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Samstag, 20. Februar 2016

Crimson Peak


"Crimson Peak" ist ein Film von Guillermo del Toro aus dem Jahr 2015. Das Drehbuch schrieb del Toro zusammen mit Matthew Robbins.

Die junge Edith Cushing (Mia Wasikowska) lebt zusammen mit ihrem Vater Carter Cushing (Jim Beaver) in Buffalo. Edith möchte gerne eine Schriftstellerin sein, aber damit hat sie als Frau Ende des 19. Jahrhunderts einen schweren Stand, weil man sie einfach nicht ernst nimmt. Ihre Geschichten handeln auch von Geistern, denn seit ihr im Alter von zehn Jahren der Geist ihrer verstorbenen Mutter erschien, glaubt sie an deren Existenz. Damals sprach der Geist eine Warnung aus: "Hüte Dich vor Crimson Peak", aber Edith konnte keine Erklärung dafür finden.

Inzwischen ist Edith zu einer schönen jungen Frau herangewachsen, die ihren eigenen Kopf hat und auch sagt, was sie denkt. In der Baufirma ihres Vaters lernt sie eines Tages den schottischen Adligen Thomas Sharpe (Tom Hiddleston) kennen, der auf der Suche nach Investoren für seine Mine ist. Obwohl Carter Cushing der charmante Mann gleich irgendwie unsympathisch ist, kann er nicht verhindern, dass Edith sich rettungslos in diesen verliebt. Viel lieber hätte er seine Tochter an der Seite des jungen Arztes Alan McMichael (Charlie Hunnam) gesehen, der sowieso heimlich in sie verliebt ist. Aber wo die Liebe eben hinfällt...

Als Carter Cushing kurze Zeit später einen tödlichen Unfall hat, heiratet Edith Thomas Sharpe und zieht mit ihm auf sein Anwesen in Nordengland, wo er zusammen mit seiner Schwester Lucille (Jessica Chastain) lebt. "Allerdale Hall" entpuppt sich allerdings als äußerst baufälliges altes Gemäuer, das schon bessere Tage gesehen hat. Das Dach ist kaputt, das Haus ist kalt und das Wetter ist unbarmherzig. Zudem ist das Gebäude auf einem Tonvorkommen errichtet und sackt immer mehr ein. Überall quillt der rote Ton aus dem Boden und verleiht dem Ganzen einen beunruhigenden Anblick.

In ihrem neuen Zuhause findet Edith keine Ruhe, denn schon bald wird sie hier von furchtbaren Geistererscheinungen verfolgt, die ihr raten, das Haus zu verlassen. Thomas liebt seine Frau, aber seine Schwester Lucille, die sich immer sehr merkwürdig und ablehnend verhält, scheint großen Einfluss auf ihn zu haben. Wie nah sich die beiden Geschwister wirklich stehen und welche schaurigen Geheimnisse sie teilen, wird Edith schon bald erfahren. Wird es ihr gelingen, das Haus wieder zu verlassen?

Mehr will ich hier gar nicht verraten. Der Film an sich hat mir schon gefallen, auch wenn die Geschichte ein paar Längen hat und mit fast zwei Stunden Laufzeit auch insgesamt zu lang erzählt ist. Sehenswert ist er trotzdem, allein schon wegen der tollen Optik, der Ausstattung und der Kostüme. Das riesige und langsam verfallende Haus ist großartig in Szene gesetzt, die Farben sind umwerfend, die Einrichtung ist ein Traum oder eben auch Alptraum, ganz wie man es sehen will.

Man merkt halt schnell in einem Film von Guillermo del Toro zu sein, denn für tolle Bilder und eine sehr spezielle Atmosphäre hat er ein gutes Händchen. Nicht umsonst erinnert man sich hier an Filme wie "The Devil's Backbone" oder auch "Pans Labyrinth", die auch von Geistern handelten und sich nie ganz in ein Genre einordnen ließen. Ist ja auch egal, ob man das nun Horror, Mystery oder wie auch immer nennen will. Es ist sicher von allem etwas, aber eben auch eine Liebesgeschichte. Del Toro selbst nennt es übrigens eine "Gothic Romance".

Von den Schauspielern möchte ich besonders Mia Wasikowska und Tom Hiddleston hervorheben, die beide wie üblich wunderbar in ihren Rollen aufgehen. Von beiden habe ich noch nie mittelmäßige oder schwache Darstellungen gesehen, sie überzeugen einfach immer. Jessica Chastain dagegen nervt mich stets mit ihrem Overacting, mit ihr kann ich mich einfach nicht anfreunden, egal in welchem Film, und Charlie Hunnam bleibt insgesamt etwas blass. Gut, viel Raum zur Entfaltung gibt ihm seine Rolle hier auch nicht.

Insgesamt gibt es von mir natürlich eine Empfehlung, weil der Film schon spannend ist und sehr schön anzuschauen. Die Bilder bleiben im Kopf. Sollte man nicht verpassen.

Samstag, 14. März 2015

Zombiber

"Zombiber" - "Zombeavers" ist ein Film von Jordan Rubin aus dem Jahr 2014. Das Drehbuch schrieb Rubin zusammen mit Al und Jon Kaplan.

Was erwartet man von einem Film mit dem Titel "Zombiber"? Nachdem ich einiges darüber gelesen habe natürlich nur eins, nämlich sauguten Trash und genau den bekommt man hier auch geboten. Also bitte alle Gehirne und Bedenken an der Garderobe abgeben und rein ins Vergnügen.

Ich fasse die Handlung hier auch nur kurz zusammen, alles Weitere muss selbst angeschaut werden, wenn man sich denn traut. Die hübschen jungen Mädels Jenn, Mary und Zoe wollen allein ein Wochenende am See in einer abgelegenen Hütte verbringen. Jenn hat Liebeskummer, weil ihr Freund sie wahrscheinlich betrogen hat. Mary und Zoe stehen ihr bei, sind aber sauer, in der Wildnis keinen Handyempfang zu haben. So ganz ohne ihre Boyfriends wollen sie nämlich auch nicht sein.

Am Anfang des Films kann man sehen, wie zwei Volltrottel einen Laster mit Giftmüll durch die Gegend kutschieren und bei einem Unfall eines der Fässer verlieren. Dieses Fass landet dann natürlich genau in der Nähe der Hütte am See, schlägt Leck und ergießt seinen giftigen Inhalt an einem Biberbau. Die sonst so niedlichen Tierchen mutieren dadurch zu geifernden Monster-Bibern, die alles angreifen, was sich ihnen so bietet und nicht totzukriegen sind. Eben Zombie-Biber.

Doch bevor unsere Mädels davon Wind bekommen, müssen sie sich einer anderen Bedrohung stellen, nämlich ihren Freunden, die ihnen gefolgt sind und unaufgefordert vor der Hütte stehen. Sam, Tommy und Buck leiden bereits an Sex-Entzug und fordern ihre Rechte ein. Also sind die Ausflügler erst mal mit sich selbst beschäftigt, bevor die Zombiber an der Reihe sind und nach und nach ihre Opfer fordern. Es gibt ein paar Versuche, ihnen zu entkommen, aber glücklich endet keiner von diesen. Da aber auch keiner der Charaktere einem irgendwie ans Herz wachsen kann, enden sie eben alle als Kanonenfutter. Ist nicht anders zu erwarten, aber spaßig anzuschauen. Das Ende ist dann sehr tragisch, wenn die beiden Vollpfosten vom Anfang noch einmal auftauchen und erneut für einen Knaller sorgen, den man sich so sicher nicht gewünscht hat.

Die Namen der Darsteller habe ich hier bewusst nicht erwähnt, die kennt sowieso niemand, also muss ich mir die Arbeit auch nicht machen. Der einzig bekannte Name ist hier Rex Lynn als Jäger Smyth, den kennt man als Detective Frank Tripp aus CSI:Miami. Der macht seine Sache auch sehr gut, bleibt aber leider auch auf der Strecke.

Warum sollte man sich diesen Film aber trotzdem anschauen? Ganz einfach, weil er Spaß macht und herrlicher Trash ist. Zudem sind die Biber nicht aus dem Computer, sondern handgemacht und mit viel Liebe gefertigt. Ich fühlte mich jedenfalls sehr gut unterhalten und kann somit nur eine klare Empfehlung aussprechen.


Samstag, 21. Februar 2015

Annabelle

"Annabelle" ist ein Film von John R. Leonetti aus dem Jahr 2014. Das Drehbuch stammt von Gary Dauberman. Hierbei handelt es sich um das Prequel zu dem Film "The Conjuring" von James Wan aus dem Jahr 2013, der bei "Annabelle" lediglich als Produzent tätig war. John R. Leonetti hingegen war bei "The Conjuring" der Kameramann.

Der Film beginnt, wie auch bereits in "The Conjuring", mit den beiden Krankenschwestern, die 1968 von ihren bösen Erfahrungen mit der Puppe erzählen, die sie Annabelle nennen. Diese Aufnahmen wurden aus "The Conjuring" übernommen, auch wenn Ed und Lorraine Warren hier nicht zu sehen sind, wie auch im Rest des Films. Hier wird aber erklärt, wie die Puppe zu ihrem Namen kam. Angeblich ist nämlich der Geist der siebenjährigen Annabelle Higgins in sie gefahren, als diese starb, so jedenfalls will das ein Medium herausgefunden haben. Das ist zwar immer noch nicht ganz die echte Geschichte, aber egal, erstmal weiter mit diesem Film, der ein Jahr zuvor spielt.

