich ergehen lässt.
Kamerafrau wird die schöne Julia (Agnes Olech), die ein ehrliches Interesse an Anna hat, was diese aber in ihrer Verliebtheit zu Katia einfach nicht bemerkt. Schnell wird Julia klar, dass Katia nur mit Annas Gefühlen spielt, aber Anna überhört jeden Hinweis darauf. Während der chaotischen Dreharbeiten kochen dann die Emotionen hoch. Vor und hinter der Kamera kommt es zu Kränkungen und Eifersüchteleien, verschmähter Liebe und Enttäuschungen. Es endet mit einem großen Knall und Anna sitzt mal wieder vor den Scherben ihres Lebens. Und dann taucht auch noch ihre Mutter auf und will sie mit nach Miami nehmen. Wird Anna es schaffen, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen und wird sie erkennen, dass Julia es ernst mit ihr meint?
Diese wunderbare Komödie geht direkt ins Herz und schafft es locker, auch ernste Töne unterzubringen, ohne zu schwer zu werden. Die Geschichte ist zum Teil autobiografisch und Regisseurin und Hauptdarstellerin Anna Margarita Albelo weiß scheinbar genau, wovon sie erzählt. Mit geringen Mitteln ist hier ein kleiner Independent-Film entstanden, der wirklich gut unterhält und zudem noch über einen fabelhaften Soundtrack verfügt.
Die Schauspielerinnen sind mit vollem Herzen bei der Sache und besonders Guinevere Turner und Agnes Olech überzeugen hier in ihrer Darstellung und sind dabei wunderbar anzuschauen. Toll und sehr gelungen. Also ran an den Film, von mir gibt es jedenfalls eine große Empfehlung.
Sonntag, 11. Mai 2014
Cupcakes
"Cupcakes" ist ein Film von Eytan Fox aus dem Jahr 2013. Das Drehbuch schrieb Fox zusammen mit Eli Bijaoui. Und auch wenn Israel im Jahr 2014 nicht am Song-Contest teilnehmen konnte, Eytan Fox liefert hiermit seinen eigenen Beitrag, der genau ins Konzept passt. Viel Spaß dabei.
Der jährliche Song-Contest steht an und wie üblich versammeln sich die sechs Bewohner eines Hauses in Tel Aviv, um das Fest gemeinsam zu feiern. Efrat Dor, Dana Ivgy, Keren Berger, Ofer Shechter, Yael Bar-Zohar und Anat Waxman verkörpern diese Gruppe, die sich vor dem Fernseher versammelt, um den UniverSong zu verfolgen.
Der Abend ist bunt und gemütlich, nur Anat ist traurig. Ihr Mann hat sie gerade verlassen, woraufhin die anderen ihr spontan ein Lied widmen, um sie wieder aufzubauen. Der schwule Ofer nimmt das alles mit seiner Handy-Kamera auf und zeigt es später seinem Freund, der sofort begeistert davon ist. So gelangt das Video an das Auswahl-Komitee für den nächsten UniverSong und soll Israel dabei offiziell vertreten.
Doch erst einmal sollen der Song und die Gruppe optisch aufgepeppt werden, um sich besser verkaufen zu können. Nach einem ersten Auftritt mit Perücken und Kostümen, der ihnen fremd erscheint, beschließt die kleine Gruppe, ihren ursprünglichen Stil beizubehalten, doch dafür stehen sie nun ohne Sponsoren da. Die ehemalige Schönheitskönigin Yael greift auf ihr Erspartes zurück, damit die Gruppe trotzdem zum Song-Contest nach Paris reisen kann.
Die Reise wird ein voller Erfolg, Anat verbringt einen schönen Abend mit dem französischen Moderator (Edouard Baer) und auch die israelische Kulturministerin steht der Gruppe bei. Wieder zurück in Tel Aviv wird fröhlich gefeiert. Sämtliche Beziehungsprobleme lösen sich auf und es wird gesungen und getanzt. Ist das oberflächlich? Nein, das ist gute Laune pur und ein Grund zum Mitsingen.
Eytan Fox hat ein gutes Händchen für unterhaltsame und packende Filme und auch bei der Auswahl seiner Darsteller erweist er sich als Genie. Hier stimmt einfach alles, man kann es nicht anders sagen. Der "Song für Anat" stammt übrigens ursprünglich aus der Feder der "Scissor Sisters", die diesen jedoch nie verwendet haben. Hier passt er perfekt und macht diesen kleinen und feinen Film ganz groß.
In den Extras gibt es noch ein sehr schönes Making-Of, das ich sehr empfehlen kann. Hier erfährt man z. B., dass die Aufnahmen aus Paris eigentlich in Tel Aviv entstanden sind. Sehr gelungen.
Ein paar Worte noch zum ESC in Kopenhagen vom letzten Abend. Eigentlich interessiert mich dieser Zirkus gar nicht, doch dieses Mal habe auch ich eingeschaltet, zumindest teilweise. Ganz große Gratulation von mir an Conchita Wurst, die mit ihrem wunderbaren Song "Rise like a Phoenix" einen tollen Auftritt hingelegt und sehr verdient gewonnen hat. Das war Gänsehaut pur und ein voller Erfolg. Peinlich waren lediglich die mickrigen sieben Punkte der deutschen Jury und die gehässigen Kommentare überall.
Der jährliche Song-Contest steht an und wie üblich versammeln sich die sechs Bewohner eines Hauses in Tel Aviv, um das Fest gemeinsam zu feiern. Efrat Dor, Dana Ivgy, Keren Berger, Ofer Shechter, Yael Bar-Zohar und Anat Waxman verkörpern diese Gruppe, die sich vor dem Fernseher versammelt, um den UniverSong zu verfolgen.
Der Abend ist bunt und gemütlich, nur Anat ist traurig. Ihr Mann hat sie gerade verlassen, woraufhin die anderen ihr spontan ein Lied widmen, um sie wieder aufzubauen. Der schwule Ofer nimmt das alles mit seiner Handy-Kamera auf und zeigt es später seinem Freund, der sofort begeistert davon ist. So gelangt das Video an das Auswahl-Komitee für den nächsten UniverSong und soll Israel dabei offiziell vertreten.
Doch erst einmal sollen der Song und die Gruppe optisch aufgepeppt werden, um sich besser verkaufen zu können. Nach einem ersten Auftritt mit Perücken und Kostümen, der ihnen fremd erscheint, beschließt die kleine Gruppe, ihren ursprünglichen Stil beizubehalten, doch dafür stehen sie nun ohne Sponsoren da. Die ehemalige Schönheitskönigin Yael greift auf ihr Erspartes zurück, damit die Gruppe trotzdem zum Song-Contest nach Paris reisen kann.
Die Reise wird ein voller Erfolg, Anat verbringt einen schönen Abend mit dem französischen Moderator (Edouard Baer) und auch die israelische Kulturministerin steht der Gruppe bei. Wieder zurück in Tel Aviv wird fröhlich gefeiert. Sämtliche Beziehungsprobleme lösen sich auf und es wird gesungen und getanzt. Ist das oberflächlich? Nein, das ist gute Laune pur und ein Grund zum Mitsingen.
Eytan Fox hat ein gutes Händchen für unterhaltsame und packende Filme und auch bei der Auswahl seiner Darsteller erweist er sich als Genie. Hier stimmt einfach alles, man kann es nicht anders sagen. Der "Song für Anat" stammt übrigens ursprünglich aus der Feder der "Scissor Sisters", die diesen jedoch nie verwendet haben. Hier passt er perfekt und macht diesen kleinen und feinen Film ganz groß.
In den Extras gibt es noch ein sehr schönes Making-Of, das ich sehr empfehlen kann. Hier erfährt man z. B., dass die Aufnahmen aus Paris eigentlich in Tel Aviv entstanden sind. Sehr gelungen.
Ein paar Worte noch zum ESC in Kopenhagen vom letzten Abend. Eigentlich interessiert mich dieser Zirkus gar nicht, doch dieses Mal habe auch ich eingeschaltet, zumindest teilweise. Ganz große Gratulation von mir an Conchita Wurst, die mit ihrem wunderbaren Song "Rise like a Phoenix" einen tollen Auftritt hingelegt und sehr verdient gewonnen hat. Das war Gänsehaut pur und ein voller Erfolg. Peinlich waren lediglich die mickrigen sieben Punkte der deutschen Jury und die gehässigen Kommentare überall.
Samstag, 19. April 2014
Cloudburst
"Cloudburst" ist ein Film von Thom Fitzgerald (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2011 und basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück, das ebenfalls von Fitzgerald stammt.
Stella (Olympia Dukakis) und Dot (Brenda Fricker) sind seit nunmehr 31 Jahren ein Paar und leben zusammen in Dots Haus in Maine. Die inzwischen achtzigjährige Stella und ihre fünfundsiebzigjährige Partnerin Dot können sich ein Leben ohne einander nicht vorstellen. Dot ist bereits vor langer Zeit erblindet, aber Stella weicht ihr nicht von der Seite und kümmert sich liebevoll um sie.
Als Dot wegen einer Verletzung ins Krankenhaus muss, schaltet sich ihre nichtsahnende Enkelin Molly (Kristin Booth) ein, die Dot in ein Pflegeheim abschieben und das Haus verkaufen will. Doch damit ist Stella nun überhaupt nicht einverstanden und will um ihre Liebe und ihr bisheriges Leben kämpfen. Gegen Stellas Willen bringt Molly ihre Großmutter ins Heim, wobei ihr Mann Tommy (Michael McPhee), der örtliche Polizist, nur ungern behilflich ist. Molly scheint nämlich die einzige zu sein, die nichts von der Liebesbeziehung der beiden alten Frauen weiß.
Stella schleicht sich in der Nacht in das Pflegeheim um mit Dot zu fliehen, die dort bereits auf ihre Liebste gewartet hat. Zusammen machen sie sich in ihrem alten Wagen auf den Weg nach Kanada. Dort wollen sie rechtmäßig heiraten, damit sie niemand mehr trennen kann. Da sie vermutlich von der Polizei gesucht werden, nehmen sie einen Anhalter mit, um nicht weiter aufzufallen. Die Wahl fällt auf den jungen Prentice (Ryan Doucette), einen Stripper bzw. Tänzer. Der ist ganz begeistert von den beiden alten Frauen und wird sie von da an als treuer Freund begleiten, weil seine eigene familiäre Situation auch nicht gerade rosig ist.
Prentice bietet sich als Trauzeuge an, aber bevor geheiratet werden kann, beginnt Dot noch eine humorvolle Diskussion mit Stella, ob sie sich wirklich auf Dauer binden wollen. Die nie um einen zynischen Spruch verlegene Stella gerät ihrerseits ins Grübeln und dann taucht auch noch Molly auf, um ihre Großmutter zur Besinnung zu bringen. Doch dieses Mal hat sie die Rechnung ohne ihren Mann Tommy gemacht, der sie zum Schweigen bringt.
Das Ende verrate ich hier nicht, diesen Film muss man wirklich selbst gesehen haben. Es wird noch sehr traurig, aber gleichzeitig auch sehr lustig. Prentice hat noch einen sehr gelungenen Auftritt, bei dem garantiert kein Auge trocken bleibt, versprochen.
Dieser Film ist ganz wunderbar und er ist wahrlich hochkarätig besetzt. Die herrlich kratzbürstige Olympia Dukakis und die sanfte Brenda Fricker sind als altes Liebespaar ein Traum und gewinnen im Handumdrehen jedes Herz. An ihrer Seite glänzt der junge Ryan Doucette, den Regisseur Thom Fitzgerald ausgesprochen sexy in Szene setzt. Dieses Trio hat es wirklich in sich, anders kann man das nicht sagen.
Ein Film, der von Anfang bis Ende begeistert und dessen HauptdarstellerInnen so fabelhaft sind, dass man sich nur schwer von ihnen verabschieden kann. Unbedingt anschauen.
Stella (Olympia Dukakis) und Dot (Brenda Fricker) sind seit nunmehr 31 Jahren ein Paar und leben zusammen in Dots Haus in Maine. Die inzwischen achtzigjährige Stella und ihre fünfundsiebzigjährige Partnerin Dot können sich ein Leben ohne einander nicht vorstellen. Dot ist bereits vor langer Zeit erblindet, aber Stella weicht ihr nicht von der Seite und kümmert sich liebevoll um sie.
Als Dot wegen einer Verletzung ins Krankenhaus muss, schaltet sich ihre nichtsahnende Enkelin Molly (Kristin Booth) ein, die Dot in ein Pflegeheim abschieben und das Haus verkaufen will. Doch damit ist Stella nun überhaupt nicht einverstanden und will um ihre Liebe und ihr bisheriges Leben kämpfen. Gegen Stellas Willen bringt Molly ihre Großmutter ins Heim, wobei ihr Mann Tommy (Michael McPhee), der örtliche Polizist, nur ungern behilflich ist. Molly scheint nämlich die einzige zu sein, die nichts von der Liebesbeziehung der beiden alten Frauen weiß.
