"Zombiber" - "Zombeavers" ist ein Film von Jordan Rubin aus dem Jahr 2014. Das Drehbuch schrieb Rubin zusammen mit Al und Jon Kaplan.
Was erwartet man von einem Film mit dem Titel "Zombiber"? Nachdem ich einiges darüber gelesen habe natürlich nur eins, nämlich sauguten Trash und genau den bekommt man hier auch geboten. Also bitte alle Gehirne und Bedenken an der Garderobe abgeben und rein ins Vergnügen.
Ich fasse die Handlung hier auch nur kurz zusammen, alles Weitere muss selbst angeschaut werden, wenn man sich denn traut. Die hübschen jungen Mädels Jenn, Mary und Zoe wollen allein ein Wochenende am See in einer abgelegenen Hütte verbringen. Jenn hat Liebeskummer, weil ihr Freund sie wahrscheinlich betrogen hat. Mary und Zoe stehen ihr bei, sind aber sauer, in der Wildnis keinen Handyempfang zu haben. So ganz ohne ihre Boyfriends wollen sie nämlich auch nicht sein.
Am Anfang des Films kann man sehen, wie zwei Volltrottel einen Laster mit Giftmüll durch die Gegend kutschieren und bei einem Unfall eines der Fässer verlieren. Dieses Fass landet dann natürlich genau in der Nähe der Hütte am See, schlägt Leck und ergießt seinen giftigen Inhalt an einem Biberbau. Die sonst so niedlichen Tierchen mutieren dadurch zu geifernden Monster-Bibern, die alles angreifen, was sich ihnen so bietet und nicht totzukriegen sind. Eben Zombie-Biber.
Doch bevor unsere Mädels davon Wind bekommen, müssen sie sich einer anderen Bedrohung stellen, nämlich ihren Freunden, die ihnen gefolgt sind und unaufgefordert vor der Hütte stehen. Sam, Tommy und Buck leiden bereits an Sex-Entzug und fordern ihre Rechte ein. Also sind die Ausflügler erst mal mit sich selbst beschäftigt, bevor die Zombiber an der Reihe sind und nach und nach ihre Opfer fordern. Es gibt ein paar Versuche, ihnen zu entkommen, aber glücklich endet keiner von diesen. Da aber auch keiner der Charaktere einem irgendwie ans Herz wachsen kann, enden sie eben alle als Kanonenfutter. Ist nicht anders zu erwarten, aber spaßig anzuschauen. Das Ende ist dann sehr tragisch, wenn die beiden Vollpfosten vom Anfang noch einmal auftauchen und erneut für einen Knaller sorgen, den man sich so sicher nicht gewünscht hat.
Die Namen der Darsteller habe ich hier bewusst nicht erwähnt, die kennt sowieso niemand, also muss ich mir die Arbeit auch nicht machen. Der einzig bekannte Name ist hier Rex Lynn als Jäger Smyth, den kennt man als Detective Frank Tripp aus CSI:Miami. Der macht seine Sache auch sehr gut, bleibt aber leider auch auf der Strecke.
Warum sollte man sich diesen Film aber trotzdem anschauen? Ganz einfach, weil er Spaß macht und herrlicher Trash ist. Zudem sind die Biber nicht aus dem Computer, sondern handgemacht und mit viel Liebe gefertigt. Ich fühlte mich jedenfalls sehr gut unterhalten und kann somit nur eine klare Empfehlung aussprechen.
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Samstag, 14. März 2015
Dienstag, 13. August 2013
Piranhas II - Die Rache der Killerfische
"Piranhas II - Die Rache der Killerfische" ist ein irreführender Titel für diesen Film, der im Original einfach "Killer Fish" heißt. Mit "Piranhas II" wollte man sich wohl an den Erfolg von Joe Dantes Film "Piranhas" aus dem Jahr 1978 hängen und in Deutschland kam dann noch der dämliche Zusatz "Die Rache der Killerfische" hinzu, den wir mal gleich wieder vergessen wollen. Hier rächt sich kein Piranha für irgendetwas. Also noch mal auf Anfang: "Killer Fish" ist ein Film von Antonio Margheriti aus dem Jahr 1979. Das Drehbuch stammt von Michael Rogers.
Der Film beginnt mit einem spektakulären Raubüberfall auf eine Mine in Brasilien (allein diese Anfangssequenz dauert gut zehn Minuten), bei dem allerlei Zeug explodiert und in die Luft fliegt, während eine kleine Gruppe von Gangstern den Safe plündert und mit wertvollen Diamanten verschwinden kann. Die Beute wird direkt danach in einem Stausee versenkt, wo sie erst einmal die nächsten sechzig Tage bleiben soll, bis sich die Aufregung um den Diebstahl gelegt hat.
Der Kopf der Bande ist der herzkranke Paul Diller (James Franciscus), der zur Tatzeit in seinem Hotel war, wofür es reichlich Zeugen gibt. Seine Freundin Kate (Karen Black) hat den Überfall zusammen mit Lasky (Lee Majors) und drei weiteren Männern durchgeführt. Zwei der Männer reagieren nun ungehalten auf den Plan, die Diamanten erst nach zwei Monaten zu bergen und wollen ihren Anteil sofort haben. Einer von ihnen taucht hinab, um die Steinchen zu holen, aber Diller hat für diesen Fall schon vorgesorgt und bereits ein paar Wochen zuvor einige Piranhas im Wasser ausgesetzt, die sich nun zahlreich vermehrt haben und nur auf Frischfleisch warten.
Nachdem bereits drei Männer den putzigen Tierchen zum Opfer gefallen sind, begreifen Kate und Lasky, dass Diller dahinter steckt. Plötzlich kann niemand mehr dem anderen trauen, aber es gilt weiter Ruhe zu bewahren, um nicht auffällig zu werden. Lasky vergnügt sich in der Zwischenzeit mit dem hübschen Model Gabrielle (Margaux Hemingway), die mit ihrem Team und ihrer Chefin Ann (Marisa Berenson) ebenfalls im Hotel abgestiegen ist, um Fotoaufnahmen zu machen.
Diller und Kate gelingt es, die Piranhas abzulenken und die Diamanten zu bergen, doch ihre Flucht scheitert, weil ihr Boot gesunken ist. Sie finden Zuflucht auf einem Schiff, auf dem sich auch Lasky und die Foto-Crew befinden. Als dann auch noch ein Hurrikan aufkommt (man beachte bitte die "schöne" Trickaufnahme), bricht der Staudamm und die Piranhas strömen in den Fluss. Dummerweise läuft das Schiff auf Grund und droht zu sinken, während sich die hungrigen Tierchen schon auf frische Mahlzeiten freuen können.
Gut, was haben wir hier? Also Tier-Horror ist das nicht wirklich, eher ein Action-Thriller, der zwar manchmal ein bisschen übertreibt mit seinen (billigen) Explosionen und Überschwemmungen, aber durchaus zu unterhalten weiß. Die schmatzenden Geräusche der Piranhas sind dabei übrigens sehr schön geraten und das Ende des Films birgt auch noch so einige Überraschungen.
Ich will hier auch gar nicht über den Film meckern, denn der hat mir trotz allem sehr gut gefallen. Schlecht ist der nun wirklich nicht, da gibt es viel üblere Machwerke. Dieser hier ist vor allen Dingen gut gemacht, gut besetzt und gut gespielt, denn die Besetzung reißt wirklich einiges heraus und einigermaßen spannend ist er auch noch. Trash ist es trotzdem, aber guter Trash.
Kommen wir also zu den Schauspielern. Angesehen habe ich mir diesen Film wegen Karen Black, die ja leider am 08.08.2013 verstorben ist und hier auch wieder eine tolle Rolle spielt. Sie wird uns allen fehlen, denn ihre Präsenz in jedem noch so dämlichen Film hatte immer etwas Besonderes. Eine großartige Darstellerin, die es leider nie bis ganz nach oben geschafft hat, aber dafür eine starke Fangemeinde hat und das ganz zu Recht.
Zu den weiteren Highlights zählen hier noch Lee Majors, wie immer sehr attraktiv und mit imposantem Brusthaar, noch vor seinem großen Erfolg als "Colt Seavers", sowie der wunderbare James Franciscus, der hier eine herrlich ambivalente Rolle spielt und Gary Collins als tapferer Hubschrauber-Pilot Tom.
Die Damen Marisa Berenson und Margaux Hemingway dürfen in erster Linie gut aussehen, viel mehr müssen sie nicht tun. Wobei Marisa Berenson als Schauspielerin noch durchgeht, aber Margaux Hemingway eher nicht.
Die schmissige Musik stammt übrigens von Guido und Maurizio De Angelis, bekannt auch als "Oliver Onions". Die DVD bietet den englischen Originalton ohne Untertitel und die deutsche Synchronfassung an. Wie immer würde ich die Originalfassung bevorzugen, aber über die synchronisierte Fassung kann man hier auch nicht meckern.
Was soll ich sagen? Ich mochte diesen Film und kann ihn nur empfehlen, wenn man weiß worauf man sich hier einlässt. Unterhaltsam ist er auf jeden Fall, mehr muss es manchmal auch gar nicht sein. Viel Vergnügen damit.
Der Film beginnt mit einem spektakulären Raubüberfall auf eine Mine in Brasilien (allein diese Anfangssequenz dauert gut zehn Minuten), bei dem allerlei Zeug explodiert und in die Luft fliegt, während eine kleine Gruppe von Gangstern den Safe plündert und mit wertvollen Diamanten verschwinden kann. Die Beute wird direkt danach in einem Stausee versenkt, wo sie erst einmal die nächsten sechzig Tage bleiben soll, bis sich die Aufregung um den Diebstahl gelegt hat.
Der Kopf der Bande ist der herzkranke Paul Diller (James Franciscus), der zur Tatzeit in seinem Hotel war, wofür es reichlich Zeugen gibt. Seine Freundin Kate (Karen Black) hat den Überfall zusammen mit Lasky (Lee Majors) und drei weiteren Männern durchgeführt. Zwei der Männer reagieren nun ungehalten auf den Plan, die Diamanten erst nach zwei Monaten zu bergen und wollen ihren Anteil sofort haben. Einer von ihnen taucht hinab, um die Steinchen zu holen, aber Diller hat für diesen Fall schon vorgesorgt und bereits ein paar Wochen zuvor einige Piranhas im Wasser ausgesetzt, die sich nun zahlreich vermehrt haben und nur auf Frischfleisch warten.
Nachdem bereits drei Männer den putzigen Tierchen zum Opfer gefallen sind, begreifen Kate und Lasky, dass Diller dahinter steckt. Plötzlich kann niemand mehr dem anderen trauen, aber es gilt weiter Ruhe zu bewahren, um nicht auffällig zu werden. Lasky vergnügt sich in der Zwischenzeit mit dem hübschen Model Gabrielle (Margaux Hemingway), die mit ihrem Team und ihrer Chefin Ann (Marisa Berenson) ebenfalls im Hotel abgestiegen ist, um Fotoaufnahmen zu machen.
Diller und Kate gelingt es, die Piranhas abzulenken und die Diamanten zu bergen, doch ihre Flucht scheitert, weil ihr Boot gesunken ist. Sie finden Zuflucht auf einem Schiff, auf dem sich auch Lasky und die Foto-Crew befinden. Als dann auch noch ein Hurrikan aufkommt (man beachte bitte die "schöne" Trickaufnahme), bricht der Staudamm und die Piranhas strömen in den Fluss. Dummerweise läuft das Schiff auf Grund und droht zu sinken, während sich die hungrigen Tierchen schon auf frische Mahlzeiten freuen können.
Gut, was haben wir hier? Also Tier-Horror ist das nicht wirklich, eher ein Action-Thriller, der zwar manchmal ein bisschen übertreibt mit seinen (billigen) Explosionen und Überschwemmungen, aber durchaus zu unterhalten weiß. Die schmatzenden Geräusche der Piranhas sind dabei übrigens sehr schön geraten und das Ende des Films birgt auch noch so einige Überraschungen.
Ich will hier auch gar nicht über den Film meckern, denn der hat mir trotz allem sehr gut gefallen. Schlecht ist der nun wirklich nicht, da gibt es viel üblere Machwerke. Dieser hier ist vor allen Dingen gut gemacht, gut besetzt und gut gespielt, denn die Besetzung reißt wirklich einiges heraus und einigermaßen spannend ist er auch noch. Trash ist es trotzdem, aber guter Trash.
Kommen wir also zu den Schauspielern. Angesehen habe ich mir diesen Film wegen Karen Black, die ja leider am 08.08.2013 verstorben ist und hier auch wieder eine tolle Rolle spielt. Sie wird uns allen fehlen, denn ihre Präsenz in jedem noch so dämlichen Film hatte immer etwas Besonderes. Eine großartige Darstellerin, die es leider nie bis ganz nach oben geschafft hat, aber dafür eine starke Fangemeinde hat und das ganz zu Recht.
Zu den weiteren Highlights zählen hier noch Lee Majors, wie immer sehr attraktiv und mit imposantem Brusthaar, noch vor seinem großen Erfolg als "Colt Seavers", sowie der wunderbare James Franciscus, der hier eine herrlich ambivalente Rolle spielt und Gary Collins als tapferer Hubschrauber-Pilot Tom.
Die Damen Marisa Berenson und Margaux Hemingway dürfen in erster Linie gut aussehen, viel mehr müssen sie nicht tun. Wobei Marisa Berenson als Schauspielerin noch durchgeht, aber Margaux Hemingway eher nicht.
Die schmissige Musik stammt übrigens von Guido und Maurizio De Angelis, bekannt auch als "Oliver Onions". Die DVD bietet den englischen Originalton ohne Untertitel und die deutsche Synchronfassung an. Wie immer würde ich die Originalfassung bevorzugen, aber über die synchronisierte Fassung kann man hier auch nicht meckern.
Was soll ich sagen? Ich mochte diesen Film und kann ihn nur empfehlen, wenn man weiß worauf man sich hier einlässt. Unterhaltsam ist er auf jeden Fall, mehr muss es manchmal auch gar nicht sein. Viel Vergnügen damit.
Sonntag, 4. August 2013
Piranhaconda
"Piranhaconda" ist ein Film von Jim Wynorski aus dem Jahr 2012. Das Drehbuch stammt von Mike MacLean und J. Brad Wilke. Produzent war Roger Corman.
Hui, mal wieder Tier-Quatsch mit Soße. Sorry, aber an dem Titel kam ich einfach nicht vorbei. Wenn man sich gelegentlich Filme wie "Supershark" oder "Sharktopus" anschaut, dann kann man manchmal einfach nicht anders, als bei solchen Filmtiteln zu sagen: Den will ich sehen, egal wie schlecht er auch ist. Es gibt ja auch immer mal hübsche Überraschungen bei solchen Filmen, hier allerdings leider nicht.
Ich beschränke mich deshalb auch auf eine sehr kurze Zusammenfassung der ohnehin kaum vorhandenen Geschichte. Also: Professor Lovegrove (Michael Madsen) sucht mit seinem Team auf Hawaii nach einem Ei der speziellen Gattung Piranhaconda. Das Ei findet er sehr schnell, sein kleines Team ist er aber noch schneller los, weil Mama oder Papa Piranhaconda (wer weiß das schon?) den Nestraub nicht sehr lustig finden und fressen, was ihnen vor die Linse kommt.
Zur gleichen Zeit dreht ein Low-Budget-Team in der Nähe einen Horrorfilm, ohne jegliches Talent vor oder hinter der Kamera zu haben. Dieses Filmteam wird von ein paar unterbelichteten Gangstern gekidnappt, die zuvor auch schon den Professor eingefangen haben, in dessen Tasche sich immer noch das Ei befindet. Die Gruppe von Gangstern, zu denen auch Rachel Hunter gehört (wer hat dieser Dame eigentlich eingeredet, dass sie eine Schauspielerin ist?) will ein hohes Lösegeld erpressen, von wem auch immer.
Nun, dazu kommt es natürlich nicht, denn die Geiseln flüchten, die Erpresser verfolgen sie und die Piranhacondas (ja, es sind mindestens zwei) mischen auch noch mit. Mehr muss ich hier wirklich nicht erzählen, entweder man schaut sich das an oder man lässt es bleiben. Beide Entscheidungen sind auf jeden Fall richtig.
