"Saint Laurent" ist ein Film von Bertrand Bonello aus dem Jahr 2014. Das Drehbuch schrieb Bonello zusammen mit Thomas Bidegain. Der Film beschäftigt sich mit dem Leben des französischen Modeschöpfers Yves Saint Laurent, konzentriert sich hierbei aber auf die Zeit zwischen 1967 und 1977. Insgesamt geht der Regisseur aber offensichtlich davon aus, dass der Zuschauer mit dem Leben und Werk des Designers vertraut ist, denn erklärt wird hier nichts. Im Gegenteil, er springt in die Geschichte hinein und auch wieder hinaus, manchmal auch hin und her, aber das war es dann auch schon.
Klingt das irgendwie so, als wäre ich mit dem Ergebnis unzufrieden? Ja, leider und ich bin durchaus mit der Geschichte vertraut, was sicher nicht für alle Zuschauer gilt. Dabei klang das alles doch so verlockend. Allein schon die Besetzung versprach ein wundervolles Filmerlebnis: Gaspard Ulliel, Jérémie Renier, Louis Garrel, Léa Seydoux, Valeria Bruni Tedeschi. Monatelang freute ich mich auf den Erscheinungstermin der DVD und dann? Ernüchterung und Enttäuschung. Mehr nicht. Und natürlich die Frage, wie man aus diesem Thema und mit dieser Besetzung so einen Quark erschaffen kann. Ich bin immer noch fassungslos.
Nun gut, die Schauspieler sind tadellos, die Ausstattung ist exquisit, die Kostüme sowieso. Allein, es fehlt das Herzblut, um aus einem Biopic einen interessanten Film zu machen. Nur schöne Bilder aneinanderzureihen reicht da leider nicht. Gezeigt werden Bilder von Yves Saint Laurent bei der Arbeit in seinem Atelier, von seinen Modeschauen, in seinen luxuriösen Appartements und in schicken Nachtclubs, das alles scheinbar endlos. Ebenso beim Feiern mit seinen Freunden und Musen, immer exzessiverer Drogen- und Alkoholkonsum inklusive, oder auch bei geschäftlichen Verhandlungen. Das alles ist in etwa so aufregend, als würde man Farbe beim Trocknen zusehen und über die unglaubliche Laufzeit von fast 135 Minuten besser als jedes Schlafmittel.
Für den Menschen Yves Saint Laurent oder auch für die Beziehung zu seinem jahrzehntelangen Lebensgefährten Pierre Bergé interessiert sich der Film dabei überhaupt nicht. Die Rolle des alternden Designers wird dann von Helmut Berger verkörpert, der zwar nur wenige Szenen hat, aber dessen Besetzung eigentlich ganz amüsant anmutet, wenn die Idee nicht sofort wieder in sich zusammenfallen würde. Warum nur liegt Helmut Berger als Yves Saint Laurent auf dem Bett und sieht sich einen Film mit dem jungen Helmut Berger an? Jede Wette, an der Stelle hat sich der Regisseur selbst für seinen tollen Einfall applaudiert. Ich habe jedenfalls nur mit den Augen gerollt.
Die DVD bietet den Film in der deutschen Synchronisation und in der französischen Originalfassung an, jedoch ohne deutsche Untertitel. Das ist ein weiterer Minuspunkt. Gut, interessante Dialoge gibt es im ganzen Film nicht, aber ich finde das Fehlen der Untertitel trotzdem sehr ärgerlich.
Schade, für mich ist "Saint Laurent" die größte Enttäuschung des letzten Jahres. Das Projekt klang so vielversprechend, wurde aber leider komplett gegen die Wand gefahren. Kann man gerne verpassen.
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Montag, 4. Januar 2016
Montag, 7. Januar 2013
La Promesse
"La Promesse" - "Das Versprechen" ist ein Film von Jean-Pierre und Luc Dardenne (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 1996.
In Seraing, einer kleinen Stadt in Belgien, lebt der junge Igor (Jérémie Renier) zusammen mit seinem Vater Roger (Olivier Gourmet). Roger schleust Migranten ins Land, überlässt ihnen schlechte Unterkünfte zu Wuchermieten und beschäftigt sie illegal auf Baustellen. Igor macht eigentlich eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker, aber weil sein Vater ihn stets braucht, bricht er die Ausbildung ab.
Von Roger lernt Igor, wie man mit fremden Menschen Geld verdient und er ist ein gelehriger Schüler. Schon früh wird ihm viel Verantwortung übertragen, er macht seine Sache gut und ohne Fragen zu stellen. Eine Kindheit hat er allerdings nicht. Roger verlässt sich auf seinen Sohn, ohne sich je Gedanken darüber zu machen, ob er ihm vielleicht zu viel zumutet.
Dann gibt es einen Unfall auf einer privaten Baustelle. Der Afrikaner Amidou (Rasmane Ouedraogo) stürzt vom Gerüst und bleibt bewegungslos liegen. Igor bleibt bei ihm und verspricht ihm, sich um seine Frau Assita (Assita Ouedraogo) und seinen kleinen Sohn zu kümmern, die erst kürzlich ins Land gekommen sind. Igor will Amidou ins Krankenhaus schaffen, aber Roger will davon nichts wissen. Der schwerverletzte Mann wird auf der Baustelle begraben, wo niemand ihn finden kann.
Roger geht ungerührt zur Tagesordnung über, aber Igor quälen Gewissensbisse und er kann Assita nicht mehr unbefangen begegnen. Diese macht sich Sorgen um ihren Mann und wird mit Ausflüchten hingehalten, bis auch noch ihr kleiner Sohn krank wird und Igor etwas unternehmen muss. Nach einem heftigen Streit mit seinem Vater macht sich Igor auf, Assita zu helfen und ihr die Wahrheit über Amidous Tod zu sagen.
Filme der Dardenne-Brüder zu loben fällt leicht, weil sie so gut sind und in ihnen so viel Wahrheit steckt. Die Filme zu mögen fällt nicht immer leicht, aber man sollte sich auf sie einlassen können, wenn man etwas sehen möchte, dass absolut nichts mit Mainstream zu tun hat.
Der Blick auf das Belgien von Jean-Pierre und Luc Dardenne ist wie üblich trist, traurig und beklemmend. Er zeigt ungeschönt eine Realität, die man eigentlich nicht sehen möchte. Bei den Schauspielern machen die Dardennes immer alles richtig, da gibt es keine Diskussionen. Olivier Gourmet ist grandios und der junge Jérémie Renier, hier in seiner ersten Filmrolle, ist absolut herausragend. Beide finden sich auch in weiteren Arbeiten der Dardenne-Brüder und besonders Jérémie Renier hat mehrfach bewiesen, was für ein großartiger Schauspieler er ist.
Insgesamt gesehen eine große Empfehlung von mir für diesen Film, der leider noch nicht in einer deutschen DVD-Veröffentlichung zu haben ist, was ausgesprochen schade ist.
In Seraing, einer kleinen Stadt in Belgien, lebt der junge Igor (Jérémie Renier) zusammen mit seinem Vater Roger (Olivier Gourmet). Roger schleust Migranten ins Land, überlässt ihnen schlechte Unterkünfte zu Wuchermieten und beschäftigt sie illegal auf Baustellen. Igor macht eigentlich eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker, aber weil sein Vater ihn stets braucht, bricht er die Ausbildung ab.
Von Roger lernt Igor, wie man mit fremden Menschen Geld verdient und er ist ein gelehriger Schüler. Schon früh wird ihm viel Verantwortung übertragen, er macht seine Sache gut und ohne Fragen zu stellen. Eine Kindheit hat er allerdings nicht. Roger verlässt sich auf seinen Sohn, ohne sich je Gedanken darüber zu machen, ob er ihm vielleicht zu viel zumutet.
Dann gibt es einen Unfall auf einer privaten Baustelle. Der Afrikaner Amidou (Rasmane Ouedraogo) stürzt vom Gerüst und bleibt bewegungslos liegen. Igor bleibt bei ihm und verspricht ihm, sich um seine Frau Assita (Assita Ouedraogo) und seinen kleinen Sohn zu kümmern, die erst kürzlich ins Land gekommen sind. Igor will Amidou ins Krankenhaus schaffen, aber Roger will davon nichts wissen. Der schwerverletzte Mann wird auf der Baustelle begraben, wo niemand ihn finden kann.
Roger geht ungerührt zur Tagesordnung über, aber Igor quälen Gewissensbisse und er kann Assita nicht mehr unbefangen begegnen. Diese macht sich Sorgen um ihren Mann und wird mit Ausflüchten hingehalten, bis auch noch ihr kleiner Sohn krank wird und Igor etwas unternehmen muss. Nach einem heftigen Streit mit seinem Vater macht sich Igor auf, Assita zu helfen und ihr die Wahrheit über Amidous Tod zu sagen.
Filme der Dardenne-Brüder zu loben fällt leicht, weil sie so gut sind und in ihnen so viel Wahrheit steckt. Die Filme zu mögen fällt nicht immer leicht, aber man sollte sich auf sie einlassen können, wenn man etwas sehen möchte, dass absolut nichts mit Mainstream zu tun hat.
Der Blick auf das Belgien von Jean-Pierre und Luc Dardenne ist wie üblich trist, traurig und beklemmend. Er zeigt ungeschönt eine Realität, die man eigentlich nicht sehen möchte. Bei den Schauspielern machen die Dardennes immer alles richtig, da gibt es keine Diskussionen. Olivier Gourmet ist grandios und der junge Jérémie Renier, hier in seiner ersten Filmrolle, ist absolut herausragend. Beide finden sich auch in weiteren Arbeiten der Dardenne-Brüder und besonders Jérémie Renier hat mehrfach bewiesen, was für ein großartiger Schauspieler er ist.
Insgesamt gesehen eine große Empfehlung von mir für diesen Film, der leider noch nicht in einer deutschen DVD-Veröffentlichung zu haben ist, was ausgesprochen schade ist.