Das junge Ehepaar John (Ward Horton) und Mia (Annabelle Wallis) lebt in einem beschaulichen Vorort, hat nette Nachbarn, unter anderem die Higgins von nebenan, und geht am Sonntag natürlich brav zum Gottesdienst. Mia ist hochschwanger und John ist angehender Doktor im Prüfungsstress. Ansonsten sind sie wohl das langweiligste Ehepaar, das jemals gezeigt wurde. Im Schneckentempo schleichen sie durch ihr kleines spießiges Häuschen, erklären sich ständig ihre gegenseitige Liebe und richten ein Kinderzimmer ein, wie es wohl kitschiger kaum sein kann. Mia liebt und sammelt Puppen und bekommt von ihrem herzigen Gatten nun noch ein besonders abscheuliches schönes Exemplar geschenkt, welches gleich einen Platz zwischen den anderen Puppen findet. Hach, ist das alles lieblich.

Soweit die Ausgangssituation, die bereits zum wegdämmern einlädt. Eines Nachts werden die Nachbarn von Mia und John, nämlich das Ehepaar Higgins, von Satanisten überfallen und getötet. Auch John und Mia werden angegriffen, können aber den Überfall überleben, weil die Polizei rechtzeitig zur Stelle ist. Die Angreifer waren Annabelle Higgins, die Tochter der Nachbarn und einer ihrer Freunde, die wohl einer Sekte angehört haben. Der Mann wurde von der Polizei erschossen, aber Annabelle hat sich selbst die Kehle durchgeschnitten. Im Arm hielt sie dabei die bereits erwähnte Puppe, die dabei mit ihrem Blut getränkt wurde. Das war dann wohl die Geburtsstunde von 'Annabelle', die von da an von einem Dämon besessen war, der nun munter Jagd auf die Seele der armen Mia machte.

Nach einem Feuer im trauten Eigenheim zieht das goldige Pärchen mit seinem inzwischen geborenen kleinen Töchterchen Leah flugs um in ein Apartmenthaus. Doch auch hier will es sich nicht zum Besseren wenden. John ist in der Klinik, während seine Frau Mia mit der kleinen Leah alleine ist und immer noch von Dämonen verfolgt wird, die immer rabiater werden. Weder Detective Clarkin (Eric Ladin), noch Pater Perez (Tony Amendola) können wirklich helfen. Lediglich die Nachbarin Evelyn (Alfre Woodard) scheint Mia zu verstehen und kann durch ein selbstloses Opfer dem Schrecken ein Ende setzen.

Ich gebe keine Empfehlung für diesen Film ab, weil der wirklich zu blöd ist. Wo "The Conjuring" noch schön ausgestattet und perfekt besetzt und gespielt war, herrscht hier nur große Leere. Die größte Pleite sind dabei die beiden Hauptdarsteller Ward Horton und Annabelle Wallis, die so lahmarschig durch den Film schlafwandeln, dass es kaum auszuhalten ist. Besonders Annabelle Wallis wirkt stets wie abwesend und kommt auch nicht über einen einzigen Gesichtsausdruck hinaus. In den Nebenrollen können Alfre Woodard und Tony Amendola zwar durchaus Akzente setzen, jedoch behindert das lausige Drehbuch auch ihr Spiel. Von den teils grottigen Dialogen will ich gar nicht erst anfangen.

Dann wäre da noch die (gewollte) Ähnlichkeit mit Roman Polanskis Film "Rosemary's Baby", bei dem "Annabelle" sich zwar reichlich bedient, aber leider auch nicht viel Glück bei der Umsetzung hat. Und sicher ist es auch nur ein großer Zufall, dass unsere beiden Schnarchnasen nun ausgerechnet John und Mia heißen. Hießen die Schauspieler in Polanskis Film nicht John Cassavetes und Mia Farrow?

Insgesamt gesehen natürlich keine Empfehlung von mir für diesen Quark, den man besser verpassen sollte.

Sonntag, 20. Juli 2014

Across the River

"Across the River" - "Oltre il guado" ist ein Film von Lorenzo Bianchini aus dem Jahr 2013. Das Drehbuch schrieb Bianchini zusammen mit seiner Schwester Michela.

Marco Contrada (Marco Marchese) ist Naturforscher und als solcher ständig allein mit seinem Wohnmobil unterwegs. In den italienischen Wäldern nahe der Grenze zu Slowenien beobachtet und filmt er die Tiere mit diversen Kameras, die er an verschiedenen Orten angebracht hat. Von seinem Wohnmobil aus hat er Zugriff auf die Bilder, die er entsprechend auswertet. Es gelingt ihm, einen Fuchs zu betäuben und mit einer Kamera und einem Peilsender zu versehen.

Die Signale des Fuchses führen Marco über einen Fluss und in ein verlassenes Dorf, das scheinbar seit Jahrzehnten niemand mehr betreten hat. Marco erkundet die verfallenen Häuser und quartiert sich schließlich in einem von ihnen ein, als der starke Regen ihn aus seinem Wohnmobil vertreibt. Unheimliche Geräusche und merkwürdige Bilder verfolgen ihn schon bald, für die es keine Erklärungen zu geben scheint. Der Rückweg über den Fluss ist wegen des hohen Wasserstandes unmöglich geworden. Marco muss sich damit abfinden, auf unbestimmte Zeit an diesem gespenstischen Ort festzusitzen.

In einer Nebenhandlung erfährt man von einem Suchtrupp, der sich auf Marcos Spur macht. Ein alter Mann, der als kleiner Junge in dem Dorf gelebt hat, erzählt von der Geschichte seines Heimatdorfes und dem ungeklärten Schicksal von zwei kleinen Zwillingsschwestern. Marco erfährt von diesen Dingen nichts, aber er wird das Grauen, das an diesem unheimlichen Ort lauert, noch selbst erleben müssen.

Kleine Warnung vorweg: Wer auf Action und knallige Effekte steht, der darf sich gleich einen anderen Film ansehen. "Across the River" ist ein feiner kleiner Horrorfilm, der das Grauen aus seiner Atmosphäre schöpft und im Kopf entstehen lässt. Zudem wird fast nicht gesprochen und die Bilder sind sehr ruhig und bedächtig. Wer das nicht aushalten kann, ist hier im falschen Film. Wer sich jedoch darauf einlassen kann, der wird mit einem sehr stimmungsvollen und spannenden Film belohnt, der tatsächlich Gänsehaut erzeugen kann.

Für eine Low-Budget-Produktion sieht das alles schon sehr gut aus, das Setting ist gut gewählt und der Hauptdarsteller Marco Marchese passt optisch absolut perfekt in seine Rolle. Auf der DVD befindet sich auch noch ein sehr sehenswertes Making-Of, das gut 25 Minuten dauert und in dem der Regisseur Lorenzo Bianchini von der Entstehung des Projektes und den Dreharbeiten berichtet. Sehr gelungen.

Eigentlich bin ich ja nicht so der Horror-Fan, aber hier standen mir schon die Haare zu Berge. Deshalb von mir eine große Empfehlung für diesen Independent-Film, der viele Zuschauer verdient hat.


Sonntag, 29. Juni 2014

Barracuda

"Barracuda - Vorsicht Nachbar!" ist ein Film von Philippe Haim aus dem Jahr 1997. Das Drehbuch schrieb Haim zusammen mit Nicolas Lartigue, Patrick Oliver Mayer und Marie Krüger.

Der hübsche junge Luc (Guillaume Canet) bezieht eine Wohnung in einem Mietshaus in Paris. Er ist guter Dinge, hat eine schöne Freundin namens Margot (Claire Keim), die ihm kurz darauf mitteilen wird, schwanger zu sein, worüber sich Luc besonders freut. Alles könnte so schön sein, doch dann lernt Luc seinen älteren Nachbarn Monsieur Clément (Jean Rochefort) kennen und der Horror beginnt.

Monsieur Clément lädt Luc zum Abendessen ein, um ihm seine Ehefrau Violette vorzustellen. Der ahnungslose Luc betritt also die Wohnung von Monsieur Clément, die er so bald nicht mehr verlassen wird und begegnet Madame Clément, einer Schaufensterpuppe, mit der sich ihr Ehemann rege unterhält. Erste Alarmglocken läuten bei Luc, als er dieses Szenario überblickt, doch für einen Ausweg ist es da schon zu spät.

Nach einem gescheiterten Fluchtversuch findet sich Luc in Monsieurs Badezimmer wieder, angekettet an das Waschbecken. Es gibt keine Chance zu entkommen und sämtliche Versuche in diese Richtung enden für Luc äußerst schmerzhaft. Monsieur Clément ist verrückt, er fantasiert sich eine Welt zusammen, die es nicht gibt, hält sich für einen erfolgreichen Stepp-Tänzer und hat Visionen von Fred Astaire, der zu ihm spricht. Er hat keine Kinder und keine Freunde, niemand kümmert sich um ihn. Angeblich wollte Violette keine Kinder, doch diese Lücke soll Luc nun füllen. Er bekommt sogar ein eigenes Zimmer, verborgen hinter einem Bücherregal, wo er allerdings angekettet bleibt.

Luc will den Glauben an die Freiheit nicht aufgeben, aber sein Wille wird langsam aber sicher gebrochen. Der Nervenkrieg mit Monsieur Clément lässt beide mürbe werden, aber der Alte ist ihm immer überlegen. Doch wie lange noch?

"Barracuda" ist ein Horrorfilm der speziellen Art. Er ist grotesk, fantastisch gefilmt und gespielt, aber das Lachen bleibt einem oft im Hals stecken, angesichts der Umstände. Wer Polanskis "Der Mieter" und "Ekel" kennt und auch mag, dem wird auch dieser Film zusagen. Alle drei Filme haben etwas extrem beunruhigendes an sich und ergänzen sich beinahe. Da hat Regisseur Philippe Haim alles richtig gemacht.

