"Coming Out" ist ein Film von Heiner Carow aus dem Jahr 1989, das Drehbuch stammt von Wolfram Witt. Die Premiere des Films fand am 9. November 1989 in Ost-Berlin statt, zum Zeitpunkt des Mauerfalls.
Philipp (Matthias Freihof) ist Lehrer an einer Schule in Ost-Berlin und lernt seine Kollegin Tanja (Dagmar Manzel) kennen. Die beiden verstehen sich gleich sehr gut und es entwickelt sich eine feste Beziehung. Als Philipp zufällig einen früheren Jugendfreund trifft, wird ihm schlagartig bewusst, seine eigene Homosexualität jahrelang unterdrückt zu haben. Völlig verwirrt landet er in einer Schwulenbar und betrinkt sich. Dort sieht er zum ersten Mal den jungen Matthias (Dirk Kummer), eine fast schicksalhafte Begegnung, denn beide sehen sich schon bald wieder und beginnen eine Affäre.
Obwohl Philipp Matthias wirklich liebt, schafft er es nicht, öffentlich zu seinen Gefühlen zu stehen. Er hat Angst vor den Folgen, sowohl privat als auch beruflich. Seine Mutter macht ihm Vorwürfe, Matthias wendet sich enttäuscht ab und auch Tanja ist nicht mehr für ihn da. Philipps Versuche Matthias aufzuspüren laufen ins Leere und als er ihn schließlich findet, will Matthias nichts mehr von ihm wissen. Philipp ist verzweifelt und er beginnt langsam zu begreifen, dass er endlich den Mut haben muss, sich so zu akzeptieren, wie er ist.
Der Film kann heute schon als moderner Klassiker bezeichnet werden und ist natürlich gerade wegen seiner ungewöhnlichen Premiere bekannt, auch wenn die Thematik im allgemeinen Wendetrubel sicher etwas untergegangen ist, was sehr schade ist. Die Schauspieler sind großartig besetzt, besonders Matthias Freihof, der zeitgleich sein eigenes Coming Out hatte, und Dirk Kummer. Beide spielen ihre Rollen absolut perfekt und sind auch noch sehr hübsch anzuschauen. Schön sind auch die Szenen und Figuren in der Schwulenbar, darunter Michael Gwisdek als Kellner und Werner Dissel als alter Schwuler, der aus seinem Leben erzählt. Das ist wirklich gut gelungen.
Insgesamt gesehen eine ehrliche und berührende Geschichte und gleichzeitig ein tolles Zeitdokument. Kann ich nur sehr empfehlen, es lohnt sich.
Sonntag, 29. Mai 2011
To Die Like A Man
"To Die Like A Man" - "Morrer Como Um Homem" ist ein Film von Joao Pedro Rodrigues (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2009.
Der Film erzählt die Geschichte von Antonia (Fernando Santos), dem alternden Travestie-Star eines Nachtclubs in Lissabon. Antonias große Zeit ist vorüber, jüngere Konkurrentinnen rücken nach, machen ihm seinen Platz streitig und das Leben schwer. Dabei ist schon Antonias Privatleben kompliziert genug. Sein junger Liebhaber Rosário (Alexander David) ist drogensüchtig und verlangt von Antonia, endlich eine richtige Frau zu werden. Seit vielen Jahren schon lebt Antonia als Frau und hat sich Silikonimplantate einsetzen lassen, aber zu der finalen Operation konnte er sich nie durchringen.
Aus einer früheren Beziehung hat er einen Sohn, Zé Maria (Chandra Malatitch), der seinen Vater aber verabscheut und mit seinem eigenen Schwulsein Probleme hat. Wirkliche Liebe und Zuneigung findet Antonia nur bei seinem kleinen Hund, den er abgöttisch liebt.
Antonia und Rosário unternehmen einen Ausflug, aber sie verlaufen sich im Wald und landen im Haus des exzentrischen Transvestiten Maria Bakker (Goncalo Ferreira De Almeida) und seines Gespielen. Hier überschneiden sich Traum und Realität, ein nächtlicher Ausflug wird zu einem einzigartigen Erlebnis und Antonia erkennt plötzlich, dass er sein Leben als Frau hinter sich lassen wird, um als Mann zu sterben.
Wieder zurück in Lissabon muss Antonia ins Krankenhaus, da sich die Silikonimplantate entzündet haben und entfernt sofort werden müssen. Sein Körper ist wegen einer HIV-Infektion ohnehin schon stark geschwächt und gerät jetzt an seine Grenzen. Im Traum erscheint ihm sein Sohn Zé Maria, der sich mit ihm aussöhnt, aber genau so schnell wieder verschwindet, wie er aufgetaucht ist.
Joao Pedro Rodrigues hat hier ein wunderschönes Melodram erschaffen, das gleichzeitig sehenswert und auch schwierig ist. Es gibt schöne, zum Teil sehr magische Bilder, die einen ganz speziellen Zauber vermitteln, aber es gibt auch einige sehr sperrige Momente. Mit etwas über zwei Stunden Laufzeit ist der Film insgesamt zu lang geworden, da besonders in der ersten Stunde wirklich nicht viel passiert, während die zweite Hälfte mit ihren wundervollen Bildern dafür mehr als entschädigt. Da heißt es nur Geduld haben, denn sonst verpasst man noch die wahre Schönheit dieses Films.
Wie gesagt, es gibt tolle Bilder, die im Kopf bleiben und lange nachwirken und es gibt zudem noch wirklich gute Darsteller zu sehen. Besonders Fernando Santos als Antonia ist absolut großartig, seine Leistung trägt mühelos den ganzen Film. Allein schon seinetwegen muss man diesen Film sehen, da führt kein Weg dran vorbei. Insgesamt gesehen ein sehr spezielles Erlebnis, das dem Zuschauer schon ein bisschen was abverlangt, aber letztlich doch überzeugen kann. Für Liebhaber besonderer Filme sehr empfehlenswert.
Der Film erzählt die Geschichte von Antonia (Fernando Santos), dem alternden Travestie-Star eines Nachtclubs in Lissabon. Antonias große Zeit ist vorüber, jüngere Konkurrentinnen rücken nach, machen ihm seinen Platz streitig und das Leben schwer. Dabei ist schon Antonias Privatleben kompliziert genug. Sein junger Liebhaber Rosário (Alexander David) ist drogensüchtig und verlangt von Antonia, endlich eine richtige Frau zu werden. Seit vielen Jahren schon lebt Antonia als Frau und hat sich Silikonimplantate einsetzen lassen, aber zu der finalen Operation konnte er sich nie durchringen.
Aus einer früheren Beziehung hat er einen Sohn, Zé Maria (Chandra Malatitch), der seinen Vater aber verabscheut und mit seinem eigenen Schwulsein Probleme hat. Wirkliche Liebe und Zuneigung findet Antonia nur bei seinem kleinen Hund, den er abgöttisch liebt.
Antonia und Rosário unternehmen einen Ausflug, aber sie verlaufen sich im Wald und landen im Haus des exzentrischen Transvestiten Maria Bakker (Goncalo Ferreira De Almeida) und seines Gespielen. Hier überschneiden sich Traum und Realität, ein nächtlicher Ausflug wird zu einem einzigartigen Erlebnis und Antonia erkennt plötzlich, dass er sein Leben als Frau hinter sich lassen wird, um als Mann zu sterben.
Wieder zurück in Lissabon muss Antonia ins Krankenhaus, da sich die Silikonimplantate entzündet haben und entfernt sofort werden müssen. Sein Körper ist wegen einer HIV-Infektion ohnehin schon stark geschwächt und gerät jetzt an seine Grenzen. Im Traum erscheint ihm sein Sohn Zé Maria, der sich mit ihm aussöhnt, aber genau so schnell wieder verschwindet, wie er aufgetaucht ist.
