"Familienfest" ist ein Film von Lars Kraume aus dem Jahr 2015. Das Drehbuch stammt von Andrea Stoll und Martin Rauhaus.
Worum geht es? Der 70. Geburtstag des erfolgreichen Pianisten Hannes Westhoff (Günther Maria Halmer) soll groß gefeiert werden und so hat seine zweite Ehefrau Anne (Michaela May) die Familie in die herrschaftliche Villa eingeladen. Nur, so richtig gerne kommt hier niemand her, denn der alte Herr ist nicht nur ein Genie, sondern in erster Linie ein ausgesprochenes Arschloch, der für jeden in seiner Umgebung stets ein paar Beschimpfungen bereithält.
Die Söhne Max (Lars Eidinger), Gregor (Marc Hosemann) und Frederik (Barnaby Metschurat), sowie deren Mutter Renate (Hannelore Elsner), die erste Ehefrau von Hannes, reisen am Vortag des Geburtstages an und wissen schon, was ihnen blüht. Ein schlecht gelaunter Hannes und eine aufopfernde Anne, die alles still über sich ergehen lässt und mit ihrer unbedingten Harmoniesucht zum Spielball der Gemeinheiten wird.
Bereits am ersten Abend eskaliert die Situation und das eigentliche Fest am nächsten Tag wird nicht viel besser. Doch dann gibt es eine unerwartete Wendung und die Familie rückt wieder näher zusammen. Bis dahin sind allerdings viele verletzende Worte gefallen, wertvolle Partituren in Flammen aufgegangen, was aber irgendwie kaum interessiert und auch sonst bleiben einem die meisten Charaktere merkwürdig egal, weil man nichts über sie erfährt und eigentlich auch gar nichts erfahren will.
Die Dialoge mögen auf dem Papier funktioniert haben, im Film selbst wirken sie hölzern, gestelzt und flach, man hört praktisch das Rascheln der Drehbuchseiten. Es wird auch kein Klischee ausgelassen in dieser Ansammlung von "Dramen" innerhalb der Familie. Die Ex-Frau ist stets betrunken, der jüngste Sohn Frederik ist schwul und will mit seinem Partner Vincent (Daniel Krauss) ein Kind adoptieren und Gregor hat Schulden bei den falschen Leuten, bereits einen gebrochenen Finger und will den Vater mal wieder um Geld anbetteln.
Der Patriarch selbst hat für alle nur Verachtung übrig, die er auch dauernd zum Ausdruck bringt. Warum hier überhaupt jemand zur Feier erscheint, erschließt sich nicht wirklich. Sorge ums Erbe?
Einziger Lichtblick in diesem Trauerspiel sind Lars Eidinger als ältester Sohn Max und Jördis Triebel als Krankenschwester Jenny, die von Max spontan zum Familienfest mitgebracht wird und sich als seine Freundin ausgeben soll. Diese Szenen machen den Film sehenswert, denn beide spielen und ergänzen sich sehr gut. Hier hat der Film auch noch den gewünschten Tiefgang, denn Max hat seiner Familie bisher verheimlicht, dass er todkrank ist. Sein Sterben beherrscht den letzten Teil des Films und bedeutet absoluten Taschentuchalarm.
Der Film an sich ist eigentlich ein typischer Fernsehfilm, was man ihm leider auch anmerkt. Alles schön nach Schema F abliefern und bloß den Zuschauer nicht überfordern. Nur leider funktioniert das hier nicht wirklich. Der herrische Vater als Ekelpaket, den man nicht im Traum besuchen würde, nur um sich dann doch wieder von ihm beschimpfen zu lassen, die verzweifelt harmoniesüchtige Ehefrau, die sich alles gefallen lässt ist eine reine Witzfigur und die alkoholsüchtige Ex-Frau, die schon zum Frühstück ihr Pensum erfüllt hat, haben wir nun auch schon oft genug erlebt. Mit anderen Worten: Es nervt. Und schlimmer: Es interessiert niemanden.
Ich muss ganz klar sagen, ohne die Mitwirkung von Lars Eidinger hätte ich mir diesen Film nicht bis zum Schluss angesehen. Seine Darstellung ist wie üblich brillant und sehr sehenswert. Der Film an sich aber leider nicht. Schade.
Posts mit dem Label Eingeschränkt empfehlenswert werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Eingeschränkt empfehlenswert werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Dienstag, 22. März 2016
Montag, 4. Januar 2016
Saint Laurent
"Saint Laurent" ist ein Film von Bertrand Bonello aus dem Jahr 2014. Das Drehbuch schrieb Bonello zusammen mit Thomas Bidegain. Der Film beschäftigt sich mit dem Leben des französischen Modeschöpfers Yves Saint Laurent, konzentriert sich hierbei aber auf die Zeit zwischen 1967 und 1977. Insgesamt geht der Regisseur aber offensichtlich davon aus, dass der Zuschauer mit dem Leben und Werk des Designers vertraut ist, denn erklärt wird hier nichts. Im Gegenteil, er springt in die Geschichte hinein und auch wieder hinaus, manchmal auch hin und her, aber das war es dann auch schon.
Klingt das irgendwie so, als wäre ich mit dem Ergebnis unzufrieden? Ja, leider und ich bin durchaus mit der Geschichte vertraut, was sicher nicht für alle Zuschauer gilt. Dabei klang das alles doch so verlockend. Allein schon die Besetzung versprach ein wundervolles Filmerlebnis: Gaspard Ulliel, Jérémie Renier, Louis Garrel, Léa Seydoux, Valeria Bruni Tedeschi. Monatelang freute ich mich auf den Erscheinungstermin der DVD und dann? Ernüchterung und Enttäuschung. Mehr nicht. Und natürlich die Frage, wie man aus diesem Thema und mit dieser Besetzung so einen Quark erschaffen kann. Ich bin immer noch fassungslos.
Nun gut, die Schauspieler sind tadellos, die Ausstattung ist exquisit, die Kostüme sowieso. Allein, es fehlt das Herzblut, um aus einem Biopic einen interessanten Film zu machen. Nur schöne Bilder aneinanderzureihen reicht da leider nicht. Gezeigt werden Bilder von Yves Saint Laurent bei der Arbeit in seinem Atelier, von seinen Modeschauen, in seinen luxuriösen Appartements und in schicken Nachtclubs, das alles scheinbar endlos. Ebenso beim Feiern mit seinen Freunden und Musen, immer exzessiverer Drogen- und Alkoholkonsum inklusive, oder auch bei geschäftlichen Verhandlungen. Das alles ist in etwa so aufregend, als würde man Farbe beim Trocknen zusehen und über die unglaubliche Laufzeit von fast 135 Minuten besser als jedes Schlafmittel.
Für den Menschen Yves Saint Laurent oder auch für die Beziehung zu seinem jahrzehntelangen Lebensgefährten Pierre Bergé interessiert sich der Film dabei überhaupt nicht. Die Rolle des alternden Designers wird dann von Helmut Berger verkörpert, der zwar nur wenige Szenen hat, aber dessen Besetzung eigentlich ganz amüsant anmutet, wenn die Idee nicht sofort wieder in sich zusammenfallen würde. Warum nur liegt Helmut Berger als Yves Saint Laurent auf dem Bett und sieht sich einen Film mit dem jungen Helmut Berger an? Jede Wette, an der Stelle hat sich der Regisseur selbst für seinen tollen Einfall applaudiert. Ich habe jedenfalls nur mit den Augen gerollt.
Die DVD bietet den Film in der deutschen Synchronisation und in der französischen Originalfassung an, jedoch ohne deutsche Untertitel. Das ist ein weiterer Minuspunkt. Gut, interessante Dialoge gibt es im ganzen Film nicht, aber ich finde das Fehlen der Untertitel trotzdem sehr ärgerlich.
Schade, für mich ist "Saint Laurent" die größte Enttäuschung des letzten Jahres. Das Projekt klang so vielversprechend, wurde aber leider komplett gegen die Wand gefahren. Kann man gerne verpassen.
Klingt das irgendwie so, als wäre ich mit dem Ergebnis unzufrieden? Ja, leider und ich bin durchaus mit der Geschichte vertraut, was sicher nicht für alle Zuschauer gilt. Dabei klang das alles doch so verlockend. Allein schon die Besetzung versprach ein wundervolles Filmerlebnis: Gaspard Ulliel, Jérémie Renier, Louis Garrel, Léa Seydoux, Valeria Bruni Tedeschi. Monatelang freute ich mich auf den Erscheinungstermin der DVD und dann? Ernüchterung und Enttäuschung. Mehr nicht. Und natürlich die Frage, wie man aus diesem Thema und mit dieser Besetzung so einen Quark erschaffen kann. Ich bin immer noch fassungslos.
Nun gut, die Schauspieler sind tadellos, die Ausstattung ist exquisit, die Kostüme sowieso. Allein, es fehlt das Herzblut, um aus einem Biopic einen interessanten Film zu machen. Nur schöne Bilder aneinanderzureihen reicht da leider nicht. Gezeigt werden Bilder von Yves Saint Laurent bei der Arbeit in seinem Atelier, von seinen Modeschauen, in seinen luxuriösen Appartements und in schicken Nachtclubs, das alles scheinbar endlos. Ebenso beim Feiern mit seinen Freunden und Musen, immer exzessiverer Drogen- und Alkoholkonsum inklusive, oder auch bei geschäftlichen Verhandlungen. Das alles ist in etwa so aufregend, als würde man Farbe beim Trocknen zusehen und über die unglaubliche Laufzeit von fast 135 Minuten besser als jedes Schlafmittel.
Für den Menschen Yves Saint Laurent oder auch für die Beziehung zu seinem jahrzehntelangen Lebensgefährten Pierre Bergé interessiert sich der Film dabei überhaupt nicht. Die Rolle des alternden Designers wird dann von Helmut Berger verkörpert, der zwar nur wenige Szenen hat, aber dessen Besetzung eigentlich ganz amüsant anmutet, wenn die Idee nicht sofort wieder in sich zusammenfallen würde. Warum nur liegt Helmut Berger als Yves Saint Laurent auf dem Bett und sieht sich einen Film mit dem jungen Helmut Berger an? Jede Wette, an der Stelle hat sich der Regisseur selbst für seinen tollen Einfall applaudiert. Ich habe jedenfalls nur mit den Augen gerollt.
Die DVD bietet den Film in der deutschen Synchronisation und in der französischen Originalfassung an, jedoch ohne deutsche Untertitel. Das ist ein weiterer Minuspunkt. Gut, interessante Dialoge gibt es im ganzen Film nicht, aber ich finde das Fehlen der Untertitel trotzdem sehr ärgerlich.
Schade, für mich ist "Saint Laurent" die größte Enttäuschung des letzten Jahres. Das Projekt klang so vielversprechend, wurde aber leider komplett gegen die Wand gefahren. Kann man gerne verpassen.
Samstag, 14. Februar 2015
Dracula Untold
"Dracula Untold" ist ein Film von Gary Shore aus dem Jahr 2014 und gleichzeitig sein Langfilmdebüt. Das Drehbuch stammt von Matt Sazama und Burk Sharpless, die hier ebenfalls ihr Debüt abliefern.
Der Film beschäftigt sich mit der Figur des Fürsten Vlad III., den es tatsächlich gegeben hat, und der im 15. Jahrhundert in Transsilvanien ein kleines Fürstentum in der Walachei regiert hat. Auf Grund seines Umgangs mit feindlichen Truppen im Krieg erhielt er den Namen "Vlad der Pfähler". Seine Lebensgeschichte inspirierte Bram Stoker um 1890 herum zu seinem Roman "Dracula". Die Handlung des Films ist aber selbstverständlich reine Fiktion.
Fürst Vlad (Luke Evans) führt ein ruhiges und friedliches Leben mit seiner Frau Mirena (Sarah Gadon) und seinem kleinen Sohn Ingeras (Art Parkinson). Seine Untergebenen lieben und achten ihn. Doch eines Tages trifft ein Abgesandter des türkischen Sultans Mehmed (Dominic Cooper) ein und fordert nicht nur den üblichen Sold, sondern zudem auch noch 1000 Jünglinge, die als Krieger für das Osmanische Reich ausgebildet werden sollen. Vlad weiß, was das für die Jungen bedeutet, hat er doch einst das gleiche Schicksal erleiden müssen. Seinem Sohn und den anderen Kindern will er das nicht zumuten und so lehnt er die Bitte des Sultans unmissverständlich ab, mit bösen Folgen.
Vlad verfügt in seinem Fürstentum nur über eine kleine Armee, die dem drohenden Angriff der übermächtigen Türken nichts entgegenzusetzen hat. Also macht er sich auf ins Reißzahngebirge, wo in einer Höhle ein Monster mit übernatürlichen Kräften haust. Der Mönch Lucian (Paul Kaye) hat ihm dessen Geschichte anvertraut, nachdem Vlad selbst in dieser Höhle war und erlebt hat, dass dort etwas Unheimliches vor sich geht. Der Vampir Caligula (Charles Dance) lebt dort seit Jahrhunderten und wartet darauf, von einem Menschen befreit zu werden, der sein Blut trinkt. Vlad lässt sich darauf ein, er erhält die Kräfte des Vampirs und ihm bleiben drei Tage, in denen er seinen Blutdurst unterdrücken muss. Sollte er das schaffen, würde aus ihm wieder ein Mensch werden, falls nicht, bliebe er auf ewig ein Vampir.
Ausgestattet mit übernatürlichen Kräften gelingt es Vlad im Alleingang, die Türken in Schach zu halten und ihre Truppen zu dezimieren. Doch Mehmed will Rache und schickt immer mehr Krieger in die Schlacht. In der Zwischenzeit hat Vlad das Problem, dass seine Untertanen seine Verwandlung bemerken und sich gegen ihn auflehnen. Eine entscheidende Schlacht steht an und die drei Tage sind fast vorbei. Vlad ist der Verzweiflung nahe, als seine Frau schließlich ein großes Opfer bringt und damit den Ausgang der Geschichte entscheidend beeinflusst.
Jetzt habe ich doch tatsächlich wieder mehr geschrieben als ich eigentlich wollte und muss zugeben, so hört sich das alles auch ganz gut an, den Film selbst kann ich aber trotzdem nicht wirklich empfehlen. Es gibt allerdings einen guten Grund, sich dieses Werk anzuschauen, nämlich Luke Evans. Der war mir bisher unbekannt, passt hier aber sensationell gut in seine Rolle und trägt mühelos den ganzen Film. Muss er aber auch, weil an seiner Seite weit und breit niemand ist, der auch nur ansatzweise interessant ist. Mitunter tat er mir schon ein bisschen leid, wenn er so allein durch die Kulissen gejagt wurde, um mit wehenden Haaren und grimmigem Gesichtsausdruck seine Stärke und Entschiedenheit auszudrücken, während ihm das Drehbuch ständig Knüppel zwischen die Beine wirft.
Optisch gesehen ist der Film recht gut gelungen, aber inhaltlich gibt es doch diverse Dinge, die mich eher meckern lassen. Von den teils sehr schwülstigen Dialogen mal abgesehen, sollte man nicht anfangen, irgendwelche Fragen zu stellen, es bringt einfach nichts. Auch das nervige und aufgesetzt fröhliche Familienleben verursacht mir eher Übelkeit, was zum großen Teil auch an der Darstellung der holden Filmgattin liegt. Immer nur mit weit aufgerissenen Augen, offenem Mund und herausquellendem Dekolleté unterwegs, wünschte ich mir ihren Abgang schon sehr früh. Offensichtlich wird heute oftmals nur noch nach Optik gecastet. Nun ja, wem es gefällt. Den Rest der Mannschaft muss man auch nicht weiter erwähnen, mit Ruhm bekleckert sich hier niemand, außer Charles Dance, der seiner Rolle noch wirklich einen Stempel aufdrücken kann und der schön diabolisch ist.
Wie gesagt, Luke Evans ist hier die treibende Kraft und ihm habe ich gerne zugesehen, auch wenn der Rest eher mau ist. Wünschenswert wären für ihn natürlich bessere Rollen, es müssen auch keine Blockbuster sein, denn schauspielerisch hat der Mann tatsächlich was drauf und er muss nun wirklich nicht in so einem Quark verheizt werden. Insgesamt gesehen gibt es hier von mir nur eine sehr eingeschränkte Empfehlung. Ach ja, den Epilog hätte man sich auch sparen können.
Der Film beschäftigt sich mit der Figur des Fürsten Vlad III., den es tatsächlich gegeben hat, und der im 15. Jahrhundert in Transsilvanien ein kleines Fürstentum in der Walachei regiert hat. Auf Grund seines Umgangs mit feindlichen Truppen im Krieg erhielt er den Namen "Vlad der Pfähler". Seine Lebensgeschichte inspirierte Bram Stoker um 1890 herum zu seinem Roman "Dracula". Die Handlung des Films ist aber selbstverständlich reine Fiktion.
Fürst Vlad (Luke Evans) führt ein ruhiges und friedliches Leben mit seiner Frau Mirena (Sarah Gadon) und seinem kleinen Sohn Ingeras (Art Parkinson). Seine Untergebenen lieben und achten ihn. Doch eines Tages trifft ein Abgesandter des türkischen Sultans Mehmed (Dominic Cooper) ein und fordert nicht nur den üblichen Sold, sondern zudem auch noch 1000 Jünglinge, die als Krieger für das Osmanische Reich ausgebildet werden sollen. Vlad weiß, was das für die Jungen bedeutet, hat er doch einst das gleiche Schicksal erleiden müssen. Seinem Sohn und den anderen Kindern will er das nicht zumuten und so lehnt er die Bitte des Sultans unmissverständlich ab, mit bösen Folgen.
