"Jenseits der Träume" - "In Dreams" ist ein Film von Neil Jordan aus dem Jahr 1999. Das Drehbuch schrieb Jordan zusammen mit Bruce Robinson.
Claire (Annette Bening) hat bereits seit ihrer Kindheit gelegentlich merkwürdige Visionen, für die sie aber keine Erklärungen hat. In jüngster Zeit treten diese wieder häufiger auf, was nicht nur Claire, sondern auch ihren Mann Paul (Aidan Quinn) langsam mürbe macht. Paul, der als Pilot arbeitet und oft nicht zu Hause ist, hat für Claires Befindlichkeiten nur wenig Verständnis. In einer weiteren Vision sieht Claire, wie ihre Tochter Rebecca von einem Mann getötet wird. Als Rebecca nach einer Schulaufführung spurlos verschwindet, werden Claires schlimmste Träume zur Realität. Ihre Tochter wird tot aufgefunden. Claire versucht daraufhin, sich das Leben zu nehmen, kann aber gerettet werden und landet in einer Klinik. Der Psychiater Dr. Silverman (Stephen Rea) kümmert sich um sie, aber er zweifelt an ihren Erzählungen, ebenso wie der ermittelnde Detective Kay (Paul Guilfoyle).
Bald darauf sieht Claire den Tod ihres Ehemannes voraus, aber niemand glaubt ihr. Sie ist sich inzwischen sicher, mit einem Serienkiller auf irgendeine Weise verbunden zu sein. Der See, an dem sie lebt, ist ein künstlicher Stausee, für den in den sechziger Jahren ein Dorf geflutet wurde. Ein kleiner Junge wurde damals von seiner Mutter ans Bett gefesselt und konnte nur knapp überleben als das Wasser kam. Er wurde dabei wahnsinnig und landete in der Irrenanstalt, aus der er einige Jahre später ausbrechen konnte. Jetzt, als erwachsener Mann, spukt dieser Vivian Thompson (Robert Downey Jr.) in Claires Kopf herum und lockt sie schließlich zu sich. Claire erkennt, dass nur sie in der Lage sein wird, Vivian aufzuhalten.
Was für ein Film, den muss man erstmal verdauen. Die Geschichte an sich ist gar nicht schlecht, aber viel zu überfrachtet und mit zu vielen Ungereimtheiten versehen. Allerdings gelingt es Neil Jordan hier mit wunderbaren Bildern zu arbeiten, die wiegen wieder einiges auf. Die guten Schauspieler darf man dabei nicht unerwähnt lassen, besonders Annette Bening ist ganz große Klasse. Aidan Quinn kommt ein bisschen schlecht weg, weil sein Charakter nicht wirklich sympathisch dargestellt wird. Robert Downey Jr. kommt erst im letzten Teil des Films zum Einsatz, aber er ist ebenfalls großartig. Und was wäre ein Neil Jordan-Film ohne Stephen Rea? Undenkbar.
Insgesamt gesehen ein etwas sperriger und wohl eher unbekannter Film von Neil Jordan, den ich aber trotzdem empfehlen möchte. Meckern muss ich allerdings noch darüber, dass es keine deutschen Untertitel gibt, was mich immer sehr ärgert. Positiv anzumerken ist jedoch noch der Soundtrack, besonders "In Dreams" von Roy Orbison. Also ruhig mal einen Blick riskieren.
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Sonntag, 3. April 2011
Samstag, 26. Februar 2011
Ondine
"Ondine" ist ein Film von Neil Jordan (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2009. Kameramann war hier Christopher Doyle.
Der irische Fischer Syracuse (Colin Farrell) zieht eines Tages in seinem Netz eine junge Frau (Alicja Bachleda) aus dem Meer. Diese ist sehr verängstigt und möchte von niemandem gesehen werden, also bietet ihr Syracuse Unterschlupf in der Hütte seiner verstorbenen Mutter an. Die Frau, die sich Ondine nennt, geht auf das Angebot ein und zieht in das kleine Haus.
