"Miral" ist ein Film von Julian Schnabel aus dem Jahr 2010. Das Drehbuch stammt von Rula Jebreal und beruht auf ihrem eigenen Roman.
Beruhend auf wahren Begebenheiten erzählen der Roman, ebenso wie der Film die Geschichten von vier Frauen in einem Zeitraum von fünfzig Jahren. Hintergrund aller Geschichten ist der ständige Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern.
Im Jahr 1948 gründet Hind Husseini (Hiam Abbass) in Ost-Jerusalem ein Waisenhaus, das "Dar-Al-Tifl". Erst sind es 55 Kinder, später werden es weit über 1000 sein. Hind will den Kindern eine gute Erziehung und eine gute Ausbildung bieten. Im weiteren Verlauf erzählt der Film von Nadia, die jahrelang innerhalb der eigenen Familie missbraucht wurde und von Fatima, die Nadia im Gefängnis kennenlernt. Als Nadia aus dem Gefängnis kommt, heiratet sie Jamal (Alexander Siddig). Was für sie eine reine Vernunftehe ist, bedeutet für ihn wahre Liebe. Als die gemeinsame Tochter Miral zehn Jahre alt ist, begeht die labile Nadia Selbstmord. Jamal bringt seine Tochter daraufhin in das Waisenhaus von Hind, wo sie von nun an unter der Woche untergebracht ist.
Die erwachsene Miral (Freida Pinto) lernt den Politaktivisten Hani (Omar Metwally) kennen und lieben und zieht sich damit den Zorn von Hind und auch von Jamal zu, die ihr beide raten, sich aus politischen Dingen herauszuhalten. Aus Liebe zu Hani begibt sich Miral in Gefahr und muss dafür büßen, seelisch und körperlich. Doch ihr Weg führt sie immer wieder nach Hause zurück, sowohl zu Hind, als auch zu ihrem Vater Jamal.
Bei aller Liebe, aber das ist alles so schwülstig und kitschig, dass ich mehrfach mit den Augen gerollt habe. Es ist ja alles sehr gut gemeint, aber auch sehr anstrengend und mit knapp zwei Stunden definitiv zu lang. Die Musikuntermalung ist auch zu verkitscht und ebenso hart an der Schmerzgrenze wie auch die ganzen Bilder des Films. Ich will hier aber nicht eine weitere schlechte Kritik über dieses Werk schreiben, denn eigentlich mag ich Julian Schnabel und seine Filme ganz gern. Deshalb möchte ich besonders auf die Extras hinweisen, denn da gibt es noch sehenswerte und interessante Interviews mit Julian Schnabel (wie üblich im Pyjama) und Rula Jebreal, die alles wieder ein bisschen aufwerten.
An den Darstellern gibt es nichts auszusetzen, Freida Pinto und Hiam Abbass machen ihre Sache recht gut, wie auch der Rest der Besetzung. Willem Dafoe und Vanessa Redgrave sind nur zu Beginn ganz kurz zu sehen und wurden wohl hauptsächlich wegen ihrer Namen engagiert. Egal, sie sind immer sehenswert.
Insgesamt gesehen ein Film, der schwierig zu beurteilen ist. Das Thema ist natürlich immer noch aktuell und eine politische und vor allen Dingen zufriedenstellende Lösung gibt es auch heute noch nicht, aber mir war es alles in allem einfach zu einseitig und schwülstig. Ich würde gerne etwas anderes schreiben, aber ich gebe hier nur eine eingeschränkte Empfehlung.
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Samstag, 11. Juni 2011
Freitag, 1. April 2011
Basquiat
"Basquiat" ist ein Film von Julian Schnabel (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 1996 und beschäftigt sich mit dem Leben des Malers Jean-Michel Basquiat.
Jean-Michel Basquiat wurde 1960 in New York geboren, sein Vater war Haitianer und seine Mutter Puertoricanerin. Der Film konzentriert sich auf die Zeit zwischen 1979, als Basquiat auf der Straße lebte, bis zu seinem Tod im Jahr 1988. Die Eltern haben sich getrennt, der Vater ging eine neue Beziehung ein und die Mutter lebt anscheinend in einem Sanatorium. Der junge Jean-Michel, der damals unter dem Namen Samo seine Graffitis überall in der Stadt hinterließ, macht zufällig Bekanntschaft mit Andy Warhol, der ziemlich schnell sein Talent entdeckt und ihn fördert. Von da an ging es rasant bergauf mit ihm und er wurde ein Star der New Yorker Kunstszene. Doch Basquiat war diesem ganzen Zirkus nicht gewachsen und verfiel den Drogen, die dann schließlich auch zu seinem Tod mit nur 27 Jahren führten. Er überlebte seinen Freund Andy Warhol nur um gut 18 Monate.