Vlad verfügt in seinem Fürstentum nur über eine kleine Armee, die dem drohenden Angriff der übermächtigen Türken nichts entgegenzusetzen hat. Also macht er sich auf ins Reißzahngebirge, wo in einer Höhle ein Monster mit übernatürlichen Kräften haust. Der Mönch Lucian (Paul Kaye) hat ihm dessen Geschichte anvertraut, nachdem Vlad selbst in dieser Höhle war und erlebt hat, dass dort etwas Unheimliches vor sich geht. Der Vampir Caligula (Charles Dance) lebt dort seit Jahrhunderten und wartet darauf, von einem Menschen befreit zu werden, der sein Blut trinkt. Vlad lässt sich darauf ein, er erhält die Kräfte des Vampirs und ihm bleiben drei Tage, in denen er seinen Blutdurst unterdrücken muss. Sollte er das schaffen, würde aus ihm wieder ein Mensch werden, falls nicht, bliebe er auf ewig ein Vampir.
Ausgestattet mit übernatürlichen Kräften gelingt es Vlad im Alleingang, die Türken in Schach zu halten und ihre Truppen zu dezimieren. Doch Mehmed will Rache und schickt immer mehr Krieger in die Schlacht. In der Zwischenzeit hat Vlad das Problem, dass seine Untertanen seine Verwandlung bemerken und sich gegen ihn auflehnen. Eine entscheidende Schlacht steht an und die drei Tage sind fast vorbei. Vlad ist der Verzweiflung nahe, als seine Frau schließlich ein großes Opfer bringt und damit den Ausgang der Geschichte entscheidend beeinflusst.
Jetzt habe ich doch tatsächlich wieder mehr geschrieben als ich eigentlich wollte und muss zugeben, so hört sich das alles auch ganz gut an, den Film selbst kann ich aber trotzdem nicht wirklich empfehlen. Es gibt allerdings einen guten Grund, sich dieses Werk anzuschauen, nämlich Luke Evans. Der war mir bisher unbekannt, passt hier aber sensationell gut in seine Rolle und trägt mühelos den ganzen Film. Muss er aber auch, weil an seiner Seite weit und breit niemand ist, der auch nur ansatzweise interessant ist. Mitunter tat er mir schon ein bisschen leid, wenn er so allein durch die Kulissen gejagt wurde, um mit wehenden Haaren und grimmigem Gesichtsausdruck seine Stärke und Entschiedenheit auszudrücken, während ihm das Drehbuch ständig Knüppel zwischen die Beine wirft.
Optisch gesehen ist der Film recht gut gelungen, aber inhaltlich gibt es doch diverse Dinge, die mich eher meckern lassen. Von den teils sehr schwülstigen Dialogen mal abgesehen, sollte man nicht anfangen, irgendwelche Fragen zu stellen, es bringt einfach nichts. Auch das nervige und aufgesetzt fröhliche Familienleben verursacht mir eher Übelkeit, was zum großen Teil auch an der Darstellung der holden Filmgattin liegt. Immer nur mit weit aufgerissenen Augen, offenem Mund und herausquellendem Dekolleté unterwegs, wünschte ich mir ihren Abgang schon sehr früh. Offensichtlich wird heute oftmals nur noch nach Optik gecastet. Nun ja, wem es gefällt. Den Rest der Mannschaft muss man auch nicht weiter erwähnen, mit Ruhm bekleckert sich hier niemand, außer Charles Dance, der seiner Rolle noch wirklich einen Stempel aufdrücken kann und der schön diabolisch ist.
Wie gesagt, Luke Evans ist hier die treibende Kraft und ihm habe ich gerne zugesehen, auch wenn der Rest eher mau ist. Wünschenswert wären für ihn natürlich bessere Rollen, es müssen auch keine Blockbuster sein, denn schauspielerisch hat der Mann tatsächlich was drauf und er muss nun wirklich nicht in so einem Quark verheizt werden. Insgesamt gesehen gibt es hier von mir nur eine sehr eingeschränkte Empfehlung. Ach ja, den Epilog hätte man sich auch sparen können.
Dienstag, 3. Februar 2015
The Immigrant
"The Immigrant" ist ein Film von James Gray aus dem Jahr 2013. Das Drehbuch schrieb Gray zusammen mit Ric Menello.
Im Jahr 1921 kommen die beiden Schwestern Ewa (Marion Cotillard) und Magda (Angela Sarafyan) nach langer und beschwerlicher Schiffsreise in Amerika an, ohne Geld, aber voller Hoffnung. Sie haben ihre polnische Heimat verlassen und hoffen auf einen Neuanfang im Land der unbegrenzten Möglichkeiten und auf Unterkunft bei Verwandten in New York. Doch Magda ist während der Überfahrt an Tuberkulose erkrankt und darf nicht einreisen, sondern bleibt auf der Krankenstation auf Ellis Island vorerst in Quarantäne.
Da Ewa kein Geld und keine Unterkunft hat, angeblich gibt es die Adresse ihrer Verwandten gar nicht, droht ihr die sofortige Abschiebung, doch davor rettet sie der charmante Bruno (Joaquin Phoenix), der sie mit zu sich nach Manhattan nimmt. Sie könne als Näherin arbeiten, ein bisschen Geld verdienen, um ihre Schwester zu unterstützen und nach ihrer Genesung zu sich zu holen. Bruno umgibt sich mit mehreren Frauen, um die er sich kümmert und die in einem Theater als Tänzerinnen arbeiten. Sehr schnell wird Ewa aber klar, dass Bruno ein Zuhälter ist und auch sie selbst wird zur Prostitution gezwungen, um Geld zu verdienen. Ewa fügt sich in ihr Schicksal, weil sie ihre Schwester nicht im Stich lassen will und ihre Verwandten, die sie dann doch noch ausfindig machen kann, sich als äußerst selbstsüchtig erweisen, die jede Hilfe verweigern.
Durch Zufall lernt Ewa Emil (Jeremy Renner) kennen, der als Magier Orlando auftritt, ohne zu wissen, dass er der Cousin von Bruno ist. Ewa fühlt sich zu dem sanften und verständnisvollen Emil hingezogen, der sich ebenfalls in sie verliebt, aber sie hat auch durchaus Gefühle für Bruno, der zwar einerseits charmant und zuvorkommend, aber andererseits auch aufbrausend und jähzornig sein kann. Beide Männer erkennen, dass sie um dieselbe Frau wetteifern und dabei kommt es zu einem folgenreichen Unfall, der alles verändert.
Wird es für Ewa eine glückliche Zukunft in Amerika geben und wird sie ihre geliebte Schwester wiedersehen können? Nein, das beantworte ich hier nicht. Wer wissen will wie es endet, der muss schon selbst nachschauen, auch wenn ich keine direkte Empfehlung für diesen Film aussprechen kann. Warum eigentlich nicht? Das ist schwierig zu beantworten. Ehrlich gesagt, hat mich der Film einfach nicht wirklich gepackt. Die Ausstattung ist toll, die Bilder von Kameramann Darius Khondji sind es ebenfalls und die Schauspieler können meistens auch überzeugen.
Marion Cotillard ist wunderbar wie immer, auch wenn sie hier nicht viel von ihrer Klasse zeigen kann. Joaquin Phoenix ging mir tatsächlich ein bisschen auf den Keks mit seiner überzogenen Darstellung, manch einer mag das großartig finden, mich nervte es ein wenig. Überrascht hat mich hingegen Jeremy Renner, der hier sehr positiv auffällt, das hatte ich eigentlich nicht erwartet. Aber trotz allem ist der Film mit knapp zwei Stunden Laufzeit etwas zu lang geraten und die Charaktere kommen dem Zuschauer niemals wirklich nahe, so schade das auch ist.
Dass Regisseur James Gray Drama wirklich beherrscht, das hat er bereits in seinem großartigen Spielfilmdebüt "Little Odessa" bewiesen, einem Film der noch heute, zwanzig Jahre später, zu meinen absoluten Lieblingen gehört. "The Immigrant" ist kein schlechter Film, er hat nur bei weitem nicht die Kraft und die Wucht, die "Little Odessa" so einzigartig gemacht hat. Das mag nicht gerade objektiv sein, ist aber meine Meinung. Kann man sich ansehen, muss man aber nicht unbedingt.
Im Jahr 1921 kommen die beiden Schwestern Ewa (Marion Cotillard) und Magda (Angela Sarafyan) nach langer und beschwerlicher Schiffsreise in Amerika an, ohne Geld, aber voller Hoffnung. Sie haben ihre polnische Heimat verlassen und hoffen auf einen Neuanfang im Land der unbegrenzten Möglichkeiten und auf Unterkunft bei Verwandten in New York. Doch Magda ist während der Überfahrt an Tuberkulose erkrankt und darf nicht einreisen, sondern bleibt auf der Krankenstation auf Ellis Island vorerst in Quarantäne.
Da Ewa kein Geld und keine Unterkunft hat, angeblich gibt es die Adresse ihrer Verwandten gar nicht, droht ihr die sofortige Abschiebung, doch davor rettet sie der charmante Bruno (Joaquin Phoenix), der sie mit zu sich nach Manhattan nimmt. Sie könne als Näherin arbeiten, ein bisschen Geld verdienen, um ihre Schwester zu unterstützen und nach ihrer Genesung zu sich zu holen. Bruno umgibt sich mit mehreren Frauen, um die er sich kümmert und die in einem Theater als Tänzerinnen arbeiten. Sehr schnell wird Ewa aber klar, dass Bruno ein Zuhälter ist und auch sie selbst wird zur Prostitution gezwungen, um Geld zu verdienen. Ewa fügt sich in ihr Schicksal, weil sie ihre Schwester nicht im Stich lassen will und ihre Verwandten, die sie dann doch noch ausfindig machen kann, sich als äußerst selbstsüchtig erweisen, die jede Hilfe verweigern.
Durch Zufall lernt Ewa Emil (Jeremy Renner) kennen, der als Magier Orlando auftritt, ohne zu wissen, dass er der Cousin von Bruno ist. Ewa fühlt sich zu dem sanften und verständnisvollen Emil hingezogen, der sich ebenfalls in sie verliebt, aber sie hat auch durchaus Gefühle für Bruno, der zwar einerseits charmant und zuvorkommend, aber andererseits auch aufbrausend und jähzornig sein kann. Beide Männer erkennen, dass sie um dieselbe Frau wetteifern und dabei kommt es zu einem folgenreichen Unfall, der alles verändert.
Wird es für Ewa eine glückliche Zukunft in Amerika geben und wird sie ihre geliebte Schwester wiedersehen können? Nein, das beantworte ich hier nicht. Wer wissen will wie es endet, der muss schon selbst nachschauen, auch wenn ich keine direkte Empfehlung für diesen Film aussprechen kann. Warum eigentlich nicht? Das ist schwierig zu beantworten. Ehrlich gesagt, hat mich der Film einfach nicht wirklich gepackt. Die Ausstattung ist toll, die Bilder von Kameramann Darius Khondji sind es ebenfalls und die Schauspieler können meistens auch überzeugen.
Marion Cotillard ist wunderbar wie immer, auch wenn sie hier nicht viel von ihrer Klasse zeigen kann. Joaquin Phoenix ging mir tatsächlich ein bisschen auf den Keks mit seiner überzogenen Darstellung, manch einer mag das großartig finden, mich nervte es ein wenig. Überrascht hat mich hingegen Jeremy Renner, der hier sehr positiv auffällt, das hatte ich eigentlich nicht erwartet. Aber trotz allem ist der Film mit knapp zwei Stunden Laufzeit etwas zu lang geraten und die Charaktere kommen dem Zuschauer niemals wirklich nahe, so schade das auch ist.
Dass Regisseur James Gray Drama wirklich beherrscht, das hat er bereits in seinem großartigen Spielfilmdebüt "Little Odessa" bewiesen, einem Film der noch heute, zwanzig Jahre später, zu meinen absoluten Lieblingen gehört. "The Immigrant" ist kein schlechter Film, er hat nur bei weitem nicht die Kraft und die Wucht, die "Little Odessa" so einzigartig gemacht hat. Das mag nicht gerade objektiv sein, ist aber meine Meinung. Kann man sich ansehen, muss man aber nicht unbedingt.
Samstag, 16. August 2014
Nordstrand
"Nordstrand" ist ein Film von Florian Eichinger (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2013.
Nach langer Zeit treffen sich die beiden Brüder Marten (Martin Schleiß) und Volker (Daniel Michel) im Haus ihrer Eltern an der Nordsee wieder. Viele Jahre lang hatten sie kaum Kontakt, doch nun verbringen sie ein Wochenende zusammen, auf Wunsch von Marten. Der ist auch die treibende Kraft, denn Volker ist nicht wirklich gerne hier. Das Haus ist seit vielen Jahren unbewohnt, die alten Möbel sind aber immer noch da.
Marten fängt erstmal an zu putzen, hat aber eigentlich ein anderes Anliegen an Volker. Sie sollen wieder eine Familie sein, das ist sein Wunsch. In ein paar Wochen wird ihre Mutter aus dem Gefängnis entlassen, dann soll das Familienleben wieder aufgenommen werden. In kurzen Rückblenden wird nur angedeutet, was damals passiert ist. Der Vater von Marten und Volker war ein gewalttätiger Mann und hat besonders den jüngeren Volker drangsaliert. Marten hat immer noch Schuldgefühle, weil er seinem kleinen Bruder nicht helfen konnte. Die Mutter hat lange Zeit weggesehen, bis sie ihren Mann eines Tages umgebracht hat.
Der gesundheitlich angeschlagene Marten will sich mit seinem Bruder versöhnen, der jedoch will nur sein Elternhaus möglichst schnell verkaufen und alles hinter sich lassen. Er trifft auf seine Jugendliebe Enna (Luise Berndt), die inzwischen verheiratet und Mutter ist. Wären die Dinge früher anders gelaufen, dann hätte aus ihnen ein Paar werden können, so aber bleibt nur die Erinnerung an alte Zeiten.
Das Wochenende vergeht und Marten bemüht sich nach Kräften, einen Kontakt zu Volker herstellen zu können, aber der igelt sich ein und gibt sich spröde. Werden die Brüder sich wieder näher kommen, trotz aller Konflikte?
Das Ende ist offen und es werden praktisch keine Fragen geklärt. Das ist ja nicht weiter schlimm, ich persönlich finde es gut, als Zuschauer auch gefordert zu werden und mir eigene Gedanken zu machen. Hier wird das allerdings schon zu sehr ausgereizt, weil einfach zu viele Dinge gar nicht erst erwähnt werden. Was genau ist denn damals geschehen und warum? Wie lange ist das alles her? Das ist mir alles viel zu schwammig.
Hinzu kommt, und das ist mein größter Kritikpunkt, dass man außer dem Geschnaufe und Gerotze der Hauptdarsteller kaum etwas von den Dialogen versteht, die die beiden vor sich hin murmeln. Soll das jetzt irgendwie authentisch wirken? Sorry, aber mich hat das nur extrem genervt. Die Geschichte an sich klingt ja durchaus interessant, sonst hätte ich mir den Film nicht ausgeliehen, aber die Umsetzung war gar nicht mein Fall.
Schade, die Thematik ist schon gut, denn fast jeder von uns trägt irgendwelche Narben aus der Kindheit mit sich, ob nun sichtbar oder unsichtbar, aber sie sind für immer da. Aus den oben genannten Gründen gebe ich hier aber nur eine eingeschränkte Empfehlung, so leid mir das auch tut.
Nach langer Zeit treffen sich die beiden Brüder Marten (Martin Schleiß) und Volker (Daniel Michel) im Haus ihrer Eltern an der Nordsee wieder. Viele Jahre lang hatten sie kaum Kontakt, doch nun verbringen sie ein Wochenende zusammen, auf Wunsch von Marten. Der ist auch die treibende Kraft, denn Volker ist nicht wirklich gerne hier. Das Haus ist seit vielen Jahren unbewohnt, die alten Möbel sind aber immer noch da.
Marten fängt erstmal an zu putzen, hat aber eigentlich ein anderes Anliegen an Volker. Sie sollen wieder eine Familie sein, das ist sein Wunsch. In ein paar Wochen wird ihre Mutter aus dem Gefängnis entlassen, dann soll das Familienleben wieder aufgenommen werden. In kurzen Rückblenden wird nur angedeutet, was damals passiert ist. Der Vater von Marten und Volker war ein gewalttätiger Mann und hat besonders den jüngeren Volker drangsaliert. Marten hat immer noch Schuldgefühle, weil er seinem kleinen Bruder nicht helfen konnte. Die Mutter hat lange Zeit weggesehen, bis sie ihren Mann eines Tages umgebracht hat.
Der gesundheitlich angeschlagene Marten will sich mit seinem Bruder versöhnen, der jedoch will nur sein Elternhaus möglichst schnell verkaufen und alles hinter sich lassen. Er trifft auf seine Jugendliebe Enna (Luise Berndt), die inzwischen verheiratet und Mutter ist. Wären die Dinge früher anders gelaufen, dann hätte aus ihnen ein Paar werden können, so aber bleibt nur die Erinnerung an alte Zeiten.
Das Wochenende vergeht und Marten bemüht sich nach Kräften, einen Kontakt zu Volker herstellen zu können, aber der igelt sich ein und gibt sich spröde. Werden die Brüder sich wieder näher kommen, trotz aller Konflikte?
Das Ende ist offen und es werden praktisch keine Fragen geklärt. Das ist ja nicht weiter schlimm, ich persönlich finde es gut, als Zuschauer auch gefordert zu werden und mir eigene Gedanken zu machen. Hier wird das allerdings schon zu sehr ausgereizt, weil einfach zu viele Dinge gar nicht erst erwähnt werden. Was genau ist denn damals geschehen und warum? Wie lange ist das alles her? Das ist mir alles viel zu schwammig.
Hinzu kommt, und das ist mein größter Kritikpunkt, dass man außer dem Geschnaufe und Gerotze der Hauptdarsteller kaum etwas von den Dialogen versteht, die die beiden vor sich hin murmeln. Soll das jetzt irgendwie authentisch wirken? Sorry, aber mich hat das nur extrem genervt. Die Geschichte an sich klingt ja durchaus interessant, sonst hätte ich mir den Film nicht ausgeliehen, aber die Umsetzung war gar nicht mein Fall.
