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Samstag, 21. Februar 2015

Annabelle

"Annabelle" ist ein Film von John R. Leonetti aus dem Jahr 2014. Das Drehbuch stammt von Gary Dauberman. Hierbei handelt es sich um das Prequel zu dem Film "The Conjuring" von James Wan aus dem Jahr 2013, der bei "Annabelle" lediglich als Produzent tätig war. John R. Leonetti hingegen war bei "The Conjuring" der Kameramann.

Der Film beginnt, wie auch bereits in "The Conjuring", mit den beiden Krankenschwestern, die 1968 von ihren bösen Erfahrungen mit der Puppe erzählen, die sie Annabelle nennen. Diese Aufnahmen wurden aus "The Conjuring" übernommen, auch wenn Ed und Lorraine Warren hier nicht zu sehen sind, wie auch im Rest des Films. Hier wird aber erklärt, wie die Puppe zu ihrem Namen kam. Angeblich ist nämlich der Geist der siebenjährigen Annabelle Higgins in sie gefahren, als diese starb, so jedenfalls will das ein Medium herausgefunden haben. Das ist zwar immer noch nicht ganz die echte Geschichte, aber egal, erstmal weiter mit diesem Film, der ein Jahr zuvor spielt.

Das junge Ehepaar John (Ward Horton) und Mia (Annabelle Wallis) lebt in einem beschaulichen Vorort, hat nette Nachbarn, unter anderem die Higgins von nebenan, und geht am Sonntag natürlich brav zum Gottesdienst. Mia ist hochschwanger und John ist angehender Doktor im Prüfungsstress. Ansonsten sind sie wohl das langweiligste Ehepaar, das jemals gezeigt wurde. Im Schneckentempo schleichen sie durch ihr kleines spießiges Häuschen, erklären sich ständig ihre gegenseitige Liebe und richten ein Kinderzimmer ein, wie es wohl kitschiger kaum sein kann. Mia liebt und sammelt Puppen und bekommt von ihrem herzigen Gatten nun noch ein besonders abscheuliches schönes Exemplar geschenkt, welches gleich einen Platz zwischen den anderen Puppen findet. Hach, ist das alles lieblich.

Soweit die Ausgangssituation, die bereits zum wegdämmern einlädt. Eines Nachts werden die Nachbarn von Mia und John, nämlich das Ehepaar Higgins, von Satanisten überfallen und getötet. Auch John und Mia werden angegriffen, können aber den Überfall überleben, weil die Polizei rechtzeitig zur Stelle ist. Die Angreifer waren Annabelle Higgins, die Tochter der Nachbarn und einer ihrer Freunde, die wohl einer Sekte angehört haben. Der Mann wurde von der Polizei erschossen, aber Annabelle hat sich selbst die Kehle durchgeschnitten. Im Arm hielt sie dabei die bereits erwähnte Puppe, die dabei mit ihrem Blut getränkt wurde. Das war dann wohl die Geburtsstunde von 'Annabelle', die von da an von einem Dämon besessen war, der nun munter Jagd auf die Seele der armen Mia machte.

Nach einem Feuer im trauten Eigenheim zieht das goldige Pärchen mit seinem inzwischen geborenen kleinen Töchterchen Leah flugs um in ein Apartmenthaus. Doch auch hier will es sich nicht zum Besseren wenden. John ist in der Klinik, während seine Frau Mia mit der kleinen Leah alleine ist und immer noch von Dämonen verfolgt wird, die immer rabiater werden. Weder Detective Clarkin (Eric Ladin), noch Pater Perez (Tony Amendola) können wirklich helfen. Lediglich die Nachbarin Evelyn (Alfre Woodard) scheint Mia zu verstehen und kann durch ein selbstloses Opfer dem Schrecken ein Ende setzen.

Ich gebe keine Empfehlung für diesen Film ab, weil der wirklich zu blöd ist. Wo "The Conjuring" noch schön ausgestattet und perfekt besetzt und gespielt war, herrscht hier nur große Leere. Die größte Pleite sind dabei die beiden Hauptdarsteller Ward Horton und Annabelle Wallis, die so lahmarschig durch den Film schlafwandeln, dass es kaum auszuhalten ist. Besonders Annabelle Wallis wirkt stets wie abwesend und kommt auch nicht über einen einzigen Gesichtsausdruck hinaus. In den Nebenrollen können Alfre Woodard und Tony Amendola zwar durchaus Akzente setzen, jedoch behindert das lausige Drehbuch auch ihr Spiel. Von den teils grottigen Dialogen will ich gar nicht erst anfangen.

Dann wäre da noch die (gewollte) Ähnlichkeit mit Roman Polanskis Film "Rosemary's Baby", bei dem "Annabelle" sich zwar reichlich bedient, aber leider auch nicht viel Glück bei der Umsetzung hat. Und sicher ist es auch nur ein großer Zufall, dass unsere beiden Schnarchnasen nun ausgerechnet John und Mia heißen. Hießen die Schauspieler in Polanskis Film nicht John Cassavetes und Mia Farrow?

Insgesamt gesehen natürlich keine Empfehlung von mir für diesen Quark, den man besser verpassen sollte.

Freitag, 24. Oktober 2014

Oy Vey! My Son is Gay!!

"Oy Vey! My Son is Gay!!" ist ein Film von Evgeny Afineevsky aus dem Jahr 2009. Das Drehbuch schrieb Afineevsky zusammen mit Menahem Golan und Martin Guigui. Da tauchen bei mir schon die ersten Fragen auf: Gab es hier wirklich ein Drehbuch? Sehr vieles wirkt hier nämlich eher improvisiert. Das kann natürlich sehr positiv sein, in diesem Fall ist es das aber nicht. Nächste Frage: Warum sehe ich mir einen Film an, dessen Titel allein schon Schlimmes vermuten lässt? Keine Ahnung. Ehrlich, ich habe mir diesen Film wirklich ohne jede große Erwartungshaltung angeschaut und muss nun ganz klar sagen: Bitte verpassen. So einen Schrott habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Oder anders ausgedrückt: 'Oy Vey! Was für ein mieser Film!!'

Kommen wir aber zur Handlung. Nelson (John Lloyd Young) ist Mitte Zwanzig und Sohn einer jüdischen Familie in New York. Seine Mutter Shirley (Lainie Kazan) will ihn unbedingt mit einer hübschen jungen jüdischen Frau verheiraten, während sein Vater Martin (Saul Rubinek) dem ganzen Theater eher unbeteiligt gegenüber steht. Doch Nelson hat ein Geheimnis, von dem niemand etwas weiß. Er ist schwul und lebt mit seinem Partner Angelo (Jai Rodriguez) zusammen.

Immer wieder versucht Nelson seiner Mutter die Wahrheit zu sagen, aber diese ist viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um ihrem Sohn auch nur einmal zuzuhören. Als Shirley eines Tages uneingeladen in Nelsons Wohnung erscheint, trifft sie dort auf Angelo, der sich als Nelsons Innendekorateur ausgibt und auf Sybil (Carmen Electra), eine Nachbarin und gute Freundin. Shirley erkennt in Sybil natürlich sofort die vermeintliche Verlobte ihres Sohnes und akzeptiert sogleich, dass diese eine "Schickse" ist, also eine nicht jüdische Frau. Auch die Tatsache, dass Sybil ein Playmate ist, scheint sie nicht weiter zu stören. Endlich hat ihr Sohn eine Frau gefunden, den Rest wird sie ihrer Familie schon irgendwie schmackhaft machen.

Auf der Hochzeit seines Cousins platzt Nelson dann aber endlich mit der Sprache heraus und setzt damit eine Abfolge von absurden Handlungen in Gang, die ich hier nicht weiter erwähnen will.

Gut, soweit hört sich das alles gar nicht so furchtbar an, aber im Film selbst ist es tatsächlich unerträglich. Da haben wir auf der einen Seite ganz schreckliches Over-Acting von Lainie Kazan und Saul Rubinek, die schon nach kurzer Zeit richtig nerven und auf der anderen Seite einen fast im Koma spielenden John Lloyd Young, den das alles nicht zu interessieren scheint, was mit ihm und seiner Rolle passiert. Irgendwelche Emotionen zeigt er nie wirklich. Dafür darf sein Co-Star Jai Rodriguez ein bisschen Haut zeigen, aber natürlich nie zu viel. Da reicht dann eine plumpe "Oh Gott, was zieh ich bloß an-Nummer", in der er sich mehrfach umziehen darf. *Gähn*

Fremdschämen darf man sich dann auch noch bei sämtlichen Auftritten von Carmen Electra, die so bodenlos sind, dass mir hier die Worte fehlen. Sorry.

