"L'Autre Vie de Richard Kemp" - "Back in Crime" ist ein Film von Germinal Alvarez aus dem Jahr 2013. Das Drehbuch schrieb Alvarez zusammen mit Nathalie Saugeon und Vanessa Lepinard.
Im Mittelpunkt der Handlung steht der französische Inspektor Richard Kemp (Jean-Hugues Anglade), der vor über zwanzig Jahren hinter einem Serienkiller her war, diesen aber nie fassen konnte. Die Psychologin Hélène Batistelli (Mélanie Thierry) entdeckt beim Joggen eine Leiche neben einem Fluss. Kemp übernimmt den Fall und stellt schon bald einige Gemeinsamkeiten mit den Opfern des damaligen Täters fest. Zugleich verliebt er sich in Hélène und diese sich auch in ihn.
Nach einem Schlag auf den Kopf und dem Sturz von einer Brücke ins Wasser, kommt Kemp benommen zu sich. Irgendetwas scheint sich verändert zu haben. Ohne zu wissen wie, ist Kemp wieder im Jahr 1989 gelandet, zum Zeitpunkt der ersten Mordfälle des Killers. Es scheint sich ihm die Chance zu bieten, den Täter dieses Mal fassen zu können bzw. weitere Morde zu verhindern. Nur wird ihm wohl niemand die Geschichte abkaufen und auf dem Polizeirevier läuft sein zwanzig Jahre jüngeres Ich herum.
Kemp sucht Kontakt zu der jungen Hélène und bittet sie um Hilfe. Hélène weiß nicht so recht, was sie von diesem Mann und seiner merkwürdigen Geschichte halten soll. Ist er vielleicht am Ende selbst der gesuchte Mörder? Als sie zur Polizei gehen will, begegnet sie dem jungen Kemp und plötzlich bekommt alles einen Sinn. Sie beschließt, dem älteren Kemp zu helfen. Dieser ist dem Mörder auf der Spur, doch die Veränderung der Vergangenheit bleibt nicht ohne Folgen für die Zukunft.
Mehr verrate ich hier nicht, denn dieser kleine, wohl eher unbekannte Film hat noch einiges zu bieten. Es wird noch ziemlich spannend, auch wenn der Film an sich angenehm ruhig erzählt wird. Natürlich darf man in so einem Fall die Handlung auch nicht groß hinterfragen, aber das sollte wohl klar sein. Interessant ist die Story aber trotzdem, wenn man sich darauf einlassen kann.
Gespielt ist das alles wunderbar von Jean-Hugues Anglade in seiner Doppelrolle, einem großartigen Schauspieler, dem ich immer gerne zusehe. An seiner Seite glänzt die schöne Mélanie Thierry, da gibt es überhaupt nichts zu beanstanden. Insgesamt gesehen ein sehr toller französischer Krimi, den ich absolut empfehlen kann.
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Montag, 28. März 2016
Samstag, 14. März 2015
Cold in July
"Cold in July" ist ein Film von Jim Mickle aus dem Jahr 2014. Das Drehbuch schrieb Mickle zusammen mit Nick Damici und beruht auf dem gleichnamigen Roman von Joe R. Lansdale.
Texas, im Jahr 1989. Richard Dane (Michael C. Hall) ist ein unbescholtener Familienvater und führt zusammen mit seiner Frau Ann (Vinessa Shaw) und dem gemeinsamen kleinen Sohn ein eher unauffälliges Leben. Das ändert sich schlagartig, als eines Nachts ein Einbrecher in sein Haus eindringt und von dem nervösen Richard unbeabsichtigt erschossen wird. Nach Angaben des zuständigen Polizisten Ray Price (Nick Damici) handelt es sich bei dem Toten um den gesuchten Verbrecher Freddy Russel. Die Akten werden geschlossen und Richard als Held gefeiert, aber er selbst findet keine Ruhe und geht als einziger Trauergast zu Freddys Begräbnis. Dort trifft er auf Ben Russel (Sam Shepard), der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde und sich als Freddys Vater entpuppt. Der wortkarge Mann spricht Richard auf seinen eigenen Sohn an und fortan ist Richard um seine Familie besorgt, da er befürchtet, Ben sei auf Rache aus.
Tatsächlich taucht Ben öfter in der Nähe von Richards Familie auf und schließlich auch in deren Haus. Die Polizei kann Ben aber schon bald überwältigen und verhaften. Durch Zufall findet Richard einen Hinweis darauf, dass der Mann, den er erschossen hat, nicht Freddy Russel sein kann. Ray Price wischt seine Bedenken beiseite, erklärt seine Unsicherheit mit den für ihn schockierenden Ereignissen in jener Nacht und schickt Richard nach Hause. Doch Richard lässt die Sache keine Ruhe. Auf eigene Faust forscht er weiter nach und kommt dabei einer unglaublichen Geschichte auf die Spur, die sein bisheriges braves Leben komplett auf den Kopf stellen wird. Zur Seite steht ihm dabei unter anderem der Privatdetektiv Jim Bob (Don Johnson), ein Typ, der mit allen Wassern gewaschen ist.
Was nun folgt ist eine Geschichte, die so niemand erwarten konnte. Mehr kann ich hier auch nicht erzählen, um die Spannung nicht zu zerstören. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, sich diesen Film anzuschauen, der zwar ruhig erzählt ist, rund 109 Minuten Laufzeit hat, aber auch durchaus noch einige Actionszenen zu bieten hat, die sich sehen lassen können.
Die Besetzung jedenfalls ist superb. Neben Michael C. Hall als bravem Familienvater, der plötzlich über sich hinauswachsen muss, überzeugen vor allem Sam Shepard, der gewohnt brummelig und wortkarg einen sehr ambivalenten Typen darstellt, als auch Don Johnson, immer noch höllisch attraktiv, der sogar ein bisschen Humor in die Story einbringt. Die beiden alten Haudegen Shepard und Johnson lassen Hall dabei ein bisschen blass aussehen, was aber insgesamt super passt.
Erwähnen muss ich noch die perfekte Ausstattung, das Flair der Achtziger Jahre wurde sehr gut eingefangen, sowie den wunderbaren Soundtrack. Ich kann den Film nur sehr empfehlen, zwar ein reiner Männerfilm, aber wirklich gut und spannend gemacht. Über die Handlung sollte man nicht zu viel nachdenken, sondern sie einfach so akzeptieren, wie sie ist. Macht Spaß.
Texas, im Jahr 1989. Richard Dane (Michael C. Hall) ist ein unbescholtener Familienvater und führt zusammen mit seiner Frau Ann (Vinessa Shaw) und dem gemeinsamen kleinen Sohn ein eher unauffälliges Leben. Das ändert sich schlagartig, als eines Nachts ein Einbrecher in sein Haus eindringt und von dem nervösen Richard unbeabsichtigt erschossen wird. Nach Angaben des zuständigen Polizisten Ray Price (Nick Damici) handelt es sich bei dem Toten um den gesuchten Verbrecher Freddy Russel. Die Akten werden geschlossen und Richard als Held gefeiert, aber er selbst findet keine Ruhe und geht als einziger Trauergast zu Freddys Begräbnis. Dort trifft er auf Ben Russel (Sam Shepard), der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde und sich als Freddys Vater entpuppt. Der wortkarge Mann spricht Richard auf seinen eigenen Sohn an und fortan ist Richard um seine Familie besorgt, da er befürchtet, Ben sei auf Rache aus.
Tatsächlich taucht Ben öfter in der Nähe von Richards Familie auf und schließlich auch in deren Haus. Die Polizei kann Ben aber schon bald überwältigen und verhaften. Durch Zufall findet Richard einen Hinweis darauf, dass der Mann, den er erschossen hat, nicht Freddy Russel sein kann. Ray Price wischt seine Bedenken beiseite, erklärt seine Unsicherheit mit den für ihn schockierenden Ereignissen in jener Nacht und schickt Richard nach Hause. Doch Richard lässt die Sache keine Ruhe. Auf eigene Faust forscht er weiter nach und kommt dabei einer unglaublichen Geschichte auf die Spur, die sein bisheriges braves Leben komplett auf den Kopf stellen wird. Zur Seite steht ihm dabei unter anderem der Privatdetektiv Jim Bob (Don Johnson), ein Typ, der mit allen Wassern gewaschen ist.
Was nun folgt ist eine Geschichte, die so niemand erwarten konnte. Mehr kann ich hier auch nicht erzählen, um die Spannung nicht zu zerstören. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, sich diesen Film anzuschauen, der zwar ruhig erzählt ist, rund 109 Minuten Laufzeit hat, aber auch durchaus noch einige Actionszenen zu bieten hat, die sich sehen lassen können.
Die Besetzung jedenfalls ist superb. Neben Michael C. Hall als bravem Familienvater, der plötzlich über sich hinauswachsen muss, überzeugen vor allem Sam Shepard, der gewohnt brummelig und wortkarg einen sehr ambivalenten Typen darstellt, als auch Don Johnson, immer noch höllisch attraktiv, der sogar ein bisschen Humor in die Story einbringt. Die beiden alten Haudegen Shepard und Johnson lassen Hall dabei ein bisschen blass aussehen, was aber insgesamt super passt.
Erwähnen muss ich noch die perfekte Ausstattung, das Flair der Achtziger Jahre wurde sehr gut eingefangen, sowie den wunderbaren Soundtrack. Ich kann den Film nur sehr empfehlen, zwar ein reiner Männerfilm, aber wirklich gut und spannend gemacht. Über die Handlung sollte man nicht zu viel nachdenken, sondern sie einfach so akzeptieren, wie sie ist. Macht Spaß.
Sonntag, 30. November 2014
Big Bad Wolves
"Big Bad Wolves" - "Mi mefahed mezeev hara" ist ein Film der beiden israelischen Filmemacher Navot Papushado und Aharon Keshales (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2013.
So, bevor der November nun so ganz wortlos ausklingt, kommt hier noch schnell eine Empfehlung für einen sehr fiesen Rache- und Selbstjustiz-Thriller, bei dem einem das Lachen oftmals im Halse stecken bleibt. Zartbesaitete Zuschauer dürfen gerne wegschauen, die FSK18 ist hier durchaus gerechtfertigt.
Worum geht es? Ein Serienkiller entführt, missbraucht und tötet kleine Mädchen, denen er zudem noch die Köpfe abschneidet. Der Polizist Miki (Lior Ashkenazi) ist auf den Fall angesetzt und hat schon bald einen Verdächtigen, den er für den Täter hält. Der unscheinbare Lehrer Dror (Rotem Keinan) wird von Miki und seinen Kollegen geschlagen und misshandelt, nur leider wird das von einem Zeugen aufgenommen und ins Internet gestellt. Miki verliert seinen Job, aber er bleibt Dror auf der Spur.
Gidi (Tzahi Grad), der Vater des letzten Opfers, ist ebenfalls hinter Dror her und hat sich ein abgelegenes Haus gemietet, das einen großen Keller hat. Hier will er die Wahrheit aus dem Verdächtigen herausbekommen und vor allen Dingen erfahren, wo der Kopf seiner toten Tochter versteckt ist.
Miki entführt Dror, um ein Geständnis aus ihm herauszupressen. Gidi beobachtet das Geschehen und schließlich landen alle Drei in Gidis Keller. Dror wird gefesselt, während Gidi und Miki sich bereit machen, ihn zu foltern. Es soll ihm das angetan werden, was er mit den kleinen Mädchen gemacht hat. Dror beteuert weiterhin seine Unschuld, aber Gidi lässt nicht von seinem Plan ab. Miki überkommen langsam Zweifel an dem Vorgehen, doch die ganze Situation wird noch viel komplizierter und absurder, durch Anrufe von Gidis Mutter und den plötzlichen Besuch seines Vaters Yoram (Dov Glickman), der gleich tatkräftig ins Geschehen eingreift.
Jedes weitere Wort wäre hier zu viel, also belasse ich es bei dieser kurzen Beschreibung. Die Thematik ist natürlich grauenvoll und nicht zum Lachen, die Gewaltszenen sind zum Teil kleine Schockmomente, aber trotz allem ist der Film durchzogen von einem gewissen Humor, der allerdings schon wirklich sehr böse ist. Darf man über einen solchen Film lachen? Klar, wieso denn auch nicht? Mir hat der Film jedenfalls gut gefallen, die Story ist einfallsreich, schwankt perfekt zwischen Drama und Komödie, was bestimmt nicht allen gefällt und die Schauspieler sind erstklassig. Trockener und sehr fieser Humor paart sich hier mit einigen Grausamkeiten, die aber allemal zu verkraften sind.
Kein Film für jeden Geschmack, aber definitiv sehenswert. Der Zuschauer wird bis zum Schluss im Unklaren gelassen, ob Dror nun wirklich schuldig ist, was zusätzlich den Reiz erhöht. Allerdings gibt es mit der letzten Einstellung des Films eine ziemlich eindeutige Antwort auf diese Frage.
So, bevor der November nun so ganz wortlos ausklingt, kommt hier noch schnell eine Empfehlung für einen sehr fiesen Rache- und Selbstjustiz-Thriller, bei dem einem das Lachen oftmals im Halse stecken bleibt. Zartbesaitete Zuschauer dürfen gerne wegschauen, die FSK18 ist hier durchaus gerechtfertigt.
Worum geht es? Ein Serienkiller entführt, missbraucht und tötet kleine Mädchen, denen er zudem noch die Köpfe abschneidet. Der Polizist Miki (Lior Ashkenazi) ist auf den Fall angesetzt und hat schon bald einen Verdächtigen, den er für den Täter hält. Der unscheinbare Lehrer Dror (Rotem Keinan) wird von Miki und seinen Kollegen geschlagen und misshandelt, nur leider wird das von einem Zeugen aufgenommen und ins Internet gestellt. Miki verliert seinen Job, aber er bleibt Dror auf der Spur.
Gidi (Tzahi Grad), der Vater des letzten Opfers, ist ebenfalls hinter Dror her und hat sich ein abgelegenes Haus gemietet, das einen großen Keller hat. Hier will er die Wahrheit aus dem Verdächtigen herausbekommen und vor allen Dingen erfahren, wo der Kopf seiner toten Tochter versteckt ist.
Miki entführt Dror, um ein Geständnis aus ihm herauszupressen. Gidi beobachtet das Geschehen und schließlich landen alle Drei in Gidis Keller. Dror wird gefesselt, während Gidi und Miki sich bereit machen, ihn zu foltern. Es soll ihm das angetan werden, was er mit den kleinen Mädchen gemacht hat. Dror beteuert weiterhin seine Unschuld, aber Gidi lässt nicht von seinem Plan ab. Miki überkommen langsam Zweifel an dem Vorgehen, doch die ganze Situation wird noch viel komplizierter und absurder, durch Anrufe von Gidis Mutter und den plötzlichen Besuch seines Vaters Yoram (Dov Glickman), der gleich tatkräftig ins Geschehen eingreift.
Jedes weitere Wort wäre hier zu viel, also belasse ich es bei dieser kurzen Beschreibung. Die Thematik ist natürlich grauenvoll und nicht zum Lachen, die Gewaltszenen sind zum Teil kleine Schockmomente, aber trotz allem ist der Film durchzogen von einem gewissen Humor, der allerdings schon wirklich sehr böse ist. Darf man über einen solchen Film lachen? Klar, wieso denn auch nicht? Mir hat der Film jedenfalls gut gefallen, die Story ist einfallsreich, schwankt perfekt zwischen Drama und Komödie, was bestimmt nicht allen gefällt und die Schauspieler sind erstklassig. Trockener und sehr fieser Humor paart sich hier mit einigen Grausamkeiten, die aber allemal zu verkraften sind.
Kein Film für jeden Geschmack, aber definitiv sehenswert. Der Zuschauer wird bis zum Schluss im Unklaren gelassen, ob Dror nun wirklich schuldig ist, was zusätzlich den Reiz erhöht. Allerdings gibt es mit der letzten Einstellung des Films eine ziemlich eindeutige Antwort auf diese Frage.
Samstag, 25. Oktober 2014
Liebe ist das perfekte Verbrechen
"Liebe ist das perfekte Verbrechen" - "L'amour est un crime parfait" ist ein Film der Brüder Arnaud und Jean-Marie Larrieu (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2013 und basiert auf dem Roman "Die Rastlosen" von Philippe Dijan.
An der Universität von Lausanne unterrichtet der knapp fünfzigjährige Literaturprofessor Marc (Mathieu Amalric) kreatives Schreiben. Der attraktive Mann ist umgeben von hübschen jungen Studentinnen, die auch gerne mal bei ihm private Nachhilfestunden nehmen. Diese finden dann oft in seinem abgelegenen Chalet in den Bergen statt, wo Marc mit seiner Schwester Marianne (Karin Viard) lebt. Doch nun ist seine letzte Eroberung, die talentierte Studentin Barbara (Marion Duval) spurlos verschwunden und Marcs Leben wird auf den Kopf gestellt.