Die Schauspieler sind ein Traum und könnten nicht besser besetzt sein. Der großartige Jean Rochefort liefert eine grandiose Darstellung ab, sein jüngerer Kollege Guillaume Canet steht ihm aber in nichts nach. Beide machen diesen Film zu einem Vergnügen, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Aber Achtung, garantiert nichts für jeden Geschmack.



Sonntag, 22. Dezember 2013

The Conjuring

"The Conjuring" ist ein Film von James Wan aus dem Jahr 2013. Das Drehbuch stammt von Chad und Carey Hayes. Die Geschichte beruht angeblich auf wahren Begebenheiten.

Carolyn und Roger Perron (Lili Taylor und Ron Livingston) ziehen im Jahr 1971 mit ihren fünf Töchtern in ein abgelegenes Haus in Rhode Island. Die Begeisterung über die neue Unterkunft ist groß, aber bald schon gibt es merkwürdige Begebenheiten. Der Hund stirbt, Vögel knallen gegen das Haus und verenden und ein vernagelter Keller wird entdeckt.

Die Töchter bemerken während der Nacht einen üblen Geruch, der aber am Morgen verschwunden ist. Aber in den nächsten Nächten geht der Terror weiter, denn eines der Mädchen wird im Schlaf gestört und sieht eine Gestalt, die ihr droht. Nachdem auch eine weitere Tochter angegriffen wird, wendet sich Carolyn an Ed und Lorraine Warren (Patrick Wilson und Vera Farmiga), die bekannte Experten für paranormale Begebenheiten sind.

Ed und Lorraine untersuchen das Haus und bemerken schnell, dass hier etwas Übernatürliches haust und vermutlich nur ein Exorzismus helfen kann. Lorraine erforscht die Geschichte des Hauses und der früheren Bewohner und kommt einem Fluch auf die Spur, den eine Frau ausgesprochen hat, die der Hexerei beschuldigt wurde und die sich anschließend erhängt hat. Zusammen mit ihrem Team wollen Ed und Lorraine nun genug Material sammeln, um die Kirche für einen Exorzismus zu überzeugen.

Doch der Dämon hat bereits Carolyn im Griff und die steht nun kurz davor, ihre jüngsten Töchter zu töten, wie der Fluch es verlangt ...

Mehr verrate ich hier nicht, der Rest ist wirklich höllisch spannend, wie der ganze Film. Eine Einschränkung muss ich aber machen, denn wer auf tolle Effekte aus ist, der ist hier im falschen Film. Das hier ist ein ganz wunderbarer Gruselfilm der altmodischen Art, der auch kein Klischee auslässt, aber trotzdem fantastisch funktioniert. Es gibt quietschende Türen, die sich von allein öffnen, eine alte Spieluhr, den geheimen Keller, Uhren, die alle zur gleichen Zeit stehenbleiben, eine gruselige Puppe, die wirklich niemand zu Hause haben will, und noch vieles mehr.

Ja, James Wan verwendet hier alles, was man in einem Horrorfilm erwarten kann, aber es funktioniert alles perfekt, wie schon gesagt. Man hält automatisch den Atem an und ich hatte mehrfach Gänsehaut, weil es so gruselig ist, auch ohne Blutvergießen. Es ist altmodisch, keine Frage, aber es ist toll. Nur nebenbei, das "Hide and Clap"-Spiel hat mir echt Angst eingejagt und Keller waren selten so unheimlich wie hier.

Wie auch immer, der Film ist toll geworden, die Atmosphäre ist großartig, das 70er-Jahre-Setting ist wunderbar und die Schauspieler sind grandios. Schön sind auch die kleinen Anzeichen von Humor, wenn es zu gruselig wird, das passt sehr gut. Mit Vera Farmiga, Patrick Wilson, Lili Taylor und Ron Livingston hat der Film eine perfekte Besetzung, die das ganze Projekt aus der Liste überflüssiger Horrorfilme hervorhebt. Ganz große Empfehlung.


Samstag, 26. Oktober 2013

Ghost Shark

"Ghost Shark" ist ein Film von Griff Furst aus dem Jahr 2013. Das Drehbuch schrieb Furst zusammen mit Eric Forsberg.

Tierhorror, mal wieder. Haie scheinen ja in diesem Genre extrem gefragt zu sein, aber halt, hier handelt es sich nicht um einen normalen weißen Hai, sondern um einen *Trommelwirbel* "Geister-Hai". Wer jetzt schon vor Lachen zusammenbricht, der ist im richtigen Film. Wer nur mit den Augen rollt, der hat den Film wahrscheinlich schon gesehen...

Natürlich kann man hier ein astreines B-Movie erwarten, bei dem an allem gespart wurde, vor allen Dingen an der Story, der Logik, den Effekten, dem Talent der Darsteller, den Klamotten usw. Also eigentlich gibt es keinen vernünftigen Grund, sich diesen Unsinn anzuschauen, aber wer ist schon immer vernünftig?

Kurz zur Story: In dem kleinen Küstenstädtchen Smallport kommt es zu mehreren Todesfällen in Verbindung mit einem Hai, dessen Beschreibung die Polizei nicht ernst nimmt. Der Hai ist nämlich durchsichtig, weil er ja ein Geister-Hai ist, also glaubt keiner der ermittelnden Herren an dessen Existenz. Nur eine kleine Gruppe von Teenagern begreift den Ernst der Lage und macht sich auf, das Untier zu bekämpfen. Der alte und versoffene Leuchtturmwärter Finch (Richard Moll) ist der Schlüssel zur Lösung des Problems, aber bis es soweit ist, müssen noch einige Opfer beklagt werden.

Um den Fluch zu brechen, müssen die Teenager ihr Leben riskieren, was sie aber erstaunlich gelassen hinnehmen. Der Geister-Hai kann dabei überall auftauchen und sich seine Opfer suchen. Es muss nur etwas mit Wasser zu tun haben, also auch die kleinste Pfütze, ein Putzeimer, eine Toilette, ein Wasserrohr, der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Auch in der Badewanne ist man nicht mehr sicher...

Nun gut, ernst nehmen muss man das hier alles nicht, aber der Film hat trotzdem eine FSK18, weil es schon recht blutig zugeht. Über den Sinn oder Unsinn dieser FSK-Einstufungen will ich mich auch nicht weiter auslassen, das führt doch zu nichts.

Muss man diesen Film sehen? Nein, natürlich nicht. Kann ich ihn empfehlen? Also höchstens ganz eingeschränkt, wenn man weiß, worauf man sich hier einlässt. Die Handlung ist Schrott, die Dialoge sind zum Davonlaufen und Talent ist hier meilenweit nicht zu finden. Aber wer Spaß daran hat, bitte sehr. Ich habe schon Schlimmeres gesehen und ein durchsichtiger Geister-Hai kann ja auch ganz unterhaltsam sein, obwohl ich das nicht wirklich garantieren kann.

Sonntag, 8. September 2013

Das Rasthaus der teuflischen Schwestern

"Das Rasthaus der teuflischen Schwestern" - "The Name of the Game is Kill" ist ein Film von Gunnar Hellström aus dem Jahr 1968. Das Drehbuch stammt von Gary Crutcher und Kameramann war hier Vilmos Zsigmond.

In der heißen Sonne der Wüste Arizonas hofft der aus Ungarn stammende Symcha Lipa (Jack Lord) nur auf eine Mitfahrgelegenheit. Als die junge und hübsche Mickey (Susan Strasberg) mit ihrem Jeep anhält, lässt er sich nur zu gern aufgabeln, egal wohin die Reise geht. Mickey lebt mit ihrer Familie (Mutter und zwei Schwestern) in Jerome. Sie betreiben dort eine Tankstelle, doch Jerome ist quasi eine Geisterstadt und kaum noch bevölkert.

Vor Ort angekommen treffen sie zuerst auf Diz (Collin Wilcox Paxton), die ältere Schwester von Mickey, die dem männlichen Neuankömmling ziemlich feindselig gegenüber tritt. Mickey bietet Sym an, über Nacht bleiben zu können, zu duschen und gemeinsam zu essen. Diz hält nichts davon, doch dann tauchen noch Mrs. Terry (T. C. Jones) und die jüngste Schwester Nan (Tisha Sterling) auf und bitten Sym, zu bleiben.

Sym bekommt einen Schlafplatz auf einem Feldbett in der Garage und ihm ist schon bald klar, dass diese Familie etwas eigenartig ist. Spätestens dann, als er eine Klapperschlange in seiner Unterkunft vorfindet, die Nan gehört, macht er sich für seine Abreise bereit. Am nächsten Morgen verlässt Sym die Familie, ohne sich zu verabschieden. Er kommt aber nicht weit, weil ihn auf der nächsten Brücke ein Auto rammt und schwer verwundet.

Nach einigen Tagen kommt er im Krankenhaus wieder zu sich und der Sheriff warnt ihn davor, wieder zur Familie Terry zurückzukehren. Es gäbe gefährliche Geschichten über sie, die er zwar nicht beweisen könne, aber es wäre besser, diese Familie zu meiden. Sym kehrt aber trotzdem zu den Terrys zurück, weil er sich in Mickey verliebt hat und mit ihr diesen Ort verlassen will.