Joao Pedro Rodrigues hat hier ein wunderschönes Melodram erschaffen, das gleichzeitig sehenswert und auch schwierig ist. Es gibt schöne, zum Teil sehr magische Bilder, die einen ganz speziellen Zauber vermitteln, aber es gibt auch einige sehr sperrige Momente. Mit etwas über zwei Stunden Laufzeit ist der Film insgesamt zu lang geworden, da besonders in der ersten Stunde wirklich nicht viel passiert, während die zweite Hälfte mit ihren wundervollen Bildern dafür mehr als entschädigt. Da heißt es nur Geduld haben, denn sonst verpasst man noch die wahre Schönheit dieses Films.
Wie gesagt, es gibt tolle Bilder, die im Kopf bleiben und lange nachwirken und es gibt zudem noch wirklich gute Darsteller zu sehen. Besonders Fernando Santos als Antonia ist absolut großartig, seine Leistung trägt mühelos den ganzen Film. Allein schon seinetwegen muss man diesen Film sehen, da führt kein Weg dran vorbei. Insgesamt gesehen ein sehr spezielles Erlebnis, das dem Zuschauer schon ein bisschen was abverlangt, aber letztlich doch überzeugen kann. Für Liebhaber besonderer Filme sehr empfehlenswert.
Donnerstag, 26. Mai 2011
Fünf Minarette in New York
"Fünf Minarette in New York" ist ein Film von Mahsun Kirmizigül (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2010.
Die beiden türkischen Agenten Acar (Mustafa Sandal) und Firat (ebenfalls Mahsun Kirmizigül) fliegen von Istanbul nach New York, um den dort inhaftierten mutmaßlichen Anführer einer Terrorzelle Haci (Haluk Bilginer) in die Türkei zu überführen. Dieser wird jedoch auf dem Weg zum Flughafen in wahrer Wild-West-Manier befreit und taucht anschließend unter. Der zuständige FBI-Agent Becker (Robert Patrick) tobt und setzt alles daran, Haci aufzuspüren.
Acar und Firat ermitteln indes auf eigene Faust in der fremden Stadt (!) und obwohl sie sich unglaublich blöd anstellen, landen sie bald in Hacis Versteck (!!). Der ist nämlich bei seinem Freund Marcus (Danny Glover) untergetaucht und Hacis Frau Maria (Gina Gershon) geht dort auch ein und aus (!!!), was etwas verwundert, da ja anscheinend das ganze FBI hinter Haci her ist.
Haci entpuppt sich aber als sehr friedfertiger Mensch, der keiner Fliege was zuleide tun könnte. Firat hingegen kann mitunter sehr gewalttätig werden und provoziert Haci ständig, aber ohne Erfolg. Ist Haci aber tatsächlich ein unschuldiges Opfer oder täuscht er alle nur? Tja, dazu sage ich jetzt nichts. Nur so viel, die ganze Rasselbande fliegt zurück in die Türkei und da geht die Geschichte dann weiter. Halt, das stimmt so nicht, da fängt eine andere Geschichte an, die später dann in einem kleinen Dorf in Anatolien endet und zwar so kitschig und tränenreich, das kann ich gar nicht in Worte fassen.
Der Film erzählt also eigentlich zwei verschiedene Geschichten, die aber nur notdürftig miteinander verbunden sind und beide nicht genug ausgearbeitet wurden. So bleibt insgesamt nur ein schaler Gesamteindruck übrig und das Gefühl, einen sehr merkwürdigen Film gesehen zu haben, der nun wirklich nicht überzeugen kann. Die Leistungen der Darsteller sind sehr überschaubar, es gibt zu viele Logiklöcher und Klischees ohne Ende, die Dialoge sind hölzern und teilweise mehr als schlimm und die Handlung ist an vielen Stellen arg vorhersehbar. Mit knapp zwei Stunden ist der Film auch zu lang, aber selbst Kürzungen hätten kein besseres Ergebnis gebracht. Danny Glover, Gina Gershon und Robert Patrick hatten wohl gerade nichts Besseres zu tun, anders kann ich mir ihre Anwesenheit hier nicht erklären. Andererseits, die müssen auch ihre Miete zahlen, das wäre schon ein Grund, aber keine Entschuldigung.
"Der Nr. 1 Kinohit" heißt es, was mich etwas verwundert hat, weil ich bisher so gar nichts darüber gelesen hatte. Der Titel "Fünf Minarette in New York" ist auch eher verwirrend und hat mit der eigentlichen Handlung nicht so viel zu tun, er lässt vielmehr auf eine ganz andere Thematik schließen, die hier aber nur nebenbei gestreift wird. Der erwartete weltweite Kampf gegen den Terror und gefährliche Islamisten versandet hier in einer rührseligen Familiengeschichte. Die Guten sind ganz furchtbar gut und die Bösen sind ganz furchtbar böse. Ach wäre die Welt doch so einfach.
Mich hat der Film etwas ratlos zurückgelassen, ich weiß nicht ob ich lachen oder weinen soll oder ob ich dieses sehr verschwurbelte Werk einfach nur schnell vergessen will. Wahrscheinlich eher letzteres. Mal wieder nur eine sehr eingeschränkte Empfehlung, wenn überhaupt. Schrammt aber gerade noch haarscharf am "Ärgerlich"-Button vorbei, denn dazu ist er dann doch zu unwichtig. Kann man aber trotzdem gerne verpassen.
Die beiden türkischen Agenten Acar (Mustafa Sandal) und Firat (ebenfalls Mahsun Kirmizigül) fliegen von Istanbul nach New York, um den dort inhaftierten mutmaßlichen Anführer einer Terrorzelle Haci (Haluk Bilginer) in die Türkei zu überführen. Dieser wird jedoch auf dem Weg zum Flughafen in wahrer Wild-West-Manier befreit und taucht anschließend unter. Der zuständige FBI-Agent Becker (Robert Patrick) tobt und setzt alles daran, Haci aufzuspüren.
Acar und Firat ermitteln indes auf eigene Faust in der fremden Stadt (!) und obwohl sie sich unglaublich blöd anstellen, landen sie bald in Hacis Versteck (!!). Der ist nämlich bei seinem Freund Marcus (Danny Glover) untergetaucht und Hacis Frau Maria (Gina Gershon) geht dort auch ein und aus (!!!), was etwas verwundert, da ja anscheinend das ganze FBI hinter Haci her ist.
Haci entpuppt sich aber als sehr friedfertiger Mensch, der keiner Fliege was zuleide tun könnte. Firat hingegen kann mitunter sehr gewalttätig werden und provoziert Haci ständig, aber ohne Erfolg. Ist Haci aber tatsächlich ein unschuldiges Opfer oder täuscht er alle nur? Tja, dazu sage ich jetzt nichts. Nur so viel, die ganze Rasselbande fliegt zurück in die Türkei und da geht die Geschichte dann weiter. Halt, das stimmt so nicht, da fängt eine andere Geschichte an, die später dann in einem kleinen Dorf in Anatolien endet und zwar so kitschig und tränenreich, das kann ich gar nicht in Worte fassen.
Der Film erzählt also eigentlich zwei verschiedene Geschichten, die aber nur notdürftig miteinander verbunden sind und beide nicht genug ausgearbeitet wurden. So bleibt insgesamt nur ein schaler Gesamteindruck übrig und das Gefühl, einen sehr merkwürdigen Film gesehen zu haben, der nun wirklich nicht überzeugen kann. Die Leistungen der Darsteller sind sehr überschaubar, es gibt zu viele Logiklöcher und Klischees ohne Ende, die Dialoge sind hölzern und teilweise mehr als schlimm und die Handlung ist an vielen Stellen arg vorhersehbar. Mit knapp zwei Stunden ist der Film auch zu lang, aber selbst Kürzungen hätten kein besseres Ergebnis gebracht. Danny Glover, Gina Gershon und Robert Patrick hatten wohl gerade nichts Besseres zu tun, anders kann ich mir ihre Anwesenheit hier nicht erklären. Andererseits, die müssen auch ihre Miete zahlen, das wäre schon ein Grund, aber keine Entschuldigung.