Ist der Film gut oder schlecht? Also diese Frage kann sich jeder selbst beantworten, auch ohne große Fantasie. Für ein unterhaltsames B-Movie fehlt hier leider der Humor, der für guten Trash doch so wichtig ist. Hier gibt es nur namen- und talentlose Darsteller, eine völlig uninteressante Story, zahlreiche Bikini-Girls als Futter, eine schlecht animierte Schlange, die ständig die Größe wechselt und einen gelangweilten Michael Madsen, um den man sich ernsthaft Sorgen machen muss.
Mal ehrlich, Michael Madsen hat es leider nie bis ganz nach oben geschafft, warum auch immer, aber er ist eigentlich ein guter und verlässlicher Schauspieler, der einige gute Rollen gespielt hat. Ich sehe ihn immer noch gerne in Tarantinos "Reservoir Dogs" mit seinem Tanz zu "Stuck in the Middle with you", auch wenn er da einen zugegeben nicht sehr netten Zeitgenossen verkörpert hat. Schade, der Mann hat Talent, aber leider kein Glück. So muss er eben seinen Namen für Filme wie diesen hergeben, die sonst wohl völlig unbeachtet bleiben würden.
Mit etwas mehr Humor hätte man aus diesem Quark bestimmt noch einen erträglichen Film machen können, so ist es nur ein weiterer Tier-Horror-Film, der ganz auf seine Effekte setzt, die aber leider nicht überzeugen können.
Hui, mal wieder Tier-Quatsch mit Soße. Sorry, aber an dem Titel kam ich einfach nicht vorbei. Wenn man sich gelegentlich Filme wie "Supershark" oder "Sharktopus" anschaut, dann kann man manchmal einfach nicht anders, als bei solchen Filmtiteln zu sagen: Den will ich sehen, egal wie schlecht er auch ist. Es gibt ja auch immer mal hübsche Überraschungen bei solchen Filmen, hier allerdings leider nicht.
Ich beschränke mich deshalb auch auf eine sehr kurze Zusammenfassung der ohnehin kaum vorhandenen Geschichte. Also: Professor Lovegrove (Michael Madsen) sucht mit seinem Team auf Hawaii nach einem Ei der speziellen Gattung Piranhaconda. Das Ei findet er sehr schnell, sein kleines Team ist er aber noch schneller los, weil Mama oder Papa Piranhaconda (wer weiß das schon?) den Nestraub nicht sehr lustig finden und fressen, was ihnen vor die Linse kommt.
Zur gleichen Zeit dreht ein Low-Budget-Team in der Nähe einen Horrorfilm, ohne jegliches Talent vor oder hinter der Kamera zu haben. Dieses Filmteam wird von ein paar unterbelichteten Gangstern gekidnappt, die zuvor auch schon den Professor eingefangen haben, in dessen Tasche sich immer noch das Ei befindet. Die Gruppe von Gangstern, zu denen auch Rachel Hunter gehört (wer hat dieser Dame eigentlich eingeredet, dass sie eine Schauspielerin ist?) will ein hohes Lösegeld erpressen, von wem auch immer.
Nun, dazu kommt es natürlich nicht, denn die Geiseln flüchten, die Erpresser verfolgen sie und die Piranhacondas (ja, es sind mindestens zwei) mischen auch noch mit. Mehr muss ich hier wirklich nicht erzählen, entweder man schaut sich das an oder man lässt es bleiben. Beide Entscheidungen sind auf jeden Fall richtig.
Ist der Film gut oder schlecht? Also diese Frage kann sich jeder selbst beantworten, auch ohne große Fantasie. Für ein unterhaltsames B-Movie fehlt hier leider der Humor, der für guten Trash doch so wichtig ist. Hier gibt es nur namen- und talentlose Darsteller, eine völlig uninteressante Story, zahlreiche Bikini-Girls als Futter, eine schlecht animierte Schlange, die ständig die Größe wechselt und einen gelangweilten Michael Madsen, um den man sich ernsthaft Sorgen machen muss.
Mal ehrlich, Michael Madsen hat es leider nie bis ganz nach oben geschafft, warum auch immer, aber er ist eigentlich ein guter und verlässlicher Schauspieler, der einige gute Rollen gespielt hat. Ich sehe ihn immer noch gerne in Tarantinos "Reservoir Dogs" mit seinem Tanz zu "Stuck in the Middle with you", auch wenn er da einen zugegeben nicht sehr netten Zeitgenossen verkörpert hat. Schade, der Mann hat Talent, aber leider kein Glück. So muss er eben seinen Namen für Filme wie diesen hergeben, die sonst wohl völlig unbeachtet bleiben würden.
Mit etwas mehr Humor hätte man aus diesem Quark bestimmt noch einen erträglichen Film machen können, so ist es nur ein weiterer Tier-Horror-Film, der ganz auf seine Effekte setzt, die aber leider nicht überzeugen können.
Sonntag, 17. März 2013
Two Moon Junction
"Two Moon Junction" ist ein Film von Zalman King aus dem Jahr 1988. Das Drehbuch schrieb King zusammen mit MacGregor Douglas.
So, den haue ich heute noch raus, denn mir ist gerade nach Trash und genau das bekommt man hier auch.
Kurz zur "Handlung": Südstaaten-Schönheit April (Sherilyn Fenn) wird in Kürze ihren Verlobten Chad (Martin Hewitt) ehelichen und damit eine perfekte Beziehung eingehen, in der Geld keine Rolle spielt. Sie sind jung, schön und reich und alles ist bestens arrangiert.
Doch kurz vor der Hochzeit lernt April auf einem Jahrmarkt den gutaussehenden Perry (Richard Tyson) kennen, der so viel Sex ausstrahlt, wie April es noch nie erlebt hat. Schnell wirft sie alle Bedenken über Bord und vergnügt sich bei jeder Gelegenheit mit Perry, bis sie eben doch wieder Bedenken bekommt und an ihren Verlobten denkt. Das dauert meistens nur ein paar Augenblicke und schon ist sie wieder mit Perry beschäftigt.
Aprils Großmutter Belle (Louise Fletcher) ahnt Böses und setzt den Sheriff auf Perry an, doch auch der kann der jungen Liebe nichts anhaben. April erscheint zwar zu ihrer eigenen Hochzeit, aber die Wahl zwischen ihrem langweiligen Verlobten und dem sehr potenten Perry fällt erwartungsgemäß aus.
Mehr muss ich hier nicht erzählen, denn das ist natürlich reinsterSchrott, ähem, Trash, der keine Erklärungen braucht. Ja, die Achtziger, das Jahrzehnt des schlechten Geschmacks, der schlimmen Klamotten, der furchtbaren Frisuren und noch so einiges mehr. Schlechte Filme gab es auch noch, deswegen sind wir hier.
Sherilyn Fenn soll mit ihren blondierten Haaren wohl an Marilyn erinnern, aber das klappt irgendwie nicht so richtig. Richard Tyson darf dafür so oft es geht seinen nackten Oberkörper präsentieren, was den Film wenigstens zum Teil anschaubar macht. Die zahlreichen Sex-Szenen sind niedlich, mehr kann man hier aber auch wirklich nicht erwarten.
Nein, eine Empfehlung gibt es hier natürlich nicht von mir, den kann man sich nur ansehen, wenn gar nichts anderes zur Verfügung ist. Insgesamt gesehen ein Film, den man nicht kennen muss. Es ist halt Trash, nicht mehr und nicht weniger.
So, den haue ich heute noch raus, denn mir ist gerade nach Trash und genau das bekommt man hier auch.
Kurz zur "Handlung": Südstaaten-Schönheit April (Sherilyn Fenn) wird in Kürze ihren Verlobten Chad (Martin Hewitt) ehelichen und damit eine perfekte Beziehung eingehen, in der Geld keine Rolle spielt. Sie sind jung, schön und reich und alles ist bestens arrangiert.
Doch kurz vor der Hochzeit lernt April auf einem Jahrmarkt den gutaussehenden Perry (Richard Tyson) kennen, der so viel Sex ausstrahlt, wie April es noch nie erlebt hat. Schnell wirft sie alle Bedenken über Bord und vergnügt sich bei jeder Gelegenheit mit Perry, bis sie eben doch wieder Bedenken bekommt und an ihren Verlobten denkt. Das dauert meistens nur ein paar Augenblicke und schon ist sie wieder mit Perry beschäftigt.
Aprils Großmutter Belle (Louise Fletcher) ahnt Böses und setzt den Sheriff auf Perry an, doch auch der kann der jungen Liebe nichts anhaben. April erscheint zwar zu ihrer eigenen Hochzeit, aber die Wahl zwischen ihrem langweiligen Verlobten und dem sehr potenten Perry fällt erwartungsgemäß aus.
Mehr muss ich hier nicht erzählen, denn das ist natürlich reinster
Sherilyn Fenn soll mit ihren blondierten Haaren wohl an Marilyn erinnern, aber das klappt irgendwie nicht so richtig. Richard Tyson darf dafür so oft es geht seinen nackten Oberkörper präsentieren, was den Film wenigstens zum Teil anschaubar macht. Die zahlreichen Sex-Szenen sind niedlich, mehr kann man hier aber auch wirklich nicht erwarten.
Nein, eine Empfehlung gibt es hier natürlich nicht von mir, den kann man sich nur ansehen, wenn gar nichts anderes zur Verfügung ist. Insgesamt gesehen ein Film, den man nicht kennen muss. Es ist halt Trash, nicht mehr und nicht weniger.
Montag, 22. Oktober 2012
Octalus
John Finnegan (Treat Williams) ist Kapitän eines kleinen Schnellbootes, das von ein paar Söldnern angeheuert wird. Da die Bezahlung stimmt, kümmert er sich nicht weiter um die Fracht, die er nun zusammen mit den Männern transportiert. Das Ziel liegt irgendwo im Südchinesischen Meer, mehr weiß Finnegan auch nicht. Da die Kerle sich als sehr rabiat erweisen und die Ladung aus mehreren Torpedos besteht, keimt in Finnegan der Verdacht, hier noch mächtig Ärger zu bekommen. Und das ist noch vorsichtig ausgedrückt...
Das Ziel entpuppt sich als ein Luxus-Kreuzfahrtschiff namens "Argonautica", das sich auf seiner Jungfernfahrt befindet. Doch als sie schließlich das Schiff erreichen, liegt alles im Dunkeln, nichts rührt sich. Was ist hier bloß los? Die Männer entern den Luxusliner, aber alles scheint menschenleer und verlassen zu sein. Wo sind die ganzen Passagiere geblieben? Die einzigen Überlebenden sind anscheinend die hübsche Trickbetrügerin Trillian (Famke Janssen), der Schiffseigner Simon Canton (Anthony Heald), sowie der Kapitän.
Ein gewaltiges Seeungeheuer in Form einer Riesenkrake (oder so etwas Ähnliches) hat von dem Schiff Besitz ergriffen und die Besatzung und die Passagiere getötet bzw. ausgelutscht. Sorry für diese Umschreibung, ist aber so. Da das Biest immer noch an Bord ist und sich scheinbar überall gleichzeitig aufhalten kann, ist Eile geboten, den Kahn zu verlassen. Blöderweise macht Finnegans Boot gerade schlapp und so gestaltet sich die Flucht vor dem Monster mehr als schwierig.
Das krakenartige Irgendwas möchte die neuen Besucher auch nicht so einfach gehen lassen, denn es hat immer noch sehr großen Hunger. Es folgt eine rasante Flucht durch das ganze Schiff, während die Anzahl der Überlebenden ständig schrumpft und das Monster scheinbar immer größer und gefräßiger wird.
Hach, Trash, nein viel mehr, Edel-Trash der allerbesten Sorte. Was für ein verdammt cooler und unterhaltsamer Film. Ganz ehrlich, hier kann man getrost den Kopf abschalten und sich sehr gut amüsieren. Mal jeden Anspruch abschütteln und einfach nur staunen, das schafft dieser Film erstaunlich gut. Dabei ist er wirklich gut gemacht und wirkt nie billig.
Die Darsteller kennt man aus diversen B-Movies und meistens kennt man wohl eher ihre Gesichter, als ihre Namen, z. B. Wes Studi, Djimon Hounsou, Kevin J. O'Connor, Jason Flemyng und Cliff Curtis. Famke Janssen und Treat Williams sind wohl noch am bekanntesten und machen ihre Sache hier sehr gut. Bei der großen Anzahl an Darstellern weiß der geneigte Zuschauer auch sehr schnell, dass hier einiges als Fischfutter verbraten wird, wenn ich das mal so flapsig sagen darf.
Die Musik von Jerry Goldsmith ist perfekt, die Effekte und Masken sind es ebenfalls und das Monster ist herrlich gruselig. Ich persönlich finde diesen Film wundervoll und sehr gelungen. Er macht Spaß, ist nie langweilig und nimmt sich kein bisschen ernst. Das "Grauen" wird durch den selbstironischen Humor jederzeit aufgefangen. Toll und sehr sehenswert, aber bestimmt nicht für jeden Geschmack geeignet.
Dienstag, 26. Juni 2012
Sharktopus
"Sharktopus" ist ein Film von Declan O'Brien aus dem Jahr 2010. Das Drehbuch stammt von Mike McLean und Produzent war hier der schon legendäre Roger Corman.
Ein kleiner Ausflug ins Tierreich... Gut, Horrorfilme gibt es hier in meinem Blog eher selten und "Tierhorror" schon gar nicht, ist halt einfach nicht mein Genre. "Sharktopus" aber habe ich mir aus einer Laune heraus angeschaut und ich muss einfach etwas darüber schreiben. Der ist von Anfang bis Ende so herrlich blöd, dass man ihn einfach nicht ignorieren kann.
Ganz kurz zur "Handlung": Ein wissenschaftliches Team hat im Auftrag des Militärs ein Wesen erschaffen, das halb Hai und halb Oktopus ist. Dieses Wesen, kurz S11 genannt, hat einen Steuerungssender am Kopf, der ihn unter Kontrolle hält und ihm seine Aufträge zuweist. Das bedeutet hauptsächlich, die im Meer badenden Menschen vor Angriffen von Haien zu schützen oder ähnliches.
Bei einer Vorführung dieser Aktionen geht allerdings ziemlich viel schief und der Sender wird abgerissen. Der Sharktopus ist nun frei, schwimmt nach Mexiko und macht dort ordentlich Jagd auf Menschen. Das verantwortliche Team um Nathan Sands (Eric Roberts) und seine Tochter Nicole will den Sharktopus auf jeden Fall lebend zurück haben, um das Experiment nicht zu gefährden. Dazu wird der entlassene Mitarbeiter Andy reaktiviert, der seinen Job geschmissen hatte, weil man ihm keine Gehaltserhöhung zahlen wollte. Alle Hoffnungen ruhen nun also auf ihm (auch wenn er aussieht, als könnte er nicht bis Drei zählen).
Zur gleichen Zeit bekommt die Reporterin Stacy Wind von der Sache und ist mit ihrem Kameramann Bones ebenfalls dem Ungeheuer auf der Spur. So gelangen auch Bilder von Sharktopus ins Fernsehen und die Aufregung ist groß. Währenddessen tötet das süße Ungeheuer immer mehr Bikinischönheiten und was sich sonst noch so im Wasser und an Land tummelt. Der kleine Schatz ist nämlich unheimlich begabt und kann mit seinen Tentakeln auch an Land greifen. Dass er dabei auch noch ständig seine Größe verändert, sollte hier nur nebenbei bemerkt sein.
Nicole, die hübsche junge Wissenschaftlerin, (die natürlich eine Brille tragen muss, sonst würde man ihr die Wissenschaftlerin nicht abnehmen) und Andy (der meistens mit offenem Hemd oder auch ohne herumlaufen muss) verfolgen den Sharktopus und seine blutige Spur. Dabei machen sie faszinierende Feststellungen, denn er tötet seine Opfer nur und frisst sie nicht mal. Na, da hört sich doch wohl alles auf.