Wieder dort angekommen, vertrauen ihm die Familienmitglieder ihre Geschichte an, jedoch erzählt jeder etwas anderes über die Streitereien der Eltern und den plötzlichen Verlust des Vaters. Als Sym endlich mit Mickey nach San Francisco abreisen will, eskaliert die Situation und (fast) alle Geheimnisse kommen ans Licht. Es wird noch mörderisch spannend...

Hui, was haben wir denn hier? Einen fiesen kleinen Film, gerade mal 80 Minuten lang, der mal wieder beweist, dass die Familie die eigentliche Brutstätte des Bösen ist. Wunderbar gespielt, perfekt in Szene gesetzt und extrem sehenswert, auch wenn den wohl kaum einer kennt. Schön ist auch noch die Dokumentation "Psycho's Sister", über die Entstehung des Films und die Dreharbeiten, die sehr interessant ist und einen fabelhaften Blick hinter die Kulissen wirft.

Ich kann diesen Film nur sehr empfehlen, mich hat er gut unterhalten und er bietet gleichzeitig eine schöne Zeitreise in die späten Sechziger Jahre. Der deutsche Titel ist mal wieder nicht so ganz treffend, ein Rasthaus gibt es hier nicht, aber das kennt man ja schon. Unbedingt anschauen, hier hat wirklich jeder der Beteiligten einen an der Waffel.
 

Sonntag, 4. August 2013

Piranhaconda

"Piranhaconda" ist ein Film von Jim Wynorski aus dem Jahr 2012. Das Drehbuch stammt von Mike MacLean und J. Brad Wilke. Produzent war Roger Corman.

Hui, mal wieder Tier-Quatsch mit Soße. Sorry, aber an dem Titel kam ich einfach nicht vorbei. Wenn man sich gelegentlich Filme wie "Supershark" oder "Sharktopus" anschaut, dann kann man manchmal einfach nicht anders, als bei solchen Filmtiteln zu sagen: Den will ich sehen, egal wie schlecht er auch ist. Es gibt ja auch immer mal hübsche Überraschungen bei solchen Filmen, hier allerdings leider nicht.

Ich beschränke mich deshalb auch auf eine sehr kurze Zusammenfassung der ohnehin kaum vorhandenen Geschichte. Also: Professor Lovegrove (Michael Madsen) sucht mit seinem Team auf Hawaii nach einem Ei der speziellen Gattung Piranhaconda. Das Ei findet er sehr schnell, sein kleines Team ist er aber noch schneller los, weil Mama oder Papa Piranhaconda (wer weiß das schon?) den Nestraub nicht sehr lustig finden und fressen, was ihnen vor die Linse kommt.

Zur gleichen Zeit dreht ein Low-Budget-Team in der Nähe einen Horrorfilm, ohne jegliches Talent vor oder hinter der Kamera zu haben. Dieses Filmteam wird von ein paar unterbelichteten Gangstern gekidnappt, die zuvor auch schon den Professor eingefangen haben, in dessen Tasche sich immer noch das Ei befindet. Die Gruppe von Gangstern, zu denen auch Rachel Hunter gehört (wer hat dieser Dame eigentlich eingeredet, dass sie eine Schauspielerin ist?) will ein hohes Lösegeld erpressen, von wem auch immer.

Nun, dazu kommt es natürlich nicht, denn die Geiseln flüchten, die Erpresser verfolgen sie und die Piranhacondas (ja, es sind mindestens zwei) mischen auch noch mit. Mehr muss ich hier wirklich nicht erzählen, entweder man schaut sich das an oder man lässt es bleiben. Beide Entscheidungen sind auf jeden Fall richtig.

Ist der Film gut oder schlecht? Also diese Frage kann sich jeder selbst beantworten, auch ohne große Fantasie. Für ein unterhaltsames B-Movie fehlt hier leider der Humor, der für guten Trash doch so wichtig ist. Hier gibt es nur namen- und talentlose Darsteller, eine völlig uninteressante Story, zahlreiche Bikini-Girls als Futter, eine schlecht animierte Schlange, die ständig die Größe wechselt und einen gelangweilten Michael Madsen, um den man sich ernsthaft Sorgen machen muss.

Mal ehrlich, Michael Madsen hat es leider nie bis ganz nach oben geschafft, warum auch immer, aber er ist eigentlich ein guter und verlässlicher Schauspieler, der einige gute Rollen gespielt hat. Ich sehe ihn immer noch gerne in Tarantinos "Reservoir Dogs" mit seinem Tanz zu "Stuck in the Middle with you", auch wenn er da einen zugegeben nicht sehr netten Zeitgenossen verkörpert hat. Schade, der Mann hat Talent, aber leider kein Glück. So muss er eben seinen Namen für Filme wie diesen hergeben, die sonst wohl völlig unbeachtet bleiben würden.

Mit etwas mehr Humor hätte man aus diesem Quark bestimmt noch einen erträglichen Film machen können, so ist es nur ein weiterer Tier-Horror-Film, der ganz auf seine Effekte setzt, die aber leider nicht überzeugen können.

Montag, 15. Juli 2013

Draculas Tochter

"Draculas Tochter" - "Draculas Daughter" ist ein Film von Lambert Hillyer aus dem Jahr 1936. Das Drehbuch stammt von Garrett Fort.

Der Film beginnt mit der Verhaftung von Prof. von Helsing (Edward Van Sloan), der den beiden eintreffenden Polizisten gleich gesteht, dem Grafen Dracula einen Holzpflock durch das Herz gestoßen zu haben. Sein Einwand, Dracula sei ein Vampir gewesen, wird nicht weiter zur Kenntnis genommen. Der Professor wird Scotland Yard übergeben und die beiden Polizisten müssen nun in ihrem Revier auf die Särge von Graf Dracula und seinem ebenfalls toten Diener Renfield aufpassen, bis diese abgeholt werden.

Beiden ist die Situation unheimlich und als einer von ihnen kurz das Revier verlässt, erscheint eine mysteriöse junge Frau, die den anderen Polizisten in Hypnose versetzt und mit dem Leichnam von Dracula verschwindet. Die Frau ist die ungarische Gräfin Marya Zaleska (Gloria Holden) und sie ist Draculas Tochter. Sie leidet unter dem Fluch ihrer Herkunft und verbrennt die Leiche ihres Vaters in einem Ritual, um dadurch von diesem Fluch erlöst zu werden und ein normales Leben führen zu können. Leider umsonst.

Prof. von Helsing erhofft sich Hilfe von seinem früheren Schüler, dem Psychiater Dr. Jeffrey Garth (Otto Kruger), der dessen Vampirgeschichte aber erst nicht glauben will. Dr. Garth lernt auf einer Abendveranstaltung die Gräfin Zaleska kennen, die so von seiner Bekanntschaft mit Prof. von Helsing erfährt und inständig hofft, Dr. Garth könne sie von ihrer Veranlagung heilen. Jeffreys Sekretärin und Geliebte Janet (Marguerite Churchill) reagiert eifersüchtig auf die schöne und geheimnisvolle Gräfin.

Sandor (Irving Pichel) ist der treue Diener der Gräfin, der heimlich in sie verliebt ist und hofft, von ihr zu ihrem ewigen Gefährten gemacht zu werden, aber die Gräfin fühlt sich zu Dr. Garth hingezogen. Als Dr. Garth erkennen muss, was es wirklich mit Marya Zaleska auf sich hat, ist es bereits fast zu spät. Die Gräfin entführt Janet, hypnotisiert diese und flieht mit ihr auf das Schloss ihres Vaters nach Transsylvanien. Dr. Garth reist ihr nach und wird von der Gräfin vor die Wahl gestellt. Sein Leben gegen das von Janet. Er soll die Ewigkeit mit ihr verbringen, dafür würde Janet gerettet werden. Eine brenzlige Situation, die aber ganz anders ausgeht, als gedacht...

Das ist ein ganz großartiger kleiner Film, der gerade mal knapp 70 Minuten dauert und sehr unterhaltsam ist. Bedenkt man das Alter dieses Streifens, dann ist es schon toll zu sehen, wie liebevoll und spannend das hier alles inszeniert ist. Die Handlung ist interessant gestaltet, manchmal auch komisch und auch ein bisschen gruselig, wenn auch aus heutiger Sicht eher harmlos. Das mindert aber nicht das Vergnügen, das man beim Anschauen zweifellos hat.

Die Besetzung ist sehr gelungen, besonders Gloria Holden ist als mysteriöse und verzweifelte Gräfin eine wahre Pracht. Vito Russo hat in seinem erfolgreichen Buch "The Celluloid Closet", über die Darstellung von Homosexualität in Filmen, besonders auf die Szene aufmerksam gemacht, in der die Gräfin in ihrem Studio in Soho eine junge Frau von der Straße angeblich malen will, sie in ihren Bann zieht, um dann schließlich über sie herzufallen. Hier wird eine Art von Sexualität angedeutet, die für damalige Verhältnisse schon recht freizügig und mutig war, heute aber eher belächelt werden kann. Ausschnitte davon sind auch in diesem bemerkenswerten Film zu sehen: "The Celluloid Closet", der auf dem Buch von Vito Russo beruht. Immerhin für diese Szene ist der Film schon bekannt, auch wenn ihn wohl sonst nicht viele Zuschauer kennen. Eine deutsche DVD-Veröffentlichung gibt es nicht, aber die Originalversion ist durchaus erhältlich und sehr sehenswert.

Ich kann diesen Film nur sehr empfehlen, vielleicht entdeckt ja der eine oder andere Filmfreund diese kleine Perle für sich, es lohnt sich auf jeden Fall.