Syracuse wird von den übrigen Dorfbewohnern gerne mal verspottet und sie nennen ihn "Circus, den Clown". Er ist trockener Alkoholiker und hat eine nierenkranke Tochter namens Annie (Alison Barry), die im Rollstuhl sitzt und regelmäßig zur Dialyse muss. Annie wohnt seit der Scheidung ihrer Eltern bei ihrer Mutter, die ebenfalls Alkoholikerin ist, aber immer noch trinkt.
Syracuse erzählt Annie eine Geschichte von einem Fischer, der eine Frau aus dem Wasser gezogen hat und Annie glaubt, dass es ein Selkie, eine Robbenfrau ist. Ondine begleitet Syracuse auf seinem Fischerboot und während sie eine fremde Melodie singt, füllen sich die Fangkörbe und Netze scheinbar wie von selbst. Ist Ondine vielleicht tatsächlich ein Fabelwesen? Hat sie etwa magische Kräfte?
Spätestens als ein geheimnisvoller Fremder im Dorf auftaucht und nach der jungen Frau fragt, ahnt man schon, dass die Geschichte eben doch nicht so märchenhaft sein kann, denn Ondine hat auch ein Vorleben, das sie nun einzuholen scheint. Wie wird die Geschichte wohl ausgehen?
Ich hatte erst Bedenken, mir diesen Film anzuschauen, denn von der Beschreibung her lässt das auf ziemlichen Kitsch schließen. Doch dann dachte ich mir, wenn dieser Film von Neil Jordan ist, dann kann es kein zuckersüßes Märchen sein, der Mann dreht einfach ganz andere Filme. Und was soll ich sagen, es lohnt sich tatsächlich einen Blick zu riskieren, denn Christopher Doyle hat ganz wunderbare Landschaftsaufnahmen eingefangen, die man nicht verpassen sollte. Bereits mit der überaus stimmigen Anfangssequenz, die über die Inseln und das Meer fährt und mit sehr schöner Musik unterlegt ist, hatte er mich auf seiner Seite.
Dass die Geschichte hier und da ein bisschen am Kitsch vorbeischrammt, ist durchaus zu verschmerzen, denn Neil Jordan erzählt dieses kleine Märchen sehr augenzwinkernd. Allzu ernst darf man das alles nicht nehmen und es ist eben auch ein wenig versponnen, aber die Bilder reißen es wirklich heraus. Wenn dann noch jemand wie Stephen Rea den Dorfpfarrer spielt, dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Kleine Anmerkung noch an die Herrschaften, die für die Kostüme zuständig sind: Es wäre schön gewesen, wenn die Klamotten von Ondine etwas weniger nuttig ausgesehen hätten.
Insgesamt gesehen ein netter kleiner Film, der zwischen Märchen, Kitsch und Drama pendelt. Wer die Filme von Neil Jordan mag, der wird sicher auch diesen mögen, auch wenn er ein bisschen anders ist. Sehenswert ist er trotzdem, was vor allem an Colin Farrell liegt, der hier wirklich eine tolle Leistung zeigt und sehr überzeugend ist.
Der irische Fischer Syracuse (Colin Farrell) zieht eines Tages in seinem Netz eine junge Frau (Alicja Bachleda) aus dem Meer. Diese ist sehr verängstigt und möchte von niemandem gesehen werden, also bietet ihr Syracuse Unterschlupf in der Hütte seiner verstorbenen Mutter an. Die Frau, die sich Ondine nennt, geht auf das Angebot ein und zieht in das kleine Haus.
Syracuse wird von den übrigen Dorfbewohnern gerne mal verspottet und sie nennen ihn "Circus, den Clown". Er ist trockener Alkoholiker und hat eine nierenkranke Tochter namens Annie (Alison Barry), die im Rollstuhl sitzt und regelmäßig zur Dialyse muss. Annie wohnt seit der Scheidung ihrer Eltern bei ihrer Mutter, die ebenfalls Alkoholikerin ist, aber immer noch trinkt.
Syracuse erzählt Annie eine Geschichte von einem Fischer, der eine Frau aus dem Wasser gezogen hat und Annie glaubt, dass es ein Selkie, eine Robbenfrau ist. Ondine begleitet Syracuse auf seinem Fischerboot und während sie eine fremde Melodie singt, füllen sich die Fangkörbe und Netze scheinbar wie von selbst. Ist Ondine vielleicht tatsächlich ein Fabelwesen? Hat sie etwa magische Kräfte?