Schade, die Thematik ist schon gut, denn fast jeder von uns trägt irgendwelche Narben aus der Kindheit mit sich, ob nun sichtbar oder unsichtbar, aber sie sind für immer da. Aus den oben genannten Gründen gebe ich hier aber nur eine eingeschränkte Empfehlung, so leid mir das auch tut.
Freitag, 18. April 2014
Die schönen Tage
"Die schönen Tage" - "Les beaux jours" ist ein Film von Marion Vernoux (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2013 und beruht auf einem Roman von Fanny Chesnel, die auch am Drehbuch mitgewirkt hat.
"Les beaux jours" ist der Name des Senioren-Clubs, für den die sechzigjährige Caroline (Fanny Ardant), die ihren Job als Zahnärztin aufgegeben hat, von ihren beiden Töchtern ein Schnupper-Abo erhalten hat. Ihr Mann Philippe (Patrick Chesnais) ist noch berufstätig, während Caroline sich nun langweilt und nichts mit ihrer Zeit anzufangen weiß. Also besucht sie besagten Club und verlässt ihn auch ziemlich schnell wieder, weil ihr die angebotenen Kurse und die Teilnehmer so gar nicht zusagen. Hier hat sie noch nichts zu suchen, das ist auch dem Zuschauer schnell klar.
Wegen eines Computer-Problems kehrt sie jedoch zurück und lernt den jüngeren Julien (Laurent Lafitte) kennen, der hier Kurse gibt. Julien ist ein sympathischer Draufgänger, geht auf die Vierzig zu und hat keine feste Beziehung. Treue ist für ihn ein Fremdwort, er liebt die Frauen und hat immer mehrere Affären gleichzeitig. Auch zwischen Caroline und Julien knistert es recht schnell und beide stürzen sich in eine heftige Affäre, deren Ausgang noch nicht wirklich klar ist. Caroline genießt das Begehren von Julien, sie lebt wieder auf, was allerdings auch ihrem Mann nicht lange verborgen bleibt.
Hört sich doch alles ganz nett an, oder? Warum nur musste daraus so ein quälend langweiliger Film werden, der den Zuschauer mehrfach fast in den Tiefschlaf versetzt? Einzig wegen der wunderbaren und schönen Fanny Ardant kann man sich diesen lahmen Film anschauen, auch wenn ich sie mit blonden Haaren etwas gewöhnungsbedürftig finde. Sie ist in jeder Szene hinreißend, aber auch Laurent Lafitte und Patrick Chesnais können sehr wohl überzeugen.
Insgesamt ist mir das alles aber zu brav und vorhersehbar, während die gleiche Geschichte andersrum erzählt (älterer Mann trifft jüngere Frau) schon tausend Mal verfilmt wurde. Hier gibt es am Ende keine Überraschung, wenn Caroline natürlich zu ihrem Gatten zurückkehrt, so muss es eben sein. Der jüngere Geliebte bekommt eine noch jüngere neue Freundin, also alles wie gehabt. Wie öde.
Schade um die großartige Fanny Ardant, die einen besseren Film verdient hätte. Den hier muss man nicht unbedingt gesehen haben, es lohnt sich nicht wirklich. Und in einem Töpferkurs will ich diese tolle Frau schon gar nicht sehen.
"Les beaux jours" ist der Name des Senioren-Clubs, für den die sechzigjährige Caroline (Fanny Ardant), die ihren Job als Zahnärztin aufgegeben hat, von ihren beiden Töchtern ein Schnupper-Abo erhalten hat. Ihr Mann Philippe (Patrick Chesnais) ist noch berufstätig, während Caroline sich nun langweilt und nichts mit ihrer Zeit anzufangen weiß. Also besucht sie besagten Club und verlässt ihn auch ziemlich schnell wieder, weil ihr die angebotenen Kurse und die Teilnehmer so gar nicht zusagen. Hier hat sie noch nichts zu suchen, das ist auch dem Zuschauer schnell klar.
Wegen eines Computer-Problems kehrt sie jedoch zurück und lernt den jüngeren Julien (Laurent Lafitte) kennen, der hier Kurse gibt. Julien ist ein sympathischer Draufgänger, geht auf die Vierzig zu und hat keine feste Beziehung. Treue ist für ihn ein Fremdwort, er liebt die Frauen und hat immer mehrere Affären gleichzeitig. Auch zwischen Caroline und Julien knistert es recht schnell und beide stürzen sich in eine heftige Affäre, deren Ausgang noch nicht wirklich klar ist. Caroline genießt das Begehren von Julien, sie lebt wieder auf, was allerdings auch ihrem Mann nicht lange verborgen bleibt.
Hört sich doch alles ganz nett an, oder? Warum nur musste daraus so ein quälend langweiliger Film werden, der den Zuschauer mehrfach fast in den Tiefschlaf versetzt? Einzig wegen der wunderbaren und schönen Fanny Ardant kann man sich diesen lahmen Film anschauen, auch wenn ich sie mit blonden Haaren etwas gewöhnungsbedürftig finde. Sie ist in jeder Szene hinreißend, aber auch Laurent Lafitte und Patrick Chesnais können sehr wohl überzeugen.
Insgesamt ist mir das alles aber zu brav und vorhersehbar, während die gleiche Geschichte andersrum erzählt (älterer Mann trifft jüngere Frau) schon tausend Mal verfilmt wurde. Hier gibt es am Ende keine Überraschung, wenn Caroline natürlich zu ihrem Gatten zurückkehrt, so muss es eben sein. Der jüngere Geliebte bekommt eine noch jüngere neue Freundin, also alles wie gehabt. Wie öde.
Schade um die großartige Fanny Ardant, die einen besseren Film verdient hätte. Den hier muss man nicht unbedingt gesehen haben, es lohnt sich nicht wirklich. Und in einem Töpferkurs will ich diese tolle Frau schon gar nicht sehen.
Samstag, 15. März 2014
The Canyons
"The Canyons" ist ein Film von Paul Schrader aus dem Jahr 2013. Das Drehbuch stammt von Bret Easton Ellis.
Hier muss ich gleich am Anfang eine Warnung aussprechen: Dieser angebliche Erotikthriller ist alles, aber nicht erotisch, da nützen auch diverse nackte Körperteile nichts. Wer sich, wie ich, von den Namen Paul Schrader und Bret Easton Ellis locken lässt, der muss aber auch einen Blick auf die Hauptdarsteller werfen. Das sind in diesem Fall Lindsay Lohan und Pornodarsteller James Deen. Muss ich noch mehr sagen?
Kommen wir zur "Handlung": Der junge und vermögende Filmproduzent Christian (James Deen) ist ein unsympathisches Arschloch mit einem ausgewachsenen Vater-Problem. Wenn er nicht regelmäßig seinen Psychiater Dr. Campbell (Gus Van Sant) aufsucht, würde ihm sein Daddy den Geldhahn zudrehen. Nun, den Psychiater hat Christian schon nötig, wie man nach kurzer Zeit feststellen wird.
Christian lebt mit der ehemaligen Schauspielerin Tara (Lindsay Lohan) zusammen, wobei das ehemalig eigentlich heißen soll, sie war nie eine Schauspielerin, sondern ist immer bereits bei den Castings gescheitert. Tara liebt vor allem Christians Geld, weil sie nie wieder arm sein will. Ihr Sexleben halten sie mit Fremden am Leben, die sie sich ins Haus bestellen. Männer, Frauen, Paare, alles ist möglich. Christian filmt diese Treffen mit seinem Smartphone, was für ihn einen besonderen Kick darstellt.
Sehr treu ist Christian allerdings nicht, denn er hat auch Verhältnisse mit anderen Frauen, so z. B. mit der Yoga-Lehrerin Cynthia (Tenille Houston). Als er aber mitbekommt, dass Tara ein Verhältnis mit Ryan (Nolan Funk) hat, dem Hauptdarsteller seines neuen Films, rastet er aus und schmiedet einen perfiden Plan.
Ryan ist der Freund von Gina (Amanda Brooks), der Assistentin von Christian, und war bereits vor einigen Jahren mit Tara liiert, bevor sie ihn verlassen hat. Jetzt lebt ihre Affäre wieder auf, auch wenn Tara sich nicht von Christian trennen will, aus finanziellen Gründen. Schon bald muss Tara feststellen, dass Christian ihre Liebelei entdeckt hat. Da in Christian ein kleiner Psychopath schlummert, sollten alle Beteiligten hier auf der Hut sein.
Falls noch Thriller-Fans mitlesen, es gibt zumindest ein Todesopfer zu beklagen. Der Rest ist... bäh.
Ich kann gar nicht glauben, dass ich mir diesen Film tatsächlich angesehen habe. Wie schon gesagt, Paul Schrader und Bret Easton Ellis klangen interessant, der Cast eher nicht. Die Story ist so hölzern wie die Figuren agieren, das ist alles eine Qual. Im Rückblick klingt das alles besser, als es in Wirklichkeit ist. Der Film ist furchtbar, die Dialoge sind es ebenso und die Schauspieler-Darsteller sind durchweg zum Weglaufen.
Lindsay Lohan ist eine tragische Gestalt, bei der man sich fragt, wie sie mit nur siebenundzwanzig Jahren bereits so kaputt bzw. gut und gerne zwanzig Jahre älter aussehen kann. Diverse "Schönheitsoperationen" haben ihr übriges getan, diesen Eindruck zu unterstreichen. Wirklich schlimm. James Deen hat bereits in über tausend Pornos mitgespielt, kommt aber über einen Gesichtsausdruck nicht hinaus. Gut, die Kamera war wohl dabei auch nicht auf sein Gesicht fixiert. Hier zeigt er jedenfalls, was er alles nicht kann.
Also diesen Film muss man definitiv nicht gesehen haben, hier verpasst man gar nichts. Die Krönung ist noch das "Behind the Scenes" auf der DVD, dass nur aus Bildern ohne Text besteht. Klasse gemacht...
Irgendwie habe ich auch nichts anderes erwartet, aber ein Werk von Paul Schrader hätte doch gerne etwas besser ausfallen können. Böse reingefallen, kann passieren. Hier kann ich nur eine sehr eingeschränkte Empfehlung aussprechen, mehr nicht.
Hier muss ich gleich am Anfang eine Warnung aussprechen: Dieser angebliche Erotikthriller ist alles, aber nicht erotisch, da nützen auch diverse nackte Körperteile nichts. Wer sich, wie ich, von den Namen Paul Schrader und Bret Easton Ellis locken lässt, der muss aber auch einen Blick auf die Hauptdarsteller werfen. Das sind in diesem Fall Lindsay Lohan und Pornodarsteller James Deen. Muss ich noch mehr sagen?
Kommen wir zur "Handlung": Der junge und vermögende Filmproduzent Christian (James Deen) ist ein unsympathisches Arschloch mit einem ausgewachsenen Vater-Problem. Wenn er nicht regelmäßig seinen Psychiater Dr. Campbell (Gus Van Sant) aufsucht, würde ihm sein Daddy den Geldhahn zudrehen. Nun, den Psychiater hat Christian schon nötig, wie man nach kurzer Zeit feststellen wird.
Christian lebt mit der ehemaligen Schauspielerin Tara (Lindsay Lohan) zusammen, wobei das ehemalig eigentlich heißen soll, sie war nie eine Schauspielerin, sondern ist immer bereits bei den Castings gescheitert. Tara liebt vor allem Christians Geld, weil sie nie wieder arm sein will. Ihr Sexleben halten sie mit Fremden am Leben, die sie sich ins Haus bestellen. Männer, Frauen, Paare, alles ist möglich. Christian filmt diese Treffen mit seinem Smartphone, was für ihn einen besonderen Kick darstellt.
Sehr treu ist Christian allerdings nicht, denn er hat auch Verhältnisse mit anderen Frauen, so z. B. mit der Yoga-Lehrerin Cynthia (Tenille Houston). Als er aber mitbekommt, dass Tara ein Verhältnis mit Ryan (Nolan Funk) hat, dem Hauptdarsteller seines neuen Films, rastet er aus und schmiedet einen perfiden Plan.
Ryan ist der Freund von Gina (Amanda Brooks), der Assistentin von Christian, und war bereits vor einigen Jahren mit Tara liiert, bevor sie ihn verlassen hat. Jetzt lebt ihre Affäre wieder auf, auch wenn Tara sich nicht von Christian trennen will, aus finanziellen Gründen. Schon bald muss Tara feststellen, dass Christian ihre Liebelei entdeckt hat. Da in Christian ein kleiner Psychopath schlummert, sollten alle Beteiligten hier auf der Hut sein.
Falls noch Thriller-Fans mitlesen, es gibt zumindest ein Todesopfer zu beklagen. Der Rest ist... bäh.
Ich kann gar nicht glauben, dass ich mir diesen Film tatsächlich angesehen habe. Wie schon gesagt, Paul Schrader und Bret Easton Ellis klangen interessant, der Cast eher nicht. Die Story ist so hölzern wie die Figuren agieren, das ist alles eine Qual. Im Rückblick klingt das alles besser, als es in Wirklichkeit ist. Der Film ist furchtbar, die Dialoge sind es ebenso und die Schauspieler-Darsteller sind durchweg zum Weglaufen.
Lindsay Lohan ist eine tragische Gestalt, bei der man sich fragt, wie sie mit nur siebenundzwanzig Jahren bereits so kaputt bzw. gut und gerne zwanzig Jahre älter aussehen kann. Diverse "Schönheitsoperationen" haben ihr übriges getan, diesen Eindruck zu unterstreichen. Wirklich schlimm. James Deen hat bereits in über tausend Pornos mitgespielt, kommt aber über einen Gesichtsausdruck nicht hinaus. Gut, die Kamera war wohl dabei auch nicht auf sein Gesicht fixiert. Hier zeigt er jedenfalls, was er alles nicht kann.
Also diesen Film muss man definitiv nicht gesehen haben, hier verpasst man gar nichts. Die Krönung ist noch das "Behind the Scenes" auf der DVD, dass nur aus Bildern ohne Text besteht. Klasse gemacht...
Irgendwie habe ich auch nichts anderes erwartet, aber ein Werk von Paul Schrader hätte doch gerne etwas besser ausfallen können. Böse reingefallen, kann passieren. Hier kann ich nur eine sehr eingeschränkte Empfehlung aussprechen, mehr nicht.
Samstag, 1. Februar 2014
Paranoia
"Paranoia" ist ein Film von Robert Luketic aus dem Jahr 2013. Das Drehbuch stammt von Barry L. Levy und Jason Dean Hall.
Beginnen wir also den Februar mit einem hübschen kleinen Langweiler. "Paranoia - Riskantes Spiel" schreit es vom DVD-Cover. Es geht um Wirtschaftskriminalität, zwei rivalisierende Technologie-Konzerne, viel Geld, eine schöne Frau, was will man mehr? Hört sich spannend an? Ja, wenn man in den letzten zwanzig Jahren keinen Film dieser Art gesehen hat, dann schon.
Der junge Adam Cassidy (Liam Hemsworth) will hoch hinaus. Er stammt aus Brooklyn, seine Mutter ist schon lange tot und sein Vater (Richard Dreyfuss), der nun ein Pflegefall ist, war immer nur Wachmann. Adam arbeitet als Entwickler in der Firma von Nicolas Wyatt (Gary Oldman) und will diesen von einer neuen Idee überzeugen, wird aber vor die Tür gesetzt. Aus Frust lädt er seine Freunde in einen teuren Club ein und lässt die Firmenkreditkarte glühen. Das hat natürlich ein Nachspiel und Adam wird von Wyatt dazu gezwungen, in der Firma von Jock Goddard (Harrison Ford), seinem ewigen Rivalen, zu spionieren.
Adam durchläuft mit Hilfe von Judith Bolton (Embeth Davidtz) ein Blitztraining, bekommt eine teure Wohnung, neue Klamotten und diverse Insider-Informationen, denn Nicolas und Jock haben einst zusammengearbeitet, bevor sie sich im Streit trennten. Der Bodyguard Miles Meechum (Julian McMahon) überwacht dabei jeden Schritt Adams, um seinen Chef Nicolas darüber zu unterrichten.
Ohne Probleme bekommt Adam einen wichtigen Job bei Goddard und verliebt sich in die schöne Emma (Amber Heard), die ebenfalls dort arbeitet. Um an den Prototyp des neuen Smartphones zu gelangen, muss Adam Emma hintergehen, was ihm nicht leicht fällt, aber das ist noch das geringste seiner Probleme, denn plötzlich hat er es nicht nur mit Nicolas Wyatt und Jock Goddard, sondern auch noch mit dem FBI zu tun.
Diese bösen Telefone, die immer verraten, wo wir gerade sind und mit wem wir uns unterhalten. Dieser Film treibt das auf die Spitze und erklärt uns die Welt. Wer hat sich diese Story bloß ausgedacht? Ein Zwölfjähriger? Ganz ehrlich, so blauäugig kann doch sonst niemand sein.
Was haben wir denn hier? Einen Thriller, der den Namen nicht verdient, weil er nicht spannend, sondern eher langweilig ist. Ich möchte noch weiter gehen, er ist extrem vorhersehbar und lässt kein Klischee aus. Schade.
Kommen wir zu den Darstellern. Liam Hemsworth ist ganz hübsch, hat aber leider gar keine Ausstrahlung, was eine Identifikation mit ihm fast unmöglich macht. Amber Heard ist wie üblich sehr schön, bekommt aber einfach keine Gelegenheit, wirklich zu überzeugen.
Die besten Szenen haben sowieso Gary Oldman und Harrison Ford, die sich einen Spaß daraus machen, hier möglichst gemein aufzutreten. Das machen sie wunderbar, aber es rettet diesen durchschnittlichen Film nicht davor, eben einfach nur durchschnittlich zu sein. Von mir gibt es jedenfalls nur eine eingeschränkte Empfehlung.
Beginnen wir also den Februar mit einem hübschen kleinen Langweiler. "Paranoia - Riskantes Spiel" schreit es vom DVD-Cover. Es geht um Wirtschaftskriminalität, zwei rivalisierende Technologie-Konzerne, viel Geld, eine schöne Frau, was will man mehr? Hört sich spannend an? Ja, wenn man in den letzten zwanzig Jahren keinen Film dieser Art gesehen hat, dann schon.
