"3 Herzen" - "Trois Coeurs" ist ein Film von Benoit Jacquot aus dem Jahr 2014. Das Drehbuch schrieb Jacquot zusammen mit Julien Boivent.
Marc (Benoît Poelvoorde) ist ein Steuerprüfer aus Paris, der in einer französischen Kleinstadt einen Fall bearbeitet. Eines Abends verpasst er den letzten Zug nach Paris und landet kurz darauf in einer Bar, um zu überlegen, wie und wo er die Nacht verbringen wird. Hier trifft er auf die schöne Sylvie (Charlotte Gainsbourg), die ihn sofort fasziniert und mit der er spontan die Nacht verbringt, indem sie stundenlang durch die menschenleeren Gassen laufen und sich nur unterhalten. Sie reden über alles Mögliche, aber Namen und Telefonnummern tauschen sie nicht aus. Am nächsten Morgen begleitet Sylvie Marc zum Zug und beide verabreden sich zu einem Wiedersehen in Paris am nächsten Freitag im Jardin des Tuileries.
Diese Nacht wird für beide ein unvergessliches Erlebnis bleiben, doch durch widrige Umstände schafft Marc es nicht, zur vereinbarten Zeit am Treffpunkt zu erscheinen. Sie verpassen sich nur um Haaresbreite, aber ihrer beider Leben verändern sich dadurch. Sylvie begleitet ihren Freund (Patrick Mille) in die Vereinigten Staaten, obwohl sie zuvor Zweifel hegte, ob diese Entscheidung richtig wäre. Das Treffen mit dem ihr unbekannten Mann hätte ein Ausweg sein können, aber dazu kommt es jetzt nicht mehr.
Marc ist ein paar Monate später wieder in der Kleinstadt in der Provinz tätig und auf der Suche nach der Frau, die ihm nicht mehr aus dem Kopf geht und die ihm wie eine Seelenverwandte erschien. Er findet sie nicht, aber er lernt dafür Sophie (Chiara Mastroianni) kennen, der er bei ihren Problemen mit der Steuer helfen kann. Die beiden verlieben sich ineinander und wollen heiraten. Im Haus von Sophies Mutter (Catherine Deneuve) entdeckt Marc schließlich Fotos von Sophies Schwester Sylvie, der Frau, nach der er gesucht hat. Doch da ist die Hochzeit bereits beschlossene Sache und Sophie schwanger.
Jahre später lebt Marc mit seiner Frau Sophie und dem gemeinsamen kleinen Sohn ein friedliches und zufriedenes Familienleben. Sylvie ist noch immer in den Staaten und kommt nur noch selten nach Frankreich. Doch trotz aller Entwicklungen kommt das Verhältnis zwischen Marc und Sylvie nicht zur Ruhe und endet in einer Katastrophe, die bereits von Beginn an im Raum stand.
Diesen Film um eine heimliche Liebe, die nicht sein darf, kann man wirklich als Melodram bezeichnen, auch wenn der Regisseur das nicht so nennen will. Das ist aber Ansichtssache. Mir hat der Film gut gefallen, denn allein schon die Schauspielerinnen sind großartig. Charlotte Gainsbourg und Chiara Mastroianni sind immer sehenswert, ebenso die wunderbare Catherine Deneuve, die hier zwar nicht viel zu tun hat, aber durch ihre Blicke immer wieder andeutet, dass sie mehr weiß, als ihr lieb ist.
Allein Benoît Poelvoorde gefällt mir nicht so wirklich. Den herzkranken Steuerprüfer verkörpert er überzeugend, aber seine Rolle als 'Love Interest' der beiden Schwestern nehme ich ihm nicht ab. Da hätte ich mir doch einen etwas charismatischeren Darsteller gewünscht. Gut, das ist vielleicht nur meine Meinung, aber der Film ist schon sehenswert, wenn man sich auf die ruhige Handlung einlassen kann. Empfehlenswert ist er auf jeden Fall.
Posts mit dem Label Catherine Deneuve werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Catherine Deneuve werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Sonntag, 14. Februar 2016
Samstag, 13. September 2014
Peau d'âne
"Peau d'âne" (Eselshaut) ist ein Film von Jacques Demy (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 1970 und beruht auf dem gleichnamigen Märchen von Charles Perrault aus dem Jahr 1694. Die Musik stammt von Michel Legrand.
Also ein Märchenfilm, aber ein ganz besonderer, der sich auch eher an ein erwachsenes Publikum wendet. In einem schönen und friedvollen Land (allein das ist heutzutage ja schon eine Utopie) lebt ein König (Jean Marais), der von seinen Untertanen geliebt und geachtet wird. Als die Königin erkrankt und schließlich stirbt, ist der König voller Trauer und zieht sich zurück. Auf ihrem Sterbebett hatte die Königin ihrem Mann das Versprechen abgenommen, sollte er jemals wieder heiraten wollen, dann nur eine Frau, die noch schöner wäre als sie selbst. Der König denkt nicht an eine erneute Heirat, aber seine Berater drängen ihn dazu, da er nur eine Tochter (Catherine Deneuve) hat und keinen männlichen Thronfolger.
Die Berater des Königs können keine Frau finden, die auch nur annähernd so schön ist wie die verstorbene Königin. Deshalb unterbreiten sie ihm den Vorschlag, seine Tochter zu heiraten, die die Schönheit ihrer Mutter geerbt hat. Als die Prinzessin davon erfährt, ist sie entsetzt und berät sich mit ihrer Patentante, der Fee Lilas (Delphine Seyrig), die auch schon einen Plan hat, den König auszutricksen. Die Prinzessin soll vor der Hochzeit Forderungen stellen, die der König nicht erfüllen kann, wie z. B. Kleider in der Farbe des Himmels oder des Mondes. Dem König gelingt all das tatsächlich und so fordert die Prinzessin schließlich die Haut seines Goldesels und auch dieser Wunsch wird ihr erfüllt.
Mit Hilfe der Fee kann die Prinzessin fliehen und sich mit der Haut des Esels bedecken. In einem Nachbarland wird sie fortan Schweine hüten und sich weiterhin unter der Eselshaut verbergen. Eines Tages kommt ein junger Prinz (Jacques Perrin) vorbei, der die Prinzessin in ihrer Hütte im Wald sieht und sich sofort in sie verliebt. Doch bevor es ein verdientes Happy-End gibt, sind noch einige Schwierigkeiten zu überwinden.
Was für ein schöner Film, den man hierzulande mal wieder suchen muss. Es gibt eine UK-Version in französischer Sprache mit englischen Untertiteln, die ich nur empfehlen kann. Der Film selbst ist wunderbar. Die Ausstattung ist ein Traum, herrlich bunt und kitschig, aber das im besten Sinn. Allein schon die Kostüme von Jean Marais sind ganz herrlich "Over the Top".
Neben Jean Marais glänzen vor allen Dingen die wunderbare Catherine Deneuve und die wie immer schöne Delphine Seyrig. Ganz große Empfehlung für einen leider zu unbekannten Film.
Also ein Märchenfilm, aber ein ganz besonderer, der sich auch eher an ein erwachsenes Publikum wendet. In einem schönen und friedvollen Land (allein das ist heutzutage ja schon eine Utopie) lebt ein König (Jean Marais), der von seinen Untertanen geliebt und geachtet wird. Als die Königin erkrankt und schließlich stirbt, ist der König voller Trauer und zieht sich zurück. Auf ihrem Sterbebett hatte die Königin ihrem Mann das Versprechen abgenommen, sollte er jemals wieder heiraten wollen, dann nur eine Frau, die noch schöner wäre als sie selbst. Der König denkt nicht an eine erneute Heirat, aber seine Berater drängen ihn dazu, da er nur eine Tochter (Catherine Deneuve) hat und keinen männlichen Thronfolger.
