"Der menschliche Faktor" - "The Human Factor" ist ein Film von Otto Preminger aus dem Jahr 1979. Das Drehbuch stammt von Tom Stoppard und basiert auf dem gleichnamigen Roman von Graham Greene.
Maurice Castle (Nicol Williamson) arbeitet in London beim britischen Auslandsgeheimdienst MI6. Viele Jahre zuvor war er in Südafrika tätig, wo er seine Frau Sarah (Iman Abdulmajid) kennengelernt hat. Mit Hilfe einiger Kontaktleute konnte er Sarah außer Landes bringen und heiraten. Inzwischen lebt die kleine Familie, zu der auch Sarahs Sohn gehört, außerhalb Londons in einer ruhigen Gegend. Das Familienleben ist harmonisch und liebevoll, nur die Tätigkeit beim Geheimdienst sorgt gelegentlich für Unruhe.
Castle arbeitet zusammen mit seinem Kollegen Arthur Davis (Derek Jacobi) in einer Abteilung. Davis ist Junggeselle, stets unglücklich verliebt und ein Lebemann. Als von höherer Stelle aus ein Maulwurf in den eigenen Reihen vermutet wird, der geheime Informationen nach Moskau meldet, gerät Davis auf Grund seines Lebenswandels schnell in Verdacht. Da sich der Verdacht zu bestätigen scheint, wird Davis ausgeschaltet.
Nun ist Castle in Sorge um seine Sicherheit und die seiner Familie, denn er ist derjenige, der seit Jahren als Doppelagent arbeitet, da ihm ein Mitarbeiter des sowjetischen Geheimdienstes damals bei der Ausreise seiner Frau behilflich war. Wie Castle erfahren muss, ist auch dieser Agent inzwischen gestorben, was ihn dazu bewegt, Sarah und den Jungen vorerst zu seiner Mutter zu schicken. Offiziell haben sich die Eheleute getrennt, um Sarah nicht weiter in Gefahr zu bringen.
Castle gelangt über Umwege nach Moskau, wo er ein tristes Dasein fristet und darauf wartet, seine Familie wiedersehen zu können. Hier erfährt er auch, jahrelang nur als Informant missbraucht worden zu sein, um einem anderen Doppelagenten Glaubwürdigkeit zu verleihen. Das Wiedersehen mit Sarah und dem Jungen zieht sich derweil in die Länge, weil es Probleme mit Sarahs Pass gibt. Vorläufig bleiben ihnen nur kurze Telefonate, um die Hoffnung nicht ganz zu verlieren.
"Der menschliche Faktor" war Otto Premingers letzter Film und zeigt erneut das große Können dieses Regisseurs. Wer eine spannende Agentengeschichte mit viel Action erwartet, der kann sich gleich nach einem anderen Film umsehen. Preminger erzählt seine Story sehr leise und bedächtig, in ruhigen Einstellungen und mit sehr viel Dialog. Die zwischenmenschlichen Beziehungen stehen hier im Vordergrund, aber spannend ist der Film trotzdem, wenn auch wohl nicht für jeden Geschmack.
Es ist die Zeit des Kalten Krieges, die Büros sind trist und grau, wie auch die Mitarbeiter. Männer mit Aktenkoffern, ständiges Misstrauen, geheime Telefonate, alles herrlich eingefangen. Die Besetzung ist, wie immer bei Preminger, grandios. Nicol Williamson ist ein wunderbar ambivalenter Doppelagent, der eigentlich nur in Ruhe und Frieden mit seiner Familie leben will. An seiner Seite gibt die wunderschöne Iman Abdulmajid ihr Debüt als Schauspielerin und ist in ihrer Rolle wirklich großartig. Im wahren Leben ist sie übrigens seit über zwanzig Jahren mit David Bowie verheiratet.
In den Nebenrollen glänzen so fabelhafte Darsteller wie z. B. Richard Attenborough, John Gielgud, Derek Jacobi und Robert Morley. Diese sorgen auch, bei aller Ernsthaftigkeit des Themas, immer für ein wenig Humor, denn so ganz staubtrocken wollte Otto Preminger seinen Film wohl nicht gemeint haben.
Wer sich also auf die ruhige Handlung einlassen kann und exzellente Schauspieler bei der Arbeit sehen will, der kann sich über die Veröffentlichung dieses wunderbaren Films freuen, der wohl ganz zu Unrecht bislang kaum bekannt ist. Es wird Zeit, das zu ändern. Ganz große Empfehlung.
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Sonntag, 15. September 2013
Sonntag, 31. März 2013
Laura
"Laura" ist ein Film von Otto Preminger aus dem Jahr 1944. Das Drehbuch stammt von Jay Dratler, Samuel Hoffenstein und Elizabeth Reinhardt. Die wunderschöne Filmmusik hat David Raksin komponiert.
Die junge und erfolgreiche Werbemanagerin Laura Hunt (Gene Tierney) ist ermordet worden. In ihrer eigenen Wohnung hat man ihr eine Ladung Schrot ins Gesicht geschossen. Detective Mark McPherson (Dana Andrews) übernimmt die Ermittlungen in diesem Mordfall. Er befragt die Menschen, die mit Laura befreundet waren und landet dabei in einer wahren Schlangengrube.
Sein erster Weg führt ihn zu Waldo Lydecker (Clifton Webb), einem bekannten Zyniker und Kolumnisten, der Lauras bester Freund war und dem Detective von seiner langjährigen Freundschaft mit Laura berichtet. Er war maßgeblich an ihrem Erfolg in der Werbung beteiligt und sah Laura stets als sein Geschöpf an. Wenn Laura sich in einen Mann verliebte und dadurch weniger Zeit mit Waldo verbrachte, unternahm dieser alles Mögliche, um den Geliebten zu verscheuchen.