Der junge Adam Cassidy (Liam Hemsworth) will hoch hinaus. Er stammt aus Brooklyn, seine Mutter ist schon lange tot und sein Vater (Richard Dreyfuss), der nun ein Pflegefall ist, war immer nur Wachmann. Adam arbeitet als Entwickler in der Firma von Nicolas Wyatt (Gary Oldman) und will diesen von einer neuen Idee überzeugen, wird aber vor die Tür gesetzt. Aus Frust lädt er seine Freunde in einen teuren Club ein und lässt die Firmenkreditkarte glühen. Das hat natürlich ein Nachspiel und Adam wird von Wyatt dazu gezwungen, in der Firma von Jock Goddard (Harrison Ford), seinem ewigen Rivalen, zu spionieren.
Adam durchläuft mit Hilfe von Judith Bolton (Embeth Davidtz) ein Blitztraining, bekommt eine teure Wohnung, neue Klamotten und diverse Insider-Informationen, denn Nicolas und Jock haben einst zusammengearbeitet, bevor sie sich im Streit trennten. Der Bodyguard Miles Meechum (Julian McMahon) überwacht dabei jeden Schritt Adams, um seinen Chef Nicolas darüber zu unterrichten.
Ohne Probleme bekommt Adam einen wichtigen Job bei Goddard und verliebt sich in die schöne Emma (Amber Heard), die ebenfalls dort arbeitet. Um an den Prototyp des neuen Smartphones zu gelangen, muss Adam Emma hintergehen, was ihm nicht leicht fällt, aber das ist noch das geringste seiner Probleme, denn plötzlich hat er es nicht nur mit Nicolas Wyatt und Jock Goddard, sondern auch noch mit dem FBI zu tun.
Diese bösen Telefone, die immer verraten, wo wir gerade sind und mit wem wir uns unterhalten. Dieser Film treibt das auf die Spitze und erklärt uns die Welt. Wer hat sich diese Story bloß ausgedacht? Ein Zwölfjähriger? Ganz ehrlich, so blauäugig kann doch sonst niemand sein.
Was haben wir denn hier? Einen Thriller, der den Namen nicht verdient, weil er nicht spannend, sondern eher langweilig ist. Ich möchte noch weiter gehen, er ist extrem vorhersehbar und lässt kein Klischee aus. Schade.
Kommen wir zu den Darstellern. Liam Hemsworth ist ganz hübsch, hat aber leider gar keine Ausstrahlung, was eine Identifikation mit ihm fast unmöglich macht. Amber Heard ist wie üblich sehr schön, bekommt aber einfach keine Gelegenheit, wirklich zu überzeugen.
Die besten Szenen haben sowieso Gary Oldman und Harrison Ford, die sich einen Spaß daraus machen, hier möglichst gemein aufzutreten. Das machen sie wunderbar, aber es rettet diesen durchschnittlichen Film nicht davor, eben einfach nur durchschnittlich zu sein. Von mir gibt es jedenfalls nur eine eingeschränkte Empfehlung.
Sonntag, 26. Januar 2014
Gloria
"Gloria" ist ein Film von Sebastián Lelio aus dem Jahr 2013. Das Drehbuch schrieb Lelio zusammen mit Gonzalo Maza.
Gloria (Paulina Garcia) ist Ende Fünfzig, lebt in Santiago de Chile und ist seit langer Zeit geschieden. Ihre erwachsenen Kinder Pedro (Diego Fontecilla) und Ana (Fabiola Zamora) leben ihr eigenes Leben und melden sich nur gelegentlich bei ihrer Mutter. Doch Gloria gehört noch nicht zum alten Eisen, sondern ist sehr lebenslustig und besucht regelmäßig Single-Partys, um sich abzulenken. Sie ist berufstätig, unabhängig, immer noch sehr attraktiv und irgendwie auf der Suche nach Liebe.
Eines Abends lernt Gloria den etwas älteren Rodolfo (Sergio Hernández) kennen und zwischen ihnen entsteht sofort eine starke Vertrautheit. Sie werden ein Liebespaar, haben Sex, alles könnte wunderbar sein, aber Rodolfo ist nicht so frei, wie er vorgibt. Er kümmert sich mit Hingabe um seine Familie, die das auch nur zu gern ausnutzt. Seine Ex-Frau und die zwei erwachsenen Töchter sind völlig unselbständig und nicht in der Lage, auch nur irgendetwas allein zu erledigen. Auch finanziell sind sie von ihm abhängig und ständig klingelt sein Telefon, weil er sich um alles mögliche kümmern muss.
Gloria sieht sich das eine Weile an, reagiert verständnisvoll, aber dann reicht es ihr auch. Nachdem Rodolfo sie zweimal hat sitzen lassen, um bei seiner Familie zu sein, rächt sie sich auf ihre Weise. Das ist dann sehr schön anzusehen und ein kleines Highlight dieses Films. Ich sage nur "Paintball". Wer den Film gesehen hat, der versteht das schon.
Hm, ich hatte mich eigentlich auf diesen Film gefreut, der so viele positive Bewertungen erhalten hat. Leider hatte ich schon nach ungefähr zehn Minuten das Bedürfnis die Stop-Taste zu drücken, habe aber tapfer bis zum Ende durchgehalten, weil ich den Film dann doch auch ganz sehen wollte. Gelohnt hat sich das allerdings nicht, denn so nett sich das alles auch anhört, wirklich gelungen ist es nicht.
Dabei muss ich zunächst erwähnen, dass Paulina Garcia wirklich wundervoll in ihrer Rolle ist. Ihre Darstellung der Gloria ist bewundernswert und äußerst gelungen. Sie zeigt keine Scheu in den Nacktszenen und erobert sämtliche Herzen mit ihrer Ausstrahlung. An ihr liegt es jedenfalls nicht, wenn dieser Film nach und nach zeigt, dass er mehr verspricht, als er letztlich einhält.
Ich kann es auch nicht recht in Worte fassen, aber irgendwie hat mich das alles nicht berührt, sondern extrem gelangweilt. Schade, die wunderbare Paulina Garcia hätte einen besseren Film verdient. Kann man sich ansehen, muss man aber nicht.
Gloria (Paulina Garcia) ist Ende Fünfzig, lebt in Santiago de Chile und ist seit langer Zeit geschieden. Ihre erwachsenen Kinder Pedro (Diego Fontecilla) und Ana (Fabiola Zamora) leben ihr eigenes Leben und melden sich nur gelegentlich bei ihrer Mutter. Doch Gloria gehört noch nicht zum alten Eisen, sondern ist sehr lebenslustig und besucht regelmäßig Single-Partys, um sich abzulenken. Sie ist berufstätig, unabhängig, immer noch sehr attraktiv und irgendwie auf der Suche nach Liebe.
Eines Abends lernt Gloria den etwas älteren Rodolfo (Sergio Hernández) kennen und zwischen ihnen entsteht sofort eine starke Vertrautheit. Sie werden ein Liebespaar, haben Sex, alles könnte wunderbar sein, aber Rodolfo ist nicht so frei, wie er vorgibt. Er kümmert sich mit Hingabe um seine Familie, die das auch nur zu gern ausnutzt. Seine Ex-Frau und die zwei erwachsenen Töchter sind völlig unselbständig und nicht in der Lage, auch nur irgendetwas allein zu erledigen. Auch finanziell sind sie von ihm abhängig und ständig klingelt sein Telefon, weil er sich um alles mögliche kümmern muss.
Gloria sieht sich das eine Weile an, reagiert verständnisvoll, aber dann reicht es ihr auch. Nachdem Rodolfo sie zweimal hat sitzen lassen, um bei seiner Familie zu sein, rächt sie sich auf ihre Weise. Das ist dann sehr schön anzusehen und ein kleines Highlight dieses Films. Ich sage nur "Paintball". Wer den Film gesehen hat, der versteht das schon.
Hm, ich hatte mich eigentlich auf diesen Film gefreut, der so viele positive Bewertungen erhalten hat. Leider hatte ich schon nach ungefähr zehn Minuten das Bedürfnis die Stop-Taste zu drücken, habe aber tapfer bis zum Ende durchgehalten, weil ich den Film dann doch auch ganz sehen wollte. Gelohnt hat sich das allerdings nicht, denn so nett sich das alles auch anhört, wirklich gelungen ist es nicht.
Dabei muss ich zunächst erwähnen, dass Paulina Garcia wirklich wundervoll in ihrer Rolle ist. Ihre Darstellung der Gloria ist bewundernswert und äußerst gelungen. Sie zeigt keine Scheu in den Nacktszenen und erobert sämtliche Herzen mit ihrer Ausstrahlung. An ihr liegt es jedenfalls nicht, wenn dieser Film nach und nach zeigt, dass er mehr verspricht, als er letztlich einhält.
Ich kann es auch nicht recht in Worte fassen, aber irgendwie hat mich das alles nicht berührt, sondern extrem gelangweilt. Schade, die wunderbare Paulina Garcia hätte einen besseren Film verdient. Kann man sich ansehen, muss man aber nicht.
Sonntag, 8. Dezember 2013
Lovelace
"Lovelace" ist ein Film von Rob Epstein und Jeffrey Friedman aus dem Jahr 2013. Das Drehbuch stammt von Andy Bellin.
Erzählt wird die Geschichte von Linda Lovelace, eigentlich Linda Boreman, die Anfang der Siebziger Jahre für kurze Zeit in der Pornofilm-Szene tätig war und hauptsächlich durch den Film "Deep Throat" bekannt wurde, der weltweit Aufsehen erregte und einer der erfolgreichsten Porno-Filme aller Zeiten ist.
Die junge Linda (Amanda Seyfried), ist gerade mal Anfang Zwanzig und lebt noch bei ihren Eltern (Sharon Stone und Robert Patrick). Besonders ihre Mutter ist sehr streng zu ihr und Linda möchte gerne von zu Hause ausbrechen. Sie lernt den zwielichtigen Chuck Traynor (Peter Sarsgaard) kennen, der sie heiratet und von dem sie sich ein neues Leben erhofft. Doch Chuck hat mit seiner hübschen und überaus naiven jungen Frau ganz eigene Pläne.
Die sexuell unerfahrene Linda bekommt von Chuck Unterricht der besonderen Art und erweist sich dabei speziell beim Oral-Verkehr als Naturtalent. Damit will Chuck viel Geld verdienen und noch bevor Linda verstehen kann was überhaupt mit ihr geschieht, wird sie als Linda Lovelace ein Star in der Porno-Szene. Der Film "Deep Throat" stürmt die Kinos, erregt massenhaft öffentliches Interesse und bald darauf wird seine Ausstrahlung weitgehend verboten. Dem Erfolg des Films schadet das aber nicht.
Linda leidet unter der gewalttätigen Behandlung durch ihren Ehemann Chuck, ihre Mutter hat kein Verständnis für sie und so muss sie allein einen Weg finden, sich von Chuck zu lösen.
Ich verzichte an dieser Stelle darauf, mich weiter mit dem Leben von Linda Lovelace zu befassen und bewerte nur diesen Film, der zwar ein Biopic sein will, aber zur Sicherheit mit diversen bekannten Darstellern vollgepackt ist, wohl um Zuschauer anzulocken. Hm, das funktioniert aber auch nur sehr bedingt, denn insgesamt ist der Film doch eher öde geraten, daran können auch Sharon Stone, Robert Patrick, Juno Temple, Chris Noth, Eric Roberts, Debi Mazar, Chloe Sevigny oder Hank Azaria nichts ändern, die zum Teil nur ganz kurze Auftritte haben. Ach ja, James Franco spielt Hugh Hefner, wirkt dabei wie immer ein wenig weggetreten und mir stellt sich erneut die Frage, was alle nur an James Franco finden. Keine Ahnung.
Rein optisch sind Peter Sarsgaard und Amanda Seyfried gut besetzt, das Siebziger-Jahre-Setting ist gelungen, aber gelangweilt hat mich der Film trotzdem. Schade, denn Rob Epstein und Jeffrey Friedman können durchaus interessante Storys erzählen, das haben sie bereits in diversen Dokumentationen bewiesen. Bei diesem Film scheinen sie sich aber selbst nicht so ganz sicher gewesen zu sein, denn warum sonst hätten sie hier jede noch so kleine Rolle mit bekannten Namen besetzt.
Kann ich den Film empfehlen? Nein, nur sehr eingeschränkt. Kann man sehen, muss man aber nicht. Kann man aber auch gerne verpassen.
Erzählt wird die Geschichte von Linda Lovelace, eigentlich Linda Boreman, die Anfang der Siebziger Jahre für kurze Zeit in der Pornofilm-Szene tätig war und hauptsächlich durch den Film "Deep Throat" bekannt wurde, der weltweit Aufsehen erregte und einer der erfolgreichsten Porno-Filme aller Zeiten ist.
Die junge Linda (Amanda Seyfried), ist gerade mal Anfang Zwanzig und lebt noch bei ihren Eltern (Sharon Stone und Robert Patrick). Besonders ihre Mutter ist sehr streng zu ihr und Linda möchte gerne von zu Hause ausbrechen. Sie lernt den zwielichtigen Chuck Traynor (Peter Sarsgaard) kennen, der sie heiratet und von dem sie sich ein neues Leben erhofft. Doch Chuck hat mit seiner hübschen und überaus naiven jungen Frau ganz eigene Pläne.
Die sexuell unerfahrene Linda bekommt von Chuck Unterricht der besonderen Art und erweist sich dabei speziell beim Oral-Verkehr als Naturtalent. Damit will Chuck viel Geld verdienen und noch bevor Linda verstehen kann was überhaupt mit ihr geschieht, wird sie als Linda Lovelace ein Star in der Porno-Szene. Der Film "Deep Throat" stürmt die Kinos, erregt massenhaft öffentliches Interesse und bald darauf wird seine Ausstrahlung weitgehend verboten. Dem Erfolg des Films schadet das aber nicht.
Linda leidet unter der gewalttätigen Behandlung durch ihren Ehemann Chuck, ihre Mutter hat kein Verständnis für sie und so muss sie allein einen Weg finden, sich von Chuck zu lösen.
Ich verzichte an dieser Stelle darauf, mich weiter mit dem Leben von Linda Lovelace zu befassen und bewerte nur diesen Film, der zwar ein Biopic sein will, aber zur Sicherheit mit diversen bekannten Darstellern vollgepackt ist, wohl um Zuschauer anzulocken. Hm, das funktioniert aber auch nur sehr bedingt, denn insgesamt ist der Film doch eher öde geraten, daran können auch Sharon Stone, Robert Patrick, Juno Temple, Chris Noth, Eric Roberts, Debi Mazar, Chloe Sevigny oder Hank Azaria nichts ändern, die zum Teil nur ganz kurze Auftritte haben. Ach ja, James Franco spielt Hugh Hefner, wirkt dabei wie immer ein wenig weggetreten und mir stellt sich erneut die Frage, was alle nur an James Franco finden. Keine Ahnung.
Rein optisch sind Peter Sarsgaard und Amanda Seyfried gut besetzt, das Siebziger-Jahre-Setting ist gelungen, aber gelangweilt hat mich der Film trotzdem. Schade, denn Rob Epstein und Jeffrey Friedman können durchaus interessante Storys erzählen, das haben sie bereits in diversen Dokumentationen bewiesen. Bei diesem Film scheinen sie sich aber selbst nicht so ganz sicher gewesen zu sein, denn warum sonst hätten sie hier jede noch so kleine Rolle mit bekannten Namen besetzt.
Kann ich den Film empfehlen? Nein, nur sehr eingeschränkt. Kann man sehen, muss man aber nicht. Kann man aber auch gerne verpassen.
Sonntag, 1. Dezember 2013
Suspension of Disbelief
"Suspension of Disbelief" ist ein Film von Mike Figgis aus dem Jahr 2012. Figgis ist hier nicht nur Regisseur und Drehbuchautor, sondern zusätzlich auch noch für die Kamera, den Schnitt und die Filmmusik zuständig. Der blöde deutsche Titel lautet "Gefährliche Begierde" und hat den noch blöderen Titelzusatz "Im Rausch dunkler Gelüste".
Martin (Sebastian Koch) ist Drehbuchautor und Dozent an einer Filmhochschule. Seit seine Frau Claire (Emilia Fox) ihn vor fünfzehn Jahren nach einem Streit verlassen hat und nie wieder aufgetaucht ist, lebt Martin zusammen mit seiner Tochter Sarah (Rebecca Night) immer noch in dem gleichen Haus in London. Sarah ist eine junge Schauspielerin und dreht aktuell einen Film, für den Martin das Drehbuch geschrieben hat. Regie führt Greg (Eoin Macken), der einiges von Sarah erwartet und sie entsprechend unter Druck setzt.
Zur Feier von Sarahs Geburtstag erscheinen am Abend viele Freunde, darunter auch Dominic (Lachlan Nieboer) mit seiner französischen Freundin Angelique (Lotte Verbeek). Angelique flirtet ein bisschen mit Martin, der sich irgendwann in der Nacht ziemlich benommen in sein Zimmer zurückzieht.
Am nächsten Tag ist Angelique verschwunden, niemand hat sie mehr gesehen seit der Feier in Martins Haus. Kurz darauf wird ihre Leiche aus der Themse geborgen. Martin und Sarah begleiten Dominic ins Leichenschauhaus, wo ihnen Therese begegnet, Angeliques Zwillingsschwester. Da sie keine Unterkunft in London hat, wird sie kurzerhand von Martin und Sarah eingeladen, bei ihnen zu wohnen.
Martin wird von der Polizei verdächtigt, etwas mit Angeliques Tod zu tun zu haben, ebenso mit dem Verschwinden seiner Frau vor fünfzehn Jahren, doch es gibt keine Beweise. Gleichzeitig verhält sich Therese eigenartig und erzählt Martin Geschichten aus ihrer Kindheit, die sich später als Lüge herausstellen. Wer hat hier etwas zu vertuschen und warum? Was ist Wahrheit und was ist Fiktion? Ehrlich gesagt, nach sehr langen rund 105 Minuten ist man auch nicht viel schlauer, aber sehr müde.