Die Berater des Königs können keine Frau finden, die auch nur annähernd so schön ist wie die verstorbene Königin. Deshalb unterbreiten sie ihm den Vorschlag, seine Tochter zu heiraten, die die Schönheit ihrer Mutter geerbt hat. Als die Prinzessin davon erfährt, ist sie entsetzt und berät sich mit ihrer Patentante, der Fee Lilas (Delphine Seyrig), die auch schon einen Plan hat, den König auszutricksen. Die Prinzessin soll vor der Hochzeit Forderungen stellen, die der König nicht erfüllen kann, wie z. B. Kleider in der Farbe des Himmels oder des Mondes. Dem König gelingt all das tatsächlich und so fordert die Prinzessin schließlich die Haut seines Goldesels und auch dieser Wunsch wird ihr erfüllt.
Mit Hilfe der Fee kann die Prinzessin fliehen und sich mit der Haut des Esels bedecken. In einem Nachbarland wird sie fortan Schweine hüten und sich weiterhin unter der Eselshaut verbergen. Eines Tages kommt ein junger Prinz (Jacques Perrin) vorbei, der die Prinzessin in ihrer Hütte im Wald sieht und sich sofort in sie verliebt. Doch bevor es ein verdientes Happy-End gibt, sind noch einige Schwierigkeiten zu überwinden.
Was für ein schöner Film, den man hierzulande mal wieder suchen muss. Es gibt eine UK-Version in französischer Sprache mit englischen Untertiteln, die ich nur empfehlen kann. Der Film selbst ist wunderbar. Die Ausstattung ist ein Traum, herrlich bunt und kitschig, aber das im besten Sinn. Allein schon die Kostüme von Jean Marais sind ganz herrlich "Over the Top".
Neben Jean Marais glänzen vor allen Dingen die wunderbare Catherine Deneuve und die wie immer schöne Delphine Seyrig. Ganz große Empfehlung für einen leider zu unbekannten Film.
Samstag, 27. Juli 2013
Hustle
"Hustle" ist ein Film von Robert Aldrich aus dem Jahr 1975. Das Drehbuch stammt von Steve Shagan und beruht auf seinem Roman "City of Angels". Der deutsche Titel des Films lautet "Straßen der Nacht" und ist mindestens ebenso fragwürdig wie die FSK 18.
Die junge Gloria Hollinger (Colleen Brennan) wird am Strand von Los Angeles tot aufgefunden. Eine Überdosis an Medikamenten wird als Todesursache diagnostiziert und damit ist dieser Fall eigentlich schon erledigt. Zumindest für Lt. Phil Gaines (Burt Reynolds) und seinen Chef Santuro (Ernest Borgnine). Sgt. Louis Belgrave (Paul Winfield), der Partner von Gaines, glaubt nicht so ganz an die Selbstmord-Theorie und möchte weiter in diesem Fall ermitteln.
Phil Gaines lebt mit der schönen Nicole Britton (Catherine Deneuve) zusammen, die als Luxus-Callgirl arbeitet. Beide lieben sich sehr, aber Phil kommt nicht damit klar, dass Nicole eine Prostituierte ist. Immer wieder wird das zu einem Streitthema zwischen ihnen, doch beide träumen davon, alles hinter sich zu lassen, gemeinsam nach Rom zu reisen und ihr Leben zu genießen.
Gloria Hollinger hat als Stripperin gearbeitet und auch Pornos gedreht, wodurch sie den zwielichtigen Anwalt Leo Sellers (Eddie Albert) kennengelernt hat, der auch ein Kunde von Nicole ist. Glorias Vater Marty (Ben Johnson) will den Tod seiner Tochter auf eigene Faust aufklären und lässt sich dabei auch von seiner Frau Paula (Eileen Brennan) nicht aufhalten. Er macht den Strip-Club ausfindig, in dem Gloria gearbeitet hat und muss dort auf schmerzhafte Weise erfahren, dass seine Schnüffelei nicht erwünscht ist. Doch seine Hartnäckigkeit führt in schließlich auch zu Leo Sellers, dem Mann, dem er die Schuld am Tod seiner Tochter gibt und an dem er sich nun rächen will.
Phil Gaines und Louis Belgrave können nur noch für Schadensbegrenzung sorgen, indem sie wissentlich Spuren verwischen. Phil will daraufhin mit Nicole nach San Francisco reisen, doch am vereinbarten Treffpunkt kommt er nicht an. Das Schicksal hatte offensichtlich andere Pläne...
"Hustle" erzählt in zwei Stunden Laufzeit die Geschichte von Menschen, die versuchen mit ihrem Leben klarzukommen, was ihnen nicht immer gelingt. Das ist deprimierend, aber auch sehr konsequent dargestellt. Im Grunde stehen sich die handelnden Personen die meiste Zeit selbst im Weg, statt über ihren Schatten zu springen und das Leben einfach so zu nehmen, wie es ist. Sie sind in ihrem jeweiligen Lebensentwurf gefangen und können sich nicht daraus befreien. Diese Tragik zieht sich durch den ganzen Film.
Die Hauptrollen in diesem modernen Film Noir spielen Burt Reynolds und Catherine Deneuve und gerade diese Besetzung bereitet mir ein wenig Bauchschmerzen. Als Paar funktionieren diese beiden Schauspieler einfach zu keiner Zeit, auch wenn man über ihre Darstellung an sich nicht meckern kann. Besser kommen da schon die anderen Darsteller weg, besonders Paul Winfield, der hier perfekte Arbeit abliefert und einen der besten Parts bekommen hat.
Insgesamt gesehen ein trauriger und auch tragischer Film, den man aber trotzdem nicht verpassen sollte. Sehr sehenswert.
Die junge Gloria Hollinger (Colleen Brennan) wird am Strand von Los Angeles tot aufgefunden. Eine Überdosis an Medikamenten wird als Todesursache diagnostiziert und damit ist dieser Fall eigentlich schon erledigt. Zumindest für Lt. Phil Gaines (Burt Reynolds) und seinen Chef Santuro (Ernest Borgnine). Sgt. Louis Belgrave (Paul Winfield), der Partner von Gaines, glaubt nicht so ganz an die Selbstmord-Theorie und möchte weiter in diesem Fall ermitteln.
Phil Gaines lebt mit der schönen Nicole Britton (Catherine Deneuve) zusammen, die als Luxus-Callgirl arbeitet. Beide lieben sich sehr, aber Phil kommt nicht damit klar, dass Nicole eine Prostituierte ist. Immer wieder wird das zu einem Streitthema zwischen ihnen, doch beide träumen davon, alles hinter sich zu lassen, gemeinsam nach Rom zu reisen und ihr Leben zu genießen.
Gloria Hollinger hat als Stripperin gearbeitet und auch Pornos gedreht, wodurch sie den zwielichtigen Anwalt Leo Sellers (Eddie Albert) kennengelernt hat, der auch ein Kunde von Nicole ist. Glorias Vater Marty (Ben Johnson) will den Tod seiner Tochter auf eigene Faust aufklären und lässt sich dabei auch von seiner Frau Paula (Eileen Brennan) nicht aufhalten. Er macht den Strip-Club ausfindig, in dem Gloria gearbeitet hat und muss dort auf schmerzhafte Weise erfahren, dass seine Schnüffelei nicht erwünscht ist. Doch seine Hartnäckigkeit führt in schließlich auch zu Leo Sellers, dem Mann, dem er die Schuld am Tod seiner Tochter gibt und an dem er sich nun rächen will.
Phil Gaines und Louis Belgrave können nur noch für Schadensbegrenzung sorgen, indem sie wissentlich Spuren verwischen. Phil will daraufhin mit Nicole nach San Francisco reisen, doch am vereinbarten Treffpunkt kommt er nicht an. Das Schicksal hatte offensichtlich andere Pläne...