Spätestens als ein geheimnisvoller Fremder im Dorf auftaucht und nach der jungen Frau fragt, ahnt man schon, dass die Geschichte eben doch nicht so märchenhaft sein kann, denn Ondine hat auch ein Vorleben, das sie nun einzuholen scheint. Wie wird die Geschichte wohl ausgehen?
Ich hatte erst Bedenken, mir diesen Film anzuschauen, denn von der Beschreibung her lässt das auf ziemlichen Kitsch schließen. Doch dann dachte ich mir, wenn dieser Film von Neil Jordan ist, dann kann es kein zuckersüßes Märchen sein, der Mann dreht einfach ganz andere Filme. Und was soll ich sagen, es lohnt sich tatsächlich einen Blick zu riskieren, denn Christopher Doyle hat ganz wunderbare Landschaftsaufnahmen eingefangen, die man nicht verpassen sollte. Bereits mit der überaus stimmigen Anfangssequenz, die über die Inseln und das Meer fährt und mit sehr schöner Musik unterlegt ist, hatte er mich auf seiner Seite.
Dass die Geschichte hier und da ein bisschen am Kitsch vorbeischrammt, ist durchaus zu verschmerzen, denn Neil Jordan erzählt dieses kleine Märchen sehr augenzwinkernd. Allzu ernst darf man das alles nicht nehmen und es ist eben auch ein wenig versponnen, aber die Bilder reißen es wirklich heraus. Wenn dann noch jemand wie Stephen Rea den Dorfpfarrer spielt, dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Kleine Anmerkung noch an die Herrschaften, die für die Kostüme zuständig sind: Es wäre schön gewesen, wenn die Klamotten von Ondine etwas weniger nuttig ausgesehen hätten.
Insgesamt gesehen ein netter kleiner Film, der zwischen Märchen, Kitsch und Drama pendelt. Wer die Filme von Neil Jordan mag, der wird sicher auch diesen mögen, auch wenn er ein bisschen anders ist. Sehenswert ist er trotzdem, was vor allem an Colin Farrell liegt, der hier wirklich eine tolle Leistung zeigt und sehr überzeugend ist.
Sonntag, 2. Januar 2011
Mona Lisa
"Mona Lisa" ist ein Film von Neil Jordan aus dem Jahr 1986. Das Drehbuch schrieb Jordan zusammen mit David Leland.
George (Bob Hoskins) kommt nach sieben Jahren aus dem Gefängnis und steht vor den Scherben seines Lebens. Seine Frau knallt ihm die Tür vor der Nase zu und untersagt ihm auch den Kontakt zu der gemeinsamen Tochter. Sein früherer Chef Mortwell (Michael Caine), der inzwischen zum großen Gangsterboss aufgestiegen ist, beschäftigt George als Fahrer. Er soll sich um das Callgirl Simone (Cathy Tyson) kümmern und sie zu ihren Verabredungen fahren.
George und Simone können sich nicht leiden und streiten sich ständig, bis beide begreifen, dass sie so unterschiedlich gar nicht sind.Sie kommen sich langsam näher und Simone bittet George darum, eine Freundin von ihr ausfindig zu machen, die vermutlich auf den Strich geht. George geht darauf ein und insgeheim hat er sich in Simone verliebt.
Auf der Suche nach Cathy, Simones Freundin, durchstreift er das Rotlichtmilieu und macht Bekanntschaft mit sehr jungen Frauen, ja eher noch Kindern, die schon anschaffen gehen. Diese Begegnungen setzen ihm sehr zu. Als er Cathy findet, ist diese mit Drogen zugedröhnt und George und Simone schaffen sie aus der Stadt. Die vermeintliche Sicherheit ist aber trügerisch, denn Mortwell und Simones Zuhälter sind ihnen bereits auf der Spur und der Showdown naht.