Ein junger Inspektor (Damien Dorsaz) taucht immer wieder in der Universität auf und stellt Fragen, auf die Marc keine Antworten hat. Marcs Vorgesetzter Richard (Denis Podalydès), der eine heimliche Affäre mit Marianne hat, macht Marc das Leben schwer und droht mit seinem Rausschmiss aus der Universität. Und dann erscheint auch noch die geheimnisvolle und schöne Anna (Maïwenn), die Stiefmutter von Barbara. Anna erklärt Marc, Barbara erst seit einigen Monaten zu kennen, nämlich seit der Hochzeit mit deren Vater, der aber bereits kurze Zeit später zu einem Geheimauftrag nach Mali reisen musste und von dem sie seit dieser Zeit nichts mehr gehört hat. Nun macht sie sich große Sorgen um Barbara, die ihre einzige Verbindung zu ihrer neuen Familie ist.
Marc verliebt sich in Anna, die so anders ist, als all die jungen Studentinnen, die ihn anhimmeln und sich ihm an den Hals werfen. Anna erwidert seine Gefühle und die beiden beginnen eine heimliche Liebesaffäre. Doch der Druck auf Marc wächst, denn die hübsche Studentin Annie (Sara Forstier) hat es auf ihn abgesehen und lässt sich nicht abwimmeln. Als Marc sich nicht auf sie einlassen will, kümmern sich die Schläger ihres Vaters um ihn.
Das Leben wird für Marc immer komplizierter. Er liebt Anna, aber er liebt auch seine Schwester Marianne, wobei dieses Verhältnis seltsam ungeklärt bleibt. Ein tragisches Ereignis in der Kindheit hat sie für immer zusammengeschweißt. Der junge Inspektor und die aufdringliche Annie werden für Marc zur Bedrohung. Er fühlt sich verfolgt und kann Traum und Realität nicht mehr unterscheiden. Ist er ein Mörder oder nur ein Schlafwandler? Passiert ihm das alles wirklich und kann Anna ihn retten oder ist doch alles ganz anders? Fragen über Fragen...
Mir hat der Film gefallen, auch wenn einiges nicht wirklich schlüssig ist. Man merkt dem Film aber deutlich an, dass er auf einer Buchvorlage beruht, die ich allerdings nicht kenne. Egal, er funktioniert auch so und das liegt an der wirklich hervorragenden Besetzung, die keine Wünsche übrig lässt. Der wunderbare Mathieu Amalric, die schöne Maïwenn und die fabelhafte Karin Viard machen diesen Film zu einem Erlebnis, das man nicht verpassen sollte.
Ganz besonders gelungen sind auch die Schauplätze und die tollen Bilder. Die Atmosphäre ist großartig, ob nun in der gläsernen Universität, in dem verschneiten Chalet oder zum Schluss im Bungalow am See. Einfach herrlich.
Von mir gibt es auf jeden Fall eine Empfehlung, wenn auch mit einer kleinen Einschränkung. Wer sich nicht auf die langsame Erzählung und die kleinen Unstimmigkeiten einlassen kann, der wird diesen Film sicher nicht mögen. Wer aber perfekte Schauspielleistungen sehen will, bitte sehr.
An der Universität von Lausanne unterrichtet der knapp fünfzigjährige Literaturprofessor Marc (Mathieu Amalric) kreatives Schreiben. Der attraktive Mann ist umgeben von hübschen jungen Studentinnen, die auch gerne mal bei ihm private Nachhilfestunden nehmen. Diese finden dann oft in seinem abgelegenen Chalet in den Bergen statt, wo Marc mit seiner Schwester Marianne (Karin Viard) lebt. Doch nun ist seine letzte Eroberung, die talentierte Studentin Barbara (Marion Duval) spurlos verschwunden und Marcs Leben wird auf den Kopf gestellt.
Ein junger Inspektor (Damien Dorsaz) taucht immer wieder in der Universität auf und stellt Fragen, auf die Marc keine Antworten hat. Marcs Vorgesetzter Richard (Denis Podalydès), der eine heimliche Affäre mit Marianne hat, macht Marc das Leben schwer und droht mit seinem Rausschmiss aus der Universität. Und dann erscheint auch noch die geheimnisvolle und schöne Anna (Maïwenn), die Stiefmutter von Barbara. Anna erklärt Marc, Barbara erst seit einigen Monaten zu kennen, nämlich seit der Hochzeit mit deren Vater, der aber bereits kurze Zeit später zu einem Geheimauftrag nach Mali reisen musste und von dem sie seit dieser Zeit nichts mehr gehört hat. Nun macht sie sich große Sorgen um Barbara, die ihre einzige Verbindung zu ihrer neuen Familie ist.
Marc verliebt sich in Anna, die so anders ist, als all die jungen Studentinnen, die ihn anhimmeln und sich ihm an den Hals werfen. Anna erwidert seine Gefühle und die beiden beginnen eine heimliche Liebesaffäre. Doch der Druck auf Marc wächst, denn die hübsche Studentin Annie (Sara Forstier) hat es auf ihn abgesehen und lässt sich nicht abwimmeln. Als Marc sich nicht auf sie einlassen will, kümmern sich die Schläger ihres Vaters um ihn.
Das Leben wird für Marc immer komplizierter. Er liebt Anna, aber er liebt auch seine Schwester Marianne, wobei dieses Verhältnis seltsam ungeklärt bleibt. Ein tragisches Ereignis in der Kindheit hat sie für immer zusammengeschweißt. Der junge Inspektor und die aufdringliche Annie werden für Marc zur Bedrohung. Er fühlt sich verfolgt und kann Traum und Realität nicht mehr unterscheiden. Ist er ein Mörder oder nur ein Schlafwandler? Passiert ihm das alles wirklich und kann Anna ihn retten oder ist doch alles ganz anders? Fragen über Fragen...
Mir hat der Film gefallen, auch wenn einiges nicht wirklich schlüssig ist. Man merkt dem Film aber deutlich an, dass er auf einer Buchvorlage beruht, die ich allerdings nicht kenne. Egal, er funktioniert auch so und das liegt an der wirklich hervorragenden Besetzung, die keine Wünsche übrig lässt. Der wunderbare Mathieu Amalric, die schöne Maïwenn und die fabelhafte Karin Viard machen diesen Film zu einem Erlebnis, das man nicht verpassen sollte.
Ganz besonders gelungen sind auch die Schauplätze und die tollen Bilder. Die Atmosphäre ist großartig, ob nun in der gläsernen Universität, in dem verschneiten Chalet oder zum Schluss im Bungalow am See. Einfach herrlich.
Von mir gibt es auf jeden Fall eine Empfehlung, wenn auch mit einer kleinen Einschränkung. Wer sich nicht auf die langsame Erzählung und die kleinen Unstimmigkeiten einlassen kann, der wird diesen Film sicher nicht mögen. Wer aber perfekte Schauspielleistungen sehen will, bitte sehr.
Sonntag, 7. September 2014
Das finstere Tal
"Das finstere Tal" ist ein Film von Andreas Prochaska aus dem Jahr 2014. Das Drehbuch schrieb Prochaska zusammen mit Martin Ambrosch und beruht auf dem gleichnamigen Roman von Thomas Willmann. Kameramann war hier Thomas W. Kiennast.
Ort der Handlung ist ein abgelegenes Tal in Südtirol, Ende des 19. Jahrhunderts. Im Spätherbst taucht ein Fremder (Sam Riley) wie aus dem Nichts im Dorf auf und bittet um Quartier für den Winter. Er ist nicht willkommen, aber mit einem kleinen Beutel voller Goldmünzen erkauft er sich die Zustimmung von Hans Brenner (Tobias Moretti), dem ältesten Sohn des Brenner-Bauern (Hans-Michael Rehberg). Der Fremde, der sich als Greider vorstellt, kommt aus Amerika und ist Fotograf. Er wird bei der Witwe Gader (Carmen Gratl) und ihrer jungen Tochter Luzi (Paula Beer) untergebracht.
Der alte Brenner ist inzwischen bettlägerig, hält aber noch alle Zügel in der Hand. Er bestimmt die Geschicke des Dorfes und seiner Bewohner und niemand wagt es, ihm oder seinen sechs erwachsenen Söhnen zu widersprechen, die vom Charakter her zwischen böse, gemeingefährlich und debil schwanken. Es herrscht eine bedrohliche Atmosphäre in diesem Tal, voller Furcht vor den Brenners.
Greider lebt sich bei den beiden Frauen ein und macht sich nützlich. Luzi wird schon bald den jungen Lukas (Thomas Schubert) heiraten und obwohl sich die beiden lieben, haben sie aus guten Gründen Angst vor der Hochzeit und dem was danach kommt. Die Braut gehört in der Hochzeitsnacht nämlich immer dem alten Brenner, schon seit Jahrzehnten. Eine alte Tradition, vom Brenner selbst eingebracht, der sich niemand widersetzen darf. Nur einmal soll sich ein junges Paar dagegen aufgelehnt haben, mit fürchterlichen Konsequenzen. Seitdem herrscht eisige Stille im Dorf und jeder nimmt das als gegebenes Schicksal hin.
Inzwischen ist der Winter eingezogen und das Tal ist abgeschnitten von der Außenwelt. Kurz hintereinander kommen zwei der Brenner-Söhne bei scheinbaren Unfällen ums Leben, aber Hans Brenner ahnt, dass Greider etwas damit zu tun hatte. Dann steht die Hochzeit von Luzi und Lukas an und Greider befreit das Mädchen aus der Gewalt der Brenner-Brüder, als sie auf dem Weg zum Hof des Alten sind. Nun sind die Fronten geklärt, die Brüder machen Jagd auf Greider und der hat nur noch seine lange geplante Rache im Kopf. Es kommt zu einem atemberaubenden Shoot-Out.
Wow, was für ein Film. Ich muss zugeben, dass ich schon ein wenig skeptisch war wegen der Besetzung mit Sam Riley und Tobias Moretti, denen ich bisher irgendwie nichts abgewinnen konnte, die hier aber beide wirklich gut besetzt sind und perfekt in ihre Rollen passen. Auch die anderen Schauspieler überzeugen sehr, allen voran die junge Paula Beer, die wirklich toll spielt, oder auch Erwin Steinhauer als Pfarrer, Hans-Michael Rehberg als Brenner und viele andere, die auch in den kleinsten Rollen sehenswert sind.
Gesprochen wird insgesamt nur wenig, viel wichtiger sind hier Blicke und Körpersprache. Und dann diese geniale Atmosphäre, die Bilder, die gedeckten Farben, die gesamte Ausstattung, einfach nur grandios. Mehr darüber erfährt man in einem sehr informativen Making-Of auf der DVD, das rund vierzig Minuten dauert und viele Eindrücke von den Dreharbeiten und der Entstehung des Films liefert. Kann ich nur empfehlen, ebenso wie den Audio-Kommentar von Andreas Prochaska, der sehr gelungen ist.
Ein Thema muss ich noch erwähnen und das ist die Musik. Da habe ich in vielen Kritiken gelesen, die würde nicht passen, die Zuschauer würden durch die modernen Songs aus dem Film gerissen und ähnliches. Das kann ich überhaupt nicht unterschreiben, ich finde die Musik extrem gut und gerade auch in der großen Shoot-Out-Szene hervorragend gewählt. Mir ging das gerade in dieser Szene sehr unter die Haut und hat sich zusammen mit den Bildern ins Gedächtnis eingebrannt. Sehr mutige Entscheidung, aber auf jeden Fall geglückt.
Andreas Prochaska hat erneut bewiesen, dass er ein großartiger Regisseur ist und einen ungemein packenden Film hingelegt, der mich schlicht und einfach begeistert hat. Bitte nicht verpassen.
Ort der Handlung ist ein abgelegenes Tal in Südtirol, Ende des 19. Jahrhunderts. Im Spätherbst taucht ein Fremder (Sam Riley) wie aus dem Nichts im Dorf auf und bittet um Quartier für den Winter. Er ist nicht willkommen, aber mit einem kleinen Beutel voller Goldmünzen erkauft er sich die Zustimmung von Hans Brenner (Tobias Moretti), dem ältesten Sohn des Brenner-Bauern (Hans-Michael Rehberg). Der Fremde, der sich als Greider vorstellt, kommt aus Amerika und ist Fotograf. Er wird bei der Witwe Gader (Carmen Gratl) und ihrer jungen Tochter Luzi (Paula Beer) untergebracht.
Der alte Brenner ist inzwischen bettlägerig, hält aber noch alle Zügel in der Hand. Er bestimmt die Geschicke des Dorfes und seiner Bewohner und niemand wagt es, ihm oder seinen sechs erwachsenen Söhnen zu widersprechen, die vom Charakter her zwischen böse, gemeingefährlich und debil schwanken. Es herrscht eine bedrohliche Atmosphäre in diesem Tal, voller Furcht vor den Brenners.
Greider lebt sich bei den beiden Frauen ein und macht sich nützlich. Luzi wird schon bald den jungen Lukas (Thomas Schubert) heiraten und obwohl sich die beiden lieben, haben sie aus guten Gründen Angst vor der Hochzeit und dem was danach kommt. Die Braut gehört in der Hochzeitsnacht nämlich immer dem alten Brenner, schon seit Jahrzehnten. Eine alte Tradition, vom Brenner selbst eingebracht, der sich niemand widersetzen darf. Nur einmal soll sich ein junges Paar dagegen aufgelehnt haben, mit fürchterlichen Konsequenzen. Seitdem herrscht eisige Stille im Dorf und jeder nimmt das als gegebenes Schicksal hin.
Inzwischen ist der Winter eingezogen und das Tal ist abgeschnitten von der Außenwelt. Kurz hintereinander kommen zwei der Brenner-Söhne bei scheinbaren Unfällen ums Leben, aber Hans Brenner ahnt, dass Greider etwas damit zu tun hatte. Dann steht die Hochzeit von Luzi und Lukas an und Greider befreit das Mädchen aus der Gewalt der Brenner-Brüder, als sie auf dem Weg zum Hof des Alten sind. Nun sind die Fronten geklärt, die Brüder machen Jagd auf Greider und der hat nur noch seine lange geplante Rache im Kopf. Es kommt zu einem atemberaubenden Shoot-Out.
Wow, was für ein Film. Ich muss zugeben, dass ich schon ein wenig skeptisch war wegen der Besetzung mit Sam Riley und Tobias Moretti, denen ich bisher irgendwie nichts abgewinnen konnte, die hier aber beide wirklich gut besetzt sind und perfekt in ihre Rollen passen. Auch die anderen Schauspieler überzeugen sehr, allen voran die junge Paula Beer, die wirklich toll spielt, oder auch Erwin Steinhauer als Pfarrer, Hans-Michael Rehberg als Brenner und viele andere, die auch in den kleinsten Rollen sehenswert sind.
Gesprochen wird insgesamt nur wenig, viel wichtiger sind hier Blicke und Körpersprache. Und dann diese geniale Atmosphäre, die Bilder, die gedeckten Farben, die gesamte Ausstattung, einfach nur grandios. Mehr darüber erfährt man in einem sehr informativen Making-Of auf der DVD, das rund vierzig Minuten dauert und viele Eindrücke von den Dreharbeiten und der Entstehung des Films liefert. Kann ich nur empfehlen, ebenso wie den Audio-Kommentar von Andreas Prochaska, der sehr gelungen ist.
Ein Thema muss ich noch erwähnen und das ist die Musik. Da habe ich in vielen Kritiken gelesen, die würde nicht passen, die Zuschauer würden durch die modernen Songs aus dem Film gerissen und ähnliches. Das kann ich überhaupt nicht unterschreiben, ich finde die Musik extrem gut und gerade auch in der großen Shoot-Out-Szene hervorragend gewählt. Mir ging das gerade in dieser Szene sehr unter die Haut und hat sich zusammen mit den Bildern ins Gedächtnis eingebrannt. Sehr mutige Entscheidung, aber auf jeden Fall geglückt.
Andreas Prochaska hat erneut bewiesen, dass er ein großartiger Regisseur ist und einen ungemein packenden Film hingelegt, der mich schlicht und einfach begeistert hat. Bitte nicht verpassen.
Mittwoch, 27. August 2014
Tom à la ferme
"Tom à la ferme" ist ein Film von Xavier Dolan aus dem Jahr 2013. Das Drehbuch schrieb Dolan zusammen mit Michel Marc Bouchard, dem Autor des gleichnamigen Theaterstücks. Xavier Dolan selbst ist hier nicht nur als Regisseur und Drehbuchautor tätig, sondern auch als Produzent und Hauptdarsteller und zuständig für den Schnitt und die Kostüme. Dies ist sein vierter Spielfilm und wie man aus der Vergangenheit weiß, meistert er diese Aufgaben perfekt. Die Musik stammt von Gabriel Yared, der Kameramann war André Turpin.
Der Mittzwanziger Tom (Xavier Dolan) kommt aus Montreal nach Québec aufs Land, um an der Beerdigung seines Lebensgefährten Guillaume teilzunehmen. Auf dem Hof von Guillaumes Familie trifft er zunächst auf dessen Mutter Agathe (Lise Roy), die nichts von Tom weiß und anscheinend noch nicht einmal etwas von der Homosexualität ihres Sohnes wusste. Agathe lebt dort zusammen mit ihrem anderen Sohn Francis (Pierre-Yves Cardinal), dem älteren Bruder von Guillaume, den dieser aber nie erwähnt hat. Tom gibt sich Agathe gegenüber lediglich als Freund und Kollege Guillaumes aus und wird noch in der ersten Nacht von Francis brutal dazu genötigt, auch bei dieser Version zu bleiben.