Sonntag, 16. September 2012
Privatbesitz
"Privatbesitz" - "Nue propriété" ist ein Film von Joachim Lafosse aus dem Jahr 2006. Das Drehbuch schrieb Lafosse zusammen mit Francois Pirot.
Worum geht es? Auf einem abgelegenen Gutshof in Belgien lebt die geschiedene Pascale (Isabelle Huppert) mit ihren inzwischen fast erwachsenen Söhnen, den Zwillingen Thierry (Jérémie Renier) und Francois (Yannick Renier). Der Umgang miteinander ist liebevoll, nur die gelegentlichen Besuche ihres Ex-Mannes Luc (Patrick Descamps) bringen Pascale auf die Palme. Ein Gespräch zwischen ihnen ist ohne Streit nicht möglich.
Pascale kümmert sich aufopfernd um ihre Söhne, was von diesen als selbstverständlich hingenommen wird. Doch insgeheim will sie eine Veränderung in ihrem Leben. Sie möchte das Haus verkaufen und zusammen mit ihrem heimlichen Geliebten Jan (Kris Cuppens) eine Pension eröffnen. Als sie das vorsichtig zur Sprache bringt, reagieren Thierry und Francois nur mit Unverständnis und Ärger auf die Pläne ihrer Mutter. Besonders der Hitzkopf Thierry macht ihr schwere Vorwürfe. Als die Streitereien darüber immer heftiger werden, packt Pascale ihre Sachen und taucht bei einer Freundin unter.
Die Brüder sind nun auf sich allein gestellt und müssen ihren Frust bewältigen. Der daraus wachsende Konflikt zwischen ihnen gipfelt in einem Unglück.
Regisseur Joachim Lafosse lässt das Ende des Films offen und verzichtet dankenswerter Weise auch auf ein "Wir haben uns doch alle furchtbar lieb". Er zeigt hier eine sehr intime Familiengeschichte in schönen und ruhigen Bildern, auf die man sich einlassen muss. Nichts für Ungeduldige. Das Drama lässt sich Zeit und baut langsam seine Spannung auf. Trotz des scheinbar riesigen Anwesens sieht man die drei Hauptdarsteller fast immer zusammen, beim Essen oder beim Fernsehen, selbst im Badezimmer.
Thierry und Francois sind zwar eigentlich schon erwachsen, aber trotzdem noch große Kinder, die manchmal albern und unreif erscheinen. Dass ihre Mutter nun ein eigenständiges Leben führen will und sie damit einiger Annehmlichkeiten beraubt werden sollen, überfordert die Jungs. Besonders Thierry beschimpft seine Mutter, die darauf nur kalt erwidert "Du wirst immer mehr wie Dein Vater". Der ruhige Francois versucht zu vermitteln und Verständnis für seine Mutter aufzubringen, was aber von Thierry als Verrat angesehen wird. Die Situation eskaliert, weil niemand einlenken will.
Der Film ist mit Isabelle Huppert und Jérémie Renier absolut hochklassig besetzt und schon deshalb sehr sehenswert. Aber auch Yannick Renier, der Bruder von Jérémie, überzeugt in seiner Rolle. Insgesamt gesehen ein großartiger Film, der sehr authentisch wirkt. Leider viel zu unbekannt und nur als französische Fassung mit englischen Untertiteln zu haben (Titel der UK-DVD "Private Property"). Trotzdem eine große Empfehlung, es lohnt sich.
Worum geht es? Auf einem abgelegenen Gutshof in Belgien lebt die geschiedene Pascale (Isabelle Huppert) mit ihren inzwischen fast erwachsenen Söhnen, den Zwillingen Thierry (Jérémie Renier) und Francois (Yannick Renier). Der Umgang miteinander ist liebevoll, nur die gelegentlichen Besuche ihres Ex-Mannes Luc (Patrick Descamps) bringen Pascale auf die Palme. Ein Gespräch zwischen ihnen ist ohne Streit nicht möglich.
Pascale kümmert sich aufopfernd um ihre Söhne, was von diesen als selbstverständlich hingenommen wird. Doch insgeheim will sie eine Veränderung in ihrem Leben. Sie möchte das Haus verkaufen und zusammen mit ihrem heimlichen Geliebten Jan (Kris Cuppens) eine Pension eröffnen. Als sie das vorsichtig zur Sprache bringt, reagieren Thierry und Francois nur mit Unverständnis und Ärger auf die Pläne ihrer Mutter. Besonders der Hitzkopf Thierry macht ihr schwere Vorwürfe. Als die Streitereien darüber immer heftiger werden, packt Pascale ihre Sachen und taucht bei einer Freundin unter.
Die Brüder sind nun auf sich allein gestellt und müssen ihren Frust bewältigen. Der daraus wachsende Konflikt zwischen ihnen gipfelt in einem Unglück.
Regisseur Joachim Lafosse lässt das Ende des Films offen und verzichtet dankenswerter Weise auch auf ein "Wir haben uns doch alle furchtbar lieb". Er zeigt hier eine sehr intime Familiengeschichte in schönen und ruhigen Bildern, auf die man sich einlassen muss. Nichts für Ungeduldige. Das Drama lässt sich Zeit und baut langsam seine Spannung auf. Trotz des scheinbar riesigen Anwesens sieht man die drei Hauptdarsteller fast immer zusammen, beim Essen oder beim Fernsehen, selbst im Badezimmer.
Thierry und Francois sind zwar eigentlich schon erwachsen, aber trotzdem noch große Kinder, die manchmal albern und unreif erscheinen. Dass ihre Mutter nun ein eigenständiges Leben führen will und sie damit einiger Annehmlichkeiten beraubt werden sollen, überfordert die Jungs. Besonders Thierry beschimpft seine Mutter, die darauf nur kalt erwidert "Du wirst immer mehr wie Dein Vater". Der ruhige Francois versucht zu vermitteln und Verständnis für seine Mutter aufzubringen, was aber von Thierry als Verrat angesehen wird. Die Situation eskaliert, weil niemand einlenken will.
Der Film ist mit Isabelle Huppert und Jérémie Renier absolut hochklassig besetzt und schon deshalb sehr sehenswert. Aber auch Yannick Renier, der Bruder von Jérémie, überzeugt in seiner Rolle. Insgesamt gesehen ein großartiger Film, der sehr authentisch wirkt. Leider viel zu unbekannt und nur als französische Fassung mit englischen Untertiteln zu haben (Titel der UK-DVD "Private Property"). Trotzdem eine große Empfehlung, es lohnt sich.
Montag, 10. September 2012
Cloclo
"Cloclo" ist ein Film von Florent-Emilio Siri aus dem Jahr 2012 und beschäftigt sich mit dem Leben und der Karriere des französischen Sängers Claude Francois. Das Drehbuch schrieb Siri zusammen mit Julien Rappeneau.
Claude Francois (Jérémie Renier) wurde 1939 in Ägypten geboren. Sein Vater Aimé (Marc Barbé) war damals für die französische Verwaltung des Sueskanals tätig. Wegen der Sueskrise verließ die Familie 1956 das Land und zog nach Südfrankreich. Der junge Claude interessierte sich schon früh für Musik und spielte einige Instrumente. Einen ersten Job konnte er als Schlagzeuger einer Band bekommen, was seinem Vater sehr missfiel. Der Familie ging es finanziell nicht gut, der Vater war depressiv und kränklich und das Verhältnis zwischen Claude und seinem Vater war zeitlebens äußerst angespannt.
Claude ging jedoch seinen Weg, zog nach Paris und seiner Hartnäckigkeit hatte er es zu verdanken, dass aus ihm schließlich ein erfolgreicher Sänger, Songschreiber und Geschäftsmann wurde. Sein Manager wurde Paul Lederman (Benoît Magimel), der auch privat ein guter Freund und Berater war. Mit dem Erfolg kamen auch die Frauen und Claude war Zeit seines Lebens auf der Suche nach bedingungsloser Liebe. Ohne selbst zu solcher fähig zu sein, machte er einige Krisen durch, verarbeitete gescheiterte Beziehungen in neuen und erfolgreichen Songs.
So schrieb er 1967 aus Liebeskummer wegen der jungen France Gall den Song "Comme d'Habitude", zusammen mit Jacques Revaux und Gilles Thibault. Paul Anka schrieb 1968 dazu einen englischen Text und das Lied wurde als "My Way" ein Welthit. Frank Sinatra nahm den Song in sein Programm auf und wurde immer damit in Verbindung gebracht, auch wenn er das Lied eigentlich gar nicht so gern mochte.
Claude Francois versuchte immer, sein Leben selbst zu steuern, er hatte ein eigenes Musiklabel namens "Flèche", seine Karriere lief fast immer gut, aber er war auch ein Perfektionist und ein Kontrollfreak. Seine Mitarbeiter mussten mit seinen Launen leben, die auf seinen ständigen Selbstzweifeln begründet waren.
Privat ging es auf und ab, Frauen kamen und gingen, seine Mutter Chouffa (Monica Scattini) war spielsüchtig und musste deshalb beaufsichtigt werden, weil sie ständig Personen in Claudes Umfeld um Geld bat. Aus der Beziehung mit Isabelle Forêt (Ana Girardot) hatte Claude zwei kleine Söhne, aber er genoss als Frauenschwarm weiterhin das Bad in der Menge und hatte diverse Liebschaften mit jungen Mädchen, die ihn anhimmelten und vor seiner Wohnung auf ihn warteten.
Sein androgynes Auftreten kam nicht bei allen Menschen gut an und er musste sich auch Beschimpfungen deswegen anhören. Während seiner Karriere in den sechziger und siebziger Jahren hat er seinen Musikstil ständig erweitert und brachte schließlich auch die Disco-Musik nach Frankreich. Seine Auftritte und Kostüme waren pompös und mit den vier Tänzerinnen an seiner Seite sein Markenzeichen.