Abschließende Frage: Kann ich etwas Nettes über diesen Film sagen? Nein! Hier werden nur Klischees geboten, die eigentlich in der Wirklichkeit nicht mehr existieren sollten, aber ganz sicher bin ich mir da gerade nicht. Traurig und vor allen Dingen nicht lustig. So wie der ganze Film.


Sonntag, 6. April 2014

Carrie (2013)

"Carrie" ist ein Film von Kimberley Peirce aus dem Jahr 2013. Das Drehbuch stammt von Roberto Aguirre-Sacasa und beruht auf dem Drehbuch von Lawrence D. Cohen, der den Roman von Stephen King für die Verfilmung durch Brian De Palma im Jahr 1976 adaptierte.

Ich muss hier gar nicht viele Worte verlieren, der Film ist Schrott. Wieder eines dieser total überflüssigen Remakes, die einem die Haare zu Berge stehen lassen und das ist noch ganz milde ausgedrückt. Auf die Handlung gehe ich hier auch nicht näher ein, denn die kann man hier ("Carrie") nachlesen, beim Originalfilm von De Palma aus dem Jahr 1976. Ein echter Klassiker, der die Jahre gut überdauert hat und immer noch bestens funktioniert.

Zunächst die gute Nachricht: Carries Mutter Margaret bekommt hier etwas mehr Aufmerksamkeit und wird von Julianne Moore sehr überzeugend gespielt. Gute Leistungen ist man von Julianne Moore gewohnt, sie ist schließlich eine der besten Darstellerinnen ihrer Zeit. Damit wäre die Aufzählung der positiven Aspekte dieser Neuverfilmung aber auch schon erledigt. Der Rest ist... grauenvoll.

Kommen wir zur Darstellerin der Carrie: Chloe Grace Moretz hat mich bereits nach rund zehn Minuten Laufzeit dermaßen genervt, dass ich gerne abgeschaltet hätte. Fast den ganzen Film über bekommt sie den Mund nicht zu, was dazu führt, dass sie einfach extrem bescheuert aussieht. Sorry, ist halt meine Meinung. Außer bebenden Nasenflügeln hat das kleine Schätzchen auch nichts weiter zu bieten, was bei so einer tragenden Rolle dann doch zu wenig sein dürfte. Hat das niemand bemerkt? Vielleicht sollten Rollen nicht einfach nur nach Optik besetzt werden, ein bisschen Talent wäre doch auch hübsch, oder? Nun ja, hier wurde scheinbar darauf verzichtet. Gut, das anvisierte Zielpublikum ist selbst im Teenie-Alter und kennt das Original sowieso nicht. Für die sind Filme aus den Siebziger Jahren in etwa so, als wenn alte Leute aus ihrer Jugend erzählen. Man hört nicht hin und lässt die Alten brabbeln.

Auf die Nebendarsteller muss ich auch nicht weiter eingehen, alles austauschbare Gesichter, die nicht wirklich erwähnenswert sind. An Amy Irving, Nancy Allen oder auch John Travolta reichen sie jedenfalls nicht heran. Auch die große und finale Schulball-Szene bleibt hier eher blass, wenn man bis dahin nicht schon eingenickt ist. Carrie macht dann ein paar lustige Verrenkungen, die aber eher zum Schmunzeln sind.

Also was soll das alles? Sissy Spacek und Piper Laurie sind das Herz der Verfilmung von De Palma und können einfach nicht ersetzt werden. Beide sind absolut großartig in ihrer Darstellung und beherrschen ihr Handwerk. Diese Neuverfilmung kann kein eigenes Profil zeigen, weil einfach keines vorhanden ist und leider der Charme und die Atmosphäre des Originals fehlen. Ach ja, die Kids haben jetzt Smartphones, toll. Und sonst? Nichts.

Wer "Carrie" sehen will, der möge sich bitte das Original anschauen und wirklich nur das Original. Diesen Quatsch hier sollte man unbedingt meiden.

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Interior. Leather Bar.

"Interior. Leather Bar." ist ein Film von James Franco und Travis Mathews aus dem Jahr 2013. Das Drehbuch stammt von Travis Mathews. Der Film beschäftigt sich mit dem Film "Cruising" von William Friedkin aus dem Jahr 1980, genauer gesagt mit den vierzig Minuten, die damals der Zensur zum Opfer gefallen sind.

Spannendes Projekt, oder? Nun, leider nicht, aber der Reihe nach. Niemand weiß genau, was in diesen legendären vierzig Minuten Film zu sehen war. Also dachten sich Franco und Mathews einfach Szenen aus, wie es hätte sein können. Der Mythos "Cruising" funktioniert ja auch heute noch, ich persönlich halte ihn für einen der besten Filme überhaupt, doch alle Fans des Originals sollten lieber einen großen Bogen um "Interior. Leather Bar." machen.

Szenen aus "Cruising" kommen hier auch gar nicht vor, es geht hier in erster Linie darum, über das Projekt an sich zu reden. Nicht das Projekt "Cruising", nein, nur das Projekt "Interior. Leather Bar." Und es geht um James Franco. Eigentlich geht es hauptsächlich um James Franco, weil der ja so ein cooler Typ ist und alle Anwesenden ja auch nur wegen ihm dabei sind, denn ohne ihn würden sie ja nie in so einem "Schwulen-Projekt" mitwirken. Ich kann gleich nicht mehr...

Francos Kumpel und Hauptdarsteller Val Lauren soll die Rolle übernehmen, die im Original von Al Pacino gespielt wurde. Angeblich soll er Al Pacino ähnlich sehen. Ja klar, aus hundert Metern Entfernung und mit geschlossenen Augen oder zumindest einem schlimmen Sehfehler, dann passt er super in die Rolle. Egal, der eher unsympathische Lauren hat sowieso nichts zu spielen, es wird nur über die Rolle gequatscht. Mit den anderen unwichtigen Darstellern wird darüber diskutiert, wie weit sie vor der Kamera gehen würden und da macht sich bei den Meisten schon die nackte Angst bemerkbar. Gebetsmühlenartig reden sie sich aber ein, dies sei schließlich ein Kunst-Projekt und immerhin wäre ja auch James Franco dabei. Dann muss ja alles gut sein.

Was nun die Dialoge in diesem Unsinn angeht, da hoffe ich doch sehr, dass diese ironisch gemeint waren, denn die offene Homophobie hat mich schon sprachlos gemacht. Gut, es wird hauptsächlich dummes Zeug geredet, es gibt verwackelte Bilder und weil Travis Mathews dabei ist, werden auch noch ein paar Schwänze gezeigt. Das alles dauert gut sechzig Minuten, die sich aber sehr viel länger anfühlen. "Multitalent" James Franco sollte sich in Zukunft lieber auf das konzentrieren was er wirklich kann, was immer das auch sein mag. Dieses ganze Projekt ist jedenfalls nichts weiter als ein Griff ins Klo und kann getrost ignoriert werden.

Wer sich für "Cruising" interessiert, der sollte sich lieber mal wieder das Original anschauen, gerne auch den sehr empfehlenswerten Audio-Kommentar von William Friedkin anhören, damit ist man sehr gut bedient. Diesen Unsinn hier vergessen wir aber lieber gleich wieder.

Donnerstag, 9. Mai 2013

Joshua Tree, 1951

"Joshua Tree, 1951 : A Portrait of James Dean" ist ein Film von Matthew Mishory (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2012.

Der Film beschäftigt sich mit dem Leben von James Dean vor seinem großen Durchbruch als Schauspieler. Viel mehr kam ja dann nicht mehr, weil er leider zu früh gestorben ist. Drei große Filme und das war es dann auch.

Dieser Film will die Vorgeschichte beleuchten, aber bietet leider nur Langeweile und unerträgliches Geschwafel. Der Hauptdarsteller James Preston sieht James Dean kein bisschen ähnlich, was eine Identifikation mit ihm unmöglich macht. Die Story ist so dünn wie eine Gardine, versucht aber dabei entsetzlich aufgeblasen zu sein und die Dialoge sind zum Davonlaufen. Lust auf eine kleine Kostprobe? Frau: "Hättest Du ihn gerne ganz für Dich?" Mann: "Das wäre so, als würde man das Meer austrinken wollen. Man ertrinkt." Muss ich noch mehr sagen?

Das ist mit Abstand der langweiligste Film, den ich je gesehen habe. Selbst die hübschen Schwarz-Weiß-Bilder können diesen Schmarrn nicht retten, der leider bloß ziemlich öde und uninteressant ist. Ob James Dean nun schwul war oder nicht, mit wie vielen Frauen oder Männern er zusammen war und Sex hatte, das bleibt doch allein seine Sache. Dieser "Möchtegern-Aufklärer-Film" bringt einen da kein Stück weiter. Bitte verpassen, der lohnt sich leider gar nicht.