"Der Nr. 1 Kinohit" heißt es, was mich etwas verwundert hat, weil ich bisher so gar nichts darüber gelesen hatte. Der Titel "Fünf Minarette in New York" ist auch eher verwirrend und hat mit der eigentlichen Handlung nicht so viel zu tun, er lässt vielmehr auf eine ganz andere Thematik schließen, die hier aber nur nebenbei gestreift wird. Der erwartete weltweite Kampf gegen den Terror und gefährliche Islamisten versandet hier in einer rührseligen Familiengeschichte. Die Guten sind ganz furchtbar gut und die Bösen sind ganz furchtbar böse. Ach wäre die Welt doch so einfach.
Mich hat der Film etwas ratlos zurückgelassen, ich weiß nicht ob ich lachen oder weinen soll oder ob ich dieses sehr verschwurbelte Werk einfach nur schnell vergessen will. Wahrscheinlich eher letzteres. Mal wieder nur eine sehr eingeschränkte Empfehlung, wenn überhaupt. Schrammt aber gerade noch haarscharf am "Ärgerlich"-Button vorbei, denn dazu ist er dann doch zu unwichtig. Kann man aber trotzdem gerne verpassen.
Mittwoch, 25. Mai 2011
In guten und in schlechten Zeiten
"In guten und in schlechten Zeiten" - "Mesmerized" ist ein Film von Michael Laughlin (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 1986 und beruht angeblich auf einer wahren Begebenheit.
Der Film spielt Ende des 19. Jahrhunderts in Neuseeland. Die achtzehnjährige Victoria (Jodie Foster) ist im Waisenhaus aufgewachsen und bekommt überraschend einen Heiratsantrag des älteren und vermögenden Kaufmanns Oliver (John Lithgow). Nach der Hochzeit zieht sie zu ihm, doch sie kann sich mit ihrem neuen Leben und den Launen ihres tyrannischen und geizigen Ehemannes nicht anfreunden. Oliver und sein Vater, der oft zu Besuch im Haus ist, haben kaum Verständnis für die junge Frau. Seine Geschäfte gehen Oliver über alles, er will immer alles kontrollieren.
Trost findet Victoria einzig bei Olivers jüngerem Bruder George (Dan Shor), mit dem sie sich anfreundet. Beide planen ihre gemeinsame Flucht nach Amerika, aber sie werden von Oliver kurz vor der Abreise noch entdeckt und es kommt zu einem Kampf, in dessen Verlauf George scheinbar getötet wird. Für Victoria bricht eine Welt zusammen und sie muss sich ihrem Leben mit Oliver fügen. Als sie schwanger wird hofft sie auf einen Neuanfang, aber das Kind ist eine Totgeburt. Da entdeckt Victoria durch Zufall einen Brief von George, den Oliver vor ihr versteckt hat. Er lebt und ist in Sorge um sie. Victoria will sich nun an Oliver rächen und beschließt, ihn langsam zu vergiften.
Nach Olivers Tod wird sie vor Gericht gestellt, da man das Gift in seinem Körper nachweisen konnte, aber nicht klären kann, wie es dorthin gelangte. Aus Mangel an Beweisen wird Victoria freigesprochen.
Wer sich hier von den Namen Jodie Foster und John Lithgow angezogen fühlt, der sei gewarnt, denn der Film ist wirklich unerträglich langweilig und öde. Warum so eine Kamelle auf DVD veröffentlicht wird, während andere und wesentlich bessere Filme irgendwo verrotten, ist mir völlig unverständlich. Dazu ist der Film nur in der deutschen Synchronisation verfügbar, was mich schon mal ärgerlich macht und in diesem Fall besonders, weil Jodie Fosters übliche deutsche Stimme hier überhaupt nicht zur Rolle passt. Sie klingt für eine unerfahrene achtzehnjährige Frau viel zu selbstbewusst und hart, das mag in ihren anderen Filmen passen, meiner Meinung nach zwar auch dort nicht, aber hier eben ganz und gar nicht. An der Leistung von Jodie Foster gibt es insgesamt nichts auszusetzen, ein Highlight in ihrer Karriere ist das aber weiß Gott nicht. Sie wird hier eigentlich total verschenkt. John Lithgow dreht dagegen wieder mal voll auf und agiert irgendwo zwischen Verrückt und Besessen, was ganz schnell nerven kann. Zudem dehnt sich die Handlung ins Unendliche und einige Passagen, wie z. B. die Hypnosegeschichte sind einfach nur lächerlich.
Insgesamt gesehen ein Film der sich über neunzig Minuten sehr lang hinzieht, keine Spannung hat und auch keine sympathischen Charaktere. Also eigentlich ein Film, den die Welt nicht braucht. Mir hat er überhaupt nicht gefallen und ich werde ihn auch sofort wieder vergessen. Jodie Foster und John Lithgow können jeweils auf eine Menge toller Filme Stolz sein, dieser gehört aber definitiv nicht dazu und ist wirklich nur sehr eingeschränkt empfehlenswert.
Der Film spielt Ende des 19. Jahrhunderts in Neuseeland. Die achtzehnjährige Victoria (Jodie Foster) ist im Waisenhaus aufgewachsen und bekommt überraschend einen Heiratsantrag des älteren und vermögenden Kaufmanns Oliver (John Lithgow). Nach der Hochzeit zieht sie zu ihm, doch sie kann sich mit ihrem neuen Leben und den Launen ihres tyrannischen und geizigen Ehemannes nicht anfreunden. Oliver und sein Vater, der oft zu Besuch im Haus ist, haben kaum Verständnis für die junge Frau. Seine Geschäfte gehen Oliver über alles, er will immer alles kontrollieren.
Trost findet Victoria einzig bei Olivers jüngerem Bruder George (Dan Shor), mit dem sie sich anfreundet. Beide planen ihre gemeinsame Flucht nach Amerika, aber sie werden von Oliver kurz vor der Abreise noch entdeckt und es kommt zu einem Kampf, in dessen Verlauf George scheinbar getötet wird. Für Victoria bricht eine Welt zusammen und sie muss sich ihrem Leben mit Oliver fügen. Als sie schwanger wird hofft sie auf einen Neuanfang, aber das Kind ist eine Totgeburt. Da entdeckt Victoria durch Zufall einen Brief von George, den Oliver vor ihr versteckt hat. Er lebt und ist in Sorge um sie. Victoria will sich nun an Oliver rächen und beschließt, ihn langsam zu vergiften.
Nach Olivers Tod wird sie vor Gericht gestellt, da man das Gift in seinem Körper nachweisen konnte, aber nicht klären kann, wie es dorthin gelangte. Aus Mangel an Beweisen wird Victoria freigesprochen.