Doch Claude Francois hatte Angst vor dem Alter, seinen vierzigsten Geburtstag wollte er nicht feiern und dazu kam es dann auch nicht mehr. Am 11. März 1978 starb Claude Francois an einem Stromschlag, als er in der Badewanne eine defekte Lampe richten wollte.
In diesem wunderbaren Biopic, das mit ca. 140 Minuten Laufzeit keine Minute zu lang ist, erfährt das Leben von Claude Francois eine schöne Würdigung. Der Film ist bewegend, toll ausgestattet und fantastisch gespielt. Ein wirklich hinreißender Jérémie Renier spielt sich hier die Seele aus dem Leib und erweckt Claude Francois zum Leben. Großartig und sehr sehenswert. Die Musik geht ins Ohr und in die Beine, hier passt einfach alles.
In der Rolle des Paul Lederman agiert Benoît Magimel gewohnt souverän, auch wenn er hier kaum unter seiner Maske zu erkennen ist. Der Film gehört aber allein Jérémie Renier, der hier wirklich alles gibt und einfach nur anbetungswürdig ist. Einfach ein ganz wunderbarer Schauspieler, egal welche Rollen er auch spielt. Besser hätte man diesen Part nicht besetzen können und ihm wurde auch einiges abverlangt, wie man im Making-Of erfahren kann.
Der Film lohnt sich auf jeden Fall, denn die Musik geht nicht so schnell wieder aus dem Kopf und die Geschichte ist einfach gut erzählt. Ganz große Empfehlung. Auch der Soundtrack ist sehr schön, denn die Lieder von Claude Francois funktionieren auch heute noch sehr gut. Eine schöne Wiederentdeckung.
Claude Francois (Jérémie Renier) wurde 1939 in Ägypten geboren. Sein Vater Aimé (Marc Barbé) war damals für die französische Verwaltung des Sueskanals tätig. Wegen der Sueskrise verließ die Familie 1956 das Land und zog nach Südfrankreich. Der junge Claude interessierte sich schon früh für Musik und spielte einige Instrumente. Einen ersten Job konnte er als Schlagzeuger einer Band bekommen, was seinem Vater sehr missfiel. Der Familie ging es finanziell nicht gut, der Vater war depressiv und kränklich und das Verhältnis zwischen Claude und seinem Vater war zeitlebens äußerst angespannt.
Claude ging jedoch seinen Weg, zog nach Paris und seiner Hartnäckigkeit hatte er es zu verdanken, dass aus ihm schließlich ein erfolgreicher Sänger, Songschreiber und Geschäftsmann wurde. Sein Manager wurde Paul Lederman (Benoît Magimel), der auch privat ein guter Freund und Berater war. Mit dem Erfolg kamen auch die Frauen und Claude war Zeit seines Lebens auf der Suche nach bedingungsloser Liebe. Ohne selbst zu solcher fähig zu sein, machte er einige Krisen durch, verarbeitete gescheiterte Beziehungen in neuen und erfolgreichen Songs.
So schrieb er 1967 aus Liebeskummer wegen der jungen France Gall den Song "Comme d'Habitude", zusammen mit Jacques Revaux und Gilles Thibault. Paul Anka schrieb 1968 dazu einen englischen Text und das Lied wurde als "My Way" ein Welthit. Frank Sinatra nahm den Song in sein Programm auf und wurde immer damit in Verbindung gebracht, auch wenn er das Lied eigentlich gar nicht so gern mochte.
Claude Francois versuchte immer, sein Leben selbst zu steuern, er hatte ein eigenes Musiklabel namens "Flèche", seine Karriere lief fast immer gut, aber er war auch ein Perfektionist und ein Kontrollfreak. Seine Mitarbeiter mussten mit seinen Launen leben, die auf seinen ständigen Selbstzweifeln begründet waren.
Privat ging es auf und ab, Frauen kamen und gingen, seine Mutter Chouffa (Monica Scattini) war spielsüchtig und musste deshalb beaufsichtigt werden, weil sie ständig Personen in Claudes Umfeld um Geld bat. Aus der Beziehung mit Isabelle Forêt (Ana Girardot) hatte Claude zwei kleine Söhne, aber er genoss als Frauenschwarm weiterhin das Bad in der Menge und hatte diverse Liebschaften mit jungen Mädchen, die ihn anhimmelten und vor seiner Wohnung auf ihn warteten.
Sein androgynes Auftreten kam nicht bei allen Menschen gut an und er musste sich auch Beschimpfungen deswegen anhören. Während seiner Karriere in den sechziger und siebziger Jahren hat er seinen Musikstil ständig erweitert und brachte schließlich auch die Disco-Musik nach Frankreich. Seine Auftritte und Kostüme waren pompös und mit den vier Tänzerinnen an seiner Seite sein Markenzeichen.
Doch Claude Francois hatte Angst vor dem Alter, seinen vierzigsten Geburtstag wollte er nicht feiern und dazu kam es dann auch nicht mehr. Am 11. März 1978 starb Claude Francois an einem Stromschlag, als er in der Badewanne eine defekte Lampe richten wollte.
In diesem wunderbaren Biopic, das mit ca. 140 Minuten Laufzeit keine Minute zu lang ist, erfährt das Leben von Claude Francois eine schöne Würdigung. Der Film ist bewegend, toll ausgestattet und fantastisch gespielt. Ein wirklich hinreißender Jérémie Renier spielt sich hier die Seele aus dem Leib und erweckt Claude Francois zum Leben. Großartig und sehr sehenswert. Die Musik geht ins Ohr und in die Beine, hier passt einfach alles.
In der Rolle des Paul Lederman agiert Benoît Magimel gewohnt souverän, auch wenn er hier kaum unter seiner Maske zu erkennen ist. Der Film gehört aber allein Jérémie Renier, der hier wirklich alles gibt und einfach nur anbetungswürdig ist. Einfach ein ganz wunderbarer Schauspieler, egal welche Rollen er auch spielt. Besser hätte man diesen Part nicht besetzen können und ihm wurde auch einiges abverlangt, wie man im Making-Of erfahren kann.
Der Film lohnt sich auf jeden Fall, denn die Musik geht nicht so schnell wieder aus dem Kopf und die Geschichte ist einfach gut erzählt. Ganz große Empfehlung. Auch der Soundtrack ist sehr schön, denn die Lieder von Claude Francois funktionieren auch heute noch sehr gut. Eine schöne Wiederentdeckung.
Samstag, 11. August 2012
Der Junge mit dem Fahrrad
"Der Junge mit dem Fahrrad" - "Le gamin au vélo" ist ein Film der Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2011.
Der zwölfjährige Cyril (Thomas Doret) ist auf der Suche nach seinem Vater Guy (Jérémie Renier), der ihn in einem Kinderheim abgeliefert hat. Nur vorübergehend, hat der Vater gesagt, aber nun ist sein Telefonanschluss tot, die Wohnung geräumt und es gibt keine Spur von Guy. Cyril kann und will sich damit nicht abfinden und läuft immer wieder aus dem Heim weg, um seinen Vater doch noch aufzuspüren.
Zufällig lernt Cyril dabei die Friseurin Samantha (Cécile De France) kennen, die Mitleid mit dem Jungen hat und ihm sein geliebtes Fahrrad besorgen kann, welches Guy anscheinend verkauft hat. Samantha ist damit einverstanden, dass Cyril die Wochenenden bei ihr verbringen kann. Sie schafft es sogar, den Vater ausfindig zu machen und ein gemeinsames Treffen zu arrangieren. Das verläuft jedoch anders, als Cyril es sich gewünscht hat, denn Guy ist damit beschäftigt, sein eigenes Leben in den Griff zu bekommen und will keinen weiteren Kontakt mehr zu seinem Sohn haben.
Cyrils Verzweiflung wird durch Samanthas Zuneigung ein wenig gemildert, die sich seinetwegen sogar von ihrem Freund trennt. Trotzdem sucht der aufbrausende und verzweifelte Junge nach einem Vaterersatz, was der kleine Gauner Wes (Egon Di Mateo) eiskalt ausnutzt und sich Cyrils Zuneigung erschleicht. Er soll für ihn einen Händler überfallen und ihm sein Geld abnehmen. Als das erledigt ist, wendet sich auch Wes von Cyril ab und gibt ihm einen Teil der Beute.
Cyril bringt das Geld seinem Vater, der ihn aber erneut verstößt und nichts damit zu tun haben will. Inzwischen sucht die Polizei nach Cyril, der wieder zu Samantha läuft, die sich um ihn kümmert. Sie steht ihm bei, als er seine Tat zugibt und sich bei seinem Opfer entschuldigt und sie verpflichtet sich auch, die entstandenen Kosten zu übernehmen. Von jetzt an könnte also alles ganz harmonisch sein, aber diese Geschichte ist noch nicht ganz zu Ende.
Die Filme der Dardenne-Brüder sind nie ganz einfach und oft auch ziemlich tragisch. Hier wird kein geschöntes Leben gezeigt und trotzdem sind sie nie hoffnungslos. In diesem Fall gibt es aber eine Fee, in der Gestalt von Samantha, die sich des Jungen annimmt und ihm neue Hoffnung gibt. Warum sie das tut, das wird nicht erklärt. Muss es aber auch nicht. Man sollte sich auf diesen schönen kleinen Film einlassen und ihn auf sich wirken lassen. Glauben wir einfach mal daran, dass so etwas wirklich passieren kann. Ist doch ein schöner Gedanke.
Darstellerisch gibt es hier gar nichts auszusetzen, denn alle Schauspieler sind perfekt besetzt. Der junge Thomas Doret ist ein unglaubliches Talent und auch Cécile De France überzeugt als liebevolle Samantha. Ihr Spiel ist sehr zurückgenommen, was wunderbar zu ihrer Rolle passt. Jérémie Renier ist großartig wie immer, auch wenn er hier nur einen kleinen Part hat. Seine Zusammenarbeit mit Jean-Pierre und Luc Dardenne ist immer sehenswert.