Stella schleicht sich in der Nacht in das Pflegeheim um mit Dot zu fliehen, die dort bereits auf ihre Liebste gewartet hat. Zusammen machen sie sich in ihrem alten Wagen auf den Weg nach Kanada. Dort wollen sie rechtmäßig heiraten, damit sie niemand mehr trennen kann. Da sie vermutlich von der Polizei gesucht werden, nehmen sie einen Anhalter mit, um nicht weiter aufzufallen. Die Wahl fällt auf den jungen Prentice (Ryan Doucette), einen Stripper bzw. Tänzer. Der ist ganz begeistert von den beiden alten Frauen und wird sie von da an als treuer Freund begleiten, weil seine eigene familiäre Situation auch nicht gerade rosig ist.
Prentice bietet sich als Trauzeuge an, aber bevor geheiratet werden kann, beginnt Dot noch eine humorvolle Diskussion mit Stella, ob sie sich wirklich auf Dauer binden wollen. Die nie um einen zynischen Spruch verlegene Stella gerät ihrerseits ins Grübeln und dann taucht auch noch Molly auf, um ihre Großmutter zur Besinnung zu bringen. Doch dieses Mal hat sie die Rechnung ohne ihren Mann Tommy gemacht, der sie zum Schweigen bringt.
Das Ende verrate ich hier nicht, diesen Film muss man wirklich selbst gesehen haben. Es wird noch sehr traurig, aber gleichzeitig auch sehr lustig. Prentice hat noch einen sehr gelungenen Auftritt, bei dem garantiert kein Auge trocken bleibt, versprochen.
Dieser Film ist ganz wunderbar und er ist wahrlich hochkarätig besetzt. Die herrlich kratzbürstige Olympia Dukakis und die sanfte Brenda Fricker sind als altes Liebespaar ein Traum und gewinnen im Handumdrehen jedes Herz. An ihrer Seite glänzt der junge Ryan Doucette, den Regisseur Thom Fitzgerald ausgesprochen sexy in Szene setzt. Dieses Trio hat es wirklich in sich, anders kann man das nicht sagen.
Ein Film, der von Anfang bis Ende begeistert und dessen HauptdarstellerInnen so fabelhaft sind, dass man sich nur schwer von ihnen verabschieden kann. Unbedingt anschauen.
Freitag, 18. April 2014
Die schönen Tage
"Die schönen Tage" - "Les beaux jours" ist ein Film von Marion Vernoux (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2013 und beruht auf einem Roman von Fanny Chesnel, die auch am Drehbuch mitgewirkt hat.
"Les beaux jours" ist der Name des Senioren-Clubs, für den die sechzigjährige Caroline (Fanny Ardant), die ihren Job als Zahnärztin aufgegeben hat, von ihren beiden Töchtern ein Schnupper-Abo erhalten hat. Ihr Mann Philippe (Patrick Chesnais) ist noch berufstätig, während Caroline sich nun langweilt und nichts mit ihrer Zeit anzufangen weiß. Also besucht sie besagten Club und verlässt ihn auch ziemlich schnell wieder, weil ihr die angebotenen Kurse und die Teilnehmer so gar nicht zusagen. Hier hat sie noch nichts zu suchen, das ist auch dem Zuschauer schnell klar.
Wegen eines Computer-Problems kehrt sie jedoch zurück und lernt den jüngeren Julien (Laurent Lafitte) kennen, der hier Kurse gibt. Julien ist ein sympathischer Draufgänger, geht auf die Vierzig zu und hat keine feste Beziehung. Treue ist für ihn ein Fremdwort, er liebt die Frauen und hat immer mehrere Affären gleichzeitig. Auch zwischen Caroline und Julien knistert es recht schnell und beide stürzen sich in eine heftige Affäre, deren Ausgang noch nicht wirklich klar ist. Caroline genießt das Begehren von Julien, sie lebt wieder auf, was allerdings auch ihrem Mann nicht lange verborgen bleibt.
Hört sich doch alles ganz nett an, oder? Warum nur musste daraus so ein quälend langweiliger Film werden, der den Zuschauer mehrfach fast in den Tiefschlaf versetzt? Einzig wegen der wunderbaren und schönen Fanny Ardant kann man sich diesen lahmen Film anschauen, auch wenn ich sie mit blonden Haaren etwas gewöhnungsbedürftig finde. Sie ist in jeder Szene hinreißend, aber auch Laurent Lafitte und Patrick Chesnais können sehr wohl überzeugen.
Insgesamt ist mir das alles aber zu brav und vorhersehbar, während die gleiche Geschichte andersrum erzählt (älterer Mann trifft jüngere Frau) schon tausend Mal verfilmt wurde. Hier gibt es am Ende keine Überraschung, wenn Caroline natürlich zu ihrem Gatten zurückkehrt, so muss es eben sein. Der jüngere Geliebte bekommt eine noch jüngere neue Freundin, also alles wie gehabt. Wie öde.
Schade um die großartige Fanny Ardant, die einen besseren Film verdient hätte. Den hier muss man nicht unbedingt gesehen haben, es lohnt sich nicht wirklich. Und in einem Töpferkurs will ich diese tolle Frau schon gar nicht sehen.
"Les beaux jours" ist der Name des Senioren-Clubs, für den die sechzigjährige Caroline (Fanny Ardant), die ihren Job als Zahnärztin aufgegeben hat, von ihren beiden Töchtern ein Schnupper-Abo erhalten hat. Ihr Mann Philippe (Patrick Chesnais) ist noch berufstätig, während Caroline sich nun langweilt und nichts mit ihrer Zeit anzufangen weiß. Also besucht sie besagten Club und verlässt ihn auch ziemlich schnell wieder, weil ihr die angebotenen Kurse und die Teilnehmer so gar nicht zusagen. Hier hat sie noch nichts zu suchen, das ist auch dem Zuschauer schnell klar.
Wegen eines Computer-Problems kehrt sie jedoch zurück und lernt den jüngeren Julien (Laurent Lafitte) kennen, der hier Kurse gibt. Julien ist ein sympathischer Draufgänger, geht auf die Vierzig zu und hat keine feste Beziehung. Treue ist für ihn ein Fremdwort, er liebt die Frauen und hat immer mehrere Affären gleichzeitig. Auch zwischen Caroline und Julien knistert es recht schnell und beide stürzen sich in eine heftige Affäre, deren Ausgang noch nicht wirklich klar ist. Caroline genießt das Begehren von Julien, sie lebt wieder auf, was allerdings auch ihrem Mann nicht lange verborgen bleibt.
Hört sich doch alles ganz nett an, oder? Warum nur musste daraus so ein quälend langweiliger Film werden, der den Zuschauer mehrfach fast in den Tiefschlaf versetzt? Einzig wegen der wunderbaren und schönen Fanny Ardant kann man sich diesen lahmen Film anschauen, auch wenn ich sie mit blonden Haaren etwas gewöhnungsbedürftig finde. Sie ist in jeder Szene hinreißend, aber auch Laurent Lafitte und Patrick Chesnais können sehr wohl überzeugen.
Insgesamt ist mir das alles aber zu brav und vorhersehbar, während die gleiche Geschichte andersrum erzählt (älterer Mann trifft jüngere Frau) schon tausend Mal verfilmt wurde. Hier gibt es am Ende keine Überraschung, wenn Caroline natürlich zu ihrem Gatten zurückkehrt, so muss es eben sein. Der jüngere Geliebte bekommt eine noch jüngere neue Freundin, also alles wie gehabt. Wie öde.
Schade um die großartige Fanny Ardant, die einen besseren Film verdient hätte. Den hier muss man nicht unbedingt gesehen haben, es lohnt sich nicht wirklich. Und in einem Töpferkurs will ich diese tolle Frau schon gar nicht sehen.
Sonntag, 29. Dezember 2013
Ein Freitag in Barcelona
"Ein Freitag in Barcelona" - "Una pistola en cada mano" ist ein Film von Cesc Gay aus dem Jahr 2012. Das Drehbuch schrieb Gay zusammen mit Tomàs Aragay.
"Männer in der Krise" könnte man diesen wunderbaren Episoden-Film auch nennen, denn genau darum geht es hier. Wir begegnen acht Männern in den Vierzigern, gut, einer von ihnen etwas darüber, deren Leben nicht so läuft, wie sie es sich einst vorgestellt hatten. Sie können es sich nur nicht so richtig eingestehen, denn über Gefühle redet man(n) ja schließlich nicht, das ist doch Weiberkram. Aus diesem Grund haben die Frauen in diesem Film aber eben auch die stärkere Position und wissen, was sie wollen.
In den verschiedenen, sehr gelungenen Episoden kann man die Männer beobachten, wie sie kläglich scheitern, an sich und der Welt verzweifeln, aber nie die Schuld bei sich selbst suchen. Dabei werden sie aber nie vorgeführt und der Lächerlichkeit preisgegeben, sondern sehr charmant ins Bild gesetzt. Man schließt sie ins Herz, auch wenn sie sich wie kleine Kinder benehmen.
Da wären die beiden Schulfreunde von einst, die sich zufällig über den Weg laufen und sich gegenseitig ihr Leid klagen. Der Mann, der seine Frau und seinen Sohn wegen einer Geliebten verlassen hat und nun reumütig zurückkehren will. Der Familienvater, der auf eine schnelle Nummer mit einer Kollegin aus ist und eine Lektion erhält. Der Mann, dessen Frau eine Affäre hat und der plötzlich seinem Rivalen begegnet. Und die beiden Männer, die jeweils von den Frauen ihres besten Freundes einige Dinge erfahren, die sie sprachlos machen.
Zum Schluss treffen sich die meisten von ihnen auf einer Feier wieder, am Ende eines langen und ereignisreichen Tages. So schließt sich der Kreis auf sehr schöne Weise.
Es wird viel geredet in diesem Film, aber es wird nie geschwätzig. Das hat Regisseur Cesc Gay perfekt hinbekommen. Hätte eine Frau diesen Film inszeniert, wäre sie wohl in der Luft zerrissen worden. Die Schauspieler sind exzellent, es ist ein großes Vergnügen, sie bei ihrer Arbeit zu bewundern. Alberto San Juan, Ricardo Darin, Luis Tosar, Javier Cámara, Eduard Fernandez, Jordi Mollá, Eduardo Noriega und Leonardo Sbaraglia werfen sich mit großer Freude in ihre Rollen. Die weiblichen Hauptrollen werden von Cayetana Guillén Cuervo, Candela Pena, Clara Segura und Leonor Watling verkörpert.
Insgesamt gesehen ein sehr gelungener und empfehlenswerter Film, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Macht Spaß, ist klug und humorvoll und die Darsteller sind ein Traum, das sollte als Empfehlung ausreichen.
"Männer in der Krise" könnte man diesen wunderbaren Episoden-Film auch nennen, denn genau darum geht es hier. Wir begegnen acht Männern in den Vierzigern, gut, einer von ihnen etwas darüber, deren Leben nicht so läuft, wie sie es sich einst vorgestellt hatten. Sie können es sich nur nicht so richtig eingestehen, denn über Gefühle redet man(n) ja schließlich nicht, das ist doch Weiberkram. Aus diesem Grund haben die Frauen in diesem Film aber eben auch die stärkere Position und wissen, was sie wollen.
In den verschiedenen, sehr gelungenen Episoden kann man die Männer beobachten, wie sie kläglich scheitern, an sich und der Welt verzweifeln, aber nie die Schuld bei sich selbst suchen. Dabei werden sie aber nie vorgeführt und der Lächerlichkeit preisgegeben, sondern sehr charmant ins Bild gesetzt. Man schließt sie ins Herz, auch wenn sie sich wie kleine Kinder benehmen.
Da wären die beiden Schulfreunde von einst, die sich zufällig über den Weg laufen und sich gegenseitig ihr Leid klagen. Der Mann, der seine Frau und seinen Sohn wegen einer Geliebten verlassen hat und nun reumütig zurückkehren will. Der Familienvater, der auf eine schnelle Nummer mit einer Kollegin aus ist und eine Lektion erhält. Der Mann, dessen Frau eine Affäre hat und der plötzlich seinem Rivalen begegnet. Und die beiden Männer, die jeweils von den Frauen ihres besten Freundes einige Dinge erfahren, die sie sprachlos machen.
Zum Schluss treffen sich die meisten von ihnen auf einer Feier wieder, am Ende eines langen und ereignisreichen Tages. So schließt sich der Kreis auf sehr schöne Weise.
Es wird viel geredet in diesem Film, aber es wird nie geschwätzig. Das hat Regisseur Cesc Gay perfekt hinbekommen. Hätte eine Frau diesen Film inszeniert, wäre sie wohl in der Luft zerrissen worden. Die Schauspieler sind exzellent, es ist ein großes Vergnügen, sie bei ihrer Arbeit zu bewundern. Alberto San Juan, Ricardo Darin, Luis Tosar, Javier Cámara, Eduard Fernandez, Jordi Mollá, Eduardo Noriega und Leonardo Sbaraglia werfen sich mit großer Freude in ihre Rollen. Die weiblichen Hauptrollen werden von Cayetana Guillén Cuervo, Candela Pena, Clara Segura und Leonor Watling verkörpert.
Insgesamt gesehen ein sehr gelungener und empfehlenswerter Film, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Macht Spaß, ist klug und humorvoll und die Darsteller sind ein Traum, das sollte als Empfehlung ausreichen.