Gut, ich gehe hier nicht weiter ins Detail. Es gibt noch einen gewaltigen und blutigen Showdown und dann ist das alles auch ausgestanden. Bis es dann soweit ist, wurden allerdings sämtliche Klischees bedient, die man in so einem Fall auch erwarten muss. Ich will den Film nicht verteufeln, auf gar keinen Fall, denn er ist wirklich unterhaltsam, wenn man den Kopf komplett ausschaltet. Es ist eben Trash und gar kein schlechter.
Die Spezialeffekte sind allerdings so miserabel, dass ich mich gewundert habe, wie man so etwas heutzutage noch schaffen kann, ohne dafür ausgepeitscht zu werden. Das ist aber längst nicht alles, denn die Darsteller, die Dialoge und die ganze Handlung sind wirklich abgrundtief schlecht und der Sharktopus sieht leider nur sehr albern aus. Wenn man Lust hat sich darauf einzulassen, dann passt es schon, alle anderen sollten hier lieber einen großen Bogen machen. Ich fand den Film ganz amüsant, aber empfehlen würde ich ihn natürlich nicht.
Ein kleiner Ausflug ins Tierreich... Gut, Horrorfilme gibt es hier in meinem Blog eher selten und "Tierhorror" schon gar nicht, ist halt einfach nicht mein Genre. "Sharktopus" aber habe ich mir aus einer Laune heraus angeschaut und ich muss einfach etwas darüber schreiben. Der ist von Anfang bis Ende so herrlich blöd, dass man ihn einfach nicht ignorieren kann.
Ganz kurz zur "Handlung": Ein wissenschaftliches Team hat im Auftrag des Militärs ein Wesen erschaffen, das halb Hai und halb Oktopus ist. Dieses Wesen, kurz S11 genannt, hat einen Steuerungssender am Kopf, der ihn unter Kontrolle hält und ihm seine Aufträge zuweist. Das bedeutet hauptsächlich, die im Meer badenden Menschen vor Angriffen von Haien zu schützen oder ähnliches.
Bei einer Vorführung dieser Aktionen geht allerdings ziemlich viel schief und der Sender wird abgerissen. Der Sharktopus ist nun frei, schwimmt nach Mexiko und macht dort ordentlich Jagd auf Menschen. Das verantwortliche Team um Nathan Sands (Eric Roberts) und seine Tochter Nicole will den Sharktopus auf jeden Fall lebend zurück haben, um das Experiment nicht zu gefährden. Dazu wird der entlassene Mitarbeiter Andy reaktiviert, der seinen Job geschmissen hatte, weil man ihm keine Gehaltserhöhung zahlen wollte. Alle Hoffnungen ruhen nun also auf ihm (auch wenn er aussieht, als könnte er nicht bis Drei zählen).
Zur gleichen Zeit bekommt die Reporterin Stacy Wind von der Sache und ist mit ihrem Kameramann Bones ebenfalls dem Ungeheuer auf der Spur. So gelangen auch Bilder von Sharktopus ins Fernsehen und die Aufregung ist groß. Währenddessen tötet das süße Ungeheuer immer mehr Bikinischönheiten und was sich sonst noch so im Wasser und an Land tummelt. Der kleine Schatz ist nämlich unheimlich begabt und kann mit seinen Tentakeln auch an Land greifen. Dass er dabei auch noch ständig seine Größe verändert, sollte hier nur nebenbei bemerkt sein.
Nicole, die hübsche junge Wissenschaftlerin, (die natürlich eine Brille tragen muss, sonst würde man ihr die Wissenschaftlerin nicht abnehmen) und Andy (der meistens mit offenem Hemd oder auch ohne herumlaufen muss) verfolgen den Sharktopus und seine blutige Spur. Dabei machen sie faszinierende Feststellungen, denn er tötet seine Opfer nur und frisst sie nicht mal. Na, da hört sich doch wohl alles auf.
Gut, ich gehe hier nicht weiter ins Detail. Es gibt noch einen gewaltigen und blutigen Showdown und dann ist das alles auch ausgestanden. Bis es dann soweit ist, wurden allerdings sämtliche Klischees bedient, die man in so einem Fall auch erwarten muss. Ich will den Film nicht verteufeln, auf gar keinen Fall, denn er ist wirklich unterhaltsam, wenn man den Kopf komplett ausschaltet. Es ist eben Trash und gar kein schlechter.
Die Spezialeffekte sind allerdings so miserabel, dass ich mich gewundert habe, wie man so etwas heutzutage noch schaffen kann, ohne dafür ausgepeitscht zu werden. Das ist aber längst nicht alles, denn die Darsteller, die Dialoge und die ganze Handlung sind wirklich abgrundtief schlecht und der Sharktopus sieht leider nur sehr albern aus. Wenn man Lust hat sich darauf einzulassen, dann passt es schon, alle anderen sollten hier lieber einen großen Bogen machen. Ich fand den Film ganz amüsant, aber empfehlen würde ich ihn natürlich nicht.
Samstag, 9. Juni 2012
Snow White: A Deadly Summer
"Snow White: A Deadly Summer" ist ein Film von David DeCoteau aus dem Jahr 2012. Das Drehbuch stammt von Barbara Kymlicka.
Märchenverfilmungen haben immer Hochkonjunktur, egal wie viel von dem Märchen in dem entsprechenden Film auch noch vorhanden sein mag. "Schneewittchen" ist dabei eine beliebte Geschichte, die ebenfalls immer wieder neu bearbeitet wird. Gerade erst wird darüber gestritten, welche der beiden aktuellen Verfilmungen denn nun die bessere ist, "Snow White & the Huntsman" mit Charlize Theron oder "Mirror, Mirror" mit Julia Roberts.
Wie wäre es da mit einer weiteren Variation vom Schneewittchen? Voilà, "Snow White: A Deadly Summer" von David DeCoteau. Ich gebe zu, so ganz ernst gemeint ist der Vorschlag nicht, aber immerhin amüsant.
Kurz zur Handlung: Snow (Shanley Caswell) ist ein junges Mädchen, das seit dem Tod ihrer Mutter zusammen mit ihrem Vater Grant (Eric Roberts) lebt. Ihr Vater hat allerdings wieder geheiratet und zwar Eve (Maureen McCormick), mit der Snow so gar nicht klar kommt. Snow ist bockig, schwänzt die Schule und treibt sich nachts herum. Eve plant daraufhin, den kleinen Quälgeist möglichst schnell loszuwerden und in ein Erziehungslager zu stecken.
Eve spielt die besorgte Mutter und überredet Grant, ihren Plänen zuzustimmen. Also geht es für die arme Snow ab in eine Art spezielles Sommercamp, aus dem es kein Entrinnen gibt. Mit ein paar anderen Jugendlichen fristet sie nun ihr Dasein unter der Kontrolle des sadistischen Campleiters und dessem debilen Gehilfen. Es gibt nur karge Kost, geschlafen wird auf einer Wiese und es wird hart trainiert. Wer aufmuckt, wird sofort bestraft.
Doch dann gibt es plötzlich Tote, denn scheinbar geht ein maskierter Mörder umher. Snow findet heraus, dass ihre Stiefmutter vor fünfundzwanzig Jahren ebenfalls in diesem Camp war und es auch damals zu ungeklärten Todesfällen kam. Steckt Eve etwa hinter den Morden und soll vielleicht Snow das nächste Opfer sein?
Egal, ich will den Film nicht wichtiger machen, als er sowieso nicht ist. Das Ende "überrascht" noch mit einem Twist, der alles wieder in neuem Licht zeigt. Ach ja, ein roter Apfel kommt auch noch vor, wird aber verspeist. Ich erwähne das nur wegen der Schneewittchen-Geschichte...
Es wäre jetzt natürlich leicht, diesen Film in der Luft zu zerreißen, aber das habe ich gar nicht vor. Es ist halt ein Film von David DeCoteau, der eben eine Vorliebe für B-Movies hat und gar nicht erst den Anspruch erhebt, mehr zu wollen. Ist doch auch in Ordnung so. Wenn ich mir so einen Film ansehe, dann weiß ich auch, was mich erwartet. Das ist kein Kunstfilm und auch kein Arthouse. Sämtliche "Nacht-Aufnahmen" wurden auch scheinbar tagsüber gedreht, das nur als Anmerkung.
Die jungen Darsteller wurden offensichtlich nur nach Optik gecastet, Talent ist hier jedenfalls Mangelware. Was soll's? Es ist Trash und mehr will es überhaupt nicht sein. Maureen McCormick kann hier herrliches Overacting zeigen, mit ihrem Spiegelbild reden und sehr böse sein, während Eric Roberts kaum etwas zu tun hat. Ich sehe ihn trotzdem gerne, auch wenn er gar nichts spielt. Er ist mir jedenfalls tausendmal lieber als seine unerträgliche Schwester.
Insgesamt gesehen natürlich nur eine eingeschränkte Empfehlung für diesen Nonsens, es könnte aber wirklich schlimmer sein. Wer mehr von David DeCoteau sehen will, dem empfehle ich noch "House of Usher", die schwule Variante der Poe-Erzählung. Kann man sich durchaus ansehen, aber bitte nicht meckern.
Märchenverfilmungen haben immer Hochkonjunktur, egal wie viel von dem Märchen in dem entsprechenden Film auch noch vorhanden sein mag. "Schneewittchen" ist dabei eine beliebte Geschichte, die ebenfalls immer wieder neu bearbeitet wird. Gerade erst wird darüber gestritten, welche der beiden aktuellen Verfilmungen denn nun die bessere ist, "Snow White & the Huntsman" mit Charlize Theron oder "Mirror, Mirror" mit Julia Roberts.
Wie wäre es da mit einer weiteren Variation vom Schneewittchen? Voilà, "Snow White: A Deadly Summer" von David DeCoteau. Ich gebe zu, so ganz ernst gemeint ist der Vorschlag nicht, aber immerhin amüsant.
Kurz zur Handlung: Snow (Shanley Caswell) ist ein junges Mädchen, das seit dem Tod ihrer Mutter zusammen mit ihrem Vater Grant (Eric Roberts) lebt. Ihr Vater hat allerdings wieder geheiratet und zwar Eve (Maureen McCormick), mit der Snow so gar nicht klar kommt. Snow ist bockig, schwänzt die Schule und treibt sich nachts herum. Eve plant daraufhin, den kleinen Quälgeist möglichst schnell loszuwerden und in ein Erziehungslager zu stecken.
Eve spielt die besorgte Mutter und überredet Grant, ihren Plänen zuzustimmen. Also geht es für die arme Snow ab in eine Art spezielles Sommercamp, aus dem es kein Entrinnen gibt. Mit ein paar anderen Jugendlichen fristet sie nun ihr Dasein unter der Kontrolle des sadistischen Campleiters und dessem debilen Gehilfen. Es gibt nur karge Kost, geschlafen wird auf einer Wiese und es wird hart trainiert. Wer aufmuckt, wird sofort bestraft.
Doch dann gibt es plötzlich Tote, denn scheinbar geht ein maskierter Mörder umher. Snow findet heraus, dass ihre Stiefmutter vor fünfundzwanzig Jahren ebenfalls in diesem Camp war und es auch damals zu ungeklärten Todesfällen kam. Steckt Eve etwa hinter den Morden und soll vielleicht Snow das nächste Opfer sein?
Egal, ich will den Film nicht wichtiger machen, als er sowieso nicht ist. Das Ende "überrascht" noch mit einem Twist, der alles wieder in neuem Licht zeigt. Ach ja, ein roter Apfel kommt auch noch vor, wird aber verspeist. Ich erwähne das nur wegen der Schneewittchen-Geschichte...
Es wäre jetzt natürlich leicht, diesen Film in der Luft zu zerreißen, aber das habe ich gar nicht vor. Es ist halt ein Film von David DeCoteau, der eben eine Vorliebe für B-Movies hat und gar nicht erst den Anspruch erhebt, mehr zu wollen. Ist doch auch in Ordnung so. Wenn ich mir so einen Film ansehe, dann weiß ich auch, was mich erwartet. Das ist kein Kunstfilm und auch kein Arthouse. Sämtliche "Nacht-Aufnahmen" wurden auch scheinbar tagsüber gedreht, das nur als Anmerkung.
Die jungen Darsteller wurden offensichtlich nur nach Optik gecastet, Talent ist hier jedenfalls Mangelware. Was soll's? Es ist Trash und mehr will es überhaupt nicht sein. Maureen McCormick kann hier herrliches Overacting zeigen, mit ihrem Spiegelbild reden und sehr böse sein, während Eric Roberts kaum etwas zu tun hat. Ich sehe ihn trotzdem gerne, auch wenn er gar nichts spielt. Er ist mir jedenfalls tausendmal lieber als seine unerträgliche Schwester.
Insgesamt gesehen natürlich nur eine eingeschränkte Empfehlung für diesen Nonsens, es könnte aber wirklich schlimmer sein. Wer mehr von David DeCoteau sehen will, dem empfehle ich noch "House of Usher", die schwule Variante der Poe-Erzählung. Kann man sich durchaus ansehen, aber bitte nicht meckern.
Dienstag, 29. November 2011
Vampire Boys
"Vampire Boys" ist ein Film von Charlie Vaughn aus dem Jahr 2011. Das Drehbuch stammt von Jeremiah Campbell. Ich erwähne das nur der Ordnung halber, die Namen muss man sich nicht merken.
Jasin (Jason Lockhart) ist ein Vampir und der Anführer einer kleinen Vampir-Gang. Sein einhundertster Geburtstag steht kurz bevor und bis dahin muss er einen Partner fürs Leben gefunden haben, sonst müssen er und seine Freunde sterben. Seine Kumpel haben für ihn die bereitwillige Tara (Zasu) aufgetan, aber Jasin verliebt sich plötzlich in den jungen College-Studenten Caleb (Christian Ferrer), der gerade erst nach Los Angeles gezogen ist.
Caleb ist bei Paul (Ryan Adames), einem anderen Studenten eingezogen, dem Jasin und seine Freunde irgendwie merkwürdig vorkommen. Bevor er allerdings seinen Verdacht äußern kann, verschwindet er spurlos...
Caleb fühlt sich zu Jasin hingezogen, doch als er die Wahrheit über dessen Existenz erfährt, zögert er natürlich. Währenddessen dreht Jasins Kumpel Logan (Dylan Vox) langsam durch, weil Jasin sich noch nicht für seinen Seelenverwandten entscheiden konnte und die Zeit abläuft. Es kommt zu einer "dramatischen" Auseinandersetzung, die alles entscheiden wird...
Also das ist mit ziemlicher Sicherheit einer der schlechtesten Filme, der mir je untergekommen ist. Ich habe nichts gegen kleine Independent-Produktionen, die nur geringe Mittel haben, aber eine gute Geschichte erzählen können. Nur sehe ich hier leider nichts davon und eine vernünftige Story gibt es auch nicht, eher im Gegenteil. Finanzielle Mittel waren anscheinend schon vorhanden, aber trotzdem wirkt das alles sehr billig. Die Inszenierung ist lahmarschig, die Musikuntermalung ist grauenvoll, die Dialoge sind zum Weglaufen und schauspielerisches Talent ist nicht mal mit der Lupe zu finden.
Gut, die Boys haben knackige und trainierte Körper, es scheint wohl so etwas wie eine "Vampir-Mucki-Bude" zu geben, aber leider sehen sie größtenteils so aus, als könnten sie nicht bis Drei zählen und machen eher einen leicht beschränkten Eindruck. Irgendwie sind die Jungs auch nicht hübsch genug, um diese filmische Bankrotterklärung erträglich zu machen. Viel mehr macht sich blankes Entsetzen breit, nur leider aus den völlig falschen Gründen.
Auch wenn hier wohl die schwule Zielgruppe angesprochen werden soll, die haben aber schließlich Geschmack und den trifft dieser Film meiner Meinung nach nicht. Einzig positiv anzumerken ist die kurze Laufzeit von nur ca. 65 Minuten, alles Weitere wäre auch unerträglich gewesen. Nein, bei aller Liebe, aber das ist eine reine Zumutung und definitiv nicht sehenswert.