Insgesamt gesehen ein sehr schöner kleiner Film, der sich wie üblich wohltuend vom großen Effektkino absetzt und unbedingt sehenswert ist. Ganz große Empfehlung.
Der zwölfjährige Cyril (Thomas Doret) ist auf der Suche nach seinem Vater Guy (Jérémie Renier), der ihn in einem Kinderheim abgeliefert hat. Nur vorübergehend, hat der Vater gesagt, aber nun ist sein Telefonanschluss tot, die Wohnung geräumt und es gibt keine Spur von Guy. Cyril kann und will sich damit nicht abfinden und läuft immer wieder aus dem Heim weg, um seinen Vater doch noch aufzuspüren.
Zufällig lernt Cyril dabei die Friseurin Samantha (Cécile De France) kennen, die Mitleid mit dem Jungen hat und ihm sein geliebtes Fahrrad besorgen kann, welches Guy anscheinend verkauft hat. Samantha ist damit einverstanden, dass Cyril die Wochenenden bei ihr verbringen kann. Sie schafft es sogar, den Vater ausfindig zu machen und ein gemeinsames Treffen zu arrangieren. Das verläuft jedoch anders, als Cyril es sich gewünscht hat, denn Guy ist damit beschäftigt, sein eigenes Leben in den Griff zu bekommen und will keinen weiteren Kontakt mehr zu seinem Sohn haben.
Cyrils Verzweiflung wird durch Samanthas Zuneigung ein wenig gemildert, die sich seinetwegen sogar von ihrem Freund trennt. Trotzdem sucht der aufbrausende und verzweifelte Junge nach einem Vaterersatz, was der kleine Gauner Wes (Egon Di Mateo) eiskalt ausnutzt und sich Cyrils Zuneigung erschleicht. Er soll für ihn einen Händler überfallen und ihm sein Geld abnehmen. Als das erledigt ist, wendet sich auch Wes von Cyril ab und gibt ihm einen Teil der Beute.
Cyril bringt das Geld seinem Vater, der ihn aber erneut verstößt und nichts damit zu tun haben will. Inzwischen sucht die Polizei nach Cyril, der wieder zu Samantha läuft, die sich um ihn kümmert. Sie steht ihm bei, als er seine Tat zugibt und sich bei seinem Opfer entschuldigt und sie verpflichtet sich auch, die entstandenen Kosten zu übernehmen. Von jetzt an könnte also alles ganz harmonisch sein, aber diese Geschichte ist noch nicht ganz zu Ende.
Die Filme der Dardenne-Brüder sind nie ganz einfach und oft auch ziemlich tragisch. Hier wird kein geschöntes Leben gezeigt und trotzdem sind sie nie hoffnungslos. In diesem Fall gibt es aber eine Fee, in der Gestalt von Samantha, die sich des Jungen annimmt und ihm neue Hoffnung gibt. Warum sie das tut, das wird nicht erklärt. Muss es aber auch nicht. Man sollte sich auf diesen schönen kleinen Film einlassen und ihn auf sich wirken lassen. Glauben wir einfach mal daran, dass so etwas wirklich passieren kann. Ist doch ein schöner Gedanke.
Darstellerisch gibt es hier gar nichts auszusetzen, denn alle Schauspieler sind perfekt besetzt. Der junge Thomas Doret ist ein unglaubliches Talent und auch Cécile De France überzeugt als liebevolle Samantha. Ihr Spiel ist sehr zurückgenommen, was wunderbar zu ihrer Rolle passt. Jérémie Renier ist großartig wie immer, auch wenn er hier nur einen kleinen Part hat. Seine Zusammenarbeit mit Jean-Pierre und Luc Dardenne ist immer sehenswert.
Insgesamt gesehen ein sehr schöner kleiner Film, der sich wie üblich wohltuend vom großen Effektkino absetzt und unbedingt sehenswert ist. Ganz große Empfehlung.
Samstag, 17. März 2012
Les Aventures de Philibert
"Les Aventures de Philibert" ist ein Film von Sylvain Fusée aus dem Jahr 2011. Das Drehbuch stammt von Jean-Francois Halin und Karine Angeli. Den deutschen Titel "Ein Musketier für alle Fälle" finde ich extrem dämlich.
Der junge Philibert (Jérémie Renier) wächst als Sohn eines Artischockenbauers in der Bretagne auf. Es ist das Jahr 1550 und der alte Bauer vertraut Philibert auf dem Sterbebett ein Geheimnis an. Philiberts tatsächlicher Vater war ein Edelmann, der von einem anderen getötet wurde, kurz nachdem er Philibert als Baby dem Bauern übergeben hatte. Nun wäre es an ihm, seinen Vater zu rächen und Genugtuung zu erfahren.
Also macht sich Philibert auf, zu tun, was getan werden muss. Er steckt voller Tatendrang, ist aber leider viel zu naiv und wird im Wald sofort von einem kleinen Dieb überfallen und ausgeraubt. Martin (Manu Payet), der Dieb, bietet sich ihm aber als Knappe an und so machen sich beide auf den Weg, den bösen und hinterhältigen Clotindre (Alexandre Astier) aufzuspüren, den Mann, der einst Philiberts Vater ermordet hat.
Sie treffen auf die hübsche Inès (Élodie Navarre), in die sich Philibert sofort verliebt. Durch eine Intrige von Clotindre wird Philibert scheinbar zum Mörder vom Vater von Inès. Clotindre selbst ist hinter dem Vermögen von Inès her und will sie zur Frau nehmen. Doch da hat er die Rechnung ohne Philibert gemacht, der sich rettungslos in Inès verliebt hat und alles nur Mögliche unternimmt, um sie zu retten.
Die Tatsache, dass Philibert noch jungfräulich ist, wird hier zum Running Gag gemacht. Gleichzeitig gelingt es ihm aber, die Soldaten von Clotindre für sich zu gewinnen und dem Bösewicht den Garaus zu machen.
So viel nur zur Handlung, mehr muss auch nicht gesagt werden. Das ist alles hübscher Unsinn, aber durchaus sehenswert und vergnüglich. Die Schauspieler sind mit Freude bei der Sache und ganz besonders der hübsche blonde Jérémie Renier ist mal wieder das Highlight in diesem Film. Schön, ihn auch mal in einer komischen Rolle zu sehen und auch das meistert er fabelhaft.
Empfehlenswert ist der Film schon, wenn man nicht zu viel erwartet. Es ist eben Klamauk, aber sehr nett gemacht. Vielleicht ist er ein bisschen zu lang geworden, denn zwischendurch gibt es schon ein paar Hänger, aber Spaß macht er doch.
Der junge Philibert (Jérémie Renier) wächst als Sohn eines Artischockenbauers in der Bretagne auf. Es ist das Jahr 1550 und der alte Bauer vertraut Philibert auf dem Sterbebett ein Geheimnis an. Philiberts tatsächlicher Vater war ein Edelmann, der von einem anderen getötet wurde, kurz nachdem er Philibert als Baby dem Bauern übergeben hatte. Nun wäre es an ihm, seinen Vater zu rächen und Genugtuung zu erfahren.
Also macht sich Philibert auf, zu tun, was getan werden muss. Er steckt voller Tatendrang, ist aber leider viel zu naiv und wird im Wald sofort von einem kleinen Dieb überfallen und ausgeraubt. Martin (Manu Payet), der Dieb, bietet sich ihm aber als Knappe an und so machen sich beide auf den Weg, den bösen und hinterhältigen Clotindre (Alexandre Astier) aufzuspüren, den Mann, der einst Philiberts Vater ermordet hat.
Sie treffen auf die hübsche Inès (Élodie Navarre), in die sich Philibert sofort verliebt. Durch eine Intrige von Clotindre wird Philibert scheinbar zum Mörder vom Vater von Inès. Clotindre selbst ist hinter dem Vermögen von Inès her und will sie zur Frau nehmen. Doch da hat er die Rechnung ohne Philibert gemacht, der sich rettungslos in Inès verliebt hat und alles nur Mögliche unternimmt, um sie zu retten.
Die Tatsache, dass Philibert noch jungfräulich ist, wird hier zum Running Gag gemacht. Gleichzeitig gelingt es ihm aber, die Soldaten von Clotindre für sich zu gewinnen und dem Bösewicht den Garaus zu machen.
So viel nur zur Handlung, mehr muss auch nicht gesagt werden. Das ist alles hübscher Unsinn, aber durchaus sehenswert und vergnüglich. Die Schauspieler sind mit Freude bei der Sache und ganz besonders der hübsche blonde Jérémie Renier ist mal wieder das Highlight in diesem Film. Schön, ihn auch mal in einer komischen Rolle zu sehen und auch das meistert er fabelhaft.
Empfehlenswert ist der Film schon, wenn man nicht zu viel erwartet. Es ist eben Klamauk, aber sehr nett gemacht. Vielleicht ist er ein bisschen zu lang geworden, denn zwischendurch gibt es schon ein paar Hänger, aber Spaß macht er doch.
Der Engel mit den dunklen Flügeln
"Der Engel mit den dunklen Flügeln" - "The Vintner's Luck" ist ein Film von Niki Caro aus dem Jahr 2009. Das Drehbuch schrieb Caro zusammen mit Joan Scheckel und basiert auf dem gleichnamigen Roman von Elizabeth Knox.
Frankreich im 19. Jahrhundert. Der junge Weinbauer Sobran (Jérémie Renier) will einen besseren Wein schaffen, als seine Mitstreiter auf dem benachbarten Chateau. Er steckt voller Pläne und Visionen, aber niemand nimmt den jungen Mann ernst. Als er eines Abends frustriert und betrunken durch die Weinberge läuft, begegnet ihm ein Engel (Gaspard Ulliel), der ihn auffängt. Sobran redet sich seinen Frust von der Seele und bekommt im Gegenzug noch Tipps von dem Engel, wo er seine Weinstöcke einpflanzen soll. Zudem rät der Engel ihm, seiner heimlichen Liebe Celeste (Keisha Castle-Hughes) einen Brief zu schreiben und ihr seine Liebe zu gestehen. Die beiden vereinbaren zum Schluss, sich von nun an jedes Jahr, zur gleichen Zeit, am gleichen Ort zu treffen.