Wer sich hier von den Namen Jodie Foster und John Lithgow angezogen fühlt, der sei gewarnt, denn der Film ist wirklich unerträglich langweilig und öde. Warum so eine Kamelle auf DVD veröffentlicht wird, während andere und wesentlich bessere Filme irgendwo verrotten, ist mir völlig unverständlich. Dazu ist der Film nur in der deutschen Synchronisation verfügbar, was mich schon mal ärgerlich macht und in diesem Fall besonders, weil Jodie Fosters übliche deutsche Stimme hier überhaupt nicht zur Rolle passt. Sie klingt für eine unerfahrene achtzehnjährige Frau viel zu selbstbewusst und hart, das mag in ihren anderen Filmen passen, meiner Meinung nach zwar auch dort nicht, aber hier eben ganz und gar nicht. An der Leistung von Jodie Foster gibt es insgesamt nichts auszusetzen, ein Highlight in ihrer Karriere ist das aber weiß Gott nicht. Sie wird hier eigentlich total verschenkt. John Lithgow dreht dagegen wieder mal voll auf und agiert irgendwo zwischen Verrückt und Besessen, was ganz schnell nerven kann. Zudem dehnt sich die Handlung ins Unendliche und einige Passagen, wie z. B. die Hypnosegeschichte sind einfach nur lächerlich.
Insgesamt gesehen ein Film der sich über neunzig Minuten sehr lang hinzieht, keine Spannung hat und auch keine sympathischen Charaktere. Also eigentlich ein Film, den die Welt nicht braucht. Mir hat er überhaupt nicht gefallen und ich werde ihn auch sofort wieder vergessen. Jodie Foster und John Lithgow können jeweils auf eine Menge toller Filme Stolz sein, dieser gehört aber definitiv nicht dazu und ist wirklich nur sehr eingeschränkt empfehlenswert.
Dienstag, 24. Mai 2011
Drei
"Drei" ist ein Film von Tom Tykwer (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2010.
Hanna (Sophie Rois) und Simon (Sebastian Schipper) sind schon seit zwanzig Jahren ein Paar. Sie leben zusammen, sind aber nicht verheiratet. Kinder waren nicht wirklich geplant, es gab aber Fehlgeburten, wie uns die Stimme von Simon aus dem Off erzählt. Beide sind auf ihre Art im Kunstbetrieb tätig, sie leben in einer schönen großen Altbauwohnung in Berlin, gehen ins Ballett, ins Theater, in Ausstellungen, es wird alles abgedeckt, von Sasha Waltz bis Robert Wilson. Der Sex ist dabei irgendwie auf der Strecke geblieben.
Hanna lernt den Stammzellenforscher Adam (Devid Striesow) kennen, dem sie mehrfach zufällig begegnet und mit dem sie eine Affäre beginnt. Simons Mutter Hildegard (Angela Winkler) hat Krebs und stirbt kurze Zeit später, während Simon selbst an Hodenkrebs erkrankt und operiert werden muss. In einem Schwimmbad lernt er Adam kennen und es kommt überraschend zum Sex zwischen den Männern, der Simon zwar erst verwirrt, aber auch er verliebt sich in Adam und beginnt ein Verhältnis mit ihm.
Als Hanna schließlich feststellt, dass sie schwanger ist, fährt sie zu Adam und begegnet dort auch Simon. Das ist übrigens eine ganz wunderbare und humorvolle Szene, nebenbei bemerkt. Hanna verschwindet daraufhin zu einer Freundin nach London, aber letztendlich kehrt sie doch nach Berlin zurück und alles läuft auf eine gemeinsame Zukunft zu Dritt hinaus, weil inzwischen der eine nicht mehr ohne den anderen leben kann.
Eines muss ich gleich vorweg sagen, ich hatte eigentlich etwas viel Schlimmeres von diesem Film erwartet, nach all dem was ich vorher darüber gelesen habe. Fakt ist aber, der Film ist durchaus schön und sehenswert geworden, auch wenn er sich einige Albernheiten erlaubt, die gar nicht notwendig gewesen wären. Es gibt zu viele furchtbar gekünstelte pseudointellektuelle Dialoge, eine ganz schlimme Engels-Szene mit der fabelhaften Angela Winkler, haufenweise wichtigtuerische Nachrichten aus der ganzen Welt, überflüssigerweise auch noch Gunther von Hagens Körperwelten samt Plastination von Simons Mutter und einige Split-Screens zum Verzweifeln, diese besonders schon in den ersten Filmminuten.
Insgesamt gesehen ist das alles viel zu überfrachtet und hätte glatt in die Hose gehen können, wenn da nicht die wunderbaren Schauspieler wären, die all das wieder ausbügeln, was sich Tom Tykwer da zu viel an Handlung ausgedacht hat. Ohne Sophie Rois, Sebastian Schipper und Devid Striesow, die einfach großartig sind, wäre dieser Film ein Flop geworden, jede Wette. Diese Drei sind aber über jeden Zweifel erhaben und machen den Film allein durch ihre Anwesenheit absolut sehenswert. Bessere und stärkere Darsteller hätte der Regisseur für diese Rollen nicht finden können und die retten ihm hier wirklich den Arsch, wenn ich das mal so salopp sagen darf. Mit der Besetzung konnte es aber einfach nicht schiefgehen, denn die Drei spielen ganz entspannt und ohne jede Übertreibung. Wie gesagt, ich hatte hier schon Schlimmes erwartet, aber der Film hat mich doch überzeugen können. So kann ich also guten Gewissens eine Empfehlung abgeben. Der Film lohnt sich in jedem Fall und das Making-Of ebenfalls.
Hanna (Sophie Rois) und Simon (Sebastian Schipper) sind schon seit zwanzig Jahren ein Paar. Sie leben zusammen, sind aber nicht verheiratet. Kinder waren nicht wirklich geplant, es gab aber Fehlgeburten, wie uns die Stimme von Simon aus dem Off erzählt. Beide sind auf ihre Art im Kunstbetrieb tätig, sie leben in einer schönen großen Altbauwohnung in Berlin, gehen ins Ballett, ins Theater, in Ausstellungen, es wird alles abgedeckt, von Sasha Waltz bis Robert Wilson. Der Sex ist dabei irgendwie auf der Strecke geblieben.
Hanna lernt den Stammzellenforscher Adam (Devid Striesow) kennen, dem sie mehrfach zufällig begegnet und mit dem sie eine Affäre beginnt. Simons Mutter Hildegard (Angela Winkler) hat Krebs und stirbt kurze Zeit später, während Simon selbst an Hodenkrebs erkrankt und operiert werden muss. In einem Schwimmbad lernt er Adam kennen und es kommt überraschend zum Sex zwischen den Männern, der Simon zwar erst verwirrt, aber auch er verliebt sich in Adam und beginnt ein Verhältnis mit ihm.
Als Hanna schließlich feststellt, dass sie schwanger ist, fährt sie zu Adam und begegnet dort auch Simon. Das ist übrigens eine ganz wunderbare und humorvolle Szene, nebenbei bemerkt. Hanna verschwindet daraufhin zu einer Freundin nach London, aber letztendlich kehrt sie doch nach Berlin zurück und alles läuft auf eine gemeinsame Zukunft zu Dritt hinaus, weil inzwischen der eine nicht mehr ohne den anderen leben kann.
Eines muss ich gleich vorweg sagen, ich hatte eigentlich etwas viel Schlimmeres von diesem Film erwartet, nach all dem was ich vorher darüber gelesen habe. Fakt ist aber, der Film ist durchaus schön und sehenswert geworden, auch wenn er sich einige Albernheiten erlaubt, die gar nicht notwendig gewesen wären. Es gibt zu viele furchtbar gekünstelte pseudointellektuelle Dialoge, eine ganz schlimme Engels-Szene mit der fabelhaften Angela Winkler, haufenweise wichtigtuerische Nachrichten aus der ganzen Welt, überflüssigerweise auch noch Gunther von Hagens Körperwelten samt Plastination von Simons Mutter und einige Split-Screens zum Verzweifeln, diese besonders schon in den ersten Filmminuten.