Sonntag, 14. April 2013

Deadfall

"Deadfall" ist ein Film von Stefan Ruzowitzky aus dem Jahr 2012. Das Drehbuch stammt von Zach Dean. In Deutschland läuft der Film unter dem Titel "Cold Blood - Kein Ausweg. Keine Gnade." Das kommentiere ich jetzt aber nicht weiter.

Nach einem gelungenen Casino-Überfall sind Addison (Eric Bana) und seine Schwester Liza (Olivia Wilde) unterwegs nach Kanada, als ihr Auto auf der schneebedeckten Straße einen Unfall hat und der Fahrer des Wagens dabei stirbt. Der ahnungslose Polizist, der kurz darauf zufällig an der Unfallstelle vorbeikommt, wird von Addison kurzerhand kaltblütig erschossen.

Addison und Liza trennen sich vorläufig und wollen sich erst wieder an der kanadischen Grenze treffen. Liza trifft in der Kälte auf den jungen Jay (Charlie Hunnam), der gerade erst aus dem Gefängnis entlassen wurde und nun auf der Fahrt zu seinen Eltern (Kris Kristofferson und Sissy Spacek) ist. Unterwegs müssen sie in einem Motel übernachten, weil die Strassen gesperrt sind. Jay und Liza geben sich als junges Ehepaar aus und verlieben sich prompt ineinander. Ach ja, wie süß.

Addison dagegen pflastert seinen Weg mit zahlreichen weiteren Leichen und ist dabei nicht zimperlich. Liza übermittelt ihm die Adresse von Jays Eltern, die nahe der kanadischen Grenze leben. Es ist Thanksgiving, aber die Feier wird in diesem Jahr wohl etwas überraschender werden, als eigentlich geplant.

Als Nebenfiguren tauchen hier noch Sheriff Becker (Treat Williams) und seine Tochter Hanna (Kate Mara) auf, die ihre eigenen Probleme haben, aber in die Geschichte mit einbezogen werden. Es kommt schließlich im Haus von Jays Eltern zum großen Showdown zwischen Gut und Böse.

Wenn ich meine Meinung zu diesem Film kurz zusammenfassen soll: Was für ein Schrott. Das fängt schon beim Beginn an, der kurz nach dem Casino-Überfall spielt. Angeblich sind alle ganz aufgeregt, aber einschläfernd trifft es wohl eher. Zudem wird der ganze Film von Dialogen beherrscht, die einem glatt die Schuhe ausziehen. Zur Handlung will ich mich nicht weiter auslassen, außer dem Hinweis darauf, dass nicht jeder Film der in einer verschneiten und kalten Umgebung spielt und mit ein paar blutigen Morden versehen ist, automatisch die Qualität eines "Fargo" hat, auch wenn er, wie dieser Film hier, schon ziemlich deutlich darauf ausgerichtet ist. Da liegen doch Welten zwischen.

Kommen wir zur Besetzung. Wenn Optik vor Talent gestellt wird, dann ist das immer schon ein schlechtes Zeichen. Olivia Wilde ist zwar recht hübsch, aber leider auch nicht mehr als das und Eric Bana ist ungefähr so bedrohlich wie ein Hundebaby, selbst wenn er im Flüsterton spricht und damit furchtbare Angst einjagen will. Auch die scheinbar endlosen Auftritte von Olivia Wilde im kurzen Glitzerkleidchen bei eisiger Kälte konnten mich nicht überzeugen. Das darf aber jeder sehen, wie er will.

Lediglich die älteren Darsteller, Sissy Spacek, Kris Kristofferson und Treat Williams, kann man hier noch lobend erwähnen, auch wenn ihnen nicht besonders viel Spielzeit vergönnt ist. Den Rest kann man gerne vergessen, wie auch eigentlich den ganzen Film. Keine Empfehlung von mir, der ist echt zu blöd und nicht empfehlenswert.

Samstag, 29. Dezember 2012

17 Mädchen


"17 Mädchen" - "17 filles" ist ein Film von Delphine und Muriel Coulin (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2011 und gleichzeitig deren Langfilmdebüt. Die Handlung beruht auf einer wahren Begebenheit, die sich so oder ähnlich in Amerika zugetragen haben soll. Die Regisseurinnen lassen ihren in Film aber in Frankreich spielen.

In Lorient, einem Ort in der Bretagne, gab es in jenem Sommer eine Marienkäfer-Invasion, so erzählt die Stimme aus dem Off. Doch das war nicht die einzige Sensation, denn endlich war hier mal was los. Worum geht es? Am örtlichen Gymnasium wurden siebzehn Mädchen im Alter zwischen 16 und 17 Jahren schwanger und alle wollten ihre Kinder auch behalten. Eltern und Lehrer reagierten gleichermaßen entsetzt und verstört, aber die Mädchen hatten einen genauen Plan, wie ihr zukünftiges Leben aussehen sollte.

Angefangen hat alles mit Camille, die ungewollt schwanger wurde. Selbst in einer Familie ohne Vater und mit einer überforderten und meist abwesenden Mutter aufgewachsen, will Camille ihrem Kind eine gute Mutter sein und immer für das Kleine da sein. So weit, so schlecht. Da Camille den anderen Mädchen als Vorbild gilt und bereits in den höchsten Tönen von ihrem zukünftigen Leben schwärmt, entspinnt sich unter ihnen der Gedanke eines gemeinsamen Lebens mit ihren Kindern. Jetzt heißt es nur noch so schnell wie möglich schwanger zu werden, um die Utopie wahr werden zu lassen.

Das normale Leben in der eher ärmlichen Kleinstadt lässt kaum Möglichkeiten zu und der weitere Lebensweg scheint bereits vorgezeichnet, da kommt den Mädchen dieser Traum gerade recht. Die jungen Frauen wollen die Leere in ihrem Leben ausfüllen, weil sie sonst nichts haben, woran sie sich halten können. Ein Kind zu bekommen bedeutet für sie, jemanden zu haben der einen immer liebt und das bedingungslos. Nie mehr Langeweile. Es ist ein Traum von einem besseren Leben, in dem die Mädchen respektiert und geachtet werden, so ist jedenfalls ihre Vorstellung davon.

Ein träumendes Mädchen ist nicht aufzuhalten, so wird es hier jedenfalls erzählt, also träumen die jungen Frauen von ihrer Kommune, in der sie gemeinsam leben werden, nie ihre Zimmer aufräumen oder ihre Betten machen müssen. Alles werden sie gemeinsam erleben und immer füreinander da sein. Das scheitert jedoch schon vor Beginn dieser Halluzination an der nicht vorhandenen Freundschaft unter allen Beteiligten und an deren Egos. Wundert sich irgendjemand darüber?

Die Eltern kommen hier nur am Rande vor, ebenso wie die Jungs, die lediglich Mittel zum Zweck waren, mehr aber auch nicht. Der Schwangerschaftspakt bleibt eine Illusion, denn natürlich läuft nichts alles so, wie geplant. Für kurze Zeit haben die Mädchen die gewünschte Aufmerksamkeit bekommen, die sie wollten, aber was haben sie am Ende tatsächlich erreicht, was haben sie verändert? Nichts.

Der Film hat mich einigermaßen ratlos und wütend gemacht. Wie blöd kann man eigentlich sein? Scheinbar erschreckend blöd, wenn ich mir diese Idee so ansehe. Was mich allerdings noch viel wütender macht, sind die durchweg positiven Besprechungen zu diesem Werk und auch ein Interview mit einer der Regisseurinnen, die hier doch tatsächlich von Feminismus spricht und den Plan der Mädchen auch noch als politischen Akt hinstellt. Ich kann gleich nicht mehr...

Gibt es eine Empfehlung von mir für diesen Film? Nein, selbstverständlich nicht, das wäre ja noch schöner. Der soll angeblich auch an Schulen gezeigt werden, bei dem Gedanken an die möglichen Folgen wird mir jetzt schon ganz schlecht.

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Boogie Woogie

"Boogie Woogie" ist ein Film von Duncan Ward aus dem Jahr 2009. Das Drehbuch stammt von Danny Moynihan und beruht auf seinem gleichnamigen Roman.

Art Spindle (Danny Huston) ist ein verschlagener, aber extrem erfolgreicher Londoner Kunsthändler. Zu seinen Stammkunden gehört das reiche Ehepaar Jean und Bob Maclestone (Gillian Anderson und Stellan Skarsgard). Ihr riesiges Haus ist vollgestopft mit Kunstwerken aller Art, solange sie nur teuer sind. Bobs meistgestellte Frage bei Besuchen in Spindles Galerie lautet also folgerichtig jedes Mal nur "Wie viel?".