Der Wein von Sobran entwickelt sich sehr gut, er hat Celeste geheiratet und Kinder bekommen und berichtet dem Engel davon jedes Jahr. Die Baronin Aurora (Vera Farmiga) hat das Chateau von ihrem verstorbenen Onkel übernommen und stellt Sobran in leitender Tätigkeit an. Doch Sobrans Glück ist nicht von Dauer, denn eine seiner kleinen Töchter stirbt und er fühlt sich von seinem Engel nicht genug beschützt. Beide gehen im Streit auseinander, doch Aurora rät Sobran später, den Engel zur Rückkehr zu bewegen. "Du bist nicht Du selbst ohne ihn."
Celeste ist zunehmend eifersüchtiger auf Aurora und verliert anscheinend langsam den Verstand, wie auch einst ihr Vater. Doch zwischen Aurora und Sobran kommt es erst nach vielen Jahren zu einer Affäre. Der Engel hat sich inzwischen von Sobran die Flügel entfernen und begraben lassen und hilft nun beim Weinanbau mit. Das Leben geht weiter mit all seinen Höhen und Tiefen...
Was haben wir denn hier? Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie und wo ich diesen Film einordnen soll. Zunächst stört es mich, dass hier Englisch gesprochen wird und nicht Französisch. Es werden übrigens auch englische Bücher gelesen, aber das sei nur am Rande erwähnt. Ich kenne den Roman nicht und ich habe auch keine Lust, mich damit zu befassen. Hier geht es nur um den Film und der ist, vorsichtig ausgedrückt, sterbenslangweilig.
Die homoerotische Beziehung zwischen Sobran und dem Engel, die im Roman sehr viel deutlicher sein soll, wie im Making-Of zu erfahren ist, wird hier hübsch ausgeblendet und höchstens zaghaft angedeutet. Das hätte aber auch nichts mehr gerettet, denn mit zwei Stunden Laufzeit ist der Film viel zu lang und zu uninteressant geworden.
Nun zu den Darstellern: Jérémie Renier ist wie üblich wunderbar anzuschauen und der eigentliche Grund, dieses Werk nicht gleich wieder auszuschalten. Egal welche Rollen er auch spielt, er ist immer authentisch und er ist einer der Besten. An seiner Seite glänzt ein großartiger Gaspard Ulliel als überirdisch schöner Engel mit einem Traumkörper. Er ist der zweite Grund, diesen Film anzuschauen. Vera Farmiga als Baronin Aurora hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, ihre Rolle verkörpert sie wirklich gut und glaubhaft. Gar nichts anfangen konnte ich allerdings mit Keisha Castle-Hughes, die ich einfach nur schlimm und fehlbesetzt fand.
Insgesamt gesehen nur eine eingeschränkte Empfehlung für diesen Film, den man eigentlich auch gerne verpassen kann. Nur für Fans von Jérémie Renier erträglich, wie in meinem Fall. Ansonsten verspricht die Story leider mehr, als sie letztendlich halten kann. Schade.
Frankreich im 19. Jahrhundert. Der junge Weinbauer Sobran (Jérémie Renier) will einen besseren Wein schaffen, als seine Mitstreiter auf dem benachbarten Chateau. Er steckt voller Pläne und Visionen, aber niemand nimmt den jungen Mann ernst. Als er eines Abends frustriert und betrunken durch die Weinberge läuft, begegnet ihm ein Engel (Gaspard Ulliel), der ihn auffängt. Sobran redet sich seinen Frust von der Seele und bekommt im Gegenzug noch Tipps von dem Engel, wo er seine Weinstöcke einpflanzen soll. Zudem rät der Engel ihm, seiner heimlichen Liebe Celeste (Keisha Castle-Hughes) einen Brief zu schreiben und ihr seine Liebe zu gestehen. Die beiden vereinbaren zum Schluss, sich von nun an jedes Jahr, zur gleichen Zeit, am gleichen Ort zu treffen.
Der Wein von Sobran entwickelt sich sehr gut, er hat Celeste geheiratet und Kinder bekommen und berichtet dem Engel davon jedes Jahr. Die Baronin Aurora (Vera Farmiga) hat das Chateau von ihrem verstorbenen Onkel übernommen und stellt Sobran in leitender Tätigkeit an. Doch Sobrans Glück ist nicht von Dauer, denn eine seiner kleinen Töchter stirbt und er fühlt sich von seinem Engel nicht genug beschützt. Beide gehen im Streit auseinander, doch Aurora rät Sobran später, den Engel zur Rückkehr zu bewegen. "Du bist nicht Du selbst ohne ihn."
Celeste ist zunehmend eifersüchtiger auf Aurora und verliert anscheinend langsam den Verstand, wie auch einst ihr Vater. Doch zwischen Aurora und Sobran kommt es erst nach vielen Jahren zu einer Affäre. Der Engel hat sich inzwischen von Sobran die Flügel entfernen und begraben lassen und hilft nun beim Weinanbau mit. Das Leben geht weiter mit all seinen Höhen und Tiefen...
Was haben wir denn hier? Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie und wo ich diesen Film einordnen soll. Zunächst stört es mich, dass hier Englisch gesprochen wird und nicht Französisch. Es werden übrigens auch englische Bücher gelesen, aber das sei nur am Rande erwähnt. Ich kenne den Roman nicht und ich habe auch keine Lust, mich damit zu befassen. Hier geht es nur um den Film und der ist, vorsichtig ausgedrückt, sterbenslangweilig.
Die homoerotische Beziehung zwischen Sobran und dem Engel, die im Roman sehr viel deutlicher sein soll, wie im Making-Of zu erfahren ist, wird hier hübsch ausgeblendet und höchstens zaghaft angedeutet. Das hätte aber auch nichts mehr gerettet, denn mit zwei Stunden Laufzeit ist der Film viel zu lang und zu uninteressant geworden.
Nun zu den Darstellern: Jérémie Renier ist wie üblich wunderbar anzuschauen und der eigentliche Grund, dieses Werk nicht gleich wieder auszuschalten. Egal welche Rollen er auch spielt, er ist immer authentisch und er ist einer der Besten. An seiner Seite glänzt ein großartiger Gaspard Ulliel als überirdisch schöner Engel mit einem Traumkörper. Er ist der zweite Grund, diesen Film anzuschauen. Vera Farmiga als Baronin Aurora hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, ihre Rolle verkörpert sie wirklich gut und glaubhaft. Gar nichts anfangen konnte ich allerdings mit Keisha Castle-Hughes, die ich einfach nur schlimm und fehlbesetzt fand.
Insgesamt gesehen nur eine eingeschränkte Empfehlung für diesen Film, den man eigentlich auch gerne verpassen kann. Nur für Fans von Jérémie Renier erträglich, wie in meinem Fall. Ansonsten verspricht die Story leider mehr, als sie letztendlich halten kann. Schade.
Samstag, 27. August 2011
Das Schmuckstück
"Das Schmuckstück" - "Potiche" ist ein Film von Francois Ozon (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2010 und beruht auf dem gleichnamigen Bühnenstück von Pierre Barillet und Jean-Pierre Grédy aus dem Jahr 1980.
Suzanne Pujol (Catherine Deneuve) lebt in der kleinen Stadt Saint-Gudule, wir schreiben das Jahr 1977, und ist die Ehefrau des Patriarchen Robert (Fabrice Luchini), der die Regenschirmfabrik ihres Vaters übernommen hat und mit strenger Hand leitet. Von seiner Frau erwartet Robert nichts weiter, als seine Meinung zu teilen und ansonsten dekorativ an seiner Seite zu stehen, eben ein Schmuckstück (Potiche). Dass er sie nebenbei ganz selbstverständlich mit anderen Frauen betrügt, gehört für den Macho eben einfach zu seiner Lebensauffassung und wird von ihm auch nicht weiter hinterfragt.
Als die Arbeiter in der Fabrik anfangen zu streiken, um bessere Arbeitsbedingungen zu fordern, erleidet Robert einen Zusammenbruch und fällt längere Zeit aus. Der kommunistische Bürgermeister Maurice Babin (Gérard Depardieu), mit dem Suzanne vor vielen Jahren eine ganz kurze Affäre hatte, überredet sie dazu, den Posten ihres Mannes zu übernehmen und die Arbeiter zu beruhigen. Zusammen mit ihren Kindern Laurent (Jérémie Renier) und Joelle (Judith Godrèche) bringt Suzanne die Fabrik wieder in Schwung. Roberts Sekretärin Nadège (Karin Viard), eine seiner vielen Affären, steht ihr dabei stets loyal zur Seite.
Nach seiner Genesung will Robert wieder die Leitung der Firma selbst übernehmen, aber Suzanne macht keine Anstalten wieder in ihr Hausfrauendasein zurückzukehren. Erst durch ein Komplott gewinnt Robert wieder die Oberhand, während Suzanne bereits ganz andere Pläne verfolgt und erfolgreich in die Politik wechselt, wobei sie sogar Babin hinter sich lässt.
Ach, was für ein wunderbarer Film. Ich liebe die Filme von Francois Ozon ja sowieso und diesen hier auch ganz besonders, weil er hier wieder einmal ganz viel richtig gemacht hat. Angefangen bei dem wunderbaren Vorspann mit Catherine Deneuve im roten Trainingsanzug und mit Haarnetz, die durch den Wald joggt und den Tieren zuschaut, herrlich. Ebenso schön und gelungen ist das gesamte Setting, die Dekorationen und Klamotten, alles perfekt im Siebziger-Jahre-Feeling, genau wie die Musikuntermalung. "Potiche" ist eine rasante Komödie im Boulevard-Stil geworden und eine einzige große Liebeserklärung an die fantastische Catherine Deneuve, die sich mit einer wahren Glanzleistung dafür bedankt.