Insgesamt gesehen ist das alles viel zu überfrachtet und hätte glatt in die Hose gehen können, wenn da nicht die wunderbaren Schauspieler wären, die all das wieder ausbügeln, was sich Tom Tykwer da zu viel an Handlung ausgedacht hat. Ohne Sophie Rois, Sebastian Schipper und Devid Striesow, die einfach großartig sind, wäre dieser Film ein Flop geworden, jede Wette. Diese Drei sind aber über jeden Zweifel erhaben und machen den Film allein durch ihre Anwesenheit absolut sehenswert. Bessere und stärkere Darsteller hätte der Regisseur für diese Rollen nicht finden können und die retten ihm hier wirklich den Arsch, wenn ich das mal so salopp sagen darf. Mit der Besetzung konnte es aber einfach nicht schiefgehen, denn die Drei spielen ganz entspannt und ohne jede Übertreibung. Wie gesagt, ich hatte hier schon Schlimmes erwartet, aber der Film hat mich doch überzeugen können. So kann ich also guten Gewissens eine Empfehlung abgeben. Der Film lohnt sich in jedem Fall und das Making-Of ebenfalls.
Montag, 23. Mai 2011
Der Wald vor lauter Bäumen
"Der Wald vor lauter Bäumen" ist ein Film von Maren Ade (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2003.
Die junge Lehrerin Melanie (Eva Löbau) kommt aus der schwäbischen Provinz und tritt in Karlsruhe ihre erste Stelle an einer Realschule an. Ganz auf sich gestellt, aber mit großen Ambitionen ausgestattet, will sie ihr Leben und ihre Arbeit erfüllen und scheitert dabei doch auf ganzer Linie. Melanie ist - vorsichtig ausgedrückt - etwas weltfremd und merkt nicht, dass sie eigentlich nur belächelt wird.
Gegenüber den Schülern kann sie sich nicht behaupten, denn die merken schnell, dass sie es hier mit einer schwächeren Person zu tun haben. Ihr Kollege Thorsten (Jan Neumann) interessiert sich zwar für sie, aber ihn hält sie auf Distanz, vermutlich weil er ebenso verzweifelt ist wie sie. Melanie ist einsam und sie sucht Kontakt zu ihrer Nachbarin Tina (Daniela Holtz), die eine Boutique besitzt und sich gerade von ihrem Freund getrennt hat. Tina ist jedoch schon bald von Melanie genervt, weil diese sich immer aggressiver in ihr Leben einmischt und sie fast schon auf Schritt und Tritt verfolgt.
Melanies Leben gerät immer mehr aus der Bahn, denn sie hat kein Privatleben und auch in der Schule erleidet sie einen Fehlschlag nach dem anderen. Jegliche Ordnung ist dahin, sowohl in ihrer Wohnung, als auch in ihr selbst. Die Frage ist, ob sie wirklich in der Lage ist, diesen Zustand zu ändern.
Das Ende des Films finde ich persönlich sehr gut gelungen, denn hier ist alles in der Schwebe. Es ist schön verrückt, wirkt aber auch irgendwie befreiend, für Melanie und auch für den Zuschauer. Überaus gelungen, wie überhaupt der ganze Film. Es macht keinen Spaß Melanie zu beobachten, weil sie einfach alles falsch macht und das nicht einmal bemerkt. Ich fühlte mich sogar sehr unwohl, ihr in ihrer Verzweiflung zuschauen zu müssen und doch konnte ich nicht wegsehen. Sie wirkt ein bisschen wie aus der Zeit gefallen, mit ihren altmodischen Klamotten und ihrer unvorteilhaften Frisur und man möchte sie manchmal einfach nur Schütteln, damit sie aus ihrer lebensfremden Verträumtheit aufwacht.
Trotzdem ist das ein sehr sehenswerter Film, auch wenn er teilweise unangenehm ist. Es gibt sie wirklich, diese Menschen wie Melanie oder auch Thorsten, machen wir uns da nichts vor, ich bin schon einigen von ihnen begegnet. Maren Ade hat hier einen guten Blick für die Situation ihrer Hauptdarstellerin entwickelt und Eva Löbau ist einfach großartig in ihrer Rolle. Insgesamt gesehen ein toller, aber auch etwas schmerzhafter Film. Bei der Gelegenheit möchte ich auch noch auf den Film "Alle Anderen" hinweisen, der ebenfalls von Maren Ade stammt. Der ist zwar auch etwas sperrig, aber gleichfalls sehr empfehlenswert.
Die junge Lehrerin Melanie (Eva Löbau) kommt aus der schwäbischen Provinz und tritt in Karlsruhe ihre erste Stelle an einer Realschule an. Ganz auf sich gestellt, aber mit großen Ambitionen ausgestattet, will sie ihr Leben und ihre Arbeit erfüllen und scheitert dabei doch auf ganzer Linie. Melanie ist - vorsichtig ausgedrückt - etwas weltfremd und merkt nicht, dass sie eigentlich nur belächelt wird.
Gegenüber den Schülern kann sie sich nicht behaupten, denn die merken schnell, dass sie es hier mit einer schwächeren Person zu tun haben. Ihr Kollege Thorsten (Jan Neumann) interessiert sich zwar für sie, aber ihn hält sie auf Distanz, vermutlich weil er ebenso verzweifelt ist wie sie. Melanie ist einsam und sie sucht Kontakt zu ihrer Nachbarin Tina (Daniela Holtz), die eine Boutique besitzt und sich gerade von ihrem Freund getrennt hat. Tina ist jedoch schon bald von Melanie genervt, weil diese sich immer aggressiver in ihr Leben einmischt und sie fast schon auf Schritt und Tritt verfolgt.
Melanies Leben gerät immer mehr aus der Bahn, denn sie hat kein Privatleben und auch in der Schule erleidet sie einen Fehlschlag nach dem anderen. Jegliche Ordnung ist dahin, sowohl in ihrer Wohnung, als auch in ihr selbst. Die Frage ist, ob sie wirklich in der Lage ist, diesen Zustand zu ändern.
Das Ende des Films finde ich persönlich sehr gut gelungen, denn hier ist alles in der Schwebe. Es ist schön verrückt, wirkt aber auch irgendwie befreiend, für Melanie und auch für den Zuschauer. Überaus gelungen, wie überhaupt der ganze Film. Es macht keinen Spaß Melanie zu beobachten, weil sie einfach alles falsch macht und das nicht einmal bemerkt. Ich fühlte mich sogar sehr unwohl, ihr in ihrer Verzweiflung zuschauen zu müssen und doch konnte ich nicht wegsehen. Sie wirkt ein bisschen wie aus der Zeit gefallen, mit ihren altmodischen Klamotten und ihrer unvorteilhaften Frisur und man möchte sie manchmal einfach nur Schütteln, damit sie aus ihrer lebensfremden Verträumtheit aufwacht.
Trotzdem ist das ein sehr sehenswerter Film, auch wenn er teilweise unangenehm ist. Es gibt sie wirklich, diese Menschen wie Melanie oder auch Thorsten, machen wir uns da nichts vor, ich bin schon einigen von ihnen begegnet. Maren Ade hat hier einen guten Blick für die Situation ihrer Hauptdarstellerin entwickelt und Eva Löbau ist einfach großartig in ihrer Rolle. Insgesamt gesehen ein toller, aber auch etwas schmerzhafter Film. Bei der Gelegenheit möchte ich auch noch auf den Film "Alle Anderen" hinweisen, der ebenfalls von Maren Ade stammt. Der ist zwar auch etwas sperrig, aber gleichfalls sehr empfehlenswert.
Sonntag, 22. Mai 2011
Love Kills
"Love Kills" ist eine Sammlung von drei Kurzfilmen von Tor Iben aus dem Jahr 2008. Tor Iben ist hier jeweils für Regie und Drehbuch und gleichzeitig auch noch für Kamera und Schnitt zuständig.