Der Mutter wird weiter vorgelogen, Guillaume hätte eine feste Freundin gehabt, seine Kollegin Sarah (Evelyne Brochu), die aber natürlich nicht zur Trauerfeier erscheint. Agathe ist deswegen außer sich. Aus gutem Grund kann Tom seine geplante Trauerrede nicht halten, um sich nicht zu verraten. Agathe erweist sich als sehr verständnisvoll, während Francis zunehmend die Nerven verliert. Die Fassade soll erhalten werden und Tom wird gezwungen, seinen Aufenthalt auf der abgelegenen Farm zu verlängern. Er schlüpft sozusagen in die Rolle seines verstorbenen Geliebten und nimmt dessen Platz in der Familie ein. Doch unter der Oberfläche brodelt es gewaltig, denn Francis erweist sich immer mehr als brutaler Zeitgenosse, dessen Verhältnis zu Tom zwischen Ablehnung und Zuneigung schwankt.
Tom muss einiges einstecken, doch eine Flucht kommt für ihn zunächst noch nicht in Frage. Er findet Gefallen an dem Familien- und Landleben und scheinbar auch an den Erniedrigungen durch Francis. Die beiden Männer kommen sich gefährlich nahe, es entwickelt sich ein perfides Spiel zwischen ihnen. Doch dann erscheint die ahnungslose Sarah, von Tom herbeigerufen, und die Situation wird explosiv.
Francis hat inzwischen das Auto von Tom zerlegt, Agathe reagiert gereizt auf die gefühllose Freundin ihres verstorbenen Sohnes und Tom erfährt im Ort, warum Francis überall ausgegrenzt wird. Nun wird es höchste Zeit, die Farm zu verlassen.
Xavier Dolan hat diesen Film nach seinem vorherigen Drama "Laurence Anyways" als leichte Fingerübung für zwischendurch und in sehr kurzer Zeit gedreht. Herausgekommen ist erneut ein ausgesprochen sehenswerter und sehr spezieller Film, der den Zuschauer von Beginn an packt. Die Atmosphäre ist perfekt eingefangen, die Bilder der Landschaft um den Hof der Familie sind grandios. Bei aller Beschaulichkeit spürt man die latente Bedrohung in jedem Bild, auch wenn sie sich nicht wirklich fassen lässt.
Die Schauspieler sind exzellent, neben Xavier Dolan, der hier erneut sein Können zeigt, sind es vor allen Dingen Lise Roy als verzweifelte Mutter, die wohl mehr weiß, als sie zugibt, als auch Pierre-Yves Cardinal als brutaler und grobschlächtiger Bruder, die vollkommen überzeugen können. Sie alle sind wunderbar anzuschauen und verleihen ihren Rollen echtes Leben.
Die Bilder sind ebenfalls wunderbar, die Weite des Landes, die heftigen Auseinandersetzungen zwischen Tom und Francis, sowie ein Tango der beiden Männer in einer leeren Scheune. Mitunter reine Poesie, aber auch immer kraftvoll und irgendwie bedrohlich. Muss man selbst sehen, das kann man nicht in Worte fassen.
"Tom à la ferme" ist ein Film, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Noch ein Wort zum Titel, überall wird der Film unter diesem auch vertrieben, sei es dann auch in der jeweiligen Landessprache, wie z. B. als "Tom at the Farm". In Deutschland läuft er aber als "Sag nicht, wer du bist!". Wieso eigentlich? Soll das mehr Zuschauer anlocken? Ich finde diese Entscheidung ziemlich albern, den Film aber nicht, der ist sensationell. Ganz große Empfehlung.
Der Mittzwanziger Tom (Xavier Dolan) kommt aus Montreal nach Québec aufs Land, um an der Beerdigung seines Lebensgefährten Guillaume teilzunehmen. Auf dem Hof von Guillaumes Familie trifft er zunächst auf dessen Mutter Agathe (Lise Roy), die nichts von Tom weiß und anscheinend noch nicht einmal etwas von der Homosexualität ihres Sohnes wusste. Agathe lebt dort zusammen mit ihrem anderen Sohn Francis (Pierre-Yves Cardinal), dem älteren Bruder von Guillaume, den dieser aber nie erwähnt hat. Tom gibt sich Agathe gegenüber lediglich als Freund und Kollege Guillaumes aus und wird noch in der ersten Nacht von Francis brutal dazu genötigt, auch bei dieser Version zu bleiben.
Der Mutter wird weiter vorgelogen, Guillaume hätte eine feste Freundin gehabt, seine Kollegin Sarah (Evelyne Brochu), die aber natürlich nicht zur Trauerfeier erscheint. Agathe ist deswegen außer sich. Aus gutem Grund kann Tom seine geplante Trauerrede nicht halten, um sich nicht zu verraten. Agathe erweist sich als sehr verständnisvoll, während Francis zunehmend die Nerven verliert. Die Fassade soll erhalten werden und Tom wird gezwungen, seinen Aufenthalt auf der abgelegenen Farm zu verlängern. Er schlüpft sozusagen in die Rolle seines verstorbenen Geliebten und nimmt dessen Platz in der Familie ein. Doch unter der Oberfläche brodelt es gewaltig, denn Francis erweist sich immer mehr als brutaler Zeitgenosse, dessen Verhältnis zu Tom zwischen Ablehnung und Zuneigung schwankt.
Tom muss einiges einstecken, doch eine Flucht kommt für ihn zunächst noch nicht in Frage. Er findet Gefallen an dem Familien- und Landleben und scheinbar auch an den Erniedrigungen durch Francis. Die beiden Männer kommen sich gefährlich nahe, es entwickelt sich ein perfides Spiel zwischen ihnen. Doch dann erscheint die ahnungslose Sarah, von Tom herbeigerufen, und die Situation wird explosiv.
Francis hat inzwischen das Auto von Tom zerlegt, Agathe reagiert gereizt auf die gefühllose Freundin ihres verstorbenen Sohnes und Tom erfährt im Ort, warum Francis überall ausgegrenzt wird. Nun wird es höchste Zeit, die Farm zu verlassen.
Xavier Dolan hat diesen Film nach seinem vorherigen Drama "Laurence Anyways" als leichte Fingerübung für zwischendurch und in sehr kurzer Zeit gedreht. Herausgekommen ist erneut ein ausgesprochen sehenswerter und sehr spezieller Film, der den Zuschauer von Beginn an packt. Die Atmosphäre ist perfekt eingefangen, die Bilder der Landschaft um den Hof der Familie sind grandios. Bei aller Beschaulichkeit spürt man die latente Bedrohung in jedem Bild, auch wenn sie sich nicht wirklich fassen lässt.
Die Schauspieler sind exzellent, neben Xavier Dolan, der hier erneut sein Können zeigt, sind es vor allen Dingen Lise Roy als verzweifelte Mutter, die wohl mehr weiß, als sie zugibt, als auch Pierre-Yves Cardinal als brutaler und grobschlächtiger Bruder, die vollkommen überzeugen können. Sie alle sind wunderbar anzuschauen und verleihen ihren Rollen echtes Leben.
Die Bilder sind ebenfalls wunderbar, die Weite des Landes, die heftigen Auseinandersetzungen zwischen Tom und Francis, sowie ein Tango der beiden Männer in einer leeren Scheune. Mitunter reine Poesie, aber auch immer kraftvoll und irgendwie bedrohlich. Muss man selbst sehen, das kann man nicht in Worte fassen.
"Tom à la ferme" ist ein Film, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Noch ein Wort zum Titel, überall wird der Film unter diesem auch vertrieben, sei es dann auch in der jeweiligen Landessprache, wie z. B. als "Tom at the Farm". In Deutschland läuft er aber als "Sag nicht, wer du bist!". Wieso eigentlich? Soll das mehr Zuschauer anlocken? Ich finde diese Entscheidung ziemlich albern, den Film aber nicht, der ist sensationell. Ganz große Empfehlung.
Samstag, 2. August 2014
Magic Magic
"Magic Magic" ist ein Film von Sebastián Silva (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2013. Kameramann war hier der grandiose Christopher Doyle.
Die junge und schüchterne Alicia (Juno Temple) besucht ihre Cousine Sara (Emily Browning), die in Chile studiert. Zusammen mit Saras Freund Agustin (Agustin Silva), dessen Schwester Bárbara (Catalina Sandino Moreno) und Agustins Freund Brink (Michael Cera) ist ein kleiner Urlaub auf einer Insel im Süden Chiles geplant. Doch während der Fahrt dorthin erhält Sara einen wichtigen Anruf und muss nach Santiago zurück. Alicia bleibt allein mit Saras Freunden zurück, die sie nicht kennt und die ihr nicht gerade das Gefühl vermitteln, besonders willkommen zu sein.
Auf der Insel und in dem rustikalen Ferienhaus angekommen, verstärkt sich bei Alicia das Unwohlsein. Sie kann Sara nicht erreichen, denn hier gibt es keinen Empfang. Bárbara zieht sich gleich zurück, sie interessiert sich allein für ihr Studium und will von den anderen nicht gestört werden. Agustin und Brink treiben derbe Späße und Alicia fühlt sich immer verlorener. Besonders der undurchschaubare Brink hat es auf sie abgesehen, weshalb Alicia sich zunehmend bedroht fühlt. Sie kann nicht schlafen, hat merkwürdige Visionen und kann schon bald nicht mehr zwischen Traum und Realität unterscheiden, ebenso wie der Zuschauer.
Als Sara zwei Tage später auf der Insel eintrifft, findet sie eine verstörte Alicia vor, deren Ängsten und Erzählungen sie keinen Glauben schenken kann, zumal Agustin und auch Brink sich scheinbar aufmerksam um Alicia zu kümmern scheinen. Die Situation eskaliert, als Agustin Alicia in Hypnose versetzt, was keiner der Anwesenden wirklich ernst nimmt, und Bárbara Alicia noch mit Tabletten versorgt, damit sie endlich schlafen kann.
Was dann passiert, das erzähle ich hier nicht. Zugegeben, das Ende ist schlimm, aber auch voller Rätsel. Regisseur Sebastián Silva erzählt seine Geschichte nicht bis zum Schluss, er lässt vieles offen. Das muss man als Zuschauer nicht mögen, ist aber künstlerische Freiheit des Autors und funktioniert hier eigentlich ganz gut.
Was bei diesem ungewöhnlichen Psychothriller überzeugt, sind vor allen Dingen die abgelegene Umgebung, die irgendwie latent bedrohliche Atmosphäre und die sehr guten Darsteller. Juno Temple ist hier die ideale Besetzung als Alicia, denn man merkt als Zuschauer schon schnell, dass sie nicht nur einfach labil ist, sondern wahrscheinlich ernste psychische Probleme hat. Mit Michael Cera als Brink hat sie einen fantastischen Gegenpart, der sich nie entschlüsseln lässt. Ob er nun tatsächlich schwul und heimlich in seinen Freund Agustin verliebt ist, wer weiß das schon.
Als Extra gibt es noch ein kleines Making-Of, das ich sehr empfehlen kann. Für den Film an sich gilt wie so oft bei mir, nichts für die große Masse, eher was für Freunde ungewöhnlicher Filme, die es auch aushalten können, wenn mal nichts passiert. Die sind dann hier aber genau richtig. Es lohnt sich.
Die junge und schüchterne Alicia (Juno Temple) besucht ihre Cousine Sara (Emily Browning), die in Chile studiert. Zusammen mit Saras Freund Agustin (Agustin Silva), dessen Schwester Bárbara (Catalina Sandino Moreno) und Agustins Freund Brink (Michael Cera) ist ein kleiner Urlaub auf einer Insel im Süden Chiles geplant. Doch während der Fahrt dorthin erhält Sara einen wichtigen Anruf und muss nach Santiago zurück. Alicia bleibt allein mit Saras Freunden zurück, die sie nicht kennt und die ihr nicht gerade das Gefühl vermitteln, besonders willkommen zu sein.
Auf der Insel und in dem rustikalen Ferienhaus angekommen, verstärkt sich bei Alicia das Unwohlsein. Sie kann Sara nicht erreichen, denn hier gibt es keinen Empfang. Bárbara zieht sich gleich zurück, sie interessiert sich allein für ihr Studium und will von den anderen nicht gestört werden. Agustin und Brink treiben derbe Späße und Alicia fühlt sich immer verlorener. Besonders der undurchschaubare Brink hat es auf sie abgesehen, weshalb Alicia sich zunehmend bedroht fühlt. Sie kann nicht schlafen, hat merkwürdige Visionen und kann schon bald nicht mehr zwischen Traum und Realität unterscheiden, ebenso wie der Zuschauer.
Als Sara zwei Tage später auf der Insel eintrifft, findet sie eine verstörte Alicia vor, deren Ängsten und Erzählungen sie keinen Glauben schenken kann, zumal Agustin und auch Brink sich scheinbar aufmerksam um Alicia zu kümmern scheinen. Die Situation eskaliert, als Agustin Alicia in Hypnose versetzt, was keiner der Anwesenden wirklich ernst nimmt, und Bárbara Alicia noch mit Tabletten versorgt, damit sie endlich schlafen kann.
Was dann passiert, das erzähle ich hier nicht. Zugegeben, das Ende ist schlimm, aber auch voller Rätsel. Regisseur Sebastián Silva erzählt seine Geschichte nicht bis zum Schluss, er lässt vieles offen. Das muss man als Zuschauer nicht mögen, ist aber künstlerische Freiheit des Autors und funktioniert hier eigentlich ganz gut.
Was bei diesem ungewöhnlichen Psychothriller überzeugt, sind vor allen Dingen die abgelegene Umgebung, die irgendwie latent bedrohliche Atmosphäre und die sehr guten Darsteller. Juno Temple ist hier die ideale Besetzung als Alicia, denn man merkt als Zuschauer schon schnell, dass sie nicht nur einfach labil ist, sondern wahrscheinlich ernste psychische Probleme hat. Mit Michael Cera als Brink hat sie einen fantastischen Gegenpart, der sich nie entschlüsseln lässt. Ob er nun tatsächlich schwul und heimlich in seinen Freund Agustin verliebt ist, wer weiß das schon.
Als Extra gibt es noch ein kleines Making-Of, das ich sehr empfehlen kann. Für den Film an sich gilt wie so oft bei mir, nichts für die große Masse, eher was für Freunde ungewöhnlicher Filme, die es auch aushalten können, wenn mal nichts passiert. Die sind dann hier aber genau richtig. Es lohnt sich.
Sonntag, 20. Juli 2014
7th Floor
"7th Floor" - "Séptimo" ist ein Film von Patxi Amezcua aus dem Jahr 2013. Das Drehbuch schrieb Amezcua zusammen mit Alejo Flah. Der Film ist eine spanisch-argentinische Co-Produktion und spielt in Buenos Aires.
Sebastián (Ricardo Darin) ist ein erfolgreicher Anwalt, frisch geschieden von seiner Frau Delia (Belén Rueda) und liebevoller Vater seiner beiden Kinder Luna und Luca. An diesem Morgen holt er seine Kinder bei seiner Ex-Frau ab, um sie in die Schule zu bringen. Sebastián ist in Eile, denn ein wichtiger Prozess wartet auf ihn, der für die Kanzlei seines Chefs sehr wichtig ist. Doch noch ahnt Sebastián nicht, dass er heute den schrecklichsten Tag seines Lebens haben wird.
Delia eröffnet ihm, zusammen mit den Kindern zu ihrer Familie nach Spanien ziehen zu wollen, wo sie sich um ihren kranken Vater kümmern will. Sebastián soll die entsprechenden Papiere unterschreiben, aber er weigert sich, weil er nicht auf seine Kinder verzichten will. Zusammen mit Luna und Luca macht er sich auf den Weg und dabei spielen sie ein altbekanntes Spiel. Der Vater fährt mit dem Aufzug vom siebten Stockwerk nach unten, während die Kinder die Treppe nehmen. Alles wie gehabt, doch als Sebastián an diesem Tag unten ankommt, fehlt von seinen Kindern jede Spur.
Zuerst glaubt Sebastián an einen Streich und wartet einen Moment, bevor er sich auf die Suche macht. Der Portier bleibt unten an seinem Platz, doch auch er hat nichts gesehen. Die Zeit vergeht, Sebastián läuft durch alle Stockwerke, kann seine Kinder aber nicht finden. Sie sind wie vom Erdboden verschwunden. Dabei klingelt ständig sein Telefon, weil man ihn dringend bei Gericht erwartet. Der Portier bittet einen älteren Kommissar um Rat, der ebenfalls im Haus wohnt.
Sebastián gerät zunehmend in Panik und klingelt an sämtlichen Türen des Hauses, um nach seinen Kindern zu fragen, doch niemand kann ihm helfen. Der Kommissar spricht von einer möglichen Entführung, was Sebastián nur noch mehr verunsichert. Als auch noch Delia erscheint und ihm Vorwürfe macht, ist Sebastián mit seinen Nerven fast am Ende. Er traut nun niemandem mehr und die Liste der Verdächtigen wird immer länger. Endlich melden sich die Entführer. Wird Sebastián seine Kinder wohlbehalten zurückbekommen?
Es gibt zwei tolle Hauptdarsteller in diesem Film. Der eine ist Ricardo Darin, der als ohnehin schon gehetzter Anwalt hier die Treppen rauf und runter jagt, der andere ist das Haus an sich, das eine großartige Kulisse bietet und ein imposantes Treppenhaus hat. Erst im zweiten, etwas schwächeren Teil des Films findet die Handlung auch an anderen Orten außerhalb des Gebäudes statt. Der Film gehört aber eindeutig dem fabelhaften Ricardo Darin, der die Verzweiflung und Angst des Vaters sehr überzeugend darstellt.