Julian Schnabel, selbst Maler, Kenner der Szene und Freund von Basquiat, gab mit diesem Film sein Regiedebüt. Seine Kenntnisse des Kunstbetriebes mit all seinen Schattierungen lässt er hier mit leichter Hand in den Film einfließen und er weiß offensichtlich sehr genau, wovon er erzählt. Er zeigt ganz offen, wie das neue Wunderkind verheizt und zerrieben wird, bis es schließlich zerbricht. Nach Warhols Tod im Februar 1987 war Basquiat dann endgültig gebrochen und hat sich davon nicht mehr erholt.
Die Besetzung dieses Films zergeht einem glatt auf der Zunge und ist für einen Regiedebütanten wohl eher überraschend, aber Julian Schnabel hat anscheinend viele Freunde in der Szene, die auch zahlreich hier erschienen sind. Neben dem überragenden jungen Jeffrey Wright als Basquiat, der hier eine tolle Leistung abliefert, gibt es Auftritte von David Bowie (als Andy Warhol), Gary Oldman, Dennis Hopper, Willem Dafoe, Benicio del Toro, Michael Wincott, Christopher Walken, Claire Forlani, Courtney Love, Tatum O'Neal und noch einigen anderen, die zum Teil nur winzige Rollen spielen, aber den Film schon allein wegen ihrer Anwesenheit sehenswert machen.
Gary Oldman verkörpert hier den fiktiven Künstler Albert Milo, der ganz klar das Alter Ego von Julian Schnabel selbst ist. Im Hintergrund sind auch eigene Bilder von ihm zu sehen. Der wunderbare Soundtrack stammt von John Cale und untermalt den Film ganz hervorragend.
Insgesamt gesehen ein Film den ich absolut empfehlen kann, der mich damals im Kino schon begeistert hat und dem das heute immer noch gelingt. Was will man mehr? Sehr sehenswert.
Jean-Michel Basquiat wurde 1960 in New York geboren, sein Vater war Haitianer und seine Mutter Puertoricanerin. Der Film konzentriert sich auf die Zeit zwischen 1979, als Basquiat auf der Straße lebte, bis zu seinem Tod im Jahr 1988. Die Eltern haben sich getrennt, der Vater ging eine neue Beziehung ein und die Mutter lebt anscheinend in einem Sanatorium. Der junge Jean-Michel, der damals unter dem Namen Samo seine Graffitis überall in der Stadt hinterließ, macht zufällig Bekanntschaft mit Andy Warhol, der ziemlich schnell sein Talent entdeckt und ihn fördert. Von da an ging es rasant bergauf mit ihm und er wurde ein Star der New Yorker Kunstszene. Doch Basquiat war diesem ganzen Zirkus nicht gewachsen und verfiel den Drogen, die dann schließlich auch zu seinem Tod mit nur 27 Jahren führten. Er überlebte seinen Freund Andy Warhol nur um gut 18 Monate.
Julian Schnabel, selbst Maler, Kenner der Szene und Freund von Basquiat, gab mit diesem Film sein Regiedebüt. Seine Kenntnisse des Kunstbetriebes mit all seinen Schattierungen lässt er hier mit leichter Hand in den Film einfließen und er weiß offensichtlich sehr genau, wovon er erzählt. Er zeigt ganz offen, wie das neue Wunderkind verheizt und zerrieben wird, bis es schließlich zerbricht. Nach Warhols Tod im Februar 1987 war Basquiat dann endgültig gebrochen und hat sich davon nicht mehr erholt.
Die Besetzung dieses Films zergeht einem glatt auf der Zunge und ist für einen Regiedebütanten wohl eher überraschend, aber Julian Schnabel hat anscheinend viele Freunde in der Szene, die auch zahlreich hier erschienen sind. Neben dem überragenden jungen Jeffrey Wright als Basquiat, der hier eine tolle Leistung abliefert, gibt es Auftritte von David Bowie (als Andy Warhol), Gary Oldman, Dennis Hopper, Willem Dafoe, Benicio del Toro, Michael Wincott, Christopher Walken, Claire Forlani, Courtney Love, Tatum O'Neal und noch einigen anderen, die zum Teil nur winzige Rollen spielen, aber den Film schon allein wegen ihrer Anwesenheit sehenswert machen.
Gary Oldman verkörpert hier den fiktiven Künstler Albert Milo, der ganz klar das Alter Ego von Julian Schnabel selbst ist. Im Hintergrund sind auch eigene Bilder von ihm zu sehen. Der wunderbare Soundtrack stammt von John Cale und untermalt den Film ganz hervorragend.
Insgesamt gesehen ein Film den ich absolut empfehlen kann, der mich damals im Kino schon begeistert hat und dem das heute immer noch gelingt. Was will man mehr? Sehr sehenswert.
Sonntag, 6. März 2011
Before Night Falls
"Before Night Falls" ist ein Film von Julian Schnabel aus dem Jahr 2000 und basiert auf dem gleichnamigen autobiografischem Roman des kubanischen Schriftstellers Reinaldo Arenas. Das Drehbuch schrieb Schnabel zusammen mit Cunningham O'Keefe und Lázaro Gómez Carriles, einem guten Freund von Arenas.