Neil Jordan hat hier einen wundervollen Thriller geschaffen, der vor allen Dingen auch eine große Sensibilität besitzt. Die Bilder des nächtlichen Londons, die traurigen Hinterzimmer der Bordelle und Clubs, das alles wirkt sehr authentisch. Die Besetzung ist ein Traum, allein schon Bob Hoskins ist absolut fabelhaft in seiner Rolle. Cathy Tyson erinnert in ihrer Schönheit und Androgynität bereits an Jaye Davidson und seine Rolle als Dil in Jordans Film "The Crying Game", der 1992 entstand. Michael Caine ist ein Gangsterboss zum Fürchten, immer ganz kurz vorm Ausrasten. Robbie Coltrane sorgt als Georges Kumpel Thomas für die nötige Portion Humor und Menschlichkeit in diesem Film, der eigentlich eher düster und traurig ist, aber trotzdem nie zu deprimierend ist.
Insgesamt gesehen ein großartiger Film, den man nicht verpassen sollte. Das britische Kino hat so viel zu bieten, da kann Hollywood sich gerne mal hinten anstellen. Die FSK 18-Freigabe ist natürlich wieder mal ein Witz, ich verkneife mir aber mal ausnahmsweise meinen galligen Kommentar dazu und denke mir nur meinen Teil. Vielleicht lernen die es ja noch mal irgendwann, wäre doch schön.
George (Bob Hoskins) kommt nach sieben Jahren aus dem Gefängnis und steht vor den Scherben seines Lebens. Seine Frau knallt ihm die Tür vor der Nase zu und untersagt ihm auch den Kontakt zu der gemeinsamen Tochter. Sein früherer Chef Mortwell (Michael Caine), der inzwischen zum großen Gangsterboss aufgestiegen ist, beschäftigt George als Fahrer. Er soll sich um das Callgirl Simone (Cathy Tyson) kümmern und sie zu ihren Verabredungen fahren.
George und Simone können sich nicht leiden und streiten sich ständig, bis beide begreifen, dass sie so unterschiedlich gar nicht sind.Sie kommen sich langsam näher und Simone bittet George darum, eine Freundin von ihr ausfindig zu machen, die vermutlich auf den Strich geht. George geht darauf ein und insgeheim hat er sich in Simone verliebt.
Auf der Suche nach Cathy, Simones Freundin, durchstreift er das Rotlichtmilieu und macht Bekanntschaft mit sehr jungen Frauen, ja eher noch Kindern, die schon anschaffen gehen. Diese Begegnungen setzen ihm sehr zu. Als er Cathy findet, ist diese mit Drogen zugedröhnt und George und Simone schaffen sie aus der Stadt. Die vermeintliche Sicherheit ist aber trügerisch, denn Mortwell und Simones Zuhälter sind ihnen bereits auf der Spur und der Showdown naht.
Neil Jordan hat hier einen wundervollen Thriller geschaffen, der vor allen Dingen auch eine große Sensibilität besitzt. Die Bilder des nächtlichen Londons, die traurigen Hinterzimmer der Bordelle und Clubs, das alles wirkt sehr authentisch. Die Besetzung ist ein Traum, allein schon Bob Hoskins ist absolut fabelhaft in seiner Rolle. Cathy Tyson erinnert in ihrer Schönheit und Androgynität bereits an Jaye Davidson und seine Rolle als Dil in Jordans Film "The Crying Game", der 1992 entstand. Michael Caine ist ein Gangsterboss zum Fürchten, immer ganz kurz vorm Ausrasten. Robbie Coltrane sorgt als Georges Kumpel Thomas für die nötige Portion Humor und Menschlichkeit in diesem Film, der eigentlich eher düster und traurig ist, aber trotzdem nie zu deprimierend ist.
Insgesamt gesehen ein großartiger Film, den man nicht verpassen sollte. Das britische Kino hat so viel zu bieten, da kann Hollywood sich gerne mal hinten anstellen. Die FSK 18-Freigabe ist natürlich wieder mal ein Witz, ich verkneife mir aber mal ausnahmsweise meinen galligen Kommentar dazu und denke mir nur meinen Teil. Vielleicht lernen die es ja noch mal irgendwann, wäre doch schön.
Sonntag, 12. Dezember 2010
The Butcher Boy
"The Butcher Boy" ist ein Film von Neil Jordan aus dem Jahr 1997. Das Drehbuch schrieb Jordan zusammen mit Patrick McCabe, der auch den gleichnamigen Roman verfasst hat.