Bob ist aber nicht nur auf der Jagd nach Kunst, sondern auch nach Frauen. So hat er eine Affäre mit Spindles Assistentin Beth (Heather Graham), der er eine eigene Galerie finanzieren will, wenn sie ihm hilft, ein wertvolles Mondrian-Gemälde zu kaufen. Dieses seltene Stück befindet sich im Besitz des Ehepaares Rhinegold (Christopher Lee und Joanna Lumley), die sich zwar in Geldnot befinden, aber trotzdem weigert sich Mr. Rhinegold strikt, den Mondrian zu verkaufen. Auch Art Spindle will das Bild unbedingt haben, hat aber ebenfalls keinen Erfolg dabei.

Nachdem Beth in der Galerie gekündigt hat, wird die junge Paige (Amanda Seyfried) ihre Nachfolgerin und auch sofort von Bob angebaggert. Bobs Ehefrau Jean fängt derweil ein Verhältnis mit dem jungen Aktions-Künstler Jo (Jack Huston) an, der eigentlich mit Beth zusammen ist. Beth hat inzwischen eine erste Künstlerin für ihre neue Galerie gewinnen können, die lesbische Video-Künstlerin Elaine (Jaime Winstone). Die muss nur noch ihren leicht trotteligen und befreundeten Agenten Dewey (Alan Cumming) loswerden, weil den keiner mag.

Jean will sich von Bob scheiden lassen und gemeinsam mit ihren jeweiligen Anwälten beginnt ein zäher Kampf um das Vermögen, die Häuser, die Hunde und die Kunstwerke. Zum Schluss treffen sich alle bei Beth zur großen Eröffnung ihrer Galerie und es gibt noch einige Überraschungen an diesem Abend.

Der deutsche Untertitel dieses Films, der hierzulande direkt auf DVD erschienen ist, lautet "Sex, Lügen, Geld und Kunst" und bringt es damit genau auf den Punkt. Der Roman von Danny Moynihan bezog sich auf die verrückte Kunstszene im New York der Neunziger Jahre, der Film spielt aber im heutigen London, was die Sache aber insgesamt nicht besser oder schlechter macht.

Als künstlerischer Berater wird hier Damien Hirst aufgeführt, von dem man darauf schließen kann, dass er sich in der Szene auskennt. Nur leider funktioniert der Film überhaupt nicht, weil einem die handelnden Figuren herzlich egal sind und nur überdreht und unsympathisch erscheinen. Der Cast hört sich zwar interessant an, aber auch hier werden die Erwartungen nicht erfüllt. So taucht z. B. Charlotte Rampling in einer ganz kurzen Szene auf, die aber gar keinen Sinn macht. Gillian Anderson wirkt mit ihrer roten Mähne lediglich wie eine schlechte Kopie von Julianne Moore, mehr aber auch nicht. Die männlichen Darsteller kommen aber auch nicht viel besser weg. Für vernünftige Kostüme für Amanda Seyfried war dann wohl kein Geld mehr übrig, denn ihre Röckchen als kurz zu bezeichnen, wäre eine ziemliche Übertreibung. Da wurde wirklich an allen Enden (am Stoff) gespart.

Nein, das war nichts. Den kann man gerne verpassen, keine Empfehlung von mir für diesen Quark.

Samstag, 17. November 2012

Let My People Go!

"Let My People Go!" ist ein Film von Mikael Buch aus dem Jahr 2011. Das Drehbuch zu seinem Spielfilmdebüt schrieb Mikael Buch zusammen mit Christophe Honoré.

In einem kleinen Dorf in Finnland leben der junge Lehrer Teemu (Jarkko Niemi) und der Postbote Ruben (Nicolas Maury) glücklich als Paar zusammen. Eines Tages liefert Ruben ein Einschreiben aus, das der Empfänger aber nicht annehmen will. Es handelt sich dabei um eine Geldsendung von rund 200.000 Euro. Bei einer Rangelei zwischen Ruben und dem Empfänger fällt der Mann hin und bleibt regungslos liegen.

Ruben eilt mit dem Geld nach Hause, hat aber Angst davor, die Polizei zu rufen, weil er nicht als Mörder dastehen will. Teemu nimmt ihm die ganze Geschichte aber nicht ab und wirft Ruben nach einem heftigen Streit aus dem Haus. Ruben bleibt nun nichts anderes übrig, als zu seiner jüdischen Familie nach Paris zu fliegen, wo es mal wieder drunter und drüber geht.

Die streng gläubige Familie bereitet sich gerade auf einen Feiertag vor, doch schon nach kurzer Zeit muss Ruben erfahren, dass beinahe jeder von ihnen ein kleines Geheimnis hat. Seine dominante Mutter Rachel (Carmen Maura) versucht mit fester Hand, die Familie unter einen Hut zu bringen, was sich als ziemlich schwierig erweist. Der unsichere Ruben stellt fest, dass er nicht der einzige ist, der ein anderes Leben führt, als es den Anschein nach Außen hat.

Es werden noch turbulente Tage, bevor Teemu in der Tür steht und Ruben zurückhaben will, weil er in Finnland die Wahrheit über dessen Geschichte erfahren hat.

Hört sich doch alles ganz gut an, oder? Ist es aber leider nicht. Ich hätte am liebsten schon nach 10-15 Minuten ausgeschaltet, weil ich schon da schwer genervt war, habe aber ganz tapfer bis zum Ende durchgehalten. Was ist hier bloß so furchtbar schiefgelaufen? An Carmen Maura liegt es ganz sicher nicht und auch nicht an Christophe Honoré, den ich sehr schätze und dessen Arbeiten ich sehr mag.

Als Vorbilder nennt Mikael Buch vor allen Dingen Pedro Almodovar und Woody Allen. Gegen Almodovar ist nichts zu sagen, auch wenn er einige Ideen sehr offensichtlich von ihm geklaut hat. Bei Woody Allen, mit dem ich persönlich oft Schwierigkeiten habe, hat er sich aber genau die Marotten abgeguckt, die am meisten nerven. So lässt er die Hauptfigur Ruben meistens nur neurotisch und überdreht agieren, was leider gar nicht lustig ist, sondern nur anstrengend. Jedenfalls habe ich das so empfunden.

Zudem ist der Hauptdarsteller eine komplette Niete und eher unsympathisch, was auch die besseren Nebenfiguren nicht mehr retten können. Alles in allem leider ziemlich misslungen, zu albern und krampfhaft bemüht, komisch zu wirken. Auch die diversen Nebengeschichten und Wendungen können nicht überzeugen. Keine Empfehlung von mir, aber wer Spaß daran hat, bitte sehr.

Sonntag, 11. November 2012

Off Shore

"Off Shore" ist ein Film von Sven J. Matten aus dem Jahr 2011. Das Drehbuch schrieb Matten zusammen mit Viola Siegemund.

Der junge Andi (André Würde) hat gerade sein Studium abgeschlossen und kommt nach Fuerteventura, um Surfen zu lernen. Seine Surflehrerin Tina (Alexandra Sydow) kümmert sich um ihn und zeigt ihm seine Unterkunft. Eigentlich ist Andi aber auf der Suche nach seinem Vater, der damals seine schwangere Freundin verlassen hat und den Andi noch nie gesehen hat. Er soll auf Fuerteventura leben, aber außer ein paar alten Fotos und viel Wut im Bauch, hat Andi keine weiteren Anhaltspunkte.

Überraschenderweise findet er doch recht schnell seinen Vater, der sich offensichtlich freut, seinen Sohn zu sehen und Andi weiß nicht so recht, was er davon halten soll. Leider ist Chris (Marko Pustisek) aber ziemlich unzuverlässig und als er zu einer Verabredung nicht erscheint, ist Andi mächtig sauer.

Ablenkung findet er bei der Surferclique und bei Tina, die scheinbar ein Auge auf ihn geworfen hat. Er lernt den hübschen Surfer Pedro (Benjamin Martins) kennen, zu dem er sich irgendwie hingezogen fühlt. Beide klagen sich gegenseitig ihr Leid über ihre Väter, bis sich herausstellt, dass es sich dabei in beiden Fällen um Chris handelt. Hoppla.

Tut mir leid, es ist so ein schöner und beschaulicher Novembersonntag, aber ich muss jetzt leider ein bisschen gemein werden, weil dieser Film so dämlich ist, dass ich dringend davor warnen muss. Hier stimmt nämlich absolut gar nichts, das ist alles nur unterirdisch. Dieses sehr dünne Filmchen gleicht einer schlechten Soap, die Dialoge sind zum Weglaufen und die "Darsteller" verfügen über kein sichtbares oder auch nur unsichtbares Talent.

Die Musikuntermalung ist aufdringlich bis zum geht nicht mehr und ziemlich nervtötend. Ich habe mich tapfer durch die knapp neunzig Minuten gequält und immer wieder versucht, der Sache etwas Gutes abgewinnen zu können, leider vergeblich. Nein, das geht leider gar nicht, hier ist alles nur schlimm.