"Hustle" erzählt in zwei Stunden Laufzeit die Geschichte von Menschen, die versuchen mit ihrem Leben klarzukommen, was ihnen nicht immer gelingt. Das ist deprimierend, aber auch sehr konsequent dargestellt. Im Grunde stehen sich die handelnden Personen die meiste Zeit selbst im Weg, statt über ihren Schatten zu springen und das Leben einfach so zu nehmen, wie es ist. Sie sind in ihrem jeweiligen Lebensentwurf gefangen und können sich nicht daraus befreien. Diese Tragik zieht sich durch den ganzen Film.
Die Hauptrollen in diesem modernen Film Noir spielen Burt Reynolds und Catherine Deneuve und gerade diese Besetzung bereitet mir ein wenig Bauchschmerzen. Als Paar funktionieren diese beiden Schauspieler einfach zu keiner Zeit, auch wenn man über ihre Darstellung an sich nicht meckern kann. Besser kommen da schon die anderen Darsteller weg, besonders Paul Winfield, der hier perfekte Arbeit abliefert und einen der besten Parts bekommen hat.
Insgesamt gesehen ein trauriger und auch tragischer Film, den man aber trotzdem nicht verpassen sollte. Sehr sehenswert.
Freitag, 31. August 2012
Begierde
"Begierde" - "The Hunger" ist ein Film von Tony Scott aus dem Jahr 1983 und ist sein Spielfilmdebüt. Das Drehbuch stammt von James Costigan, Ivan Davis und Michael Thomas und beruht auf einem Roman von Whitley Strieber.
Die schöne Vampirin Miriam (Catherine Deneuve) lebt zusammen mit ihrem Gefährten John (David Bowie) in einem vornehmen Stadthaus in New York. Sie sind umgeben von Kunstgegenständen aller Art und leben schon ein paar Jahrhunderte als Paar. Doch im Gegensatz zu Miriam, die über ewiges Leben verfügt, altern ihre jeweiligen Gefährten irgendwann, können zwar nicht sterben, aber landen in einem Sarg auf dem Dachboden des Hauses.
Nun ist es bei John soweit. Sein Alterungsprozess geht rasant voran und lässt sich nicht aufhalten. Innerhalb weniger Tage wird aus dem jungen Mann ein Greis, dessen Körper verfällt. Sämtliche verzweifelten Versuche Johns, dagegen etwas zu unternehmen, wie z. B. das Blut eines jungen Mädchens zu trinken, scheitern. Miriam muss auch ihn auf den Dachboden bringen und in einen Sarg betten.
Um nicht allein zu sein, macht sich Miriam auf die Suche nach einer neuen Gefährtin und wählt dafür die Ärztin Sarah (Susan Sarandon) aus, die sie kurz zuvor kennengelernt hat. Sarah ist fasziniert von Miriam und kann sich ihrer Anziehungskraft nicht entziehen. Die beiden Frauen werden ein Liebespaar, auch wenn Sarah noch nicht begriffen hat, was das für sie bedeutet. Ihr Körper rebelliert gegen das fremde Blut in ihren Venen und Miriam muss Sarah erst erklären, was mit ihr eigentlich geschehen ist.
Sarah will das alles nicht wahrhaben und geht aufs Äußerste, um den Fluch zu brechen, aber es ist bereits zu spät. Im Laufe dieser Aktion wird Miriam von ihren ehemaligen Gefährten überwältigt und auch ihr Körper verfällt plötzlich rasend schnell. Am Ende hat Sarah Miriams Platz übernommen und sich neue und junge Gefährten gesucht, während Miriam im Sarg liegt und nach Sarah ruft.
Also ich mag diesen Film, auch wenn ich mit dieser Meinung ziemlich allein dastehe. Ich habe ihn inzwischen auch schon mehrfach angeschaut und er gefällt mir jedes Mal ein bisschen besser. Nachdem Tony Scott kürzlich verstorben ist und ich immer wieder schlechte Kritiken über diesen Film lesen muss, möchte ich doch mal erwähnen, dass der nicht so schlecht ist, wie immer allgemein behauptet wird.
Gut, es gibt auch tatsächlich einiges zu kritisieren, z. B. die Tatsache, dass Tony Scott an der Geschichte an sich scheinbar gar nicht interessiert war. Hier bleibt vieles offen, es gibt viel Leerlauf, das hätte besser sein können. Ihm ging es wohl in erster Linie um die Optik und die Bilder und die sind in der Tat großartig. Die Ausstattung ist ein Traum, die Musik ist passend gewählt, das sollte auch gewürdigt werden.
Und dann erst die Schauspieler. Wer sonst könnte alterslose Schönheit und Eleganz besser und glaubhafter verkörpern als Catherine Deneuve? Sie ist einfach ein Traum. David Bowie und Susan Sarandon sind ebenfalls toll in ihren Rollen und perfekt besetzt. Ja, es sind die frühen Achtziger, man sieht es und fühlt es. Allein schon die Anfangssequenz in der Disco ist hervorragend. Man beachte die stylishen Sonnenbrillen. Herrlich.
Es wird immer gemeckert, der Film sei zu stylish geraten. Vielleicht ist er das tatsächlich, aber er ist trotz allem sehenswert und irgendwie auch unvergesslich. Er erinnert auch ein bisschen an den Film "Blut an den Lippen" von Harry Kümel aus dem Jahr 1971. Der hatte eine ganz ähnliche Thematik und ist wohl eher dem Kunstfilm zuzurechnen. Vielleicht sollte man auch "Begierde" da einordnen. Ich finde ihn durchaus sehenswert, aber nicht für jeden Geschmack.
Die schöne Vampirin Miriam (Catherine Deneuve) lebt zusammen mit ihrem Gefährten John (David Bowie) in einem vornehmen Stadthaus in New York. Sie sind umgeben von Kunstgegenständen aller Art und leben schon ein paar Jahrhunderte als Paar. Doch im Gegensatz zu Miriam, die über ewiges Leben verfügt, altern ihre jeweiligen Gefährten irgendwann, können zwar nicht sterben, aber landen in einem Sarg auf dem Dachboden des Hauses.
Nun ist es bei John soweit. Sein Alterungsprozess geht rasant voran und lässt sich nicht aufhalten. Innerhalb weniger Tage wird aus dem jungen Mann ein Greis, dessen Körper verfällt. Sämtliche verzweifelten Versuche Johns, dagegen etwas zu unternehmen, wie z. B. das Blut eines jungen Mädchens zu trinken, scheitern. Miriam muss auch ihn auf den Dachboden bringen und in einen Sarg betten.
Um nicht allein zu sein, macht sich Miriam auf die Suche nach einer neuen Gefährtin und wählt dafür die Ärztin Sarah (Susan Sarandon) aus, die sie kurz zuvor kennengelernt hat. Sarah ist fasziniert von Miriam und kann sich ihrer Anziehungskraft nicht entziehen. Die beiden Frauen werden ein Liebespaar, auch wenn Sarah noch nicht begriffen hat, was das für sie bedeutet. Ihr Körper rebelliert gegen das fremde Blut in ihren Venen und Miriam muss Sarah erst erklären, was mit ihr eigentlich geschehen ist.
Sarah will das alles nicht wahrhaben und geht aufs Äußerste, um den Fluch zu brechen, aber es ist bereits zu spät. Im Laufe dieser Aktion wird Miriam von ihren ehemaligen Gefährten überwältigt und auch ihr Körper verfällt plötzlich rasend schnell. Am Ende hat Sarah Miriams Platz übernommen und sich neue und junge Gefährten gesucht, während Miriam im Sarg liegt und nach Sarah ruft.
Also ich mag diesen Film, auch wenn ich mit dieser Meinung ziemlich allein dastehe. Ich habe ihn inzwischen auch schon mehrfach angeschaut und er gefällt mir jedes Mal ein bisschen besser. Nachdem Tony Scott kürzlich verstorben ist und ich immer wieder schlechte Kritiken über diesen Film lesen muss, möchte ich doch mal erwähnen, dass der nicht so schlecht ist, wie immer allgemein behauptet wird.