Laura war mit Shelby Carpenter (Vincent Price) verlobt, den sie in Kürze heiraten wollte. Shelby stammt aus einer ehemals reichen, aber inzwischen verarmten Familie, hat keine Arbeit, wird aber von Lauras Tante Ann Treadwell (Judith Anderson) ausgehalten, die ihn für sich haben will. Waldo Lydecker hat für beide nur spöttische Bemerkungen übrig, wie eigentlich für jeden anderen auch. Aus seiner Sicht hatte es niemand außer ihm verdient, Lauras Zuneigung zu genießen.
McPherson verbringt viel Zeit in Lauras Wohnung, liest ihre Post und ihr Tagebuch und verliebt sich in die Frau, deren schönes Portrait über dem Kamin hängt. Seine Ermittlungen bringen ihn nicht weiter, jeder aus Lauras Umfeld ist verdächtig, als eines Abends Laura höchstlebendig vor ihm steht. Sie sei in ihrem Landhaus gewesen, hätte kein Radio gehört und keine Zeitungen gelesen.
Nun muss sich McPherson mit mehreren Problemen beschäftigen. Wer war die Tote in Lauras Wohnung und wird der Mörder, der es wohl auf Laura abgesehen hatte, erneut zuschlagen? Zudem gerät auch er in den Bann dieser wunderschönen Frau, die ihn mehr und mehr fasziniert.
Dieser exzellente Film ist ein wahres Meisterwerk, wenn auch die Entstehungsgeschichte eigentlich schon ein Film für sich wäre. Der ursprüngliche Regisseur warf seine Arbeit hin und zwischen dem Boss des Studios Darryl F. Zanuck und Otto Preminger herrschte Krieg. Zanuck wollte Preminger partout nicht als Regisseur haben, aber er musste letztendlich nachgeben. Preminger drehte die meisten Szenen neu und daraus entstand der vorliegende Film, der ausgesprochen erfolgreich wurde.
Ob das nun ein echter "Film Noir" ist, darüber streiten sich die Experten, aber das schadet dem Film nicht, der so elegant und intelligent daherkommt. Für eine Femme Fatale ist Gene Tierney als Laura nicht abgründig genug und auch Dana Andrews als Mark McPherson ist eine Spur zu nett für dieses Genre. Das macht aber gar nichts, denn "Laura" funktioniert genau so, wie er ist. Er ist spannend, schön anzuschauen und ein verdienter Klassiker. Was will man mehr?
In den Extras zur Special-Edition befindet sich auch eine Dokumentation über das Leben von Gene Tierney, die einst als eine der schönsten Frauen in Hollywood bezeichnet wurde. Sie hatte scheinbar alles, war wunderschön, hatte eine großartige Karriere und viel Erfolg. Leider war das alles nur der äußerliche Schein, denn in ihrem Privatleben erlebte sie eine Katastrophe nach der anderen. Angefangen bei Problemen mit ihrem Vater, verliebte sie sich auch ständig in die falschen Männer. Ihr erstes Kind kam mit schweren Behinderungen auf die Welt, weil Gene Tierney während ihrer Schwangerschaft die Röteln hatte. (Diese Geschichte verarbeitete Agatha Christie übrigens in ihrem Roman "Mord im Spiegel".) Aber auch weitere Schicksalsschläge folgten und Gene Tierney war wegen ihrer Depressionen mehrfach in psychiatrischer Behandlung. Eine ganz traurige Lebensgeschichte, die man wirklich niemandem wünscht.
Zurück zu "Laura", einem ganz wunderbaren Film, den ich nur sehr empfehlen kann.
Die junge und erfolgreiche Werbemanagerin Laura Hunt (Gene Tierney) ist ermordet worden. In ihrer eigenen Wohnung hat man ihr eine Ladung Schrot ins Gesicht geschossen. Detective Mark McPherson (Dana Andrews) übernimmt die Ermittlungen in diesem Mordfall. Er befragt die Menschen, die mit Laura befreundet waren und landet dabei in einer wahren Schlangengrube.
Sein erster Weg führt ihn zu Waldo Lydecker (Clifton Webb), einem bekannten Zyniker und Kolumnisten, der Lauras bester Freund war und dem Detective von seiner langjährigen Freundschaft mit Laura berichtet. Er war maßgeblich an ihrem Erfolg in der Werbung beteiligt und sah Laura stets als sein Geschöpf an. Wenn Laura sich in einen Mann verliebte und dadurch weniger Zeit mit Waldo verbrachte, unternahm dieser alles Mögliche, um den Geliebten zu verscheuchen.
Laura war mit Shelby Carpenter (Vincent Price) verlobt, den sie in Kürze heiraten wollte. Shelby stammt aus einer ehemals reichen, aber inzwischen verarmten Familie, hat keine Arbeit, wird aber von Lauras Tante Ann Treadwell (Judith Anderson) ausgehalten, die ihn für sich haben will. Waldo Lydecker hat für beide nur spöttische Bemerkungen übrig, wie eigentlich für jeden anderen auch. Aus seiner Sicht hatte es niemand außer ihm verdient, Lauras Zuneigung zu genießen.
McPherson verbringt viel Zeit in Lauras Wohnung, liest ihre Post und ihr Tagebuch und verliebt sich in die Frau, deren schönes Portrait über dem Kamin hängt. Seine Ermittlungen bringen ihn nicht weiter, jeder aus Lauras Umfeld ist verdächtig, als eines Abends Laura höchstlebendig vor ihm steht. Sie sei in ihrem Landhaus gewesen, hätte kein Radio gehört und keine Zeitungen gelesen.