Samstag, 12. Oktober 2013
Shampoo
"Shampoo" ist ein Film von Hal Ashby aus dem Jahr 1975. Das Drehbuch stammt von Warren Beatty und Robert Towne. Warren Beatty war hier übrigens auch der Produzent dieses Films. Kameramann war László Kovacs.
Die Geschichte spielt an einem Tag im Jahr 1968 in Beverly Hills, genauer gesagt an dem Tag, als Richard Nixon zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde. Im Hintergrund laufen ständig irgendwo Fernseher, die davon berichten, doch das ist eigentlich gar nicht das Thema des Films. Nein, denn das Thema dieses Films ist... äh, das weiß ich auch nicht so richtig. Ich fasse mal meine Eindrücke kurz zusammen:
George (Warren Beatty) ist ein gefragter Friseur, der sich unbedingt selbständig machen will, dem aber die Bank kein Geld gibt, woraufhin George seinen Banker als Arschloch betitelt, weil der ihn offensichtlich für einen Hippie hält. Tja, dumm gelaufen. Also muss eine andere Geldquelle her und da kommen die Damen in seinem Umfeld ins Spiel, die mit reichen Männern gesegnet sind.
Neben seiner Freundin Jill (Goldie Hawn) hat George diverse andere Liebschaften laufen, unter anderem seine Ex-Freundin Jackie (Julie Christie), die einzige Frau, die ihm je etwas bedeutet hat, die aber inzwischen ein Verhältnis mit dem reichen Lester (Jack Warden) hat, der aber noch mit Felicia (Lee Grant) verheiratet ist. Lester spielt mit dem Gedanken, George das Geld zu geben, aber er hat keine Ahnung, dass George abwechselnd mit Jackie, Felicia und seiner Tochter Lorna (Carrie Fisher) ins Bett hüpft.
Am Ende einer langen Nacht auf diversen Partys bleibt George allein zurück. Er will Jackie zurückgewinnen, aber die hat sich für Lester entschieden.
Ja, das war es dann auch schon, viel mehr passiert hier nicht. Und was soll das alles eigentlich sein? Eine Komödie? Dazu ist es nicht lustig genug. Ein Drama? Nee, auch nicht. Hier haben wir einen Film mit wirklich guten Darstellern, die allesamt verschleudert werden, weil nichts wirklich funktionieren will. Schade, aber mehr als Langeweile kommt hier nicht auf.
Ich muss gestehen, dass mich Warren Beatty nie so besonders überzeugt hat und ich auch seinem Charme nie verfallen bin, den er ja nun mal haben soll. Da überzeugen hier aber Julie Christie und Lee Grant umso mehr, die beide fabelhaft aussehen, mal abgesehen von ihren fast identischen und furchtbaren Frisuren. Goldie Hawn ist wie üblich goldig und uninteressant, zu mehr reicht es bei ihr ja sowieso meist nie.
Gut, genug gemeckert, der Film ist relativ belanglos und muss nicht unbedingt angeschaut werden. Also von mir nur eine sehr eingeschränkte Empfehlung.
Die Geschichte spielt an einem Tag im Jahr 1968 in Beverly Hills, genauer gesagt an dem Tag, als Richard Nixon zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde. Im Hintergrund laufen ständig irgendwo Fernseher, die davon berichten, doch das ist eigentlich gar nicht das Thema des Films. Nein, denn das Thema dieses Films ist... äh, das weiß ich auch nicht so richtig. Ich fasse mal meine Eindrücke kurz zusammen:
George (Warren Beatty) ist ein gefragter Friseur, der sich unbedingt selbständig machen will, dem aber die Bank kein Geld gibt, woraufhin George seinen Banker als Arschloch betitelt, weil der ihn offensichtlich für einen Hippie hält. Tja, dumm gelaufen. Also muss eine andere Geldquelle her und da kommen die Damen in seinem Umfeld ins Spiel, die mit reichen Männern gesegnet sind.
Neben seiner Freundin Jill (Goldie Hawn) hat George diverse andere Liebschaften laufen, unter anderem seine Ex-Freundin Jackie (Julie Christie), die einzige Frau, die ihm je etwas bedeutet hat, die aber inzwischen ein Verhältnis mit dem reichen Lester (Jack Warden) hat, der aber noch mit Felicia (Lee Grant) verheiratet ist. Lester spielt mit dem Gedanken, George das Geld zu geben, aber er hat keine Ahnung, dass George abwechselnd mit Jackie, Felicia und seiner Tochter Lorna (Carrie Fisher) ins Bett hüpft.
Am Ende einer langen Nacht auf diversen Partys bleibt George allein zurück. Er will Jackie zurückgewinnen, aber die hat sich für Lester entschieden.
Ja, das war es dann auch schon, viel mehr passiert hier nicht. Und was soll das alles eigentlich sein? Eine Komödie? Dazu ist es nicht lustig genug. Ein Drama? Nee, auch nicht. Hier haben wir einen Film mit wirklich guten Darstellern, die allesamt verschleudert werden, weil nichts wirklich funktionieren will. Schade, aber mehr als Langeweile kommt hier nicht auf.
Ich muss gestehen, dass mich Warren Beatty nie so besonders überzeugt hat und ich auch seinem Charme nie verfallen bin, den er ja nun mal haben soll. Da überzeugen hier aber Julie Christie und Lee Grant umso mehr, die beide fabelhaft aussehen, mal abgesehen von ihren fast identischen und furchtbaren Frisuren. Goldie Hawn ist wie üblich goldig und uninteressant, zu mehr reicht es bei ihr ja sowieso meist nie.
Gut, genug gemeckert, der Film ist relativ belanglos und muss nicht unbedingt angeschaut werden. Also von mir nur eine sehr eingeschränkte Empfehlung.
Montag, 17. Juni 2013
The Men next Door
"The Men next Door" ist ein Film von Rob Williams (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2012.
Doug (Eric Dean) hat eine lockere Affäre mit dem älteren Jacob (Michael Nicklin). Beide mögen sich sehr, wollen aber keine feste Beziehung, zumindest momentan. Zu seinem 40. Geburtstag hat Doug ein paar Freunde eingeladen, aber in letzter Minute sagt einer nach dem anderen ab. Als es plötzlich doch an der Tür klingelt und ein hübscher junger Mann erscheint, hält Doug diesen für einen Stripper, den wahrscheinlich einer seiner Freunde bestellt hat.
Das Missverständnis klärt sich aber schnell auf, denn Colton (Benjamin Lutz) ist der neue Nachbar von Doug. Beide lachen über die Verwechslung und sind sich gleich sympathisch, also verbringen sie kurzerhand den Abend und die Nacht zusammen. Es scheint so, als würden beide auf eine gemeinsame Beziehung aus sein, bis Doug voller Schreck erkennen muss, dass Jacob und Colton tatsächlich Vater und Sohn sind.
Nun ist Chaos vorprogrammiert, denn weder Jacob noch Colton wollen auf Doug verzichten und der kann sich auch nicht entscheiden. Also beginnt zwischen Vater und Sohn eine Art Wettkampf um Dougs Zuneigung, die Doug zunehmend Nerven kostet. In Jacobs Hütte in den Bergen kommt es zu einer Aussprache zwischen allen Beteiligten. Jacob und Colton wollen Doug vorerst nicht mehr wiedersehen, bis er eine Entscheidung getroffen hat.
Doug liebt beide Männer und ist traurig über den Verlauf der Geschichte und er sucht Rat bei seinen Freunden und seinem Bruder Derek (Devon Michael Jones). Es dauert eine Weile bis Doug erkennt, wer wirklich zu ihm passt, doch dann steht einem Happy-End nichts mehr im Weg. Seinen 41. Geburtstag wird er jedenfalls im größeren Kreis feiern.
Ich verabscheue eigentlich die Bezeichnung "Feel-Good-Movie", aber hier passt sie sehr gut und ist auch nur sehr positiv gemeint. Der Film ist toll und macht großen Spaß, wie sämtliche Filme von Rob Williams bisher. Der Mann hat einfach ein Händchen für angenehme Komödien und Situationskomik. Dabei wird es nie lächerlich, sondern bleibt immer schnurrig und liebenswert. So etwas sieht man nicht oft.
Die Hauptdarsteller Eric Dean, Michael Nicklin und Benjamin Lutz sind perfekt besetzt und sehen alle zum Anbeißen aus. In den Nebenrollen begeistern noch Heidi Rhodes, Mark Cirillo, Christopher Schram, Devon Michael Jones und auch Ronnie Kroell, auch wenn der leider nur einen ganz kleinen Auftritt hat.
Ich mag die Filme von Rob Williams, weil sie so schön leicht und heiter erscheinen, aber nie platt sind. Die kann man sich immer wieder anschauen und wenn man mal ein bisschen Aufmunterung braucht, funktionieren sie besonders gut. Ganz große Empfehlung von mir und hoffentlich noch weitere Filme von Rob Williams.
Doug (Eric Dean) hat eine lockere Affäre mit dem älteren Jacob (Michael Nicklin). Beide mögen sich sehr, wollen aber keine feste Beziehung, zumindest momentan. Zu seinem 40. Geburtstag hat Doug ein paar Freunde eingeladen, aber in letzter Minute sagt einer nach dem anderen ab. Als es plötzlich doch an der Tür klingelt und ein hübscher junger Mann erscheint, hält Doug diesen für einen Stripper, den wahrscheinlich einer seiner Freunde bestellt hat.
Das Missverständnis klärt sich aber schnell auf, denn Colton (Benjamin Lutz) ist der neue Nachbar von Doug. Beide lachen über die Verwechslung und sind sich gleich sympathisch, also verbringen sie kurzerhand den Abend und die Nacht zusammen. Es scheint so, als würden beide auf eine gemeinsame Beziehung aus sein, bis Doug voller Schreck erkennen muss, dass Jacob und Colton tatsächlich Vater und Sohn sind.
Nun ist Chaos vorprogrammiert, denn weder Jacob noch Colton wollen auf Doug verzichten und der kann sich auch nicht entscheiden. Also beginnt zwischen Vater und Sohn eine Art Wettkampf um Dougs Zuneigung, die Doug zunehmend Nerven kostet. In Jacobs Hütte in den Bergen kommt es zu einer Aussprache zwischen allen Beteiligten. Jacob und Colton wollen Doug vorerst nicht mehr wiedersehen, bis er eine Entscheidung getroffen hat.
Doug liebt beide Männer und ist traurig über den Verlauf der Geschichte und er sucht Rat bei seinen Freunden und seinem Bruder Derek (Devon Michael Jones). Es dauert eine Weile bis Doug erkennt, wer wirklich zu ihm passt, doch dann steht einem Happy-End nichts mehr im Weg. Seinen 41. Geburtstag wird er jedenfalls im größeren Kreis feiern.
Ich verabscheue eigentlich die Bezeichnung "Feel-Good-Movie", aber hier passt sie sehr gut und ist auch nur sehr positiv gemeint. Der Film ist toll und macht großen Spaß, wie sämtliche Filme von Rob Williams bisher. Der Mann hat einfach ein Händchen für angenehme Komödien und Situationskomik. Dabei wird es nie lächerlich, sondern bleibt immer schnurrig und liebenswert. So etwas sieht man nicht oft.
Die Hauptdarsteller Eric Dean, Michael Nicklin und Benjamin Lutz sind perfekt besetzt und sehen alle zum Anbeißen aus. In den Nebenrollen begeistern noch Heidi Rhodes, Mark Cirillo, Christopher Schram, Devon Michael Jones und auch Ronnie Kroell, auch wenn der leider nur einen ganz kleinen Auftritt hat.
Ich mag die Filme von Rob Williams, weil sie so schön leicht und heiter erscheinen, aber nie platt sind. Die kann man sich immer wieder anschauen und wenn man mal ein bisschen Aufmunterung braucht, funktionieren sie besonders gut. Ganz große Empfehlung von mir und hoffentlich noch weitere Filme von Rob Williams.
Dienstag, 11. Juni 2013
Das Narrenschiff
"Das Narrenschiff" - "Ship of Fools" ist ein Film von Stanley Kramer aus dem Jahr 1965. Das Drehbuch stammt von Abby Mann und beruht auf dem gleichnamigen Roman von Katherine Anne Porter. Kameramann war hier Ernest Laszlo.
Anfang des Jahres 1933 fährt ein Schiff von Veracruz in Mexiko nach Bremerhaven. Die Reise dauert knapp einen Monat und bietet genug Stoff für viele kleine Geschichten, die sich in dieser Zeit an Bord abspielen.
Eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von Menschen befindet sich auf diesem Schiff und niemand ahnt, was sie in Deutschland erwarten wird, wo die Nationalsozialisten kurz vor der Machtübernahme stehen. Besonders der deutsche Verleger Rieber (José Ferrer) nervt alle mit seiner Polemik, doch selbst der Kapitän (Charles Korvin) hält ihn für einen Spinner, den man nicht ernst nehmen kann. Rieber muss sich zu seinem Ärger die Kabine mit dem jüdischen Kaufmann Löwenthal (Heinz Rühmann) teilen, der auch noch schnarcht und sich von Riebers Gequatsche nicht einschüchtern lässt.
Löwenthal teilt sich im Speisesaal einen Tisch mit dem kleinwüchsigen Glocken (Michael Dunn). Beide erhalten keine Einladung an den Tisch des Kapitäns und lachen nur darüber.