Francois Ozon schert sich nicht um die Kritiker, sondern dreht nach wie vor die Filme, die ihm am Herzen liegen und warum sollte er auch nicht. Er weiß was er will und er setzt es um. Hier stimmt auch wieder jedes kleine Detail, der Kitsch, die Musik, die Fondue-Teller, alles perfekt durchdacht und an seinem Platz. Zudem gibt es äußerst gelungene Split-Screen-Aufnahmen, die das Bild abrunden. Das Theaterhafte der Vorlage übernimmt Francois Ozon hier ganz locker, weil ihm das einfach liegt, das hat er bereits in "Tropfen auf heisse Steine" bewiesen.
Gesellschaftskritik ist natürlich auch vorhanden, denn Ozon beschränkt sich nicht allein auf schöne Bilder. Es geht einerseits um verletzte männliche Eitelkeiten, aber auch um mangelnde weibliche Solidarität. Es ist keine direkte Kritik, die Ozon hier aufzeigt, vielmehr öffnet er den Blick auf ein männlich dominiertes System, das aber auch nachdenklich macht, trotz aller Komik. Die Tochter wirft ihrer Mutter vor, sich unterdrücken zu lassen, nur um dann letztendlich selbst als Heimchen am Herd zu landen und ihrem Ehemann ihren Platz in der Firma zu überlassen, während Suzanne Karriere macht.
Catherine Deneuve ist ein Traum in dieser Rolle und dominiert den ganzen Film, völlig zu Recht. Wenn sie am Ende dann singt "Das Leben ist schön", dann ist selbst das nicht kitschig, sondern einfach schön. Neben ihr wirkt sogar Schwergewicht Gérard Depardieu klein, obwohl er mit seinem Umfang so langsam die Leinwand sprengt. Zudem gibt es noch eine wunderbare Szene mit den beiden auf der Tanzfläche des Clubs "Badaboum", die wirklich sehenswert ist. Besonders erwähnenswert und schnuckelig ist auch noch Jérémie Renier, der in den 70er-Jahre-Klamotten sehr sexy und einfach hinreißend aussieht, so wie Francois Ozon das auch extra für ihn haben wollte. Seine Figur wird zwar nicht direkt als schwul erklärt, spricht aber deutlich für sich. Insgesamt sehr gelungen, ebenso wie der ganze Film. Von mir also auf jeden Fall eine große Empfehlung, es lohnt sich, denn dieser Film ist selbst ein wahres Schmuckstück.
Suzanne Pujol (Catherine Deneuve) lebt in der kleinen Stadt Saint-Gudule, wir schreiben das Jahr 1977, und ist die Ehefrau des Patriarchen Robert (Fabrice Luchini), der die Regenschirmfabrik ihres Vaters übernommen hat und mit strenger Hand leitet. Von seiner Frau erwartet Robert nichts weiter, als seine Meinung zu teilen und ansonsten dekorativ an seiner Seite zu stehen, eben ein Schmuckstück (Potiche). Dass er sie nebenbei ganz selbstverständlich mit anderen Frauen betrügt, gehört für den Macho eben einfach zu seiner Lebensauffassung und wird von ihm auch nicht weiter hinterfragt.
Als die Arbeiter in der Fabrik anfangen zu streiken, um bessere Arbeitsbedingungen zu fordern, erleidet Robert einen Zusammenbruch und fällt längere Zeit aus. Der kommunistische Bürgermeister Maurice Babin (Gérard Depardieu), mit dem Suzanne vor vielen Jahren eine ganz kurze Affäre hatte, überredet sie dazu, den Posten ihres Mannes zu übernehmen und die Arbeiter zu beruhigen. Zusammen mit ihren Kindern Laurent (Jérémie Renier) und Joelle (Judith Godrèche) bringt Suzanne die Fabrik wieder in Schwung. Roberts Sekretärin Nadège (Karin Viard), eine seiner vielen Affären, steht ihr dabei stets loyal zur Seite.
Nach seiner Genesung will Robert wieder die Leitung der Firma selbst übernehmen, aber Suzanne macht keine Anstalten wieder in ihr Hausfrauendasein zurückzukehren. Erst durch ein Komplott gewinnt Robert wieder die Oberhand, während Suzanne bereits ganz andere Pläne verfolgt und erfolgreich in die Politik wechselt, wobei sie sogar Babin hinter sich lässt.
Ach, was für ein wunderbarer Film. Ich liebe die Filme von Francois Ozon ja sowieso und diesen hier auch ganz besonders, weil er hier wieder einmal ganz viel richtig gemacht hat. Angefangen bei dem wunderbaren Vorspann mit Catherine Deneuve im roten Trainingsanzug und mit Haarnetz, die durch den Wald joggt und den Tieren zuschaut, herrlich. Ebenso schön und gelungen ist das gesamte Setting, die Dekorationen und Klamotten, alles perfekt im Siebziger-Jahre-Feeling, genau wie die Musikuntermalung. "Potiche" ist eine rasante Komödie im Boulevard-Stil geworden und eine einzige große Liebeserklärung an die fantastische Catherine Deneuve, die sich mit einer wahren Glanzleistung dafür bedankt.
Francois Ozon schert sich nicht um die Kritiker, sondern dreht nach wie vor die Filme, die ihm am Herzen liegen und warum sollte er auch nicht. Er weiß was er will und er setzt es um. Hier stimmt auch wieder jedes kleine Detail, der Kitsch, die Musik, die Fondue-Teller, alles perfekt durchdacht und an seinem Platz. Zudem gibt es äußerst gelungene Split-Screen-Aufnahmen, die das Bild abrunden. Das Theaterhafte der Vorlage übernimmt Francois Ozon hier ganz locker, weil ihm das einfach liegt, das hat er bereits in "Tropfen auf heisse Steine" bewiesen.
Gesellschaftskritik ist natürlich auch vorhanden, denn Ozon beschränkt sich nicht allein auf schöne Bilder. Es geht einerseits um verletzte männliche Eitelkeiten, aber auch um mangelnde weibliche Solidarität. Es ist keine direkte Kritik, die Ozon hier aufzeigt, vielmehr öffnet er den Blick auf ein männlich dominiertes System, das aber auch nachdenklich macht, trotz aller Komik. Die Tochter wirft ihrer Mutter vor, sich unterdrücken zu lassen, nur um dann letztendlich selbst als Heimchen am Herd zu landen und ihrem Ehemann ihren Platz in der Firma zu überlassen, während Suzanne Karriere macht.
Catherine Deneuve ist ein Traum in dieser Rolle und dominiert den ganzen Film, völlig zu Recht. Wenn sie am Ende dann singt "Das Leben ist schön", dann ist selbst das nicht kitschig, sondern einfach schön. Neben ihr wirkt sogar Schwergewicht Gérard Depardieu klein, obwohl er mit seinem Umfang so langsam die Leinwand sprengt. Zudem gibt es noch eine wunderbare Szene mit den beiden auf der Tanzfläche des Clubs "Badaboum", die wirklich sehenswert ist. Besonders erwähnenswert und schnuckelig ist auch noch Jérémie Renier, der in den 70er-Jahre-Klamotten sehr sexy und einfach hinreißend aussieht, so wie Francois Ozon das auch extra für ihn haben wollte. Seine Figur wird zwar nicht direkt als schwul erklärt, spricht aber deutlich für sich. Insgesamt sehr gelungen, ebenso wie der ganze Film. Von mir also auf jeden Fall eine große Empfehlung, es lohnt sich, denn dieser Film ist selbst ein wahres Schmuckstück.
Sonntag, 26. Juni 2011
Lornas Schweigen
"Lornas Schweigen" - "Le Silence de Lorna" ist ein Film der Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2008.
Die junge Lorna (Arta Dobroshi), die aus Albanien stammt, hat den jungen Belgier Claudy (Jérémie Renier) geheiratet, um die belgische Staatsangehörigkeit zu erlangen. Vermittelt hat das der skrupellose Fabio (Fabrizio Rongione), der offiziell als Taxifahrer arbeitet, aber eigentlich von anderen Geschäften lebt. Lorna träumt davon, eine eigene kleine Snackbar zu betreiben, doch den dafür benötigten Kredit bekommt sie eben erst durch ihre Heirat mit einem Belgier. Ihr Freund Sokol (Alban Ukaj) ist derweil in anderen Ländern unterwegs, um Geld zu verdienen.
Nach ihrer Heirat mit dem drogensüchtigen Claudy soll dieser so schnell wie möglich wieder verschwinden, damit Lorna einen Russen heiraten kann, der ebenfalls belgischer Staatsbürger werden will. Der Deal ist bereits ausgemacht, das Geld steht bereit, aber der ahnungslose Claudy will plötzlich einen Entzug machen und Lorna soll ihm dabei helfen. Lorna gerät in einen Gewissenskonflikt, denn einerseits will sie Claudy zur Seite stehen, aber andererseits sitzt ihr Fabio im Nacken.
Nachdem sie sich nicht an die Verabredungen hält, lässt Fabio Claudy mittels einer Überdosis umbringen. Lorna ist sich jedoch inzwischen sicher, von Claudy schwanger zu sein und verprellt damit nicht nur Fabio und den Russen, sondern auch ihren Freund Sokol. Als ein Handlanger von Fabio sie aus der Stadt fährt, ahnt Lorna, dass man sie beseitigen will. Es gelingt ihr aber, in einen Wald zu flüchten und in einer verlassenen Hütte unterzukommen, wo sie sich mit ihrem, allerdings nur eingebildeten Kind, ausruhen kann.