Nun muss sich McPherson mit mehreren Problemen beschäftigen. Wer war die Tote in Lauras Wohnung und wird der Mörder, der es wohl auf Laura abgesehen hatte, erneut zuschlagen? Zudem gerät auch er in den Bann dieser wunderschönen Frau, die ihn mehr und mehr fasziniert.
Dieser exzellente Film ist ein wahres Meisterwerk, wenn auch die Entstehungsgeschichte eigentlich schon ein Film für sich wäre. Der ursprüngliche Regisseur warf seine Arbeit hin und zwischen dem Boss des Studios Darryl F. Zanuck und Otto Preminger herrschte Krieg. Zanuck wollte Preminger partout nicht als Regisseur haben, aber er musste letztendlich nachgeben. Preminger drehte die meisten Szenen neu und daraus entstand der vorliegende Film, der ausgesprochen erfolgreich wurde.
Ob das nun ein echter "Film Noir" ist, darüber streiten sich die Experten, aber das schadet dem Film nicht, der so elegant und intelligent daherkommt. Für eine Femme Fatale ist Gene Tierney als Laura nicht abgründig genug und auch Dana Andrews als Mark McPherson ist eine Spur zu nett für dieses Genre. Das macht aber gar nichts, denn "Laura" funktioniert genau so, wie er ist. Er ist spannend, schön anzuschauen und ein verdienter Klassiker. Was will man mehr?
In den Extras zur Special-Edition befindet sich auch eine Dokumentation über das Leben von Gene Tierney, die einst als eine der schönsten Frauen in Hollywood bezeichnet wurde. Sie hatte scheinbar alles, war wunderschön, hatte eine großartige Karriere und viel Erfolg. Leider war das alles nur der äußerliche Schein, denn in ihrem Privatleben erlebte sie eine Katastrophe nach der anderen. Angefangen bei Problemen mit ihrem Vater, verliebte sie sich auch ständig in die falschen Männer. Ihr erstes Kind kam mit schweren Behinderungen auf die Welt, weil Gene Tierney während ihrer Schwangerschaft die Röteln hatte. (Diese Geschichte verarbeitete Agatha Christie übrigens in ihrem Roman "Mord im Spiegel".) Aber auch weitere Schicksalsschläge folgten und Gene Tierney war wegen ihrer Depressionen mehrfach in psychiatrischer Behandlung. Eine ganz traurige Lebensgeschichte, die man wirklich niemandem wünscht.
Zurück zu "Laura", einem ganz wunderbaren Film, den ich nur sehr empfehlen kann.
Sonntag, 17. März 2013
Engelsgesicht
"Engelsgesicht" - "Angel Face" ist ein Film von Otto Preminger aus dem Jahr 1952. Die Drehbuchautoren waren Ben Hecht, Oscar Millard, Frank Nugent und Chester Erskine.
Der Ambulanzfahrer Frank Jessup (Robert Mitchum) hat einen Einsatz in Beverly Hills bei der wohlhabenden Familie Tremayne. Catherine (Barbara O'Neil) hat eine Gasvergiftung, die aber nicht lebensbedrohlich war, weil ihr Ehemann Charles (Herbert Marshall) sie rechtzeitig gefunden hat. Es war wohl ein Unfall, wie alle Beteiligten schnell erkennen. Frank trifft im Haus auf die junge Diane (Jean Simmons), die unter Schock zu stehen scheint und die er erstmal durch eine Ohrfeige beruhigen kann. (Das kommentiere ich jetzt nicht weiter, sondern denke mir meinen Teil. Ja, ja, hysterische Frauen, da helfen wohl nur Ohrfeigen. In welchem Jahrhundert leben wir noch?)
Wie auch immer, Diane folgt Frank in sein Stammlokal und sucht auch weiterhin seine Nähe. Frank möchte eine Autowerkstatt für Rennwagen eröffnen, aber ihm fehlt noch das nötige Kapital. Diane, die selber einen kleinen Flitzer fährt, bietet ihm an, ihre Stiefmutter um eine Beteiligung zu bitten. Catherine Tremayne kommt aus einer reichen Familie und finanziert den Lebensstandard, während Charles Tremayne ein erfolgloser Autor ist, der unter einer Schreibblockade leidet.
Diane sorgt dafür, dass Frank als Chauffeur der Familie eingestellt wird und sich um die Autos kümmern kann. Franks Beziehung zu seiner Freundin Mary (Mona Freeman) geht derweil in die Brüche. Diane ist immer in seiner Nähe und Frank fühlt sich zwar geschmeichelt, kann aber Dianes Verhalten nicht so richtig einschätzen. Eines Nachts steht sie vor seiner Tür und erklärt, dass ihre Stiefmutter sie umbringen wollte. Frank glaubt ihr nicht, bemerkt aber den Hass, den Diane ihrer Stiefmutter gegenüber in sich trägt.
Diane will mit Frank fortgehen, sie hat schon ihre Koffer gepackt, als ein Unglück passiert. Catherine und Charles stürzen mit ihrem Wagen rückwärts einen Abhang hinunter, weil an dem Getriebe manipuliert wurde. Frank und Diane werden angeklagt und ihr Verteidiger schlägt ihnen vor zu Heiraten, um ihre Beziehung zu legalisieren. Der Plan geht auf, beide werden freigesprochen, doch Frank denkt gar nicht daran, diese Ehe fortzusetzen. Ein großer Fehler, wie sich bald herausstellen wird und dann steigt er auch noch zu Diane ins Auto...
Ein spannender Film, der mit einer großartigen Jean Simmons überzeugen kann. Ist Diane wirklich so kalt und abgebrüht oder einfach nur verwirrt und einsam? Eine Antwort darauf liefert der Film nicht. Robert Mitchum ist wie üblich spröde, als Love Interest finde ich ihn eher wenig geeignet, auch wenn er seine Sache gar nicht schlecht macht. Passt schon, irgendwie. Der Film ist jedenfalls allein schon wegen Jean Simmons sehenswert.