Das große Haus ist ein wunderbarer Schauplatz, weil es so viele Möglichkeiten bietet und hinter jeder Tür ein anderes Geheimnis verbergen könnte. Das Ende ist dann vielleicht sogar ein bisschen zu unspektakulär, aber es funktioniert. Am Ende dieses nervenaufreibenden Tages wird Sebastián nicht mehr derselbe sein, wie noch am Morgen. Zu viel ist an diesem Tag passiert.
Große Empfehlung von mir für diesen kleinen, aber spannenden Film, der einen mitfiebern lässt. Auch hier nichts für Action-Fans, eher was für Freunde ruhiger Erzählungen, auch wenn einem zwischendurch der Schweiß auf der Stirn steht. Kann aber auch am Wetter liegen...
Sebastián (Ricardo Darin) ist ein erfolgreicher Anwalt, frisch geschieden von seiner Frau Delia (Belén Rueda) und liebevoller Vater seiner beiden Kinder Luna und Luca. An diesem Morgen holt er seine Kinder bei seiner Ex-Frau ab, um sie in die Schule zu bringen. Sebastián ist in Eile, denn ein wichtiger Prozess wartet auf ihn, der für die Kanzlei seines Chefs sehr wichtig ist. Doch noch ahnt Sebastián nicht, dass er heute den schrecklichsten Tag seines Lebens haben wird.
Delia eröffnet ihm, zusammen mit den Kindern zu ihrer Familie nach Spanien ziehen zu wollen, wo sie sich um ihren kranken Vater kümmern will. Sebastián soll die entsprechenden Papiere unterschreiben, aber er weigert sich, weil er nicht auf seine Kinder verzichten will. Zusammen mit Luna und Luca macht er sich auf den Weg und dabei spielen sie ein altbekanntes Spiel. Der Vater fährt mit dem Aufzug vom siebten Stockwerk nach unten, während die Kinder die Treppe nehmen. Alles wie gehabt, doch als Sebastián an diesem Tag unten ankommt, fehlt von seinen Kindern jede Spur.
Zuerst glaubt Sebastián an einen Streich und wartet einen Moment, bevor er sich auf die Suche macht. Der Portier bleibt unten an seinem Platz, doch auch er hat nichts gesehen. Die Zeit vergeht, Sebastián läuft durch alle Stockwerke, kann seine Kinder aber nicht finden. Sie sind wie vom Erdboden verschwunden. Dabei klingelt ständig sein Telefon, weil man ihn dringend bei Gericht erwartet. Der Portier bittet einen älteren Kommissar um Rat, der ebenfalls im Haus wohnt.
Sebastián gerät zunehmend in Panik und klingelt an sämtlichen Türen des Hauses, um nach seinen Kindern zu fragen, doch niemand kann ihm helfen. Der Kommissar spricht von einer möglichen Entführung, was Sebastián nur noch mehr verunsichert. Als auch noch Delia erscheint und ihm Vorwürfe macht, ist Sebastián mit seinen Nerven fast am Ende. Er traut nun niemandem mehr und die Liste der Verdächtigen wird immer länger. Endlich melden sich die Entführer. Wird Sebastián seine Kinder wohlbehalten zurückbekommen?
Es gibt zwei tolle Hauptdarsteller in diesem Film. Der eine ist Ricardo Darin, der als ohnehin schon gehetzter Anwalt hier die Treppen rauf und runter jagt, der andere ist das Haus an sich, das eine großartige Kulisse bietet und ein imposantes Treppenhaus hat. Erst im zweiten, etwas schwächeren Teil des Films findet die Handlung auch an anderen Orten außerhalb des Gebäudes statt. Der Film gehört aber eindeutig dem fabelhaften Ricardo Darin, der die Verzweiflung und Angst des Vaters sehr überzeugend darstellt.
Das große Haus ist ein wunderbarer Schauplatz, weil es so viele Möglichkeiten bietet und hinter jeder Tür ein anderes Geheimnis verbergen könnte. Das Ende ist dann vielleicht sogar ein bisschen zu unspektakulär, aber es funktioniert. Am Ende dieses nervenaufreibenden Tages wird Sebastián nicht mehr derselbe sein, wie noch am Morgen. Zu viel ist an diesem Tag passiert.
Große Empfehlung von mir für diesen kleinen, aber spannenden Film, der einen mitfiebern lässt. Auch hier nichts für Action-Fans, eher was für Freunde ruhiger Erzählungen, auch wenn einem zwischendurch der Schweiß auf der Stirn steht. Kann aber auch am Wetter liegen...
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| (Sebastián blickt in den Abgrund) |
DVD-Veröffentlichung: Am Abend des folgenden Tages
"Am Abend des folgenden Tages" - "The Night of the Following Day" ist ein Film von Hubert Cornfield aus dem Jahr 1968, mit Marlon Brando in einer der Hauptrollen.
Bisher war der Film nur als Import erhältlich, aber nun gibt es eine limitierte Edition, die den Film in englischer und deutscher Sprache, sowie mit deutschen Untertiteln bietet. Kleiner Haken dabei: das Teil ist teuer, weil eben limitiert. Als Extra gibt es nur den Kino-Trailer, das ist leider sehr wenig. Der DVD soll noch ein Booklet beiliegen, dazu kann ich nichts sagen, ich hatte mir die DVD nur ausgeliehen. Ob das Booklet dann den stolzen Preis rechtfertigen kann? Da habe ich so meine Zweifel.
Der Film an sich ist schon sehenswert, wenn auch nicht herausragend. Filmkritik übrigens hier: "The Night of the Following Day". Ob man allerdings wirklich bereit ist, mehr als zwanzig Euro für diese Scheibe zu berappen, muss jeder selbst wissen. Vielleicht kann man ja auch mal ein Schnäppchen machen. Ausleihen lohnt sich aber auf jeden Fall.
Bisher war der Film nur als Import erhältlich, aber nun gibt es eine limitierte Edition, die den Film in englischer und deutscher Sprache, sowie mit deutschen Untertiteln bietet. Kleiner Haken dabei: das Teil ist teuer, weil eben limitiert. Als Extra gibt es nur den Kino-Trailer, das ist leider sehr wenig. Der DVD soll noch ein Booklet beiliegen, dazu kann ich nichts sagen, ich hatte mir die DVD nur ausgeliehen. Ob das Booklet dann den stolzen Preis rechtfertigen kann? Da habe ich so meine Zweifel.
Der Film an sich ist schon sehenswert, wenn auch nicht herausragend. Filmkritik übrigens hier: "The Night of the Following Day". Ob man allerdings wirklich bereit ist, mehr als zwanzig Euro für diese Scheibe zu berappen, muss jeder selbst wissen. Vielleicht kann man ja auch mal ein Schnäppchen machen. Ausleihen lohnt sich aber auf jeden Fall.
Samstag, 14. Juni 2014
Unter Feinden
"Unter Feinden" ist ein TV-Krimi von Lars Becker (Regie und Drehbuch) und basiert auf dem gleichnamigen Roman von Georg M. Oswald.
Erzählt wird die Geschichte der beiden Hamburger Hauptkommissare Mario Diller (Nicholas Ofczarek) und Erich Kessel (Fritz Karl), die seit zwanzig Jahren befreundet sind und zusammenarbeiten. Kessel kommt gerade erst aus der Entzugsklinik, aber sein Drogenproblem hat er immer noch nicht im Griff. Eigentlich sollen die beiden Kommissare einen libyschen Kriegsverbrecher observieren, als Kessel erneut von seiner Sucht übermannt wird. Er sieht ein paar junge Migranten, die auf dem benachbarten Basketball-Platz dealen und die er nach Stoff fragt.
Die Situation eskaliert, denn die jungen Männer erkennen sofort, einen Polizisten vor sich zu haben und geben sich unschuldig, woraufhin Kessel seine Waffe zückt und nur mit Mühe von dem herbeieilenden Diller zurückgehalten werden kann. Fluchtartig verlassen die beiden Polizisten den Basketball-Platz und stürmen in ihrem Auto davon. Als sich ihnen einer der jungen Männer provozierend in den Weg stellt, wird er von Kessel überfahren. Diller versucht die Nerven zu behalten und bringt den verletzten Mann eigenhändig ins Krankenhaus, verschwindet aber noch bevor man ihn entdecken kann.
Dillers Frau Maren (Birgit Minichmayr) arbeitet als Krankenschwester auf der Intensivstation dieses Krankenhauses und wird sich in den kommenden Tagen um den im Koma liegenden Patienten kümmern, ohne zu wissen, was ihr Mann mit diesem Fall zu tun hat. Diller und Kessel haben derweil die Staatsanwältin Soraya Nazari (Melika Foroutan) an der Backe, die in diesem Fall ermittelt und ziemlich hartnäckig ist. Diller tut wie immer alles, um seinen Kumpel zu schützen, aber der gerät immer mehr unter die Räder und in höchste Gefahr. Nebenbei müssen sich die beiden Kommissare aber auch noch um ihren eigentlichen Fall kümmern, was noch schwieriger wird, als eine wichtige Zeugin plötzlich "verschwindet".
Lars Becker zeigt Hamburg hier extrem grau, kalt und düster, was eine großartige Atmosphäre schafft für diesen sehr sehenswerten Krimi. Auch wenn die Handlung teilweise etwas überzogen und unglaubwürdig ist, die Dialoge sind brillant und die sehr guten Darsteller können so begeistern, dass man ihnen einfach alles abkauft. Absolut gelungen.
Die Hauptdarsteller in diesem Hamburg-Krimi sind übrigens alles österreichische Schauspieler und zwar nicht irgendwelche, sondern sozusagen die "Crème de la Crème" oder anders gesagt, "das Zitronencreme-Bällchen auf dem Kosakenzipfel". Mit Nicholas Ofczarek, Birgit Minichmayr und Fritz Karl ist der Film erstklassig besetzt und kann jederzeit überzeugen. Wie überaus angenehm, in einem Fernsehfilm mal solche Darsteller bewundern zu können. Ich muss hier ein bisschen ins Schwärmen geraten, aber die Leistungen der anderen Schauspieler schließen sich nahtlos an. Hier ist jeder perfekt besetzt.
Obwohl der Film für das Fernsehen produziert wurde, ist er nun auch auf DVD erhältlich, was ich sehr begrüße. Bitte unbedingt anschauen, ganz große Empfehlung.
Erzählt wird die Geschichte der beiden Hamburger Hauptkommissare Mario Diller (Nicholas Ofczarek) und Erich Kessel (Fritz Karl), die seit zwanzig Jahren befreundet sind und zusammenarbeiten. Kessel kommt gerade erst aus der Entzugsklinik, aber sein Drogenproblem hat er immer noch nicht im Griff. Eigentlich sollen die beiden Kommissare einen libyschen Kriegsverbrecher observieren, als Kessel erneut von seiner Sucht übermannt wird. Er sieht ein paar junge Migranten, die auf dem benachbarten Basketball-Platz dealen und die er nach Stoff fragt.
Die Situation eskaliert, denn die jungen Männer erkennen sofort, einen Polizisten vor sich zu haben und geben sich unschuldig, woraufhin Kessel seine Waffe zückt und nur mit Mühe von dem herbeieilenden Diller zurückgehalten werden kann. Fluchtartig verlassen die beiden Polizisten den Basketball-Platz und stürmen in ihrem Auto davon. Als sich ihnen einer der jungen Männer provozierend in den Weg stellt, wird er von Kessel überfahren. Diller versucht die Nerven zu behalten und bringt den verletzten Mann eigenhändig ins Krankenhaus, verschwindet aber noch bevor man ihn entdecken kann.
Dillers Frau Maren (Birgit Minichmayr) arbeitet als Krankenschwester auf der Intensivstation dieses Krankenhauses und wird sich in den kommenden Tagen um den im Koma liegenden Patienten kümmern, ohne zu wissen, was ihr Mann mit diesem Fall zu tun hat. Diller und Kessel haben derweil die Staatsanwältin Soraya Nazari (Melika Foroutan) an der Backe, die in diesem Fall ermittelt und ziemlich hartnäckig ist. Diller tut wie immer alles, um seinen Kumpel zu schützen, aber der gerät immer mehr unter die Räder und in höchste Gefahr. Nebenbei müssen sich die beiden Kommissare aber auch noch um ihren eigentlichen Fall kümmern, was noch schwieriger wird, als eine wichtige Zeugin plötzlich "verschwindet".
Lars Becker zeigt Hamburg hier extrem grau, kalt und düster, was eine großartige Atmosphäre schafft für diesen sehr sehenswerten Krimi. Auch wenn die Handlung teilweise etwas überzogen und unglaubwürdig ist, die Dialoge sind brillant und die sehr guten Darsteller können so begeistern, dass man ihnen einfach alles abkauft. Absolut gelungen.
Die Hauptdarsteller in diesem Hamburg-Krimi sind übrigens alles österreichische Schauspieler und zwar nicht irgendwelche, sondern sozusagen die "Crème de la Crème" oder anders gesagt, "das Zitronencreme-Bällchen auf dem Kosakenzipfel". Mit Nicholas Ofczarek, Birgit Minichmayr und Fritz Karl ist der Film erstklassig besetzt und kann jederzeit überzeugen. Wie überaus angenehm, in einem Fernsehfilm mal solche Darsteller bewundern zu können. Ich muss hier ein bisschen ins Schwärmen geraten, aber die Leistungen der anderen Schauspieler schließen sich nahtlos an. Hier ist jeder perfekt besetzt.
Obwohl der Film für das Fernsehen produziert wurde, ist er nun auch auf DVD erhältlich, was ich sehr begrüße. Bitte unbedingt anschauen, ganz große Empfehlung.
Sonntag, 8. Juni 2014
The Body
"The Body" - "El cuerpo" ist ein Film von Oriol Paulo aus dem Jahr 2012. Das Drehbuch schrieb Paulo zusammen mit Lara Sendium.
Inspektor Jaime Peña (José Coronoda) ist gerade erst aus dem Urlaub zurück, als man ihn spätabends noch zu einem ungeklärten Vorfall ruft. Der Nachtwächter des Leichenschauhauses ist in Panik aus dem Gebäude gerannt und direkt vor ein Auto gelaufen. Nun liegt er im Koma im Krankenhaus und Peña muss die Hintergründe untersuchen. Vor Ort stellt sich bald heraus, dass eine Leiche entwendet wurde. Die reiche Geschäftsfrau Mayka Villaverde (Belén Rueda), die erst am Morgen nach einem Herzinfarkt eingeliefert wurde, ist nicht mehr auffindbar.
Der Inspektor ruft den wesentlich jüngeren Ehemann der Toten, den Chemiker Álex Ulloa (Hugo Silva), noch in der Nacht an und bittet ihn ins Leichenschauhaus zu kommen. Álex fühlt sich dabei sehr unwohl und das aus gutem Grund. Er war es, der seiner Ehefrau ein Gift verabreicht hat, das nach acht Stunden zu einem Herzinfarkt führt und so gut wie nicht nachzuweisen ist. Um seiner herrischen Frau zu entgehen und mit seiner jungen Geliebten Carla (Aura Garrido) ein neues Leben anfangen zu können, hatte er sich zu diesem Schritt entschlossen. Doch nun ist der Leichnam von Mayka verschwunden und die Zeichen mehren sich, dass sie vielleicht noch am Leben ist und mit ihm spielt.
Álex weiß bald nicht mehr wo ihm der Kopf steht, der Inspektor setzt ihn extrem unter Druck, während im Leichenschauhaus merkwürdige Dinge vor sich gehen. Die Nacht wird noch sehr lang und ereignisreich, bis es am nächsten Morgen zu einer perfiden Aufklärung kommt, mit der wohl niemand gerechnet hat.
Der Hauptschauplatz ist hier das Leichenschauhaus, das geheimnisvoll und bedrohlich wirken kann. Mal fällt das Licht aus, dann geht die Sprinkleranlage an, es ist ein eher unheimlicher Ort. Durchbrochen wird das durch Rückblenden in die Vergangenheit von Mayka und Álex. Die Liebe zwischen der älteren Frau und ihrem jüngeren Mann war irgendwo auf der Strecke geblieben. Álex hoffte auf einen Neuanfang mit Carla, auch wenn er dafür seine Ehefrau töten musste. Doch dann kam alles ganz anders...
Hier zu viel zu erzählen wäre gemein, also lasse ich es bei diesen Anmerkungen. Das Ende ist sowieso viel zu genial, um es zu verraten. Ein erneutes Anschauen des Films funktioniert aber trotzdem, auch wenn man das Ende schon kennt. Einiges macht zwar keinen Sinn mehr, aber insgesamt klappt das doch sehr gut.
Das Spielfilmdebüt von Oriol Paulo darf man getrost als sehr gelungen bezeichnen. Mit einer guten Story und hervorragenden Darstellern hat er hier einen Thriller geschaffen, der bis zum Ende fesselt. Dabei können besonders José Coronado und Belén Rueda überzeugen, während Hugo Silva zwar seine Rolle gut spielt, mich aber eher an eine Schlaftablette erinnert. Das hätte gerne ein bisschen lebhafter sein können. Egal, der Film ist gut und spannend, also bitte anschauen.