Dieser Film der Dardenne-Brüder ist wie üblich keine leichte Kost, aber trotzdem sehr sehenswert, schon wegen der grandiosen Darsteller. Die Geschichte ist ähnlich deprimierend wie die anderen Filme der Dardennes, doch auch ebenso empfehlenswert, denn solche Geschichten bekommt man nicht oft zu sehen. Wenn man sich einmal auf diesen Stil eingelassen hat, dann verlangt man automatisch nach mehr. Ich empfehle deshalb auch die Filme "Le Fils" (Der Sohn) und "L'Enfant" (Das Kind), die beide ebenfalls sehr packend sind. Es ist schön in der heutigen Zeit solche Filme sehen zu können, die sich so wohltuend von dem ganzen Mainstream-Mist abheben, mit dem man heutzutage so belästigt wird. Ganz große Empfehlung deshalb von mir.
Die junge Lorna (Arta Dobroshi), die aus Albanien stammt, hat den jungen Belgier Claudy (Jérémie Renier) geheiratet, um die belgische Staatsangehörigkeit zu erlangen. Vermittelt hat das der skrupellose Fabio (Fabrizio Rongione), der offiziell als Taxifahrer arbeitet, aber eigentlich von anderen Geschäften lebt. Lorna träumt davon, eine eigene kleine Snackbar zu betreiben, doch den dafür benötigten Kredit bekommt sie eben erst durch ihre Heirat mit einem Belgier. Ihr Freund Sokol (Alban Ukaj) ist derweil in anderen Ländern unterwegs, um Geld zu verdienen.
Nach ihrer Heirat mit dem drogensüchtigen Claudy soll dieser so schnell wie möglich wieder verschwinden, damit Lorna einen Russen heiraten kann, der ebenfalls belgischer Staatsbürger werden will. Der Deal ist bereits ausgemacht, das Geld steht bereit, aber der ahnungslose Claudy will plötzlich einen Entzug machen und Lorna soll ihm dabei helfen. Lorna gerät in einen Gewissenskonflikt, denn einerseits will sie Claudy zur Seite stehen, aber andererseits sitzt ihr Fabio im Nacken.
Nachdem sie sich nicht an die Verabredungen hält, lässt Fabio Claudy mittels einer Überdosis umbringen. Lorna ist sich jedoch inzwischen sicher, von Claudy schwanger zu sein und verprellt damit nicht nur Fabio und den Russen, sondern auch ihren Freund Sokol. Als ein Handlanger von Fabio sie aus der Stadt fährt, ahnt Lorna, dass man sie beseitigen will. Es gelingt ihr aber, in einen Wald zu flüchten und in einer verlassenen Hütte unterzukommen, wo sie sich mit ihrem, allerdings nur eingebildeten Kind, ausruhen kann.
Dieser Film der Dardenne-Brüder ist wie üblich keine leichte Kost, aber trotzdem sehr sehenswert, schon wegen der grandiosen Darsteller. Die Geschichte ist ähnlich deprimierend wie die anderen Filme der Dardennes, doch auch ebenso empfehlenswert, denn solche Geschichten bekommt man nicht oft zu sehen. Wenn man sich einmal auf diesen Stil eingelassen hat, dann verlangt man automatisch nach mehr. Ich empfehle deshalb auch die Filme "Le Fils" (Der Sohn) und "L'Enfant" (Das Kind), die beide ebenfalls sehr packend sind. Es ist schön in der heutigen Zeit solche Filme sehen zu können, die sich so wohltuend von dem ganzen Mainstream-Mist abheben, mit dem man heutzutage so belästigt wird. Ganz große Empfehlung deshalb von mir.
Samstag, 4. Juni 2011
L'Enfant
"L'Enfant" ist ein Film der belgischen Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2005 und wurde in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet.
Bruno (Jérémie Renier) und Sonia (Déborah Francois) sind ein junges Paar und leben in einer kleinen tristen Stadt in Belgien. Echte Zukunftsperspektiven gibt es hier nicht und so leben die beiden von Sozialhilfe und halten sich mit Brunos kleinen Gaunereien über Wasser. Aber dann ändert sich die Situation, denn Sonia bekommt ein Kind, den kleinen Jimmy. Als sie aus dem Krankenhaus kommt, hat Bruno kurzzeitig ihre Wohnung untervermietet, um an zusätzliches Geld zu kommen. Für seinen Sohn interessiert er sich nicht, will ihn nicht auf den Arm nehmen und ignoriert ihn größtenteils.
Aus einer Laune heraus verkauft Bruno den kleinen Jimmy an eine Kinderhändlerbande, weil er in ihm nur eine Ware sieht, die man zu Geld machen kann. Als er Sonia davon berichtet, bricht diese zusammen und muss ins Krankenhaus. Bruno kann das Kind zwar wieder zurückbekommen, aber dafür schuldet er der Bande jetzt eine Menge Geld und wird als Warnung erst einmal verprügelt. Der nächste Überfall, den Bruno zusammen mit dem jüngeren Steve (Jérémie Segard) begeht, gelingt nur zum Teil, denn die beiden können zwar eine Handtasche stehlen, werden aber verfolgt und Steve wird sogar von der Polizei gefasst. Zum ersten Mal in seinem Leben übernimmt Bruno nun Verantwortung und stellt sich der Polizei, um Steve zu entlasten. Als er im Gefängnis sitzt, bekommt er Besuch von Sonia und beide brechen in Tränen aus.
Der Film ist trotz allem nicht deprimierend, was ich sehr erstaunlich finde, er ist zwar eigentlich unendlich traurig und doch jederzeit fesselnd, eine ganz bemerkenswerte Leistung. Der Zuschauer wird sofort in die Handlung hineingeworfen und kann Bruno und Sonia erleben, wie sie miteinander herumtollen, das ergaunerte Geld gleich wieder mit vollen Händen ausgeben und sich um nichts wirklich Sorgen machen. Doch zumindest bei Sonia findet durch den kleinen Jimmy ein Umdenken statt, sie kümmert sich liebevoll um ihren Sohn, während Bruno keinen Zugang zu ihm findet.
Bruno ist ein fast unschuldig wirkender dummer Junge, ein kleiner Gauner, den man aber trotzdem lieber in den Arm nehmen möchte, als ihn verdientermaßen abzuwatschen. Hat er irgendwelche moralischen Bedenken, Skrupel oder Gewissensbisse als er seinen Sohn verkauft? Nein, hat er nicht, denn genau das ist sein Leben, alles ist eine Ware und alles hat seinen Preis. Erst spät scheint er zu begreifen, was er wirklich getan hat. Das ist bewegend, berührend und sehr ehrlich von den Dardenne-Brüdern umgesetzt worden.
Die beiden Hauptdarsteller sind absolut großartig in ihren Rollen, wobei besonders Jérémie Renier als Bruno sehr überzeugen kann und dafür sorgt, dass man seine Figur nicht sofort verurteilt. Warum aber diese jungen Menschen, die ja selbst noch fast Kinder sind und kaum für sich selbst sorgen können, unbedingt ein Kind in die Welt setzen müssen, das werde ich persönlich jedenfalls nie begreifen.
Insgesamt gesehen ein sehr empfehlenswerter Film, der unter die Haut geht und nachdenklich macht, aber ohne dabei zu bitter zu werden. Absolut gelungen.
Bruno (Jérémie Renier) und Sonia (Déborah Francois) sind ein junges Paar und leben in einer kleinen tristen Stadt in Belgien. Echte Zukunftsperspektiven gibt es hier nicht und so leben die beiden von Sozialhilfe und halten sich mit Brunos kleinen Gaunereien über Wasser. Aber dann ändert sich die Situation, denn Sonia bekommt ein Kind, den kleinen Jimmy. Als sie aus dem Krankenhaus kommt, hat Bruno kurzzeitig ihre Wohnung untervermietet, um an zusätzliches Geld zu kommen. Für seinen Sohn interessiert er sich nicht, will ihn nicht auf den Arm nehmen und ignoriert ihn größtenteils.
Aus einer Laune heraus verkauft Bruno den kleinen Jimmy an eine Kinderhändlerbande, weil er in ihm nur eine Ware sieht, die man zu Geld machen kann. Als er Sonia davon berichtet, bricht diese zusammen und muss ins Krankenhaus. Bruno kann das Kind zwar wieder zurückbekommen, aber dafür schuldet er der Bande jetzt eine Menge Geld und wird als Warnung erst einmal verprügelt. Der nächste Überfall, den Bruno zusammen mit dem jüngeren Steve (Jérémie Segard) begeht, gelingt nur zum Teil, denn die beiden können zwar eine Handtasche stehlen, werden aber verfolgt und Steve wird sogar von der Polizei gefasst. Zum ersten Mal in seinem Leben übernimmt Bruno nun Verantwortung und stellt sich der Polizei, um Steve zu entlasten. Als er im Gefängnis sitzt, bekommt er Besuch von Sonia und beide brechen in Tränen aus.
Der Film ist trotz allem nicht deprimierend, was ich sehr erstaunlich finde, er ist zwar eigentlich unendlich traurig und doch jederzeit fesselnd, eine ganz bemerkenswerte Leistung. Der Zuschauer wird sofort in die Handlung hineingeworfen und kann Bruno und Sonia erleben, wie sie miteinander herumtollen, das ergaunerte Geld gleich wieder mit vollen Händen ausgeben und sich um nichts wirklich Sorgen machen. Doch zumindest bei Sonia findet durch den kleinen Jimmy ein Umdenken statt, sie kümmert sich liebevoll um ihren Sohn, während Bruno keinen Zugang zu ihm findet.
Bruno ist ein fast unschuldig wirkender dummer Junge, ein kleiner Gauner, den man aber trotzdem lieber in den Arm nehmen möchte, als ihn verdientermaßen abzuwatschen. Hat er irgendwelche moralischen Bedenken, Skrupel oder Gewissensbisse als er seinen Sohn verkauft? Nein, hat er nicht, denn genau das ist sein Leben, alles ist eine Ware und alles hat seinen Preis. Erst spät scheint er zu begreifen, was er wirklich getan hat. Das ist bewegend, berührend und sehr ehrlich von den Dardenne-Brüdern umgesetzt worden.