Der Ambulanzfahrer Frank Jessup (Robert Mitchum) hat einen Einsatz in Beverly Hills bei der wohlhabenden Familie Tremayne. Catherine (Barbara O'Neil) hat eine Gasvergiftung, die aber nicht lebensbedrohlich war, weil ihr Ehemann Charles (Herbert Marshall) sie rechtzeitig gefunden hat. Es war wohl ein Unfall, wie alle Beteiligten schnell erkennen. Frank trifft im Haus auf die junge Diane (Jean Simmons), die unter Schock zu stehen scheint und die er erstmal durch eine Ohrfeige beruhigen kann. (Das kommentiere ich jetzt nicht weiter, sondern denke mir meinen Teil. Ja, ja, hysterische Frauen, da helfen wohl nur Ohrfeigen. In welchem Jahrhundert leben wir noch?)
Wie auch immer, Diane folgt Frank in sein Stammlokal und sucht auch weiterhin seine Nähe. Frank möchte eine Autowerkstatt für Rennwagen eröffnen, aber ihm fehlt noch das nötige Kapital. Diane, die selber einen kleinen Flitzer fährt, bietet ihm an, ihre Stiefmutter um eine Beteiligung zu bitten. Catherine Tremayne kommt aus einer reichen Familie und finanziert den Lebensstandard, während Charles Tremayne ein erfolgloser Autor ist, der unter einer Schreibblockade leidet.
Diane sorgt dafür, dass Frank als Chauffeur der Familie eingestellt wird und sich um die Autos kümmern kann. Franks Beziehung zu seiner Freundin Mary (Mona Freeman) geht derweil in die Brüche. Diane ist immer in seiner Nähe und Frank fühlt sich zwar geschmeichelt, kann aber Dianes Verhalten nicht so richtig einschätzen. Eines Nachts steht sie vor seiner Tür und erklärt, dass ihre Stiefmutter sie umbringen wollte. Frank glaubt ihr nicht, bemerkt aber den Hass, den Diane ihrer Stiefmutter gegenüber in sich trägt.
Diane will mit Frank fortgehen, sie hat schon ihre Koffer gepackt, als ein Unglück passiert. Catherine und Charles stürzen mit ihrem Wagen rückwärts einen Abhang hinunter, weil an dem Getriebe manipuliert wurde. Frank und Diane werden angeklagt und ihr Verteidiger schlägt ihnen vor zu Heiraten, um ihre Beziehung zu legalisieren. Der Plan geht auf, beide werden freigesprochen, doch Frank denkt gar nicht daran, diese Ehe fortzusetzen. Ein großer Fehler, wie sich bald herausstellen wird und dann steigt er auch noch zu Diane ins Auto...
Ein spannender Film, der mit einer großartigen Jean Simmons überzeugen kann. Ist Diane wirklich so kalt und abgebrüht oder einfach nur verwirrt und einsam? Eine Antwort darauf liefert der Film nicht. Robert Mitchum ist wie üblich spröde, als Love Interest finde ich ihn eher wenig geeignet, auch wenn er seine Sache gar nicht schlecht macht. Passt schon, irgendwie. Der Film ist jedenfalls allein schon wegen Jean Simmons sehenswert.
Anatomie eines Mordes
"Anatomie eines Mordes" - "Anatomy of a Murder" ist ein Film von Otto Preminger aus dem Jahr 1959. Das Drehbuch stammt von Wendell Mayes und beruht auf dem gleichnamigen Roman von Robert Traver. Der Soundtrack stammt von Duke Ellington.
Der ehemalige Staatsanwalt Paul Biegler (James Stewart) arbeitet als Rechtsanwalt in einer Kleinstadt. Er hat kaum Aufträge, geht mit Vorliebe zum Angeln und macht sich nicht viele Gedanken über seine berufliche Existenz. Seine treue Sekretärin Maida Rutledge (Eve Arden) und sein versoffener Kollege Parnell Emmett McCarthy (Arthur O'Connell) sind für ihn zu guten Freunden geworden.
Eines Tages beauftragt ihn die hübsche junge Laura Manion (Lee Remick), die Verteidigung ihres Ehemannes zu übernehmen, der des Mordes angeklagt wird. Lieutenant Frederick Manion (Ben Gazzara) soll den Barbesitzer Barney Quill erschossen haben, nachdem dieser Laura vergewaltigt und misshandelt hat. Paul Biegler befragt zunächst Frederick Manion und danach Laura und ist sich nicht sicher, ob er diesen Fall vertreten soll.
Das Verhalten der Eheleute irritiert ihn, Laura ist eine lebenslustige junge Frau, die gerne flirtet und Frederick neigt gelegentlich zu Wutausbrüchen. Die medizinische Untersuchung konnte zudem bei Laura keine direkten Spuren einer Vergewaltigung feststellen. Kann Paul in diesem Fall seinen Mandanten mit gutem Gewissen verteidigen? Wird hier überhaupt die Wahrheit ans Licht kommen oder war vielleicht alles ganz anders, als es geschildert wird? Fragen über Fragen, auf die es keine Antworten gibt.
Vorhang auf für einen der besten Gerichtsfilme, die es gibt. Ich gebe zu, ich hatte ein bisschen Angst vor diesem Film. Einerseits wegen der spektakulären Laufzeit von fast 160 Minuten und andererseits wegen James Stewart, den ich persönlich fast immer für einen Langweiler halte. Aber, ich habe mich geirrt. Der Film ist durchgehend spannend, bis auf kleine Ausnahmen, die aber kaum ins Gewicht fallen. Und James Stewart war nie so gut, wie in dieser Rolle. Hut ab für diese Leistung.