Jenny (Elizabeth Ashley) und David (George Segal) sind ein junges Paar mit Beziehungsproblemen. Beide sind Künstler, auf der Suche nach sich selbst und mit der Frage beschäftigt, wie weit man auf den anderen zugehen kann oder muss, ohne sich selbst zu verleugnen.
Die ältere Amerikanerin Mary Treadwell (Vivien Leigh) teilt sich den Tisch mit dem ehemaligen Sportler Tenny (Lee Marvin), einem Typ mit fragwürdigen Manieren, was für einigen Sprengstoff zwischen ihnen sorgt.
Der herzkranke und depressive Schiffsarzt Dr. Schumann (Oskar Werner) verliebt sich in die tablettensüchtige La Condesa (Simone Signoret), die in Spanien das Schiff verlassen muss.
Rieber vergnügt sich während der Reise mit einem jungen deutschen Mädel, bis diese herausfindet, dass er verheiratet ist und ihn fallen lässt. Tenny will unbedingt eine Frau erobern und versucht sein Glück bei einer spanischen Tanztruppe, wird aber immer nur vertröstet. Zum Schluss landet er durch eine Verwechslung in der Kabine von Mary Treadwell, die ihn mit ihrem Schuh ordentlich vermöbelt. Das ist eine herrliche Szene.
Der Film ist mit rund 140 Minuten zwar lang, aber niemals langweilig, denn dafür passiert hier zuviel. Es ist ein seltener Genuss, sich dieses Werk anzuschauen und ich kann gar nicht genug davon schwärmen. Diesen Film muss man einfach gesehen haben. Die wunderbaren Schwarz-Weiß-Bilder, die fabelhaften Darsteller, die verschiedenen Charaktere, es ist eine wahre Freude, das erleben zu können.
Die Schauspieler sind großartig, besonders Simone Signoret und Oskar Werner als verhindertes Liebespaar, das einem die Tränen in die Augen treibt und ganz besonders die wirklich hinreißende Vivien Leigh als alternde und alleinstehende Frau, die sich nach Liebe sehnt und erkennen muss, dass ihre Zeit vorüber ist. Ihr gehören die besten Szenen im Film, der leider ihr letzter war, vor ihrem Tod am 7. Juli 1967. Zum Zeitpunkt der Dreharbeiten war sie schon sehr angeschlagen, wovon man im Film aber nichts sehen kann. Ihr Auftritt ist tadellos und absolut umwerfend.
Die gerade erschienene DVD bietet noch wirklich schöne Extras und rundet das gelungene Filmerlebnis ab. Den kann man sich wahrscheinlich öfter anschauen und immer wieder genießen. Ganz große Empfehlung.
Anfang des Jahres 1933 fährt ein Schiff von Veracruz in Mexiko nach Bremerhaven. Die Reise dauert knapp einen Monat und bietet genug Stoff für viele kleine Geschichten, die sich in dieser Zeit an Bord abspielen.
Eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von Menschen befindet sich auf diesem Schiff und niemand ahnt, was sie in Deutschland erwarten wird, wo die Nationalsozialisten kurz vor der Machtübernahme stehen. Besonders der deutsche Verleger Rieber (José Ferrer) nervt alle mit seiner Polemik, doch selbst der Kapitän (Charles Korvin) hält ihn für einen Spinner, den man nicht ernst nehmen kann. Rieber muss sich zu seinem Ärger die Kabine mit dem jüdischen Kaufmann Löwenthal (Heinz Rühmann) teilen, der auch noch schnarcht und sich von Riebers Gequatsche nicht einschüchtern lässt.
Löwenthal teilt sich im Speisesaal einen Tisch mit dem kleinwüchsigen Glocken (Michael Dunn). Beide erhalten keine Einladung an den Tisch des Kapitäns und lachen nur darüber.
Jenny (Elizabeth Ashley) und David (George Segal) sind ein junges Paar mit Beziehungsproblemen. Beide sind Künstler, auf der Suche nach sich selbst und mit der Frage beschäftigt, wie weit man auf den anderen zugehen kann oder muss, ohne sich selbst zu verleugnen.
Die ältere Amerikanerin Mary Treadwell (Vivien Leigh) teilt sich den Tisch mit dem ehemaligen Sportler Tenny (Lee Marvin), einem Typ mit fragwürdigen Manieren, was für einigen Sprengstoff zwischen ihnen sorgt.
Der herzkranke und depressive Schiffsarzt Dr. Schumann (Oskar Werner) verliebt sich in die tablettensüchtige La Condesa (Simone Signoret), die in Spanien das Schiff verlassen muss.
Rieber vergnügt sich während der Reise mit einem jungen deutschen Mädel, bis diese herausfindet, dass er verheiratet ist und ihn fallen lässt. Tenny will unbedingt eine Frau erobern und versucht sein Glück bei einer spanischen Tanztruppe, wird aber immer nur vertröstet. Zum Schluss landet er durch eine Verwechslung in der Kabine von Mary Treadwell, die ihn mit ihrem Schuh ordentlich vermöbelt. Das ist eine herrliche Szene.
Der Film ist mit rund 140 Minuten zwar lang, aber niemals langweilig, denn dafür passiert hier zuviel. Es ist ein seltener Genuss, sich dieses Werk anzuschauen und ich kann gar nicht genug davon schwärmen. Diesen Film muss man einfach gesehen haben. Die wunderbaren Schwarz-Weiß-Bilder, die fabelhaften Darsteller, die verschiedenen Charaktere, es ist eine wahre Freude, das erleben zu können.
Die Schauspieler sind großartig, besonders Simone Signoret und Oskar Werner als verhindertes Liebespaar, das einem die Tränen in die Augen treibt und ganz besonders die wirklich hinreißende Vivien Leigh als alternde und alleinstehende Frau, die sich nach Liebe sehnt und erkennen muss, dass ihre Zeit vorüber ist. Ihr gehören die besten Szenen im Film, der leider ihr letzter war, vor ihrem Tod am 7. Juli 1967. Zum Zeitpunkt der Dreharbeiten war sie schon sehr angeschlagen, wovon man im Film aber nichts sehen kann. Ihr Auftritt ist tadellos und absolut umwerfend.
Die gerade erschienene DVD bietet noch wirklich schöne Extras und rundet das gelungene Filmerlebnis ab. Den kann man sich wahrscheinlich öfter anschauen und immer wieder genießen. Ganz große Empfehlung.
Donnerstag, 14. März 2013
Wolken sind überall
"Wolken sind überall" - "The Moon is Blue" ist ein Film von Otto Preminger aus dem Jahr 1953. Das Drehbuch stammt von F. Hugh Herbert und basiert auf seinem gleichnamigen Theaterstück.
Der Film handelt von der zufälligen Begegnung der jungen Schauspielerin Patty (Maggie McNamara) mit dem Architekten Donald (William Holden). Beide beobachten sich und schließlich folgt er ihr bis auf das Dach des Empire State Buildings, wo eine lockere Unterhaltung zwischen ihnen beginnt. Sie sind sich gleich sympathisch und Donald lädt Patty zum Essen ein.
Eigentlich soll es in ein bekanntes Restaurant gehen, aber da Donald einen Knopf an seiner Jacke verloren hat, den Patty wieder annähen will, landen sie zuerst in seiner Wohnung. Patty ist von der Wohnung und der Küche so beeindruckt, dass sie dort unbedingt selber kochen will, aber leider gibt der Inhalt des Kühlschranks gar nichts her. So bekommt Donald eine Einkaufsliste in die Hand gedrückt und verschwindet, während Patty mit ihrer Freundin telefoniert.
Es klingelt an der Tür und Cynthia (Dawn Addams) erscheint, die Ex-Freundin von Donald, die sich mit ihrem neuen Status noch nicht anfreunden kann und nicht mit Pattys Anwesenheit gerechnet hat. Cynthia geht wieder, doch bald klingelt es erneut und David (David Niven) steht vor der Tür, ein Freund von Donald, den Patty spontan zum Essen einlädt. David ist Cynthias Vater und ein Lebemann, der sich gerne mit jungen Frauen umgibt. Er findet spontan Gefallen an Patty und umwirbt sie, was Patty allerdings immer sehr höflich zurückweist.
Donald kommt mit seinen Einkäufen zurück und ist nicht besonders erfreut darüber, David an Pattys Seite zu sehen. Beide Männer buhlen um ihre Zuneigung, aber Patty behält in diesem Spiel die Oberhand und lässt sich auf nichts ein.
Es kommt noch zu einigen Verwicklungen, auf die ich aber hier nicht weiter eingehen will, das muss man sich schon selbst anschauen, es lohnt sich auf jeden Fall.
Das ist ein ganz zauberhafter Film, der nun schon ganze sechzig Jahre auf dem Buckel hat und trotzdem noch gut unterhalten kann. Allein schon die Szene im Taxi ist göttlich, wer den Film gesehen hat, der weiß was ich meine. Otto Preminger hatte auch hier wieder viel Ärger mit der Zensur, denn er erlaubte sich Dialoge, die die Worte Jungfrau, Verführung und Sex beinhaltet haben und somit für damalige Verhältnisse eigentlich unaussprechlich waren. Aus heutiger Sicht kann man darüber lachen, aber früher konnte so etwas das Aus für einen Film bedeuten.
Den ständigen Kampf gegen die Zensurbehörde hat er oft gewonnen, so auch hier. Otto Preminger wollte seine Filme durchsetzen und er tat das auch. So viel Mut hatten viele andere nicht, aber er hat den Weg bereitet.
Zurück zum Film, der insgesamt gesehen eine hübsche Liebeskomödie ist, was heutzutage gerne "RomCom" genannt wird und bei mir fast immer Brechreiz auslöst. Hier aber kann man sehen, wie hervorragend so etwas funktionieren kann, wenn man gute Dialoge, feinen Humor und fabelhafte Schauspieler hat. Da sind die Komödien der heutigen Zeit meist Lichtjahre von entfernt. Das ist schade, aber leider wahr.
Für diesen Film gibt es jedenfalls eine große Empfehlung, denn der macht einfach Spaß.
Der Film handelt von der zufälligen Begegnung der jungen Schauspielerin Patty (Maggie McNamara) mit dem Architekten Donald (William Holden). Beide beobachten sich und schließlich folgt er ihr bis auf das Dach des Empire State Buildings, wo eine lockere Unterhaltung zwischen ihnen beginnt. Sie sind sich gleich sympathisch und Donald lädt Patty zum Essen ein.
Eigentlich soll es in ein bekanntes Restaurant gehen, aber da Donald einen Knopf an seiner Jacke verloren hat, den Patty wieder annähen will, landen sie zuerst in seiner Wohnung. Patty ist von der Wohnung und der Küche so beeindruckt, dass sie dort unbedingt selber kochen will, aber leider gibt der Inhalt des Kühlschranks gar nichts her. So bekommt Donald eine Einkaufsliste in die Hand gedrückt und verschwindet, während Patty mit ihrer Freundin telefoniert.
Es klingelt an der Tür und Cynthia (Dawn Addams) erscheint, die Ex-Freundin von Donald, die sich mit ihrem neuen Status noch nicht anfreunden kann und nicht mit Pattys Anwesenheit gerechnet hat. Cynthia geht wieder, doch bald klingelt es erneut und David (David Niven) steht vor der Tür, ein Freund von Donald, den Patty spontan zum Essen einlädt. David ist Cynthias Vater und ein Lebemann, der sich gerne mit jungen Frauen umgibt. Er findet spontan Gefallen an Patty und umwirbt sie, was Patty allerdings immer sehr höflich zurückweist.
Donald kommt mit seinen Einkäufen zurück und ist nicht besonders erfreut darüber, David an Pattys Seite zu sehen. Beide Männer buhlen um ihre Zuneigung, aber Patty behält in diesem Spiel die Oberhand und lässt sich auf nichts ein.
Es kommt noch zu einigen Verwicklungen, auf die ich aber hier nicht weiter eingehen will, das muss man sich schon selbst anschauen, es lohnt sich auf jeden Fall.
Das ist ein ganz zauberhafter Film, der nun schon ganze sechzig Jahre auf dem Buckel hat und trotzdem noch gut unterhalten kann. Allein schon die Szene im Taxi ist göttlich, wer den Film gesehen hat, der weiß was ich meine. Otto Preminger hatte auch hier wieder viel Ärger mit der Zensur, denn er erlaubte sich Dialoge, die die Worte Jungfrau, Verführung und Sex beinhaltet haben und somit für damalige Verhältnisse eigentlich unaussprechlich waren. Aus heutiger Sicht kann man darüber lachen, aber früher konnte so etwas das Aus für einen Film bedeuten.
Den ständigen Kampf gegen die Zensurbehörde hat er oft gewonnen, so auch hier. Otto Preminger wollte seine Filme durchsetzen und er tat das auch. So viel Mut hatten viele andere nicht, aber er hat den Weg bereitet.
Zurück zum Film, der insgesamt gesehen eine hübsche Liebeskomödie ist, was heutzutage gerne "RomCom" genannt wird und bei mir fast immer Brechreiz auslöst. Hier aber kann man sehen, wie hervorragend so etwas funktionieren kann, wenn man gute Dialoge, feinen Humor und fabelhafte Schauspieler hat. Da sind die Komödien der heutigen Zeit meist Lichtjahre von entfernt. Das ist schade, aber leider wahr.