Gelegentlich kann man ein wenig schmunzeln, auch wenn das sicher nicht so geplant war. Andi, der ja schließlich Surfen lernen will, hat Angst vor dem Wasser. Kann ja passieren, aber wenn er die meiste Zeit über das Surfboard mit sich herumträgt, ohne es zu benutzen, dann wirkt das schon etwas albern.

Ich will doch hoffen, dass die ganze Crew einen schönen Urlaub auf Fuerteventura hatte, aber die Filmerei hätten sie sich schenken können. Bitte verpassen, nicht empfehlenswert.

Sonntag, 9. September 2012

Dark Tide


"Dark Tide" ist ein Film von John Stockwell aus dem Jahr 2012. Das Drehbuch stammt von Ronnie Christensen und Amy Sorlie.

Die erfolgreiche Taucherin Kate (Halle Berry) gilt als Hai-Expertin, ja sogar als "Hai-Flüsterin", wagt sie sich doch bei ihren Tauchgängen nahe an sie heran, während ihr Mann Jeff (Olivier Martinez) sie dabei filmt, um daraus bedeutende Dokumentationen zu machen. So weit, so schlecht.

Als ihr väterlicher Freund Walter (Sizwe Msutu) in den verdienten Ruhestand gehen will, überredet sie ihn zu einem letzten Tauchgang, der dann natürlich auch wirklich sein letzter sein wird, was für eine Überraschung. Da kommt doch tatsächlich so ein kuscheliger weißer Hai an und knabbert an Walter herum. Was für ein Skandal.

Ein Jahr später hat Kate das alles immer noch nicht überwunden, taucht nicht mehr, hat sich von ihrem Mann getrennt und veranstaltet zusammen mit Walters Witwe Zukie (Thoko Ntschinga) und dem Spaßvogel Tommy (Mark Elderkin) an der Küste Südafrikas Bootstouren für Touristen. Das Geschäft läuft schlecht, das Boot ist alt und reparaturbedürftig und die Bank klopft auch an die Tür.

Da steht eines Tages wieder Jeff auf der Matte, dessen Anrufe Kate erfolgreich ignoriert hat. Er hat einen vermögenden Kunden an der Hand, der eine große Summe dafür zahlen will, mit weißen Haien zu tauchen. Kate reagiert gereizt auf Jeffs Anliegen und beide streiten sich ständig. "Du bist so stur." "Nein, bin ich nicht." "Doch, bist Du." "Nein, bin ich nicht." (Ich möchte das hier nicht weiter vertiefen.)

Also erscheint der englische Geschäftsmann und Kotzbrocken Brady (Ralph Brown) zusammen mit seinem schwächlichen Sohn Luke (Luke Tyler), um in der "Shark Alley" aufregende Abenteuer zu erleben oder eben auch nicht. Und jetzt raten Sie mal, wer diesen Ausflug überleben wird. Gar nicht so einfach, oder?

Spaß beiseite, diesen Film als B-Movie zu bezeichnen, wäre noch ein Kompliment. Es gibt wackelige Kamerabilder, dunkle Unterwasseraufnahmen, auf denen man meistens gar nichts erkennen kann, dämliche Dialoge zum Weglaufen und noch dazu unsympathische Charaktere, die man sehr gerne den Haien zum Fraß vorwerfen würde. Gut, das klappt ja dann auch zum Teil.

Das ist alles so schrecklich, das glaubt man nicht, wenn man es nicht gesehen hat. Schauspielerische Bankrotterklärungen, wohin das Auge auch reicht. Halle Berry darf sich ständig an- und ausziehen, ihr Kostümfundus ist dabei aber sehr überschaubar, und Olivier Martinez wirkt wie ein schmieriger Zuhälter. Beide haben auch leider null Ausstrahlung, was ein wenig verwundert. Einzig die Haie kann man hier noch lobend erwähnen, über den Rest hüllen wir mal lieber den Mantel des Schweigens. Die Darsteller, der Regisseur und die Drehbuchautoren gehören allesamt in die "Shark Alley" geworfen für diesen Mist. Bitte unbedingt verpassen, nicht empfehlenswert.

Freitag, 8. Juni 2012

Der Preis der Schönheit

"Der Preis der Schönheit" - "Ash Wednesday" ist ein Film von Larry Peerce aus dem Jahr 1973. Das Drehbuch stammt von Jean-Claude Tramont. Der Film lief in Deutschland auch unter dem Titel "Die Rivalin".

Die reiche Amerikanerin Barbara (Elizabeth Taylor) unterzieht sich in der Schweiz mehreren Schönheitsoperationen, um für ihren Mann Mark (Henry Fonda) wieder attraktiv und begehrenswert zu sein. Der weiß von ihren Plänen nichts, steckt anscheinend in einer Midlife-Crisis und hat eine junge Geliebte. Barbara dagegen hofft darauf, nach ihrer Runderneuerung den Gatten wieder zurückerobern zu können.

In der Klinik trifft Barbara auf den auch nicht mehr ganz taufrischen Fotografen David (Keith Baxter), der ihr zuredet, anschließend nach Cortina d'Ampezzo zu reisen und dort auf ihren Mann zu warten. Die Ankunft von Mark verzögert sich aber und Barbara muss lernen, sich allein zu beschäftigen. Sie lernt den jungen Erich (Helmut Berger) kennen und beginnt eine kurze Affäre mit ihm. Ansonsten vertreibt sie sich die Zeit mit Shopping und Restaurantbesuchen.

Als Mark endlich eintrifft, versucht Barbara vergeblich, ihn wieder für sich zu gewinnen. Er ist die ganze Zeit nur teilnahmslos und gelangweilt und erklärt ihr schließlich, die Scheidung zu wollen. Der Traum ist ausgeträumt. In der letzten Szene begleitet Barbara Mark noch zum Zug und bleibt allein zurück, unterlegt von kitschiger Musik.

Was, zur Hölle, ist das denn bitte für ein Film? Neu veröffentlicht unter dem Begriff "Verschollene Kino-Klassiker". Das mit dem "Klassiker" halte ich für ein Gerücht und verschollen hätte dieses Machwerk auch gerne bleiben können. Warum nur wird so etwas auf DVD veröffentlicht und auch noch so angepriesen? Das Bild ist schlecht, es gibt nur eine furchtbare deutsche Synchronisation, die Musik (von Maurice Jarre) ist entsetzlich und die Dialoge sind so banal, dass man fast in Ohnmacht fällt. Dazu werden am Anfang verschiedene Bilder von Elizabeth Taylor und Henry Fonda ganz dilettantisch zusammengeschnitten, nur um ein gemeinsames Leben darzustellen.

Ist das etwa ein Werbefilm für Schönheits-OPs? Selbstverständlich ist Elizabeth Taylor am Anfang, wenn auch nur ganz kurz, faltig und unansehnlich, während sie nach der OP in neuem Glanz erstrahlt, ausgefallene Kleidung, Pelze und verschiedene Kopfbedeckungen trägt, dass einem ganz schwindelig wird. Henry Fonda spielt seine Rolle jedenfalls so, als wäre er gar nicht richtig da, sehr merkwürdig anzusehen.

Insgesamt gesehen natürlich keine Empfehlung von mir, das wäre ja noch schöner. Um diesen Film kann man gerne einen großen Bogen machen, der funktioniert noch nicht mal als Trash. Bitte verpassen.

Samstag, 19. Mai 2012

Intruders

"Intruders" ist ein Film von Juan Carlos Fresnadillo aus dem Jahr 2011. Das Drehbuch stammt von Nicolás Casariego und Jaime Marques.

Der kleine Juan wird nachts von einem Monster ohne Gesicht heimgesucht, der ihm sein Gesicht stehlen will. Seine Mutter (Pilar López de Ayala) schleppt ihn daraufhin zu Pater Antonio (Daniel Brühl), der dem Spuk ein Ende machen soll, aber ohne Ergebnis.

Viele Jahre später... Die zwölfjährige Mia (Ella Purnell) lebt mit ihren Eltern John und Susanna (Clive Owen und Carice van Houten) in England. Durch Zufall stößt sie eines Tages auf die Geschichte des gesichtslosen Monsters und wird von da an auch von diesem verfolgt. Während ihre Mutter recht teilnahmslos reagiert, versucht ihr Vater mit allen Mitteln, dem Monster den Garaus zu machen. Denn schließlich kommt ihm die Geschichte mehr als bekannt vor...