Reinaldo Arenas ist 1943 auf Kuba geboren und 1990 im Exil in New York gestorben. Der Film erzählt von seiner Kindheit in einem kleinen Dorf, als Sohn einer unverheirateten Mutter. Eine Lehrerin erkennt schon früh sein Talent zum Schreiben, was seiner Familie aber gar nicht recht ist. Als junger Mann gewinnt er einen Preis bei einem Schreibwettbewerb und sein erstes Buch wird veröffentlicht. Es sollte aber das einzige Buch bleiben, das in Kuba publiziert wurde, sämtliche Nachfolger wurden nur im Ausland veröffentlicht.
Arenas Werk wurde verboten und er selbst als Regime-Kritiker verfolgt. Seine offen ausgelebte Homosexualität, die seinerzeit noch strafbar war, sorgte dafür, dass er mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt geriet und schließlich sogar zwei Jahre im Gefängnis verbrachte. Im Jahr 1980 gelingt ihm durch eine Änderung seines Namens in seinem Ausweis dann die Ausreise. Er landet in Miami und später dann in New York, wo er in bescheidenen Verhältnissen lebte.
Nachdem er an Aids erkrankt ist, nimmt er sich 1990 im Alter von 47 Jahren das Leben, mit Hilfe seines Freundes Lázaro. Sein Roman "Before Night Falls" erscheint erst nach seinem Tod.
Julian Schnabel hat hier das zweite Mal Regie geführt, nach seinem 1996 entstandenen Film "Basquiat" über den Maler Jean-Michel Basquiat, der ebenfalls sehr empfehlenswert ist. "Before Night Falls" ist ein bewegendes Werk geworden, grandios gefilmt und hervorragend besetzt. Besonders Javier Bardem in der Rolle des Reinaldo Arenas ist eine wahre Offenbarung. Hier zeigt sich ganz deutlich, was für ein großartiger Schauspieler in ihm steckt. In den Nebenrollen können unter anderem Olivier Martinez und besonders Johnny Depp noch sehr gefallen, auch wenn ihre Auftritte eher begrenzt sind.
Insgesamt gesehen ein Film für den man sich Zeit nehmen sollte. Die Geschichte entwickelt sich eher langsam, aber das soll keine Kritik sein. Auch wenn es zwischendurch scheinbar ein paar Längen gibt, so ist die Handlung an sich immer fesselnd. Von mir gibt es jedenfalls eine klare Empfehlung für diesen Film, er ist es auf jeden Fall wert.
Reinaldo Arenas ist 1943 auf Kuba geboren und 1990 im Exil in New York gestorben. Der Film erzählt von seiner Kindheit in einem kleinen Dorf, als Sohn einer unverheirateten Mutter. Eine Lehrerin erkennt schon früh sein Talent zum Schreiben, was seiner Familie aber gar nicht recht ist. Als junger Mann gewinnt er einen Preis bei einem Schreibwettbewerb und sein erstes Buch wird veröffentlicht. Es sollte aber das einzige Buch bleiben, das in Kuba publiziert wurde, sämtliche Nachfolger wurden nur im Ausland veröffentlicht.
Arenas Werk wurde verboten und er selbst als Regime-Kritiker verfolgt. Seine offen ausgelebte Homosexualität, die seinerzeit noch strafbar war, sorgte dafür, dass er mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt geriet und schließlich sogar zwei Jahre im Gefängnis verbrachte. Im Jahr 1980 gelingt ihm durch eine Änderung seines Namens in seinem Ausweis dann die Ausreise. Er landet in Miami und später dann in New York, wo er in bescheidenen Verhältnissen lebte.
Nachdem er an Aids erkrankt ist, nimmt er sich 1990 im Alter von 47 Jahren das Leben, mit Hilfe seines Freundes Lázaro. Sein Roman "Before Night Falls" erscheint erst nach seinem Tod.
Julian Schnabel hat hier das zweite Mal Regie geführt, nach seinem 1996 entstandenen Film "Basquiat" über den Maler Jean-Michel Basquiat, der ebenfalls sehr empfehlenswert ist. "Before Night Falls" ist ein bewegendes Werk geworden, grandios gefilmt und hervorragend besetzt. Besonders Javier Bardem in der Rolle des Reinaldo Arenas ist eine wahre Offenbarung. Hier zeigt sich ganz deutlich, was für ein großartiger Schauspieler in ihm steckt. In den Nebenrollen können unter anderem Olivier Martinez und besonders Johnny Depp noch sehr gefallen, auch wenn ihre Auftritte eher begrenzt sind.
Insgesamt gesehen ein Film für den man sich Zeit nehmen sollte. Die Geschichte entwickelt sich eher langsam, aber das soll keine Kritik sein. Auch wenn es zwischendurch scheinbar ein paar Längen gibt, so ist die Handlung an sich immer fesselnd. Von mir gibt es jedenfalls eine klare Empfehlung für diesen Film, er ist es auf jeden Fall wert.
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