Für diesen Film gibt es jedenfalls eine große Empfehlung, denn der macht einfach Spaß.
Sonntag, 10. März 2013
Robot & Frank
"Robot & Frank" ist ein Film von Jake Schreier aus dem Jahr 2012. Das Drehbuch stammt von Christopher D. Ford.
Einst war Frank (Frank Langella) ein gefürchteter Juwelendieb, doch jetzt ist er ein einsamer alter Mann, der immer häufiger Gedächtnislücken hat, sein Haus nicht mehr in Ordnung halten kann und dessen einziges Vergnügen darin besteht, in der Gemeindebücherei mit der Bibliothekarin Jennifer (Susan Sarandon) zu flirten oder in einem Geschäft kleine Seifenfiguren zu stehlen.
Seine Kinder Hunter (James Marsden) und Madison (Liv Tyler) leben ihr eigenes Leben und haben kaum Zeit für ihren Vater. Madison ist ständig auf Reisen und Hunter wohnt weit weg und hat selbst eine Familie, um die er sich kümmert. Gegen Franks Willen stellt Hunter ihm eines Tages einen kleinen Roboter vor die Tür, der darauf programmiert ist im Haushalt zu helfen, sich um das Essen zu kümmern und für einen geregelten Tagesablauf zu sorgen. Eine perfekte Mischung aus Pflegehilfe und Butler, aber das sieht Frank natürlich ganz anders und würdigt seinen neuen Begleiter zunächst keines Blickes.
Im Laufe der Zeit jedoch findet Frank zunehmend Gefallen an dem kleinen Roboter, als er bemerkt, dass er diesen für seine Zwecke einsetzen kann. Robot wird zum Komplizen, als Frank einen neuen Einbruch plant. Beflügelt durch eine neue Aufgabe blüht Frank regelrecht auf und plant schon weitere Raubzüge, doch das bleibt natürlich nicht ohne Folgen. Die Polizei hat bereits ein Auge auf ihn geworfen und der Speicher des Roboters könnte ihn verraten. Frank will seinen kleinen Freund schützen, aber die Lage scheint aussichtslos zu sein und Franks Gedächtnislücken nehmen immer mehr zu.
"Robot & Frank" ist eine hübsche kleine Komödie mit durchaus ernsten Untertönen, die aber ganz charmant präsentiert werden. In erster Linie geht es hier um Unterhaltung und nicht um Belehrung. Die Story ist gut erzählt, hier gibt es keine Bilderbuchfamilie, sondern ganz normale Menschen, die eben auch Probleme haben. Das Verhältnis zwischen Frank und seinen Kindern ist zwar herzlich, aber auch nicht unbelastet, was immer wieder zu spüren ist. Wegen seiner Einbrüche war Frank viele Jahre im Gefängnis, ist seit dreißig Jahren geschieden und konnte sich auch nur wenig um seine Kinder kümmern.
James Marsden und Liv Tyler haben nicht viel zu tun und bleiben wie üblich ein bisschen blass und selbst Susan Sarandons Rolle ist nicht sehr groß ausgefallen. Sie alle sind hier aber sowieso nur bessere Sidekicks für den wirklich großartigen Frank Langella, der den ganzen Film dominiert. Was für ein grandioser Schauspieler, ihm zuzuschauen ist ein echtes Erlebnis. Allein mit seinem Blick kann Frank Langella mehr ausdrücken, als andere Schauspieler in ihrem ganzen Leben.
Insgesamt gesehen ein empfehlenswerter Film mit einem wunderbaren Hauptdarsteller.
Einst war Frank (Frank Langella) ein gefürchteter Juwelendieb, doch jetzt ist er ein einsamer alter Mann, der immer häufiger Gedächtnislücken hat, sein Haus nicht mehr in Ordnung halten kann und dessen einziges Vergnügen darin besteht, in der Gemeindebücherei mit der Bibliothekarin Jennifer (Susan Sarandon) zu flirten oder in einem Geschäft kleine Seifenfiguren zu stehlen.
Seine Kinder Hunter (James Marsden) und Madison (Liv Tyler) leben ihr eigenes Leben und haben kaum Zeit für ihren Vater. Madison ist ständig auf Reisen und Hunter wohnt weit weg und hat selbst eine Familie, um die er sich kümmert. Gegen Franks Willen stellt Hunter ihm eines Tages einen kleinen Roboter vor die Tür, der darauf programmiert ist im Haushalt zu helfen, sich um das Essen zu kümmern und für einen geregelten Tagesablauf zu sorgen. Eine perfekte Mischung aus Pflegehilfe und Butler, aber das sieht Frank natürlich ganz anders und würdigt seinen neuen Begleiter zunächst keines Blickes.
Im Laufe der Zeit jedoch findet Frank zunehmend Gefallen an dem kleinen Roboter, als er bemerkt, dass er diesen für seine Zwecke einsetzen kann. Robot wird zum Komplizen, als Frank einen neuen Einbruch plant. Beflügelt durch eine neue Aufgabe blüht Frank regelrecht auf und plant schon weitere Raubzüge, doch das bleibt natürlich nicht ohne Folgen. Die Polizei hat bereits ein Auge auf ihn geworfen und der Speicher des Roboters könnte ihn verraten. Frank will seinen kleinen Freund schützen, aber die Lage scheint aussichtslos zu sein und Franks Gedächtnislücken nehmen immer mehr zu.
"Robot & Frank" ist eine hübsche kleine Komödie mit durchaus ernsten Untertönen, die aber ganz charmant präsentiert werden. In erster Linie geht es hier um Unterhaltung und nicht um Belehrung. Die Story ist gut erzählt, hier gibt es keine Bilderbuchfamilie, sondern ganz normale Menschen, die eben auch Probleme haben. Das Verhältnis zwischen Frank und seinen Kindern ist zwar herzlich, aber auch nicht unbelastet, was immer wieder zu spüren ist. Wegen seiner Einbrüche war Frank viele Jahre im Gefängnis, ist seit dreißig Jahren geschieden und konnte sich auch nur wenig um seine Kinder kümmern.
James Marsden und Liv Tyler haben nicht viel zu tun und bleiben wie üblich ein bisschen blass und selbst Susan Sarandons Rolle ist nicht sehr groß ausgefallen. Sie alle sind hier aber sowieso nur bessere Sidekicks für den wirklich großartigen Frank Langella, der den ganzen Film dominiert. Was für ein grandioser Schauspieler, ihm zuzuschauen ist ein echtes Erlebnis. Allein mit seinem Blick kann Frank Langella mehr ausdrücken, als andere Schauspieler in ihrem ganzen Leben.
Insgesamt gesehen ein empfehlenswerter Film mit einem wunderbaren Hauptdarsteller.
Donnerstag, 31. Januar 2013
Und nebenbei das große Glück
"Und nebenbei das große Glück" - "Un bonheur n'arrive jamais seul" ist ein Film von James Huth aus dem Jahr 2012. Das Drehbuch schrieb Huth zusammen mit Sonja Shillito.
Sacha (Gad Elmaleh) ist Mitte Vierzig, glücklicher Single und Jazz-Pianist. Nachts sitzt er im Club am Klavier, reißt Frauen auf und macht sich um nichts Sorgen. Seine Mutter hält seine Wohnung in Ordnung, wäscht seine Wäsche und kocht für ihn. Tagsüber produziert Sacha Werbejingles, aber eigentlich träumt er von einem eigenen Musical, das er mit seinem besten Freund Laurent (Maurice Barthélémy) verwirklichen will.
Als Sacha eines Tages von dem reichen Großindustriellen Alain (Francois Berléand) kurz abgefertigt wird, weil diesem Sachas Musik für einen Werbespot nicht gefällt, verlässt er genervt das Gebäude. Vor der Tür fällt ihm die schöne Charlotte (Sophie Marceau) vor die Füße, die ebenfalls aus dem Gebäude kommt. Es regnet in Strömen, aber für einen kurzen Moment scheint die Sonne, soll heißen: Sacha und Charlotte verlieben sich auf den ersten Blick.
Sacha nimmt Charlotte in seinem Wagen mit und schon bald muss er feststellen, dass sie die Ehefrau von Alain ist, aber deren Ehe nur noch eine Zweckverbindung darstellt. Zusammen in Sachas Wohnung angekommen, haben sie tollen Sex und verstehen sich auch sonst blendend. Könnte das etwa der Beginn einer echten Beziehung sein? Nun, da gibt es noch ein kleines Hindernis und damit ist nicht Alain gemeint, sondern Charlottes Kinder. Davon gibt es gleich drei Stück und Sacha hasst Kinder.
Aus Liebe zu Charlotte entwickelt sich Sacha langsam aber sicher auch zum Freund ihrer Kinder, was nicht immer leicht ist, besonders wenn ihn der Jüngste mal wieder vollkotzt. Doch als Alain von der neuen Beziehung seiner Frau erfährt, lässt er seine Macht spielen, um Sacha loszuwerden. Mit Hilfe von Laurent ermöglicht er Sacha den Traum von seinem Musical am Broadway, ohne selbst in Erscheinung zu treten. Charlotte wird von Laurent gebeten, Sacha nicht im Weg zu stehen und trennt sich schweren Herzens von ihm.
Sacha lebt in New York auf und arbeitet hart, aber irgendwann eröffnen ihm seine Freunde, was tatsächlich passiert ist und er reist zurück nach Paris, um Charlotte endgültig für sich zu gewinnen. Die ist inzwischen aus der feudalen Wohnung ausgezogen und renoviert eine neue Bleibe für sich und die Kinder. Alain spielt keine Rolle mehr und einem Happy-End steht nichts mehr im Weg.
Ja, das hört sich alles ganz nett und harmonisch an, wäre die Umsetzung nicht so total dämlich geworden. Ich beschränke meine Meckerliste mal auf ein paar Punkte. Erstens werden sowohl Charlotte als auch Sacha in den Untertiteln immer mit 35 angegeben, was ja nun überhaupt nicht der Wahrheit entspricht. Es werden auch Witze darüber gemacht "mit 35 muss sie ja schon grau sein" (haha). Was das soll? Keine Ahnung. Zweitens gibt es hier viel zu viel Slapstick und Klamauk, was wirklich nervt. Die zauberhafte Sophie Marceau muss beinahe ständig ausrutschen, stolpern und hinfallen, was überhaupt nicht lustig ist.
Das Ende ist natürlich absehbar, gar keine Frage. Eigentlich fand ich den ganzen Film eher ärgerlich, aber wegen der wunderbaren Sophie Marceau, die einfach großartig aussieht und spielt, gebe ich hier zumindest eine nur eingeschränkte Empfehlung ab. Diese Frau ist einfach atemberaubend, auch in ihrem wirklichen Alter und ganz ohne Plastikgesicht. Der Rest der Besetzung fällt da eben ein bisschen ab, kann aber auch überzeugen. Trotz allem kann man diesen Film aber auch gerne verpassen.
Sacha (Gad Elmaleh) ist Mitte Vierzig, glücklicher Single und Jazz-Pianist. Nachts sitzt er im Club am Klavier, reißt Frauen auf und macht sich um nichts Sorgen. Seine Mutter hält seine Wohnung in Ordnung, wäscht seine Wäsche und kocht für ihn. Tagsüber produziert Sacha Werbejingles, aber eigentlich träumt er von einem eigenen Musical, das er mit seinem besten Freund Laurent (Maurice Barthélémy) verwirklichen will.
Als Sacha eines Tages von dem reichen Großindustriellen Alain (Francois Berléand) kurz abgefertigt wird, weil diesem Sachas Musik für einen Werbespot nicht gefällt, verlässt er genervt das Gebäude. Vor der Tür fällt ihm die schöne Charlotte (Sophie Marceau) vor die Füße, die ebenfalls aus dem Gebäude kommt. Es regnet in Strömen, aber für einen kurzen Moment scheint die Sonne, soll heißen: Sacha und Charlotte verlieben sich auf den ersten Blick.
Sacha nimmt Charlotte in seinem Wagen mit und schon bald muss er feststellen, dass sie die Ehefrau von Alain ist, aber deren Ehe nur noch eine Zweckverbindung darstellt. Zusammen in Sachas Wohnung angekommen, haben sie tollen Sex und verstehen sich auch sonst blendend. Könnte das etwa der Beginn einer echten Beziehung sein? Nun, da gibt es noch ein kleines Hindernis und damit ist nicht Alain gemeint, sondern Charlottes Kinder. Davon gibt es gleich drei Stück und Sacha hasst Kinder.
Aus Liebe zu Charlotte entwickelt sich Sacha langsam aber sicher auch zum Freund ihrer Kinder, was nicht immer leicht ist, besonders wenn ihn der Jüngste mal wieder vollkotzt. Doch als Alain von der neuen Beziehung seiner Frau erfährt, lässt er seine Macht spielen, um Sacha loszuwerden. Mit Hilfe von Laurent ermöglicht er Sacha den Traum von seinem Musical am Broadway, ohne selbst in Erscheinung zu treten. Charlotte wird von Laurent gebeten, Sacha nicht im Weg zu stehen und trennt sich schweren Herzens von ihm.