Gut, es gibt auch tatsächlich einiges zu kritisieren, z. B. die Tatsache, dass Tony Scott an der Geschichte an sich scheinbar gar nicht interessiert war. Hier bleibt vieles offen, es gibt viel Leerlauf, das hätte besser sein können. Ihm ging es wohl in erster Linie um die Optik und die Bilder und die sind in der Tat großartig. Die Ausstattung ist ein Traum, die Musik ist passend gewählt, das sollte auch gewürdigt werden.
Und dann erst die Schauspieler. Wer sonst könnte alterslose Schönheit und Eleganz besser und glaubhafter verkörpern als Catherine Deneuve? Sie ist einfach ein Traum. David Bowie und Susan Sarandon sind ebenfalls toll in ihren Rollen und perfekt besetzt. Ja, es sind die frühen Achtziger, man sieht es und fühlt es. Allein schon die Anfangssequenz in der Disco ist hervorragend. Man beachte die stylishen Sonnenbrillen. Herrlich.
Es wird immer gemeckert, der Film sei zu stylish geraten. Vielleicht ist er das tatsächlich, aber er ist trotz allem sehenswert und irgendwie auch unvergesslich. Er erinnert auch ein bisschen an den Film "Blut an den Lippen" von Harry Kümel aus dem Jahr 1971. Der hatte eine ganz ähnliche Thematik und ist wohl eher dem Kunstfilm zuzurechnen. Vielleicht sollte man auch "Begierde" da einordnen. Ich finde ihn durchaus sehenswert, aber nicht für jeden Geschmack.
Sonntag, 6. Mai 2012
Die Liebenden - Les bien-aimés
Der Film erzählt die Geschichte der Französin Madeleine über einen Zeitraum von fünfzig Jahren. Verkörpert wird die Rolle in jungen Jahren von der bezaubernden Ludivine Sagnier und später von der wie immer großartigen Catherine Deneuve.
Die junge Madeleine arbeitet als Schuhverkäuferin und stiehlt eines Tages ein Paar rote Pumps, in denen sie stolz auf der Straße herumläuft. Dabei wird sie von einem Mann angesprochen, der sie für eine Prostituierte hält. Er bietet ihr Geld an, dass sie nach kurzem Zögern annimmt. Von da an arbeitet sie weiterhin gelegentlich als Hure, um sich ihren Lebensstil erhalten zu können. Sie verliebt sich jedoch in einen ihrer Kunden, den tschechischen Arzt Jaromil (Rasha Bukvic), den sie heiratet und mit dem sie nach Prag zieht. Bald darauf kommt ihre Tochter Vera zur Welt.
Das Leben in Prag macht Madeleine aber unglücklich, die politischen Verhältnisse verschärfen sich und Jaromil ist untreu. Sie zieht mit Vera wieder nach Paris und heiratet Francois (Guillaume Denaiffe, später Michel Delpech). Ihre Liebe aber gilt weiterhin Jaromil, mit dem sie viele Jahre später eine Affäre haben wird und der als älterer Mann von Milos Forman gespielt wird. Madeleine kommt von Jaromil nicht los, weil sie zwar ohne ihn leben kann, aber nicht leben kann, ohne ihn zu lieben.
Die erwachsene Vera wird von Chiara Mastroianni verkörpert, der wirklichen Tochter von Catherine Deneuve. Sie hat eine lockere Beziehung mit Clément (Louis Garrel), verliebt sich aber unglücklich in den amerikanischen Musiker Henderson (Paul Schneider), der allerdings schwul ist. Trotzdem kommen beide nicht voneinander los und fühlen sich sehr miteinander verbunden. Am 11. September 2001 treffen sich beide in Montreal, statt wie geplant in New York, zusammen mit Hendersons jungem Freund Mathieu (Dustin Segura-Suarez).
Vera weiß inzwischen, dass Henderson HIV-Positiv ist und dass er sich nie wirklich zu seiner Liebe ihr gegenüber bekennen wird, aber sie will unbedingt ein Kind von ihm. Die gemeinsame Liebesnacht zu Dritt endet allerdings anders als erwartet.
Mehr verrate ich hier aber nicht, denn diesen wunderschönen Film muss man einfach selbst gesehen und erfahren haben. Wie schon in "Les chansons d'amour" wird auch hier wieder gesungen und das so schön, dass einem das Herz aufgeht. Die Chansons von Alex Beaupain sind großartig und unterstreichen die Handlung perfekt.
Die Geschichte von Madeleine und ihrer Tochter Vera ist gleichzeitig schön und tragisch. Beide glauben fest an die Liebe und beide scheitern auch daran. Christophe Honoré hat hier einen wunderbaren Film geschaffen, der schöner fast nicht sein kann. Allein schon die Besetzung ist ein Traum, Ludivine Sagnier, Catherine Deneuve, Chiara Mastroianni, Louis Garrel und Milos Forman. Besser geht es nicht.
Insgesamt gesehen ein wirklich wunderschöner Film, den man nicht verpassen darf. Die 135 Minuten vergehen wie im Flug und langweilig wird es nie. Ganz, ganz große Empfehlung für ein kleines Meisterwerk dieses bemerkenswerten Regisseurs.
Samstag, 27. August 2011
Das Schmuckstück
"Das Schmuckstück" - "Potiche" ist ein Film von Francois Ozon (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2010 und beruht auf dem gleichnamigen Bühnenstück von Pierre Barillet und Jean-Pierre Grédy aus dem Jahr 1980.
Suzanne Pujol (Catherine Deneuve) lebt in der kleinen Stadt Saint-Gudule, wir schreiben das Jahr 1977, und ist die Ehefrau des Patriarchen Robert (Fabrice Luchini), der die Regenschirmfabrik ihres Vaters übernommen hat und mit strenger Hand leitet. Von seiner Frau erwartet Robert nichts weiter, als seine Meinung zu teilen und ansonsten dekorativ an seiner Seite zu stehen, eben ein Schmuckstück (Potiche). Dass er sie nebenbei ganz selbstverständlich mit anderen Frauen betrügt, gehört für den Macho eben einfach zu seiner Lebensauffassung und wird von ihm auch nicht weiter hinterfragt.
Als die Arbeiter in der Fabrik anfangen zu streiken, um bessere Arbeitsbedingungen zu fordern, erleidet Robert einen Zusammenbruch und fällt längere Zeit aus. Der kommunistische Bürgermeister Maurice Babin (Gérard Depardieu), mit dem Suzanne vor vielen Jahren eine ganz kurze Affäre hatte, überredet sie dazu, den Posten ihres Mannes zu übernehmen und die Arbeiter zu beruhigen. Zusammen mit ihren Kindern Laurent (Jérémie Renier) und Joelle (Judith Godrèche) bringt Suzanne die Fabrik wieder in Schwung. Roberts Sekretärin Nadège (Karin Viard), eine seiner vielen Affären, steht ihr dabei stets loyal zur Seite.
Nach seiner Genesung will Robert wieder die Leitung der Firma selbst übernehmen, aber Suzanne macht keine Anstalten wieder in ihr Hausfrauendasein zurückzukehren. Erst durch ein Komplott gewinnt Robert wieder die Oberhand, während Suzanne bereits ganz andere Pläne verfolgt und erfolgreich in die Politik wechselt, wobei sie sogar Babin hinter sich lässt.
Ach, was für ein wunderbarer Film. Ich liebe die Filme von Francois Ozon ja sowieso und diesen hier auch ganz besonders, weil er hier wieder einmal ganz viel richtig gemacht hat. Angefangen bei dem wunderbaren Vorspann mit Catherine Deneuve im roten Trainingsanzug und mit Haarnetz, die durch den Wald joggt und den Tieren zuschaut, herrlich. Ebenso schön und gelungen ist das gesamte Setting, die Dekorationen und Klamotten, alles perfekt im Siebziger-Jahre-Feeling, genau wie die Musikuntermalung. "Potiche" ist eine rasante Komödie im Boulevard-Stil geworden und eine einzige große Liebeserklärung an die fantastische Catherine Deneuve, die sich mit einer wahren Glanzleistung dafür bedankt.