Die drei Filme sind jeweils ca. 30 Minuten lang und handeln von verschiedenen Liebesbeziehungen in Berlin, wobei die Stadt wieder einmal in sehr schönen sommerlichen Bildern eingefangen wurde.
"2, 3 Leben" (2005) offenbart einen Blick in das Leben von Diar (Carsten Bauhaus), der sich in den jungen Thami (Yarin Bylica) verguckt, aber diesen nur aus der Ferne beobachten kann.
"Blondie" (2006) handelt von einem jungen Mann (Michel Jung), der Blondie genannt wird und seinem Freund Alex (Florian Schmiemann) nach Berlin folgt. Sie teilen sich die Wohnung mit dem Russen Kyrill (Ivola Petrov), der sich schließlich in Blondie verliebt, aber der ist noch auf der Suche nach sich selbst.
"Love Kills" (2007) erzählt die Geschichte von Tim (Felix Isenbügel), der auf der Suche nach seiner sexuellen Identität ist. Er hat eine etwas überdrehte Mutter, eine Therapeutin und einen älteren Freund (Ingmar Skrinjar), aber helfen können sie ihm alle nicht. Eines Tages lernt er den Kleinkriminellen Bosi (Pedro Stirner) kennen und entwickelt eine merkwürdige Obsession für ihn. Doch Bosi will nichts von Tim und so ist dieser weiter im Park unterwegs, auf der Suche nach Sex und Antworten auf die ungestellten Fragen in seinem Leben.
Nachdem ich erst kürzlich den wunderbaren Film "Cibrâil" von Tor Iben sehen konnte, habe ich mich nun an diese Kurzfilme gemacht und bin ausgesprochen positiv überrascht. Das sind drei kleine Filmperlen, die wirklich Lust auf mehr machen. Mein absoluter Favorit ist dabei der Titel gebende Film "Love Kills", den ich schon mal in einer anderen Kurzfilmsammlung sehen konnte. Der geht direkt ins Herz und hat mit Felix Isenbügel einen hervorragenden Hauptdarsteller, der gleichzeitig verträumt und absolut hinreißend ist. Überhaupt hat Tor Iben bei der Auswahl seiner Darsteller ein gutes Händchen, denn hier passt jeder genau in seine Rolle. Sehr empfehlenswert.
Die drei Filme sind jeweils ca. 30 Minuten lang und handeln von verschiedenen Liebesbeziehungen in Berlin, wobei die Stadt wieder einmal in sehr schönen sommerlichen Bildern eingefangen wurde.
"2, 3 Leben" (2005) offenbart einen Blick in das Leben von Diar (Carsten Bauhaus), der sich in den jungen Thami (Yarin Bylica) verguckt, aber diesen nur aus der Ferne beobachten kann.
"Blondie" (2006) handelt von einem jungen Mann (Michel Jung), der Blondie genannt wird und seinem Freund Alex (Florian Schmiemann) nach Berlin folgt. Sie teilen sich die Wohnung mit dem Russen Kyrill (Ivola Petrov), der sich schließlich in Blondie verliebt, aber der ist noch auf der Suche nach sich selbst.
"Love Kills" (2007) erzählt die Geschichte von Tim (Felix Isenbügel), der auf der Suche nach seiner sexuellen Identität ist. Er hat eine etwas überdrehte Mutter, eine Therapeutin und einen älteren Freund (Ingmar Skrinjar), aber helfen können sie ihm alle nicht. Eines Tages lernt er den Kleinkriminellen Bosi (Pedro Stirner) kennen und entwickelt eine merkwürdige Obsession für ihn. Doch Bosi will nichts von Tim und so ist dieser weiter im Park unterwegs, auf der Suche nach Sex und Antworten auf die ungestellten Fragen in seinem Leben.
Nachdem ich erst kürzlich den wunderbaren Film "Cibrâil" von Tor Iben sehen konnte, habe ich mich nun an diese Kurzfilme gemacht und bin ausgesprochen positiv überrascht. Das sind drei kleine Filmperlen, die wirklich Lust auf mehr machen. Mein absoluter Favorit ist dabei der Titel gebende Film "Love Kills", den ich schon mal in einer anderen Kurzfilmsammlung sehen konnte. Der geht direkt ins Herz und hat mit Felix Isenbügel einen hervorragenden Hauptdarsteller, der gleichzeitig verträumt und absolut hinreißend ist. Überhaupt hat Tor Iben bei der Auswahl seiner Darsteller ein gutes Händchen, denn hier passt jeder genau in seine Rolle. Sehr empfehlenswert.
Donnerstag, 19. Mai 2011
And Soon The Darkness (Original)
"And Soon The Darkness" - "Tödliche Ferien" ist ein Film von Robert Fuest aus dem Jahr 1970. Das Drehbuch stammt von Brian Clemens und Terry Nation.
Die beiden jungen Engländerinnen Jane (Pamela Franklin) und Cathy (Michele Dotrice) machen Urlaub in Frankreich und sind mit ihren Fahrrädern unterwegs. Sie sind noch am Anfang ihrer Ferien und Jane hat eine genaue Route vorbereitet, die sie auf einsamen Landstraßen durch kleine Dörfer führt. Bald schon zeigt sich, dass Jane und Cathy doch verschiedene Vorstellungen von ihrer Reise haben, denn Jane möchte sich an ihren Plan halten und möglichst weite Strecken zurücklegen und Cathy möchte eher ausspannen und Leute kennenlernen bzw. mit Männern flirten.
Bei einer gemeinsamen Rast in einem Wald kommt es deswegen zum Streit zwischen den beiden und Jane radelt alleine weiter. Als sie später wieder an die Stelle zurückkehrt, ist Cathy verschwunden, nur ihr Fotoapparat liegt noch am Boden. Ein fremder Mann, der den beiden Frauen zuvor schon begegnet war, kommt Jane zu Hilfe und stellt sich als Paul (Sandor Elès) vor. Im nächsten Dorf befragt er Passanten in einem Straßencafé nach Cathy, aber niemand hat sie gesehen. Jane spricht kein französisch und kann sich nicht verständigen, aber Paul spricht auch englisch. Jane erfährt von dem Mord an einer jungen blonden Touristin, der vor drei Jahren hier passiert ist. Paul erklärt ihr, dass er von der Polizei aus Paris ist und auf eigene Faust immer noch ermittelt.
Jane weiß aber nicht, ob sie Paul trauen kann, weil er sich merkwürdig verhält. Sie flieht vor ihm und sucht den örtlichen Gendarmen (John Nettleton) auf, der ein wenig englisch spricht. Der verspricht ihr zu helfen und macht sich auf den Weg in den Wald, da taucht Paul wieder auf und Jane ergreift erneut die Flucht. Aber vor wem muss sie eigentlich wirklich Angst haben und wo soll sie bloß hin?
Der Film kommt sehr ruhig daher, es gibt kaum Dialoge und auch nur wenige Darsteller, aber die Handlung ist extrem spannend bis zum Schluss. Nachdem ich den Trailer gesehen hatte, war ich mir erst sehr unsicher, weil mir das doch alles ein wenig verschnarcht vorkam, aber das täuscht gewaltig, denn in Wirklichkeit ist der Film sehr fesselnd, auch wenn nur wenig passiert. Die leeren Landstraßen, die weiten Felder und die Stille der Umgebung können hier sehr unheilvoll wirken. Dazu kommt noch die Sprachlosigkeit, weil Jane sich nicht verständlich machen kann und hilflos der Fremde ausgesetzt ist.
Vor ein paar Wochen habe ich mir das Remake "And Soon The Darkness" (Remake) aus dem Jahr 2010 angeschaut, das mir nicht besonders gut gefallen hat. Nachdem ich jetzt aber beide Filme kenne, bleibt nur zu sagen, das Original ist wirklich um Längen besser als die überflüssige Neuauflage, die eher in die Kategorie B-Movie gehört. Wer einen kleinen und unspektakulären Thriller sehen möchte, dem kann ich das Original jedenfalls sehr ans Herz legen. Ich war wider Erwarten sehr angenehm überrascht von diesem Film und finde ihn äußerst sehenswert.