Mal wieder ein "Horrorfilm". Gut, die haben auf meinem Blog eigentlich nichts verloren, weil ich damit kaum etwas anfangen kann. Den hier habe ich mir auch nur widerwillig angeschaut. Interessanterweise beantwortet dieser Film allerdings Fragen, die ich mir niemals wirklich gestellt hätte. Ein paar der Einsichten, die mir hier vermittelt wurden, gebe ich an dieser Stelle auch gerne weiter: 1. Clive Owen hat offensichtlich kein Gespür mehr für gute Rollen. 2. Daniel Brühl ist eine Lachnummer. 3. Carice van Houtens Rolle ist total überflüssig. Warum sie in einer Szene nackt auf dem Boden hocken muss, wissen auch nur die Götter. 4. Die arme Kerry Fox sieht viel älter aus, als sie eigentlich ist.

Nun, das will man auch eigentlich alles gar nicht wissen. Die Story um das gesichtslose Monster reißt aber auch nicht vom Hocker. Schwankt insgesamt irgendwo zwischen lächerlich und doof. Keine Empfehlung für diesen Mist, den man besser verpassen sollte.

Sonntag, 19. Februar 2012

Kein Mittel gegen Liebe

"Kein Mittel gegen Liebe" - "A Little Bit of Heaven" ist ein Film von Nicole Kassell aus dem Jahr 2011. Das Drehbuch stammt von Gren Wells.

Die hübsche Marley (Kate Hudson) ist eine lebensfrohe junge Frau, arbeitet erfolgreich in einer Werbeagentur, hat viele gute Freunde, ein schickes Apartment usw. Von festen Beziehungen hält sie nichts, da sie - wie sich später noch herausstellen wird - die Trennung ihrer Eltern nie verwunden hat. Also genießt sie ihr Leben als Single, ohne dabei etwas zu vermissen.

Als sie sich etwas schlapp fühlt und zu einer Untersuchung ins Krankenhaus geht, wird sie mit der Diagnose Krebs im Endstadium konfrontiert. Ihr behandelnder Arzt ist der junge Julian (Gael Garcia Bernal), ein schüchterner Mann, der sich gleich zu seiner neuen Patientin hingezogen fühlt. Beide verlieben sich ineinander und wollen den Kampf gegen den Krebs aufnehmen, auch wenn es kaum Hoffnung gibt. Doch wenn man erstmal die wahre Liebe getroffen hat, dann stirbt es sich doch auch gleich viel schöner, oder nicht?

Kurz zusammengefasst: Rette sich wer kann. Diese Schmonzette ist von Anfang bis Ende so verlogen, überflüssig und kitschig, dass man schon vom Zusehen Magenkrämpfe bekommt. Gael Garcia Bernal sollte in Zukunft besser aufpassen, welche Rollen er annimmt, denn für diesen Quark hier ist er viel zu gut. Was für eine Verschwendung von Talent. Das kann man von Kate Hudson allerdings nicht behaupten, denn die ist lediglich hübsch, sehr blond und wird (ebenso wie ihre Mutter) in ihrem ganzen Leben höchstens zwei oder drei anspruchsvolle Rollen spielen können und den Rest in so oberflächlichen Filmen wie diesem hier verbringen. Außerdem ist ihre ständige "Gute-Laune-Masche" nach spätestens fünf Minuten nicht mehr zu ertragen.

Mal abgesehen von den beiden Hauptdarstellern, zwischen denen es übrigens kein bisschen knistert, können zumindest die Nebendarsteller zum Teil überzeugen. Zu sehen sind unter anderem Lucy Punch, Kathy Bates, Whoopi Goldberg, Treat Williams und Steven Weber.

Insgesamt gesehen natürlich keine Empfehlung von mir für diesen Mist, sondern der gutgemeinte Rat, einen großen Bogen um diesen Film zu machen.

Sonntag, 5. Februar 2012

Cairo Time

"Cairo Time" ist ein Film von Ruba Nadda (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2009.

Die Amerikanerin Juliette (Patricia Clarkson), eine Frau um die Fünfzig, kommt nach Kairo, um dort Urlaub zu machen und ihren Mann Mark (Tom McCamus) zu treffen, der für die UN tätig ist. Mark wird jedoch aufgehalten und schickt seinen früheren Kollegen Tareq (Alexander Siddig) zum Flughafen, um Juliette abzuholen.

Tareq, ein äußerst attraktiver Ägypter, ist bereits im Ruhestand und betreibt ein Café in Kairo. Juliette fühlt sich gleich wohl in seiner Nähe und wird ihn auch bald schon wiedersehen, da Mark in Gaza aufgehalten wird und sich seine Ankunft dadurch verzögert. Zunächst versucht Juliette die Stadt allein zu erkunden, was nicht ohne Probleme verläuft, da die zwar nicht mehr junge, aber schöne blonde Frau überall auffällt und die Männer anlockt. Ihr offenes Haar und ihre Kleidung stehen in krassem Widerspruch zu den ägyptischen Frauen und ihrem öffentlichen Auftreten.

Schließlich wendet sich Juliette an Tareq und er wird ihr Begleiter. Beide sind sich sehr sympathisch und verbringen gerne ihre Zeit zusammen. Es entwickelt sich beinahe eine zarte Liebesgeschichte, ohne dass je etwas zwischen ihnen geschieht. Gemeinsam fahren sie zu einer Hochzeitsfeier nach Alexandria und als sie wieder nach Kairo kommen, ist Mark endlich angekommen. Tareq zieht sich zurück und Juliette und Mark feiern ihr Wiedersehen.

Was sich hier noch so ganz nett anhört, ist in Wirklichkeit eine platte Aneinanderreihung von Kitsch und Klischees. Es wird nichts ausgelassen, Postkartenansichten von Ägypten in jeder Form, Pyramiden, Sonnenuntergänge, Nilfahrten, Kaffeehäuser, alles ganz wundervoll in Szene gesetzt. Das wahre Leben findet hier keinen Platz, dafür ist alles viel zu nett und schön. Das ist zwar insgesamt schon etwas befremdlich, weil hier ein ganz falsches Bild vermittelt wird, aber damit könnte man noch leben.

Richtig ärgerlich ist allerdings die Darstellung der Juliette, die sich hier als Dummchen zeigen muss und anscheinend keine Ahnung zu haben scheint, wie man sich in einem fremden Land verhält. Als reife Frau, die Chefredakteurin einer Zeitschrift ist und deren Mann bei der UN tätig ist, sollte man ihr schon eine gewisse Intelligenz unterstellen. Aber allein schon ihr Versuch, allein mit dem Bus nach Gaza zu fahren, lässt einem die Haare zu Berge stehen. Von ihren Auftritten in kurzen Sommerkleidchen in der Stadt will ich hier gar nicht erst reden.

Ihre Begegnungen mit einheimischen Frauen und Kindern, die sie alle "so beautiful" findet, haben mir den Rest gegeben. Den ganzen Film über fiel ich nur von einer Ohnmacht in die nächste. Wie weltfremd kann man überhaupt sein? Für wen ist dieser Schrott eigentlich gedacht? Wahrscheinlich für Frauen der Generation 50+, denen man wohl alles verkaufen kann, solange eine sülzige Liebesgeschichte dabei ist. Mir ist jedenfalls nur übel geworden, obwohl auch ich langsam aber sicher auf diese Zielgruppe zugehe. Gottseidank ist mein Geschmack ein anderer und Filme wie diesen vergesse ich ganz schnell wieder.

An den Darstellern gibt es indes nichts auszusetzen, Patricia Clarkson ist wunderbar anzuschauen und übersteht diesen Schrott mit Würde und Alexander Siddig ist ebenfalls ein Gewinn. Beiden wäre aber ein besserer Film zu wünschen, für diesen hier sind sie um Klassen zu gut. Insgesamt gesehen natürlich keine Empfehlung von mir, sondern der gutgemeinte Rat, einen weiten Bogen um dieses "Kunstwerk" zu machen.

Mittwoch, 18. Januar 2012

Polanski - Unauthorized

"Polanski - Unauthorized" ist ein Film von Damian Chapa (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2009. Das Drehbuch schrieb Chapa zusammen mit Carlton Holder. In diesem sogenannten "Biopic" fungiert Chapa gleichzeitig noch als Produzent und Hauptdarsteller und verhebt sich dabei mächtig.

Das Leben des Ausnahmeregisseurs Roman Polanski, der ja gottseidank noch unter uns weilt, bietet genug Stoff für Geschichten aller Art, war sein Leben doch oft von Schicksalsschlägen gezeichnet. Geboren in Frankreich, aufgewachsen in Polen, hat er die Kriegsjahre allein und versteckt überlebt, seine Mutter verloren und seinen Vater später wiedergefunden. Der weitere Verlauf dürfte hinlänglich bekannt sein. Wer allerdings wirklich etwas über den Menschen Roman Polanski wissen will, der sollte sich andere Quellen als diese suchen, denn hier folgt nur Schmierentheater, dass Damian Chapa scheinbar für die Wahrheit hält. Ich habe Sie gewarnt...