Nur mal so zur Information, Mike Figgis ist ein Oscar-Nominierter Regisseur und Drehbuchautor. Leider glaubt man das nicht so ganz, wenn man diesen Film gesehen hat, der wie das Werk eines Anfängers wirkt. Zu sehr spielt Figgis hier mit überflüssigen Stilmitteln, bis es kracht. Es gibt nervige bunte Texteinblendungen, Split-Screens ohne Ende, verrauschte Bilder und noch einiges mehr. Was wohl Eindruck machen soll, wirkt leider nur sehr laienhaft.
Als Erotikthriller funktioniert das aber auch nicht wirklich, denn Lotte Verbeek ist zwar ganz reizend, aber ihr fehlt die nötige Ausstrahlung. Auch diverse Anspielungen auf den Film-Noir verlaufen da eher im Sande. Sebastian Koch ist übrigens der einzige Schauspieler in dieser Runde, der überzeugen kann, auch wenn er allein nichts retten kann. Die übrigen Darsteller sind nicht der Rede wert, selbst Julian Sands wird hier in einem Mini-Auftritt verschenkt.
Was das alles soll? Keine Ahnung. Eine halbwegs interessante Story wird hier so lange vermurkst, bis jede Spannung erloschen ist. Schade und darum auch nur sehr eingeschränkt empfehlenswert. Den kann man aber auch sehr gerne verpassen.
Martin (Sebastian Koch) ist Drehbuchautor und Dozent an einer Filmhochschule. Seit seine Frau Claire (Emilia Fox) ihn vor fünfzehn Jahren nach einem Streit verlassen hat und nie wieder aufgetaucht ist, lebt Martin zusammen mit seiner Tochter Sarah (Rebecca Night) immer noch in dem gleichen Haus in London. Sarah ist eine junge Schauspielerin und dreht aktuell einen Film, für den Martin das Drehbuch geschrieben hat. Regie führt Greg (Eoin Macken), der einiges von Sarah erwartet und sie entsprechend unter Druck setzt.
Zur Feier von Sarahs Geburtstag erscheinen am Abend viele Freunde, darunter auch Dominic (Lachlan Nieboer) mit seiner französischen Freundin Angelique (Lotte Verbeek). Angelique flirtet ein bisschen mit Martin, der sich irgendwann in der Nacht ziemlich benommen in sein Zimmer zurückzieht.
Am nächsten Tag ist Angelique verschwunden, niemand hat sie mehr gesehen seit der Feier in Martins Haus. Kurz darauf wird ihre Leiche aus der Themse geborgen. Martin und Sarah begleiten Dominic ins Leichenschauhaus, wo ihnen Therese begegnet, Angeliques Zwillingsschwester. Da sie keine Unterkunft in London hat, wird sie kurzerhand von Martin und Sarah eingeladen, bei ihnen zu wohnen.
Martin wird von der Polizei verdächtigt, etwas mit Angeliques Tod zu tun zu haben, ebenso mit dem Verschwinden seiner Frau vor fünfzehn Jahren, doch es gibt keine Beweise. Gleichzeitig verhält sich Therese eigenartig und erzählt Martin Geschichten aus ihrer Kindheit, die sich später als Lüge herausstellen. Wer hat hier etwas zu vertuschen und warum? Was ist Wahrheit und was ist Fiktion? Ehrlich gesagt, nach sehr langen rund 105 Minuten ist man auch nicht viel schlauer, aber sehr müde.
Nur mal so zur Information, Mike Figgis ist ein Oscar-Nominierter Regisseur und Drehbuchautor. Leider glaubt man das nicht so ganz, wenn man diesen Film gesehen hat, der wie das Werk eines Anfängers wirkt. Zu sehr spielt Figgis hier mit überflüssigen Stilmitteln, bis es kracht. Es gibt nervige bunte Texteinblendungen, Split-Screens ohne Ende, verrauschte Bilder und noch einiges mehr. Was wohl Eindruck machen soll, wirkt leider nur sehr laienhaft.
Als Erotikthriller funktioniert das aber auch nicht wirklich, denn Lotte Verbeek ist zwar ganz reizend, aber ihr fehlt die nötige Ausstrahlung. Auch diverse Anspielungen auf den Film-Noir verlaufen da eher im Sande. Sebastian Koch ist übrigens der einzige Schauspieler in dieser Runde, der überzeugen kann, auch wenn er allein nichts retten kann. Die übrigen Darsteller sind nicht der Rede wert, selbst Julian Sands wird hier in einem Mini-Auftritt verschenkt.
Was das alles soll? Keine Ahnung. Eine halbwegs interessante Story wird hier so lange vermurkst, bis jede Spannung erloschen ist. Schade und darum auch nur sehr eingeschränkt empfehlenswert. Den kann man aber auch sehr gerne verpassen.
Samstag, 9. November 2013
The Presence
"The Presence" ist ein Film von Tom Provost (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2010, der gerade auf DVD veröffentlicht wurde. Angepriesen wird er als Horror-Story, aber das stimmt so nicht, eher haben wir es hier mit einer "Geister-Romanze" zu tun. Zugegeben, das ist ein blöder Begriff, aber etwas Besseres fällt mir dazu nicht ein.
Zur Story: Eine Frau (Mira Sorvino) zieht sich zurück in die einsam gelegene Waldhütte ihrer verstorbenen Großeltern, um in Ruhe arbeiten zu können. Hier hat sie als Kind glückliche Zeiten verlebt, aber sie wird auch von unangenehmen Erinnerungen an ihren Vater verfolgt, die dafür verantwortlich sind, dass sie keinem Mann wirklich vertrauen kann. In der Hütte ist sie jedoch nicht allein, denn ein wortloser Geist (Shane West) lebt dort und beobachtet die Frau. Eine Bedrohung scheint von ihm nicht auszugehen, scheinbar ist er irgendwie in dieser Hütte gefangen.
Völlig unerwartet trifft der Freund (Justin Kirk) der Frau in der Hütte ein, um ihr einen Heiratsantrag zu machen. Er schafft es schließlich sogar, ihre Abwehr zu durchbrechen und sie nimmt seinen Antrag an. Doch schon kurze Zeit später verschärft sich die Situation. Die Frau fühlt sich bedrängt, in ihrer Ruhe gestört und es kommt zum Streit.
Verantwortlich dafür ist ein zweiter Geist (Tony Curran), der sein Unwesen im Haus treibt und nur böse Absichten hat. Er lockt den Freund der Frau in eine Falle und gerät mit dem anderen Geist aneinander, bevor eine höhere Instanz (Deobia Oparei) die Situation retten kann.
Also eigentlich ist das alles ziemlicher Blödsinn, den man gerne verpassen könnte, wären die Schauspieler hier nicht so interessant. Mira Sorvino und Justin Kirk sieht man leider sowieso viel zu selten, da muss man sich eben auch mal durch einen eher mittelmäßigen Film bemühen. Die Geschichte an sich ist ja gar nicht mal so schlecht, sie ist aber leider sehr langweilig erzählt und verlangt vom Zuschauer einen langen Atem. Wer hier auf Action und Horror wartet, der kann sich gleich verabschieden, das gibt es hier ganz sicher nicht.
Wer sich allerdings auf die ruhige Erzählweise einlassen kann, dem könnte der Film durchaus gefallen. Man muss nicht alles ganz ernst nehmen und einiges wirkt auch ein wenig lächerlich, aber trotzdem hat der Film sehr sehenswerte Momente.
Die DVD verfügt leider über keine Untertitel, der Film ist im Original oder in der deutschen Synchronisation zu sehen. Bitte wie immer das Original anschauen, die deutschen Stimmen sind furchtbar und verändern die Charaktere total. Darüber kann ich mich immer wieder aufregen.
Zur Story: Eine Frau (Mira Sorvino) zieht sich zurück in die einsam gelegene Waldhütte ihrer verstorbenen Großeltern, um in Ruhe arbeiten zu können. Hier hat sie als Kind glückliche Zeiten verlebt, aber sie wird auch von unangenehmen Erinnerungen an ihren Vater verfolgt, die dafür verantwortlich sind, dass sie keinem Mann wirklich vertrauen kann. In der Hütte ist sie jedoch nicht allein, denn ein wortloser Geist (Shane West) lebt dort und beobachtet die Frau. Eine Bedrohung scheint von ihm nicht auszugehen, scheinbar ist er irgendwie in dieser Hütte gefangen.
Völlig unerwartet trifft der Freund (Justin Kirk) der Frau in der Hütte ein, um ihr einen Heiratsantrag zu machen. Er schafft es schließlich sogar, ihre Abwehr zu durchbrechen und sie nimmt seinen Antrag an. Doch schon kurze Zeit später verschärft sich die Situation. Die Frau fühlt sich bedrängt, in ihrer Ruhe gestört und es kommt zum Streit.
Verantwortlich dafür ist ein zweiter Geist (Tony Curran), der sein Unwesen im Haus treibt und nur böse Absichten hat. Er lockt den Freund der Frau in eine Falle und gerät mit dem anderen Geist aneinander, bevor eine höhere Instanz (Deobia Oparei) die Situation retten kann.
Also eigentlich ist das alles ziemlicher Blödsinn, den man gerne verpassen könnte, wären die Schauspieler hier nicht so interessant. Mira Sorvino und Justin Kirk sieht man leider sowieso viel zu selten, da muss man sich eben auch mal durch einen eher mittelmäßigen Film bemühen. Die Geschichte an sich ist ja gar nicht mal so schlecht, sie ist aber leider sehr langweilig erzählt und verlangt vom Zuschauer einen langen Atem. Wer hier auf Action und Horror wartet, der kann sich gleich verabschieden, das gibt es hier ganz sicher nicht.
Wer sich allerdings auf die ruhige Erzählweise einlassen kann, dem könnte der Film durchaus gefallen. Man muss nicht alles ganz ernst nehmen und einiges wirkt auch ein wenig lächerlich, aber trotzdem hat der Film sehr sehenswerte Momente.
Die DVD verfügt leider über keine Untertitel, der Film ist im Original oder in der deutschen Synchronisation zu sehen. Bitte wie immer das Original anschauen, die deutschen Stimmen sind furchtbar und verändern die Charaktere total. Darüber kann ich mich immer wieder aufregen.
Sonntag, 3. November 2013
Aleksandr's Price
"Aleksandr's Price" ist ein Film von Pau Masó aus dem Jahr 2013. Pau Masó fungierte hier als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent, ist aber auch noch für den Schnitt zuständig gewesen und sein eigener Hauptdarsteller. Puh, ziemlich viel für einen jungen Mann Ende Zwanzig, auf jeden Fall sehr ambitioniert, aber leider doch eine zu große Herausforderung.
Der junge Russe Aleksandr (Pau Masó) ist vor einigen Jahren zusammen mit seiner Mutter und seiner Schwester nach New York gezogen. Sein Vater hat die Familie früh verlassen, um nach Amerika zu gehen und seine Frau hoffte immer, ihn eines Tages finden zu können. Diese Hoffnung erfüllte sich jedoch nicht und nachdem Aleksandrs Mutter ihren Job verloren hatte, wurde sie immer depressiver, begann zu trinken und beging schließlich Selbstmord. Aleksandrs Schwester verschwand daraufhin wortlos mit dem letzten Geld der Familie.
Aleksandr blieb allein zurück, ein Illegaler in einer großen und fremden Stadt, ohne Geld und ohne Arbeit. Seine einzige Freundin Emma (Samantha Glovin) will ihm helfen und schickt ihn zu einem Bekannten, der eine Bar betreibt. Nun, eigentlich ist das ein Schwulen-Club und der hübsche Aleksandr wird hier als Tänzer engagiert. Er kommt bei den Gästen des Clubs gut an und schon bald wird er für Sex bezahlt. Der naive Aleksandr begreift selbst nicht so genau, was eigentlich mit ihm geschieht, er ist auf der Suche nach einem Freund, weil er so einsam ist.
Der verheiratete Keith (Josh Berresford) ist sein erster Kunde und trifft sich öfters mit ihm, aber an einer Freundschaft ist er nicht interessiert. Der etwas ältere Tom (Keith Dougherty) möchte sich mit Aleksandr anfreunden, aber der gibt ihm immer wieder einen Korb. Aleksandr driftet immer mehr ab, nimmt Drogen, um seinen Job zu überstehen und gerät zunehmend in gefährliche und verhängnisvolle Situationen. Er wird mehrfach betäubt und vergewaltigt, hat Selbstmordgedanken und weder Emma noch Tom dringen zu ihm durch. Den Tiefpunkt erreicht er dann bei einem zufälligen Treffen mit seinem Vater...
Die ganze Geschichte erzählt Aleksandr seiner Therapeutin Dr. Mary (Anatoli Grek) in ihrer Praxis, während die entsprechenden Szenen aus seinem Leben als Film erscheinen.
Hm, schwierig zu beurteilen. Also die Story an sich ist gar nicht mal schlecht, aber nichts, was man nicht schon etliche Male vorher gesehen hat und dazu noch völlig überfrachtet. Die wenigen Nebenfiguren bleiben dabei ohne jeden Hintergrund, denn von der besten Freundin Emma z. B. erfährt man gar nichts weiter. Wer ist sie und was macht sie? Fehlanzeige.
Das größte Problem ist aber Pau Masó als Hauptdarsteller, denn der ist lediglich hübsch und hat einen schönen Körper, aber eher kein schauspielerisches Talent. Sorry. Die meiste Zeit ist er zudem nur weinerlich und verzweifelt, was mit der Zeit ziemlich nerven kann. Wenn ihm Hilfe angeboten wird, dann schlägt er sie aus und wenn ihm niemand hilft, dann heult er wieder. Da bleiben die Sympathien für seine Figur dann auch schnell auf der Strecke.
Da das hier eine amerikanische Produktion ist, gibt es auch weit und breit keine erotische Szene oder Nacktheit zu sehen, das kennt man ja. Schade, vielleicht hätte der Film hier noch punkten können, aber auch daraus wird nichts.
Insgesamt gesehen nur eine sehr eingeschränkte Empfehlung von mir für diesen Film, den man aber auch gerne verpassen kann. Bleibt noch zu erwähnen, dass die Musikuntermalung ziemlich misslungen ist, aber auch das ist, wie der ganze Rest, gleich wieder vergessen.
Der junge Russe Aleksandr (Pau Masó) ist vor einigen Jahren zusammen mit seiner Mutter und seiner Schwester nach New York gezogen. Sein Vater hat die Familie früh verlassen, um nach Amerika zu gehen und seine Frau hoffte immer, ihn eines Tages finden zu können. Diese Hoffnung erfüllte sich jedoch nicht und nachdem Aleksandrs Mutter ihren Job verloren hatte, wurde sie immer depressiver, begann zu trinken und beging schließlich Selbstmord. Aleksandrs Schwester verschwand daraufhin wortlos mit dem letzten Geld der Familie.
Aleksandr blieb allein zurück, ein Illegaler in einer großen und fremden Stadt, ohne Geld und ohne Arbeit. Seine einzige Freundin Emma (Samantha Glovin) will ihm helfen und schickt ihn zu einem Bekannten, der eine Bar betreibt. Nun, eigentlich ist das ein Schwulen-Club und der hübsche Aleksandr wird hier als Tänzer engagiert. Er kommt bei den Gästen des Clubs gut an und schon bald wird er für Sex bezahlt. Der naive Aleksandr begreift selbst nicht so genau, was eigentlich mit ihm geschieht, er ist auf der Suche nach einem Freund, weil er so einsam ist.
Der verheiratete Keith (Josh Berresford) ist sein erster Kunde und trifft sich öfters mit ihm, aber an einer Freundschaft ist er nicht interessiert. Der etwas ältere Tom (Keith Dougherty) möchte sich mit Aleksandr anfreunden, aber der gibt ihm immer wieder einen Korb. Aleksandr driftet immer mehr ab, nimmt Drogen, um seinen Job zu überstehen und gerät zunehmend in gefährliche und verhängnisvolle Situationen. Er wird mehrfach betäubt und vergewaltigt, hat Selbstmordgedanken und weder Emma noch Tom dringen zu ihm durch. Den Tiefpunkt erreicht er dann bei einem zufälligen Treffen mit seinem Vater...
Die ganze Geschichte erzählt Aleksandr seiner Therapeutin Dr. Mary (Anatoli Grek) in ihrer Praxis, während die entsprechenden Szenen aus seinem Leben als Film erscheinen.
Hm, schwierig zu beurteilen. Also die Story an sich ist gar nicht mal schlecht, aber nichts, was man nicht schon etliche Male vorher gesehen hat und dazu noch völlig überfrachtet. Die wenigen Nebenfiguren bleiben dabei ohne jeden Hintergrund, denn von der besten Freundin Emma z. B. erfährt man gar nichts weiter. Wer ist sie und was macht sie? Fehlanzeige.
Das größte Problem ist aber Pau Masó als Hauptdarsteller, denn der ist lediglich hübsch und hat einen schönen Körper, aber eher kein schauspielerisches Talent. Sorry. Die meiste Zeit ist er zudem nur weinerlich und verzweifelt, was mit der Zeit ziemlich nerven kann. Wenn ihm Hilfe angeboten wird, dann schlägt er sie aus und wenn ihm niemand hilft, dann heult er wieder. Da bleiben die Sympathien für seine Figur dann auch schnell auf der Strecke.
Da das hier eine amerikanische Produktion ist, gibt es auch weit und breit keine erotische Szene oder Nacktheit zu sehen, das kennt man ja. Schade, vielleicht hätte der Film hier noch punkten können, aber auch daraus wird nichts.
Insgesamt gesehen nur eine sehr eingeschränkte Empfehlung von mir für diesen Film, den man aber auch gerne verpassen kann. Bleibt noch zu erwähnen, dass die Musikuntermalung ziemlich misslungen ist, aber auch das ist, wie der ganze Rest, gleich wieder vergessen.