Sonntag, 14. Juli 2013

Der Leichenwagen

"Der Leichenwagen" - "The Hearse" ist ein Film von George Bowers aus dem Jahr 1980. Das Drehbuch stammt von William Bleich.

Die junge Lehrerin Jane Hardy (Trish Van Devere) hat eine schwere Zeit hinter sich. Nach ihrer Scheidung hatte sie einen Nervenzusammenbruch und nun ist auch noch ihre Mutter gestorben. Jane beschließt, den Sommer in Blackford zu verbringen, in dem Haus ihrer vor vielen Jahren verstorbenen Tante. Das Haus ist seit Jahren unbewohnt und der mürrische Anwalt Walter Pritchard (Joseph Cotten) hat die Schlüssel in seinem Besitz.

Auf der Fahrt dorthin wird Jane von einem mysteriösen schwarzen Leichenwagen attackiert, der sofort wieder verschwindet, sie von nun an aber immer wieder verfolgen wird. Walter Pritchard ist nicht sehr erfreut über Janes Auftauchen und auch die Leute im Ort begegnen ihr eher feindselig. Nur der junge Paul (Perry Lang) erklärt sich bereit, ihr bei den Arbeiten am Haus zu helfen, weil er sich eine Affäre mit der Frau aus der großen Stadt erhofft.

Sheriff Denton (Med Flory) erweist sich als ziemlich aufdringlich und Reverend Winston (Donald Hotton) weiß scheinbar mehr über Janes Tante, als er zugeben will. Erst als Jane die Tagebücher ihrer Tante liest, wird ihr einiges klar. Die Bewohner des Ortes meiden sie, weil sie ihrer Tante zum Verwechseln ähnlich sieht, die sich seinerzeit zusammen mit ihrem Geliebten Robert angeblich dem Teufel verschrieben hatte.

Nach einer erneuten Attacke des geheimnisvollen Leichenwagens lernt Jane den attraktiven Thomas Sullivan (David Gautreuax) kennen, der sich von nun an um sie bemüht. Der galante Mann erobert schnell das Herz und die Zuneigung Janes, die nun aber immer öfter von schlimmen Alpträumen gequält wird, die sehr real scheinen. Was geht in ihrem Haus tatsächlich vor und wer ist Thomas wirklich? Spielen ihre Nerven ihr einen Streich oder ist alles doch viel unheimlicher als sie glaubt? Ist hier der Teufel mit im Spiel? Die Antwort darauf ist wahrlich mörderisch...

Was haben wir denn hier? Einen wahrscheinlich recht unbekannten Gruselfilm, der aber mehrfach für Gänsehaut sorgt und den ich nur sehr empfehlen kann. Gut, die Musik übertreibt ziemlich und kündigt aufregende Szenen immer mit vollem Getöse an, was eigentlich gar nicht nötig wäre. Der Film funktioniert auch so sehr gut und hat einige tolle Momente.

Die Schauspieler sind gut besetzt, die Atmosphäre ist gelungen und insgesamt ist das hier ein echt guter Gruselfilm, der ohne große Effekte auskommt und durchaus überzeugen kann. Sollte man nicht verpassen, der macht nämlich auch Spaß, ebenso wie die FSK 18, die hier wirklich mal wieder selten dämlich ist. Wer vergibt solche absurden Beurteilungen?

Sonntag, 26. Mai 2013

In 3 Tagen bist Du tot 2

"In 3 Tagen bist Du tot 2" ist ein Film von Andreas Prochaska aus dem Jahr 2008. Das Drehbuch schrieb Prochaska zusammen mit Agnes Pluch.

Nein, das ist kein Remake von Teil 1, wie vielleicht zu befürchten war, denn dieser Film ist völlig eigenständig. Er bezieht sich zwar auf den Vorgänger, funktioniert aber auch allein.

Nina (Sabrina Reiter), die Überlebende aus dem ersten Film, lebt jetzt mit ihrer Mutter in Wien und arbeitet in einem Plattenladen. In Ebensee, ihrem Heimatort, wird die Leiche von Frau Haas aus dem Wasser des Traunsees gefischt. Nina liest diese Nachricht in der Zeitung und bekommt sofort heftiges Nasenbluten, weil damit Erinnerungen an ihre Vergangenheit verbunden sind, die sie bisher erfolgreich verdrängen konnte.

Plötzlich ist alles wieder da und mitten in einer traumatischen Nacht erhält Nina einen Anruf von ihrer Freundin Mona (Julia Rosa Stöckl), die um Hilfe fleht. Sie scheint in großer Gefahr zu sein und Nina macht sich auf nach Ebensee, um ihrer Freundin zu helfen. Dort angekommen findet sie keine Spur von Mona, aber einen Hinweis auf die Familie in Tirol.

Auf dem Weg ins kalte und verschneite Tirol macht Nina die Bekanntschaft mit Gabi (Anna Rot), bei der sie unterkommt und der sie von ihren Plänen erzählt. Nina will auf den Berg, zum Gasthaus der Familie Kofler, um Mona zu finden, aber Gabi will ihr das ausreden. Die Koflers seien sehr schräg drauf und man solle diesen Ort besser meiden.

Trotz aller Warnungen macht sich Nina auf den Weg und kommt von da an von einer bedrohlichen Situation in die nächste. Ninas Mutter hat in der Zwischenzeit die Polizei in Ebensee informiert und so macht sich der Polizist Kogler (Andreas Kiendl) auf, Nina zu retten.

Was Nina dann alles im Haus der Koflers erleben und erleiden muss, das kann ich hier gar nicht beschreiben, das muss man selbst anschauen. Es ist auf jeden Fall sehr spannend, sehr blutig und sehr makaber. Die Atmosphäre ist düster und bedrohlich, die Ausstattung exzellent.

Insgesamt gesehen ein toller Film, der unter die Haut geht und genial gemacht ist. Die Auflösung, also was wirklich mit Mona passiert ist, raubt einem schlicht den Atem. Absolut empfehlenswert. Auch hier gibt es wieder einen gelungenen Audio-Kommentar von Andreas Prochaska, diesmal zusammen mit Sabrina Reiter gesprochen. Lohnt sich.

In 3 Tagen bist Du tot

"In 3 Tagen bist Du tot" ist ein Film von Andreas Prochaska aus dem Jahr 2006. Das Drehbuch schrieb Prochaska zusammen mit Thomas Baum.

Die Handlung spielt in Oberösterreich am Traunsee. Eine Clique von fünf Freunden - Nina (Sabrina Reiter), Martin (Laurence Rupp), Clemens (Michael Steinocher), Alex (Nadja Vogel) und Mona (Julia Rosa Stöckl) - hat gerade ihre Matura-Prüfung bestanden, damit die Schule für immer beendet und will nun feiern. Ganz ausgelassen sind sie im Auto unterwegs und haben Spaß, als Clemens versehentlich ein Reh anfährt. Ein schlechtes Omen? Jedenfalls ist die Stimmung erstmal im Eimer und es kommt noch schlimmer.

Nacheinander bekommen die Freunde eine SMS von einem unbekannten Teilnehmer mit den Worten: In 3 Tagen bist Du tot. Niemand nimmt das wirklich ernst, aber der Horror beginnt auch erst. Zuerst verschwindet Martin während der Matura-Feier und taucht erst am nächsten Tag im Traunsee wieder auf. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn er ist tot und hat einen Schirmständer aus Beton am Bein hängen.

Die Polizei und der örtliche Gendarm Kogler (Andreas Kiendl) tappen im Dunkeln. Das nächste Opfer soll Nina sein, die von einer vermummten Person entführt wird, aber von ihrem Mitschüler Patrick (Julian Sharp) befreit wird, der das mit seinem Leben bezahlen muss. Patrick war ein Verdächtiger, weil er die Gruppe oft beobachtet hat und wahrscheinlich in Nina verliebt war, doch dieser Verdacht hat sich nun erledigt.

Die Polizei stellt Fragen bezüglich der gemeinsamen Vergangenheit der Freunde, um ein mögliches Motiv für einen Täter zu finden. Tatsächlich gibt es eine Begebenheit, die jedoch alle verdrängt haben. Viele Jahre zuvor ist ein kleiner Junge im See ertrunken, aber die fünf Freunde, damals selbst noch Kinder, haben nichts unternommen, um ihn zu retten. Alle haben dieses Ereignis fast vergessen, doch nun will scheinbar jemand Rache nehmen.

Es gibt noch mehr Tote und es wird auch noch blutig, soviel kann ich schon mal sagen. Ein Teenie-Slasher-Film aus Österreich, der sich gewaschen hat. Ich muss zugeben, dass ich mich in diesem Genre leider gar nicht auskenne und daher auch keine Vergleiche zu amerikanischen Produktionen herstellen kann. Ich kann aber sagen, dass das ein sehr schönes und gelungenes Projekt ist, das mit frischen und unverbrauchten Gesichtern und toller Atmosphäre aufwarten kann. Wasser spielt hier eine besondere Rolle und wird auf vielfältige Weise immer wieder in die Handlung integriert.

Weiterhin positiv zu erwähnen sind ein sehr cooler Soundtrack, ein schönes Making-Of und ein sehr empfehlenswerter Audio-Kommentar von Andreas Prochaska, sowie die außergewöhnlichen Bilder von Kameramann David Slama. Insgesamt gesehen wirklich sehr empfehlenswert.

Sonntag, 28. April 2013

Vampire Boys 2 : The New Brood

"Vampire Boys 2 : The New Brood" ist ein Film von Steven Vasquez aus dem Jahr 2013. Das Drehbuch stammt von Jeremiah Campbell, Chauncy Dennis und Cheetah Gonzalez.