Francois Ozon schert sich nicht um die Kritiker, sondern dreht nach wie vor die Filme, die ihm am Herzen liegen und warum sollte er auch nicht. Er weiß was er will und er setzt es um. Hier stimmt auch wieder jedes kleine Detail, der Kitsch, die Musik, die Fondue-Teller, alles perfekt durchdacht und an seinem Platz. Zudem gibt es äußerst gelungene Split-Screen-Aufnahmen, die das Bild abrunden. Das Theaterhafte der Vorlage übernimmt Francois Ozon hier ganz locker, weil ihm das einfach liegt, das hat er bereits in "Tropfen auf heisse Steine" bewiesen.
Gesellschaftskritik ist natürlich auch vorhanden, denn Ozon beschränkt sich nicht allein auf schöne Bilder. Es geht einerseits um verletzte männliche Eitelkeiten, aber auch um mangelnde weibliche Solidarität. Es ist keine direkte Kritik, die Ozon hier aufzeigt, vielmehr öffnet er den Blick auf ein männlich dominiertes System, das aber auch nachdenklich macht, trotz aller Komik. Die Tochter wirft ihrer Mutter vor, sich unterdrücken zu lassen, nur um dann letztendlich selbst als Heimchen am Herd zu landen und ihrem Ehemann ihren Platz in der Firma zu überlassen, während Suzanne Karriere macht.
Catherine Deneuve ist ein Traum in dieser Rolle und dominiert den ganzen Film, völlig zu Recht. Wenn sie am Ende dann singt "Das Leben ist schön", dann ist selbst das nicht kitschig, sondern einfach schön. Neben ihr wirkt sogar Schwergewicht Gérard Depardieu klein, obwohl er mit seinem Umfang so langsam die Leinwand sprengt. Zudem gibt es noch eine wunderbare Szene mit den beiden auf der Tanzfläche des Clubs "Badaboum", die wirklich sehenswert ist. Besonders erwähnenswert und schnuckelig ist auch noch Jérémie Renier, der in den 70er-Jahre-Klamotten sehr sexy und einfach hinreißend aussieht, so wie Francois Ozon das auch extra für ihn haben wollte. Seine Figur wird zwar nicht direkt als schwul erklärt, spricht aber deutlich für sich. Insgesamt sehr gelungen, ebenso wie der ganze Film. Von mir also auf jeden Fall eine große Empfehlung, es lohnt sich, denn dieser Film ist selbst ein wahres Schmuckstück.
Suzanne Pujol (Catherine Deneuve) lebt in der kleinen Stadt Saint-Gudule, wir schreiben das Jahr 1977, und ist die Ehefrau des Patriarchen Robert (Fabrice Luchini), der die Regenschirmfabrik ihres Vaters übernommen hat und mit strenger Hand leitet. Von seiner Frau erwartet Robert nichts weiter, als seine Meinung zu teilen und ansonsten dekorativ an seiner Seite zu stehen, eben ein Schmuckstück (Potiche). Dass er sie nebenbei ganz selbstverständlich mit anderen Frauen betrügt, gehört für den Macho eben einfach zu seiner Lebensauffassung und wird von ihm auch nicht weiter hinterfragt.
Als die Arbeiter in der Fabrik anfangen zu streiken, um bessere Arbeitsbedingungen zu fordern, erleidet Robert einen Zusammenbruch und fällt längere Zeit aus. Der kommunistische Bürgermeister Maurice Babin (Gérard Depardieu), mit dem Suzanne vor vielen Jahren eine ganz kurze Affäre hatte, überredet sie dazu, den Posten ihres Mannes zu übernehmen und die Arbeiter zu beruhigen. Zusammen mit ihren Kindern Laurent (Jérémie Renier) und Joelle (Judith Godrèche) bringt Suzanne die Fabrik wieder in Schwung. Roberts Sekretärin Nadège (Karin Viard), eine seiner vielen Affären, steht ihr dabei stets loyal zur Seite.
Nach seiner Genesung will Robert wieder die Leitung der Firma selbst übernehmen, aber Suzanne macht keine Anstalten wieder in ihr Hausfrauendasein zurückzukehren. Erst durch ein Komplott gewinnt Robert wieder die Oberhand, während Suzanne bereits ganz andere Pläne verfolgt und erfolgreich in die Politik wechselt, wobei sie sogar Babin hinter sich lässt.
Ach, was für ein wunderbarer Film. Ich liebe die Filme von Francois Ozon ja sowieso und diesen hier auch ganz besonders, weil er hier wieder einmal ganz viel richtig gemacht hat. Angefangen bei dem wunderbaren Vorspann mit Catherine Deneuve im roten Trainingsanzug und mit Haarnetz, die durch den Wald joggt und den Tieren zuschaut, herrlich. Ebenso schön und gelungen ist das gesamte Setting, die Dekorationen und Klamotten, alles perfekt im Siebziger-Jahre-Feeling, genau wie die Musikuntermalung. "Potiche" ist eine rasante Komödie im Boulevard-Stil geworden und eine einzige große Liebeserklärung an die fantastische Catherine Deneuve, die sich mit einer wahren Glanzleistung dafür bedankt.
Francois Ozon schert sich nicht um die Kritiker, sondern dreht nach wie vor die Filme, die ihm am Herzen liegen und warum sollte er auch nicht. Er weiß was er will und er setzt es um. Hier stimmt auch wieder jedes kleine Detail, der Kitsch, die Musik, die Fondue-Teller, alles perfekt durchdacht und an seinem Platz. Zudem gibt es äußerst gelungene Split-Screen-Aufnahmen, die das Bild abrunden. Das Theaterhafte der Vorlage übernimmt Francois Ozon hier ganz locker, weil ihm das einfach liegt, das hat er bereits in "Tropfen auf heisse Steine" bewiesen.
Gesellschaftskritik ist natürlich auch vorhanden, denn Ozon beschränkt sich nicht allein auf schöne Bilder. Es geht einerseits um verletzte männliche Eitelkeiten, aber auch um mangelnde weibliche Solidarität. Es ist keine direkte Kritik, die Ozon hier aufzeigt, vielmehr öffnet er den Blick auf ein männlich dominiertes System, das aber auch nachdenklich macht, trotz aller Komik. Die Tochter wirft ihrer Mutter vor, sich unterdrücken zu lassen, nur um dann letztendlich selbst als Heimchen am Herd zu landen und ihrem Ehemann ihren Platz in der Firma zu überlassen, während Suzanne Karriere macht.
Catherine Deneuve ist ein Traum in dieser Rolle und dominiert den ganzen Film, völlig zu Recht. Wenn sie am Ende dann singt "Das Leben ist schön", dann ist selbst das nicht kitschig, sondern einfach schön. Neben ihr wirkt sogar Schwergewicht Gérard Depardieu klein, obwohl er mit seinem Umfang so langsam die Leinwand sprengt. Zudem gibt es noch eine wunderbare Szene mit den beiden auf der Tanzfläche des Clubs "Badaboum", die wirklich sehenswert ist. Besonders erwähnenswert und schnuckelig ist auch noch Jérémie Renier, der in den 70er-Jahre-Klamotten sehr sexy und einfach hinreißend aussieht, so wie Francois Ozon das auch extra für ihn haben wollte. Seine Figur wird zwar nicht direkt als schwul erklärt, spricht aber deutlich für sich. Insgesamt sehr gelungen, ebenso wie der ganze Film. Von mir also auf jeden Fall eine große Empfehlung, es lohnt sich, denn dieser Film ist selbst ein wahres Schmuckstück.