Der junge Francie (grandios: Eamonn Owens) hat keine leichte Kindheit. Er wächst in den 1960er Jahren in einer kleinen Stadt in Irland auf. Seine Mutter (Aisling O'Sullivan) ist labil und deswegen oft in der Nervenklinik. Sein Vater (Stephen Rea) ist Musiker und schwer alkoholabhängig. Francie hat aber einen guten Freund, nämlich Joe (Alan Boyle), mit ihm zusammen fühlt er sich sicher und unabhängig. Sie sind Blutsbrüder und Francie hängt sehr an Joe, der ihn aber später im Stich lassen wird.
Francie treibt gerne derbe Späße, besonders mit dem kleinen Phillip (Andrew Fullerton), wodurch er sich dessen Mutter Mrs. Nugent (Fiona Shaw) zur erklärten Feindin macht. Selbst Joe versucht, Francie davon abzuhalten, Phillip weiter zu drangsalieren, er freundet sich sogar mit Phillip an, was Francie als Verrat empfindet. Nachdem Francie es mit seinen "Späßen" zu weit getrieben hat, landet er im Heim, wo es allerdings auch nicht gut um ihn bestellt ist. Als er wieder nach Hause kommt, ist seine Mutter gestorben und auch sein Vater macht es nicht mehr lange. Francie flüchtet sich immer mehr in Fantasiewelten.
Mrs. Nugent scheint für ihn die Wurzel allen Übels zu sein, deswegen will Francie sich an ihr rächen. Sein Schicksal hat für ihn scheinbar nur den einen Ausweg.
Das ist ein Film, der eigentlich eine tieftraurige Geschichte erzählt, aber ohne dabei zu sehr zu deprimieren. Auch wenn alles noch so trist und bedrückend ist, Neil Jordan schafft die Balance zwischen Humor und Wahnsinn. Dabei hilft ihm in erster Linie der Darsteller des jungen Francie, der so wunderbar besetzt ist, dass er allein den ganzen Film trägt. In einer Umgebung, in der man entweder nur verrückt werden kann oder dem Alkohol verfallen, womöglich sogar beides, ist er wie ein strahlendes Licht, von dem man aber bald weiß, dass es keine Chance hat. Traurig, aber auch grandios.
Insgesamt gesehen ein berührender kleiner Film, der unter die Haut geht und direkt ins Herz. Schmerzlich und trotzdem schön. Sehr empfehlenswert.
Der junge Francie (grandios: Eamonn Owens) hat keine leichte Kindheit. Er wächst in den 1960er Jahren in einer kleinen Stadt in Irland auf. Seine Mutter (Aisling O'Sullivan) ist labil und deswegen oft in der Nervenklinik. Sein Vater (Stephen Rea) ist Musiker und schwer alkoholabhängig. Francie hat aber einen guten Freund, nämlich Joe (Alan Boyle), mit ihm zusammen fühlt er sich sicher und unabhängig. Sie sind Blutsbrüder und Francie hängt sehr an Joe, der ihn aber später im Stich lassen wird.
Francie treibt gerne derbe Späße, besonders mit dem kleinen Phillip (Andrew Fullerton), wodurch er sich dessen Mutter Mrs. Nugent (Fiona Shaw) zur erklärten Feindin macht. Selbst Joe versucht, Francie davon abzuhalten, Phillip weiter zu drangsalieren, er freundet sich sogar mit Phillip an, was Francie als Verrat empfindet. Nachdem Francie es mit seinen "Späßen" zu weit getrieben hat, landet er im Heim, wo es allerdings auch nicht gut um ihn bestellt ist. Als er wieder nach Hause kommt, ist seine Mutter gestorben und auch sein Vater macht es nicht mehr lange. Francie flüchtet sich immer mehr in Fantasiewelten.
Mrs. Nugent scheint für ihn die Wurzel allen Übels zu sein, deswegen will Francie sich an ihr rächen. Sein Schicksal hat für ihn scheinbar nur den einen Ausweg.