Samstag, 26. Oktober 2013
Ghost Shark
"Ghost Shark" ist ein Film von Griff Furst aus dem Jahr 2013. Das Drehbuch schrieb Furst zusammen mit Eric Forsberg.
Tierhorror, mal wieder. Haie scheinen ja in diesem Genre extrem gefragt zu sein, aber halt, hier handelt es sich nicht um einen normalen weißen Hai, sondern um einen *Trommelwirbel* "Geister-Hai". Wer jetzt schon vor Lachen zusammenbricht, der ist im richtigen Film. Wer nur mit den Augen rollt, der hat den Film wahrscheinlich schon gesehen...
Natürlich kann man hier ein astreines B-Movie erwarten, bei dem an allem gespart wurde, vor allen Dingen an der Story, der Logik, den Effekten, dem Talent der Darsteller, den Klamotten usw. Also eigentlich gibt es keinen vernünftigen Grund, sich diesen Unsinn anzuschauen, aber wer ist schon immer vernünftig?
Kurz zur Story: In dem kleinen Küstenstädtchen Smallport kommt es zu mehreren Todesfällen in Verbindung mit einem Hai, dessen Beschreibung die Polizei nicht ernst nimmt. Der Hai ist nämlich durchsichtig, weil er ja ein Geister-Hai ist, also glaubt keiner der ermittelnden Herren an dessen Existenz. Nur eine kleine Gruppe von Teenagern begreift den Ernst der Lage und macht sich auf, das Untier zu bekämpfen. Der alte und versoffene Leuchtturmwärter Finch (Richard Moll) ist der Schlüssel zur Lösung des Problems, aber bis es soweit ist, müssen noch einige Opfer beklagt werden.
Um den Fluch zu brechen, müssen die Teenager ihr Leben riskieren, was sie aber erstaunlich gelassen hinnehmen. Der Geister-Hai kann dabei überall auftauchen und sich seine Opfer suchen. Es muss nur etwas mit Wasser zu tun haben, also auch die kleinste Pfütze, ein Putzeimer, eine Toilette, ein Wasserrohr, der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Auch in der Badewanne ist man nicht mehr sicher...
Nun gut, ernst nehmen muss man das hier alles nicht, aber der Film hat trotzdem eine FSK18, weil es schon recht blutig zugeht. Über den Sinn oder Unsinn dieser FSK-Einstufungen will ich mich auch nicht weiter auslassen, das führt doch zu nichts.
Muss man diesen Film sehen? Nein, natürlich nicht. Kann ich ihn empfehlen? Also höchstens ganz eingeschränkt, wenn man weiß, worauf man sich hier einlässt. Die Handlung ist Schrott, die Dialoge sind zum Davonlaufen und Talent ist hier meilenweit nicht zu finden. Aber wer Spaß daran hat, bitte sehr. Ich habe schon Schlimmeres gesehen und ein durchsichtiger Geister-Hai kann ja auch ganz unterhaltsam sein, obwohl ich das nicht wirklich garantieren kann.
Tierhorror, mal wieder. Haie scheinen ja in diesem Genre extrem gefragt zu sein, aber halt, hier handelt es sich nicht um einen normalen weißen Hai, sondern um einen *Trommelwirbel* "Geister-Hai". Wer jetzt schon vor Lachen zusammenbricht, der ist im richtigen Film. Wer nur mit den Augen rollt, der hat den Film wahrscheinlich schon gesehen...
Natürlich kann man hier ein astreines B-Movie erwarten, bei dem an allem gespart wurde, vor allen Dingen an der Story, der Logik, den Effekten, dem Talent der Darsteller, den Klamotten usw. Also eigentlich gibt es keinen vernünftigen Grund, sich diesen Unsinn anzuschauen, aber wer ist schon immer vernünftig?
Kurz zur Story: In dem kleinen Küstenstädtchen Smallport kommt es zu mehreren Todesfällen in Verbindung mit einem Hai, dessen Beschreibung die Polizei nicht ernst nimmt. Der Hai ist nämlich durchsichtig, weil er ja ein Geister-Hai ist, also glaubt keiner der ermittelnden Herren an dessen Existenz. Nur eine kleine Gruppe von Teenagern begreift den Ernst der Lage und macht sich auf, das Untier zu bekämpfen. Der alte und versoffene Leuchtturmwärter Finch (Richard Moll) ist der Schlüssel zur Lösung des Problems, aber bis es soweit ist, müssen noch einige Opfer beklagt werden.
Um den Fluch zu brechen, müssen die Teenager ihr Leben riskieren, was sie aber erstaunlich gelassen hinnehmen. Der Geister-Hai kann dabei überall auftauchen und sich seine Opfer suchen. Es muss nur etwas mit Wasser zu tun haben, also auch die kleinste Pfütze, ein Putzeimer, eine Toilette, ein Wasserrohr, der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Auch in der Badewanne ist man nicht mehr sicher...
Nun gut, ernst nehmen muss man das hier alles nicht, aber der Film hat trotzdem eine FSK18, weil es schon recht blutig zugeht. Über den Sinn oder Unsinn dieser FSK-Einstufungen will ich mich auch nicht weiter auslassen, das führt doch zu nichts.
Muss man diesen Film sehen? Nein, natürlich nicht. Kann ich ihn empfehlen? Also höchstens ganz eingeschränkt, wenn man weiß, worauf man sich hier einlässt. Die Handlung ist Schrott, die Dialoge sind zum Davonlaufen und Talent ist hier meilenweit nicht zu finden. Aber wer Spaß daran hat, bitte sehr. Ich habe schon Schlimmeres gesehen und ein durchsichtiger Geister-Hai kann ja auch ganz unterhaltsam sein, obwohl ich das nicht wirklich garantieren kann.
Samstag, 12. Oktober 2013
Shampoo
"Shampoo" ist ein Film von Hal Ashby aus dem Jahr 1975. Das Drehbuch stammt von Warren Beatty und Robert Towne. Warren Beatty war hier übrigens auch der Produzent dieses Films. Kameramann war László Kovacs.
Die Geschichte spielt an einem Tag im Jahr 1968 in Beverly Hills, genauer gesagt an dem Tag, als Richard Nixon zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde. Im Hintergrund laufen ständig irgendwo Fernseher, die davon berichten, doch das ist eigentlich gar nicht das Thema des Films. Nein, denn das Thema dieses Films ist... äh, das weiß ich auch nicht so richtig. Ich fasse mal meine Eindrücke kurz zusammen:
George (Warren Beatty) ist ein gefragter Friseur, der sich unbedingt selbständig machen will, dem aber die Bank kein Geld gibt, woraufhin George seinen Banker als Arschloch betitelt, weil der ihn offensichtlich für einen Hippie hält. Tja, dumm gelaufen. Also muss eine andere Geldquelle her und da kommen die Damen in seinem Umfeld ins Spiel, die mit reichen Männern gesegnet sind.
Neben seiner Freundin Jill (Goldie Hawn) hat George diverse andere Liebschaften laufen, unter anderem seine Ex-Freundin Jackie (Julie Christie), die einzige Frau, die ihm je etwas bedeutet hat, die aber inzwischen ein Verhältnis mit dem reichen Lester (Jack Warden) hat, der aber noch mit Felicia (Lee Grant) verheiratet ist. Lester spielt mit dem Gedanken, George das Geld zu geben, aber er hat keine Ahnung, dass George abwechselnd mit Jackie, Felicia und seiner Tochter Lorna (Carrie Fisher) ins Bett hüpft.
Am Ende einer langen Nacht auf diversen Partys bleibt George allein zurück. Er will Jackie zurückgewinnen, aber die hat sich für Lester entschieden.
Ja, das war es dann auch schon, viel mehr passiert hier nicht. Und was soll das alles eigentlich sein? Eine Komödie? Dazu ist es nicht lustig genug. Ein Drama? Nee, auch nicht. Hier haben wir einen Film mit wirklich guten Darstellern, die allesamt verschleudert werden, weil nichts wirklich funktionieren will. Schade, aber mehr als Langeweile kommt hier nicht auf.
Ich muss gestehen, dass mich Warren Beatty nie so besonders überzeugt hat und ich auch seinem Charme nie verfallen bin, den er ja nun mal haben soll. Da überzeugen hier aber Julie Christie und Lee Grant umso mehr, die beide fabelhaft aussehen, mal abgesehen von ihren fast identischen und furchtbaren Frisuren. Goldie Hawn ist wie üblich goldig und uninteressant, zu mehr reicht es bei ihr ja sowieso meist nie.
Gut, genug gemeckert, der Film ist relativ belanglos und muss nicht unbedingt angeschaut werden. Also von mir nur eine sehr eingeschränkte Empfehlung.
Die Geschichte spielt an einem Tag im Jahr 1968 in Beverly Hills, genauer gesagt an dem Tag, als Richard Nixon zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde. Im Hintergrund laufen ständig irgendwo Fernseher, die davon berichten, doch das ist eigentlich gar nicht das Thema des Films. Nein, denn das Thema dieses Films ist... äh, das weiß ich auch nicht so richtig. Ich fasse mal meine Eindrücke kurz zusammen:
George (Warren Beatty) ist ein gefragter Friseur, der sich unbedingt selbständig machen will, dem aber die Bank kein Geld gibt, woraufhin George seinen Banker als Arschloch betitelt, weil der ihn offensichtlich für einen Hippie hält. Tja, dumm gelaufen. Also muss eine andere Geldquelle her und da kommen die Damen in seinem Umfeld ins Spiel, die mit reichen Männern gesegnet sind.
Neben seiner Freundin Jill (Goldie Hawn) hat George diverse andere Liebschaften laufen, unter anderem seine Ex-Freundin Jackie (Julie Christie), die einzige Frau, die ihm je etwas bedeutet hat, die aber inzwischen ein Verhältnis mit dem reichen Lester (Jack Warden) hat, der aber noch mit Felicia (Lee Grant) verheiratet ist. Lester spielt mit dem Gedanken, George das Geld zu geben, aber er hat keine Ahnung, dass George abwechselnd mit Jackie, Felicia und seiner Tochter Lorna (Carrie Fisher) ins Bett hüpft.
Am Ende einer langen Nacht auf diversen Partys bleibt George allein zurück. Er will Jackie zurückgewinnen, aber die hat sich für Lester entschieden.
Ja, das war es dann auch schon, viel mehr passiert hier nicht. Und was soll das alles eigentlich sein? Eine Komödie? Dazu ist es nicht lustig genug. Ein Drama? Nee, auch nicht. Hier haben wir einen Film mit wirklich guten Darstellern, die allesamt verschleudert werden, weil nichts wirklich funktionieren will. Schade, aber mehr als Langeweile kommt hier nicht auf.
Ich muss gestehen, dass mich Warren Beatty nie so besonders überzeugt hat und ich auch seinem Charme nie verfallen bin, den er ja nun mal haben soll. Da überzeugen hier aber Julie Christie und Lee Grant umso mehr, die beide fabelhaft aussehen, mal abgesehen von ihren fast identischen und furchtbaren Frisuren. Goldie Hawn ist wie üblich goldig und uninteressant, zu mehr reicht es bei ihr ja sowieso meist nie.
Gut, genug gemeckert, der Film ist relativ belanglos und muss nicht unbedingt angeschaut werden. Also von mir nur eine sehr eingeschränkte Empfehlung.
Samstag, 21. September 2013
Wrong Identity
"Wrong Identity" - "Trap for Cinderella" ist ein Film von Iain Softley (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2013 und beruht auf einem Roman von Sébastien Japrisot.
In einem Ferienhaus in Südfrankreich gab es eine Explosion. Zwei junge Frauen aus England haben dort ein paar schöne Tage verlebt. Micky (Tuppence Middleton), eine reiche Erbin des Vermögens ihrer Tante Elinor (Frances de la Tour) und ihre beste Freundin Do (Alexandra Roach), die aus einfachen Verhältnissen stammt. Die beiden jungen Frauen waren schon als Kinder befreundet, haben sich dann aber nach einem familiären Zwischenfall aus den Augen verloren und sind sich erst vor kurzem wieder in London begegnet und seitdem scheinbar unzertrennlich.
Micky erwacht im Krankenhaus nach einigen Operationen, da ihr Körper und auch ihr Gesicht durch das Feuer entstellt waren. Sie hat außerdem eine Amnesie und kann sich an nichts erinnern. Ihre behandelnde Ärztin versorgt sie nach und nach mit Bildern und Geschichten aus ihrem bisherigen Leben, aber Micky bleibt das alles fremd. Julia (Kerry Fox), eine Freundin und langjährige Vertraute ihrer Tante Elinor, holt sie schließlich aus der Klinik ab. Auch an sie kann Micky sich nicht erinnern, doch so bald es ihr wieder etwas besser geht, beginnt sie damit, eigene Nachforschungen zu unternehmen.
Durch ein Tagebuch erfährt sie mehr von ihrer Freundschaft zu Do, was im Film durch Rückblenden gezeigt wird. Zufällig haben sich Micky und Do nach vielen Jahren wiedergefunden und ihre Freundschaft fortgesetzt. Die hübsche und selbstbewusste Micky und die schüchterne und eher unscheinbare Do, die langsam aber sicher ein Abziehbild ihrer Freundin wurde, verbrachten viel Zeit miteinander. Äußerlich konnte man sie bald nicht mehr auseinander halten, Micky bestimmte den Weg und Do folgte ihr.
Doch durch ihren Gedächtnisverlust weiß Micky nicht mehr, wer sie eigentlich ist. Das fremde Gesicht im Spiegel hilft ihr auch nicht weiter und das Tagebuch und einige sporadische Erinnerungen lassen zunehmend Zweifel in ihr aufkommen. Ist sie überhaupt Micky oder vielleicht doch Do? Wird hier nur ein böses Spiel mit ihr gespielt? Julia jedenfalls verhält sich rätselhaft und dann taucht noch ein merkwürdiger Erpresser auf, der eine große Forderung stellt. Was ist hier eigentlich los?
Ja, was ist hier eigentlich los? Diese Frage stellt sich auch der Zuschauer, der diesem Nonsens bis hier gefolgt ist. Ich muss gestehen, dass mich dieser Film etwas ermüdet hat, ich aber trotzdem bis zum Schluss durchgehalten habe, weil ich auf die Auflösung gespannt war. Pöff, das war es dann auch. So richtig überzeugen konnte mich das alles nicht. Schade, das hätte man sicher besser machen können. Die Story ist ja ganz gut, die Darstellerinnen sind es auch, aber irgendwas fehlt, leider.
Also an den Darstellerinnen liegt es nicht, wenn dieser Film nicht zündet, denn Tuppence Middleton, Alexandra Roache und besonders Kerry Fox können zu jeder Zeit überzeugen. Irgendwie steckt hier aber trotzdem der Wurm drin, denn der Film an sich ist meiner Meinung nach eher missraten, auch wenn ich das nur ungern sage. Kann man sehen, muss man aber nicht.
In einem Ferienhaus in Südfrankreich gab es eine Explosion. Zwei junge Frauen aus England haben dort ein paar schöne Tage verlebt. Micky (Tuppence Middleton), eine reiche Erbin des Vermögens ihrer Tante Elinor (Frances de la Tour) und ihre beste Freundin Do (Alexandra Roach), die aus einfachen Verhältnissen stammt. Die beiden jungen Frauen waren schon als Kinder befreundet, haben sich dann aber nach einem familiären Zwischenfall aus den Augen verloren und sind sich erst vor kurzem wieder in London begegnet und seitdem scheinbar unzertrennlich.
Micky erwacht im Krankenhaus nach einigen Operationen, da ihr Körper und auch ihr Gesicht durch das Feuer entstellt waren. Sie hat außerdem eine Amnesie und kann sich an nichts erinnern. Ihre behandelnde Ärztin versorgt sie nach und nach mit Bildern und Geschichten aus ihrem bisherigen Leben, aber Micky bleibt das alles fremd. Julia (Kerry Fox), eine Freundin und langjährige Vertraute ihrer Tante Elinor, holt sie schließlich aus der Klinik ab. Auch an sie kann Micky sich nicht erinnern, doch so bald es ihr wieder etwas besser geht, beginnt sie damit, eigene Nachforschungen zu unternehmen.
Durch ein Tagebuch erfährt sie mehr von ihrer Freundschaft zu Do, was im Film durch Rückblenden gezeigt wird. Zufällig haben sich Micky und Do nach vielen Jahren wiedergefunden und ihre Freundschaft fortgesetzt. Die hübsche und selbstbewusste Micky und die schüchterne und eher unscheinbare Do, die langsam aber sicher ein Abziehbild ihrer Freundin wurde, verbrachten viel Zeit miteinander. Äußerlich konnte man sie bald nicht mehr auseinander halten, Micky bestimmte den Weg und Do folgte ihr.
Doch durch ihren Gedächtnisverlust weiß Micky nicht mehr, wer sie eigentlich ist. Das fremde Gesicht im Spiegel hilft ihr auch nicht weiter und das Tagebuch und einige sporadische Erinnerungen lassen zunehmend Zweifel in ihr aufkommen. Ist sie überhaupt Micky oder vielleicht doch Do? Wird hier nur ein böses Spiel mit ihr gespielt? Julia jedenfalls verhält sich rätselhaft und dann taucht noch ein merkwürdiger Erpresser auf, der eine große Forderung stellt. Was ist hier eigentlich los?
Ja, was ist hier eigentlich los? Diese Frage stellt sich auch der Zuschauer, der diesem Nonsens bis hier gefolgt ist. Ich muss gestehen, dass mich dieser Film etwas ermüdet hat, ich aber trotzdem bis zum Schluss durchgehalten habe, weil ich auf die Auflösung gespannt war. Pöff, das war es dann auch. So richtig überzeugen konnte mich das alles nicht. Schade, das hätte man sicher besser machen können. Die Story ist ja ganz gut, die Darstellerinnen sind es auch, aber irgendwas fehlt, leider.