Sonntag, 24. Juli 2011
Diebe der Nacht
"Diebe der Nacht" - "Les Voleurs" ist ein Film von André Téchiné aus dem Jahr 1996. Das Drehbuch schrieb Téchiné zusammen mit Gilles Taurand.
Der kleine Justin (Julien Rivière) wird durch den Schrei seiner Mutter Mireille (Fabienne Babe) geweckt. Als er sich nach unten schleicht, erfährt er von seinem Großvater (Ivan Desny) das Ungeheuerliche: sein Vater Ivan (Didier Bezace) ist tot, es gab einen Unfall. Das ist der Beginn eines außergewöhnlichen Films, der seine Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt und sich auch Zeitsprünge erlaubt, ohne dabei aber verwirrend zu sein.
Ivan war ein Krimineller, das liegt hier offenbar in der Familie, denn auch sein Vater gehört der Truppe an und auch der kleine Justin zeigt bereits Interesse an der Arbeit der Männer. Ivans Bruder Alex (Daniel Auteuil) ist das schwarze Schaf der Familie, denn er ist Polizist geworden, weil er mit den Machenschaften seiner Familie nichts zu tun haben wollte. Das hat ihn zu einem Außenseiter gemacht, der nach einer gescheiterten Ehe in Lyon lebt und des Lebens überdrüssig ist.
Alex fängt ein rein sexuelles Verhältnis mit der jungen Juliette (Laurence Côte) an, die er kurz zuvor wegen eines Ladendiebstahls vernommen hatte. Juliette war auch einst die Geliebte von Ivan und ihr Bruder Jimmy (Benoît Magimel) ist Mitglied in Ivans Bande und Teilhaber seines Nachtclubs. Juliette hat ein wildes und selbstzerstörerisches Wesen, sie lässt niemanden wirklich an sich heran. Ruhe und Geborgenheit findet sie bei der älteren Philosophiedozentin Marie (Catherine Deneuve), mit der sie ebenfalls eine Affäre hat.
Nach Ivans Tod verschwindet Juliette aus der Stadt. Marie und Alex lernen sich in der Zwischenzeit ein wenig kennen und reden über Juliette. Dabei sind beide jedoch sehr zurückhaltend und wollen nicht zu viel von sich preisgeben. Diebe sind sie aber alle, Alex, Marie und auch Juliette, denn obwohl keiner von ihnen wirkliche Nähe zulassen kann, haben sie sich immer wieder kurze Momente des Glücks gestohlen. Mehr war ihnen nicht vergönnt.
Das ist ein sehr ruhiger und melancholischer Film, auf den man sich in jedem Fall einlassen muss. Mit knapp zwei Stunden Laufzeit gibt es trotzdem keine Längen, was natürlich vor allen Dingen an den absolut fantastischen Schauspielern liegt. Hier irgendeinen extra hervorzuheben wäre fatal, sie sind allesamt wunderbar. Die Geschichte ist wie ein Puzzle, das sich erst nach und nach zusammenfügt und am Schluss ein vollständiges Bild ergibt. Sehr beeindruckend und sehr sehenswert.
Der kleine Justin (Julien Rivière) wird durch den Schrei seiner Mutter Mireille (Fabienne Babe) geweckt. Als er sich nach unten schleicht, erfährt er von seinem Großvater (Ivan Desny) das Ungeheuerliche: sein Vater Ivan (Didier Bezace) ist tot, es gab einen Unfall. Das ist der Beginn eines außergewöhnlichen Films, der seine Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt und sich auch Zeitsprünge erlaubt, ohne dabei aber verwirrend zu sein.
Ivan war ein Krimineller, das liegt hier offenbar in der Familie, denn auch sein Vater gehört der Truppe an und auch der kleine Justin zeigt bereits Interesse an der Arbeit der Männer. Ivans Bruder Alex (Daniel Auteuil) ist das schwarze Schaf der Familie, denn er ist Polizist geworden, weil er mit den Machenschaften seiner Familie nichts zu tun haben wollte. Das hat ihn zu einem Außenseiter gemacht, der nach einer gescheiterten Ehe in Lyon lebt und des Lebens überdrüssig ist.
Alex fängt ein rein sexuelles Verhältnis mit der jungen Juliette (Laurence Côte) an, die er kurz zuvor wegen eines Ladendiebstahls vernommen hatte. Juliette war auch einst die Geliebte von Ivan und ihr Bruder Jimmy (Benoît Magimel) ist Mitglied in Ivans Bande und Teilhaber seines Nachtclubs. Juliette hat ein wildes und selbstzerstörerisches Wesen, sie lässt niemanden wirklich an sich heran. Ruhe und Geborgenheit findet sie bei der älteren Philosophiedozentin Marie (Catherine Deneuve), mit der sie ebenfalls eine Affäre hat.
Nach Ivans Tod verschwindet Juliette aus der Stadt. Marie und Alex lernen sich in der Zwischenzeit ein wenig kennen und reden über Juliette. Dabei sind beide jedoch sehr zurückhaltend und wollen nicht zu viel von sich preisgeben. Diebe sind sie aber alle, Alex, Marie und auch Juliette, denn obwohl keiner von ihnen wirkliche Nähe zulassen kann, haben sie sich immer wieder kurze Momente des Glücks gestohlen. Mehr war ihnen nicht vergönnt.
Das ist ein sehr ruhiger und melancholischer Film, auf den man sich in jedem Fall einlassen muss. Mit knapp zwei Stunden Laufzeit gibt es trotzdem keine Längen, was natürlich vor allen Dingen an den absolut fantastischen Schauspielern liegt. Hier irgendeinen extra hervorzuheben wäre fatal, sie sind allesamt wunderbar. Die Geschichte ist wie ein Puzzle, das sich erst nach und nach zusammenfügt und am Schluss ein vollständiges Bild ergibt. Sehr beeindruckend und sehr sehenswert.
Samstag, 25. Juni 2011
Nachtblende
"Nachtblende" - "L'homme qui voulait vivre sa vie" ist ein Film von Eric Lartigau aus dem Jahr 2010. Das Drehbuch stammt von Stéphane Cabel und beruht auf dem Roman von Douglas Kennedy.
Paul (Romain Duris) ist ein junger und erfolgreicher Anwalt in Paris. Er hat eine Frau (Marina Fois) und zwei kleine Kinder und lebt in einem großen Haus vor der Stadt mit allem nur erdenklichen Luxus. Anne (Catherine Deneuve), seine Partnerin in der Kanzlei, eröffnet ihm eines Tages, schwer krank zu sein und bald zu sterben. Er soll die Kanzlei übernehmen und in ihrem Sinne weiterführen. Eigentlich ein reizvoller Gedanke, doch Paul ist mit seinem Leben nicht glücklich. Er wäre viel lieber Fotograf geworden, was ihm aber sein Vater verboten hatte. Der Traum lässt Paul jedoch nicht los und als er bemerkt, dass seine Frau ihn ausgerechnet mit dem Fotografen von nebenan betrügt und die Scheidung will, rastet er aus.
Im Affekt tötet er Grégoire (Eric Ruf), beseitigt anschließend die Leiche und nimmt Grégoires Identität an. Dann inszeniert er noch seinen eigenen Abgang und will ein neues Leben beginnen. Mit Grégoires Papieren, seinem alten Auto und seiner Fotoausrüstung macht er sich auf und landet irgendwo in einem kleinen Ort in Osteuropa.