Das ist ein Film, der eigentlich eine tieftraurige Geschichte erzählt, aber ohne dabei zu sehr zu deprimieren. Auch wenn alles noch so trist und bedrückend ist, Neil Jordan schafft die Balance zwischen Humor und Wahnsinn. Dabei hilft ihm in erster Linie der Darsteller des jungen Francie, der so wunderbar besetzt ist, dass er allein den ganzen Film trägt. In einer Umgebung, in der man entweder nur verrückt werden kann oder dem Alkohol verfallen, womöglich sogar beides, ist er wie ein strahlendes Licht, von dem man aber bald weiß, dass es keine Chance hat. Traurig, aber auch grandios.
Insgesamt gesehen ein berührender kleiner Film, der unter die Haut geht und direkt ins Herz. Schmerzlich und trotzdem schön. Sehr empfehlenswert.
Montag, 6. Dezember 2010
Breakfast on Pluto
"Breakfast on Pluto" ist ein Film von Neil Jordan (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2005. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Patrick McCabe.
In einer kleinen irischen Gemeinde wird im Jahr 1958 ein Baby ausgesetzt und von Father Bernard (Liam Neeson) gefunden. Der kleine Junge kommt in eine Pflegefamilie und wächst dort auf. Patrick ist aber anders als die anderen Kinder in seinem Alter. Statt für Fußball interessiert er sich eher für schöne Kleider und Make Up. Seine Pflegemutter ist mit ihm überfordert und Patrick erfährt durch Zufall, nicht das leibliche Kind der Familie zu sein.
Von da an ist Patrick, der sich selbst inzwischen "Kitten" nennt, auf der Suche nach seiner Mutter. Er verlässt Irland und geht nach London. In seiner unschuldigen und teils naiven Art gerät er oft an die falschen Menschen, verliert aber nie den Glauben an das Gute. Die Suche nach seiner Mutter wird für Kitten zu einer Suche nach Anerkennung und Liebe.
Die Geschichte um den Jungen, der so gerne ein Mädchen wäre, hat schon fast märchenhafte Züge und ist ganz bezaubernd erzählt. Cillian Murphy ist als Kitten so hinreißend, das kann man beinahe nicht in Worte fassen. Er überstrahlt alles, da können selbst die Co-Stars wie Liam Neeson oder Stephen Rea nur in der zweiten Reihe stehen. Der tolle 70er-Jahre Soundtrack ist einfach mitreißend und sehr stimmig.
Insgesamt gesehen ein wunderbarer Film, der direkt ins Herz geht, den darf man nicht verpassen. Also rein in den Glitzerfummel und her mit der Schminke, Kitten wartet schon.
In einer kleinen irischen Gemeinde wird im Jahr 1958 ein Baby ausgesetzt und von Father Bernard (Liam Neeson) gefunden. Der kleine Junge kommt in eine Pflegefamilie und wächst dort auf. Patrick ist aber anders als die anderen Kinder in seinem Alter. Statt für Fußball interessiert er sich eher für schöne Kleider und Make Up. Seine Pflegemutter ist mit ihm überfordert und Patrick erfährt durch Zufall, nicht das leibliche Kind der Familie zu sein.
Von da an ist Patrick, der sich selbst inzwischen "Kitten" nennt, auf der Suche nach seiner Mutter. Er verlässt Irland und geht nach London. In seiner unschuldigen und teils naiven Art gerät er oft an die falschen Menschen, verliert aber nie den Glauben an das Gute. Die Suche nach seiner Mutter wird für Kitten zu einer Suche nach Anerkennung und Liebe.
Die Geschichte um den Jungen, der so gerne ein Mädchen wäre, hat schon fast märchenhafte Züge und ist ganz bezaubernd erzählt. Cillian Murphy ist als Kitten so hinreißend, das kann man beinahe nicht in Worte fassen. Er überstrahlt alles, da können selbst die Co-Stars wie Liam Neeson oder Stephen Rea nur in der zweiten Reihe stehen. Der tolle 70er-Jahre Soundtrack ist einfach mitreißend und sehr stimmig.
Insgesamt gesehen ein wunderbarer Film, der direkt ins Herz geht, den darf man nicht verpassen. Also rein in den Glitzerfummel und her mit der Schminke, Kitten wartet schon.
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