Insgesamt gesehen ein totaler Griff ins Klo und selbstverständlich keine Empfehlung von mir. Selbst als Trash kaum zu empfehlen, weil hier so viel nicht funktioniert. Der Nächste, der mir mit so einem dämlichen Vampir-Film ankommt, wird übrigens von mir persönlich gebissen, versprochen.
Jasin (Jason Lockhart) ist ein Vampir und der Anführer einer kleinen Vampir-Gang. Sein einhundertster Geburtstag steht kurz bevor und bis dahin muss er einen Partner fürs Leben gefunden haben, sonst müssen er und seine Freunde sterben. Seine Kumpel haben für ihn die bereitwillige Tara (Zasu) aufgetan, aber Jasin verliebt sich plötzlich in den jungen College-Studenten Caleb (Christian Ferrer), der gerade erst nach Los Angeles gezogen ist.
Caleb ist bei Paul (Ryan Adames), einem anderen Studenten eingezogen, dem Jasin und seine Freunde irgendwie merkwürdig vorkommen. Bevor er allerdings seinen Verdacht äußern kann, verschwindet er spurlos...
Caleb fühlt sich zu Jasin hingezogen, doch als er die Wahrheit über dessen Existenz erfährt, zögert er natürlich. Währenddessen dreht Jasins Kumpel Logan (Dylan Vox) langsam durch, weil Jasin sich noch nicht für seinen Seelenverwandten entscheiden konnte und die Zeit abläuft. Es kommt zu einer "dramatischen" Auseinandersetzung, die alles entscheiden wird...
Also das ist mit ziemlicher Sicherheit einer der schlechtesten Filme, der mir je untergekommen ist. Ich habe nichts gegen kleine Independent-Produktionen, die nur geringe Mittel haben, aber eine gute Geschichte erzählen können. Nur sehe ich hier leider nichts davon und eine vernünftige Story gibt es auch nicht, eher im Gegenteil. Finanzielle Mittel waren anscheinend schon vorhanden, aber trotzdem wirkt das alles sehr billig. Die Inszenierung ist lahmarschig, die Musikuntermalung ist grauenvoll, die Dialoge sind zum Weglaufen und schauspielerisches Talent ist nicht mal mit der Lupe zu finden.
Gut, die Boys haben knackige und trainierte Körper, es scheint wohl so etwas wie eine "Vampir-Mucki-Bude" zu geben, aber leider sehen sie größtenteils so aus, als könnten sie nicht bis Drei zählen und machen eher einen leicht beschränkten Eindruck. Irgendwie sind die Jungs auch nicht hübsch genug, um diese filmische Bankrotterklärung erträglich zu machen. Viel mehr macht sich blankes Entsetzen breit, nur leider aus den völlig falschen Gründen.
Auch wenn hier wohl die schwule Zielgruppe angesprochen werden soll, die haben aber schließlich Geschmack und den trifft dieser Film meiner Meinung nach nicht. Einzig positiv anzumerken ist die kurze Laufzeit von nur ca. 65 Minuten, alles Weitere wäre auch unerträglich gewesen. Nein, bei aller Liebe, aber das ist eine reine Zumutung und definitiv nicht sehenswert.
Insgesamt gesehen ein totaler Griff ins Klo und selbstverständlich keine Empfehlung von mir. Selbst als Trash kaum zu empfehlen, weil hier so viel nicht funktioniert. Der Nächste, der mir mit so einem dämlichen Vampir-Film ankommt, wird übrigens von mir persönlich gebissen, versprochen.
Freitag, 2. September 2011
Red Riding Hood
"Red Riding Hood" ist ein Film von Catherine Hardwicke aus dem Jahr 2011. Das Drehbuch stammt von David Johnson. Der Film ist eine sehr eigenwillige Variation des Märchens vom "Rotkäppchen und dem bösen Wolf".
Es war einmal in einem kleinen Dorf namens Daggerhorn, vor langer, langer Zeit. In diesem Dorf, umgeben vom dunklen Wald, lebte die junge Valerie (Amanda Seyfried), die in ihren Jugendfreund Peter (Shiloh Fernandez) verliebt war. Doch ihre Eltern (Billy Burke und Virginia Madsen) wollten sie mit dem jungen Henry (Max Irons) verheiraten, weil er die bessere Partie war. Valerie und Peter waren darüber so verzweifelt, dass sie sogar gemeinsam weglaufen wollten, aber dazu kam es nicht, denn Valeries Schwester Lucie wurde von einem Werwolf getötet.
Das Dorf wurde schon seit Generationen von einem Werwolf heimgesucht, aber mit Opfergaben von Tieren wurde die Bestie ruhiggestellt, bis jetzt. Der Dorfpfarrer Auguste (Lukas Haas) schickt sich nun an, den berüchtigten Pater Salomon (Gary Oldman) zu rufen, der das Böse austreiben soll. Mit großem Getöse, viel Personal und einer riesigen Elefantenstatue im Gepäck erscheint Salomon auf der Bildfläche, bereit sein Werk zu verrichten. Er erklärt den Dorfbewohnern dann auch erst einmal, dass so ein Werwolf am Tag ein Mensch aus Fleisch und Blut ist und erst des Nachts zur Bestie mutiert. So kann praktisch jeder der Übeltäter sein und das Misstrauen unter den Bürgern greift um sich, denn jeder verdächtigt jeden. Als dann auch noch herauskommt, dass Valerie eine Begegnung mit dem Werwolf hatte und sogar mit ihm gesprochen hat, wird sie als Hexe eingesperrt.
Peter und Henry wollen Valerie befreien, während diese sich darüber Gedanken macht, mit wem sie da eigentlich gesprochen hat. Im Haus ihrer Großmutter (Julie Christie) wird schließlich das Rätsel gelöst, aber damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende...
Ist das nicht herzig? Nein? Egal, denn hier ist eigentlich alles nur verkorkst, aber wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat und einigermaßen guter Stimmung ist, dann kann man das durchaus ertragen, ohne in Ohnmacht zu fallen. Mir ging es zumindest so. Dieser Film bietet so viel Angriffsfläche, da macht ein Verriss einfach gar keinen Spaß mehr, auch das soll es geben. Ich hatte mir schon Schlimmes vorgestellt und die ganze Produktion tappt wirklich von einem Fettnäpfchen ins nächste, da weiß man gar nicht, wo man anfangen soll mit der Aufzählung und wo man aufhören soll.
Die kitschigen und hölzernen Studio-Kulissen rauben einem schlicht den Atem, das Dorf sieht aus wie aus einem Bild von Thomas Kinkade übernommen und der gruselige Werwolf wirkt wie ein zu groß geratenes Kuscheltier. Ob die jungen Darsteller nun tatsächlich alle aussehen, als wären sie aus "Twilight" entlaufen, das kann ich nicht beurteilen, denn das sehe ich mir bestimmt nicht an, selbst ich habe meine Grenzen. Amanda Seyfried rollt wie üblich nur mit ihren großen runden Augen und ihre beiden männlichen Sidekicks übertreffen sich gegenseitig mit schauspielerischem Unvermögen. Mir fiel nur noch unangenehm auf, dass die Gesichter von Virginia Madsen und Julie Christie seltsam unbewegt und glatt waren, was auch schon wieder gruselig ist. Einzig sehenswert ist hier noch Gary Oldman, der mal wieder herrlich schauspielern darf und das auch mit großer Freude tut. Grenzen kennt auch er nicht, aber er darf das.
Zielgruppe ist hier natürlich ein Teenager-Publikum, da gibt es keine zwei Meinungen drüber. Sollen sie doch ihren Spaß mit dieser Gurke haben, das ist doch völlig in Ordnung. Ein bisschen mehr Anspruch und Sorgfalt und etwas weniger Holzhammerpädagogik wären zwar wünschenswert gewesen, aber was soll's. Schade nur, dass sich der Film selbst so ernst nimmt, denn mehr als Trash ist er wirklich nicht.
Es war einmal in einem kleinen Dorf namens Daggerhorn, vor langer, langer Zeit. In diesem Dorf, umgeben vom dunklen Wald, lebte die junge Valerie (Amanda Seyfried), die in ihren Jugendfreund Peter (Shiloh Fernandez) verliebt war. Doch ihre Eltern (Billy Burke und Virginia Madsen) wollten sie mit dem jungen Henry (Max Irons) verheiraten, weil er die bessere Partie war. Valerie und Peter waren darüber so verzweifelt, dass sie sogar gemeinsam weglaufen wollten, aber dazu kam es nicht, denn Valeries Schwester Lucie wurde von einem Werwolf getötet.
Das Dorf wurde schon seit Generationen von einem Werwolf heimgesucht, aber mit Opfergaben von Tieren wurde die Bestie ruhiggestellt, bis jetzt. Der Dorfpfarrer Auguste (Lukas Haas) schickt sich nun an, den berüchtigten Pater Salomon (Gary Oldman) zu rufen, der das Böse austreiben soll. Mit großem Getöse, viel Personal und einer riesigen Elefantenstatue im Gepäck erscheint Salomon auf der Bildfläche, bereit sein Werk zu verrichten. Er erklärt den Dorfbewohnern dann auch erst einmal, dass so ein Werwolf am Tag ein Mensch aus Fleisch und Blut ist und erst des Nachts zur Bestie mutiert. So kann praktisch jeder der Übeltäter sein und das Misstrauen unter den Bürgern greift um sich, denn jeder verdächtigt jeden. Als dann auch noch herauskommt, dass Valerie eine Begegnung mit dem Werwolf hatte und sogar mit ihm gesprochen hat, wird sie als Hexe eingesperrt.
Peter und Henry wollen Valerie befreien, während diese sich darüber Gedanken macht, mit wem sie da eigentlich gesprochen hat. Im Haus ihrer Großmutter (Julie Christie) wird schließlich das Rätsel gelöst, aber damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende...
Ist das nicht herzig? Nein? Egal, denn hier ist eigentlich alles nur verkorkst, aber wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat und einigermaßen guter Stimmung ist, dann kann man das durchaus ertragen, ohne in Ohnmacht zu fallen. Mir ging es zumindest so. Dieser Film bietet so viel Angriffsfläche, da macht ein Verriss einfach gar keinen Spaß mehr, auch das soll es geben. Ich hatte mir schon Schlimmes vorgestellt und die ganze Produktion tappt wirklich von einem Fettnäpfchen ins nächste, da weiß man gar nicht, wo man anfangen soll mit der Aufzählung und wo man aufhören soll.
Die kitschigen und hölzernen Studio-Kulissen rauben einem schlicht den Atem, das Dorf sieht aus wie aus einem Bild von Thomas Kinkade übernommen und der gruselige Werwolf wirkt wie ein zu groß geratenes Kuscheltier. Ob die jungen Darsteller nun tatsächlich alle aussehen, als wären sie aus "Twilight" entlaufen, das kann ich nicht beurteilen, denn das sehe ich mir bestimmt nicht an, selbst ich habe meine Grenzen. Amanda Seyfried rollt wie üblich nur mit ihren großen runden Augen und ihre beiden männlichen Sidekicks übertreffen sich gegenseitig mit schauspielerischem Unvermögen. Mir fiel nur noch unangenehm auf, dass die Gesichter von Virginia Madsen und Julie Christie seltsam unbewegt und glatt waren, was auch schon wieder gruselig ist. Einzig sehenswert ist hier noch Gary Oldman, der mal wieder herrlich schauspielern darf und das auch mit großer Freude tut. Grenzen kennt auch er nicht, aber er darf das.
Zielgruppe ist hier natürlich ein Teenager-Publikum, da gibt es keine zwei Meinungen drüber. Sollen sie doch ihren Spaß mit dieser Gurke haben, das ist doch völlig in Ordnung. Ein bisschen mehr Anspruch und Sorgfalt und etwas weniger Holzhammerpädagogik wären zwar wünschenswert gewesen, aber was soll's. Schade nur, dass sich der Film selbst so ernst nimmt, denn mehr als Trash ist er wirklich nicht.
Sonntag, 21. August 2011
Blutspur
"Blutspur" - "Bloodline" ist ein Film von Terence Young aus dem Jahr 1979 und beruht auf dem gleichnamigen Roman von Sidney Sheldon. Das Drehbuch stammt von Laird Koenig.
Sam Roffe, der Chef eines internationalen Pharmakonzerns kommt bei einer Bergtour ums Leben, wobei sich der angebliche Unfall schnell als Mord herausstellt. Seine Tochter Elizabeth (Audrey Hepburn) wird seine Nachfolgerin, obwohl sie bisher mit den Geschäften ihres Vaters kaum etwas zu tun hatte. Ihre geldgierige Verwandtschaft, die alle mit im Aufsichtsrat sitzen, wittert endlich die Gelegenheit, die Firma in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln und die jeweiligen Anteile verkaufen zu können, wobei jeder ein kleines Vermögen verdienen würde. Doch Elizabeth sträubt sich, wie bereits ihr Vater, gegen diese Pläne und muss bald feststellen, dass nun auch ihr Leben in Gefahr ist...
Das hört sich doch alles gar nicht so übel an, oder? Ich muss natürlich noch erwähnen, wer hier alles mitspielt. Da wären unter anderem Ben Gazzara, James Mason, Romy Schneider, Maurice Ronet, Irene Papas, Omar Sharif, Gert Fröbe, Ivan Desny, Pinkas Braun und Vadim Glowna, wenn auch zum Teil nur in sehr kleinen Rollen. Der Haken an der Sache ist nur, dass der Film wirklich unglaublich schlecht ist. Ich habe ihn damals schon im Kino gesehen und irgendwie verfolgt mich dieser Schund seit jener Zeit.
Der Film gibt sich ganz viel Mühe damit ernsthaft zu wirken, was er aber zu keiner Zeit ist, weil die Story einfach zu schablonenhaft erzählt wird. Eine Spitzenbesetzung allein reicht eben auch nicht, wenn alles andere nicht funktioniert, so wie hier. Das Setting ist absolut daneben, die Musikuntermalung durchgehend nervtötend und die Dialoge sind zum Davonlaufen. Gut, das ist bei der kitschigen Vorlage ja auch nicht anders zu erwarten. Für ein wenig Humor in diesem Trauerspiel sorgt allein Gert Fröbe, der sich als Inspektor mit Computern, seinen kleinen Freunden, unterhalten darf.
Audrey Hepburn ist wie immer bezaubernd, aber im Grunde für diese Rolle schon zu alt gewesen. Die unbedarfte junge Frau, die sie hier verkörpern soll, nimmt man ihr einfach nicht ab. Der Rest der Darsteller hat nicht allzu viel zu tun, irgendwie wirken alle immer nur sehr gelangweilt, das gleiche gilt aber auch für den Zuschauer.
Insgesamt gesehen natürlich keine Empfehlung für diesen Murks, der es aber immer wieder locker schafft, mich sprachlos zu machen. Man glaubt es nicht, wie sehr dieses Projekt gegen die Wand gefahren wurde, wenn man es nicht selbst gesehen hat. Höchstens für Freunde schlechter Trash-Filme geeignet, aber auch das nur eingeschränkt.
Sam Roffe, der Chef eines internationalen Pharmakonzerns kommt bei einer Bergtour ums Leben, wobei sich der angebliche Unfall schnell als Mord herausstellt. Seine Tochter Elizabeth (Audrey Hepburn) wird seine Nachfolgerin, obwohl sie bisher mit den Geschäften ihres Vaters kaum etwas zu tun hatte. Ihre geldgierige Verwandtschaft, die alle mit im Aufsichtsrat sitzen, wittert endlich die Gelegenheit, die Firma in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln und die jeweiligen Anteile verkaufen zu können, wobei jeder ein kleines Vermögen verdienen würde. Doch Elizabeth sträubt sich, wie bereits ihr Vater, gegen diese Pläne und muss bald feststellen, dass nun auch ihr Leben in Gefahr ist...
Das hört sich doch alles gar nicht so übel an, oder? Ich muss natürlich noch erwähnen, wer hier alles mitspielt. Da wären unter anderem Ben Gazzara, James Mason, Romy Schneider, Maurice Ronet, Irene Papas, Omar Sharif, Gert Fröbe, Ivan Desny, Pinkas Braun und Vadim Glowna, wenn auch zum Teil nur in sehr kleinen Rollen. Der Haken an der Sache ist nur, dass der Film wirklich unglaublich schlecht ist. Ich habe ihn damals schon im Kino gesehen und irgendwie verfolgt mich dieser Schund seit jener Zeit.