Vampir-Anführer Jasin (Jon Euler), der sich im ersten Film für den jungen Caleb (Will Branske) als Gefährten entschieden hat, lebt zusammen mit diesem und seiner langjährigen Vertrauten Tara (Zasu) friedlich in Los Angeles. Merke, auch schwule Vampire haben eine Gabi, in diesem Fall eben Tara, auch wenn die noch immer ihrer verpassten Chance nachtrauert, selbst Jasins Gefährtin zu sein.

Jasin und seine Jungs sind eher friedliebend, sie gehen nicht auf Menschenjagd, vergreifen sich höchstens mal an Tieren und können sich auch tagsüber unbehelligt bewegen. Tara und Caleb sind ebenfalls Vampire, haben aber bisher noch nie einen Menschen gebissen, was ihnen noch einen Sonderstatus verleiht.

Eines Tages taucht der Vampir Demetrius (Rob Hoflund) auf, der sich an Jasin rächen will, weil beide eine gemeinsame Vergangenheit haben, von der Jasin jedoch nichts weiß. Zusammen mit seinen zwei Gefährten (die so doof sind, dass ich sie hier nicht namentlich erwähne) will er eine Gang aufbauen, um Jasin zu vernichten. Dazu sucht er sich Judahs (Ronnie Kerr) Boxclub aus, der ein Freund von Jasin ist. Demetrius macht sich außerdem an Tara heran, um sie auf seine Seite zu ziehen.

Jasin spürt die Gefahr, die von Demetrius ausgeht und macht sich mit seinen Freunden bereit für einen finalen Kampf, um sich und seine Liebsten zu beschützen. Im Boxclub kommt es schließlich zum Showdown.

Kann ich etwas Nettes über diesen Film sagen? Ja, denn er ist besser als sein Vorgänger, was ihn nicht automatisch zu einem guten Film macht, aber sehr viel erträglicher. Ein neuer Regisseur und andere Darsteller, bis auf Tara, die aus dem ersten Teil übernommen wurde, machen aus dieser Low Budget-Produktion einen recht kurzweiligen Film, den man zumindest nicht gleich in die Tonne treten muss, sondern der mit seinen rund 70 Minuten gerade noch sehenswert ist.

Leider nimmt sich der Film aber viel zu ernst und kippt dabei oft ins Lächerliche, das hätte nicht unbedingt sein müssen. Die Schauwerte sind aber auf jeden Fall höher als im ersten Teil. Es gibt hübsche Jungs zu sehen, die mal mehr und mal weniger bekleidet sind (meistens weniger) und auch ihr Opfer erstmal ausziehen, bevor sie zubeißen. Macht nicht viel Sinn, aber die Zielgruppe dürfte es erfreuen.

Insgesamt gesehen sind die Boys hübscher als im ersten Teil, aber schauspielerisch genauso unbegabt. Dadurch hat man aber immer was zu lachen, auch wenn das sicher nicht geplant war. Der Schluss lässt übrigens die Möglichkeit eines dritten Films zu, ich ahne Schlimmes. So viel gibt der Stoff gar nicht her, aber darum geht es den Machern wohl auch nicht. Hört dieser Vampir-Wahn denn nie auf?

Dienstag, 26. März 2013

Dracula

"Dracula" ist ein Film von John Badham aus dem Jahr 1979. Das Drehbuch stammt von W. D. Richter und basiert auf dem Theaterstück von Hamilton Deane und John L. Balderston, welches auf dem Roman von Bram Stoker beruht. Das Theaterstück lief sehr erfolgreich am Broadway und so entstand die Idee, daraus einen Spielfilm zu machen und den Hauptdarsteller Frank Langella gleich mit zu übernehmen. Die wunderbare Musik stammt von John Williams.

Die Vorgeschichte in Rumänien wird übersprungen, der Film beginnt mit der Ankunft Graf Draculas (Frank Langella) in England. Die Handlung dürfte weitgehend bekannt sein, aber das Drehbuch hält sich nicht sehr streng an den Roman und besetzt einige Rollen auch um. Dr. Jack Seward (Donald Pleasence) ist hier der Leiter einer Irrenanstalt und Vater von Lucy (Kate Nelligan), die mit Jonathan Harker (Trevor Eve) verlobt ist. Lucys Freundin Mina (Jan Francis) ist die Tochter von Professor Abraham van Helsing (Laurence Olivier) und leicht kränklich, jede Aufregung muss von ihr ferngehalten werden.

Der attraktive Graf Dracula versetzt beide jungen Damen in Aufregung und obwohl es Lucy ist, die er sofort begehrt, wird die schwache Mina sein erstes Opfer. Nach Minas Tod reist ihr Vater Professor van Helsing nach England, wo er aber nur ein leeres Grab vorfindet. In den unterirdischen Minen sucht er nach seiner Tochter, die ihm dann auch bald als Vampir begegnet. Dieses Treffen empfinde ich persönlich als ziemlich gruselig, hier hat die Maskenabteilung sehr gut gearbeitet.

Van Helsing bemerkt schnell die Gefahr, die von Dracula ausgeht und will ihn zur Strecke bringen. Dr. Seward und Jonathan Harker helfen ihm nach Kräften, aber Lucy ist dem Grafen bereits verfallen und hat sich ihm in einer Art "Vampirhochzeit" hingegeben. Dabei ist sie aber keinesfalls ein willenloses Opfer, sondern handelt als liebende Frau und Gefährtin. Das ist zwar eine sehr moderne Interpretation des Stoffes, die aber hervorragend funktioniert.

Der finale Showdown, der auf einem Schiff stattfindet, ist beeindruckend inszeniert und das Ende bietet genug Stoff, um darüber wild zu spekulieren. Auf jeden Fall ist das ein sehr toller Film, den man gesehen haben sollte.

John Badham wollte den Film ursprünglich mit wenigen Farben ausstatten, was ihm aber das Studio versagt hat. Erst bei der DVD konnte er sich durchsetzten und auf Farben verzichten. Das führt dazu, dass vieles sehr blass aussieht, was aber durchaus gewünscht ist. Das muss man als Stilmittel akzeptieren.

Die Besetzung ist grandios, hier passt jeder in seine Rolle und besser geht es kaum. Kate Nelligan, Donald Pleasence und Laurence Olivier sind einfach eine Klasse für sich. Ebenso Hauptdarsteller Frank Langella, der sich viel Spott anhören musste, weil man ihn damals einfach noch nicht in eine Reihe mit Bela Lugosi und Christopher Lee einordnen konnte. Zu sehr hatte das Publikum noch John Badhams letzten Film "Saturday Night Fever" im Kopf. Die wirklich gute Darstellung Frank Langellas als Dracula, die sich sehr von seinen Vorgängern unterscheidet, wurde erst viel später gewürdigt und anerkannt. Heute gilt auch er schon als Klassiker und das auch sehr verdient. Vielleicht ist das nicht der bekannteste Dracula, aber er ist definitiv eine der besten Verfilmungen.

Auf der DVD befindet sich noch ein tolles Making-Of aus dem Jahr 2002, das man nicht verpassen sollte. Viele Beteiligte, darunter auch Frank Langella, geben hier einen Einblick in die Entstehungsgeschichte des Films und ihre Meinung dazu. Sehr sehenswert.

Samstag, 24. November 2012

Twixt

"Twixt" ist ein Film von Francis Ford Coppola (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2011 und wurde  von Coppolas eigener Filmproduktionsfirma "American Zoetrope" produziert.

Hoppla, was ist denn hier los? Da erscheint ein neuer Film von Francis Ford Coppola so ganz heimlich, still und leise auf DVD und keiner sagt etwas? Das geht doch nicht. Val Kilmer spielt die Hauptrolle, ach herrje. Mein erster Instinkt war Flucht und der Wunsch, den Film zu ignorieren, aber meine Neugier war doch wieder mal stärker. Zum Glück, denn diesen Film hätte ich tatsächlich nur sehr ungern verpasst.

Worum geht es? Hall Baltimore (Val Kilmer) ist ein drittklassiger Autor von Hexenromanen, der unter einer Schreibblockade leidet, zu viel trinkt und eine unglückliche Ehe führt. Er tourt mit seinem jüngsten Roman erfolglos durch die Kleinstädte und wird von seiner Ehefrau Denise (Joanne Whalley) ständig beschimpft, endlich Geld aufzutreiben. In dem beschaulichen Städtchen Swan Valley begegnet ihm der örtliche Sheriff Bobby LaGrange (Bruce Dern), der selbst Geistergeschichten schreibt und Hall dazu bringen will, mit ihm zusammen ein Buch zu schreiben. Er hätte da auch schon eine Idee und in der Leichenhalle einen interessanten Neuzugang. Hall ist zunächst nicht sehr begeistert, doch die Geschichte arbeitet bereits in seinem Kopf und nach einer alkoholgeschwängerten Nacht voller bildhafter Träume ändert er seine Meinung und macht sich an die Arbeit.

In seinen Träumen wandert Hall im Mondschein durch die kleine Stadt, dessen Mittelpunkt ein großer Glockenturm ist, der sieben Ziffernblätter hat, die alle eine andere Zeit anzeigen. So kann man sich nie sicher sein, welche Zeit gerade die richtige ist. Hall trifft auf die junge Virginia (Elle Fanning), ein zwölfjähriges Mädchen mit sonderbarer Geschichte. Gemeinsam passieren sie das verfallene "Chickering-Hotel", vor dem Virginia zurückschreckt und in dem sich das Grab von zwölf Kindern befindet, die alle ermordet wurden. In diesem Hotel hat im Jahre 1843 sogar Edgar Allen Poe (Ben Chaplin) einmal übernachtet und auch diesen trifft Hall in seinen Träumen.