Regisseur Otto Preminger hat hier ein Gerichtsdrama geschaffen, das den Zuschauer in seinen Bann zieht und zwar von der ersten bis zur letzten Sekunde. Die Wahrheit kommt nie ans Licht und darüber kann man wahrscheinlich endlos diskutieren, aber die Spannung dominiert den ganzen Film. Die gute Story und die exzellente Besetzung machen dieses Werk zu einem großen Ereignis. Neben James Stewart, Lee Remick und Ben Gazzara überzeugen in den Nebenrollen besonders Eve Arden und Arthur O'Connell. Ein weiterer Pluspunkt ist George C. Scott als Staatsanwalt Dancer, der aus der Großstadt kommt und den örtlichen Staatsanwalt unterstützen soll. Sein Auftreten vor Gericht ist grandios und sehr sehenswert.
Es sollte sich also niemand vor der Länge des Films fürchten, denn etwas Besseres bekommt man in diesem Genre kaum präsentiert. Gerichtsdrama und Unterhaltung können auch Hand in Hand gehen. Ganz große Empfehlung.
Der ehemalige Staatsanwalt Paul Biegler (James Stewart) arbeitet als Rechtsanwalt in einer Kleinstadt. Er hat kaum Aufträge, geht mit Vorliebe zum Angeln und macht sich nicht viele Gedanken über seine berufliche Existenz. Seine treue Sekretärin Maida Rutledge (Eve Arden) und sein versoffener Kollege Parnell Emmett McCarthy (Arthur O'Connell) sind für ihn zu guten Freunden geworden.
Eines Tages beauftragt ihn die hübsche junge Laura Manion (Lee Remick), die Verteidigung ihres Ehemannes zu übernehmen, der des Mordes angeklagt wird. Lieutenant Frederick Manion (Ben Gazzara) soll den Barbesitzer Barney Quill erschossen haben, nachdem dieser Laura vergewaltigt und misshandelt hat. Paul Biegler befragt zunächst Frederick Manion und danach Laura und ist sich nicht sicher, ob er diesen Fall vertreten soll.
Das Verhalten der Eheleute irritiert ihn, Laura ist eine lebenslustige junge Frau, die gerne flirtet und Frederick neigt gelegentlich zu Wutausbrüchen. Die medizinische Untersuchung konnte zudem bei Laura keine direkten Spuren einer Vergewaltigung feststellen. Kann Paul in diesem Fall seinen Mandanten mit gutem Gewissen verteidigen? Wird hier überhaupt die Wahrheit ans Licht kommen oder war vielleicht alles ganz anders, als es geschildert wird? Fragen über Fragen, auf die es keine Antworten gibt.
Vorhang auf für einen der besten Gerichtsfilme, die es gibt. Ich gebe zu, ich hatte ein bisschen Angst vor diesem Film. Einerseits wegen der spektakulären Laufzeit von fast 160 Minuten und andererseits wegen James Stewart, den ich persönlich fast immer für einen Langweiler halte. Aber, ich habe mich geirrt. Der Film ist durchgehend spannend, bis auf kleine Ausnahmen, die aber kaum ins Gewicht fallen. Und James Stewart war nie so gut, wie in dieser Rolle. Hut ab für diese Leistung.
Regisseur Otto Preminger hat hier ein Gerichtsdrama geschaffen, das den Zuschauer in seinen Bann zieht und zwar von der ersten bis zur letzten Sekunde. Die Wahrheit kommt nie ans Licht und darüber kann man wahrscheinlich endlos diskutieren, aber die Spannung dominiert den ganzen Film. Die gute Story und die exzellente Besetzung machen dieses Werk zu einem großen Ereignis. Neben James Stewart, Lee Remick und Ben Gazzara überzeugen in den Nebenrollen besonders Eve Arden und Arthur O'Connell. Ein weiterer Pluspunkt ist George C. Scott als Staatsanwalt Dancer, der aus der Großstadt kommt und den örtlichen Staatsanwalt unterstützen soll. Sein Auftreten vor Gericht ist grandios und sehr sehenswert.
Es sollte sich also niemand vor der Länge des Films fürchten, denn etwas Besseres bekommt man in diesem Genre kaum präsentiert. Gerichtsdrama und Unterhaltung können auch Hand in Hand gehen. Ganz große Empfehlung.
Donnerstag, 14. März 2013
Wolken sind überall
"Wolken sind überall" - "The Moon is Blue" ist ein Film von Otto Preminger aus dem Jahr 1953. Das Drehbuch stammt von F. Hugh Herbert und basiert auf seinem gleichnamigen Theaterstück.
Der Film handelt von der zufälligen Begegnung der jungen Schauspielerin Patty (Maggie McNamara) mit dem Architekten Donald (William Holden). Beide beobachten sich und schließlich folgt er ihr bis auf das Dach des Empire State Buildings, wo eine lockere Unterhaltung zwischen ihnen beginnt. Sie sind sich gleich sympathisch und Donald lädt Patty zum Essen ein.
Eigentlich soll es in ein bekanntes Restaurant gehen, aber da Donald einen Knopf an seiner Jacke verloren hat, den Patty wieder annähen will, landen sie zuerst in seiner Wohnung. Patty ist von der Wohnung und der Küche so beeindruckt, dass sie dort unbedingt selber kochen will, aber leider gibt der Inhalt des Kühlschranks gar nichts her. So bekommt Donald eine Einkaufsliste in die Hand gedrückt und verschwindet, während Patty mit ihrer Freundin telefoniert.