Der Film gibt sich ganz viel Mühe damit ernsthaft zu wirken, was er aber zu keiner Zeit ist, weil die Story einfach zu schablonenhaft erzählt wird. Eine Spitzenbesetzung allein reicht eben auch nicht, wenn alles andere nicht funktioniert, so wie hier. Das Setting ist absolut daneben, die Musikuntermalung durchgehend nervtötend und die Dialoge sind zum Davonlaufen. Gut, das ist bei der kitschigen Vorlage ja auch nicht anders zu erwarten. Für ein wenig Humor in diesem Trauerspiel sorgt allein Gert Fröbe, der sich als Inspektor mit Computern, seinen kleinen Freunden, unterhalten darf.
Audrey Hepburn ist wie immer bezaubernd, aber im Grunde für diese Rolle schon zu alt gewesen. Die unbedarfte junge Frau, die sie hier verkörpern soll, nimmt man ihr einfach nicht ab. Der Rest der Darsteller hat nicht allzu viel zu tun, irgendwie wirken alle immer nur sehr gelangweilt, das gleiche gilt aber auch für den Zuschauer.
Insgesamt gesehen natürlich keine Empfehlung für diesen Murks, der es aber immer wieder locker schafft, mich sprachlos zu machen. Man glaubt es nicht, wie sehr dieses Projekt gegen die Wand gefahren wurde, wenn man es nicht selbst gesehen hat. Höchstens für Freunde schlechter Trash-Filme geeignet, aber auch das nur eingeschränkt.
Samstag, 7. Mai 2011
Skin & Bone
"Skin & Bone" ist ein Film von Everett Lewis (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 1996. Bevor ich mich über diesen Film weiter auslasse, möchte ich gleich eine Warnung loswerden: Hände weg von diesem Müll.
Der Film handelt von drei Callboys (Harry, Dean und Billy), die in Los Angeles für die skrupellose und strunzdumme Ghislaine arbeiten. Selbstverständlich verstehen sich die Herren aber nicht als Stricher, sondern als "Schauspieler", was sie sich auch gebetsmühlenartig dauernd selbst vorsagen. Und da sie ja nun einmal alle "Schauspieler" sind, warten sie auch nur auf die Rolle ihres Lebens, gehen zu Castings und zum Vorsprechen und sind dann immer nur verwundert, wenn sie doch nur wieder ihre Klamotten ausziehen sollen. Himmel.
Also schön weiter im Job bleiben und die teilweise sehr ausgefallenen Wünsche der Kunden und Kundinnen erfüllen, sonst gibt es Ärger. Und falls einer mal aussteigen will, tja, das sieht Ghislaine gar nicht gerne und da reagiert sie immer ein bisschen ungehalten.
So, Schluss jetzt mit dem Quatsch. Der Film ist einfach unterirdisch, freundlich ausgedrückt. Ich zitiere hier mal wieder einen Text des DVD-Covers: "Bissig, zärtlich, fesselnd, ungemein berührend und sogar komisch." Von all dem habe ich nichts gesehen. Leider habe ich erst zu spät gelesen, wer hier Regie geführt hat. Von Everett Lewis habe ich bereits "Lucky Bastard" gesehen und der war schon ziemlich blöd, wirkt aber gegen diesen Film wie eine wahre Offenbarung. "Skin & Bone" stammt aus dem Jahr 1996, sieht aber viel älter aus, denn die Bild- und Tonqualität sind ausgesprochen schlecht, was aber wiederum zum Rest des Films passt, denn hier ist einfach alles nur furchtbar.
Im ganzen Film findet sich nicht eine sympathische Figur, die Darsteller sind mies, die Story ist grauenvoll und es gibt meilenweit kein Talent, weder vor noch hinter der Kamera. Es gibt zwar einige Nacktszenen, von denen aber keine einzige irgendwie erotisch ist. Die Schauwerte halten sich auch in Grenzen, denn besonders hübsch sind die Kerle alle nicht. Ich habe mich tatsächlich durch 110 sehr lange Minuten gekämpft und mir diesen unerträglichen Mist angetan, der so entsetzlich hohl und dämlich ist, dass man es kaum fassen kann. Vielleicht sollte sich Everett Lewis ein anderes Hobby suchen, von Filmen hat er jedenfalls keine Ahnung. Wie auch schon in "Lucky Bastard" gibt es auch hier wieder einen längeren und peinlichen Monolog, dieses Mal erzählt einer der Stricher, dass er als Junge mal einen Schokoriegel geklaut hat, mit ungeahnten und weitreichenden Folgen. Ich kann gleich nicht mehr...
Insgesamt gesehen natürlich keine Empfehlung für diesen Schwachsinn, denn dieser Film ist so doof, das glaubt man gar nicht. Ach, und "Ein Klassiker des Queer Cinema", wie uns die Aufschrift auf der Hülle vormachen will, ist das auf gar keinen Fall. Bitte verpassen, ich meine es nur gut.
Der Film handelt von drei Callboys (Harry, Dean und Billy), die in Los Angeles für die skrupellose und strunzdumme Ghislaine arbeiten. Selbstverständlich verstehen sich die Herren aber nicht als Stricher, sondern als "Schauspieler", was sie sich auch gebetsmühlenartig dauernd selbst vorsagen. Und da sie ja nun einmal alle "Schauspieler" sind, warten sie auch nur auf die Rolle ihres Lebens, gehen zu Castings und zum Vorsprechen und sind dann immer nur verwundert, wenn sie doch nur wieder ihre Klamotten ausziehen sollen. Himmel.
Also schön weiter im Job bleiben und die teilweise sehr ausgefallenen Wünsche der Kunden und Kundinnen erfüllen, sonst gibt es Ärger. Und falls einer mal aussteigen will, tja, das sieht Ghislaine gar nicht gerne und da reagiert sie immer ein bisschen ungehalten.
So, Schluss jetzt mit dem Quatsch. Der Film ist einfach unterirdisch, freundlich ausgedrückt. Ich zitiere hier mal wieder einen Text des DVD-Covers: "Bissig, zärtlich, fesselnd, ungemein berührend und sogar komisch." Von all dem habe ich nichts gesehen. Leider habe ich erst zu spät gelesen, wer hier Regie geführt hat. Von Everett Lewis habe ich bereits "Lucky Bastard" gesehen und der war schon ziemlich blöd, wirkt aber gegen diesen Film wie eine wahre Offenbarung. "Skin & Bone" stammt aus dem Jahr 1996, sieht aber viel älter aus, denn die Bild- und Tonqualität sind ausgesprochen schlecht, was aber wiederum zum Rest des Films passt, denn hier ist einfach alles nur furchtbar.
Im ganzen Film findet sich nicht eine sympathische Figur, die Darsteller sind mies, die Story ist grauenvoll und es gibt meilenweit kein Talent, weder vor noch hinter der Kamera. Es gibt zwar einige Nacktszenen, von denen aber keine einzige irgendwie erotisch ist. Die Schauwerte halten sich auch in Grenzen, denn besonders hübsch sind die Kerle alle nicht. Ich habe mich tatsächlich durch 110 sehr lange Minuten gekämpft und mir diesen unerträglichen Mist angetan, der so entsetzlich hohl und dämlich ist, dass man es kaum fassen kann. Vielleicht sollte sich Everett Lewis ein anderes Hobby suchen, von Filmen hat er jedenfalls keine Ahnung. Wie auch schon in "Lucky Bastard" gibt es auch hier wieder einen längeren und peinlichen Monolog, dieses Mal erzählt einer der Stricher, dass er als Junge mal einen Schokoriegel geklaut hat, mit ungeahnten und weitreichenden Folgen. Ich kann gleich nicht mehr...
Insgesamt gesehen natürlich keine Empfehlung für diesen Schwachsinn, denn dieser Film ist so doof, das glaubt man gar nicht. Ach, und "Ein Klassiker des Queer Cinema", wie uns die Aufschrift auf der Hülle vormachen will, ist das auf gar keinen Fall. Bitte verpassen, ich meine es nur gut.
Dienstag, 12. April 2011
L. A. Zombie
"L. A. Zombie" ist ein Film von Bruce LaBruce (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2010.
Kleine Warnung vorweg: Besonders empfindsame Gemüter sollten hier lieber nicht weiterlesen oder sich wenigstens anschließend nicht beschweren.
Den viel diskutierten Film von Bruce LaBruce gibt es in einer geschnittenen Softcore-Version (ca. 63 Minuten) und in einer Hardcore-Version (ca. 103 Minuten), die vom Berliner Porno-Label "Wurstfilm" vertrieben werden. Ich habe mich für die Hardcore-Version entschieden und war angenehm überrascht, dass mein DVD-Verleih den überhaupt im Angebot hat, was ich sehr lobenswert finde.
Also ran an die Handlung, wobei "Handlung" hier schwer zu definieren ist, immerhin handelt es sich hierbei um einen Gay-Porno. Ein merkwürdiger Zombie (Francois Sagat) läuft durch Los Angeles und begegnet dabei diversen Unfall- und Mordopfern, die er auf ebenso merkwürdige Weise mit seinem schwarzen Ejakulat und Sex zurück ins Leben befördert. Gezeigt wird dabei viel Blut, Dreck und nackte Haut, aber wie immer bei LaBruce eben auch viel Ironie und Satire. Der Film kommt ohne nennenswerte Dialoge aus, ist aber durchgehend mit Musik unterlegt.
Francois Sagat wechselt hier mehrfach die Erscheinungsform. Ist er jetzt wirklich ein Zombie oder doch nur ein extrem gut gebauter Obdachloser mit Knackarsch und zerrissenen Klamotten? Wenn er die Toten durch Penetration zurück ins Leben holt, egal in welche Körperöffnung, dann ist das schon fast zärtlich dargestellt. Ist er vielleicht ein Retter der Menschheit? In seiner Darstellung ist er jedenfalls schon beinahe rührend, das gibt dem Film noch eine besondere Note. Gegen Ende gibt es noch eine nette kleine Orgie mit ein paar muskelbepackten und tätowierten Kerlen, die dann von Drogendealern niedergemetzelt werden und anschließend von unserem Zombie gerettet werden müssen. Ja, er hat viel zu tun.
Zum Schluss landet unser Freund auf einem Friedhof - mit Friedhöfen hat es LaBruce nun mal - und schaufelt sich ein Grab, während blutige Tränen aus seinen Augen laufen. Es scheint, als würde die Gewalt auf den Straßen ihn ohnmächtig machen und er würde deswegen kapitulieren. Das kann natürlich jeder sehen wie er will, ich habe es jedenfalls so empfunden.
Meiner Meinung nach ist dieser Film mal wieder ein schöner Arschtritt für den guten Geschmack und ich fand ihn ziemlich lustig. Warum auch nicht, schließlich werden hier keine Köpfe abgeschlagen, keine Frauen verprügelt und auch keine Kinder misshandelt. Hier haben ein paar Männer Sex miteinander, mehr ist nicht, na und? Kein Grund zu verspannen, ich glaube die hatten alle viel Spaß dabei und das sollte der Zuschauer auch haben, wo ist denn da das Problem? Den großen Skandal sehe ich nämlich nicht und die Szenen sind viel weniger eklig, als ich erwartet habe, trotzdem wird der Film wohl hauptsächlich für Fans von Bruce LaBruce interessant sein, die schon wissen werden, was sie damit anfangen können. Nebenbei bemerkt, ich habe mir kürzlich "Eat, Pray, Love" mit Julia Roberts angesehen und den fand ich weitaus gruseliger als diesen Film. Geschmäcker sind halt verschieden.
Auf jeden Fall kann ich "L. A. Zombie" allen Fans von Bruce LaBruce uneingeschränkt ans Herz legen, schon allein wegen Francois Sagat, der wirklich sehenswert ist und reichlich Gelegenheit hat sich nackt zu zeigen, aber auch sonst ist dieser Film durchaus empfehlenswert. Man muss sich nur trauen und die endlosen drögen Diskussionen einfach ignorieren. Bruce LaBruce hat hier einen gewohnt schrägen und schwulen Zombie-Porno geschaffen, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Wie schon in "Otto; or, Up with Dead People" ist der Hauptdarsteller auch hier sehr ambivalent gezeichnet und lässt sich nicht entschlüsseln, was ich aber eher reizvoll finde. Muss denn immer alles erklärt werden? Ich hatte jedenfalls Spaß an dem Film und finde ihn gut gelungen. Ein echter LaBruce eben.
Kleine Warnung vorweg: Besonders empfindsame Gemüter sollten hier lieber nicht weiterlesen oder sich wenigstens anschließend nicht beschweren.
Den viel diskutierten Film von Bruce LaBruce gibt es in einer geschnittenen Softcore-Version (ca. 63 Minuten) und in einer Hardcore-Version (ca. 103 Minuten), die vom Berliner Porno-Label "Wurstfilm" vertrieben werden. Ich habe mich für die Hardcore-Version entschieden und war angenehm überrascht, dass mein DVD-Verleih den überhaupt im Angebot hat, was ich sehr lobenswert finde.
Also ran an die Handlung, wobei "Handlung" hier schwer zu definieren ist, immerhin handelt es sich hierbei um einen Gay-Porno. Ein merkwürdiger Zombie (Francois Sagat) läuft durch Los Angeles und begegnet dabei diversen Unfall- und Mordopfern, die er auf ebenso merkwürdige Weise mit seinem schwarzen Ejakulat und Sex zurück ins Leben befördert. Gezeigt wird dabei viel Blut, Dreck und nackte Haut, aber wie immer bei LaBruce eben auch viel Ironie und Satire. Der Film kommt ohne nennenswerte Dialoge aus, ist aber durchgehend mit Musik unterlegt.
Francois Sagat wechselt hier mehrfach die Erscheinungsform. Ist er jetzt wirklich ein Zombie oder doch nur ein extrem gut gebauter Obdachloser mit Knackarsch und zerrissenen Klamotten? Wenn er die Toten durch Penetration zurück ins Leben holt, egal in welche Körperöffnung, dann ist das schon fast zärtlich dargestellt. Ist er vielleicht ein Retter der Menschheit? In seiner Darstellung ist er jedenfalls schon beinahe rührend, das gibt dem Film noch eine besondere Note. Gegen Ende gibt es noch eine nette kleine Orgie mit ein paar muskelbepackten und tätowierten Kerlen, die dann von Drogendealern niedergemetzelt werden und anschließend von unserem Zombie gerettet werden müssen. Ja, er hat viel zu tun.
Zum Schluss landet unser Freund auf einem Friedhof - mit Friedhöfen hat es LaBruce nun mal - und schaufelt sich ein Grab, während blutige Tränen aus seinen Augen laufen. Es scheint, als würde die Gewalt auf den Straßen ihn ohnmächtig machen und er würde deswegen kapitulieren. Das kann natürlich jeder sehen wie er will, ich habe es jedenfalls so empfunden.
Meiner Meinung nach ist dieser Film mal wieder ein schöner Arschtritt für den guten Geschmack und ich fand ihn ziemlich lustig. Warum auch nicht, schließlich werden hier keine Köpfe abgeschlagen, keine Frauen verprügelt und auch keine Kinder misshandelt. Hier haben ein paar Männer Sex miteinander, mehr ist nicht, na und? Kein Grund zu verspannen, ich glaube die hatten alle viel Spaß dabei und das sollte der Zuschauer auch haben, wo ist denn da das Problem? Den großen Skandal sehe ich nämlich nicht und die Szenen sind viel weniger eklig, als ich erwartet habe, trotzdem wird der Film wohl hauptsächlich für Fans von Bruce LaBruce interessant sein, die schon wissen werden, was sie damit anfangen können. Nebenbei bemerkt, ich habe mir kürzlich "Eat, Pray, Love" mit Julia Roberts angesehen und den fand ich weitaus gruseliger als diesen Film. Geschmäcker sind halt verschieden.