Was sich bis jetzt schon idiotisch anhört, wird ab da noch viel bekloppter, aber der Reihe nach. Paul, also jetzt ja eigentlich Grégoire, mietet sich ein kleines verfallenes Haus, zieht mit seiner Kamera umher und fotografiert, was ihm eben vor die Linse kommt. Er macht die Bekanntschaft mit dem älteren Bartholomé (Niels Arestrup), der Fotos von ihm sieht und zufällig Chefredakteur einer Zeitung ist. Durch ihn lernt Paul/Grégoire Ivana (Branka Katic) kennen, die dafür sorgt, dass seine Bilder in der Zeitung veröffentlicht werden. Natürlich bekommt er auch sofort eine große Ausstellung in einer Kunstgalerie, die dann auch gleich in die ganze Welt reisen soll, was auch sonst. Da bekommt unser Held aber ganz schnell kalte Füße und macht sich vom Acker, aber das ist noch nicht das Ende der Geschichte.
Nein, denn das Ende der Geschichte ist dann auch noch so blöd, dass ich gerne darauf verzichte, diesen Quatsch hier wiederzugeben. Ehrlich gesagt, ich habe lange nicht mehr so einen Schwachsinn gesehen. Dieses männliche Selbstfindungsdrama ist von vorne bis hinten einfach nur dumm und überflüssig. Mal abgesehen davon, dass jegliche Logik hier außer Kraft gesetzt wird, ist die Geschichte sterbenslangweilig erzählt und mit 114 Minuten auch viel zu lang.
Die Besetzung kann man getrost vergessen, mal abgesehen von dem Kurzauftritt der fabelhaften Catherine Deneuve, denn Romain Duris und Marina Fois wirken zu keinem Zeitpunkt als Paar glaubhaft. Das glückliche Familienleben existiert wohl nur im Drehbuch, das man ebenfalls gleich in die Tonne treten kann. Was aber wirklich nervt, ist die Darstellung von Romain Duris, der wie ein überdrehtes kleines Kind wirkt und einfach nur anstrengend ist. Bei aller Liebe, aber dieser Film ist absolut nicht empfehlenswert. So ein Blödsinn, den kann man gerne verpassen. Warum der deutsche Titel "Nachtblende" heißt? Egal.
Paul (Romain Duris) ist ein junger und erfolgreicher Anwalt in Paris. Er hat eine Frau (Marina Fois) und zwei kleine Kinder und lebt in einem großen Haus vor der Stadt mit allem nur erdenklichen Luxus. Anne (Catherine Deneuve), seine Partnerin in der Kanzlei, eröffnet ihm eines Tages, schwer krank zu sein und bald zu sterben. Er soll die Kanzlei übernehmen und in ihrem Sinne weiterführen. Eigentlich ein reizvoller Gedanke, doch Paul ist mit seinem Leben nicht glücklich. Er wäre viel lieber Fotograf geworden, was ihm aber sein Vater verboten hatte. Der Traum lässt Paul jedoch nicht los und als er bemerkt, dass seine Frau ihn ausgerechnet mit dem Fotografen von nebenan betrügt und die Scheidung will, rastet er aus.
Im Affekt tötet er Grégoire (Eric Ruf), beseitigt anschließend die Leiche und nimmt Grégoires Identität an. Dann inszeniert er noch seinen eigenen Abgang und will ein neues Leben beginnen. Mit Grégoires Papieren, seinem alten Auto und seiner Fotoausrüstung macht er sich auf und landet irgendwo in einem kleinen Ort in Osteuropa.
Was sich bis jetzt schon idiotisch anhört, wird ab da noch viel bekloppter, aber der Reihe nach. Paul, also jetzt ja eigentlich Grégoire, mietet sich ein kleines verfallenes Haus, zieht mit seiner Kamera umher und fotografiert, was ihm eben vor die Linse kommt. Er macht die Bekanntschaft mit dem älteren Bartholomé (Niels Arestrup), der Fotos von ihm sieht und zufällig Chefredakteur einer Zeitung ist. Durch ihn lernt Paul/Grégoire Ivana (Branka Katic) kennen, die dafür sorgt, dass seine Bilder in der Zeitung veröffentlicht werden. Natürlich bekommt er auch sofort eine große Ausstellung in einer Kunstgalerie, die dann auch gleich in die ganze Welt reisen soll, was auch sonst. Da bekommt unser Held aber ganz schnell kalte Füße und macht sich vom Acker, aber das ist noch nicht das Ende der Geschichte.
Nein, denn das Ende der Geschichte ist dann auch noch so blöd, dass ich gerne darauf verzichte, diesen Quatsch hier wiederzugeben. Ehrlich gesagt, ich habe lange nicht mehr so einen Schwachsinn gesehen. Dieses männliche Selbstfindungsdrama ist von vorne bis hinten einfach nur dumm und überflüssig. Mal abgesehen davon, dass jegliche Logik hier außer Kraft gesetzt wird, ist die Geschichte sterbenslangweilig erzählt und mit 114 Minuten auch viel zu lang.
Die Besetzung kann man getrost vergessen, mal abgesehen von dem Kurzauftritt der fabelhaften Catherine Deneuve, denn Romain Duris und Marina Fois wirken zu keinem Zeitpunkt als Paar glaubhaft. Das glückliche Familienleben existiert wohl nur im Drehbuch, das man ebenfalls gleich in die Tonne treten kann. Was aber wirklich nervt, ist die Darstellung von Romain Duris, der wie ein überdrehtes kleines Kind wirkt und einfach nur anstrengend ist. Bei aller Liebe, aber dieser Film ist absolut nicht empfehlenswert. So ein Blödsinn, den kann man gerne verpassen. Warum der deutsche Titel "Nachtblende" heißt? Egal.
Donnerstag, 3. Februar 2011
Place Vendôme
"Place Vendôme" ist ein Film von Nicole Garcia, die hier Regie geführt hat und zusammen mit Jacques Fieschi das Drehbuch geschrieben hat, aus dem Jahr 1998.
Vincent Malivert (Bernard Fresson) betreibt am Pariser Place Vendôme ein renommiertes Juweliergeschäft. Seine Frau Marianne (Catherine Deneuve) hat sich aus dem normalen Alltagsleben zurückgezogen, sie ist depressiv, trinkt zuviel und verbringt die meiste Zeit in einer Klinik. Vincent gerät bei seinen Geschäften in Bedrängnis und wird verdächtigt, in illegale Dinge verstrickt zu sein. Es geht dabei um Diamanten der Russen-Mafia. Vincents Ruf wäre dadurch ruiniert und er sieht nur noch einen Ausweg - Selbstmord.
Nach seinem Tod will Marianne herausfinden, was wirklich passiert ist und beginnt auf eigene Faust, sich einen Überblick zu verschaffen. Sie kommt langsam wieder zur Besinnung und merkt schnell, dass sie niemandem in ihrer Umgebung trauen kann und dass ihr Mann offenbar ein Verhältnis mit seiner Angestellten Nathalie (Emmanuelle Seigner) hatte. Marianne lernt Jean-Pierre (Jean-Pierre Bacri) kennen, einen Freund von Nathalie, der ihr immer öfter zur Seite steht.
Plötzlich kommt ein alter Freund von früher ins Spiel, Battistelli (Jacques Dutronc), ein dunkler Punkt in Mariannes Vergangenheit und damit die Erinnerungen an eine alte, nie ganz vergessene Geschichte.
Das ist ein schöner ruhiger Film, fast altmodisch langsam und bedächtig erzählt, aber vor allen Dingen exzellent gespielt und in Szene gesetzt. Alles ist sehr geheimnisvoll und verwirrend, ich habe fast ein bisschen den Überblick verloren, wer nun wer ist, das tut der Sache aber keinen Abbruch.
In erster Linie erzählt der Film nämlich eigentlich die Geschichte einer nicht mehr jungen, sondern älteren Frau, die erst langsam wieder zu sich selbst und ihrem Platz im Leben finden muss. Verkörpert wird diese von einer absolut hinreißenden Catherine Deneuve, die den Film mit ihrer enormen Ausstrahlung wirklich sehenswert macht. Die ebenfalls fabelhafte Emmanuelle Seigner ist praktisch eine jüngere Ausgabe von ihr. Beide Frauen sind einfach sensationell, da bleiben die männlichen Darsteller eher zweitrangig. Sorry, meine Herren!