Inspektor Jaime Peña (José Coronoda) ist gerade erst aus dem Urlaub zurück, als man ihn spätabends noch zu einem ungeklärten Vorfall ruft. Der Nachtwächter des Leichenschauhauses ist in Panik aus dem Gebäude gerannt und direkt vor ein Auto gelaufen. Nun liegt er im Koma im Krankenhaus und Peña muss die Hintergründe untersuchen. Vor Ort stellt sich bald heraus, dass eine Leiche entwendet wurde. Die reiche Geschäftsfrau Mayka Villaverde (Belén Rueda), die erst am Morgen nach einem Herzinfarkt eingeliefert wurde, ist nicht mehr auffindbar.
Der Inspektor ruft den wesentlich jüngeren Ehemann der Toten, den Chemiker Álex Ulloa (Hugo Silva), noch in der Nacht an und bittet ihn ins Leichenschauhaus zu kommen. Álex fühlt sich dabei sehr unwohl und das aus gutem Grund. Er war es, der seiner Ehefrau ein Gift verabreicht hat, das nach acht Stunden zu einem Herzinfarkt führt und so gut wie nicht nachzuweisen ist. Um seiner herrischen Frau zu entgehen und mit seiner jungen Geliebten Carla (Aura Garrido) ein neues Leben anfangen zu können, hatte er sich zu diesem Schritt entschlossen. Doch nun ist der Leichnam von Mayka verschwunden und die Zeichen mehren sich, dass sie vielleicht noch am Leben ist und mit ihm spielt.
Álex weiß bald nicht mehr wo ihm der Kopf steht, der Inspektor setzt ihn extrem unter Druck, während im Leichenschauhaus merkwürdige Dinge vor sich gehen. Die Nacht wird noch sehr lang und ereignisreich, bis es am nächsten Morgen zu einer perfiden Aufklärung kommt, mit der wohl niemand gerechnet hat.
Der Hauptschauplatz ist hier das Leichenschauhaus, das geheimnisvoll und bedrohlich wirken kann. Mal fällt das Licht aus, dann geht die Sprinkleranlage an, es ist ein eher unheimlicher Ort. Durchbrochen wird das durch Rückblenden in die Vergangenheit von Mayka und Álex. Die Liebe zwischen der älteren Frau und ihrem jüngeren Mann war irgendwo auf der Strecke geblieben. Álex hoffte auf einen Neuanfang mit Carla, auch wenn er dafür seine Ehefrau töten musste. Doch dann kam alles ganz anders...
Hier zu viel zu erzählen wäre gemein, also lasse ich es bei diesen Anmerkungen. Das Ende ist sowieso viel zu genial, um es zu verraten. Ein erneutes Anschauen des Films funktioniert aber trotzdem, auch wenn man das Ende schon kennt. Einiges macht zwar keinen Sinn mehr, aber insgesamt klappt das doch sehr gut.
Das Spielfilmdebüt von Oriol Paulo darf man getrost als sehr gelungen bezeichnen. Mit einer guten Story und hervorragenden Darstellern hat er hier einen Thriller geschaffen, der bis zum Ende fesselt. Dabei können besonders José Coronado und Belén Rueda überzeugen, während Hugo Silva zwar seine Rolle gut spielt, mich aber eher an eine Schlaftablette erinnert. Das hätte gerne ein bisschen lebhafter sein können. Egal, der Film ist gut und spannend, also bitte anschauen.
Samstag, 22. März 2014
Match Point
"Match Point" ist ein Film von Woody Allen (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2005.
Auch wenn ich mit den Filmen von Woody Allen oft Probleme habe, es gibt auch Ausnahmen die mir sogar sehr gut gefallen. Neben dem neuen und wunderbaren Film "Blue Jasmine" gehört auch "Match Point" zu meinen absoluten Favoriten.
Der junge Chris (Jonathan Rhys Meyers) bewirbt sich um eine Stelle als Tennislehrer in einem exklusiven Londoner Club. Seine eigene Karriere als Profi lief nicht wie erwartet und nun sucht er nach neuen Herausforderungen. Hier lernt er den jungen und vermögenden Tom (Matthew Goode) kennen und durch ihre gemeinsame Leidenschaft für die Oper freunden sich die beiden Männer an.
Chris lernt Toms Eltern (Brian Cox und Penelope Wilton) kennen, die gleich von ihm angetan sind, sowie auch Toms Schwester Chloe (Emily Mortimer), die sich sehr schnell in den schönen jungen Mann verliebt. Chloe sorgt auch dafür, dass Chris einen Job in der Firma ihres Vaters erhält und dort auch gute Aufstiegsmöglichkeiten hat. Nach einer Zeit der Einarbeitung stehen dem begabten Chris auch alle Türen offen.
Es läuft alles gut für Chris, er taucht immer mehr in die High Society ein, ist beliebt und gern gesehen. Seine Karriere läuft rund, doch leider verguckt er sich in die hübsche Nola (Scarlett Johansson), die Verlobte seines Freundes Tom. Nola ist eine hübsche junge Amerikanerin, die unbedingt Schauspielerin werden will, es aber nicht schafft, weil sie regelmäßig bei den Castings versagt. Toms Mutter ist die junge Frau ein Dorn im Auge, weil sie sich für ihren Sohn eine bessere Partie wünscht.
In einem schwachen Moment geben sich Chris und Nola ihrer Leidenschaft hin und beginnen eine Affäre, die unter keinem guten Stern steht. Chris heiratet Chloe und Tom trennt sich von Nola, um eine andere Frau zu heiraten. Doch die geheime Liebschaft zwischen Chris und Nola bleibt vorerst bestehen, bis ernste Schwierigkeiten auftauchen, denn Nola wird schwanger und besteht darauf, dass sich Chris zu ihr bekennt. Der hat allerdings das Problem, dass Chloe schon seit einiger Zeit verzweifelt darauf wartet, schwanger zu werden und schon diverse Ärzte konsultiert hat. Mit ihrem unbedingten Willen ein Baby zu haben, hat Chloe ihren Mann schon genug unter Druck gesetzt. Nun ist seine Geliebte schwanger und droht damit, sein ganzes Leben zu zerstören.
Chris steckt in einer Zwickmühle. Er liebt Nola, aber er liebt auch das Leben das er an der Seite von Chloe führt, deren Eltern ihn inzwischen als vollkommenen Schwiegersohn vergöttern. Ihm bleibt in seiner Verzweiflung nur ein Ausweg, der ihm einiges abverlangt.
Nicht umsonst ist der Lieblingsroman von Chris "Schuld und Sühne" von Dostojewski. Woody Allen bringt diesen Hinweis schon am Anfang des Films ein, aber man erkennt den Zusammenhang erst später. Wie auch immer, dieser Film ist ein Gesamtkunstwerk, das man sich unbedingt anschauen sollte. Hier passt alles, die wunderbaren Darsteller, die Ausstattung, das Setting, einfach alles perfekt.
Wie kommt es aber, dass ich einen Film von Woody Allen so sehr loben kann? Nun, das liegt an den wunderbaren Schauspielern, die hier alles richtig machen. Jonathan Rhys Meyers und Scarlett Johansson sind nicht nur schön, sondern auch sehr sexy und perfekt besetzt. Daneben muss man aber auch unbedingt noch Matthew Goode und Emily Mortimer erwähnen, die ebenfalls fantastisch sind. Was soll ich sagen, das ist ein großartiger Film, der schön böse und gleichzeitig sehr unterhaltsam ist. Unbedingt anschauen.
Auch wenn ich mit den Filmen von Woody Allen oft Probleme habe, es gibt auch Ausnahmen die mir sogar sehr gut gefallen. Neben dem neuen und wunderbaren Film "Blue Jasmine" gehört auch "Match Point" zu meinen absoluten Favoriten.
Der junge Chris (Jonathan Rhys Meyers) bewirbt sich um eine Stelle als Tennislehrer in einem exklusiven Londoner Club. Seine eigene Karriere als Profi lief nicht wie erwartet und nun sucht er nach neuen Herausforderungen. Hier lernt er den jungen und vermögenden Tom (Matthew Goode) kennen und durch ihre gemeinsame Leidenschaft für die Oper freunden sich die beiden Männer an.
Chris lernt Toms Eltern (Brian Cox und Penelope Wilton) kennen, die gleich von ihm angetan sind, sowie auch Toms Schwester Chloe (Emily Mortimer), die sich sehr schnell in den schönen jungen Mann verliebt. Chloe sorgt auch dafür, dass Chris einen Job in der Firma ihres Vaters erhält und dort auch gute Aufstiegsmöglichkeiten hat. Nach einer Zeit der Einarbeitung stehen dem begabten Chris auch alle Türen offen.
Es läuft alles gut für Chris, er taucht immer mehr in die High Society ein, ist beliebt und gern gesehen. Seine Karriere läuft rund, doch leider verguckt er sich in die hübsche Nola (Scarlett Johansson), die Verlobte seines Freundes Tom. Nola ist eine hübsche junge Amerikanerin, die unbedingt Schauspielerin werden will, es aber nicht schafft, weil sie regelmäßig bei den Castings versagt. Toms Mutter ist die junge Frau ein Dorn im Auge, weil sie sich für ihren Sohn eine bessere Partie wünscht.
In einem schwachen Moment geben sich Chris und Nola ihrer Leidenschaft hin und beginnen eine Affäre, die unter keinem guten Stern steht. Chris heiratet Chloe und Tom trennt sich von Nola, um eine andere Frau zu heiraten. Doch die geheime Liebschaft zwischen Chris und Nola bleibt vorerst bestehen, bis ernste Schwierigkeiten auftauchen, denn Nola wird schwanger und besteht darauf, dass sich Chris zu ihr bekennt. Der hat allerdings das Problem, dass Chloe schon seit einiger Zeit verzweifelt darauf wartet, schwanger zu werden und schon diverse Ärzte konsultiert hat. Mit ihrem unbedingten Willen ein Baby zu haben, hat Chloe ihren Mann schon genug unter Druck gesetzt. Nun ist seine Geliebte schwanger und droht damit, sein ganzes Leben zu zerstören.
Chris steckt in einer Zwickmühle. Er liebt Nola, aber er liebt auch das Leben das er an der Seite von Chloe führt, deren Eltern ihn inzwischen als vollkommenen Schwiegersohn vergöttern. Ihm bleibt in seiner Verzweiflung nur ein Ausweg, der ihm einiges abverlangt.
Nicht umsonst ist der Lieblingsroman von Chris "Schuld und Sühne" von Dostojewski. Woody Allen bringt diesen Hinweis schon am Anfang des Films ein, aber man erkennt den Zusammenhang erst später. Wie auch immer, dieser Film ist ein Gesamtkunstwerk, das man sich unbedingt anschauen sollte. Hier passt alles, die wunderbaren Darsteller, die Ausstattung, das Setting, einfach alles perfekt.
Wie kommt es aber, dass ich einen Film von Woody Allen so sehr loben kann? Nun, das liegt an den wunderbaren Schauspielern, die hier alles richtig machen. Jonathan Rhys Meyers und Scarlett Johansson sind nicht nur schön, sondern auch sehr sexy und perfekt besetzt. Daneben muss man aber auch unbedingt noch Matthew Goode und Emily Mortimer erwähnen, die ebenfalls fantastisch sind. Was soll ich sagen, das ist ein großartiger Film, der schön böse und gleichzeitig sehr unterhaltsam ist. Unbedingt anschauen.
Samstag, 15. März 2014
The Canyons
"The Canyons" ist ein Film von Paul Schrader aus dem Jahr 2013. Das Drehbuch stammt von Bret Easton Ellis.
Hier muss ich gleich am Anfang eine Warnung aussprechen: Dieser angebliche Erotikthriller ist alles, aber nicht erotisch, da nützen auch diverse nackte Körperteile nichts. Wer sich, wie ich, von den Namen Paul Schrader und Bret Easton Ellis locken lässt, der muss aber auch einen Blick auf die Hauptdarsteller werfen. Das sind in diesem Fall Lindsay Lohan und Pornodarsteller James Deen. Muss ich noch mehr sagen?
Kommen wir zur "Handlung": Der junge und vermögende Filmproduzent Christian (James Deen) ist ein unsympathisches Arschloch mit einem ausgewachsenen Vater-Problem. Wenn er nicht regelmäßig seinen Psychiater Dr. Campbell (Gus Van Sant) aufsucht, würde ihm sein Daddy den Geldhahn zudrehen. Nun, den Psychiater hat Christian schon nötig, wie man nach kurzer Zeit feststellen wird.
Christian lebt mit der ehemaligen Schauspielerin Tara (Lindsay Lohan) zusammen, wobei das ehemalig eigentlich heißen soll, sie war nie eine Schauspielerin, sondern ist immer bereits bei den Castings gescheitert. Tara liebt vor allem Christians Geld, weil sie nie wieder arm sein will. Ihr Sexleben halten sie mit Fremden am Leben, die sie sich ins Haus bestellen. Männer, Frauen, Paare, alles ist möglich. Christian filmt diese Treffen mit seinem Smartphone, was für ihn einen besonderen Kick darstellt.
Sehr treu ist Christian allerdings nicht, denn er hat auch Verhältnisse mit anderen Frauen, so z. B. mit der Yoga-Lehrerin Cynthia (Tenille Houston). Als er aber mitbekommt, dass Tara ein Verhältnis mit Ryan (Nolan Funk) hat, dem Hauptdarsteller seines neuen Films, rastet er aus und schmiedet einen perfiden Plan.
Ryan ist der Freund von Gina (Amanda Brooks), der Assistentin von Christian, und war bereits vor einigen Jahren mit Tara liiert, bevor sie ihn verlassen hat. Jetzt lebt ihre Affäre wieder auf, auch wenn Tara sich nicht von Christian trennen will, aus finanziellen Gründen. Schon bald muss Tara feststellen, dass Christian ihre Liebelei entdeckt hat. Da in Christian ein kleiner Psychopath schlummert, sollten alle Beteiligten hier auf der Hut sein.
Falls noch Thriller-Fans mitlesen, es gibt zumindest ein Todesopfer zu beklagen. Der Rest ist... bäh.
Ich kann gar nicht glauben, dass ich mir diesen Film tatsächlich angesehen habe. Wie schon gesagt, Paul Schrader und Bret Easton Ellis klangen interessant, der Cast eher nicht. Die Story ist so hölzern wie die Figuren agieren, das ist alles eine Qual. Im Rückblick klingt das alles besser, als es in Wirklichkeit ist. Der Film ist furchtbar, die Dialoge sind es ebenso und die Schauspieler-Darsteller sind durchweg zum Weglaufen.
Lindsay Lohan ist eine tragische Gestalt, bei der man sich fragt, wie sie mit nur siebenundzwanzig Jahren bereits so kaputt bzw. gut und gerne zwanzig Jahre älter aussehen kann. Diverse "Schönheitsoperationen" haben ihr übriges getan, diesen Eindruck zu unterstreichen. Wirklich schlimm. James Deen hat bereits in über tausend Pornos mitgespielt, kommt aber über einen Gesichtsausdruck nicht hinaus. Gut, die Kamera war wohl dabei auch nicht auf sein Gesicht fixiert. Hier zeigt er jedenfalls, was er alles nicht kann.
Also diesen Film muss man definitiv nicht gesehen haben, hier verpasst man gar nichts. Die Krönung ist noch das "Behind the Scenes" auf der DVD, dass nur aus Bildern ohne Text besteht. Klasse gemacht...
Irgendwie habe ich auch nichts anderes erwartet, aber ein Werk von Paul Schrader hätte doch gerne etwas besser ausfallen können. Böse reingefallen, kann passieren. Hier kann ich nur eine sehr eingeschränkte Empfehlung aussprechen, mehr nicht.
Hier muss ich gleich am Anfang eine Warnung aussprechen: Dieser angebliche Erotikthriller ist alles, aber nicht erotisch, da nützen auch diverse nackte Körperteile nichts. Wer sich, wie ich, von den Namen Paul Schrader und Bret Easton Ellis locken lässt, der muss aber auch einen Blick auf die Hauptdarsteller werfen. Das sind in diesem Fall Lindsay Lohan und Pornodarsteller James Deen. Muss ich noch mehr sagen?
Kommen wir zur "Handlung": Der junge und vermögende Filmproduzent Christian (James Deen) ist ein unsympathisches Arschloch mit einem ausgewachsenen Vater-Problem. Wenn er nicht regelmäßig seinen Psychiater Dr. Campbell (Gus Van Sant) aufsucht, würde ihm sein Daddy den Geldhahn zudrehen. Nun, den Psychiater hat Christian schon nötig, wie man nach kurzer Zeit feststellen wird.
Christian lebt mit der ehemaligen Schauspielerin Tara (Lindsay Lohan) zusammen, wobei das ehemalig eigentlich heißen soll, sie war nie eine Schauspielerin, sondern ist immer bereits bei den Castings gescheitert. Tara liebt vor allem Christians Geld, weil sie nie wieder arm sein will. Ihr Sexleben halten sie mit Fremden am Leben, die sie sich ins Haus bestellen. Männer, Frauen, Paare, alles ist möglich. Christian filmt diese Treffen mit seinem Smartphone, was für ihn einen besonderen Kick darstellt.