Die beiden jungen Engländerinnen Jane (Pamela Franklin) und Cathy (Michele Dotrice) machen Urlaub in Frankreich und sind mit ihren Fahrrädern unterwegs. Sie sind noch am Anfang ihrer Ferien und Jane hat eine genaue Route vorbereitet, die sie auf einsamen Landstraßen durch kleine Dörfer führt. Bald schon zeigt sich, dass Jane und Cathy doch verschiedene Vorstellungen von ihrer Reise haben, denn Jane möchte sich an ihren Plan halten und möglichst weite Strecken zurücklegen und Cathy möchte eher ausspannen und Leute kennenlernen bzw. mit Männern flirten.
Bei einer gemeinsamen Rast in einem Wald kommt es deswegen zum Streit zwischen den beiden und Jane radelt alleine weiter. Als sie später wieder an die Stelle zurückkehrt, ist Cathy verschwunden, nur ihr Fotoapparat liegt noch am Boden. Ein fremder Mann, der den beiden Frauen zuvor schon begegnet war, kommt Jane zu Hilfe und stellt sich als Paul (Sandor Elès) vor. Im nächsten Dorf befragt er Passanten in einem Straßencafé nach Cathy, aber niemand hat sie gesehen. Jane spricht kein französisch und kann sich nicht verständigen, aber Paul spricht auch englisch. Jane erfährt von dem Mord an einer jungen blonden Touristin, der vor drei Jahren hier passiert ist. Paul erklärt ihr, dass er von der Polizei aus Paris ist und auf eigene Faust immer noch ermittelt.
Jane weiß aber nicht, ob sie Paul trauen kann, weil er sich merkwürdig verhält. Sie flieht vor ihm und sucht den örtlichen Gendarmen (John Nettleton) auf, der ein wenig englisch spricht. Der verspricht ihr zu helfen und macht sich auf den Weg in den Wald, da taucht Paul wieder auf und Jane ergreift erneut die Flucht. Aber vor wem muss sie eigentlich wirklich Angst haben und wo soll sie bloß hin?
Der Film kommt sehr ruhig daher, es gibt kaum Dialoge und auch nur wenige Darsteller, aber die Handlung ist extrem spannend bis zum Schluss. Nachdem ich den Trailer gesehen hatte, war ich mir erst sehr unsicher, weil mir das doch alles ein wenig verschnarcht vorkam, aber das täuscht gewaltig, denn in Wirklichkeit ist der Film sehr fesselnd, auch wenn nur wenig passiert. Die leeren Landstraßen, die weiten Felder und die Stille der Umgebung können hier sehr unheilvoll wirken. Dazu kommt noch die Sprachlosigkeit, weil Jane sich nicht verständlich machen kann und hilflos der Fremde ausgesetzt ist.
Vor ein paar Wochen habe ich mir das Remake "And Soon The Darkness" (Remake) aus dem Jahr 2010 angeschaut, das mir nicht besonders gut gefallen hat. Nachdem ich jetzt aber beide Filme kenne, bleibt nur zu sagen, das Original ist wirklich um Längen besser als die überflüssige Neuauflage, die eher in die Kategorie B-Movie gehört. Wer einen kleinen und unspektakulären Thriller sehen möchte, dem kann ich das Original jedenfalls sehr ans Herz legen. Ich war wider Erwarten sehr angenehm überrascht von diesem Film und finde ihn äußerst sehenswert.
Mittwoch, 18. Mai 2011
Nächte in Wilhelmsburg
"Nächte in Wilhelmsburg" - Die Trilogie - beinhaltet drei Kurzfilme von Roman Deppe (Regie, Drehbuch und Schnitt). Im ersten Teil war auch noch Monty Arnold als Co-Regisseur und Co-Autor dabei.
1. Teil "Eine Nacht in Wilhelmsburg" (2005)
Martin (Thomas Maxeiner) und Murat (Toby Korinth) haben sich in der Videothek in der Murat arbeitet kennengelernt. Nun haben sie ein erstes Date bei Murat in Wilhelmsburg. Martins Freunde Christopher (Jesko Friedrich), Bernd (Roland Kieber) und Gabi (Käthe Lachmann) machen sich aber Sorgen, ob Martin in dieser Gegend überhaupt gut aufgehoben ist und nicht vielleicht sogar in die Falle eines Schwulenhassers tappt. Also wird abgemacht, dass Martin sich um 22 Uhr telefonisch meldet, sonst würden die Freunde zur Rettung antreten. Tatsächlich sind Martin und Murat ein Herz und eine Seele, aber es findet sich weit und breit kein funktionierendes Telefon und die Freunde machen sich voller Sorge auf den Weg...
2. Teil "The Lucio Fulci Experience" (2006)
Seit einem Jahr leben Martin und Murat nun schon zusammen in Wilhelmsburg. Martin ist eigentlich Schauspieler, aber momentan übt er für einen Werbespot für "Banish", ein Putzmittel, das ihn fast zur Verzweiflung treibt. Ihre Freunde beschließen daher, eine Überraschungsparty für Martin zum Einjährigen zu organisieren. Doch dann schleckt Murats Hund Söngul versehentlich etwas vom "Banish" auf, muss sich übergeben und kotzt Martin und Christopher voll. Als Christopher halbnackt im Badezimmer von Martin und Murat steht, taucht Murats Mutter (Carla Becker) auf, die natürlich die Situation vollkommen verkennt und Martin beschimpft. Am Abend, als die Freunde in der Wohnung versammelt sind, taucht Murats Mutter wieder auf und hat die junge Türkin Gülsen (Tanja Bahmani) im Schlepptau, die sie ihrem Sohn andrehen will.
3. Teil "Das Haus am Anfang der Straße" (2007)
Martin ist inzwischen der "Banish-Mann" und wird überall erkannt. Er will aber unbedingt als Schauspieler in einer anspruchsvollen Inszenierung arbeiten und setzt alles daran dem Regisseur Laz Buhrmann zu begegnen. Bernd und sein aktueller Freund Kay (Florian Sachisthal) wollen unbedingt ein Kind haben und bitten Gabi um einen großen Gefallen. Außerdem ist Murats kleiner Bruder Can (Ugur Tasbilek), der kein Wort Deutsch spricht, zu Besuch bei Murat und Martin und versteht nur Bahnhof, während um ihn herum das Chaos tobt und sowohl ein Stripper, der die falsche Adresse für seinen Auftrag hat plötzlich auftaucht und auch Murats Mutter mal wieder mit Gülsen unterwegs zu Murats Wohnung ist.
Ich finde diese Trilogie überaus gelungen und hatte sehr viel Spaß dabei. Die einzelnen Folgen sind ganz im Stil einer Sitcom jeweils zwischen 20 und 35 Minuten lang und beinhalten wunderbare und schräge Charaktere, viel Situationskomik und haufenweise hübsche Ideen, wie z. B. die "Tic Tac-Torte", Shakespeare mit heißen Strips in "Macbeth" oder auch das Restaurant "Lucio Fulci", als stadtbekanntes "Schlussmachrestaurant". Ganz herrlich und teilweise brüllend komisch.
Die Darsteller sind allesamt sehr sympathisch und mit viel Freude an der Arbeit dabei und das macht dieses kleine und feine Projekt in meinen Augen auch so sehenswert. Man spürt tatsächlich, wie viel Herzblut darin steckt und so etwas muss immer gewürdigt werden. Ich kann diese wunderbaren Filme nur empfehlen und wünsche ganz viel Spaß bei den "Nächten in Wilhelmsburg".