Chapa inszeniert diesen Film in bester "Ed Wood-Manier", nämlich furchtbar dilettantisch, fühlt sich aber anscheinend als großer Filmemacher und übernimmt gleich selbst die Hauptrolle, auch wenn Roman Polanski wohl nie wirklich übergewichtig war. Egal, denn der völlig ausdruckslose und talentfreie Regisseur/Hauptdarsteller/Produzent Chapa hat offenbar keine Schmerzgrenze, aber dafür viel Fantasie.

Die Geschichte springt ständig zwischen den Jahrzehnten und Ereignissen hin und her, die Settings sind - vorsichtig ausgedrückt - grauenhaft und billig, ebenso wie die "Darsteller", den Regisseur/Hauptdarsteller/Produzenten eingeschlossen.

Der ganze Film ist eine einzige Unverschämtheit, weil Chapa es hier wagt die These zu vertreten, Roman Polanski hätte sich freiwillig mit dem Teufel eingelassen und würde somit selbst für das, was ihm alles passiert wäre, die Schuld tragen. Ich bin absolut fassungslos angesichts dieser persönlichen Anmaßung und Kaltschnäuzigkeit. Diese unterschwellige Verurteilung eines Menschen, der viel Schlimmes erlebt hat, ist wirklich unglaublich. Hier kommt wieder genau das Bild auf, dass wohl viele Amerikaner mit Polanski verbinden: Der böse Ausländer, der ja genau dieses Unheil auch verdient hat. Das schlägt ja wohl dem Fass den Boden aus.

Wer mehr über Roman Polanski erfahren will und wer wissen will, wie das amerikanische Gesetz mit ihm umgegangen ist, der möge sich die Dokumentation "Roman Polanski : Wanted and Desired"  von Marina Zenovich aus dem Jahr 2008 anschauen, da gehen einem die Augen auf.

Damian Chapa liefert hier nur eine grauenvolle Vorstellung eines sexgeilen Monsters ab, der ständig raucht und Drogen nimmt, während er Frauen abschleppt. Die Filme Polanskis werden gar nicht erwähnt und die Ermordung von Sharon Tate wird nur knapp angerissen. Insgesamt gesehen ist dieses Projekt eine unerhörte Frechheit von einem "Möchtegern-Künstler", den man für diesen Film einfach nur verachten sollte und der sich durch seine Darstellung hier gottseidank selbst disqualifiziert. Pfui!
   

Sonntag, 15. Januar 2012

Swans

"Swans" ist ein Film von Hugo Vieira da Silva (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2011.

Tarso (Ralph Herforth) und sein sechzehnjähriger Sohn Manuel (Kai Hillebrand) kommen aus Portugal zu Besuch nach Berlin. Sie wollen Petra (Maria Schuster) besuchen, Tarsos frühere Freundin und Manuels Mutter, die er aber seit dreizehn Jahren nicht mehr gesehen hat und an die er auch keine Erinnerungen hat.

Petra liegt nach einer Chemotherapie im Koma, schwebt irgendwo zwischen Leben und Tod, ist aber insgesamt mehr tot als lebendig. Tarso und Manuel kommen in Petras Wohnung in der Gropiusstadt unter, die sie sich mit ihrer Freundin Kim (Vasupol Siriviriyapoon) teilt, die aber nur selten zu Hause ist. Tarso und Manuel sprechen nicht viel miteinander, zu sagen haben sie sich sowieso nichts. Sie sehen zusammen fern, das ist schon die einzige Gemeinsamkeit.

Tarso besucht Petra und hofft vergebens auf eine Reaktion von ihr, die natürlich nicht kommt. Manuel kann mit der ihm nahezu unbekannten Frau nichts anfangen, er ist lieber mit seinem Skateboard unterwegs und erkundet die Stadt. Neugierig schnüffelt er in Petras Wohnung herum, durchsucht ihre und Kims Sachen, mehr passiert hier nicht. Ach doch, einmal im Krankenhaus befummelt er den nackten Körper seiner Mutter. Das ist dann irgendwo zwischen abstoßend und lächerlich einzuordnen.

War sonst noch was? Ja richtig, Kim ist ein Hermaphrodit, also ein Zwitter. Das ist für die Geschichte völlig unwichtig, ich wollte es nur erwähnt haben.

Gesprochen wird in diesem Film nur wenig und wenn, dann nuscheln die Beteiligten dermaßen vor sich hin, dass sowieso kaum etwas zu verstehen ist. Das ganze Übel dauert stattliche zwei Stunden und verlangt einem ganz schön was ab. Die Figuren sind zu keiner Zeit sympathisch, was die Sache nur noch erschwert. Mit Kai Hillebrand konnte ich persönlich nichts anfangen und mit Ralph Herforth ohnehin nicht.

Einzig erwähnenswert sind die Bilder von Kameramann Reinhold Vorschneider, der sehr gute Arbeit leistet, wie immer. Ansonsten kann ich nur sagen, das ist aufgeblasener Scheiß und völlig überschätzt. Vielleicht habe ich den Film auch nur nicht verstanden, wer weiß.

Als Extra gibt es noch ein auf Englisch geführtes Interview mit dem aus Portugal stammenden Regisseur, das auch noch mal ganze 80 Minuten dauert. Leider ist das nicht untertitelt und der Ton ist saumäßig, also wer sich da auch noch durchquälen will, bitte sehr. Viel mehr als unverständliches Gestammel und ein im Hintergrund ständig klingelndes Telefon gibt es hier nicht.

Von mir also garantiert keine Empfehlung für dieses Werk, sondern eher eine Warnung: Finger weg.

 

Sonntag, 8. Januar 2012

Darkness

"Darkness" ist ein Film von Jaume Balagueró aus dem Jahr 2002. Das Drehbuch schrieb Balagueró zusammen mit Fernando de Felipe. Der in Spanien entstandene Film wurde übrigens in englischer Sprache gedreht.

Mark (Iain Glen) und seine Frau Maria (Lena Olin) sind zusammen mit ihren beiden Kindern Regina (Anna Paquin) und Paul (Stephan Enquist) gerade erst von Amerika nach Spanien gezogen, Marks ursprünglicher Heimat. In einem außerhalb der Stadt gelegenen großen alten Haus richten sie sich langsam ein. Nicht alles läuft so, wie es soll. Das Haus hat so seine Macken, es gibt ständig Stromschwankungen, Probleme mit den Wasserleitungen und insgesamt wartet noch viel Arbeit auf die neuen Mieter.

Regina fühlt sich in ihrem neuen Zuhause noch nicht sehr wohl, lieber würde sie wieder zurück in die Staaten. Einzig ihr Freund Carlos (Fele Martinez) kann sie aufmuntern. Und dann ist da noch Marks Vater Albert (Giancarlo Giannini), der immer zur Stelle ist, wenn er gebraucht wird und er wird auch gebraucht, denn Marks geistiger und körperlicher Zustand gibt einige Rätsel auf. Mark verhält sich merkwürdig, bekommt heftige Wutanfälle und ist unberechenbar.

Doch auch Paul verändert sich. Er hat plötzlich Angst vor der Dunkelheit, er malt verstörende Bilder und hat neuerdings blaue Flecken und kleine Verletzungen, die sich niemand erklären kann. Regina kümmert sich liebevoll um ihren kleinen Bruder und ist beunruhigt wegen der Dinge, die geschehen. Ganz im Gegensatz zu ihrer Mutter, die anscheinend gar nichts mitbekommt und alles nur als reine Hirngespinste abtut.

Regina und Carlos stellen Nachforschungen über das Haus an, das vierzig Jahre lang leer stand und in dem sich offenbar etwas Grauenhaftes zugetragen hat. Bei einer Sonnenfinsternis sollte ein geheimes Ritual durchgeführt werden, aber das misslang. Die nächste Sonnenfinsternis steht jedoch ganz kurz bevor. Wird Regina es schaffen, das Unheil zu verhindern? Wird ihre Mutter ihr endlich glauben? Werde ich in absehbarer Zeit wieder einen guten Film sehen und dieses Elend hier vergessen können?

Nun, alle Fragen können hier natürlich nicht beantwortet werden, schon klar, also bleiben wir erst mal bei diesem Film. Das Horror-Genre und ich, wir werden einfach keine Freunde, diese Erkenntnis hat sich mal wieder bestätigt. Es gibt natürlich Ausnahmen, wie z.B. "Shining", "Das Waisenhaus" oder auch "The Others", die der Regisseur auch alle kennt und kräftig daraus geklaut hat. Ist ja nicht weiter schlimm, wenn ihm dazu noch ein paar gute eigene Ideen eingefallen wären, aber das ist leider nicht passiert.