Sehr treu ist Christian allerdings nicht, denn er hat auch Verhältnisse mit anderen Frauen, so z. B. mit der Yoga-Lehrerin Cynthia (Tenille Houston). Als er aber mitbekommt, dass Tara ein Verhältnis mit Ryan (Nolan Funk) hat, dem Hauptdarsteller seines neuen Films, rastet er aus und schmiedet einen perfiden Plan.
Ryan ist der Freund von Gina (Amanda Brooks), der Assistentin von Christian, und war bereits vor einigen Jahren mit Tara liiert, bevor sie ihn verlassen hat. Jetzt lebt ihre Affäre wieder auf, auch wenn Tara sich nicht von Christian trennen will, aus finanziellen Gründen. Schon bald muss Tara feststellen, dass Christian ihre Liebelei entdeckt hat. Da in Christian ein kleiner Psychopath schlummert, sollten alle Beteiligten hier auf der Hut sein.
Falls noch Thriller-Fans mitlesen, es gibt zumindest ein Todesopfer zu beklagen. Der Rest ist... bäh.
Ich kann gar nicht glauben, dass ich mir diesen Film tatsächlich angesehen habe. Wie schon gesagt, Paul Schrader und Bret Easton Ellis klangen interessant, der Cast eher nicht. Die Story ist so hölzern wie die Figuren agieren, das ist alles eine Qual. Im Rückblick klingt das alles besser, als es in Wirklichkeit ist. Der Film ist furchtbar, die Dialoge sind es ebenso und die Schauspieler-Darsteller sind durchweg zum Weglaufen.
Lindsay Lohan ist eine tragische Gestalt, bei der man sich fragt, wie sie mit nur siebenundzwanzig Jahren bereits so kaputt bzw. gut und gerne zwanzig Jahre älter aussehen kann. Diverse "Schönheitsoperationen" haben ihr übriges getan, diesen Eindruck zu unterstreichen. Wirklich schlimm. James Deen hat bereits in über tausend Pornos mitgespielt, kommt aber über einen Gesichtsausdruck nicht hinaus. Gut, die Kamera war wohl dabei auch nicht auf sein Gesicht fixiert. Hier zeigt er jedenfalls, was er alles nicht kann.
Also diesen Film muss man definitiv nicht gesehen haben, hier verpasst man gar nichts. Die Krönung ist noch das "Behind the Scenes" auf der DVD, dass nur aus Bildern ohne Text besteht. Klasse gemacht...
Irgendwie habe ich auch nichts anderes erwartet, aber ein Werk von Paul Schrader hätte doch gerne etwas besser ausfallen können. Böse reingefallen, kann passieren. Hier kann ich nur eine sehr eingeschränkte Empfehlung aussprechen, mehr nicht.
Samstag, 22. Februar 2014
Lose Your Head
"Lose Your Head" ist ein Film von Stefan Westerwelle (Regie) und Patrick Schuckmann (Co-Regisseur und Produzent) aus dem Jahr 2013. Das Drehbuch stammt von Patrick Schuckmann.
Der hübsche junge Spanier Luis (Fernando Tielve) nimmt sich eine Auszeit von seinem Freund Carlos (Jonás Berami), den er in Madrid zurückgelassen hat und freut sich auf seinen Trip nach Berlin. Hier will er vor allem eins: Party, Party, Party. Kaum angekommen bezieht er ein winziges Zimmer in einem Hostel, verstaut seine Sachen und stürzt sich ins Club-Leben der Hauptstadt. Mit Hilfe von Grit (Samia Muriel Chancrin) gelangt er in einen angesagten Szene-Laden und an Drogen, die ihn vielleicht den Kopf verlieren lassen...
Zusammen mit Grit und ihren Freunden erlebt er eine Nacht wie im Rausch und ist von der Atmosphäre um ihn herum wie betäubt. Sein Berlin-Aufenthalt entwickelt sich zu einem wahren Fiebertraum, in dem alles möglich ist. Er begegnet dem charismatischen Ukrainer Viktor (Marko Mandić), der so verführerisch wie geheimnisvoll ist und in den er sich auf der Stelle verknallt. Doch Viktor hat scheinbar auch eine gefährliche Seite an sich, die Luis aber nicht abschreckt, sondern nur um so mehr fasziniert.
Bei seinen Streifzügen durch die Stadt lernt Luis die Griechin Elena (Sesede Terziyan) kennen, die zusammen mit ihrem Cousin Kostas (Stavros Yagoulis) ihren Bruder Dimitri sucht, der seit ein paar Wochen vermisst wird. Auch Dimitri war in der Club-Szene unterwegs und nun fehlt jede Spur von ihm. Anhand einiger Fotos muss Luis feststellen, dass Viktor Dimitris Freund war, was er aber vor Elena geheimhält. In Viktors Wohnung findet er schließlich Sachen, die Dimitri gehören und seine Unsicherheit wächst. Hat Viktor etwas mit Dimitris Verschwinden zu tun? Ist Viktor eventuell sogar ein Mörder und was ist mit der kopflosen Leiche, die kurz zuvor gefunden wurde? Ist Luis vielleicht schon das nächste Opfer?
Luis ist immer noch im Rausch der großen Stadt, die ihn alles vergessen lässt. Das Nachtleben saugt ihn auf und hüllt ihn ein. Es ist die totale Abwesenheit von Angst, wie er es selbst formuliert, aber die Angst kriecht in ihm hoch, langsam und schleichend, er kann sich nicht dagegen wehren. Immer mehr verliert sich Luis in einem Fiebertraum, in dem er verfolgt und gejagt wird. Ist das sein Ende oder alles nur geträumt?
Auf diesen Film muss man sich einlassen können, was mir anfänglich etwas schwer gefallen ist, weil mir das alles zu fremd war. Aber nach und nach hat mich die wirklich gute Story immer mehr gepackt und nicht mehr losgelassen. Hier gibt es noch so einige Überraschungen, die absolut überzeugen können. Auf jeden Fall ist das ein Film, dessen wahre Qualität sich nicht sofort erschließt, sondern der lange nachwirkt und dabei rückblickend immer besser wird. So etwas gelingt tatsächlich nur sehr wenigen Filmen. Hut ab dafür.
Stefan Westerwelle und Patrick Schuckmann haben hier tolle Arbeit geleistet, eine großartige Geschichte entworfen und fantastische Bilder dafür gefunden. Der Clou sind dabei aber die wirklich hervorragenden Darsteller, die die Geschichte glaubhaft verkörpern. Hier gibt es gar nichts zu meckern, denn das ganze Team funktioniert fabelhaft. Man beachte bitte auch den ganz kurzen Auftritt der wunderbaren Ruth Bickelhaupt, sehr schön.
Meine anfänglichen Bedenken hat der Film also kurzerhand vom Tisch gefegt und mich tatsächlich voll und ganz für sich eingenommen. Was soll ich noch sagen? Bitte selbst einen Blick riskieren, denn der Film ist absolut sehenswert. Ebenfalls empfehlenswert ist auch noch der Audio-Kommentar von Stefan Westerwelle und Patrick Schuckmann, der auf sehr humorvolle Art von den Dreharbeiten und der Entstehungsgeschichte des Films erzählt. Sollte man nicht verpassen.
Der hübsche junge Spanier Luis (Fernando Tielve) nimmt sich eine Auszeit von seinem Freund Carlos (Jonás Berami), den er in Madrid zurückgelassen hat und freut sich auf seinen Trip nach Berlin. Hier will er vor allem eins: Party, Party, Party. Kaum angekommen bezieht er ein winziges Zimmer in einem Hostel, verstaut seine Sachen und stürzt sich ins Club-Leben der Hauptstadt. Mit Hilfe von Grit (Samia Muriel Chancrin) gelangt er in einen angesagten Szene-Laden und an Drogen, die ihn vielleicht den Kopf verlieren lassen...
Zusammen mit Grit und ihren Freunden erlebt er eine Nacht wie im Rausch und ist von der Atmosphäre um ihn herum wie betäubt. Sein Berlin-Aufenthalt entwickelt sich zu einem wahren Fiebertraum, in dem alles möglich ist. Er begegnet dem charismatischen Ukrainer Viktor (Marko Mandić), der so verführerisch wie geheimnisvoll ist und in den er sich auf der Stelle verknallt. Doch Viktor hat scheinbar auch eine gefährliche Seite an sich, die Luis aber nicht abschreckt, sondern nur um so mehr fasziniert.
Bei seinen Streifzügen durch die Stadt lernt Luis die Griechin Elena (Sesede Terziyan) kennen, die zusammen mit ihrem Cousin Kostas (Stavros Yagoulis) ihren Bruder Dimitri sucht, der seit ein paar Wochen vermisst wird. Auch Dimitri war in der Club-Szene unterwegs und nun fehlt jede Spur von ihm. Anhand einiger Fotos muss Luis feststellen, dass Viktor Dimitris Freund war, was er aber vor Elena geheimhält. In Viktors Wohnung findet er schließlich Sachen, die Dimitri gehören und seine Unsicherheit wächst. Hat Viktor etwas mit Dimitris Verschwinden zu tun? Ist Viktor eventuell sogar ein Mörder und was ist mit der kopflosen Leiche, die kurz zuvor gefunden wurde? Ist Luis vielleicht schon das nächste Opfer?
Luis ist immer noch im Rausch der großen Stadt, die ihn alles vergessen lässt. Das Nachtleben saugt ihn auf und hüllt ihn ein. Es ist die totale Abwesenheit von Angst, wie er es selbst formuliert, aber die Angst kriecht in ihm hoch, langsam und schleichend, er kann sich nicht dagegen wehren. Immer mehr verliert sich Luis in einem Fiebertraum, in dem er verfolgt und gejagt wird. Ist das sein Ende oder alles nur geträumt?
Auf diesen Film muss man sich einlassen können, was mir anfänglich etwas schwer gefallen ist, weil mir das alles zu fremd war. Aber nach und nach hat mich die wirklich gute Story immer mehr gepackt und nicht mehr losgelassen. Hier gibt es noch so einige Überraschungen, die absolut überzeugen können. Auf jeden Fall ist das ein Film, dessen wahre Qualität sich nicht sofort erschließt, sondern der lange nachwirkt und dabei rückblickend immer besser wird. So etwas gelingt tatsächlich nur sehr wenigen Filmen. Hut ab dafür.
Stefan Westerwelle und Patrick Schuckmann haben hier tolle Arbeit geleistet, eine großartige Geschichte entworfen und fantastische Bilder dafür gefunden. Der Clou sind dabei aber die wirklich hervorragenden Darsteller, die die Geschichte glaubhaft verkörpern. Hier gibt es gar nichts zu meckern, denn das ganze Team funktioniert fabelhaft. Man beachte bitte auch den ganz kurzen Auftritt der wunderbaren Ruth Bickelhaupt, sehr schön.
Meine anfänglichen Bedenken hat der Film also kurzerhand vom Tisch gefegt und mich tatsächlich voll und ganz für sich eingenommen. Was soll ich noch sagen? Bitte selbst einen Blick riskieren, denn der Film ist absolut sehenswert. Ebenfalls empfehlenswert ist auch noch der Audio-Kommentar von Stefan Westerwelle und Patrick Schuckmann, der auf sehr humorvolle Art von den Dreharbeiten und der Entstehungsgeschichte des Films erzählt. Sollte man nicht verpassen.
Montag, 10. Februar 2014
The Passenger
"The Passenger" ist ein Film von Tor Iben (Regie, Drehbuch und Produktion) aus dem Jahr 2013. Der Film erscheint aktuell in Frankreich, USA, UK und in den Benelux-Staaten. In Deutschland fand sich leider kein Vertrieb, was sehr schade ist, aber man kann den Film eben z. B. über Amazon UK ordern, was kein Problem sein sollte.
Der junge Nick (Niklas Peters) kommt nach Berlin, um für seinen Vater eine Wohnung zu kaufen. Nick ist bildschön und sehr verführerisch, aber von ihm geht auch eine gewisse Bedrohung aus. Bereits in den ersten Filmminuten sieht man ihn mit blutverschmierten Händen und das wird noch mehrfach passieren. Nick zieht bei dem Fotografen Phillip (Urs Stämpfli) ein, der einen Mitbewohner sucht. Beide verstehen sich sofort und sind sich sympathisch. Phillips beste Freundin Lilli (Lynn Femme) komplettiert das Trio und fühlt sich ebenfalls gleich zu Nick hingezogen.
Lilli ist Schauspielschülerin und probt aktuell ein Theaterstück mit ihrem Kollegen Stefan (Sinan Hancili), aber es gibt immer wieder Differenzen mit dem Regisseur des Stückes (Peter Beck). Diese Szenen und ganz besonders die mit Peter Beck gehören zu den humorvollsten Stellen des Films, der ansonsten auf ein eher tragisches Ende hinausläuft.
Doch noch sind Phillip, Lilli und Nick eine eingeschworene Gemeinschaft, die ihr Leben und ihre Freundschaft genießen. Phillip und Lilli haben keine Ahnung, was wirklich mit Nick los ist und geraten immer stärker in Gefahr, je näher sie ihm kommen. In der Zwischenzeit hat Nick immer wieder Begegnungen mit anderen Personen und lebt seinen Drang aus, sie zu töten. Ein unschuldiger Tourist oder auch eine Ladendiebin, für Nick macht das keinen Unterschied.
"Each man kills the thing he loves", so lautet das Zitat aus Oscar Wildes "The Ballad of Reading Gaol" aus dem Jahr 1898, das hier in Lillis Theaterstück erwähnt wird. Wer mit Fassbinder vertraut ist, kennt das natürlich aus "Querelle". Nick tötet die Menschen die er liebt, weil sie ihm zu nahe kommen. Er badet in ihrem Blut und wäscht es wieder ab. Er kann nicht aus seiner Haut, weil er keine Nähe zulassen kann.
Ja, der Film endet tragisch, Nick zieht weiter, einem ungewissen Schicksal entgegen, aber Phillip und Lilli mussten ihr Leben lassen.
Der neue Film von Tor Iben ist absolut sehenswert. Warum bekommt so ein Film hier in Deutschland keinen Vertrieb? Die Geschichte ist gut, die Darsteller sind sehr sehenswert und es gibt keinen Grund, diesen Film nur im Ausland erscheinen zu lassen.
Schade, denn Tor Iben erzählt hier eine großartige Geschichte, die das Queer-Cinema durchaus bereichert, weil er sich hier eben nicht auf konventionelle Rollenverteilungen einlässt, sondern diese mit Freude durchbricht. Wer hier wirklich homo- oder heterosexuell ist, wen interessiert das überhaupt?
Die Darsteller sind jedenfalls perfekt ausgewählt, Lynn Femme, Niklas Peters und Urs Stämpfli verkörpern ihre Rollen jederzeit glaubwürdig. Insgesamt gesehen ein toller Film, den man nicht verpassen sollte.
Der junge Nick (Niklas Peters) kommt nach Berlin, um für seinen Vater eine Wohnung zu kaufen. Nick ist bildschön und sehr verführerisch, aber von ihm geht auch eine gewisse Bedrohung aus. Bereits in den ersten Filmminuten sieht man ihn mit blutverschmierten Händen und das wird noch mehrfach passieren. Nick zieht bei dem Fotografen Phillip (Urs Stämpfli) ein, der einen Mitbewohner sucht. Beide verstehen sich sofort und sind sich sympathisch. Phillips beste Freundin Lilli (Lynn Femme) komplettiert das Trio und fühlt sich ebenfalls gleich zu Nick hingezogen.
Lilli ist Schauspielschülerin und probt aktuell ein Theaterstück mit ihrem Kollegen Stefan (Sinan Hancili), aber es gibt immer wieder Differenzen mit dem Regisseur des Stückes (Peter Beck). Diese Szenen und ganz besonders die mit Peter Beck gehören zu den humorvollsten Stellen des Films, der ansonsten auf ein eher tragisches Ende hinausläuft.
Doch noch sind Phillip, Lilli und Nick eine eingeschworene Gemeinschaft, die ihr Leben und ihre Freundschaft genießen. Phillip und Lilli haben keine Ahnung, was wirklich mit Nick los ist und geraten immer stärker in Gefahr, je näher sie ihm kommen. In der Zwischenzeit hat Nick immer wieder Begegnungen mit anderen Personen und lebt seinen Drang aus, sie zu töten. Ein unschuldiger Tourist oder auch eine Ladendiebin, für Nick macht das keinen Unterschied.
"Each man kills the thing he loves", so lautet das Zitat aus Oscar Wildes "The Ballad of Reading Gaol" aus dem Jahr 1898, das hier in Lillis Theaterstück erwähnt wird. Wer mit Fassbinder vertraut ist, kennt das natürlich aus "Querelle". Nick tötet die Menschen die er liebt, weil sie ihm zu nahe kommen. Er badet in ihrem Blut und wäscht es wieder ab. Er kann nicht aus seiner Haut, weil er keine Nähe zulassen kann.
Ja, der Film endet tragisch, Nick zieht weiter, einem ungewissen Schicksal entgegen, aber Phillip und Lilli mussten ihr Leben lassen.
Der neue Film von Tor Iben ist absolut sehenswert. Warum bekommt so ein Film hier in Deutschland keinen Vertrieb? Die Geschichte ist gut, die Darsteller sind sehr sehenswert und es gibt keinen Grund, diesen Film nur im Ausland erscheinen zu lassen.