Es klingelt an der Tür und Cynthia (Dawn Addams) erscheint, die Ex-Freundin von Donald, die sich mit ihrem neuen Status noch nicht anfreunden kann und nicht mit Pattys Anwesenheit gerechnet hat. Cynthia geht wieder, doch bald klingelt es erneut und David (David Niven) steht vor der Tür, ein Freund von Donald, den Patty spontan zum Essen einlädt. David ist Cynthias Vater und ein Lebemann, der sich gerne mit jungen Frauen umgibt. Er findet spontan Gefallen an Patty und umwirbt sie, was Patty allerdings immer sehr höflich zurückweist.
Donald kommt mit seinen Einkäufen zurück und ist nicht besonders erfreut darüber, David an Pattys Seite zu sehen. Beide Männer buhlen um ihre Zuneigung, aber Patty behält in diesem Spiel die Oberhand und lässt sich auf nichts ein.
Es kommt noch zu einigen Verwicklungen, auf die ich aber hier nicht weiter eingehen will, das muss man sich schon selbst anschauen, es lohnt sich auf jeden Fall.
Das ist ein ganz zauberhafter Film, der nun schon ganze sechzig Jahre auf dem Buckel hat und trotzdem noch gut unterhalten kann. Allein schon die Szene im Taxi ist göttlich, wer den Film gesehen hat, der weiß was ich meine. Otto Preminger hatte auch hier wieder viel Ärger mit der Zensur, denn er erlaubte sich Dialoge, die die Worte Jungfrau, Verführung und Sex beinhaltet haben und somit für damalige Verhältnisse eigentlich unaussprechlich waren. Aus heutiger Sicht kann man darüber lachen, aber früher konnte so etwas das Aus für einen Film bedeuten.
Den ständigen Kampf gegen die Zensurbehörde hat er oft gewonnen, so auch hier. Otto Preminger wollte seine Filme durchsetzen und er tat das auch. So viel Mut hatten viele andere nicht, aber er hat den Weg bereitet.
Zurück zum Film, der insgesamt gesehen eine hübsche Liebeskomödie ist, was heutzutage gerne "RomCom" genannt wird und bei mir fast immer Brechreiz auslöst. Hier aber kann man sehen, wie hervorragend so etwas funktionieren kann, wenn man gute Dialoge, feinen Humor und fabelhafte Schauspieler hat. Da sind die Komödien der heutigen Zeit meist Lichtjahre von entfernt. Das ist schade, aber leider wahr.
Für diesen Film gibt es jedenfalls eine große Empfehlung, denn der macht einfach Spaß.
Der Film handelt von der zufälligen Begegnung der jungen Schauspielerin Patty (Maggie McNamara) mit dem Architekten Donald (William Holden). Beide beobachten sich und schließlich folgt er ihr bis auf das Dach des Empire State Buildings, wo eine lockere Unterhaltung zwischen ihnen beginnt. Sie sind sich gleich sympathisch und Donald lädt Patty zum Essen ein.
Eigentlich soll es in ein bekanntes Restaurant gehen, aber da Donald einen Knopf an seiner Jacke verloren hat, den Patty wieder annähen will, landen sie zuerst in seiner Wohnung. Patty ist von der Wohnung und der Küche so beeindruckt, dass sie dort unbedingt selber kochen will, aber leider gibt der Inhalt des Kühlschranks gar nichts her. So bekommt Donald eine Einkaufsliste in die Hand gedrückt und verschwindet, während Patty mit ihrer Freundin telefoniert.
Es klingelt an der Tür und Cynthia (Dawn Addams) erscheint, die Ex-Freundin von Donald, die sich mit ihrem neuen Status noch nicht anfreunden kann und nicht mit Pattys Anwesenheit gerechnet hat. Cynthia geht wieder, doch bald klingelt es erneut und David (David Niven) steht vor der Tür, ein Freund von Donald, den Patty spontan zum Essen einlädt. David ist Cynthias Vater und ein Lebemann, der sich gerne mit jungen Frauen umgibt. Er findet spontan Gefallen an Patty und umwirbt sie, was Patty allerdings immer sehr höflich zurückweist.
Donald kommt mit seinen Einkäufen zurück und ist nicht besonders erfreut darüber, David an Pattys Seite zu sehen. Beide Männer buhlen um ihre Zuneigung, aber Patty behält in diesem Spiel die Oberhand und lässt sich auf nichts ein.
Es kommt noch zu einigen Verwicklungen, auf die ich aber hier nicht weiter eingehen will, das muss man sich schon selbst anschauen, es lohnt sich auf jeden Fall.
Das ist ein ganz zauberhafter Film, der nun schon ganze sechzig Jahre auf dem Buckel hat und trotzdem noch gut unterhalten kann. Allein schon die Szene im Taxi ist göttlich, wer den Film gesehen hat, der weiß was ich meine. Otto Preminger hatte auch hier wieder viel Ärger mit der Zensur, denn er erlaubte sich Dialoge, die die Worte Jungfrau, Verführung und Sex beinhaltet haben und somit für damalige Verhältnisse eigentlich unaussprechlich waren. Aus heutiger Sicht kann man darüber lachen, aber früher konnte so etwas das Aus für einen Film bedeuten.
Den ständigen Kampf gegen die Zensurbehörde hat er oft gewonnen, so auch hier. Otto Preminger wollte seine Filme durchsetzen und er tat das auch. So viel Mut hatten viele andere nicht, aber er hat den Weg bereitet.
Zurück zum Film, der insgesamt gesehen eine hübsche Liebeskomödie ist, was heutzutage gerne "RomCom" genannt wird und bei mir fast immer Brechreiz auslöst. Hier aber kann man sehen, wie hervorragend so etwas funktionieren kann, wenn man gute Dialoge, feinen Humor und fabelhafte Schauspieler hat. Da sind die Komödien der heutigen Zeit meist Lichtjahre von entfernt. Das ist schade, aber leider wahr.