Auf jeden Fall kann ich "L. A. Zombie" allen Fans von Bruce LaBruce uneingeschränkt ans Herz legen, schon allein wegen Francois Sagat, der wirklich sehenswert ist und reichlich Gelegenheit hat sich nackt zu zeigen, aber auch sonst ist dieser Film durchaus empfehlenswert. Man muss sich nur trauen und die endlosen drögen Diskussionen einfach ignorieren. Bruce LaBruce hat hier einen gewohnt schrägen und schwulen Zombie-Porno geschaffen, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Wie schon in "Otto; or, Up with Dead People" ist der Hauptdarsteller auch hier sehr ambivalent gezeichnet und lässt sich nicht entschlüsseln, was ich aber eher reizvoll finde. Muss denn immer alles erklärt werden? Ich hatte jedenfalls Spaß an dem Film und finde ihn gut gelungen. Ein echter LaBruce eben.
Dienstag, 8. Februar 2011
Hustler White
"Hustler White" ist ein Film von Bruce LaBruce und Rick Castro, die hier beide zusammen Regie geführt und das Drehbuch geschrieben haben, aus dem Jahr 1996.
Der Film beschäftigt sich mit der Stricher-Szene auf dem Santa Monica Boulevard in Los Angeles. Der affektierte deutsche Journalist Jürgen (Bruce LaBruce) kommt extra nach Los Angeles, um ein Buch über diese Szene zu schreiben. Er begegnet dabei zufällig dem Stricher Monti (Toni Ward) und verliebt sich auf der Stelle in ihn. Monti hat gerade seinen letzten Kunden beklaut und ist auf der Flucht, dabei überfährt er versehentlich einen anderen Stricher.
Wiederholt kreuzen sich die Wege von Jürgen und Monti, aber nie von Dauer. Schließlich kommen beide doch ins Gespräch und Jürgen bietet Monti Geld dafür an, wenn dieser ihm von seinen Erlebnissen und Erfahrungen auf der Straße berichtet. Monti willigt ein und zusammen machen sich beide auf, die Gegend zu erkunden. Jürgen möchte seinem neuen Schwarm näher kommen und während Monti im Pool planscht, scheint es fast soweit zu sein. Doch dann passiert ein Unglück, Monti rutscht aus, fällt in den Pool und stößt sich dabei den Kopf. Als Jürgen mit den Drinks wiederkommt, findet er den scheinbar leblosen Körper vor. Verzweifelt packt er ihn ein und fährt mit ihm an den Strand...
Neben der eher zu vernachlässigenden Story bietet dieser Film tatsächlich einen Einblick in die Stricher-Szene in Los Angeles. Völlig wertungsfrei werden hier die teilweise perversen Gelüste der Kunden gezeigt, ohne diese in irgendeiner Form zu verurteilen. Das ist dem Film hoch anzurechnen, geht es doch schließlich nicht darum, hier irgendjemand anzuklagen.
Rick Castro kennt sich in der Szene gut aus, er hatte als Fotograf schon einige Jahre mit den Strichern dort gearbeitet. Daraus entstand dann die Idee zu diesem Film und Bruce LaBruce agiert hier sowohl vor, als auch hinter der Kamera. Seine Darstellung des Jürgen ist einfach köstlich und herrlich überzeichnet, ich hätte ihm noch stundenlang zuschauen können. Toni Ward ist natürlich hauptsächlich ein optischer Augenschmaus, der hier in erster Linie seinen schönen Körper präsentiert, da stört das fehlende schauspielerische Talent eigentlich nicht.
Insgesamt gesehen ein Film der in keine Schublade passt, das muss er aber auch nicht. Von Dokumentation bis Love-Story ist hier einfach alles enthalten. Das ist natürlich eine Low-Budget-Produktion, was man dem Film auch ansieht, aber das tut hier nichts zur Sache. Die Bilder sind durchweg gelungen und sehenswert, allein schon die extrem kitschige Strand-Szene am Ende ist so schön absurd, da ist es schon fast schade, dass der Film wenig später bereits vorbei ist. Anders als in den sonstigen Werken von LaBruce gibt es hier deutlich weniger Sex zu sehen und wenn, dann behält immer mindestens einer seine Socken an. Ein Hinweis auf die Prüderie in Amerika? Das ist natürlich ziemlich lächerlich, aber es schadet dem Film nicht im Geringsten.
Bruce LaBruce ist jedenfalls absolut hinreißend in seiner Rolle und darf zum Schluss sogar noch ein bisschen an Toni Ward herumfummeln, ganz brav natürlich. Seine Filmfigur fragt dann zum wiederholten Mal "Are you gay or are you straight?" Antwort von Monti: "I'm a Hustler."
Nebenbei bemerkt gibt es in diesem Film deutliche Anspielungen auf so berühmte Werke wie "Sunset Boulevard" und "Tod in Venedig" und Bruce LaBruce ist hier eine geniale schwule Mischung aus Gloria Swanson und Gustav von Aschenbach. Von mir jedenfalls eine große Empfehlung.
"Sunset Boulevard" ist übrigens einer der wunderbarsten Filme, die es gibt und ich würde es nicht wagen, darüber etwas zu schreiben, so großartig ist er. Ich kann aber nur jedem empfehlen, sich dieses Meisterwerk anzuschauen und das dazugehörige Making-Of, das sehr interessante Einblicke in die Filmwelt vermittelt.
Der Film beschäftigt sich mit der Stricher-Szene auf dem Santa Monica Boulevard in Los Angeles. Der affektierte deutsche Journalist Jürgen (Bruce LaBruce) kommt extra nach Los Angeles, um ein Buch über diese Szene zu schreiben. Er begegnet dabei zufällig dem Stricher Monti (Toni Ward) und verliebt sich auf der Stelle in ihn. Monti hat gerade seinen letzten Kunden beklaut und ist auf der Flucht, dabei überfährt er versehentlich einen anderen Stricher.
Wiederholt kreuzen sich die Wege von Jürgen und Monti, aber nie von Dauer. Schließlich kommen beide doch ins Gespräch und Jürgen bietet Monti Geld dafür an, wenn dieser ihm von seinen Erlebnissen und Erfahrungen auf der Straße berichtet. Monti willigt ein und zusammen machen sich beide auf, die Gegend zu erkunden. Jürgen möchte seinem neuen Schwarm näher kommen und während Monti im Pool planscht, scheint es fast soweit zu sein. Doch dann passiert ein Unglück, Monti rutscht aus, fällt in den Pool und stößt sich dabei den Kopf. Als Jürgen mit den Drinks wiederkommt, findet er den scheinbar leblosen Körper vor. Verzweifelt packt er ihn ein und fährt mit ihm an den Strand...
Neben der eher zu vernachlässigenden Story bietet dieser Film tatsächlich einen Einblick in die Stricher-Szene in Los Angeles. Völlig wertungsfrei werden hier die teilweise perversen Gelüste der Kunden gezeigt, ohne diese in irgendeiner Form zu verurteilen. Das ist dem Film hoch anzurechnen, geht es doch schließlich nicht darum, hier irgendjemand anzuklagen.
Rick Castro kennt sich in der Szene gut aus, er hatte als Fotograf schon einige Jahre mit den Strichern dort gearbeitet. Daraus entstand dann die Idee zu diesem Film und Bruce LaBruce agiert hier sowohl vor, als auch hinter der Kamera. Seine Darstellung des Jürgen ist einfach köstlich und herrlich überzeichnet, ich hätte ihm noch stundenlang zuschauen können. Toni Ward ist natürlich hauptsächlich ein optischer Augenschmaus, der hier in erster Linie seinen schönen Körper präsentiert, da stört das fehlende schauspielerische Talent eigentlich nicht.
Insgesamt gesehen ein Film der in keine Schublade passt, das muss er aber auch nicht. Von Dokumentation bis Love-Story ist hier einfach alles enthalten. Das ist natürlich eine Low-Budget-Produktion, was man dem Film auch ansieht, aber das tut hier nichts zur Sache. Die Bilder sind durchweg gelungen und sehenswert, allein schon die extrem kitschige Strand-Szene am Ende ist so schön absurd, da ist es schon fast schade, dass der Film wenig später bereits vorbei ist. Anders als in den sonstigen Werken von LaBruce gibt es hier deutlich weniger Sex zu sehen und wenn, dann behält immer mindestens einer seine Socken an. Ein Hinweis auf die Prüderie in Amerika? Das ist natürlich ziemlich lächerlich, aber es schadet dem Film nicht im Geringsten.
Bruce LaBruce ist jedenfalls absolut hinreißend in seiner Rolle und darf zum Schluss sogar noch ein bisschen an Toni Ward herumfummeln, ganz brav natürlich. Seine Filmfigur fragt dann zum wiederholten Mal "Are you gay or are you straight?" Antwort von Monti: "I'm a Hustler."
Nebenbei bemerkt gibt es in diesem Film deutliche Anspielungen auf so berühmte Werke wie "Sunset Boulevard" und "Tod in Venedig" und Bruce LaBruce ist hier eine geniale schwule Mischung aus Gloria Swanson und Gustav von Aschenbach. Von mir jedenfalls eine große Empfehlung.
"Sunset Boulevard" ist übrigens einer der wunderbarsten Filme, die es gibt und ich würde es nicht wagen, darüber etwas zu schreiben, so großartig ist er. Ich kann aber nur jedem empfehlen, sich dieses Meisterwerk anzuschauen und das dazugehörige Making-Of, das sehr interessante Einblicke in die Filmwelt vermittelt.
Montag, 7. Februar 2011
The Raspberry Reich
"The Raspberry Reich" ist ein Film von Bruce LaBruce (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2004.
Der Film erzählt von einer kleinen Gruppe Terroristen, die in Berlin den Sohn eines reichen Industriellen entführen wollen. Sie bezeichnen sich selbst als sechste Generation der RAF und nennen sich Gudrun, Che, Andreas und so weiter, als Verbeugung für ihre Vorbilder. Ständig beten sie ihre Thesen rauf und runter, obwohl - eigentlich tut das nur die dominante Gudrun (Susanne Sachsse), die einzige Frau im Team, die anscheinend in der Gruppe den Ton angibt. Die männlichen Mitglieder sitzen eher unbeteiligt daneben und scheinen sich zu fügen, mangels eigener Ideen, wie es scheint.
Gudrun predigt außerdem, die Revolution muss auch eine sexuelle Revolution sein und die sexuelle Revolution muss auch eine homosexuelle Revolution sein. Also ermuntert sie ihre Genossen, es miteinander zu treiben, im Dienst der guten Sache, versteht sich.
Die Entführung des Bankierssohnes Patrick (Andreas Rupprecht) geht über die Bühne, aber zwei wichtige Dinge können unsere Möchtegern-Terroristen noch nicht wissen. Erstens, Clyde, der Patrick ausspionieren sollte, hat längst ein Verhältnis mit diesem angefangen. Und zweitens, Patrick hatte vor kurzem sein Coming-Out und wurde daraufhin von seinem Vater enterbt. Außerdem sympathisiert er sowieso mit der Gruppe, was die eigentlichen Pläne total über den Haufen wirft. Gudrun will aber nichts von Planänderungen wissen und die Sache weiter durchziehen, nur leider hat sie diesmal nicht mit dem Widerstand ihrer männlichen Mitstreiter gerechnet. Diese Revolution ist jedenfalls gescheitert, bevor sie richtig begonnen hat.
Bruce LaBruce hat hier einen extrem schrägen und skurrilen Film hingelegt, der sich wirklich sehen lassen kann. Natürlich ist es auch wieder ein Gay-Porno, es gibt Sex ohne Ende, aber andererseits nimmt LaBruce alles schön politisch unkorrekt auf die Schippe und baut Szenen ein, die teilweise brüllend komisch sind. Besonders Gudrun (Susanne Sachsse ist ein Traum in dieser Rolle) ist herrlich überzeichnet, aber nie lächerlich. Die männlichen Darsteller sind hauptsächlich aus der Porno-Branche und durchweg sehenswert.
Als Vertreter des "New Queer Cinema" hat sich Bruce LaBruce bereits einen Namen gemacht, er ist mit scheinbar kindlicher Freude dabei, bestehende Konventionen mit Vergnügen zu ignorieren und das lässt noch auf einige weitere interessante Werke von ihm hoffen. Seine bisherigen Filme werde ich mir auch noch - soweit verfügbar - anschauen, mehr dazu demnächst. An dieser Stelle zunächst schon mal der Hinweis auf "Otto; or, Up with Dead People", den ich ebenfalls sehr empfehlen kann.
Insgesamt gesehen ist "The Raspberry Reich" ein Film der nicht für jeden Geschmack ist, aber das soll wie üblich mal wieder eine Empfehlung sein. Ich hatte jedenfalls meinen Spaß und finde ihn äußerst sehenswert.
Nachtrag: Es gibt auch von diesem Film eine Hardcore-Version, die von dem Berliner Porno-Label Cazzo-Film unter dem Titel "The Revolution is my Boyfriend" vertrieben wird. Ich habe mir beide Versionen im Abstand von ein paar Wochen angeschaut und kann da keine großen Veränderungen feststellen. Beide Filme sind mit ca. neunzig Minuten Laufzeit angegeben und obwohl die Hardcore-Version scheinbar mehr Sex-Szenen zu bieten hat, bin ich doch ein bisschen unsicher, wo da wohl geschnitten wurde. Egal, der Film ist und bleibt auf jeden Fall sehenswert, in welcher Version auch immer.
Der Film erzählt von einer kleinen Gruppe Terroristen, die in Berlin den Sohn eines reichen Industriellen entführen wollen. Sie bezeichnen sich selbst als sechste Generation der RAF und nennen sich Gudrun, Che, Andreas und so weiter, als Verbeugung für ihre Vorbilder. Ständig beten sie ihre Thesen rauf und runter, obwohl - eigentlich tut das nur die dominante Gudrun (Susanne Sachsse), die einzige Frau im Team, die anscheinend in der Gruppe den Ton angibt. Die männlichen Mitglieder sitzen eher unbeteiligt daneben und scheinen sich zu fügen, mangels eigener Ideen, wie es scheint.
Gudrun predigt außerdem, die Revolution muss auch eine sexuelle Revolution sein und die sexuelle Revolution muss auch eine homosexuelle Revolution sein. Also ermuntert sie ihre Genossen, es miteinander zu treiben, im Dienst der guten Sache, versteht sich.
Die Entführung des Bankierssohnes Patrick (Andreas Rupprecht) geht über die Bühne, aber zwei wichtige Dinge können unsere Möchtegern-Terroristen noch nicht wissen. Erstens, Clyde, der Patrick ausspionieren sollte, hat längst ein Verhältnis mit diesem angefangen. Und zweitens, Patrick hatte vor kurzem sein Coming-Out und wurde daraufhin von seinem Vater enterbt. Außerdem sympathisiert er sowieso mit der Gruppe, was die eigentlichen Pläne total über den Haufen wirft. Gudrun will aber nichts von Planänderungen wissen und die Sache weiter durchziehen, nur leider hat sie diesmal nicht mit dem Widerstand ihrer männlichen Mitstreiter gerechnet. Diese Revolution ist jedenfalls gescheitert, bevor sie richtig begonnen hat.
Bruce LaBruce hat hier einen extrem schrägen und skurrilen Film hingelegt, der sich wirklich sehen lassen kann. Natürlich ist es auch wieder ein Gay-Porno, es gibt Sex ohne Ende, aber andererseits nimmt LaBruce alles schön politisch unkorrekt auf die Schippe und baut Szenen ein, die teilweise brüllend komisch sind. Besonders Gudrun (Susanne Sachsse ist ein Traum in dieser Rolle) ist herrlich überzeichnet, aber nie lächerlich. Die männlichen Darsteller sind hauptsächlich aus der Porno-Branche und durchweg sehenswert.
Als Vertreter des "New Queer Cinema" hat sich Bruce LaBruce bereits einen Namen gemacht, er ist mit scheinbar kindlicher Freude dabei, bestehende Konventionen mit Vergnügen zu ignorieren und das lässt noch auf einige weitere interessante Werke von ihm hoffen. Seine bisherigen Filme werde ich mir auch noch - soweit verfügbar - anschauen, mehr dazu demnächst. An dieser Stelle zunächst schon mal der Hinweis auf "Otto; or, Up with Dead People", den ich ebenfalls sehr empfehlen kann.