Schade, denn Tor Iben erzählt hier eine großartige Geschichte, die das Queer-Cinema durchaus bereichert, weil er sich hier eben nicht auf konventionelle Rollenverteilungen einlässt, sondern diese mit Freude durchbricht. Wer hier wirklich homo- oder heterosexuell ist, wen interessiert das überhaupt?
Die Darsteller sind jedenfalls perfekt ausgewählt, Lynn Femme, Niklas Peters und Urs Stämpfli verkörpern ihre Rollen jederzeit glaubwürdig. Insgesamt gesehen ein toller Film, den man nicht verpassen sollte.
Samstag, 1. Februar 2014
Paranoia
"Paranoia" ist ein Film von Robert Luketic aus dem Jahr 2013. Das Drehbuch stammt von Barry L. Levy und Jason Dean Hall.
Beginnen wir also den Februar mit einem hübschen kleinen Langweiler. "Paranoia - Riskantes Spiel" schreit es vom DVD-Cover. Es geht um Wirtschaftskriminalität, zwei rivalisierende Technologie-Konzerne, viel Geld, eine schöne Frau, was will man mehr? Hört sich spannend an? Ja, wenn man in den letzten zwanzig Jahren keinen Film dieser Art gesehen hat, dann schon.
Der junge Adam Cassidy (Liam Hemsworth) will hoch hinaus. Er stammt aus Brooklyn, seine Mutter ist schon lange tot und sein Vater (Richard Dreyfuss), der nun ein Pflegefall ist, war immer nur Wachmann. Adam arbeitet als Entwickler in der Firma von Nicolas Wyatt (Gary Oldman) und will diesen von einer neuen Idee überzeugen, wird aber vor die Tür gesetzt. Aus Frust lädt er seine Freunde in einen teuren Club ein und lässt die Firmenkreditkarte glühen. Das hat natürlich ein Nachspiel und Adam wird von Wyatt dazu gezwungen, in der Firma von Jock Goddard (Harrison Ford), seinem ewigen Rivalen, zu spionieren.
Adam durchläuft mit Hilfe von Judith Bolton (Embeth Davidtz) ein Blitztraining, bekommt eine teure Wohnung, neue Klamotten und diverse Insider-Informationen, denn Nicolas und Jock haben einst zusammengearbeitet, bevor sie sich im Streit trennten. Der Bodyguard Miles Meechum (Julian McMahon) überwacht dabei jeden Schritt Adams, um seinen Chef Nicolas darüber zu unterrichten.
Ohne Probleme bekommt Adam einen wichtigen Job bei Goddard und verliebt sich in die schöne Emma (Amber Heard), die ebenfalls dort arbeitet. Um an den Prototyp des neuen Smartphones zu gelangen, muss Adam Emma hintergehen, was ihm nicht leicht fällt, aber das ist noch das geringste seiner Probleme, denn plötzlich hat er es nicht nur mit Nicolas Wyatt und Jock Goddard, sondern auch noch mit dem FBI zu tun.
Diese bösen Telefone, die immer verraten, wo wir gerade sind und mit wem wir uns unterhalten. Dieser Film treibt das auf die Spitze und erklärt uns die Welt. Wer hat sich diese Story bloß ausgedacht? Ein Zwölfjähriger? Ganz ehrlich, so blauäugig kann doch sonst niemand sein.
Was haben wir denn hier? Einen Thriller, der den Namen nicht verdient, weil er nicht spannend, sondern eher langweilig ist. Ich möchte noch weiter gehen, er ist extrem vorhersehbar und lässt kein Klischee aus. Schade.
Kommen wir zu den Darstellern. Liam Hemsworth ist ganz hübsch, hat aber leider gar keine Ausstrahlung, was eine Identifikation mit ihm fast unmöglich macht. Amber Heard ist wie üblich sehr schön, bekommt aber einfach keine Gelegenheit, wirklich zu überzeugen.
Die besten Szenen haben sowieso Gary Oldman und Harrison Ford, die sich einen Spaß daraus machen, hier möglichst gemein aufzutreten. Das machen sie wunderbar, aber es rettet diesen durchschnittlichen Film nicht davor, eben einfach nur durchschnittlich zu sein. Von mir gibt es jedenfalls nur eine eingeschränkte Empfehlung.
Beginnen wir also den Februar mit einem hübschen kleinen Langweiler. "Paranoia - Riskantes Spiel" schreit es vom DVD-Cover. Es geht um Wirtschaftskriminalität, zwei rivalisierende Technologie-Konzerne, viel Geld, eine schöne Frau, was will man mehr? Hört sich spannend an? Ja, wenn man in den letzten zwanzig Jahren keinen Film dieser Art gesehen hat, dann schon.
Der junge Adam Cassidy (Liam Hemsworth) will hoch hinaus. Er stammt aus Brooklyn, seine Mutter ist schon lange tot und sein Vater (Richard Dreyfuss), der nun ein Pflegefall ist, war immer nur Wachmann. Adam arbeitet als Entwickler in der Firma von Nicolas Wyatt (Gary Oldman) und will diesen von einer neuen Idee überzeugen, wird aber vor die Tür gesetzt. Aus Frust lädt er seine Freunde in einen teuren Club ein und lässt die Firmenkreditkarte glühen. Das hat natürlich ein Nachspiel und Adam wird von Wyatt dazu gezwungen, in der Firma von Jock Goddard (Harrison Ford), seinem ewigen Rivalen, zu spionieren.
Adam durchläuft mit Hilfe von Judith Bolton (Embeth Davidtz) ein Blitztraining, bekommt eine teure Wohnung, neue Klamotten und diverse Insider-Informationen, denn Nicolas und Jock haben einst zusammengearbeitet, bevor sie sich im Streit trennten. Der Bodyguard Miles Meechum (Julian McMahon) überwacht dabei jeden Schritt Adams, um seinen Chef Nicolas darüber zu unterrichten.
Ohne Probleme bekommt Adam einen wichtigen Job bei Goddard und verliebt sich in die schöne Emma (Amber Heard), die ebenfalls dort arbeitet. Um an den Prototyp des neuen Smartphones zu gelangen, muss Adam Emma hintergehen, was ihm nicht leicht fällt, aber das ist noch das geringste seiner Probleme, denn plötzlich hat er es nicht nur mit Nicolas Wyatt und Jock Goddard, sondern auch noch mit dem FBI zu tun.
Diese bösen Telefone, die immer verraten, wo wir gerade sind und mit wem wir uns unterhalten. Dieser Film treibt das auf die Spitze und erklärt uns die Welt. Wer hat sich diese Story bloß ausgedacht? Ein Zwölfjähriger? Ganz ehrlich, so blauäugig kann doch sonst niemand sein.
Was haben wir denn hier? Einen Thriller, der den Namen nicht verdient, weil er nicht spannend, sondern eher langweilig ist. Ich möchte noch weiter gehen, er ist extrem vorhersehbar und lässt kein Klischee aus. Schade.
Kommen wir zu den Darstellern. Liam Hemsworth ist ganz hübsch, hat aber leider gar keine Ausstrahlung, was eine Identifikation mit ihm fast unmöglich macht. Amber Heard ist wie üblich sehr schön, bekommt aber einfach keine Gelegenheit, wirklich zu überzeugen.
Die besten Szenen haben sowieso Gary Oldman und Harrison Ford, die sich einen Spaß daraus machen, hier möglichst gemein aufzutreten. Das machen sie wunderbar, aber es rettet diesen durchschnittlichen Film nicht davor, eben einfach nur durchschnittlich zu sein. Von mir gibt es jedenfalls nur eine eingeschränkte Empfehlung.
Donnerstag, 26. Dezember 2013
Solo
"Solo" ist ein Film von Marcelo Briem Stamm (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2013 und gleichzeitig das sehr bemerkenswerte Filmdebüt des argentinischen Regisseurs.
Über diesen Film sollte man so wenig wie möglich wissen, bevor man ihn sieht, weil sonst die zahlreichen Überraschungen ein wenig verpuffen würden. Also nur ganz kurz zur Handlung: Der junge Manuel (Patricio Ramos) ist seit kurzem wieder Single, nachdem er sich von seinem untreuen Freund Horacio (Carlos Echevarria) getrennt hat. In einem Chat lernt er Julio (Mario Verón) kennen, mit dem er sich eines Abends verabredet.
Die beiden jungen Männer landen in Manuels Wohnung und kommen sich sehr schnell näher. Sie gehen von Anfang an sehr vertraut miteinander um und Manuel erzählt Julio von den Problemen mit seinem letzten Freund. Er schüttet ihm sein Herz aus und beide schwören sich, immer ehrlich zueinander zu sein. Am nächsten Morgen ist Manuel mit seiner besten Freundin Vicky (Laura Agorreca) verabredet, bis dahin soll Julio verschwunden sein, doch der will gar nicht mehr gehen und wird wütend, als Manuel ihn darauf anspricht.
Es entspinnt sich ein ständiges Hin und Her zwischen liebevoller Annäherung und schroffer Zurückweisung, Sex, Streit und Versöhnung und das alles innerhalb nur einer Nacht. Dazwischen werden immer wieder Bilder aus Manuels Vergangenheit eingeblendet und auch Julio berichtet von seinen Erfahrungen. Doch warum klingelt Julios Handy mehrfach mitten in der Nacht. Will er den offensichtlich wohlhabenden Manuel nur ausrauben und hat einen anonymen Mitwisser vor dem Haus? Ist der hübsche Manuel nun in ernster Gefahr?
Diesen kleinen, aber sehr fiesen Film sollte man unbedingt gesehen haben, denn hier wird in nur knapp achtzig Minuten so einiges geboten. Ich selbst habe gar nichts von diesem Film erwartet und wurde sehr angenehm überrascht, weil der Regisseur es schafft, äußerst gekonnt mit den Gefühlen des Zuschauers zu spielen. Natürlich ist das eine Low-Budget-Produktion, die auch fast nur auf einen Handlungsort beschränkt ist, aber trotzdem eine echte Überraschung geworden ist.
Die beiden hübschen jungen Darsteller sind grandios in ihren Rollen und sehr sexy. Also für ein Spielfilmdebüt ist das hier mehr als gelungen und der Regisseur Marcelo Briem Stamm erweist sich als echtes Talent. Auf Filme aus Argentinien sollte man weiterhin ein Auge haben. Sehr empfehlenswert.
Über diesen Film sollte man so wenig wie möglich wissen, bevor man ihn sieht, weil sonst die zahlreichen Überraschungen ein wenig verpuffen würden. Also nur ganz kurz zur Handlung: Der junge Manuel (Patricio Ramos) ist seit kurzem wieder Single, nachdem er sich von seinem untreuen Freund Horacio (Carlos Echevarria) getrennt hat. In einem Chat lernt er Julio (Mario Verón) kennen, mit dem er sich eines Abends verabredet.
Die beiden jungen Männer landen in Manuels Wohnung und kommen sich sehr schnell näher. Sie gehen von Anfang an sehr vertraut miteinander um und Manuel erzählt Julio von den Problemen mit seinem letzten Freund. Er schüttet ihm sein Herz aus und beide schwören sich, immer ehrlich zueinander zu sein. Am nächsten Morgen ist Manuel mit seiner besten Freundin Vicky (Laura Agorreca) verabredet, bis dahin soll Julio verschwunden sein, doch der will gar nicht mehr gehen und wird wütend, als Manuel ihn darauf anspricht.
Es entspinnt sich ein ständiges Hin und Her zwischen liebevoller Annäherung und schroffer Zurückweisung, Sex, Streit und Versöhnung und das alles innerhalb nur einer Nacht. Dazwischen werden immer wieder Bilder aus Manuels Vergangenheit eingeblendet und auch Julio berichtet von seinen Erfahrungen. Doch warum klingelt Julios Handy mehrfach mitten in der Nacht. Will er den offensichtlich wohlhabenden Manuel nur ausrauben und hat einen anonymen Mitwisser vor dem Haus? Ist der hübsche Manuel nun in ernster Gefahr?
Diesen kleinen, aber sehr fiesen Film sollte man unbedingt gesehen haben, denn hier wird in nur knapp achtzig Minuten so einiges geboten. Ich selbst habe gar nichts von diesem Film erwartet und wurde sehr angenehm überrascht, weil der Regisseur es schafft, äußerst gekonnt mit den Gefühlen des Zuschauers zu spielen. Natürlich ist das eine Low-Budget-Produktion, die auch fast nur auf einen Handlungsort beschränkt ist, aber trotzdem eine echte Überraschung geworden ist.
Die beiden hübschen jungen Darsteller sind grandios in ihren Rollen und sehr sexy. Also für ein Spielfilmdebüt ist das hier mehr als gelungen und der Regisseur Marcelo Briem Stamm erweist sich als echtes Talent. Auf Filme aus Argentinien sollte man weiterhin ein Auge haben. Sehr empfehlenswert.
Mittwoch, 25. Dezember 2013
Cruising
"Cruising" ist ein Film von William Friedkin (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 1980 und basiert auf einem Roman von Gerald Walker. Die Dreharbeiten fanden 1979 statt, es war die Zeit vor Aids, der Krankheit, die alles verändern sollte.
In der schwulen Lederszene von New York geht ein Serienkiller um, deshalb beauftragt Captain Edelson (Paul Sorvino) den Polizisten Steve Burns (Al Pacino) als Undercover-Cop zu ermitteln, weil er äußerlich gut in das Beute-Schema des Täters passt. Der heterosexuelle Burns hat keine Ahnung, worauf er sich bei dieser Sache einlässt, aber die Aussicht auf eine schnelle Beförderung beflügelt ihn. Seiner Freundin Nancy (Karen Allen) darf er nichts von seinem Auftrag erzählen und er erscheint auch nur noch selten bei ihr.
Burns taucht nun ab in eine Welt, die ihm völlig fremd ist. Nur langsam macht er sich vertraut mit den Dingen, die ihm dort in den Clubs begegnen. Die Suche nach dem möglichen Serien-Killer wird für ihn auch eine Suche nach sich selbst, denn mehr und mehr verliert er die Kontrolle über sein bisheriges Leben und muss sich fragen, wie und wo er seine Leidenschaft ausleben kann.
Eine Antwort darauf liefert der Film nicht, ebenso wenig wer denn nun der tatsächliche Mörder ist. Das alles lässt William Friedkin in der Schwebe hängen und alle Möglichkeiten offen. Tatsächlich liefert der Film mehr Fragen als Antworten, was durchaus so gewollt war. Ich empfehle übrigens ausdrücklich die Extras auf der DVD anzuschauen, denn hier erfährt man sehr viel über die Entstehungsgeschichte von "Cruising", den Protest der schwulen Community, die Behinderungen der Dreharbeiten und noch vieles mehr. Diese Extras sind 2007 entstanden und beinhalten zahlreiche Interviews mit den Schauspielern und natürlich mit Regisseur William Friedkin. Von ihm stammt auch der sehr gute Audio-Kommentar, den man ebenfalls nicht verpassen sollte.
"Cruising" ist bis heute sehr umstritten, entweder man liebt ihn oder man hasst ihn. Friedkin ging damals als Vorbereitung auf seinen Film in diese Clubs und hat gefilmt, was ihm vor die Linse kam. Auch bei den diversen Themen-Nächten war er dabei. Wenn er im Audio-Kommentar darüber berichtet, selbst im Jockstrap dort aufgetaucht zu sein und sich für den hässlichsten Mann im ganzen Club gehalten zu haben, dann fällt man vor Lachen fast vom Stuhl. Eine herrliche Vorstellung.
Neben Al Pacino, der hier sehr zurückgenommen spielt und sich nie in die Karten sehen lässt, welche Gefühle und Gedanken er nun wirklich hat, gibt es noch eine ganze Reihe von Darstellern, die den Film sehenswert machen. Da wären z. B. der wunderbare Paul Sorvino oder auch Richard Cox, Don Scardino, James Remar, Gene Davis, William Russ und natürlich Karen Allen, die einzige Frau im Team.
Ich persönlich halte "Cruising" für ein Meisterwerk und kann ihn immer wieder sehen, die Faszination ist ungebrochen. Ganz große Empfehlung.
In der schwulen Lederszene von New York geht ein Serienkiller um, deshalb beauftragt Captain Edelson (Paul Sorvino) den Polizisten Steve Burns (Al Pacino) als Undercover-Cop zu ermitteln, weil er äußerlich gut in das Beute-Schema des Täters passt. Der heterosexuelle Burns hat keine Ahnung, worauf er sich bei dieser Sache einlässt, aber die Aussicht auf eine schnelle Beförderung beflügelt ihn. Seiner Freundin Nancy (Karen Allen) darf er nichts von seinem Auftrag erzählen und er erscheint auch nur noch selten bei ihr.
Burns taucht nun ab in eine Welt, die ihm völlig fremd ist. Nur langsam macht er sich vertraut mit den Dingen, die ihm dort in den Clubs begegnen. Die Suche nach dem möglichen Serien-Killer wird für ihn auch eine Suche nach sich selbst, denn mehr und mehr verliert er die Kontrolle über sein bisheriges Leben und muss sich fragen, wie und wo er seine Leidenschaft ausleben kann.