Die Grundzutaten sind die wohl in diesem Genre üblichen. Ein altes Haus, merkwürdige Geräusche, Geistergestalten, die außer dem Zuschauer anscheinend niemand sieht, vorbeihuschende Schatten, die Personen verändern sich auffällig usw. Eben der übliche alberne Schnickschnack. Hier haben wir allerdings das reinste Irrenhaus, schauspielerische Bankrotterklärungen wohin das Auge auch reicht, wackeliges Bild als unpassendes Stilelement und unfreiwillige Komik. Also der Film ist schon gruselig, aber aus den völlig falschen Gründen.

Es gibt nerviges Gekreische ohne Ende und alles ist insgesamt so doof, das glaubt man gar nicht. Zudem verhalten sich die Personen so abwegig, dass man sie ständig nur Schütteln möchte. Bestes Beispiel ist hier die Mutter, die auf die Verletzungen ihres Sohnes nicht reagiert und auch ihren Mann nicht weiter ernst nimmt, als er Stimmen von Schaben in den Wänden hört, die sich ihm zufolge über ihn unterhalten. Man fragt sich, wen man hier zuerst in die Klapse einweisen muss.

Genug der Bosheiten, der Film ist eine einzige Pleite und bekommt garantiert keine Empfehlung von mir, das wäre ja noch schöner. Wer Spaß daran hat, bitte sehr. Ich bin jedenfalls entsetzt über die Schauspieler, besonders über Lena Olin und Iain Glen, die hier einfach nur schlecht und unglaubwürdig sind. Gegen Ende wird der Film zwar noch ein bisschen spannend, aber da hat er längst alle Sympathien verspielt. Schade.

Samstag, 24. Dezember 2011

Midnight in Paris

"Midnight in Paris" ist ein Film von Woody Allen (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2011.

Der amerikanische Drehbuch-Autor Gil (Owen Wilson) ist zusammen mit seiner Verlobten Inez (Rachel McAdams) und deren Eltern (Kurt Fuller und Mimi Kennedy) in Paris, der Stadt, die er heimlich liebt und in der er gerne wohnen würde. Doch Inez würde nie außerhalb Amerikas wohnen wollen.

Gil arbeitet an seinem ersten Roman, er will nicht länger Drehbücher schreiben, sondern fühlt sich zu Höherem berufen, obwohl ihn tiefe Zweifel an seinem Talent plagen. Gil und Inez treffen zufällig auf Paul (Michael Sheen), einen früheren Freund von Inez, der mit seiner Frau Carol (Nina Arianda) ebenfalls in Paris weilt.

Von Pauls permanenter Besserwisserei genervt, zieht sich Gil zurück und erkundet auf eigene Faust Paris bei Nacht. Schlag Mitternacht hält vor ihm ein altes Auto an und die Insassen bitten ihn, sie zu begleiten. Von da an taucht Gil in das Paris der Zwanziger Jahre ein, genau die Zeit, die er sich erträumt hat. Er kann es kaum glauben, als er plötzlich auf so bekannte Menschen wie F. Scott Fitzgerald und seine Frau Zelda oder auch Ernest Hemingway, Gertrude Stein, Salvador Dali, Luis Bunuel, Man Ray, Pablo Picasso und andere trifft.

Er gibt Gertrude Stein seinen Roman, um ihre Meinung zu hören und lernt gleichzeitig die schöne Adriana (Marion Cotillard) kennen, in die er sich verliebt. Gil ist nun jede Nacht unterwegs, verbringt seine Zeit in den Zwanzigern und mit Adriana. Diese wünscht sich jedoch in die Zeit der Belle Époque zurück und auch da landen sie eines Nachts.

Gil beschließt schließlich, sich von Inez zu trennen und in Paris zu bleiben, in der Gegenwart. Dabei trifft er in der nächsten Nacht auf die Antiquitätenhändlerin Gabrielle (Léa Seydoux), die seine Interessen teilt und die er nach Hause begleitet.

Hört sich doch alles ganz nett an, oder? Ist es nur leider nicht. Positiv hervorheben möchte ich die Paris-Bilder, die sehr schön sind. Auch die Musik kann überzeugen, da gibt es kaum etwas auszusetzen. Der Rest allerdings, ja da muss ich mich schon wieder sehr zusammenreißen, um das in Worte zu fassen. Fangen wir bei Owen Wilson an, einem "Darsteller", der weder Charme noch Ausstrahlung hat, sondern eher wie ein kompletter Idiot wirkt. Den Schriftsteller nehme ich ihm ebenso wenig ab, wie alles andere. Er wird hier als eine Art Woody Allen-Double benutzt, was aber insgesamt nur ärgerlich und infantil ist.

Dazu gibt es dann noch so schlaue Sprüche wie: "Das ist die Zeit, in der wir leben. Alles geht so schnell, und das Leben ist so laut und kompliziert." Danke, Mr. Allen, für so viel Weisheit, jeder Küchenkalender wäre hier neidisch. Oder auch: "Die Vergangenheit ist nicht tot, sie ist nicht einmal vergangen." Sagenhaft, mir fehlen die Worte.

Muss ich noch mehr sagen? Ich glaube nicht. Sehenswert ist einzig die bezaubernde Marion Cotillard, den Rest kann man getrost vergessen. Von mir also garantiert keine Empfehlung für diesen Schrott.

Dienstag, 29. November 2011

Vampire Boys

"Vampire Boys" ist ein Film von Charlie Vaughn aus dem Jahr 2011. Das Drehbuch stammt von Jeremiah Campbell. Ich erwähne das nur der Ordnung halber, die Namen muss man sich nicht merken.

Jasin (Jason Lockhart) ist ein Vampir und der Anführer einer kleinen Vampir-Gang. Sein einhundertster Geburtstag steht kurz bevor und bis dahin muss er einen Partner fürs Leben gefunden haben, sonst müssen er und seine Freunde sterben. Seine Kumpel haben für ihn die bereitwillige Tara (Zasu) aufgetan, aber Jasin verliebt sich plötzlich in den jungen College-Studenten Caleb (Christian Ferrer), der gerade erst nach Los Angeles gezogen ist.

Caleb ist bei Paul (Ryan Adames), einem anderen Studenten eingezogen, dem Jasin und seine Freunde irgendwie merkwürdig vorkommen. Bevor er allerdings seinen Verdacht äußern kann, verschwindet er spurlos...

Caleb fühlt sich zu Jasin hingezogen, doch als er die Wahrheit über dessen Existenz erfährt, zögert er natürlich. Währenddessen dreht Jasins Kumpel Logan (Dylan Vox) langsam durch, weil Jasin sich noch nicht für seinen Seelenverwandten entscheiden konnte und die Zeit abläuft. Es kommt zu einer "dramatischen" Auseinandersetzung, die alles entscheiden wird...

Also das ist mit ziemlicher Sicherheit einer der schlechtesten Filme, der mir je untergekommen ist. Ich habe nichts gegen kleine Independent-Produktionen, die nur geringe Mittel haben, aber eine gute Geschichte erzählen können. Nur sehe ich hier leider nichts davon und eine vernünftige Story gibt es auch nicht, eher im Gegenteil. Finanzielle Mittel waren anscheinend schon vorhanden, aber trotzdem wirkt das alles sehr billig. Die Inszenierung ist lahmarschig, die Musikuntermalung ist grauenvoll, die Dialoge sind zum Weglaufen und schauspielerisches Talent ist nicht mal mit der Lupe zu finden.

Gut, die Boys haben knackige und trainierte Körper, es scheint wohl so etwas wie eine "Vampir-Mucki-Bude" zu geben, aber leider sehen sie größtenteils so aus, als könnten sie nicht bis Drei zählen und machen eher einen leicht beschränkten Eindruck. Irgendwie sind die Jungs auch nicht hübsch genug, um diese filmische Bankrotterklärung erträglich zu machen. Viel mehr macht sich blankes Entsetzen breit, nur leider aus den völlig falschen Gründen.

Auch wenn hier wohl die schwule Zielgruppe angesprochen werden soll, die haben aber schließlich Geschmack und den trifft dieser Film meiner Meinung nach nicht. Einzig positiv anzumerken ist die kurze Laufzeit von nur ca. 65 Minuten, alles Weitere wäre auch unerträglich gewesen. Nein, bei aller Liebe, aber das ist eine reine Zumutung und definitiv nicht sehenswert.

Insgesamt gesehen ein totaler Griff ins Klo und selbstverständlich keine Empfehlung von mir. Selbst als Trash kaum zu empfehlen, weil hier so viel nicht funktioniert. Der Nächste, der mir mit so einem dämlichen Vampir-Film ankommt, wird übrigens von mir persönlich gebissen, versprochen.