Die beiden Hauptdarsteller sind absolut großartig in ihren Rollen, wobei besonders Jérémie Renier als Bruno sehr überzeugen kann und dafür sorgt, dass man seine Figur nicht sofort verurteilt. Warum aber diese jungen Menschen, die ja selbst noch fast Kinder sind und kaum für sich selbst sorgen können, unbedingt ein Kind in die Welt setzen müssen, das werde ich persönlich jedenfalls nie begreifen.
Insgesamt gesehen ein sehr empfehlenswerter Film, der unter die Haut geht und nachdenklich macht, aber ohne dabei zu bitter zu werden. Absolut gelungen.
Sonntag, 19. Dezember 2010
A Love to Hide
"A Love to Hide" ist ein französischer TV-Film von Christian Faure aus dem Jahr 2005.
Die Handlung beginnt in Paris im Jahr 1942. Jean (Jérémie Renier) und Philippe (Bruno Todeschini) sind ein Liebespaar, aber nur im Geheimen, da die Umstände es nicht zulassen, wenn zwei Männer sich lieben. Als Jeans Jugendliebe Sarah (Louise Monot), deren jüdische Familie getötet wurde, zu den beiden kommt bieten sie ihr Asyl an und besorgen ihr eine neue Identität.
Jeans Eltern besitzen eine Wäscherei und Sarah, die nun Yvonne heißt, findet dort Arbeit. Jeans Bruder Jaques (Nicolas Gob), das schwarze Schaf der Familie, sitzt wegen Schieberei im Gefängnis und weiß nicht, dass sein Bruder homosexuell ist. Als er entlassen wird, kollaboriert er mit den Nazis und kommt so zu Geld. Nachdem er die Wahrheit über seinen Bruder herausgefunden hat, will er ihm eine Lektion verpassen und lässt ihn verhaften. Am nächsten Morgen soll Jean wieder freigelassen werden, aber die Sache läuft aus dem Ruder und Jean wird wegen seiner homosexuellen Kontakte ins Arbeitslager geschafft.
Jaques kann seinen Fehler nicht wieder gutmachen, Philippe wird erschossen und Sarah verachtet Jaques, wird aber trotzdem seine Frau und bekommt sein Kind. Jaques wird später wegen anderer Taten angeklagt und nimmt sich das Leben. Jean ist weiterhin im KZ und wird dort einigen Umerziehungsmaßnahmen unterzogen, inklusive operativer Eingriffe, eine Rettung scheint unmöglich zu sein.
Der Film befasst sich mit der Situation schwuler Männer im Dritten Reich und ist so traurig, dass es einem fast das Herz zerreißt. Es ist nicht angenehm, sich das anzuschauen, aber es ist nun einmal Teil der Geschichte, die wir nicht einfach ausblenden können.
Insgesamt gesehen kein leichter Film, wie könnte es bei dieser Thematik auch anders sein, aber trotzdem sehenswert, auch wenn es schmerzlich ist. Sehr empfehlenswert.
Die Handlung beginnt in Paris im Jahr 1942. Jean (Jérémie Renier) und Philippe (Bruno Todeschini) sind ein Liebespaar, aber nur im Geheimen, da die Umstände es nicht zulassen, wenn zwei Männer sich lieben. Als Jeans Jugendliebe Sarah (Louise Monot), deren jüdische Familie getötet wurde, zu den beiden kommt bieten sie ihr Asyl an und besorgen ihr eine neue Identität.
Jeans Eltern besitzen eine Wäscherei und Sarah, die nun Yvonne heißt, findet dort Arbeit. Jeans Bruder Jaques (Nicolas Gob), das schwarze Schaf der Familie, sitzt wegen Schieberei im Gefängnis und weiß nicht, dass sein Bruder homosexuell ist. Als er entlassen wird, kollaboriert er mit den Nazis und kommt so zu Geld. Nachdem er die Wahrheit über seinen Bruder herausgefunden hat, will er ihm eine Lektion verpassen und lässt ihn verhaften. Am nächsten Morgen soll Jean wieder freigelassen werden, aber die Sache läuft aus dem Ruder und Jean wird wegen seiner homosexuellen Kontakte ins Arbeitslager geschafft.
Jaques kann seinen Fehler nicht wieder gutmachen, Philippe wird erschossen und Sarah verachtet Jaques, wird aber trotzdem seine Frau und bekommt sein Kind. Jaques wird später wegen anderer Taten angeklagt und nimmt sich das Leben. Jean ist weiterhin im KZ und wird dort einigen Umerziehungsmaßnahmen unterzogen, inklusive operativer Eingriffe, eine Rettung scheint unmöglich zu sein.
Der Film befasst sich mit der Situation schwuler Männer im Dritten Reich und ist so traurig, dass es einem fast das Herz zerreißt. Es ist nicht angenehm, sich das anzuschauen, aber es ist nun einmal Teil der Geschichte, die wir nicht einfach ausblenden können.
Insgesamt gesehen kein leichter Film, wie könnte es bei dieser Thematik auch anders sein, aber trotzdem sehenswert, auch wenn es schmerzlich ist. Sehr empfehlenswert.
Samstag, 14. August 2010
Criminal Lovers
"Les Amants criminels" ist der zweite Spielfilm von Francois Ozon (Regie und Drehbuch) und stammt aus dem Jahr 1999.
Die junge Alice (Natacha Régnier), die mit dem schüchternen Luc (Jérémie Renier) zusammen ist, begehrt insgeheim ihren attraktiven Mitschüler Said (Salim Kechiouche), der auch hinter ihr her ist, und dessen Anzeihungskraft sie sich nicht widersetzen kann. Um Said loszuwerden, stiftet Alice den ihr hörigen Luc dazu an, diesen zu töten, angeblich weil er und seine Freunde sie vergewaltigt hätten. Alice verabredet sich mit Said und Luc kommt wie vereinbart dazu und ersticht den Rivalen in einem wahren Blutrausch. Anschließend flüchten die beiden und vergraben Saids Leiche im Wald, doch sie werden anscheinend von jemandem dabei beobachtet. Als sie sich daraufhin verlaufen, gelangen sie an eine einsame Hütte und werden von dem dort lebenden Einsiedler (Miki Manojlovic) im Keller eingesperrt. Da warten aber nicht nur ein paar Ratten auf sie, sondern auch noch eine ganz andere Überraschung.
Während Alice im Keller eingesperrt bleibt und hungert, kümmert sich der Einsiedler ganz besonders um den jungen und hübschen Luc und verhilft diesem zu ersten sexuellen Erfahrungen.
Es geht hier um sexuelle Gewalt und Hörigkeit. Alice spielt nur mit Luc und benutzt ihn, um ihre Macht über ihn auszukosten. Sie nimmt ihn nicht ernst, er ist nur eine Marionette in ihrem Spiel. "Liebst Du mich?", fragt sie deshalb Luc, nachdem dieser Said in ihrem Auftrag getötet hat. Der Tod Saids bedeutet ihr nichts, aber ein überfahrenes Kaninchen lässt sie in Tränen ausbrechen.
Das ist ein sehr spezieller und absolut sehenswerter Film, der sich in keine Schublade pressen lässt, eben ein echter Ozon. Die Musikuntermalung ist nur sehr sparsam eingesetzt und es gibt auch nur wenige Dialoge. Die Spannung bezieht der Film aus der Kraft und der Fantasie der Bilder. Man kann Francois Ozon nur dankbar sein für so einen mutigen und außergewöhnlichen Film, der die Geschichte von "Hänsel und Gretel" mal so ganz anders variiert. Ganz große Empfehlung, wenn auch nicht für jeden Geschmack.
Die junge Alice (Natacha Régnier), die mit dem schüchternen Luc (Jérémie Renier) zusammen ist, begehrt insgeheim ihren attraktiven Mitschüler Said (Salim Kechiouche), der auch hinter ihr her ist, und dessen Anzeihungskraft sie sich nicht widersetzen kann. Um Said loszuwerden, stiftet Alice den ihr hörigen Luc dazu an, diesen zu töten, angeblich weil er und seine Freunde sie vergewaltigt hätten. Alice verabredet sich mit Said und Luc kommt wie vereinbart dazu und ersticht den Rivalen in einem wahren Blutrausch. Anschließend flüchten die beiden und vergraben Saids Leiche im Wald, doch sie werden anscheinend von jemandem dabei beobachtet. Als sie sich daraufhin verlaufen, gelangen sie an eine einsame Hütte und werden von dem dort lebenden Einsiedler (Miki Manojlovic) im Keller eingesperrt. Da warten aber nicht nur ein paar Ratten auf sie, sondern auch noch eine ganz andere Überraschung.
Während Alice im Keller eingesperrt bleibt und hungert, kümmert sich der Einsiedler ganz besonders um den jungen und hübschen Luc und verhilft diesem zu ersten sexuellen Erfahrungen.
Es geht hier um sexuelle Gewalt und Hörigkeit. Alice spielt nur mit Luc und benutzt ihn, um ihre Macht über ihn auszukosten. Sie nimmt ihn nicht ernst, er ist nur eine Marionette in ihrem Spiel. "Liebst Du mich?", fragt sie deshalb Luc, nachdem dieser Said in ihrem Auftrag getötet hat. Der Tod Saids bedeutet ihr nichts, aber ein überfahrenes Kaninchen lässt sie in Tränen ausbrechen.
Das ist ein sehr spezieller und absolut sehenswerter Film, der sich in keine Schublade pressen lässt, eben ein echter Ozon. Die Musikuntermalung ist nur sehr sparsam eingesetzt und es gibt auch nur wenige Dialoge. Die Spannung bezieht der Film aus der Kraft und der Fantasie der Bilder. Man kann Francois Ozon nur dankbar sein für so einen mutigen und außergewöhnlichen Film, der die Geschichte von "Hänsel und Gretel" mal so ganz anders variiert. Ganz große Empfehlung, wenn auch nicht für jeden Geschmack.
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