Eine Antwort darauf liefert der Film nicht, ebenso wenig wer denn nun der tatsächliche Mörder ist. Das alles lässt William Friedkin in der Schwebe hängen und alle Möglichkeiten offen. Tatsächlich liefert der Film mehr Fragen als Antworten, was durchaus so gewollt war. Ich empfehle übrigens ausdrücklich die Extras auf der DVD anzuschauen, denn hier erfährt man sehr viel über die Entstehungsgeschichte von "Cruising", den Protest der schwulen Community, die Behinderungen der Dreharbeiten und noch vieles mehr. Diese Extras sind 2007 entstanden und beinhalten zahlreiche Interviews mit den Schauspielern und natürlich mit Regisseur William Friedkin. Von ihm stammt auch der sehr gute Audio-Kommentar, den man ebenfalls nicht verpassen sollte.
"Cruising" ist bis heute sehr umstritten, entweder man liebt ihn oder man hasst ihn. Friedkin ging damals als Vorbereitung auf seinen Film in diese Clubs und hat gefilmt, was ihm vor die Linse kam. Auch bei den diversen Themen-Nächten war er dabei. Wenn er im Audio-Kommentar darüber berichtet, selbst im Jockstrap dort aufgetaucht zu sein und sich für den hässlichsten Mann im ganzen Club gehalten zu haben, dann fällt man vor Lachen fast vom Stuhl. Eine herrliche Vorstellung.
Neben Al Pacino, der hier sehr zurückgenommen spielt und sich nie in die Karten sehen lässt, welche Gefühle und Gedanken er nun wirklich hat, gibt es noch eine ganze Reihe von Darstellern, die den Film sehenswert machen. Da wären z. B. der wunderbare Paul Sorvino oder auch Richard Cox, Don Scardino, James Remar, Gene Davis, William Russ und natürlich Karen Allen, die einzige Frau im Team.
Ich persönlich halte "Cruising" für ein Meisterwerk und kann ihn immer wieder sehen, die Faszination ist ungebrochen. Ganz große Empfehlung.
Sonntag, 1. Dezember 2013
Suspension of Disbelief
"Suspension of Disbelief" ist ein Film von Mike Figgis aus dem Jahr 2012. Figgis ist hier nicht nur Regisseur und Drehbuchautor, sondern zusätzlich auch noch für die Kamera, den Schnitt und die Filmmusik zuständig. Der blöde deutsche Titel lautet "Gefährliche Begierde" und hat den noch blöderen Titelzusatz "Im Rausch dunkler Gelüste".
Martin (Sebastian Koch) ist Drehbuchautor und Dozent an einer Filmhochschule. Seit seine Frau Claire (Emilia Fox) ihn vor fünfzehn Jahren nach einem Streit verlassen hat und nie wieder aufgetaucht ist, lebt Martin zusammen mit seiner Tochter Sarah (Rebecca Night) immer noch in dem gleichen Haus in London. Sarah ist eine junge Schauspielerin und dreht aktuell einen Film, für den Martin das Drehbuch geschrieben hat. Regie führt Greg (Eoin Macken), der einiges von Sarah erwartet und sie entsprechend unter Druck setzt.
Zur Feier von Sarahs Geburtstag erscheinen am Abend viele Freunde, darunter auch Dominic (Lachlan Nieboer) mit seiner französischen Freundin Angelique (Lotte Verbeek). Angelique flirtet ein bisschen mit Martin, der sich irgendwann in der Nacht ziemlich benommen in sein Zimmer zurückzieht.
Am nächsten Tag ist Angelique verschwunden, niemand hat sie mehr gesehen seit der Feier in Martins Haus. Kurz darauf wird ihre Leiche aus der Themse geborgen. Martin und Sarah begleiten Dominic ins Leichenschauhaus, wo ihnen Therese begegnet, Angeliques Zwillingsschwester. Da sie keine Unterkunft in London hat, wird sie kurzerhand von Martin und Sarah eingeladen, bei ihnen zu wohnen.
Martin wird von der Polizei verdächtigt, etwas mit Angeliques Tod zu tun zu haben, ebenso mit dem Verschwinden seiner Frau vor fünfzehn Jahren, doch es gibt keine Beweise. Gleichzeitig verhält sich Therese eigenartig und erzählt Martin Geschichten aus ihrer Kindheit, die sich später als Lüge herausstellen. Wer hat hier etwas zu vertuschen und warum? Was ist Wahrheit und was ist Fiktion? Ehrlich gesagt, nach sehr langen rund 105 Minuten ist man auch nicht viel schlauer, aber sehr müde.
Nur mal so zur Information, Mike Figgis ist ein Oscar-Nominierter Regisseur und Drehbuchautor. Leider glaubt man das nicht so ganz, wenn man diesen Film gesehen hat, der wie das Werk eines Anfängers wirkt. Zu sehr spielt Figgis hier mit überflüssigen Stilmitteln, bis es kracht. Es gibt nervige bunte Texteinblendungen, Split-Screens ohne Ende, verrauschte Bilder und noch einiges mehr. Was wohl Eindruck machen soll, wirkt leider nur sehr laienhaft.
Als Erotikthriller funktioniert das aber auch nicht wirklich, denn Lotte Verbeek ist zwar ganz reizend, aber ihr fehlt die nötige Ausstrahlung. Auch diverse Anspielungen auf den Film-Noir verlaufen da eher im Sande. Sebastian Koch ist übrigens der einzige Schauspieler in dieser Runde, der überzeugen kann, auch wenn er allein nichts retten kann. Die übrigen Darsteller sind nicht der Rede wert, selbst Julian Sands wird hier in einem Mini-Auftritt verschenkt.
Was das alles soll? Keine Ahnung. Eine halbwegs interessante Story wird hier so lange vermurkst, bis jede Spannung erloschen ist. Schade und darum auch nur sehr eingeschränkt empfehlenswert. Den kann man aber auch sehr gerne verpassen.
Martin (Sebastian Koch) ist Drehbuchautor und Dozent an einer Filmhochschule. Seit seine Frau Claire (Emilia Fox) ihn vor fünfzehn Jahren nach einem Streit verlassen hat und nie wieder aufgetaucht ist, lebt Martin zusammen mit seiner Tochter Sarah (Rebecca Night) immer noch in dem gleichen Haus in London. Sarah ist eine junge Schauspielerin und dreht aktuell einen Film, für den Martin das Drehbuch geschrieben hat. Regie führt Greg (Eoin Macken), der einiges von Sarah erwartet und sie entsprechend unter Druck setzt.
Zur Feier von Sarahs Geburtstag erscheinen am Abend viele Freunde, darunter auch Dominic (Lachlan Nieboer) mit seiner französischen Freundin Angelique (Lotte Verbeek). Angelique flirtet ein bisschen mit Martin, der sich irgendwann in der Nacht ziemlich benommen in sein Zimmer zurückzieht.
Am nächsten Tag ist Angelique verschwunden, niemand hat sie mehr gesehen seit der Feier in Martins Haus. Kurz darauf wird ihre Leiche aus der Themse geborgen. Martin und Sarah begleiten Dominic ins Leichenschauhaus, wo ihnen Therese begegnet, Angeliques Zwillingsschwester. Da sie keine Unterkunft in London hat, wird sie kurzerhand von Martin und Sarah eingeladen, bei ihnen zu wohnen.
Martin wird von der Polizei verdächtigt, etwas mit Angeliques Tod zu tun zu haben, ebenso mit dem Verschwinden seiner Frau vor fünfzehn Jahren, doch es gibt keine Beweise. Gleichzeitig verhält sich Therese eigenartig und erzählt Martin Geschichten aus ihrer Kindheit, die sich später als Lüge herausstellen. Wer hat hier etwas zu vertuschen und warum? Was ist Wahrheit und was ist Fiktion? Ehrlich gesagt, nach sehr langen rund 105 Minuten ist man auch nicht viel schlauer, aber sehr müde.
Nur mal so zur Information, Mike Figgis ist ein Oscar-Nominierter Regisseur und Drehbuchautor. Leider glaubt man das nicht so ganz, wenn man diesen Film gesehen hat, der wie das Werk eines Anfängers wirkt. Zu sehr spielt Figgis hier mit überflüssigen Stilmitteln, bis es kracht. Es gibt nervige bunte Texteinblendungen, Split-Screens ohne Ende, verrauschte Bilder und noch einiges mehr. Was wohl Eindruck machen soll, wirkt leider nur sehr laienhaft.
Als Erotikthriller funktioniert das aber auch nicht wirklich, denn Lotte Verbeek ist zwar ganz reizend, aber ihr fehlt die nötige Ausstrahlung. Auch diverse Anspielungen auf den Film-Noir verlaufen da eher im Sande. Sebastian Koch ist übrigens der einzige Schauspieler in dieser Runde, der überzeugen kann, auch wenn er allein nichts retten kann. Die übrigen Darsteller sind nicht der Rede wert, selbst Julian Sands wird hier in einem Mini-Auftritt verschenkt.
Was das alles soll? Keine Ahnung. Eine halbwegs interessante Story wird hier so lange vermurkst, bis jede Spannung erloschen ist. Schade und darum auch nur sehr eingeschränkt empfehlenswert. Den kann man aber auch sehr gerne verpassen.
Montag, 18. November 2013
Top of the Lake
"Top of the Lake" ist eine sechsteilige Mini-Serie, die Jane Campion zusammen mit Gerard Lee geschrieben hat, aus dem Jahr 2012. Regie führten abwechselnd Jane Campion und Garth Davis.
Hier mal eine ganz dicke Empfehlung für eine kleine Serie, die aber eine abgeschlossene Handlung hat, also quasi ein extra langer Spielfilm. Es gibt sechs Folgen, die jeweils ca. 50 Minuten Laufzeit haben. ARTE hat dieses kleine Kunstwerk gerade an zwei Abenden ausgestrahlt, aber inzwischen gibt es auch die DVDs zu kaufen oder zu leihen. Zu sehen ist wahlweise die Originalfassung oder die deutsche Synchronisation, die aber gut gelungen ist.
Nur kurz zur Handlung: Die junge Polizistin Robin (Elisabeth Moss) kommt aus Sydney zurück in ihren Heimatort nach Neuseeland, um ihre krebskranke Mutter Jude (Robyn Nevin) zu besuchen, die nicht mehr lange zu leben hat. Vom örtlichen Polizeichef Al Parker (David Wenham) wird Robin um Unterstützung gebeten, da sie auf die Arbeit mit Kindern spezialisiert ist.
Die zwölfjährige Tui (Jacqueline Joe) wurde aus einem eiskalten See gezogen. Bei der Untersuchung wird festgestellt, dass das Mädchen im fünften Monat schwanger ist. Den Namen des möglichen Vaters kann oder will Tui aber nicht nennen. Al Parker schickt das Mädchen wieder zurück zu ihrem Vater, dem zwielichtigen Matt (Peter Mullan), der großen Einfluss im Dorf hat. Am nächsten Tag verschwindet Tui spurlos und eine Suchaktion wird gestartet, die aber im Nichts verläuft.
Robin trifft in der Zwischenzeit auf ihren früheren Freund Johnno (Thomas M. Wright), einen der Söhne von Matt. Sie verlieben sich erneut, auch wenn die Umstände gegen eine Beziehung sprechen und besonders Robins Mutter Bedenken äußert.
Der Makler Bob Platt hat inzwischen das idyllische Seegelände namens "Paradise" an eine Gruppe von Frauen verkauft, was ihm Ärger mit Matt einbringt, der ein Vorkaufsrecht darauf hatte. Die Frauen, die alle im mittleren Alter sind und allesamt schlechte Erfahrungen mit Männern hatten, haben sich dort in Containern häuslich eingerichtet. Ihre "Anführerin" ist GJ (Holly Hunter), die von den anderen Frauen für eine Art Medium gehalten wird.
Tuis Verschwinden lässt Robin keine Ruhe und sie gibt die Suche nicht auf. Doch als sie weiter in diesen Fall und die Zustände im Ort gezogen wird, kommen auch schlimme Erinnerungen an ihr eigenes Leben ans Licht, die Robin lieber nicht zugelassen hätte. Ihre Liebe zu Johnno wird in Frage gestellt und warum macht ihr ausgerechnet Al Parker plötzlich einen Heiratsantrag?
Die Antwort darauf gebe ich hier nicht, aber eine ganz klare Empfehlung für diese tolle Serie, die noch für einige Überraschungen sorgen wird. Dieses Projekt ist grandios gelungen, ich habe selten so etwas Beeindruckendes gesehen. Vor einer traumhaft schönen Naturkulisse spielt sich hier ein Drama ab, das von der ersten Minute an fesselt. Gut, gegen Ende wird die Logik auch schon mal außer Acht gelassen, aber das macht wirklich überhaupt gar nichts.
Ein weiterer Trumpf sind die Schauspieler, die einfach nur brillant sind. Neben der großartigen Elisabeth Moss überzeugen vor allen Dingen Peter Mullan, der herrlich fies und charmant gleichzeitig sein kann, und David Wenham, der hier einen sehr ambivalenten Part hat und absolut undurchsichtig bleibt. Aber auch der restliche Cast kann jederzeit überzeugen, wie z. B. Holly Hunter, die zwar nur eine kleine Rolle hat, aber gewohnt zuverlässig spielt.
Ein tolles Erlebnis, das man nicht verpassen sollte, es lohnt sich auf jeden Fall. Wie angenehm, mal ein so gut gemachtes und unaufgeregtes Produkt sehen zu können.
Hier mal eine ganz dicke Empfehlung für eine kleine Serie, die aber eine abgeschlossene Handlung hat, also quasi ein extra langer Spielfilm. Es gibt sechs Folgen, die jeweils ca. 50 Minuten Laufzeit haben. ARTE hat dieses kleine Kunstwerk gerade an zwei Abenden ausgestrahlt, aber inzwischen gibt es auch die DVDs zu kaufen oder zu leihen. Zu sehen ist wahlweise die Originalfassung oder die deutsche Synchronisation, die aber gut gelungen ist.
Nur kurz zur Handlung: Die junge Polizistin Robin (Elisabeth Moss) kommt aus Sydney zurück in ihren Heimatort nach Neuseeland, um ihre krebskranke Mutter Jude (Robyn Nevin) zu besuchen, die nicht mehr lange zu leben hat. Vom örtlichen Polizeichef Al Parker (David Wenham) wird Robin um Unterstützung gebeten, da sie auf die Arbeit mit Kindern spezialisiert ist.
Die zwölfjährige Tui (Jacqueline Joe) wurde aus einem eiskalten See gezogen. Bei der Untersuchung wird festgestellt, dass das Mädchen im fünften Monat schwanger ist. Den Namen des möglichen Vaters kann oder will Tui aber nicht nennen. Al Parker schickt das Mädchen wieder zurück zu ihrem Vater, dem zwielichtigen Matt (Peter Mullan), der großen Einfluss im Dorf hat. Am nächsten Tag verschwindet Tui spurlos und eine Suchaktion wird gestartet, die aber im Nichts verläuft.
Robin trifft in der Zwischenzeit auf ihren früheren Freund Johnno (Thomas M. Wright), einen der Söhne von Matt. Sie verlieben sich erneut, auch wenn die Umstände gegen eine Beziehung sprechen und besonders Robins Mutter Bedenken äußert.
Der Makler Bob Platt hat inzwischen das idyllische Seegelände namens "Paradise" an eine Gruppe von Frauen verkauft, was ihm Ärger mit Matt einbringt, der ein Vorkaufsrecht darauf hatte. Die Frauen, die alle im mittleren Alter sind und allesamt schlechte Erfahrungen mit Männern hatten, haben sich dort in Containern häuslich eingerichtet. Ihre "Anführerin" ist GJ (Holly Hunter), die von den anderen Frauen für eine Art Medium gehalten wird.
Tuis Verschwinden lässt Robin keine Ruhe und sie gibt die Suche nicht auf. Doch als sie weiter in diesen Fall und die Zustände im Ort gezogen wird, kommen auch schlimme Erinnerungen an ihr eigenes Leben ans Licht, die Robin lieber nicht zugelassen hätte. Ihre Liebe zu Johnno wird in Frage gestellt und warum macht ihr ausgerechnet Al Parker plötzlich einen Heiratsantrag?
Die Antwort darauf gebe ich hier nicht, aber eine ganz klare Empfehlung für diese tolle Serie, die noch für einige Überraschungen sorgen wird. Dieses Projekt ist grandios gelungen, ich habe selten so etwas Beeindruckendes gesehen. Vor einer traumhaft schönen Naturkulisse spielt sich hier ein Drama ab, das von der ersten Minute an fesselt. Gut, gegen Ende wird die Logik auch schon mal außer Acht gelassen, aber das macht wirklich überhaupt gar nichts.
Ein weiterer Trumpf sind die Schauspieler, die einfach nur brillant sind. Neben der großartigen Elisabeth Moss überzeugen vor allen Dingen Peter Mullan, der herrlich fies und charmant gleichzeitig sein kann, und David Wenham, der hier einen sehr ambivalenten Part hat und absolut undurchsichtig bleibt. Aber auch der restliche Cast kann jederzeit überzeugen, wie z. B. Holly Hunter, die zwar nur eine kleine Rolle hat, aber gewohnt zuverlässig spielt.
Ein tolles Erlebnis, das man nicht verpassen sollte, es lohnt sich auf jeden Fall. Wie angenehm, mal ein so gut gemachtes und unaufgeregtes Produkt sehen zu können.
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