Insgesamt gesehen ist "The Raspberry Reich" ein Film der nicht für jeden Geschmack ist, aber das soll wie üblich mal wieder eine Empfehlung sein. Ich hatte jedenfalls meinen Spaß und finde ihn äußerst sehenswert.
Nachtrag: Es gibt auch von diesem Film eine Hardcore-Version, die von dem Berliner Porno-Label Cazzo-Film unter dem Titel "The Revolution is my Boyfriend" vertrieben wird. Ich habe mir beide Versionen im Abstand von ein paar Wochen angeschaut und kann da keine großen Veränderungen feststellen. Beide Filme sind mit ca. neunzig Minuten Laufzeit angegeben und obwohl die Hardcore-Version scheinbar mehr Sex-Szenen zu bieten hat, bin ich doch ein bisschen unsicher, wo da wohl geschnitten wurde. Egal, der Film ist und bleibt auf jeden Fall sehenswert, in welcher Version auch immer.
Freitag, 28. Januar 2011
Otto; or, Up with Dead People
"Otto; or, Up with Dead People" ist ein Film des kanadischen Filmemachers Bruce LaBruce (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2008.
Otto (Jey Crisfar) steigt als Zombie aus seinem Grab. Der junge Untote irrt umher in den Straßen der Provinz und landet schließlich, einer inneren Eingebung folgend, in Berlin. Zwischendurch ernährt er sich von dem blutigen Fleisch überfahrener Tiere. In Berlin nimmt ihn ein schwuler Mann mit nach Hause und Otto kostet dann auch von ihm, woraufhin sich der Mann ebenfalls in einen Zombie verwandelt.
Otto lernt die lesbische Regisseurin Medea Yarn (Katharina Klewinghaus) kennen, deren Geliebte Hella (Susanne Sachsse) ein Stummfilmstar ist und immer in schwarzweiß eingeblendet erscheint. Medea engagiert Otto als Darsteller für ihren Polit-Porno-Zombie-Film als ideale Besetzung. Ihr Bruder Adolf (Guido Sommer) ist als Kameramann dabei tätig. Der Hauptdarsteller des Films ist Fritz und wird von Medea gebeten, sich um Otto zu kümmern, da dieser obdachlos ist. Fritz nimmt Otto mit zu sich nach Hause und bietet ihm sein Gästezimmer an. (Nebenbei bemerkt, Zombies baden nie. Kleiner Scherz aus dem Film.)
Otto hat keine Erinnerungen an sein früheres Leben, aber so nach und nach kommen doch Bruchstücke davon hoch. Er hatte einen Freund, aber was ist geschehen? Ist Otto wirklich ein Zombie oder bildet er sich das alles nur ein?
Das ist ein herrlich verrückter Film, schön schräg und meilenweit vom Mainstream entfernt. Der Soundtrack ist sehr schön morbid und äußerst passend gewählt, wenn auch in einigen Szenen etwas zu dominierend, meiner Meinung nach. Die Film-im-Film-Geschichte funktioniert ebenfalls sehr gut und lässt das Ganze im nachhinein in einem anderen Licht erscheinen.
Die Darsteller können sehr wohl überzeugen, das wird bei Low-Budget-Produktionen ja oft bemängelt. Na und? Mir hat vor allen Dingen Jey Crisfar wirklich gut gefallen.
Es gibt auch ein paar eklige Szenen, z. B. die ganzen Eingeweide, das ist schon etwas speziell, aber es ist eben ein Zombie-Film, damit muss man leben. Die Sache mit der Katze nehme ich aber übel, die war so süß und dann kaut Otto noch auf dem Rest herum... Ein bisschen Sex gibt es auch zu sehen und es gibt noch eine finale Orgie mit den anderen Zombie-Darstellern, die ist auch gut gelungen.
Insgesamt gesehen ein sehr experimenteller schwuler Zombie-Film, der viele Anspielungen enthält, unter anderem auf Homosexualität im Allgemeinen, Gewalt gegen Schwule im Besonderen und Aids. Ich kann den Film nur sehr empfehlen, auch wenn der Anfang vielleicht etwas zu lahm ist, es lohnt sich auf jeden Fall. Wer bereit ist, sich auf einen kleinen, aber feinen und trashigen Independent-Film einzulassen, der ist hier genau richtig.
Otto (Jey Crisfar) steigt als Zombie aus seinem Grab. Der junge Untote irrt umher in den Straßen der Provinz und landet schließlich, einer inneren Eingebung folgend, in Berlin. Zwischendurch ernährt er sich von dem blutigen Fleisch überfahrener Tiere. In Berlin nimmt ihn ein schwuler Mann mit nach Hause und Otto kostet dann auch von ihm, woraufhin sich der Mann ebenfalls in einen Zombie verwandelt.
Otto lernt die lesbische Regisseurin Medea Yarn (Katharina Klewinghaus) kennen, deren Geliebte Hella (Susanne Sachsse) ein Stummfilmstar ist und immer in schwarzweiß eingeblendet erscheint. Medea engagiert Otto als Darsteller für ihren Polit-Porno-Zombie-Film als ideale Besetzung. Ihr Bruder Adolf (Guido Sommer) ist als Kameramann dabei tätig. Der Hauptdarsteller des Films ist Fritz und wird von Medea gebeten, sich um Otto zu kümmern, da dieser obdachlos ist. Fritz nimmt Otto mit zu sich nach Hause und bietet ihm sein Gästezimmer an. (Nebenbei bemerkt, Zombies baden nie. Kleiner Scherz aus dem Film.)
Otto hat keine Erinnerungen an sein früheres Leben, aber so nach und nach kommen doch Bruchstücke davon hoch. Er hatte einen Freund, aber was ist geschehen? Ist Otto wirklich ein Zombie oder bildet er sich das alles nur ein?
Das ist ein herrlich verrückter Film, schön schräg und meilenweit vom Mainstream entfernt. Der Soundtrack ist sehr schön morbid und äußerst passend gewählt, wenn auch in einigen Szenen etwas zu dominierend, meiner Meinung nach. Die Film-im-Film-Geschichte funktioniert ebenfalls sehr gut und lässt das Ganze im nachhinein in einem anderen Licht erscheinen.
Die Darsteller können sehr wohl überzeugen, das wird bei Low-Budget-Produktionen ja oft bemängelt. Na und? Mir hat vor allen Dingen Jey Crisfar wirklich gut gefallen.
Es gibt auch ein paar eklige Szenen, z. B. die ganzen Eingeweide, das ist schon etwas speziell, aber es ist eben ein Zombie-Film, damit muss man leben. Die Sache mit der Katze nehme ich aber übel, die war so süß und dann kaut Otto noch auf dem Rest herum... Ein bisschen Sex gibt es auch zu sehen und es gibt noch eine finale Orgie mit den anderen Zombie-Darstellern, die ist auch gut gelungen.
Insgesamt gesehen ein sehr experimenteller schwuler Zombie-Film, der viele Anspielungen enthält, unter anderem auf Homosexualität im Allgemeinen, Gewalt gegen Schwule im Besonderen und Aids. Ich kann den Film nur sehr empfehlen, auch wenn der Anfang vielleicht etwas zu lahm ist, es lohnt sich auf jeden Fall. Wer bereit ist, sich auf einen kleinen, aber feinen und trashigen Independent-Film einzulassen, der ist hier genau richtig.
Sonntag, 19. Dezember 2010
That Man: Peter Berlin
"That Man: Peter Berlin" ist ein Film von Jim Tushinski aus dem Jahr 2005 und beschäftigt sich mit dem Leben und Werk des genialen Selbstdarstellers Peter Berlin.
Peter Berlin wurde 1942 als Armin Hagen Baron von Hoyningen-Huene in eine verarmte Adelsfamilie geboren. Schon früh war er sich seiner Homosexualität bewusst und bald auch in der Berliner Szene unterwegs. Durch gute Freunde kam er auch in der Welt herum, er war in Rom, in Paris und schließlich in New York und später dann in San Francisco, wo er heute noch lebt. In Amerika wurde er dann zu Peter Berlin, da war er bereits dreißig Jahre alt und das ist auch der Name, mit dem er berühmt wurde.
In dieser absolut sehenswerten Dokumentation von Jim Tushinski erfährt man mehr aus dem Leben des Peter Berlin, von dem die meisten auch heute noch ständig ein Bild vor Augen haben, wenn man seinen Namen hört. Ein blonder Engel, ein Narziss, ein Selbstdarsteller, der sich selbst zur totalen Kunstfigur inszeniert hat und das ganz selbstverständlich auch gelebt hat und auch heute noch lebt. Er ist Model und Fotograf in einer Person, die meisten seiner Fotos, und das müssen Tausende sein, hat er selbst aufgenommen. Teilweise hat er Doppelbelichtung benutzt und erscheint auf den Bildern gleich zweifach in verschiedenen Positionen. Diese Bilder sind unglaublich, man kann nicht aufhören, sie anzuschauen, was für eine Erscheinung.
Peter Berlin ist eine selbstgeschaffene Ikone, sein Auftreten in sehr engen Hosen ist legendär, seine Kleidung hat er sich zum größten Teil selbst geschneidert. Alles ist extrem körperbetont. Nicht umsonst lautet ein Motto von ihm: Gutes Aussehen zu verstecken, ist ein Verbrechen.
Interessant ist auch der Blick hinter die Kulissen, so erfährt man beispielsweise, dass Peter Berlin immer sehr bescheiden gelebt hat und das auch heute noch tut. An Geld war er nie besonders interessiert, er hat sich auch nie wirklich darum gekümmert, auch wenn es Angebote genug gegeben hat, er war ihm zuwider, sich zu bemühen. Das brachte ihm die Bezeichnung "Greta Garbo der Pornografie" ein.
Im Laufe seines Lebens hat Peter Berlin viele seiner Freunde verloren, die an Aids gestorben sind. Er selbst ist bis heute negativ, auch wenn er ein Pornostar der siebziger Jahre ist, er hat immer Safer Sex vorgezogen und sehr zurückgezogen gelebt. Allein mit seinem Freund James war er zwanzig Jahre lang zusammen, bevor auch dieser gestorben ist.
Zahlreiche Berühmtheiten sind ihm begegnet, wie z. B. Andy Warhol, Robert Mapplethorpe, Tom of Finland und viele andere. In dieser Dokumentation kommen neben Peter Berlin selbst auch viele Zeitzeugen zu Wort, darunter John Waters, Armistead Maupin, Rick Castro und Jack Wrangler. Unterlegt ist das alles mit toller und sehr passender Musik.
Insgesamt gesehen ein echtes Highlight, das man nicht verpassen sollte. Mir persönlich hat es großen Spaß gemacht, einen Blick in das Leben der Legende Peter Berlin zu werfen. Der Film ist großartig geworden und absolut sehenswert. Bereits auf der DVD-Hülle stehen die Worte: Model, Künstler, Sexsymbol, Legende. Dem ist nichts hinzuzufügen. Unter den Extras auf der DVD befinden sich übrigens noch weitere Interviews, die den Film vervollständigen. Unbedingt anschauen.
Peter Berlin wurde 1942 als Armin Hagen Baron von Hoyningen-Huene in eine verarmte Adelsfamilie geboren. Schon früh war er sich seiner Homosexualität bewusst und bald auch in der Berliner Szene unterwegs. Durch gute Freunde kam er auch in der Welt herum, er war in Rom, in Paris und schließlich in New York und später dann in San Francisco, wo er heute noch lebt. In Amerika wurde er dann zu Peter Berlin, da war er bereits dreißig Jahre alt und das ist auch der Name, mit dem er berühmt wurde.
In dieser absolut sehenswerten Dokumentation von Jim Tushinski erfährt man mehr aus dem Leben des Peter Berlin, von dem die meisten auch heute noch ständig ein Bild vor Augen haben, wenn man seinen Namen hört. Ein blonder Engel, ein Narziss, ein Selbstdarsteller, der sich selbst zur totalen Kunstfigur inszeniert hat und das ganz selbstverständlich auch gelebt hat und auch heute noch lebt. Er ist Model und Fotograf in einer Person, die meisten seiner Fotos, und das müssen Tausende sein, hat er selbst aufgenommen. Teilweise hat er Doppelbelichtung benutzt und erscheint auf den Bildern gleich zweifach in verschiedenen Positionen. Diese Bilder sind unglaublich, man kann nicht aufhören, sie anzuschauen, was für eine Erscheinung.
Peter Berlin ist eine selbstgeschaffene Ikone, sein Auftreten in sehr engen Hosen ist legendär, seine Kleidung hat er sich zum größten Teil selbst geschneidert. Alles ist extrem körperbetont. Nicht umsonst lautet ein Motto von ihm: Gutes Aussehen zu verstecken, ist ein Verbrechen.
Interessant ist auch der Blick hinter die Kulissen, so erfährt man beispielsweise, dass Peter Berlin immer sehr bescheiden gelebt hat und das auch heute noch tut. An Geld war er nie besonders interessiert, er hat sich auch nie wirklich darum gekümmert, auch wenn es Angebote genug gegeben hat, er war ihm zuwider, sich zu bemühen. Das brachte ihm die Bezeichnung "Greta Garbo der Pornografie" ein.
Im Laufe seines Lebens hat Peter Berlin viele seiner Freunde verloren, die an Aids gestorben sind. Er selbst ist bis heute negativ, auch wenn er ein Pornostar der siebziger Jahre ist, er hat immer Safer Sex vorgezogen und sehr zurückgezogen gelebt. Allein mit seinem Freund James war er zwanzig Jahre lang zusammen, bevor auch dieser gestorben ist.
Zahlreiche Berühmtheiten sind ihm begegnet, wie z. B. Andy Warhol, Robert Mapplethorpe, Tom of Finland und viele andere. In dieser Dokumentation kommen neben Peter Berlin selbst auch viele Zeitzeugen zu Wort, darunter John Waters, Armistead Maupin, Rick Castro und Jack Wrangler. Unterlegt ist das alles mit toller und sehr passender Musik.
Insgesamt gesehen ein echtes Highlight, das man nicht verpassen sollte. Mir persönlich hat es großen Spaß gemacht, einen Blick in das Leben der Legende Peter Berlin zu werfen. Der Film ist großartig geworden und absolut sehenswert. Bereits auf der DVD-Hülle stehen die Worte: Model, Künstler, Sexsymbol, Legende. Dem ist nichts hinzuzufügen. Unter den Extras auf der DVD befinden sich übrigens noch weitere Interviews, die den Film vervollständigen. Unbedingt anschauen.
Donnerstag, 4. November 2010
House of Usher
"House of Usher" ist ein Film von David DeCoteau aus dem Jahr 2008. Das Drehbuch stammt von Simon Savory. Der Film beruht auf der Erzählung von Edgar Allan Poe "Der Untergang des Hauses Usher".
Der junge Victor Reynolds (Michael Cardelle) besucht seinen Jugendfreund Roderick Usher (Frank Mentier), von dem er einen Brief erhalten hat. Roderick und seine Schwester Madeline (Jaimyse Haft) leben in einem großen Haus, das langsam verfällt. Beide sind anscheinend nicht sehr gesund und benehmen sich merkwürdig, aber Victor weiß noch nicht, was noch alles auf ihn zukommt.
Der Diener Markus (Jack Carlisle) ist der einzige Ansprechpartner hier, ansonsten erscheint niemand, kein Postbote, kein Arzt, keiner wagt sich in die Nähe dieses Hauses. Victor wird von Alpträumen gequält, in denen ihm drei junge Männer begegnen, die im Usher-Haus gearbeitet haben und gestorben sind. Ein Klempner, ein Maler und ein Gärtner verfolgen ihn in der Nacht und beschwören ihn, das Haus zu verlassen.
Roderick und Madeline versuchen beide Victor zu verführen, aber er lässt sich auf nichts ein, auch wenn eigentlich klar ist, dass er vor Jahren eine Affäre mit Roderick hatte. Die Geschwister haben Victor aber dazu auserwählt ihr Opfer zu sein, weil das Haus davon lebt. Wird Victor entkommen können?