Insgesamt gesehen ein wunderbarer und sehr empfehlenswerter Film, den Nicole Garcia, die eigentlich hauptsächlich selbst als Schauspielerin tätig ist, mit ihrer dritten Regiearbeit hier geschaffen hat. Catherine Deneuve hat für ihre Leistung 1998 den Goldenen Löwen in Venedig bekommen und das vollkommen zu Recht.
Vincent Malivert (Bernard Fresson) betreibt am Pariser Place Vendôme ein renommiertes Juweliergeschäft. Seine Frau Marianne (Catherine Deneuve) hat sich aus dem normalen Alltagsleben zurückgezogen, sie ist depressiv, trinkt zuviel und verbringt die meiste Zeit in einer Klinik. Vincent gerät bei seinen Geschäften in Bedrängnis und wird verdächtigt, in illegale Dinge verstrickt zu sein. Es geht dabei um Diamanten der Russen-Mafia. Vincents Ruf wäre dadurch ruiniert und er sieht nur noch einen Ausweg - Selbstmord.
Nach seinem Tod will Marianne herausfinden, was wirklich passiert ist und beginnt auf eigene Faust, sich einen Überblick zu verschaffen. Sie kommt langsam wieder zur Besinnung und merkt schnell, dass sie niemandem in ihrer Umgebung trauen kann und dass ihr Mann offenbar ein Verhältnis mit seiner Angestellten Nathalie (Emmanuelle Seigner) hatte. Marianne lernt Jean-Pierre (Jean-Pierre Bacri) kennen, einen Freund von Nathalie, der ihr immer öfter zur Seite steht.
Plötzlich kommt ein alter Freund von früher ins Spiel, Battistelli (Jacques Dutronc), ein dunkler Punkt in Mariannes Vergangenheit und damit die Erinnerungen an eine alte, nie ganz vergessene Geschichte.
Das ist ein schöner ruhiger Film, fast altmodisch langsam und bedächtig erzählt, aber vor allen Dingen exzellent gespielt und in Szene gesetzt. Alles ist sehr geheimnisvoll und verwirrend, ich habe fast ein bisschen den Überblick verloren, wer nun wer ist, das tut der Sache aber keinen Abbruch.
In erster Linie erzählt der Film nämlich eigentlich die Geschichte einer nicht mehr jungen, sondern älteren Frau, die erst langsam wieder zu sich selbst und ihrem Platz im Leben finden muss. Verkörpert wird diese von einer absolut hinreißenden Catherine Deneuve, die den Film mit ihrer enormen Ausstrahlung wirklich sehenswert macht. Die ebenfalls fabelhafte Emmanuelle Seigner ist praktisch eine jüngere Ausgabe von ihr. Beide Frauen sind einfach sensationell, da bleiben die männlichen Darsteller eher zweitrangig. Sorry, meine Herren!
Insgesamt gesehen ein wunderbarer und sehr empfehlenswerter Film, den Nicole Garcia, die eigentlich hauptsächlich selbst als Schauspielerin tätig ist, mit ihrer dritten Regiearbeit hier geschaffen hat. Catherine Deneuve hat für ihre Leistung 1998 den Goldenen Löwen in Venedig bekommen und das vollkommen zu Recht.
Sonntag, 15. August 2010
8 Frauen
"8 Frauen" ist ein Film von Francois Ozon (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2002. Dieser Film bedeutete für Ozon auf Grund seines Erfolges den internationalen Durchbruch. Er arbeitete hier mit der ersten Garde der französischen Darstellerinnen, die sich von ihm auch bereitwillig führen ließen und denen er sogar die Scheu vor den Gesangs- und Tanzeinlagen nehmen konnte.
Die Handlung spielt in einem verschneiten Landhaus in den fünfziger Jahren. Hier treffen wir auf acht Frauen, Catherine Deneuve, Fanny Ardant, Isabelle Huppert, Ludivine Sagnier, Emmanuelle Béart, Virginie Ledoyen, Danielle Darrieux und Firmine Richard, und einen toten Hausherren mit einem Messer im Rücken. Das Telefonkabel wurde durchschnitten, die Kabel des Autos ebenfalls und wegen des starken Schneefalls ist kein Entkommen möglich. Es kann keine Polizei gerufen werden, also beginnen die Frauen, sich gegenseitig des Mordes zu verdächtigen und tatsächlich hat jede einzelne von ihnen ein paar Leichen im Keller, sozusagen.
Es folgen zahlreiche Beschuldigungen und Verdächtigungen und immer neue Wendungen. Jede der Frauen hatte ein Motiv, den Mann zu töten, aber wer war es wirklich? Das Ende, so viel sei verraten, ist dann sehr überraschend. Im Laufe der Geschichte zeigt sich, dass alle eigentlich unglücklich Liebende sind, jede auf ihre Art. Durchbrochen wird das ganze durch wunderbare Gesangsnummern, die zum Teil gewollt kitschig sind, andere wieder sehr zu Herzen gehend, und den Film dadurch auf eine besondere Ebene heben. Der Film ist sehr theaterhaft inszeniert, als würde er auf einer Bühne spielen, was ich persönlich sehr schön finde, aber garantiert nicht jedermanns Geschmack ist.
Ein toter Mann, acht verdächtige Frauen und mittendrin der großartige Regisseur Francois Ozon, ein Mann, der die Frauen versteht und seine Diven hier in fantastische Kostüme steckt und sie wundervoll präsentiert. Die Kämpfe dieser Frauen werden mit Worten geführt und das kann schlimmer sein als jede Waffe. Ich habe eine große Schwäche für die Filme von Francois Ozon, weil die sich so schön von vielen anderen abheben und einfach ganz außergewöhnlich sind. Absolut empfehlenswert.
Die Handlung spielt in einem verschneiten Landhaus in den fünfziger Jahren. Hier treffen wir auf acht Frauen, Catherine Deneuve, Fanny Ardant, Isabelle Huppert, Ludivine Sagnier, Emmanuelle Béart, Virginie Ledoyen, Danielle Darrieux und Firmine Richard, und einen toten Hausherren mit einem Messer im Rücken. Das Telefonkabel wurde durchschnitten, die Kabel des Autos ebenfalls und wegen des starken Schneefalls ist kein Entkommen möglich. Es kann keine Polizei gerufen werden, also beginnen die Frauen, sich gegenseitig des Mordes zu verdächtigen und tatsächlich hat jede einzelne von ihnen ein paar Leichen im Keller, sozusagen.
Es folgen zahlreiche Beschuldigungen und Verdächtigungen und immer neue Wendungen. Jede der Frauen hatte ein Motiv, den Mann zu töten, aber wer war es wirklich? Das Ende, so viel sei verraten, ist dann sehr überraschend. Im Laufe der Geschichte zeigt sich, dass alle eigentlich unglücklich Liebende sind, jede auf ihre Art. Durchbrochen wird das ganze durch wunderbare Gesangsnummern, die zum Teil gewollt kitschig sind, andere wieder sehr zu Herzen gehend, und den Film dadurch auf eine besondere Ebene heben. Der Film ist sehr theaterhaft inszeniert, als würde er auf einer Bühne spielen, was ich persönlich sehr schön finde, aber garantiert nicht jedermanns Geschmack ist.
Ein toter Mann, acht verdächtige Frauen und mittendrin der großartige Regisseur Francois Ozon, ein Mann, der die Frauen versteht und seine Diven hier in fantastische Kostüme steckt und sie wundervoll präsentiert. Die Kämpfe dieser Frauen werden mit Worten geführt und das kann schlimmer sein als jede Waffe. Ich habe eine große Schwäche für die Filme von Francois Ozon, weil die sich so schön von vielen anderen abheben und einfach ganz außergewöhnlich sind. Absolut empfehlenswert.
Abonnieren
Posts (Atom)