Für diesen Film gibt es jedenfalls eine große Empfehlung, denn der macht einfach Spaß.
Samstag, 9. März 2013
Otto Preminger - Anatomie eines Filmemachers
"Otto Preminger - Anatomie eines Filmemachers" ist ein Film von Valerie A. Robins aus dem Jahr 1991. Das Drehbuch stammt von Thomas J. Wiener.
Der Schauspieler Burgess Meredith führt als Erzähler durch den Film und beleuchtet die Karriere von Otto Preminger über einen Zeitraum von fast fünfzig Jahren. Von den Anfängen als Schauspieler und Film- und Theaterregisseur in Wien bis hin zu seinen großen Erfolgen in Amerika.
Thematisch deckte Otto Preminger in seinen Arbeiten alles ab, Dramen, Komödien, Thriller und vieles mehr. Dabei hatte er seinen eigenen Kopf und eckte mit seinen Methoden häufig bei den Studiobossen an, was schließlich dazu führte, dass er seine eigene Produktionsfirma gründete und sich damit von Hollywood lossagte. Auch der ständige Ärger mit der Filmzensur und sein Kampf gegen die herrschenden Konventionen war ein Reizthema für ihn. Als unabhängiger Filmemacher hatte er viel mehr Möglichkeiten, die er gerne ausnutzte. Sein sezierender Blick und seine Lust an der Provokation sind einzigartig für die damalige Zeit.
Legendär sind seine Wutausbrüche am Set, ebenso wie seine Herzlichkeit. Beides konnte sich innerhalb von Sekunden ändern. Darüber berichten viele Weggefährten wie z. B. Peter Bogdanovich, Saul Bass, Michael Caine, Ken Howard, Deborah Kerr, George C. Scott, Frank Sinatra und James Stewart.
Sämtliche Filme können hier selbstverständlich nicht erwähnt werden, das würde den Rahmen sprengen, deshalb hier nur eine Auswahl: Laura, Der Mann mit dem goldenen Arm, Bonjour Tristesse, Anatomie eines Mordes, Der Kardinal, Bunny Lake is Missing, Exodus.
Gerade ist eine schöne DVD-Box erschienen "Otto Preminger - Meisterwerke", die neben den Filmen Sturm über Washington, Die heilige Johanna und Wolken sind überall auch diesen Dokumentarfilm enthält, der in gut zwei Stunden einen Einblick in die Arbeit von Otto Preminger bietet und sehr unterhaltsam geworden ist. Ich hatte viel Spaß dabei und kann den Film, so wie auch die ganze Box, nur sehr empfehlen. Eine schöne Anregung, sich ausführlicher mit den Filmen von Otto Preminger zu beschäftigen.
Der Schauspieler Burgess Meredith führt als Erzähler durch den Film und beleuchtet die Karriere von Otto Preminger über einen Zeitraum von fast fünfzig Jahren. Von den Anfängen als Schauspieler und Film- und Theaterregisseur in Wien bis hin zu seinen großen Erfolgen in Amerika.
Thematisch deckte Otto Preminger in seinen Arbeiten alles ab, Dramen, Komödien, Thriller und vieles mehr. Dabei hatte er seinen eigenen Kopf und eckte mit seinen Methoden häufig bei den Studiobossen an, was schließlich dazu führte, dass er seine eigene Produktionsfirma gründete und sich damit von Hollywood lossagte. Auch der ständige Ärger mit der Filmzensur und sein Kampf gegen die herrschenden Konventionen war ein Reizthema für ihn. Als unabhängiger Filmemacher hatte er viel mehr Möglichkeiten, die er gerne ausnutzte. Sein sezierender Blick und seine Lust an der Provokation sind einzigartig für die damalige Zeit.
Legendär sind seine Wutausbrüche am Set, ebenso wie seine Herzlichkeit. Beides konnte sich innerhalb von Sekunden ändern. Darüber berichten viele Weggefährten wie z. B. Peter Bogdanovich, Saul Bass, Michael Caine, Ken Howard, Deborah Kerr, George C. Scott, Frank Sinatra und James Stewart.
Sämtliche Filme können hier selbstverständlich nicht erwähnt werden, das würde den Rahmen sprengen, deshalb hier nur eine Auswahl: Laura, Der Mann mit dem goldenen Arm, Bonjour Tristesse, Anatomie eines Mordes, Der Kardinal, Bunny Lake is Missing, Exodus.
Gerade ist eine schöne DVD-Box erschienen "Otto Preminger - Meisterwerke", die neben den Filmen Sturm über Washington, Die heilige Johanna und Wolken sind überall auch diesen Dokumentarfilm enthält, der in gut zwei Stunden einen Einblick in die Arbeit von Otto Preminger bietet und sehr unterhaltsam geworden ist. Ich hatte viel Spaß dabei und kann den Film, so wie auch die ganze Box, nur sehr empfehlen. Eine schöne Anregung, sich ausführlicher mit den Filmen von Otto Preminger zu beschäftigen.
Sturm über Washington
"Sturm über Washington" - "Advise and Consent" ist ein Film von Otto Preminger aus dem Jahr 1962. Das Drehbuch stammt von Wendell Mayes und beruht auf einem Roman von Allen Drury.
Der Präsident der Vereinigten Staaten (Franchot Tone) braucht einen neuen Außenminister und überrascht mit einem Kandidaten seiner Wahl, Robert Leffingwell (Henry Fonda). Im Senat wird eine Anhörung angesetzt, in der Leffingwell sich beweisen soll. Erst nach Zustimmung der Senatoren kann er als Kandidat für den Posten des Außenministers ernannt werden, doch die Lager sind gespalten und so entwickelt sich ein Polit-Drama, wie man es selten gesehen hat.