Sacha lebt in New York auf und arbeitet hart, aber irgendwann eröffnen ihm seine Freunde, was tatsächlich passiert ist und er reist zurück nach Paris, um Charlotte endgültig für sich zu gewinnen. Die ist inzwischen aus der feudalen Wohnung ausgezogen und renoviert eine neue Bleibe für sich und die Kinder. Alain spielt keine Rolle mehr und einem Happy-End steht nichts mehr im Weg.
Ja, das hört sich alles ganz nett und harmonisch an, wäre die Umsetzung nicht so total dämlich geworden. Ich beschränke meine Meckerliste mal auf ein paar Punkte. Erstens werden sowohl Charlotte als auch Sacha in den Untertiteln immer mit 35 angegeben, was ja nun überhaupt nicht der Wahrheit entspricht. Es werden auch Witze darüber gemacht "mit 35 muss sie ja schon grau sein" (haha). Was das soll? Keine Ahnung. Zweitens gibt es hier viel zu viel Slapstick und Klamauk, was wirklich nervt. Die zauberhafte Sophie Marceau muss beinahe ständig ausrutschen, stolpern und hinfallen, was überhaupt nicht lustig ist.
Das Ende ist natürlich absehbar, gar keine Frage. Eigentlich fand ich den ganzen Film eher ärgerlich, aber wegen der wunderbaren Sophie Marceau, die einfach großartig aussieht und spielt, gebe ich hier zumindest eine nur eingeschränkte Empfehlung ab. Diese Frau ist einfach atemberaubend, auch in ihrem wirklichen Alter und ganz ohne Plastikgesicht. Der Rest der Besetzung fällt da eben ein bisschen ab, kann aber auch überzeugen. Trotz allem kann man diesen Film aber auch gerne verpassen.
Samstag, 29. Dezember 2012
Late Bloomers
"Late Bloomers" ist ein Film von Julie Gavras aus dem Jahr 2011. Das Drehbuch schrieb Gavras zusammen mit Olivier Dazat.
Adam (William Hurt) und Mary (Isabella Rossellini) sind beide um die Sechzig. Sie führen eine harmonische Ehe, die drei Kinder Giulia, James und Benjamin (Kate Ashfield, Aidan McArdle und Luke Treadaway) sind längst aus dem Haus und haben ihr eigenes Leben. Marys Mutter Nora (Doreen Mantle) lebt in der Wohnung nebenan und legt Wert auf ihre Unabhängigkeit.
Als Adam eine Auszeichnung für sein Lebenswerk als Architekt erhält, fangen er und Mary an, über das Älterwerden nachzudenken. Allerdings tut das jeder für sich und mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Mary hatte kurze Gedächtnisaussetzer und lässt sich aus Angst vor Alzheimer untersuchen. Da alles in Ordnung ist, rät ihr der Arzt, sich körperlich zu betätigen. Ein kurzer Besuch bei der Aqua-Fitness, wo sie sich neben lauter jungen und sportlichen Frauen nicht sehr wohl fühlt, reicht ihr dann aber auch schon. Vielleicht irgendeine ehrenamtliche Tätigkeit? Als ehemalige Lehrerin könnte sie doch sehr nützlich sein, oder? Die ersten Ergebnisse sind jedoch eher frustrierend.
Doch Mary packt das Thema "Alter" sehr direkt an. Sie kauft ein Seniorentelefon, Seniorenbetten und Einstieghilfen und Haltegriffe für die Badewanne. Adam reagiert verstört auf diese Dinge und lehnt sie strikt ab. Im Büro soll er ein Altenheim-Projekt entwerfen, was ihm ordentlich gegen den Strich geht. Lieber arbeitet er mit jungen Kollegen an einem Museums-Entwurf und wird von der jungen Maya (Arta Dobroshi) angehimmelt. Statt Anzug und Pullover trägt er nun Jeans und Lederjacke.
Es kommt, wie es kommen muss. Das Ehepaar lebt sich auseinander, weil keiner Verständnis für den anderen aufbringen kann. Die Kinder sind ratlos und planen, ihre Eltern wieder zu versöhnen. Ob das gelingt?
Es ist natürlich schön und lobenswert, wenn sich ein Film mit dem Thema "Alter und Älterwerden" beschäftigt, das ist klar. So etwas wird ja sonst gerne ausgeblendet. "Late Bloomers" ist ein hübscher Versuch, dem etwas entgegenzusetzen. Selbstverständlich werden hier viele Klischees bemüht, aber das auf recht charmante Art und Weise. Ernst nehmen kann man das alles zwar nicht, trotzdem ist es durchaus amüsant und unterhaltsam.
Ein großer Pluspunkt ist aber die Besetzung der Hauptrollen mit Isabella Rossellini und William Hurt, denn beide sind großartig und authentisch in ihren Rollen und passen auch vom Alter her perfekt. Überhaupt, Isabella Rossellini ist eine Frau, die mit Sechzig noch ein "echtes" Gesicht und Falten hat, herrlich. Ich kann mich an ihr gar nicht sattsehen. Ein Highlight ist aber auch noch Doreen Mantle als Marys Mutter, die für einige Lacher sorgt und echt zum Verlieben ist.
Mir hat der Film gefallen, das kann ich nicht anders sagen. Ich will auch gar nicht meckern über Kleinigkeiten, die zu bemüht wirken, sondern einfach eine Empfehlung aussprechen. Es lohnt sich.
Adam (William Hurt) und Mary (Isabella Rossellini) sind beide um die Sechzig. Sie führen eine harmonische Ehe, die drei Kinder Giulia, James und Benjamin (Kate Ashfield, Aidan McArdle und Luke Treadaway) sind längst aus dem Haus und haben ihr eigenes Leben. Marys Mutter Nora (Doreen Mantle) lebt in der Wohnung nebenan und legt Wert auf ihre Unabhängigkeit.
Als Adam eine Auszeichnung für sein Lebenswerk als Architekt erhält, fangen er und Mary an, über das Älterwerden nachzudenken. Allerdings tut das jeder für sich und mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Mary hatte kurze Gedächtnisaussetzer und lässt sich aus Angst vor Alzheimer untersuchen. Da alles in Ordnung ist, rät ihr der Arzt, sich körperlich zu betätigen. Ein kurzer Besuch bei der Aqua-Fitness, wo sie sich neben lauter jungen und sportlichen Frauen nicht sehr wohl fühlt, reicht ihr dann aber auch schon. Vielleicht irgendeine ehrenamtliche Tätigkeit? Als ehemalige Lehrerin könnte sie doch sehr nützlich sein, oder? Die ersten Ergebnisse sind jedoch eher frustrierend.
Doch Mary packt das Thema "Alter" sehr direkt an. Sie kauft ein Seniorentelefon, Seniorenbetten und Einstieghilfen und Haltegriffe für die Badewanne. Adam reagiert verstört auf diese Dinge und lehnt sie strikt ab. Im Büro soll er ein Altenheim-Projekt entwerfen, was ihm ordentlich gegen den Strich geht. Lieber arbeitet er mit jungen Kollegen an einem Museums-Entwurf und wird von der jungen Maya (Arta Dobroshi) angehimmelt. Statt Anzug und Pullover trägt er nun Jeans und Lederjacke.
Es kommt, wie es kommen muss. Das Ehepaar lebt sich auseinander, weil keiner Verständnis für den anderen aufbringen kann. Die Kinder sind ratlos und planen, ihre Eltern wieder zu versöhnen. Ob das gelingt?
Es ist natürlich schön und lobenswert, wenn sich ein Film mit dem Thema "Alter und Älterwerden" beschäftigt, das ist klar. So etwas wird ja sonst gerne ausgeblendet. "Late Bloomers" ist ein hübscher Versuch, dem etwas entgegenzusetzen. Selbstverständlich werden hier viele Klischees bemüht, aber das auf recht charmante Art und Weise. Ernst nehmen kann man das alles zwar nicht, trotzdem ist es durchaus amüsant und unterhaltsam.
Ein großer Pluspunkt ist aber die Besetzung der Hauptrollen mit Isabella Rossellini und William Hurt, denn beide sind großartig und authentisch in ihren Rollen und passen auch vom Alter her perfekt. Überhaupt, Isabella Rossellini ist eine Frau, die mit Sechzig noch ein "echtes" Gesicht und Falten hat, herrlich. Ich kann mich an ihr gar nicht sattsehen. Ein Highlight ist aber auch noch Doreen Mantle als Marys Mutter, die für einige Lacher sorgt und echt zum Verlieben ist.
Mir hat der Film gefallen, das kann ich nicht anders sagen. Ich will auch gar nicht meckern über Kleinigkeiten, die zu bemüht wirken, sondern einfach eine Empfehlung aussprechen. Es lohnt sich.
Donnerstag, 27. Dezember 2012
Nur für Personal
Paris, Anfang der Sechziger Jahre. Der Vermögensverwalter Jean-Louis (Fabrice Luchini) lebt zusammen mit seiner Frau Suzanne (Sandrine Kiberlain) in einem großzügigen Stadthaus, das schon seinen Eltern gehört hat. Die beiden Söhne sind meistens im Internat, Jean-Louis geht seiner Arbeit nach und Suzanne verbringt ihre Zeit mit Einkäufen und Verabredungen mit Freundinnen.
Als die langjährige Haushälterin Germaine (Michèle Gleizer) überraschend kündigt, muss schnell Ersatz für sie her. Suzannes Wahl fällt auf die junge Spanierin Maria (Natalia Verbeke), die gerade erst in Paris angekommen ist. Französisches Personal ist schwer zu bekommen und spanische Hausangestellte sind der letzte Schrei. In der sechsten Etage des Hauses von Jean-Louis, direkt unter dem Dach, befinden sich mehrere kleine Dienstbotenzimmer, in denen bereits einige Spanierinnen untergekommen sind, die alle in den Häusern in der Nachbarschaft arbeiten.
Marie bezieht dort eine Kammer, auch weil ihre Tante Concepción (Carmen Maura) dort ebenfalls lebt. Neben Concepción wohnen dort unter anderem noch Carmen (Lola Duenas), Dolores (Berta Ojea) und Teresa (Nurja Solé). Im Gegensatz zu dem Rest des gepflegten Hauses herrscht dort oben ein kleines Chaos. Die Toilette ist permanent verstopft und unbrauchbar, es gibt nur kaltes Wasser und der Zustand der Räume lässt zu wünschen übrig. Die spanischen Frauen beklagen sich allerdings nicht, sondern machen das Beste daraus und lassen sich ihre Laune nicht verderben.
Marie erweist sich im Haushalt als echte Perle und hat bei Jean-Louis schon einen Stein im Brett, als sie ihm sein Frühstücksei auf den Punkt serviert, so wie er es liebt. Er beginnt sich, ganz harmlos, für die junge und hübsche Frau zu interessieren, möchte mehr über sie und ihr Leben erfahren und landet dabei irgendwann im sechsten Stock. Erschrocken muss er feststellen, unter welchen Umständen die Frauen dort leben und beschließt spontan, ihnen zu helfen. Als erstes wird ein Klempner gerufen, der die Toilette richten soll.
Immer mehr wird Jean-Louis in das Leben der Spanierinnen hineingezogen, weil sie ihm vertrauen und mit ihren Sorgen zu ihm kommen. Er hilft, wo er kann und lässt sich von der Lebensfreude der Frauen anstecken. Eine Lebensfreude, die ihm in seinem Dasein schon lange abhanden gekommen schien. Seine Frau Suzanne bekommt von all dem nichts mit, bemerkt aber eine Veränderung an ihrem Mann. Sie verdächtigt ihn, eine Affäre mit einer reichen Klientin zu haben und wirft ihn aus der Wohnung.
Jean-Louis zieht daraufhin ebenfalls in den sechsten Stock und lebt fortan inmitten der fröhlichen Frauen. Er blüht merklich auf, genießt sein neues Leben und die Tatsache, endlich ein kleines Reich für sich zu haben, auch wenn es nur eine kleine Abstellkammer ist. Von den Spanierinnen wird er liebevoll umsorgt und seine Zuneigung zu Maria verstärkt sich.
Maria hat aber ein Geheimnis, denn sie hat einen achtjährigen Sohn, den sie als unverheiratete junge Frau zur Adoption freigegeben hatte. Als ihre Tante Concepción bemerkt, wie sehr Jean-Louis an Maria hängt, erzählt sie ihr, wo sich ihr Sohn aufhält und Maria reist nach Spanien ab, um dort ein neues Leben mit ihrem Sohn anzufangen. Jean-Louis ist tief getroffen, als er von Marias Abreise erfährt und will sie unbedingt wiedersehen.
Nun, den Rest spare ich mir mal, es ist sowieso klar, wie die Geschichte ausgeht. Zugegeben, es ist ein bisschen kitschig und hätte auch anders gehen können, aber es ist durchaus schön anzuschauen.
Die Geschichte ist schön erzählt, wunderbar gefilmt und ausgestattet, die Besetzung ist ein Traum, mehr geht nicht. Ich nenne das mal ganz spontan "flauschige Unterhaltung". Ja, es hätte bissiger sein können, hier sind aber alle immer ganz lieb zueinander. Muss auch mal sein und hier funktioniert das sehr gut.