Also an den Darstellerinnen liegt es nicht, wenn dieser Film nicht zündet, denn Tuppence Middleton, Alexandra Roache und besonders Kerry Fox können zu jeder Zeit überzeugen. Irgendwie steckt hier aber trotzdem der Wurm drin, denn der Film an sich ist meiner Meinung nach eher missraten, auch wenn ich das nur ungern sage. Kann man sehen, muss man aber nicht.
Montag, 16. September 2013
Side Effects
"Side Effects - Tödliche Nebenwirkungen" ist ein Film von Steven Soderbergh aus dem Jahr 2013. Das Drehbuch stammt von Scott Z. Burns.
Der Psychiater Jonathan Banks (Jude Law) übernimmt eine neue Patientin, die junge Emily Taylor (Rooney Mara), als diese nach einem scheinbaren Selbstmordversuch in der Klinik landet. Emily leidet an Depressionen, seit ihr Mann Martin (Channing Tatum) wegen Insider-Geschäften ins Gefängnis musste. Davor hatten beide ein angenehmes Leben, jede Menge Luxus und Geld, weil Martin als Broker sehr erfolgreich war. Das alles war schlagartig vorbei und Emily konnte diesen Verlust nicht verkraften.
Seit kurzem ist Martin nach vier Jahren Haft wieder zu Hause, doch Emilys Zustand bessert sich nicht. Jonathan kontaktiert Emilys frühere Psychiaterin Victoria Siebert (Catherine Zeta-Jones), die ihm von einem neuen Medikament namens Ablixa berichtet. Sie stellt einen Kontakt mit der Pharma-Firma her und Jonathan erklärt sich bereit, an einer Studie teilzunehmen. Ein üppiges Honorar winkt ihm dabei auch noch, das Jonathan gerade gut gebrauchen kann, weil seine Frau einen vielversprechenden Job nicht erhalten hat und er eine teure Wohnung gekauft hat.
Emily hat schon einige Anti-Depressiva probiert und viele hatten unerwünschte Nebenwirkungen. Mit Ablixa fühlt sie sich besser, aber sie beginnt zu Schlafwandeln und tut Dinge, an die sie sich später nicht mehr erinnern kann. So kommt es kurze Zeit später zu einem Unglück, als Martin nach Hause kommt und seine Frau in der Küche vorfindet, wo sie mit einem großen und scharfen Messer Gemüse schneidet. Emily ersticht ihren Mann und lässt ihn verbluten, während sie sich wieder schlafen legt. Am nächsten Morgen ruft sie die Polizei, nachdem sie die Leiche ihres Mannes gefunden hat, aber sie kann sich ja an nichts erinnern...
Jonathan gerät zunehmend unter Druck. Er will Emily helfen ihre Unschuld zu beweisen, da das Medikament sie außer Gefecht gesetzt hätte. Doch nach und nach bekommt er immer mehr Probleme. Seine Praxispartner wollen keinen Skandal riskieren und werfen ihn hinaus, der Pharma-Konzern beendet die Zusammenarbeit und seine Frau glaubt ihm nicht mehr, als ihr verdächtige Fotos von Jonathan und Emily zugespielt werden.
Jonathan verliert den Boden unter den Füßen, sein ganzes Leben droht ihm bereits zu entgleiten, als er schließlich einige Ungereimtheiten in den Aussagen von Emily und Victoria Siebert feststellt, die ihn stutzig machen. Er muss erkennen, für ein schmutziges Spiel missbraucht worden zu sein und nun um seine Existenz kämpfen zu müssen. Mit allen Mitteln...
Kleine Zwischenfrage: Erinnert sich noch jemand an den Thriller "Eiskalte Leidenschaft" - "Final Analysis" von Phil Joanou aus dem Jahr 1992? Ja genau, den mit Richard Gere, Kim Basinger und Uma Thurman. Der hatte einen ganz ähnlichen Plot und scheint hier auch als Vorlage gedient zu haben. Natürlich nicht eins zu eins, aber einige Dinge aus dem damaligen Film tauchen hier auch auf. Das ist ja nicht weiter schlimm, geklaut wird bei Filmen ganz oft, aber genau wie "Final Analysis" schlägt auch "Side Effects" irgendwann ein paar Haken zu viel, um überhaupt noch glaubwürdig zu sein. Zum Schluss ist man als Zuschauer jedenfalls müde und mitunter auch ein bisschen genervt. Im Drehbuch liest sich manches eben ganz toll, aber im fertigen Film muss das nicht immer auch wirklich überzeugen. Das trifft hier übrigens auf beide erwähnten Filme zu.
Nun gut, der Film hat mir nicht wirklich gefallen, also warum soll ich hier lange um den heißen Brei herumreden? Die eigentlich erst im Mittelpunkt stehende Kritik an der Pharma-Industrie wird dann leider auch im Laufe des Films vergessen, um dann ein recht absurdes Ende kredenzen zu können. Ich lechze aber noch danach, die Darsteller unter die Lupe zu nehmen. Wenn mir hier Jude Law noch am besten gefallen hat, dann ist das schon ein Alarmsignal, aber über ihn will ich gar nicht meckern, der macht seine Sache tatsächlich gut. Vielleicht wird er mit zunehmendem Alter wirklich besser oder ich werde nachsichtiger, aber letzteres glaube ich eher nicht.
Rooney Mara kannte ich bisher nicht, sie ist eher unauffällig, spielt ihre Rolle hübsch verhuscht und hinterlässt insgesamt den größten Eindruck. Mal sehen, was man sonst noch so von ihr zu sehen bekommt. Catherine Zeta-Jones hat nicht wirklich viel zu tun, sie soll betont cool und undurchschaubar wirken, deshalb hat sie eine schwarze Brillenfassung verpasst bekommen. Ein hübsches Klischee.
Kommen wir aber zum eigentlichen Problem: Channing Tatum. Gut, der verabschiedet sich schon recht bald aus dem Film, aber die Frage bleibt: Was hat er hier überhaupt zu suchen? Der Typ sieht nicht nur aus wie ein Holzklotz, nein, der spielt auch so. Kann mir mal irgendjemand erklären, warum der so mit Rollen zugeschüttet wird? Besonders Steven Soderbergh hat ja wohl einen Narren an ihm gefressen, denn das ist bereits der dritte Film, den er mit ihm gedreht hat. So etwas Talentloses habe ich lange nicht gesehen und ihn dann auch noch als Broker zu besetzen ist ja wohl eine echte Lachnummer. Dem stupiden Gesichtsausdruck nach zu urteilen, beherrscht der nicht mal das kleine Einmaleins. Ich kann gleich nicht mehr, gibt es denn in ganz Hollywood keine besseren Darsteller mehr? Kommen die wirklich guten Schauspieler nur noch aus England? Da hat man noch die Auswahl und die verstehen auch ihr Handwerk, während Hollywood wohl zunehmend nur noch auf solche Luftblasen setzt. Es ist zum Verzweifeln.
Ok, genug gemeckert, den Film kann man sehen, muss man aber nicht. Sehr eingeschränkte Empfehlung von mir, ich muss mich jetzt erst mal wieder beruhigen und einen guten Film anschauen. "Side Effects" wird es aber definitiv nicht sein.
Der Psychiater Jonathan Banks (Jude Law) übernimmt eine neue Patientin, die junge Emily Taylor (Rooney Mara), als diese nach einem scheinbaren Selbstmordversuch in der Klinik landet. Emily leidet an Depressionen, seit ihr Mann Martin (Channing Tatum) wegen Insider-Geschäften ins Gefängnis musste. Davor hatten beide ein angenehmes Leben, jede Menge Luxus und Geld, weil Martin als Broker sehr erfolgreich war. Das alles war schlagartig vorbei und Emily konnte diesen Verlust nicht verkraften.
Seit kurzem ist Martin nach vier Jahren Haft wieder zu Hause, doch Emilys Zustand bessert sich nicht. Jonathan kontaktiert Emilys frühere Psychiaterin Victoria Siebert (Catherine Zeta-Jones), die ihm von einem neuen Medikament namens Ablixa berichtet. Sie stellt einen Kontakt mit der Pharma-Firma her und Jonathan erklärt sich bereit, an einer Studie teilzunehmen. Ein üppiges Honorar winkt ihm dabei auch noch, das Jonathan gerade gut gebrauchen kann, weil seine Frau einen vielversprechenden Job nicht erhalten hat und er eine teure Wohnung gekauft hat.
Emily hat schon einige Anti-Depressiva probiert und viele hatten unerwünschte Nebenwirkungen. Mit Ablixa fühlt sie sich besser, aber sie beginnt zu Schlafwandeln und tut Dinge, an die sie sich später nicht mehr erinnern kann. So kommt es kurze Zeit später zu einem Unglück, als Martin nach Hause kommt und seine Frau in der Küche vorfindet, wo sie mit einem großen und scharfen Messer Gemüse schneidet. Emily ersticht ihren Mann und lässt ihn verbluten, während sie sich wieder schlafen legt. Am nächsten Morgen ruft sie die Polizei, nachdem sie die Leiche ihres Mannes gefunden hat, aber sie kann sich ja an nichts erinnern...
Jonathan gerät zunehmend unter Druck. Er will Emily helfen ihre Unschuld zu beweisen, da das Medikament sie außer Gefecht gesetzt hätte. Doch nach und nach bekommt er immer mehr Probleme. Seine Praxispartner wollen keinen Skandal riskieren und werfen ihn hinaus, der Pharma-Konzern beendet die Zusammenarbeit und seine Frau glaubt ihm nicht mehr, als ihr verdächtige Fotos von Jonathan und Emily zugespielt werden.
Jonathan verliert den Boden unter den Füßen, sein ganzes Leben droht ihm bereits zu entgleiten, als er schließlich einige Ungereimtheiten in den Aussagen von Emily und Victoria Siebert feststellt, die ihn stutzig machen. Er muss erkennen, für ein schmutziges Spiel missbraucht worden zu sein und nun um seine Existenz kämpfen zu müssen. Mit allen Mitteln...
Kleine Zwischenfrage: Erinnert sich noch jemand an den Thriller "Eiskalte Leidenschaft" - "Final Analysis" von Phil Joanou aus dem Jahr 1992? Ja genau, den mit Richard Gere, Kim Basinger und Uma Thurman. Der hatte einen ganz ähnlichen Plot und scheint hier auch als Vorlage gedient zu haben. Natürlich nicht eins zu eins, aber einige Dinge aus dem damaligen Film tauchen hier auch auf. Das ist ja nicht weiter schlimm, geklaut wird bei Filmen ganz oft, aber genau wie "Final Analysis" schlägt auch "Side Effects" irgendwann ein paar Haken zu viel, um überhaupt noch glaubwürdig zu sein. Zum Schluss ist man als Zuschauer jedenfalls müde und mitunter auch ein bisschen genervt. Im Drehbuch liest sich manches eben ganz toll, aber im fertigen Film muss das nicht immer auch wirklich überzeugen. Das trifft hier übrigens auf beide erwähnten Filme zu.
Nun gut, der Film hat mir nicht wirklich gefallen, also warum soll ich hier lange um den heißen Brei herumreden? Die eigentlich erst im Mittelpunkt stehende Kritik an der Pharma-Industrie wird dann leider auch im Laufe des Films vergessen, um dann ein recht absurdes Ende kredenzen zu können. Ich lechze aber noch danach, die Darsteller unter die Lupe zu nehmen. Wenn mir hier Jude Law noch am besten gefallen hat, dann ist das schon ein Alarmsignal, aber über ihn will ich gar nicht meckern, der macht seine Sache tatsächlich gut. Vielleicht wird er mit zunehmendem Alter wirklich besser oder ich werde nachsichtiger, aber letzteres glaube ich eher nicht.
Rooney Mara kannte ich bisher nicht, sie ist eher unauffällig, spielt ihre Rolle hübsch verhuscht und hinterlässt insgesamt den größten Eindruck. Mal sehen, was man sonst noch so von ihr zu sehen bekommt. Catherine Zeta-Jones hat nicht wirklich viel zu tun, sie soll betont cool und undurchschaubar wirken, deshalb hat sie eine schwarze Brillenfassung verpasst bekommen. Ein hübsches Klischee.
Kommen wir aber zum eigentlichen Problem: Channing Tatum. Gut, der verabschiedet sich schon recht bald aus dem Film, aber die Frage bleibt: Was hat er hier überhaupt zu suchen? Der Typ sieht nicht nur aus wie ein Holzklotz, nein, der spielt auch so. Kann mir mal irgendjemand erklären, warum der so mit Rollen zugeschüttet wird? Besonders Steven Soderbergh hat ja wohl einen Narren an ihm gefressen, denn das ist bereits der dritte Film, den er mit ihm gedreht hat. So etwas Talentloses habe ich lange nicht gesehen und ihn dann auch noch als Broker zu besetzen ist ja wohl eine echte Lachnummer. Dem stupiden Gesichtsausdruck nach zu urteilen, beherrscht der nicht mal das kleine Einmaleins. Ich kann gleich nicht mehr, gibt es denn in ganz Hollywood keine besseren Darsteller mehr? Kommen die wirklich guten Schauspieler nur noch aus England? Da hat man noch die Auswahl und die verstehen auch ihr Handwerk, während Hollywood wohl zunehmend nur noch auf solche Luftblasen setzt. Es ist zum Verzweifeln.
Ok, genug gemeckert, den Film kann man sehen, muss man aber nicht. Sehr eingeschränkte Empfehlung von mir, ich muss mich jetzt erst mal wieder beruhigen und einen guten Film anschauen. "Side Effects" wird es aber definitiv nicht sein.
Donnerstag, 15. August 2013
Passion
"Passion" ist ein Film von Brian De Palma (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2012 und basiert auf dem französischen Film "Love Crime" oder auch "Crime d'amour" von Alain Corneau aus dem Jahr 2010.
Brian De Palma bezieht sich in den Credits ausdrücklich auf Alain Corneaus Film, übernimmt die Handlung, ja sogar ganze Szenen und Dialoge, ohne mit der Wimper zu zucken. Ein paar Kleinigkeiten ändert er ab und am Ende geht die Fantasie mit ihm durch und er bringt einige eigenständige Ideen ein, aber das Ergebnis ist leider sehr ernüchternd. Schade, ich bin schon mit geringen Erwartungen an diesen Film herangegangen, doch so eine Enttäuschung hatte ich dann doch nicht erwartet.
Die Handlung wiederhole ich jetzt nicht noch mal, denn die kann man hier nachlesen: "Love Crime". Die Hauptrollen in "Passion" spielen Rachel McAdams und Noomi Rapace, denen De Palma in seiner Altherrenfantasie natürlich auch gleich lesbische Untertöne andichtet, um das (männliche) Publikum auf seiner Seite zu haben. Deswegen wird auch aus Isabelles Assistenten Daniel hier die Assistentin Dani (Karoline Herfurth), um die Sache noch mehr anzuheizen. Dani ist zudem scharf auf Isabelle, was am Ende noch zu einigen merkwürdigen Begebenheiten führt.
Um die ganze Handlung verstehen zu können, ist es allerdings notwendig, das französische Original zu kennen, denn De Palma kopiert hier zwar viel, lässt aber auch einige wichtige Entwicklungen einfach unter den Tisch fallen. Da war Corneau doch sehr viel genauer, während es De Palma scheinbar nur um die Bilder geht. Die nachvollziehbare Handlung interessiert ihn wohl eher nicht.
Ja, die Bilder... Split-Screen natürlich, wir sind hier schließlich in einem De Palma-Film, da geht das einfach nicht ohne. Dann hätten wir noch sehr grelles Product-Placement, ein paar Berlin-Bilder, da kommen schließlich die Gelder her und aus diesem Grund auch noch einige deutsche Darsteller, die sich nun damit rühmen können, in einem De Palma-Film mitgespielt zu haben. Toll, echt.
"Passion" wird als Erotik-Thriller vermarktet, da zieht der Name De Palma immer, aber letztendlich ist der Film ungefähr so erotisch wie ein ausgelutschter Spülschwamm. Zwischen den Darstellerinnen knistert aber auch gar nichts, egal was uns der Film da auch vorlügen will. Aber auch Paul Anderson als Christines Geliebter, der eine kurze Affäre mit Isabelle beginnt, ist so spröde, dass man ihm seine Rolle als Love Interest einfach nicht abkaufen kann.
Rachel McAdams und Noomi Rapace können zu keiner Zeit überzeugen, besondere Mühe scheinen sich aber beide auch nicht zu geben. McAdams versucht ein Biest zu sein, während Rapace die meiste Zeit nur verhuscht wirkt, wie eigentlich immer. Beide finde ich extrem fehlbesetzt, immerhin spielen in Corneaus Film Kristin Scott Thomas und Ludivine Sagnier die Hauptrollen, zwei Schauspielerinnen, die ihr Handwerk wirklich verstehen und immer überragende Leistungen zeigen können. Man muss einfach beide Filme gesehen haben, um zu erkennen, dass dazwischen wirklich Welten liegen.
Zur Ausstattung von Christines Haus fällt mir nur der Spruch ein: "Es ist verdammt teuer, so billig auszusehen." Während in Corneaus Film alles geschmackvoll und stilsicher ist, hat hier wohl eher ein Inneneinrichter mit einem schlimmen Sehfehler gearbeitet. Das ist alles so geschmacklos und übertrieben, dass einem glatt die Augen tränen.
Brian De Palma versucht noch ein paar eigene Ideen hier unterzubringen, da hätten wir unter anderem das Maskenmotiv, eine Zwillingsschwester, egal ob die nun wirklich existiert oder auch nicht, und hat damit den Bogen zu seinen früheren Meisterwerken gespannt. Liebe, Lust, Obsessionen, Doppelgänger, alles taucht hier irgendwie auf und hat doch nichts mit diesem Film zu tun. Ich liebe die meisten Filme von Brian De Palma, er ist einer der wenigen wirklich innovativen Regisseure und er hat ohne jeden Zweifel viele moderne Klassiker geschaffen, die auch auf Dauer bestehen werden, aber dieser Film hier ist leider total misslungen.
Meine Empfehlung: Sehen Sie sich Corneaus Film an, der ist zwar auch nicht perfekt, wirkt aber gegen diesen Blödsinn hier wie ein kleines Meisterwerk und hat zudem wunderbare Schauspielerinnen zu bieten.