Begeistert über die Begegnung mit seinem großen Vorbild Poe verbringt Hall ganze Nächte damit, mit ihm über die Entstehung einer guten Geschichte zu fabulieren. Doch je weiter er an seiner Story arbeitet und in die Geschichte von Virginia und den toten Kindern hineingezogen wird, muss er sich seinen eigenen Dämonen stellen. Der Tod seiner eigenen Tochter Vicky (Fiona Medaris) belastet ihn mit Schuldgefühlen, die er nicht ertragen kann und die er endlich verarbeiten muss, bevor er endgültig daran zerbricht. Kann Hall sich retten und durch den neuen Roman sein Leben wieder in den Griff bekommen?

Was für ein Film und was für eine tolle Arbeit von Francis Ford Coppola. Hier stimmt einfach alles, wenn man sich auf die Bilder und die Story einlassen kann und das sollte man auf jeden Fall. Die Musik und die Optik sind sehr gelungen und die Traumbilder sind einfach großartig. Viel ist hier in schwarz-weiß mit wenigen, dafür aber blutroten Effekten. Die Stimme von Tom Waits führt in die Geschichte ein und schon ab da gibt es kein Entkommen mehr. Die Schauspieler sind fantastisch, ja sogar Val Kilmer ist überraschend gut, auch wenn man es kaum glauben mag. Nun ja, er spielt in erster Linie einen versoffenen Versager, hat aber auch viele komische Momente. Mit Sicherheit eine seiner besten Leistungen seit vielen Jahren.

Bruce Dern als schräger Sheriff ist eine Offenbarung, eine tolle Figur, die nicht wirklich zu entschlüsseln ist. Elle Fanning ist bezaubernd und verletzlich zugleich und steckt voller Geheimnisse. Ein Highlight des Films ist aber auch noch Ben Chaplin als Edgar Allen Poe, der den schmerzgeplagten Autor wirklich hervorragend darstellt. Seine Szenen zählen mit zu den besten des ganzen Films.

Eine nette kleine Gemeinheit ist die Besetzung von Halls Ehefrau Denise mit Joanne Whalley, der Ex-Frau von Val Kilmer, die hier als böses und keifendes Weib dargestellt wird und von Hall so kommentiert wird: "Woher ich so viel über Hexen weiß? Ich habe eine geheiratet." Hm, hatte da jemand noch eine Rechnung offen?

Die Geschichte bietet noch so viel mehr, als ich hier erzählen kann und will. Beispielsweise die Gothic-Kids am See mit ihrem Anführer Flamingo (Aiden Ehrenreich), die auch sehr sehenswert eingefangen sind und in ihrer Darstellung schon ziemlich an Coppolas Film "Rumble Fish" erinnern. Besonders schön sind die Szenen, in denen Flamingo mit seinem Motorrad unterwegs ist.

Wer immer unbedingt eine Erklärung für alles haben will, der ist hier im falschen Film und wer sich nicht auf die wunderbaren Bilder einlassen kann ebenso. Allen anderen möchte ich dieses kleine, aber wunderschöne Werk sehr ans Herz legen, es lohnt sich auf jeden Fall. Meiner Meinung nach wird das aber leider nur ein Geheimtipp bleiben, denn der Film ist schon ein bisschen speziell. Von mir gibt es aber eine ganz große Empfehlung. Ein paar Extras wären noch schön gewesen, aber da bietet die DVD leider gar nichts, schade.

Sonntag, 28. Oktober 2012

Into the Lion's Den

"Into the Lion's Den" ist ein Film von Dan Lantz aus dem Jahr 2011. Das Drehbuch schrieb der junge Philip Malaczewski und das ist sein Debüt als Autor.

Johnny (Jesse Archer), Michael (Ronnie Kroell) und Ted (Kristen-Alexzander Griffith) sind schwule junge Männer, beste Freunde und auf einem Road-Trip von Los Angeles nach New York. Sie haben Spaß und wollen etwas erleben, ganz besonders Johnny, der am liebsten in jeder Stadt eine Eroberung machen will. Seinetwegen zieht sich die Fahrt in die Länge, doch nun sind sie nur noch etwa fünf Autostunden von New York entfernt.

Zeit für einen letzten Halt in einer Kleinstadt, um hier das "Nachtleben" zu testen. Was Michael und Ted jedoch nicht wissen, Johnny hat eine Verabredung mit einem Unbekannten im "Lion's Den", einer üblen Spelunke, um die sie besser einen großen Bogen gemacht hätten, denn diese Nacht wird mörderisch.

Die schwulen Freunde werden hier wie Aliens betrachtet und Michael und Ted fühlen sich sofort unwohl, aber Johnny lässt nicht locker und will unbedingt seinen Spaß haben. Michael und Ted fahren wieder zurück in ihr Motel und lassen Johnny in der Bar. Der wartet derweil auf sein Date, während ihn Frank (Michael Mcfadden) und Betty (Jodie Shultz), denen die Bar gehört, abfüllen und finstere Pläne verfolgen.

Das Date war eine Falle, doch das bemerkt Johnny erst viel zu spät, als er bereits nichts mehr dagegen unternehmen kann. Für Johnny gibt es kein Entkommen und als seine Freunde ihn abholen wollen, müssen auch sie um ihr Leben fürchten, denn diese Nacht wird mörderisch, aber das erwähnte ich ja bereits...

Merke, sei vorsichtig an Orten, an denen Du Dich nicht auskennst und bei Menschen, die Du nicht kennst. Es könnten hinterwäldlerische Psychopathen sein, die Dir nach dem Leben trachten. Keine Angst, nicht jeder Fremde ist ein Perverser, aber hier ist das schon der Fall.

Was für ein böser kleiner Film, der so unbeschwert anfängt und sich dann langsam aber sicher in einen Psychothriller verwandelt. Es wird noch sehr fies und gemein, man hält automatisch den Atem an und rührt sich nicht mehr von der Stelle. Ist es wirklich möglich, dass Menschen so böse sein können? Das ist erschreckend, aber im vorliegenden Fall eben auch unterhaltsam und genau das ist das Ziel. Das soll keine Studie sein, sondern eben Unterhaltung und das funktioniert auch.

Die Darsteller sind mit Spaß dabei und ganz besonders der fabelhafte und sehr hübsche Jesse Archer macht seine Sache wie immer sehr gut. Ich sehe ihn immer gerne und die Rolle ist wie für ihn gemacht. Bei einem Streit wirft Michael ihm vor, sich mit seinen sechsunddreißig Jahren immer noch wie ein achtzehnjähriger Partyboy aufzuführen und das muss Johnny erstmal verdauen. Das macht Jesse Archer aber wunderbar und rennt dabei als Johnny in sein Verderben. Ganz nebenbei bemerkt ist auch Ronnie Kroell einen Blick wert und sehr süß.

Der Blick "Behind the Scenes" zeigt, wie viel Spaß das ganze Team bei den Dreharbeiten hatte und das überträgt sich auch auf den Zuschauer. Also nicht alles so ernst nehmen und einfach den Film genießen, es lohnt sich. Sehr empfehlenswert, aber bestimmt nicht für jeden Geschmack geeignet.

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Das verborgene Gesicht

"Das verborgene Gesicht" - "La Cara Oculta" ist ein Film von Andrés Baiz (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2011.

Der junge und erfolgreiche Dirigent Adrian (Quim Guitiérrez) soll für ein Jahr nach Bogotá ziehen, um dort das Symphonieorchester zu leiten. Seine Freundin Belen (Clara Lago) begleitet ihn und findet dort ein ausgesprochen schönes und außergewöhnliches Haus auf dem Land. Eigentümerin ist die ältere Emma (Alexandra Stewart), die aus Deutschland stammt und die nun wieder in ihre alte Heimat ziehen will. Ihr längst verstorbener Ehemann hatte das Haus einst nach seinen Plänen bauen lassen.

Belen liebt Adrian über alles, aber der hat leider einen chronischen Hang zum Fremdflirten. Allein in der neuen Umgebung und unsicher über Adrians Treue will Belen ihren Freund testen und Emma liefert ihr dazu die Möglichkeit, indem sie ihr ein Geheimnis im Haus offenbart. Es gibt einen absolut schalldichten Schutzraum, eine Art Bunker, der zwischen Schlaf- und Badezimmer liegt und über Spiegel verfügt, durch die man das Geschehen in den Räumen verfolgen kann, ohne selbst gesehen oder gehört zu werden. Emmas Ehemann, ein Altnazi, hatte diesen Raum nicht ohne Grund bauen lassen. Er wollte nicht aufgespürt werden.

Belen hinterlässt Adrian eine Videobotschaft, in der sie ihm mitteilt, sich von ihm zu trennen. Aus dem Bunker heraus will sie sehen, wie er reagiert und ob er sie vermissen wird. Großartiger Plan, der nur leider sehr schief geht, denn als Belen die unüberwindbare Tür hinter sich schließt, ist ihr der Schlüssel im Schlafzimmer heruntergefallen und in einem Loch im Boden verschwunden. Belen ist gefangen, kann sich nicht bemerkbar machen und muss hilflos mit ansehen, wie Adrian sich schon nach sehr kurzer Zeit eine neue Freundin ins Haus holt.