Die wirklich fabelhaften Schauspieler machen diesen kleinen Film zu einem Erlebnis, das man nicht verpassen sollte. Einfach jede Rolle ist perfekt besetzt, das macht schon großen Spaß. Es gibt so viele schlechte Filme, da freue ich mich einfach mal über diese kleine Perle. Sehr empfehlenswert.
Mittwoch, 26. Dezember 2012
Boogie Woogie
"Boogie Woogie" ist ein Film von Duncan Ward aus dem Jahr 2009. Das Drehbuch stammt von Danny Moynihan und beruht auf seinem gleichnamigen Roman.
Art Spindle (Danny Huston) ist ein verschlagener, aber extrem erfolgreicher Londoner Kunsthändler. Zu seinen Stammkunden gehört das reiche Ehepaar Jean und Bob Maclestone (Gillian Anderson und Stellan Skarsgard). Ihr riesiges Haus ist vollgestopft mit Kunstwerken aller Art, solange sie nur teuer sind. Bobs meistgestellte Frage bei Besuchen in Spindles Galerie lautet also folgerichtig jedes Mal nur "Wie viel?".
Bob ist aber nicht nur auf der Jagd nach Kunst, sondern auch nach Frauen. So hat er eine Affäre mit Spindles Assistentin Beth (Heather Graham), der er eine eigene Galerie finanzieren will, wenn sie ihm hilft, ein wertvolles Mondrian-Gemälde zu kaufen. Dieses seltene Stück befindet sich im Besitz des Ehepaares Rhinegold (Christopher Lee und Joanna Lumley), die sich zwar in Geldnot befinden, aber trotzdem weigert sich Mr. Rhinegold strikt, den Mondrian zu verkaufen. Auch Art Spindle will das Bild unbedingt haben, hat aber ebenfalls keinen Erfolg dabei.
Nachdem Beth in der Galerie gekündigt hat, wird die junge Paige (Amanda Seyfried) ihre Nachfolgerin und auch sofort von Bob angebaggert. Bobs Ehefrau Jean fängt derweil ein Verhältnis mit dem jungen Aktions-Künstler Jo (Jack Huston) an, der eigentlich mit Beth zusammen ist. Beth hat inzwischen eine erste Künstlerin für ihre neue Galerie gewinnen können, die lesbische Video-Künstlerin Elaine (Jaime Winstone). Die muss nur noch ihren leicht trotteligen und befreundeten Agenten Dewey (Alan Cumming) loswerden, weil den keiner mag.
Jean will sich von Bob scheiden lassen und gemeinsam mit ihren jeweiligen Anwälten beginnt ein zäher Kampf um das Vermögen, die Häuser, die Hunde und die Kunstwerke. Zum Schluss treffen sich alle bei Beth zur großen Eröffnung ihrer Galerie und es gibt noch einige Überraschungen an diesem Abend.
Der deutsche Untertitel dieses Films, der hierzulande direkt auf DVD erschienen ist, lautet "Sex, Lügen, Geld und Kunst" und bringt es damit genau auf den Punkt. Der Roman von Danny Moynihan bezog sich auf die verrückte Kunstszene im New York der Neunziger Jahre, der Film spielt aber im heutigen London, was die Sache aber insgesamt nicht besser oder schlechter macht.
Als künstlerischer Berater wird hier Damien Hirst aufgeführt, von dem man darauf schließen kann, dass er sich in der Szene auskennt. Nur leider funktioniert der Film überhaupt nicht, weil einem die handelnden Figuren herzlich egal sind und nur überdreht und unsympathisch erscheinen. Der Cast hört sich zwar interessant an, aber auch hier werden die Erwartungen nicht erfüllt. So taucht z. B. Charlotte Rampling in einer ganz kurzen Szene auf, die aber gar keinen Sinn macht. Gillian Anderson wirkt mit ihrer roten Mähne lediglich wie eine schlechte Kopie von Julianne Moore, mehr aber auch nicht. Die männlichen Darsteller kommen aber auch nicht viel besser weg. Für vernünftige Kostüme für Amanda Seyfried war dann wohl kein Geld mehr übrig, denn ihre Röckchen als kurz zu bezeichnen, wäre eine ziemliche Übertreibung. Da wurde wirklich an allen Enden (am Stoff) gespart.
Nein, das war nichts. Den kann man gerne verpassen, keine Empfehlung von mir für diesen Quark.
Art Spindle (Danny Huston) ist ein verschlagener, aber extrem erfolgreicher Londoner Kunsthändler. Zu seinen Stammkunden gehört das reiche Ehepaar Jean und Bob Maclestone (Gillian Anderson und Stellan Skarsgard). Ihr riesiges Haus ist vollgestopft mit Kunstwerken aller Art, solange sie nur teuer sind. Bobs meistgestellte Frage bei Besuchen in Spindles Galerie lautet also folgerichtig jedes Mal nur "Wie viel?".
Bob ist aber nicht nur auf der Jagd nach Kunst, sondern auch nach Frauen. So hat er eine Affäre mit Spindles Assistentin Beth (Heather Graham), der er eine eigene Galerie finanzieren will, wenn sie ihm hilft, ein wertvolles Mondrian-Gemälde zu kaufen. Dieses seltene Stück befindet sich im Besitz des Ehepaares Rhinegold (Christopher Lee und Joanna Lumley), die sich zwar in Geldnot befinden, aber trotzdem weigert sich Mr. Rhinegold strikt, den Mondrian zu verkaufen. Auch Art Spindle will das Bild unbedingt haben, hat aber ebenfalls keinen Erfolg dabei.
Nachdem Beth in der Galerie gekündigt hat, wird die junge Paige (Amanda Seyfried) ihre Nachfolgerin und auch sofort von Bob angebaggert. Bobs Ehefrau Jean fängt derweil ein Verhältnis mit dem jungen Aktions-Künstler Jo (Jack Huston) an, der eigentlich mit Beth zusammen ist. Beth hat inzwischen eine erste Künstlerin für ihre neue Galerie gewinnen können, die lesbische Video-Künstlerin Elaine (Jaime Winstone). Die muss nur noch ihren leicht trotteligen und befreundeten Agenten Dewey (Alan Cumming) loswerden, weil den keiner mag.
Jean will sich von Bob scheiden lassen und gemeinsam mit ihren jeweiligen Anwälten beginnt ein zäher Kampf um das Vermögen, die Häuser, die Hunde und die Kunstwerke. Zum Schluss treffen sich alle bei Beth zur großen Eröffnung ihrer Galerie und es gibt noch einige Überraschungen an diesem Abend.
Der deutsche Untertitel dieses Films, der hierzulande direkt auf DVD erschienen ist, lautet "Sex, Lügen, Geld und Kunst" und bringt es damit genau auf den Punkt. Der Roman von Danny Moynihan bezog sich auf die verrückte Kunstszene im New York der Neunziger Jahre, der Film spielt aber im heutigen London, was die Sache aber insgesamt nicht besser oder schlechter macht.
Als künstlerischer Berater wird hier Damien Hirst aufgeführt, von dem man darauf schließen kann, dass er sich in der Szene auskennt. Nur leider funktioniert der Film überhaupt nicht, weil einem die handelnden Figuren herzlich egal sind und nur überdreht und unsympathisch erscheinen. Der Cast hört sich zwar interessant an, aber auch hier werden die Erwartungen nicht erfüllt. So taucht z. B. Charlotte Rampling in einer ganz kurzen Szene auf, die aber gar keinen Sinn macht. Gillian Anderson wirkt mit ihrer roten Mähne lediglich wie eine schlechte Kopie von Julianne Moore, mehr aber auch nicht. Die männlichen Darsteller kommen aber auch nicht viel besser weg. Für vernünftige Kostüme für Amanda Seyfried war dann wohl kein Geld mehr übrig, denn ihre Röckchen als kurz zu bezeichnen, wäre eine ziemliche Übertreibung. Da wurde wirklich an allen Enden (am Stoff) gespart.
Nein, das war nichts. Den kann man gerne verpassen, keine Empfehlung von mir für diesen Quark.
Sonntag, 2. Dezember 2012
Mixed Kebab
"Mixed Kebab" ist ein Film von Guy Lee Thys (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2012.
Ibrahim (Cem Akkanat), genannt Bram, ist ein junger Mann mit türkischen Wurzeln, der in Antwerpen lebt. Sein Vater hat für ihn eine Hochzeit arrangiert, denn bald schon soll Bram seine entfernte Cousine Elif (Gamze Tazim) heiraten, die in der Türkei lebt und sehnsüchtig darauf wartet, endlich das Land verlassen zu können. Da gibt es nur ein kleines Problem, denn Bram ist schwul, was seine Familie natürlich nicht wissen darf und außerdem hat er sich gerade in den jungen Kevin (Simon Van Buyten) verliebt.
Bram fliegt in die Türkei, um Elif kennenzulernen und nimmt Kevin einfach mit, der dann aber im Hotel bleiben muss. Einer der Zimmerkellner ist ein Ex-Freund von Elif, der heimlich Fotos von Bram und Kevin macht, die für sich sprechen. Elif muss erkennen, dass damit ihr Traum von einem Leben in Belgien geplatzt ist. Selbstverständlich gelangen die entsprechenden Fotos dann auch noch in den Besitz von Brams Familie und Bram wird von seinem Vater verstoßen.
Sein jüngerer Bruder Furkan (Lukas De Wolf), der Kontakt zu den falschen Leuten hat, glaubt nun die Familienehre retten zu müssen und plant, Kevin zu töten. Am Ende ist es dann Furkan selbst, der gerettet werden muss und das natürlich von Bram. Und während schwülstiges Klaviergeklimper erklingt, lächeln sich Bram und Kevin an... Abgang.
Nein, dieser Film hat mir nicht gefallen, tut mir sehr leid. Hier wird nichts wirklich Neues erzählt, der Film schwankt ständig zwischen Drama und Komödie hin und her, ohne sich letztendlich auf eine Seite einigen zu können. Zudem wird wirklich jedes Klischee bedient, im Zusammenhang mit Türken, Polizisten, Schwulen, Lesben, Muslimen und Islamisten. Lustig ist das aber in den meisten Fällen nicht.
Leider konnte es sich der Regisseur auch nicht verkneifen, den geplanten Mord an Kevin tatsächlich zu zeigen, obwohl er dann tatsächlich gar nicht stattfindet. Das war sehr überflüssig und unangenehm.
Der Hauptdarsteller Cem Akkanat ist sehr hübsch, das war es dann aber auch schon. Irgendwie war der mir zu emotionslos und wirkte immer etwas unbeteiligt. Die Szenen zwischen ihm und Simon Van Buyten plätschern auch eher lustlos vor sich hin. Von "glühenden Liebesszenen", die das DVD-Cover verspricht, habe ich jedenfalls nichts gesehen.
Laut DVD-Cover soll dieser Film auch eine hinreißende Hommage an "Mein wunderbarer Waschsalon" sein, was selbstverständlich totaler Quatsch ist. Frittenbude statt Waschsalon? Wohl eher nicht. Hier einen Vergleich zu dem fabelhaften Werk von Stephen Frears herstellen zu wollen, verbietet sich eigentlich von selbst.
Insgesamt gesehen ein eher schwacher Film, der zu viel auf einmal sein will und daran grandios scheitert. Von mir gibt es nur eine sehr eingeschränkte Empfehlung, den kann man aber auch gerne verpassen.
Ibrahim (Cem Akkanat), genannt Bram, ist ein junger Mann mit türkischen Wurzeln, der in Antwerpen lebt. Sein Vater hat für ihn eine Hochzeit arrangiert, denn bald schon soll Bram seine entfernte Cousine Elif (Gamze Tazim) heiraten, die in der Türkei lebt und sehnsüchtig darauf wartet, endlich das Land verlassen zu können. Da gibt es nur ein kleines Problem, denn Bram ist schwul, was seine Familie natürlich nicht wissen darf und außerdem hat er sich gerade in den jungen Kevin (Simon Van Buyten) verliebt.
Bram fliegt in die Türkei, um Elif kennenzulernen und nimmt Kevin einfach mit, der dann aber im Hotel bleiben muss. Einer der Zimmerkellner ist ein Ex-Freund von Elif, der heimlich Fotos von Bram und Kevin macht, die für sich sprechen. Elif muss erkennen, dass damit ihr Traum von einem Leben in Belgien geplatzt ist. Selbstverständlich gelangen die entsprechenden Fotos dann auch noch in den Besitz von Brams Familie und Bram wird von seinem Vater verstoßen.
Sein jüngerer Bruder Furkan (Lukas De Wolf), der Kontakt zu den falschen Leuten hat, glaubt nun die Familienehre retten zu müssen und plant, Kevin zu töten. Am Ende ist es dann Furkan selbst, der gerettet werden muss und das natürlich von Bram. Und während schwülstiges Klaviergeklimper erklingt, lächeln sich Bram und Kevin an... Abgang.
Nein, dieser Film hat mir nicht gefallen, tut mir sehr leid. Hier wird nichts wirklich Neues erzählt, der Film schwankt ständig zwischen Drama und Komödie hin und her, ohne sich letztendlich auf eine Seite einigen zu können. Zudem wird wirklich jedes Klischee bedient, im Zusammenhang mit Türken, Polizisten, Schwulen, Lesben, Muslimen und Islamisten. Lustig ist das aber in den meisten Fällen nicht.