Brian De Palma bezieht sich in den Credits ausdrücklich auf Alain Corneaus Film, übernimmt die Handlung, ja sogar ganze Szenen und Dialoge, ohne mit der Wimper zu zucken. Ein paar Kleinigkeiten ändert er ab und am Ende geht die Fantasie mit ihm durch und er bringt einige eigenständige Ideen ein, aber das Ergebnis ist leider sehr ernüchternd. Schade, ich bin schon mit geringen Erwartungen an diesen Film herangegangen, doch so eine Enttäuschung hatte ich dann doch nicht erwartet.
Die Handlung wiederhole ich jetzt nicht noch mal, denn die kann man hier nachlesen: "Love Crime". Die Hauptrollen in "Passion" spielen Rachel McAdams und Noomi Rapace, denen De Palma in seiner Altherrenfantasie natürlich auch gleich lesbische Untertöne andichtet, um das (männliche) Publikum auf seiner Seite zu haben. Deswegen wird auch aus Isabelles Assistenten Daniel hier die Assistentin Dani (Karoline Herfurth), um die Sache noch mehr anzuheizen. Dani ist zudem scharf auf Isabelle, was am Ende noch zu einigen merkwürdigen Begebenheiten führt.
Um die ganze Handlung verstehen zu können, ist es allerdings notwendig, das französische Original zu kennen, denn De Palma kopiert hier zwar viel, lässt aber auch einige wichtige Entwicklungen einfach unter den Tisch fallen. Da war Corneau doch sehr viel genauer, während es De Palma scheinbar nur um die Bilder geht. Die nachvollziehbare Handlung interessiert ihn wohl eher nicht.
Ja, die Bilder... Split-Screen natürlich, wir sind hier schließlich in einem De Palma-Film, da geht das einfach nicht ohne. Dann hätten wir noch sehr grelles Product-Placement, ein paar Berlin-Bilder, da kommen schließlich die Gelder her und aus diesem Grund auch noch einige deutsche Darsteller, die sich nun damit rühmen können, in einem De Palma-Film mitgespielt zu haben. Toll, echt.
"Passion" wird als Erotik-Thriller vermarktet, da zieht der Name De Palma immer, aber letztendlich ist der Film ungefähr so erotisch wie ein ausgelutschter Spülschwamm. Zwischen den Darstellerinnen knistert aber auch gar nichts, egal was uns der Film da auch vorlügen will. Aber auch Paul Anderson als Christines Geliebter, der eine kurze Affäre mit Isabelle beginnt, ist so spröde, dass man ihm seine Rolle als Love Interest einfach nicht abkaufen kann.
Rachel McAdams und Noomi Rapace können zu keiner Zeit überzeugen, besondere Mühe scheinen sich aber beide auch nicht zu geben. McAdams versucht ein Biest zu sein, während Rapace die meiste Zeit nur verhuscht wirkt, wie eigentlich immer. Beide finde ich extrem fehlbesetzt, immerhin spielen in Corneaus Film Kristin Scott Thomas und Ludivine Sagnier die Hauptrollen, zwei Schauspielerinnen, die ihr Handwerk wirklich verstehen und immer überragende Leistungen zeigen können. Man muss einfach beide Filme gesehen haben, um zu erkennen, dass dazwischen wirklich Welten liegen.
Zur Ausstattung von Christines Haus fällt mir nur der Spruch ein: "Es ist verdammt teuer, so billig auszusehen." Während in Corneaus Film alles geschmackvoll und stilsicher ist, hat hier wohl eher ein Inneneinrichter mit einem schlimmen Sehfehler gearbeitet. Das ist alles so geschmacklos und übertrieben, dass einem glatt die Augen tränen.
Brian De Palma versucht noch ein paar eigene Ideen hier unterzubringen, da hätten wir unter anderem das Maskenmotiv, eine Zwillingsschwester, egal ob die nun wirklich existiert oder auch nicht, und hat damit den Bogen zu seinen früheren Meisterwerken gespannt. Liebe, Lust, Obsessionen, Doppelgänger, alles taucht hier irgendwie auf und hat doch nichts mit diesem Film zu tun. Ich liebe die meisten Filme von Brian De Palma, er ist einer der wenigen wirklich innovativen Regisseure und er hat ohne jeden Zweifel viele moderne Klassiker geschaffen, die auch auf Dauer bestehen werden, aber dieser Film hier ist leider total misslungen.
Meine Empfehlung: Sehen Sie sich Corneaus Film an, der ist zwar auch nicht perfekt, wirkt aber gegen diesen Blödsinn hier wie ein kleines Meisterwerk und hat zudem wunderbare Schauspielerinnen zu bieten.
Sonntag, 4. August 2013
Piranhaconda
"Piranhaconda" ist ein Film von Jim Wynorski aus dem Jahr 2012. Das Drehbuch stammt von Mike MacLean und J. Brad Wilke. Produzent war Roger Corman.
Hui, mal wieder Tier-Quatsch mit Soße. Sorry, aber an dem Titel kam ich einfach nicht vorbei. Wenn man sich gelegentlich Filme wie "Supershark" oder "Sharktopus" anschaut, dann kann man manchmal einfach nicht anders, als bei solchen Filmtiteln zu sagen: Den will ich sehen, egal wie schlecht er auch ist. Es gibt ja auch immer mal hübsche Überraschungen bei solchen Filmen, hier allerdings leider nicht.
Ich beschränke mich deshalb auch auf eine sehr kurze Zusammenfassung der ohnehin kaum vorhandenen Geschichte. Also: Professor Lovegrove (Michael Madsen) sucht mit seinem Team auf Hawaii nach einem Ei der speziellen Gattung Piranhaconda. Das Ei findet er sehr schnell, sein kleines Team ist er aber noch schneller los, weil Mama oder Papa Piranhaconda (wer weiß das schon?) den Nestraub nicht sehr lustig finden und fressen, was ihnen vor die Linse kommt.
Zur gleichen Zeit dreht ein Low-Budget-Team in der Nähe einen Horrorfilm, ohne jegliches Talent vor oder hinter der Kamera zu haben. Dieses Filmteam wird von ein paar unterbelichteten Gangstern gekidnappt, die zuvor auch schon den Professor eingefangen haben, in dessen Tasche sich immer noch das Ei befindet. Die Gruppe von Gangstern, zu denen auch Rachel Hunter gehört (wer hat dieser Dame eigentlich eingeredet, dass sie eine Schauspielerin ist?) will ein hohes Lösegeld erpressen, von wem auch immer.
Nun, dazu kommt es natürlich nicht, denn die Geiseln flüchten, die Erpresser verfolgen sie und die Piranhacondas (ja, es sind mindestens zwei) mischen auch noch mit. Mehr muss ich hier wirklich nicht erzählen, entweder man schaut sich das an oder man lässt es bleiben. Beide Entscheidungen sind auf jeden Fall richtig.
Ist der Film gut oder schlecht? Also diese Frage kann sich jeder selbst beantworten, auch ohne große Fantasie. Für ein unterhaltsames B-Movie fehlt hier leider der Humor, der für guten Trash doch so wichtig ist. Hier gibt es nur namen- und talentlose Darsteller, eine völlig uninteressante Story, zahlreiche Bikini-Girls als Futter, eine schlecht animierte Schlange, die ständig die Größe wechselt und einen gelangweilten Michael Madsen, um den man sich ernsthaft Sorgen machen muss.
Mal ehrlich, Michael Madsen hat es leider nie bis ganz nach oben geschafft, warum auch immer, aber er ist eigentlich ein guter und verlässlicher Schauspieler, der einige gute Rollen gespielt hat. Ich sehe ihn immer noch gerne in Tarantinos "Reservoir Dogs" mit seinem Tanz zu "Stuck in the Middle with you", auch wenn er da einen zugegeben nicht sehr netten Zeitgenossen verkörpert hat. Schade, der Mann hat Talent, aber leider kein Glück. So muss er eben seinen Namen für Filme wie diesen hergeben, die sonst wohl völlig unbeachtet bleiben würden.
Mit etwas mehr Humor hätte man aus diesem Quark bestimmt noch einen erträglichen Film machen können, so ist es nur ein weiterer Tier-Horror-Film, der ganz auf seine Effekte setzt, die aber leider nicht überzeugen können.
Hui, mal wieder Tier-Quatsch mit Soße. Sorry, aber an dem Titel kam ich einfach nicht vorbei. Wenn man sich gelegentlich Filme wie "Supershark" oder "Sharktopus" anschaut, dann kann man manchmal einfach nicht anders, als bei solchen Filmtiteln zu sagen: Den will ich sehen, egal wie schlecht er auch ist. Es gibt ja auch immer mal hübsche Überraschungen bei solchen Filmen, hier allerdings leider nicht.
Ich beschränke mich deshalb auch auf eine sehr kurze Zusammenfassung der ohnehin kaum vorhandenen Geschichte. Also: Professor Lovegrove (Michael Madsen) sucht mit seinem Team auf Hawaii nach einem Ei der speziellen Gattung Piranhaconda. Das Ei findet er sehr schnell, sein kleines Team ist er aber noch schneller los, weil Mama oder Papa Piranhaconda (wer weiß das schon?) den Nestraub nicht sehr lustig finden und fressen, was ihnen vor die Linse kommt.
Zur gleichen Zeit dreht ein Low-Budget-Team in der Nähe einen Horrorfilm, ohne jegliches Talent vor oder hinter der Kamera zu haben. Dieses Filmteam wird von ein paar unterbelichteten Gangstern gekidnappt, die zuvor auch schon den Professor eingefangen haben, in dessen Tasche sich immer noch das Ei befindet. Die Gruppe von Gangstern, zu denen auch Rachel Hunter gehört (wer hat dieser Dame eigentlich eingeredet, dass sie eine Schauspielerin ist?) will ein hohes Lösegeld erpressen, von wem auch immer.
Nun, dazu kommt es natürlich nicht, denn die Geiseln flüchten, die Erpresser verfolgen sie und die Piranhacondas (ja, es sind mindestens zwei) mischen auch noch mit. Mehr muss ich hier wirklich nicht erzählen, entweder man schaut sich das an oder man lässt es bleiben. Beide Entscheidungen sind auf jeden Fall richtig.
Ist der Film gut oder schlecht? Also diese Frage kann sich jeder selbst beantworten, auch ohne große Fantasie. Für ein unterhaltsames B-Movie fehlt hier leider der Humor, der für guten Trash doch so wichtig ist. Hier gibt es nur namen- und talentlose Darsteller, eine völlig uninteressante Story, zahlreiche Bikini-Girls als Futter, eine schlecht animierte Schlange, die ständig die Größe wechselt und einen gelangweilten Michael Madsen, um den man sich ernsthaft Sorgen machen muss.
Mal ehrlich, Michael Madsen hat es leider nie bis ganz nach oben geschafft, warum auch immer, aber er ist eigentlich ein guter und verlässlicher Schauspieler, der einige gute Rollen gespielt hat. Ich sehe ihn immer noch gerne in Tarantinos "Reservoir Dogs" mit seinem Tanz zu "Stuck in the Middle with you", auch wenn er da einen zugegeben nicht sehr netten Zeitgenossen verkörpert hat. Schade, der Mann hat Talent, aber leider kein Glück. So muss er eben seinen Namen für Filme wie diesen hergeben, die sonst wohl völlig unbeachtet bleiben würden.
Mit etwas mehr Humor hätte man aus diesem Quark bestimmt noch einen erträglichen Film machen können, so ist es nur ein weiterer Tier-Horror-Film, der ganz auf seine Effekte setzt, die aber leider nicht überzeugen können.
Montag, 29. Juli 2013
Quartett d'Amour
"Quartett d'Amour - Liebe, wen Du willst" - "Happy Few" ist ein Film von Antony Cordier aus dem Jahr 2010. Das Drehbuch schrieb Cordier zusammen mit Julie Peyr.
Es geht um zwei Ehepaare in den Dreißigern, die sich zufällig kennenlernen. Rachel (Marina Fois) und Franck (Roschdy Zem) und Teri (Élodie Bouchez) und Vincent (Nicolas Duvauchelle). Beide Paare sind glücklich verheiratet, haben Kinder, sind irgendwie künstlerisch tätig und haben eigentlich schon alles im Leben erreicht. Sie haben mit ihren jeweiligen Partnern erfüllenden Sex, was also kann diesen Menschen noch fehlen? Abwechslung, denn in allen lauert irgendwo die Angst, dass ihr Leben zum Stillstand kommen könnte.
Die beiden Paare freunden sich an und schon am ersten gemeinsamen Abend stellt sich heraus, dass Franck und Teri sich zueinander hingezogen fühlen, ebenso wie Rachel und Vincent. Alle sehen das ganz locker, der Film spielt schließlich in Frankreich, und so werden die Partner eben mal einfach untereinander ausgeliehen. Regeln gibt es dabei - vorerst - nicht, weil alles so schön funktioniert und der Reiz des Neuen einfach alle überwältigt. Die Kinder erfahren von den Machenschaften ihrer Eltern dabei nichts, jedenfalls glauben die Erwachsenen das.
Aber, man ahnt es schon, auf Dauer kann so etwas nicht wirklich gut funktionieren, weil nach und nach echte Emotionen ins Spiel kommen und auch kleine Eifersüchteleien, die rasch größer werden. Fragen tauchen auf: Was hat er/sie, was ich nicht habe? Was kann er/sie ihr/ihm geben, was sie/er nicht von mir bekommt? Keine dieser Fragen kann beantwortet werden, aber sie existieren in den Köpfen der Beteiligten und verschärfen die Situation. Keiner von ihnen möchte das Ende ihrer Vierer-Beziehung einläuten, aber sie alle wissen, dass es sein muss. Die kurzzeitige Utopie einer umfassenden Liebe zwischen ihnen ist am Ende.
Hm, das ist mal wieder ein schwieriger Fall. Der Film ist ja ganz hübsch erdacht, auf jeden Fall sehr sympathisch besetzt, krankt aber an zu vielen Stellen. Man erfährt nichts über die handelnden Personen, die einem seltsam fremd bleiben und den Zuschauer nicht wirklich berühren, so sehr sich die Story auch anstrengt. Erotisch ist das Ganze irgendwie auch nicht, denn selbst die zahlreichen Bettszenen wirken eher zu bemüht, als dass sie überzeugen könnten.
Ganz fehl am Platz ist aber der Voice-over-Kommentar, den wirklich niemand braucht und der gerade gegen Ende des Films ganz furchtbar sülzig wird. Nee, so etwas funktioniert eigentlich nie.
Schade, die wirklich fabelhaften und sehr sehenswerten Darsteller hätten einen besseren Film verdient, denn an ihnen liegt es nicht, wenn dieser Versuch hier gescheitert ist. Kann man sich ansehen, muss man aber nicht. Von mir gibt es deshalb nur eine eingeschränkte Empfehlung.
Es geht um zwei Ehepaare in den Dreißigern, die sich zufällig kennenlernen. Rachel (Marina Fois) und Franck (Roschdy Zem) und Teri (Élodie Bouchez) und Vincent (Nicolas Duvauchelle). Beide Paare sind glücklich verheiratet, haben Kinder, sind irgendwie künstlerisch tätig und haben eigentlich schon alles im Leben erreicht. Sie haben mit ihren jeweiligen Partnern erfüllenden Sex, was also kann diesen Menschen noch fehlen? Abwechslung, denn in allen lauert irgendwo die Angst, dass ihr Leben zum Stillstand kommen könnte.
Die beiden Paare freunden sich an und schon am ersten gemeinsamen Abend stellt sich heraus, dass Franck und Teri sich zueinander hingezogen fühlen, ebenso wie Rachel und Vincent. Alle sehen das ganz locker, der Film spielt schließlich in Frankreich, und so werden die Partner eben mal einfach untereinander ausgeliehen. Regeln gibt es dabei - vorerst - nicht, weil alles so schön funktioniert und der Reiz des Neuen einfach alle überwältigt. Die Kinder erfahren von den Machenschaften ihrer Eltern dabei nichts, jedenfalls glauben die Erwachsenen das.
Aber, man ahnt es schon, auf Dauer kann so etwas nicht wirklich gut funktionieren, weil nach und nach echte Emotionen ins Spiel kommen und auch kleine Eifersüchteleien, die rasch größer werden. Fragen tauchen auf: Was hat er/sie, was ich nicht habe? Was kann er/sie ihr/ihm geben, was sie/er nicht von mir bekommt? Keine dieser Fragen kann beantwortet werden, aber sie existieren in den Köpfen der Beteiligten und verschärfen die Situation. Keiner von ihnen möchte das Ende ihrer Vierer-Beziehung einläuten, aber sie alle wissen, dass es sein muss. Die kurzzeitige Utopie einer umfassenden Liebe zwischen ihnen ist am Ende.
Hm, das ist mal wieder ein schwieriger Fall. Der Film ist ja ganz hübsch erdacht, auf jeden Fall sehr sympathisch besetzt, krankt aber an zu vielen Stellen. Man erfährt nichts über die handelnden Personen, die einem seltsam fremd bleiben und den Zuschauer nicht wirklich berühren, so sehr sich die Story auch anstrengt. Erotisch ist das Ganze irgendwie auch nicht, denn selbst die zahlreichen Bettszenen wirken eher zu bemüht, als dass sie überzeugen könnten.
Ganz fehl am Platz ist aber der Voice-over-Kommentar, den wirklich niemand braucht und der gerade gegen Ende des Films ganz furchtbar sülzig wird. Nee, so etwas funktioniert eigentlich nie.
Schade, die wirklich fabelhaften und sehr sehenswerten Darsteller hätten einen besseren Film verdient, denn an ihnen liegt es nicht, wenn dieser Versuch hier gescheitert ist. Kann man sich ansehen, muss man aber nicht. Von mir gibt es deshalb nur eine eingeschränkte Empfehlung.
Abonnieren
Posts (Atom)

