Das Ende des Films zeigt eine unerwartete Wendung, die ich ganz amüsant und gelungen fand. Insgesamt gesehen hat mir dieser Film gut gefallen, es gab einige sehr gute Szenen, z. B. die Hände in der Badewanne, das war wirklich toll gemacht. Die dramatische Musik übertreibt gelegentlich etwas, aber das ist zu verschmerzen.
Das Beste an diesem Film sind natürlich die überaus hübschen und knackigen Kerle, die nur in ihrer Unterwäsche im Haus unterwegs sind, die sind wirklich sehr sehenswert. Besonders die beiden Hauptdarsteller Michael Cardelle und Frank Mentier sind ausgesprochen schnuckelig, das kann man nicht anders sagen.
Die Vorlage von Edgar Allan Poe wurde hier eben mal ein bisschen verändert, funktioniert aber trotzdem sehr gut. Die Geschichte ist ja schon mehrfach verfilmt worden, unter anderem von Roger Corman, mit Vincent Price als Roderick Usher, aber diese Version hier braucht sich nicht dahinter zu verstecken. Warum nicht auch mal eine moderne und verrückte Variante für ein jüngeres Publikum? Ich kann den Film durchaus empfehlen, man kann natürlich nichts wirklich ernst nehmen, aber er ist insgesamt ganz schön anzuschauen. Hübscher Trash eben.
Der junge Victor Reynolds (Michael Cardelle) besucht seinen Jugendfreund Roderick Usher (Frank Mentier), von dem er einen Brief erhalten hat. Roderick und seine Schwester Madeline (Jaimyse Haft) leben in einem großen Haus, das langsam verfällt. Beide sind anscheinend nicht sehr gesund und benehmen sich merkwürdig, aber Victor weiß noch nicht, was noch alles auf ihn zukommt.
Der Diener Markus (Jack Carlisle) ist der einzige Ansprechpartner hier, ansonsten erscheint niemand, kein Postbote, kein Arzt, keiner wagt sich in die Nähe dieses Hauses. Victor wird von Alpträumen gequält, in denen ihm drei junge Männer begegnen, die im Usher-Haus gearbeitet haben und gestorben sind. Ein Klempner, ein Maler und ein Gärtner verfolgen ihn in der Nacht und beschwören ihn, das Haus zu verlassen.
Roderick und Madeline versuchen beide Victor zu verführen, aber er lässt sich auf nichts ein, auch wenn eigentlich klar ist, dass er vor Jahren eine Affäre mit Roderick hatte. Die Geschwister haben Victor aber dazu auserwählt ihr Opfer zu sein, weil das Haus davon lebt. Wird Victor entkommen können?
Das Ende des Films zeigt eine unerwartete Wendung, die ich ganz amüsant und gelungen fand. Insgesamt gesehen hat mir dieser Film gut gefallen, es gab einige sehr gute Szenen, z. B. die Hände in der Badewanne, das war wirklich toll gemacht. Die dramatische Musik übertreibt gelegentlich etwas, aber das ist zu verschmerzen.
Das Beste an diesem Film sind natürlich die überaus hübschen und knackigen Kerle, die nur in ihrer Unterwäsche im Haus unterwegs sind, die sind wirklich sehr sehenswert. Besonders die beiden Hauptdarsteller Michael Cardelle und Frank Mentier sind ausgesprochen schnuckelig, das kann man nicht anders sagen.
Die Vorlage von Edgar Allan Poe wurde hier eben mal ein bisschen verändert, funktioniert aber trotzdem sehr gut. Die Geschichte ist ja schon mehrfach verfilmt worden, unter anderem von Roger Corman, mit Vincent Price als Roderick Usher, aber diese Version hier braucht sich nicht dahinter zu verstecken. Warum nicht auch mal eine moderne und verrückte Variante für ein jüngeres Publikum? Ich kann den Film durchaus empfehlen, man kann natürlich nichts wirklich ernst nehmen, aber er ist insgesamt ganz schön anzuschauen. Hübscher Trash eben.
Sonntag, 31. Oktober 2010
Lucky Bastard
"Lucky Bastard" ist ein Film von Everett Lewis (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2009.
Um es kurz zu machen, die Beschreibung auf der DVD-Hülle muss wohl für einen anderen Film gewesen sein. Nein, ganz ehrlich, mitreißend ist hier gar nichts. Es gibt ein paar leidlich hübsche Jungs mit ansehnlichen Körpern, eine dünne und belanglose Story und kein schauspielerisches Talent weit und breit. Dafür scheint die Sonne die ganze Zeit, die Boys dürfen ihre trainierten und wohlgeformten Oberkörper präsentieren, da interessiert sowieso niemanden die Handlung.
Leider funktioniert der Film trotzdem nicht. Die Charaktere sind alle ein bisschen zu unecht und unsympathisch geraten, die Dialoge sind sämtlich aus der untersten Schublade schlechter Drehbuchautoren und das ganze ist dann noch mit einschläfernder Musik unterlegt.
Dazu gibt es dann noch eine ganz rührselige Lebensgeschichte des jungen Drogenabhängigen Denny, in den sich der hübsche Architekt Rusty verguckt, der ja schließlich nur seinen Körper zur Verfügung hatte um zu überleben, schluchz, und dann die Drogen genommen hat, um das zu ertragen, heul, und er will ja auch immer wieder damit aufhören, ächz. Also bitte!
Ich habe ja eine große Schwäche für das Queer Cinema, aber dieser Murks ist wirklich nicht empfehlenswert. Da gibt es sehr viele wesentlich bessere und schönere Filme, vor allen Dingen auch mit hübscheren und talentierteren Darstellern und interessanteren Storys. Den hier kann man gerne verpassen.
Um es kurz zu machen, die Beschreibung auf der DVD-Hülle muss wohl für einen anderen Film gewesen sein. Nein, ganz ehrlich, mitreißend ist hier gar nichts. Es gibt ein paar leidlich hübsche Jungs mit ansehnlichen Körpern, eine dünne und belanglose Story und kein schauspielerisches Talent weit und breit. Dafür scheint die Sonne die ganze Zeit, die Boys dürfen ihre trainierten und wohlgeformten Oberkörper präsentieren, da interessiert sowieso niemanden die Handlung.
Leider funktioniert der Film trotzdem nicht. Die Charaktere sind alle ein bisschen zu unecht und unsympathisch geraten, die Dialoge sind sämtlich aus der untersten Schublade schlechter Drehbuchautoren und das ganze ist dann noch mit einschläfernder Musik unterlegt.
Dazu gibt es dann noch eine ganz rührselige Lebensgeschichte des jungen Drogenabhängigen Denny, in den sich der hübsche Architekt Rusty verguckt, der ja schließlich nur seinen Körper zur Verfügung hatte um zu überleben, schluchz, und dann die Drogen genommen hat, um das zu ertragen, heul, und er will ja auch immer wieder damit aufhören, ächz. Also bitte!
Ich habe ja eine große Schwäche für das Queer Cinema, aber dieser Murks ist wirklich nicht empfehlenswert. Da gibt es sehr viele wesentlich bessere und schönere Filme, vor allen Dingen auch mit hübscheren und talentierteren Darstellern und interessanteren Storys. Den hier kann man gerne verpassen.
Freitag, 22. Oktober 2010
Cam Chat
"Cam Chat" ist ein Film von Robert Gaston aus dem Jahr 2005 und wird als Erotik-Thriller vermarktet. Das ist er jedoch nur zum Teil, denn hier gibt es zwar reichlich nackte Haut zu sehen, die Thrillerhandlung wird aber böse vernachlässigt.
Manny, Typ verkannter Künstler, aber dafür mit einem Traumbody gesegnet, verbringt seine freie Zeit hauptsächlich in einem schwulen Internet-Chatroom, wo er mittels Webcam Kontakt mit anderen Männern hat. Doch da treibt sich scheinbar auch ein Serienkiller herum, der merkwürdigerweise gerade die Männer tötet, mit denen Manny in Verbindung stand. Der schwule Detective Hamilton wird auf den Fall angesetzt, zieht bei Manny ein und gibt sich als dessen neuer Lover aus. Die beiden finden Gefallen aneinander und haben ihren Spaß zusammen, vergessen darüber aber bald, weshalb Hamilton eigentlich dort ist und der Killer lauert schon ganz in der Nähe...
Der Film ist eine kleine Low-Budget-Produktion, was man ihm sehr deutlich ansieht. Zweitklassige Darsteller mit schönen Körpern werden hier ein bisschen verheizt. Die Handlung ist lieblos zusammengeschustert worden, sogar die eigentliche Auflösung, um wen es sich bei dem Täter wirklich handelt, wird nur so nebenbei kurz vor Filmende runtergerasselt. Was sich auf der DVD-Hülle noch einigermaßen interessant anhört, wird letztendlich zum Rohrkrepierer. Dafür gibt es haufenweise schöne, nackte Körper zu sehen, denn die Kerle sind bei jeder Gelegenheit schneller aus ihren Klamotten raus, als man "Hallo" sagen kann. Wen interessiert da noch die Handlung?
Wer auf schöne Männerkörper steht, der kann ja mal einen Blick riskieren, wer aber einen spannenden Thriller erwartet, der sollte besser die Finger davon lassen. Insgesamt gesehen recht hübscher Unsinn, den ich natürlich nicht wirklich empfehlen kann. Es gibt aber weitaus schlimmere Filme als diesen.
Manny, Typ verkannter Künstler, aber dafür mit einem Traumbody gesegnet, verbringt seine freie Zeit hauptsächlich in einem schwulen Internet-Chatroom, wo er mittels Webcam Kontakt mit anderen Männern hat. Doch da treibt sich scheinbar auch ein Serienkiller herum, der merkwürdigerweise gerade die Männer tötet, mit denen Manny in Verbindung stand. Der schwule Detective Hamilton wird auf den Fall angesetzt, zieht bei Manny ein und gibt sich als dessen neuer Lover aus. Die beiden finden Gefallen aneinander und haben ihren Spaß zusammen, vergessen darüber aber bald, weshalb Hamilton eigentlich dort ist und der Killer lauert schon ganz in der Nähe...
Der Film ist eine kleine Low-Budget-Produktion, was man ihm sehr deutlich ansieht. Zweitklassige Darsteller mit schönen Körpern werden hier ein bisschen verheizt. Die Handlung ist lieblos zusammengeschustert worden, sogar die eigentliche Auflösung, um wen es sich bei dem Täter wirklich handelt, wird nur so nebenbei kurz vor Filmende runtergerasselt. Was sich auf der DVD-Hülle noch einigermaßen interessant anhört, wird letztendlich zum Rohrkrepierer. Dafür gibt es haufenweise schöne, nackte Körper zu sehen, denn die Kerle sind bei jeder Gelegenheit schneller aus ihren Klamotten raus, als man "Hallo" sagen kann. Wen interessiert da noch die Handlung?
Wer auf schöne Männerkörper steht, der kann ja mal einen Blick riskieren, wer aber einen spannenden Thriller erwartet, der sollte besser die Finger davon lassen. Insgesamt gesehen recht hübscher Unsinn, den ich natürlich nicht wirklich empfehlen kann. Es gibt aber weitaus schlimmere Filme als diesen.
Montag, 20. September 2010
Pepi, Luci, Bom und der Rest der Bande
"Pepi, Luci, Bom und der Rest der Bande" ist der erste Spielfilm von Pedro Almodovar (Regie und Drehbuch) und stammt aus dem Jahr 1980.
Pepi baut auf ihrem Balkon Marihuanapflanzen an, was einem Polizisten aus der Nachbarschaft auffällt, der kurze Zeit später in ihre Wohnung stürmt und Pepi vergewaltigt. Sie sinnt auf Rache und heuert ihre Freundin, die Punksängerin Bom und ihre Band an, den Polizisten zu verprügeln. Leider erwischen diese jedoch den falschen, nämlich den Zwillingsbruder. Pepi macht sich daraufhin an Luci, die Frau des Polizisten heran und Bom und Luci finden Gefallen aneinander. Luci wird die unterwürfige Gespielin der minderjährigen Bom und ihr Groupie. Pepi, Luci und Bom ziehen zusammen durch die wilde Madrider Szene.
Lucis Mann will seine Frau jedoch um jeden Preis zurück und scheut auch nicht vor Gewalt zurück, aber darauf hat Luci nur gewartet. Sie genießt es, von ihrem Mann misshandelt zu werden und kehrt zu ihm zurück. Pepi und Bom planen daraufhin, ihre Zukunft zusammen zu verbringen.
Dieses sehr frühe Werk von Almodovar wirft einen Blick in die schrille Szene der Madrider Underground-Bewegung der späten siebziger und frühen achtiger Jahre. Hier ist alles schrill, schräg, laut und bunt. Und auch wenn der Film noch sehr experimentell wirkt, kann man doch schon deutlich den Stil Almodovars erkennen, der sich in den nachfolgenden Filmen immer wieder findet. Es findet sich bereits alles an, was Almodovar immer wieder in seinen Filmen thematisiert. Die Schwulen, die Lesben, Liebe, Gewalt, Sex, Freundschaft und das alles nicht zu kanpp. Es gibt einige sehr schräge Szenen, aber insgesamt ist das schon eine beachtliche Leistung und jetzt endlich auch hier auf DVD erschienen.
Die Dreharbeiten zogen sich über einen langen Zeitraum hin, da der Regisseur damals noch bei der spanischen Telefongesellschaft arbeitete und nur gedreht werden konnte, wenn Geld und Zeit zur Verfügung standen. Insgesamt gesehen ein toller Einblick in das frühe Werk eines Meisterregisseurs, der so viele großartige Filme gedreht hat und hoffentlich noch viele weitere erschaffen wird. Carmen Maura ist hier übrigens ein echter Knaller. Was wäre Almodovar nur ohne sie?
Pepi baut auf ihrem Balkon Marihuanapflanzen an, was einem Polizisten aus der Nachbarschaft auffällt, der kurze Zeit später in ihre Wohnung stürmt und Pepi vergewaltigt. Sie sinnt auf Rache und heuert ihre Freundin, die Punksängerin Bom und ihre Band an, den Polizisten zu verprügeln. Leider erwischen diese jedoch den falschen, nämlich den Zwillingsbruder. Pepi macht sich daraufhin an Luci, die Frau des Polizisten heran und Bom und Luci finden Gefallen aneinander. Luci wird die unterwürfige Gespielin der minderjährigen Bom und ihr Groupie. Pepi, Luci und Bom ziehen zusammen durch die wilde Madrider Szene.
Lucis Mann will seine Frau jedoch um jeden Preis zurück und scheut auch nicht vor Gewalt zurück, aber darauf hat Luci nur gewartet. Sie genießt es, von ihrem Mann misshandelt zu werden und kehrt zu ihm zurück. Pepi und Bom planen daraufhin, ihre Zukunft zusammen zu verbringen.
Dieses sehr frühe Werk von Almodovar wirft einen Blick in die schrille Szene der Madrider Underground-Bewegung der späten siebziger und frühen achtiger Jahre. Hier ist alles schrill, schräg, laut und bunt. Und auch wenn der Film noch sehr experimentell wirkt, kann man doch schon deutlich den Stil Almodovars erkennen, der sich in den nachfolgenden Filmen immer wieder findet. Es findet sich bereits alles an, was Almodovar immer wieder in seinen Filmen thematisiert. Die Schwulen, die Lesben, Liebe, Gewalt, Sex, Freundschaft und das alles nicht zu kanpp. Es gibt einige sehr schräge Szenen, aber insgesamt ist das schon eine beachtliche Leistung und jetzt endlich auch hier auf DVD erschienen.
Die Dreharbeiten zogen sich über einen langen Zeitraum hin, da der Regisseur damals noch bei der spanischen Telefongesellschaft arbeitete und nur gedreht werden konnte, wenn Geld und Zeit zur Verfügung standen. Insgesamt gesehen ein toller Einblick in das frühe Werk eines Meisterregisseurs, der so viele großartige Filme gedreht hat und hoffentlich noch viele weitere erschaffen wird. Carmen Maura ist hier übrigens ein echter Knaller. Was wäre Almodovar nur ohne sie?
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