Leider konnte es sich der Regisseur auch nicht verkneifen, den geplanten Mord an Kevin tatsächlich zu zeigen, obwohl er dann tatsächlich gar nicht stattfindet. Das war sehr überflüssig und unangenehm.
Der Hauptdarsteller Cem Akkanat ist sehr hübsch, das war es dann aber auch schon. Irgendwie war der mir zu emotionslos und wirkte immer etwas unbeteiligt. Die Szenen zwischen ihm und Simon Van Buyten plätschern auch eher lustlos vor sich hin. Von "glühenden Liebesszenen", die das DVD-Cover verspricht, habe ich jedenfalls nichts gesehen.
Laut DVD-Cover soll dieser Film auch eine hinreißende Hommage an "Mein wunderbarer Waschsalon" sein, was selbstverständlich totaler Quatsch ist. Frittenbude statt Waschsalon? Wohl eher nicht. Hier einen Vergleich zu dem fabelhaften Werk von Stephen Frears herstellen zu wollen, verbietet sich eigentlich von selbst.
Insgesamt gesehen ein eher schwacher Film, der zu viel auf einmal sein will und daran grandios scheitert. Von mir gibt es nur eine sehr eingeschränkte Empfehlung, den kann man aber auch gerne verpassen.
Samstag, 1. Dezember 2012
Dicke Mädchen
"Dicke Mädchen" ist ein Film von Axel Ranisch aus dem Jahr 2011, hat bisher schon zahlreiche Preise auf diversen Festivals gewonnen und ist insgesamt eine kleine Sensation, aber dazu später mehr.
Worum geht es? Sven (Heiko Pinkowski) lebt zusammen mit seiner dementen Mutter Edeltraut (Ruth Bickelhaupt) in einer Plattenbausiedlung in Berlin-Lichtenberg. Sie teilen sogar das Bett in der kleinen Wohnung und stehen sich sehr nahe. Tagsüber, wenn Sven zu seinem Job in der Bank muss, kommt der Pfleger Daniel (Peter Trabner), der sich um Edeltraut kümmert. Sven hegt Gefühle für Daniel, der wiederum unglücklich verheiratet ist und einen kleinen Sohn hat.
Über die gemeinsame Sorge um Edeltraut, die hin und wieder einfach verschwindet, kommen sich die beiden Männer langsam näher und es entwickelt sich eine zarte Vertrautheit und Liebe. Als Daniel von seiner Frau vor die Tür gesetzt wird, kommt er bei Sven und Edeltraut unter und zusammen haben die Drei wunderschöne Momente voller Liebe und Herzenswärme.
Als Edeltraut stirbt, ist Sven mit der Situation überfordert, weil er nun niemanden mehr hat, aber die Freundschaft zu Daniel eröffnet ihm neue Horizonte.
Mehr will ich hier gar nicht erzählen und das hört sich auch alles ganz schön geschwollen an, ist es aber zu keinem Zeitpunkt. Nein, dieser Film, also dieses zauberhafte kleine Projekt, ist eine wahre Offenbarung, wie man es nur sehr selten zu sehen bekommt. Mit einer minimalen Crew aus den drei Schauspielern und dem Regisseur Axel Ranisch, der hier auch für Kamera und Ton zuständig war, entstand dieser Film in der Wohnung von Ruth Bickelhaupt, der Großmutter von Axel Ranisch, fast ohne Drehbuch. Die Dialoge wurden improvisiert, der Rest eigentlich auch.
Wer sich nun an der wackeligen Kamera und den schlecht ausgeleuchteten Bildern stört, der ist definitiv im falschen Film und hat nichts von der Liebe zu diesem Medium verstanden. Hier ist nichts perfekt und das will es auch überhaupt nicht sein. Ganz im Gegenteil, hier hat ein junger und engagierter Filmemacher einfach das gemacht, was er wollte, ohne Bedingungen und ohne Budget. Basta. Und so wackelig ist es auch gar nicht, da habe ich schon viel Schlimmeres gesehen.
Eine eigene Produktionsfirma hat Axel Ranisch auch noch gleich selbst gegründet, die den schönen Namen "Sehr gute Filme" hat. Also dieser Mann hat nicht nur Mut, sondern auch Visionen. Wenn dabei auch weiterhin solche Filme herauskommen, dann würde ich das sehr begrüßen.
Was soll ich noch sagen? Diese Liebesgeschichte zwischen zwei etwas übergewichtigen Männern in den Vierzigern ist vielleicht ein bisschen speziell, aber warum eigentlich? Verlieben kann man sich jederzeit, da spielen Aussehen und Geschlecht gar keine Rolle und genau das zeigt dieser Film auf sehr berührende Art und Weise.
Also ein unglaublich schöner kleiner Independent-Film, den man unbedingt gesehen haben muss und der voll von tollen Bildern und Ideen ist. Zu Ravels "Bolero" werde ich von nun an Bilder im Kopf haben, die sich nicht mehr auslöschen lassen. Ganz große Empfehlung und ein großes Kompliment an Axel Ranisch und seine wunderbaren Darsteller. Mainstream war gestern, heute sieht man "Sehr gute Filme", hoffentlich.
Worum geht es? Sven (Heiko Pinkowski) lebt zusammen mit seiner dementen Mutter Edeltraut (Ruth Bickelhaupt) in einer Plattenbausiedlung in Berlin-Lichtenberg. Sie teilen sogar das Bett in der kleinen Wohnung und stehen sich sehr nahe. Tagsüber, wenn Sven zu seinem Job in der Bank muss, kommt der Pfleger Daniel (Peter Trabner), der sich um Edeltraut kümmert. Sven hegt Gefühle für Daniel, der wiederum unglücklich verheiratet ist und einen kleinen Sohn hat.
Über die gemeinsame Sorge um Edeltraut, die hin und wieder einfach verschwindet, kommen sich die beiden Männer langsam näher und es entwickelt sich eine zarte Vertrautheit und Liebe. Als Daniel von seiner Frau vor die Tür gesetzt wird, kommt er bei Sven und Edeltraut unter und zusammen haben die Drei wunderschöne Momente voller Liebe und Herzenswärme.
Als Edeltraut stirbt, ist Sven mit der Situation überfordert, weil er nun niemanden mehr hat, aber die Freundschaft zu Daniel eröffnet ihm neue Horizonte.
Mehr will ich hier gar nicht erzählen und das hört sich auch alles ganz schön geschwollen an, ist es aber zu keinem Zeitpunkt. Nein, dieser Film, also dieses zauberhafte kleine Projekt, ist eine wahre Offenbarung, wie man es nur sehr selten zu sehen bekommt. Mit einer minimalen Crew aus den drei Schauspielern und dem Regisseur Axel Ranisch, der hier auch für Kamera und Ton zuständig war, entstand dieser Film in der Wohnung von Ruth Bickelhaupt, der Großmutter von Axel Ranisch, fast ohne Drehbuch. Die Dialoge wurden improvisiert, der Rest eigentlich auch.
Wer sich nun an der wackeligen Kamera und den schlecht ausgeleuchteten Bildern stört, der ist definitiv im falschen Film und hat nichts von der Liebe zu diesem Medium verstanden. Hier ist nichts perfekt und das will es auch überhaupt nicht sein. Ganz im Gegenteil, hier hat ein junger und engagierter Filmemacher einfach das gemacht, was er wollte, ohne Bedingungen und ohne Budget. Basta. Und so wackelig ist es auch gar nicht, da habe ich schon viel Schlimmeres gesehen.
Eine eigene Produktionsfirma hat Axel Ranisch auch noch gleich selbst gegründet, die den schönen Namen "Sehr gute Filme" hat. Also dieser Mann hat nicht nur Mut, sondern auch Visionen. Wenn dabei auch weiterhin solche Filme herauskommen, dann würde ich das sehr begrüßen.
Was soll ich noch sagen? Diese Liebesgeschichte zwischen zwei etwas übergewichtigen Männern in den Vierzigern ist vielleicht ein bisschen speziell, aber warum eigentlich? Verlieben kann man sich jederzeit, da spielen Aussehen und Geschlecht gar keine Rolle und genau das zeigt dieser Film auf sehr berührende Art und Weise.
Also ein unglaublich schöner kleiner Independent-Film, den man unbedingt gesehen haben muss und der voll von tollen Bildern und Ideen ist. Zu Ravels "Bolero" werde ich von nun an Bilder im Kopf haben, die sich nicht mehr auslöschen lassen. Ganz große Empfehlung und ein großes Kompliment an Axel Ranisch und seine wunderbaren Darsteller. Mainstream war gestern, heute sieht man "Sehr gute Filme", hoffentlich.
Samstag, 17. November 2012
Alle Zeit der Welt
"Alle Zeit der Welt" - "Alle Tijd" ist ein Film von Job Gosschalk (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2011.
Nach dem frühen Tod seiner Eltern hat Maarten (Paul de Leeuw) seine kleine Schwester Molly (Karina Smulders) allein großgezogen. Sein eigenes Leben ist dadurch in den Hintergrund gerückt und seine Homosexualität kein Thema. Nun will die inzwischen erwachsene Molly mit ihrem Freund Teun (Teun Luijkx) zusammenziehen, was Maarten erst gar nicht akzeptieren kann. Seine beste Freundin Reina (Lineke Rijxman) überzeugt ihn, Molly ziehen zu lassen.
Maarten lernt den jungen Arthur (Alwin Pulinckx) kennen und verliebt sich in ihn, obwohl dieser noch nicht wirklich zugeben kann schwul zu sein. Es geht eine ganze Weile hin und her zwischen ihnen, bis Arthur sich tatsächlich zu Maarten bekennen kann. In der Zwischenzeit muss Molly feststellen, dass Teun sie betrügt und sie sich ihrerseits in den jungen Tierarzt Melvin (Christopher Parren) verliebt hat.
Als Molly feststellt, dass sie schwanger ist, weiß sie nicht genau, wer von den beiden Männern der Vater ist, aber sie bindet beide mit ein. Während der Schwangerschaft muss sie aber die Diagnose einer tödlichen Krankheit erfahren, die sie dazu zwingt, über das weitere Leben ihres noch ungeborenen Kindes nachzudenken.
Molly hat den Wunsch, dass ihr Sohn bei Maarten aufwächst, der dazu gerne bereit ist. Reina, Teun und Melvin schließen sich an und auch Arthur ist an Maartens Seite. Nach der Geburt von Finn wird Molly immer schwächer und stirbt bald darauf, aber für ihren Sohn ist bestens gesorgt.
Das ist ja mal ein richtig schöner Film, der gleichzeitig komisch und traurig ist. Hier stimmt einfach alles, die Story, die Darsteller und die Emotionen. Berührend und warmherzig, jederzeit glaubwürdig und nie kitschig. Ich habe gelacht und geheult und alles zusammen. Sehr toll und auf jeden Fall sehr empfehlenswert. Bitte mehr davon, einfach weil es so schön ist.
Nach dem frühen Tod seiner Eltern hat Maarten (Paul de Leeuw) seine kleine Schwester Molly (Karina Smulders) allein großgezogen. Sein eigenes Leben ist dadurch in den Hintergrund gerückt und seine Homosexualität kein Thema. Nun will die inzwischen erwachsene Molly mit ihrem Freund Teun (Teun Luijkx) zusammenziehen, was Maarten erst gar nicht akzeptieren kann. Seine beste Freundin Reina (Lineke Rijxman) überzeugt ihn, Molly ziehen zu lassen.
Maarten lernt den jungen Arthur (Alwin Pulinckx) kennen und verliebt sich in ihn, obwohl dieser noch nicht wirklich zugeben kann schwul zu sein. Es geht eine ganze Weile hin und her zwischen ihnen, bis Arthur sich tatsächlich zu Maarten bekennen kann. In der Zwischenzeit muss Molly feststellen, dass Teun sie betrügt und sie sich ihrerseits in den jungen Tierarzt Melvin (Christopher Parren) verliebt hat.
Als Molly feststellt, dass sie schwanger ist, weiß sie nicht genau, wer von den beiden Männern der Vater ist, aber sie bindet beide mit ein. Während der Schwangerschaft muss sie aber die Diagnose einer tödlichen Krankheit erfahren, die sie dazu zwingt, über das weitere Leben ihres noch ungeborenen Kindes nachzudenken.
Molly hat den Wunsch, dass ihr Sohn bei Maarten aufwächst, der dazu gerne bereit ist. Reina, Teun und Melvin schließen sich an und auch Arthur ist an Maartens Seite. Nach der Geburt von Finn wird Molly immer schwächer und stirbt bald darauf, aber für ihren Sohn ist bestens gesorgt.
Das ist ja mal ein richtig schöner Film, der gleichzeitig komisch und traurig ist. Hier stimmt einfach alles, die Story, die Darsteller und die Emotionen. Berührend und warmherzig, jederzeit glaubwürdig und nie kitschig. Ich habe gelacht und geheult und alles zusammen. Sehr toll und auf jeden Fall sehr empfehlenswert. Bitte mehr davon, einfach weil es so schön ist.
Abonnieren
Posts (Atom)




