Der junge Senator Brig Anderson (Don Murray) leitet den Ausschuss und will eine faire Anhörung, aber der alte Senator Cooley (Charles Laughton) und der ehrgeizige Senator Van Ackerman (George Grizzard) schießen bei jeder Gelegenheit quer und greifen auch zu fragwürdigen Mitteln, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Cooley bringt den zwielichtigen Herbert Gelman (Burgess Meredith) als Zeugen an, der Leffingwell von früher kennt und ihn als Kommunisten bezeichnet. Leffingwell bestreitet zwar, jemals kommunistische Kontakte gehabt zu haben, aber er lügt.
Brig Anderson erfährt von dieser Lüge und setzt den Präsidenten unter Druck, seinen Kandidaten zurückzuziehen. Der kranke Präsident, dem nicht mehr viel Zeit bleibt, beharrt aber auf Leffingwell und auch einige andere Senatsmitglieder wollen ihn unbedingt durchsetzen. Brig Anderson wird plötzlich selbst zum Opfer politischer Machtspiele, denn jemand erpresst ihn mit Kenntnissen aus seiner Vergangenheit. Während seiner Militärzeit auf Hawaii hatte Brig ein Verhältnis mit einem anderen Soldaten. Längst verdrängte Gefühle und Erinnerungen tauchen wieder auf und Brig erkennt die Ausweglosigkeit seiner Situation. In seiner Verzweiflung reist er nach New York, um Ray (John Granger) zu suchen. Er findet ihn schließlich in einer Schwulenbar, läuft aber sofort wieder weg und sieht nur noch einen Ausweg...
"Advise and Consent" ist ein packender und spannender Polit-Thriller, der fast kammerspielartig wirkt. Es gibt nur wenige Schauplätze, denn ein großer Teil der Handlung spielt im Senat. Die Schauspieler sind durchweg sehr gut besetzt und machen diesen Film zu einem Erlebnis, das trotz einer Laufzeit von fast 140 Minuten nie langweilig wird. Erwähnenswert ist auch die kurze Szene in der New Yorker Schwulenbar, das hatte es bis dahin im amerikanischen Kino nicht gegeben. Otto Preminger hatte in seinen Filmen häufig Probleme mit der Zensur und hat sich ebenso häufig erfolgreich darüber hinweggesetzt.
Insgesamt gesehen ein sehr empfehlenswerter Film, der jetzt neu auf DVD erschienen ist in der Box "Otto Preminger - Meisterwerke". Bitte nicht verpassen.
Der Präsident der Vereinigten Staaten (Franchot Tone) braucht einen neuen Außenminister und überrascht mit einem Kandidaten seiner Wahl, Robert Leffingwell (Henry Fonda). Im Senat wird eine Anhörung angesetzt, in der Leffingwell sich beweisen soll. Erst nach Zustimmung der Senatoren kann er als Kandidat für den Posten des Außenministers ernannt werden, doch die Lager sind gespalten und so entwickelt sich ein Polit-Drama, wie man es selten gesehen hat.
Der junge Senator Brig Anderson (Don Murray) leitet den Ausschuss und will eine faire Anhörung, aber der alte Senator Cooley (Charles Laughton) und der ehrgeizige Senator Van Ackerman (George Grizzard) schießen bei jeder Gelegenheit quer und greifen auch zu fragwürdigen Mitteln, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Cooley bringt den zwielichtigen Herbert Gelman (Burgess Meredith) als Zeugen an, der Leffingwell von früher kennt und ihn als Kommunisten bezeichnet. Leffingwell bestreitet zwar, jemals kommunistische Kontakte gehabt zu haben, aber er lügt.
Brig Anderson erfährt von dieser Lüge und setzt den Präsidenten unter Druck, seinen Kandidaten zurückzuziehen. Der kranke Präsident, dem nicht mehr viel Zeit bleibt, beharrt aber auf Leffingwell und auch einige andere Senatsmitglieder wollen ihn unbedingt durchsetzen. Brig Anderson wird plötzlich selbst zum Opfer politischer Machtspiele, denn jemand erpresst ihn mit Kenntnissen aus seiner Vergangenheit. Während seiner Militärzeit auf Hawaii hatte Brig ein Verhältnis mit einem anderen Soldaten. Längst verdrängte Gefühle und Erinnerungen tauchen wieder auf und Brig erkennt die Ausweglosigkeit seiner Situation. In seiner Verzweiflung reist er nach New York, um Ray (John Granger) zu suchen. Er findet ihn schließlich in einer Schwulenbar, läuft aber sofort wieder weg und sieht nur noch einen Ausweg...
"Advise and Consent" ist ein packender und spannender Polit-Thriller, der fast kammerspielartig wirkt. Es gibt nur wenige Schauplätze, denn ein großer Teil der Handlung spielt im Senat. Die Schauspieler sind durchweg sehr gut besetzt und machen diesen Film zu einem Erlebnis, das trotz einer Laufzeit von fast 140 Minuten nie langweilig wird. Erwähnenswert ist auch die kurze Szene in der New Yorker Schwulenbar, das hatte es bis dahin im amerikanischen Kino nicht gegeben. Otto Preminger hatte in seinen Filmen häufig Probleme mit der Zensur und hat sich ebenso häufig erfolgreich darüber hinweggesetzt.
Insgesamt gesehen ein sehr empfehlenswerter Film, der jetzt neu auf DVD erschienen ist in der Box "Otto Preminger - Meisterwerke". Bitte nicht verpassen.
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