Die junge Kellnerin Fabiana (Martina Garcia) wird die neue Gespielin des Draufgängers, der die Erinnerung an Belen schon bald verdrängt hat. Nur zwei Polizeibeamte tauchen gelegentlich auf und stellen unangenehme Fragen, aber die können auch nichts ausrichten. Niemand weiß etwas über Belens Verbleib und Belen selber muss verzweifelt ansehen, wie Fabiana ihren Platz eingenommen hat.

Fabiana hat das merkwürdige Gefühl, in dem Haus nicht allein zu sein, sie hört Geräusche und Stimmen im Badezimmer, aber Adrian glaubt ihr nicht. Als Fabiana den Dingen auf den Grund gehen will und auch noch den verschwundenen Schlüssel entdeckt, könnte das Rätsel gelöst werden, aber ...

Wer den Trailer zu diesem Film gesehen hat, der weiß sowieso schon genau, was passiert und wie die Geschichte läuft, also verrate ich hier auch nicht zu viel. Von einer Geistergeschichte kann hier übrigens auch nicht die Rede sein, dazu ist alles zu offensichtlich und gehört definitiv in ein anderes Genre.

Ich habe viele gute Kritiken über diesen Film gelesen, die ich aber alle nicht unterschreiben möchte. Meiner Meinung nach ist der Film ziemlich überschätzt und weit weniger spannend, als gemeinhin angenommen. Die Story an sich mag ja noch einigermaßen überzeugend klingen, die Umsetzung ist es aber leider nicht. Warum spielt sich z. B. alles vor diesen zwei Spiegeln (Schlaf- und Badezimmer) ab, wo das Haus doch so groß ist? Das ist schon sehr schnell nicht mehr glaubwürdig, auch wenn es natürlich dazu dient, dass Belen immer alles mitbekommt.

Ein weiteres Problem sind die Darsteller, denn lediglich Belen kann in ihrer prekären Situation ihrer Rolle etwas Tiefe verleihen. Adrian bleibt die ganze Zeit über nur blass und emotionslos, während Fabiana jung, hübsch und naiv ist und meistens nur spärlich bekleidet auftreten muss. Für ein stimmiges Filmerlebnis ist mir das insgesamt zu wenig. Das Ende reißt dann auch nicht mehr vom Hocker und verläuft irgendwo im Nichts. Schade, aber von mir gibt es nur eine eingeschränkte Empfehlung. Kann man sehen, muss man aber nicht.

Montag, 22. Oktober 2012

Octalus


"Octalus - Der Tod aus der Tiefe" - "Deep Rising" ist ein Film von Stephen Sommers (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 1998.

John Finnegan (Treat Williams) ist Kapitän eines kleinen Schnellbootes, das von ein paar Söldnern angeheuert wird. Da die Bezahlung stimmt, kümmert er sich nicht weiter um die Fracht, die er nun zusammen mit den Männern transportiert. Das Ziel liegt irgendwo im Südchinesischen Meer, mehr weiß Finnegan auch nicht. Da die Kerle sich als sehr rabiat erweisen und die Ladung aus mehreren Torpedos besteht, keimt in Finnegan der Verdacht, hier noch mächtig Ärger zu bekommen. Und das ist noch vorsichtig ausgedrückt...

Das Ziel entpuppt sich als ein Luxus-Kreuzfahrtschiff namens "Argonautica", das sich auf seiner Jungfernfahrt befindet. Doch als sie schließlich das Schiff erreichen, liegt alles im Dunkeln, nichts rührt sich. Was ist hier bloß los? Die Männer entern den Luxusliner, aber alles scheint menschenleer und verlassen zu sein. Wo sind die ganzen Passagiere geblieben? Die einzigen Überlebenden sind anscheinend die hübsche Trickbetrügerin Trillian (Famke Janssen), der Schiffseigner Simon Canton (Anthony Heald), sowie der Kapitän.

Ein gewaltiges Seeungeheuer in Form einer Riesenkrake (oder so etwas Ähnliches) hat von dem Schiff Besitz ergriffen und die Besatzung und die Passagiere getötet bzw. ausgelutscht. Sorry für diese Umschreibung, ist aber so. Da das Biest immer noch an Bord ist und sich scheinbar überall gleichzeitig aufhalten kann, ist Eile geboten, den Kahn zu verlassen. Blöderweise macht Finnegans Boot gerade schlapp und so gestaltet sich die Flucht vor dem Monster mehr als schwierig.

Das krakenartige Irgendwas möchte die neuen Besucher auch nicht so einfach gehen lassen, denn es hat immer noch sehr großen Hunger. Es folgt eine rasante Flucht durch das ganze Schiff, während die Anzahl der Überlebenden ständig schrumpft und das Monster scheinbar immer größer und gefräßiger wird.

Hach, Trash, nein viel mehr, Edel-Trash der allerbesten Sorte. Was für ein verdammt cooler und unterhaltsamer Film. Ganz ehrlich, hier kann man getrost den Kopf abschalten und sich sehr gut amüsieren. Mal jeden Anspruch abschütteln und einfach nur staunen, das schafft dieser Film erstaunlich gut. Dabei ist er wirklich gut gemacht und wirkt nie billig.

Die Darsteller kennt man aus diversen B-Movies und meistens kennt man wohl eher ihre Gesichter, als ihre Namen, z. B. Wes Studi, Djimon Hounsou, Kevin J. O'Connor, Jason Flemyng und Cliff Curtis. Famke Janssen und Treat Williams sind wohl noch am bekanntesten und machen ihre Sache hier sehr gut. Bei der großen Anzahl an Darstellern weiß der geneigte Zuschauer auch sehr schnell, dass hier einiges als Fischfutter verbraten wird, wenn ich das mal so flapsig sagen darf.

Die Musik von Jerry Goldsmith ist perfekt, die Effekte und Masken sind es ebenfalls und das Monster ist herrlich gruselig. Ich persönlich finde diesen Film wundervoll und sehr gelungen. Er macht Spaß, ist nie langweilig und nimmt sich kein bisschen ernst. Das "Grauen" wird durch den selbstironischen Humor jederzeit aufgefangen. Toll und sehr sehenswert, aber bestimmt nicht für jeden Geschmack geeignet.

Sonntag, 14. Oktober 2012

Der letzte Angestellte

"Der letzte Angestellte" ist ein Film von Alexander Adolph (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2010.

Der gelernte Jurist David Böttcher (Christian Berkel) ist seit drei Jahren arbeitslos. Wegen einer Angstpsychose war er arbeitsunfähig und in psychiatrischer Behandlung, doch inzwischen scheint das überwunden zu sein. Geldsorgen plagen die kleine Familie, bald müsste das Auto aufgegeben werden und der Umzug in eine kleinere Wohnung steht auch an. Da kommt das ersehnte Jobangebot, das die Rettung zu sein scheint.

Im Auftrag des undurchsichtigen Dr. Manz (Paul Faßnacht) soll David als Insolvenzverwalter dessen Werbeagentur liquidieren. Kein schöner Job, aber David nimmt ihn an, für seine Frau Irina (Jule Ronstedt) und seinen kleinen Sohn Simon (Leopold Conzen). An seinem ersten Arbeitstag muss er sämtliche Mitarbeiter entlassen, bietet noch seine Hilfe an, wird aber wortlos stehengelassen. Nur eine einzige Angestellte verlässt das Büro nicht sofort, Frau Blochs (Bibiana Beglau). David hat Mitleid mit ihr und fährt sie nach Hause, doch plötzlich wird die Frau aggressiv und beschimpft ihn.

Von da an scheint Frau Blochs David zu terrorisieren und zu verfolgen. Als David das zu viel wird, fährt er zu ihrer Wohnung und findet nur ihre Leiche, sie hat sich erhängt. Doch der Alptraum geht weiter und bald schon fühlt sich David von Frau Blochs Geist verfolgt. Auch seine Arbeit in dem menschenleeren Großraumbüro ist der reinste Horror, hier scheint etwas Übernatürliches zu lauern.

David leidet erneut unter Panikattacken, die seine Frau überfordern und verunsichern. Zudem setzt ihm seine garstige Schwiegermutter Greta (Gundi Ellert) ständig zu und macht ihm das Leben schwer. David nimmt Tabletten, die aber bald dazu führen, dass er nicht mehr zwischen (Alp-)Traum und Realität unterscheiden kann. Ist vielleicht etwa der Alptraum die Realität? Verliert er gerade den Verstand oder ist einfach alles noch viel grauenvoller als er ahnt?

Nun, alles will ich hier nicht verraten, das sollte man sich schon selbst anschauen. Es geht um Versagens- und Existenzängste, Druck von allen Seiten, dem nicht jeder unbedingt standhalten kann. Manchmal möchte man einfach allem nur entfliehen, aber kann es nicht. Das wird hier schön deutlich gemacht an den Türen, die sich nicht öffnen lassen. Es gibt kein Entkommen aus der Verantwortung.

Besonders subtil bleibt der Film dabei aber nicht, im Gegenteil, es wird richtig gruselig und auch blutig. Für empfindsame Seelen spreche ich schon eine Warnung aus, es gibt mehr zu sehen, als man glaubt. Ich hatte jedenfalls mehrfach Gänsehaut und fand einige Szenen ziemlich heftig. Gelungen ist der Film aber auf jeden Fall und sehr sehenswert.

Das alles würde aber nicht funktionieren, ohne den sehr guten Hauptdarsteller Christian Berkel, der den ganzen Film trägt. Er spielt sich hier im besten Sinne die Seele aus dem Leib und lässt den Zuschauer jederzeit mitleiden. Einen so großartigen Schauspieler in Aktion zu sehen, ist ein Vergnügen, das man nicht oft hat. Schon allein seinetwegen sollte man diesen Film anschauen.