1. Teil "Eine Nacht in Wilhelmsburg" (2005)
Martin (Thomas Maxeiner) und Murat (Toby Korinth) haben sich in der Videothek in der Murat arbeitet kennengelernt. Nun haben sie ein erstes Date bei Murat in Wilhelmsburg. Martins Freunde Christopher (Jesko Friedrich), Bernd (Roland Kieber) und Gabi (Käthe Lachmann) machen sich aber Sorgen, ob Martin in dieser Gegend überhaupt gut aufgehoben ist und nicht vielleicht sogar in die Falle eines Schwulenhassers tappt. Also wird abgemacht, dass Martin sich um 22 Uhr telefonisch meldet, sonst würden die Freunde zur Rettung antreten. Tatsächlich sind Martin und Murat ein Herz und eine Seele, aber es findet sich weit und breit kein funktionierendes Telefon und die Freunde machen sich voller Sorge auf den Weg...
2. Teil "The Lucio Fulci Experience" (2006)
Seit einem Jahr leben Martin und Murat nun schon zusammen in Wilhelmsburg. Martin ist eigentlich Schauspieler, aber momentan übt er für einen Werbespot für "Banish", ein Putzmittel, das ihn fast zur Verzweiflung treibt. Ihre Freunde beschließen daher, eine Überraschungsparty für Martin zum Einjährigen zu organisieren. Doch dann schleckt Murats Hund Söngul versehentlich etwas vom "Banish" auf, muss sich übergeben und kotzt Martin und Christopher voll. Als Christopher halbnackt im Badezimmer von Martin und Murat steht, taucht Murats Mutter (Carla Becker) auf, die natürlich die Situation vollkommen verkennt und Martin beschimpft. Am Abend, als die Freunde in der Wohnung versammelt sind, taucht Murats Mutter wieder auf und hat die junge Türkin Gülsen (Tanja Bahmani) im Schlepptau, die sie ihrem Sohn andrehen will.
3. Teil "Das Haus am Anfang der Straße" (2007)
Martin ist inzwischen der "Banish-Mann" und wird überall erkannt. Er will aber unbedingt als Schauspieler in einer anspruchsvollen Inszenierung arbeiten und setzt alles daran dem Regisseur Laz Buhrmann zu begegnen. Bernd und sein aktueller Freund Kay (Florian Sachisthal) wollen unbedingt ein Kind haben und bitten Gabi um einen großen Gefallen. Außerdem ist Murats kleiner Bruder Can (Ugur Tasbilek), der kein Wort Deutsch spricht, zu Besuch bei Murat und Martin und versteht nur Bahnhof, während um ihn herum das Chaos tobt und sowohl ein Stripper, der die falsche Adresse für seinen Auftrag hat plötzlich auftaucht und auch Murats Mutter mal wieder mit Gülsen unterwegs zu Murats Wohnung ist.
Ich finde diese Trilogie überaus gelungen und hatte sehr viel Spaß dabei. Die einzelnen Folgen sind ganz im Stil einer Sitcom jeweils zwischen 20 und 35 Minuten lang und beinhalten wunderbare und schräge Charaktere, viel Situationskomik und haufenweise hübsche Ideen, wie z. B. die "Tic Tac-Torte", Shakespeare mit heißen Strips in "Macbeth" oder auch das Restaurant "Lucio Fulci", als stadtbekanntes "Schlussmachrestaurant". Ganz herrlich und teilweise brüllend komisch.
Die Darsteller sind allesamt sehr sympathisch und mit viel Freude an der Arbeit dabei und das macht dieses kleine und feine Projekt in meinen Augen auch so sehenswert. Man spürt tatsächlich, wie viel Herzblut darin steckt und so etwas muss immer gewürdigt werden. Ich kann diese wunderbaren Filme nur empfehlen und wünsche ganz viel Spaß bei den "Nächten in Wilhelmsburg".
Dienstag, 17. Mai 2011
Mother's Day
"Mother's Day" ist ein Film von Darren Lynn Bousman aus dem Jahr 2010. Es ist ein Remake des gleichnamigen Films von Charles Kaufman aus dem Jahr 1980.
Zur Story nur ganz kurz: Drei Brüder haben sich bei einem Banküberfall übers Ohr hauen lassen und wurden von einem vierten Partner, der nicht zur Familie gehört, gelinkt. Einer der Drei ist außerdem schwer verwundet und so beschließen die Kleinen, erst mal schnell zu Mutti zu fahren. Blöd ist nur, dass Mutti gar nicht mehr in ihrem Haus wohnt, weil das inzwischen zwangsversteigert wurde. Also treffen die drei Holzköpfe nur die neuen Eigentümer und ihre Freunde an, die gerade Einweihung feiern und sperren alle in den Partykeller ein.
Mutti wird aber telefonisch zu Hilfe gerufen und kommt mit ihrem Wohnmobil und der jüngsten Tochter schnell angefahren. War die Sache bisher schon vertrackt, dann eskaliert die Situation jetzt erst recht, denn Mutti ist stinksauer. Erstens, weil ihre Söhne Mist gebaut haben, zweitens, weil man ihr das Haus weggenommen hat, drittens, weil das Geld für die Flucht fehlt, viertens, weil man ihre Söhne nicht nett behandelt usw. Die Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen, aber das interessiert sowieso niemanden.
Alles was jetzt folgt, ist eine reine krude Gewaltorgie ohne jeden Unterhaltungswert. Es gibt im ganzen Film nicht eine sympathische Figur, egal ob Opfer oder Täter, alle sind einem schlicht und ergreifend scheißegal und alle benehmen sich wie totale Idioten. Es gibt 110 Minuten lang nur Gemetzel und Geschrei und brutale Gewaltszenen, wer so was mag, bitte sehr, ich klinke mich da aus. Rebecca De Mornay als Mutter ist anfangs noch ganz überzeugend, aber ihre Darstellung der scheinbar netten, doch schwer gestörten Mutter, die ständig allen irgendwelche Lebensweisheiten aufs Brot schmiert und dabei erst lieb lächelt, während sie im nächsten Moment die Zähne fletscht, nervt nach kurzer Zeit schon ganz gewaltig, weil sie sich ständig nur wiederholt. Die anderen Darsteller erwähne ich gar nicht erst namentlich, denn die sind allesamt unwichtig.
Von einer spannenden Handlung ist hier nichts zu sehen und die Frage, wer als nächstes ins Gras beißen muss, ist auch eher uninteressant. Ja, die armen Opfer werden auch selbst zu Tätern, ach wie aufregend und wie tief psychologisch, herrje. Wenn der Film sich damit schmücken will, irgendeine Botschaft zu vermitteln, dann muss ich leider sagen "Hat nicht geklappt".
Normalerweise sehe ich mir solchen Quark gar nicht erst an und ich weiß jetzt auch wieder genau warum. Hier habe ich mich doch tatsächlich von ein paar positiven Kritiken in die Irre führen lassen, aber das wird mir so schnell nicht wieder passieren. Besonders ärgert mich, dass die Gewalt hier völlig unreflektiert gezeigt wird, der Film jeden Anflug von Humor vermissen lässt und sich viel zu ernst nimmt, warum auch immer. Ich habe jedenfalls keinen Spaß daran, einem Haufen Vollidioten dabei zuzusehen, wie sie sich gegenseitig die Köpfe einschlagen. Das Original von 1980 kenne ich übrigens nicht und daran wird sich auch nichts ändern. Insgesamt gesehen natürlich keine Empfehlung von mir für diesen dumpfen Schwachsinn, den Film sollte man wirklich besser verpassen.
Zur Story nur ganz kurz: Drei Brüder haben sich bei einem Banküberfall übers Ohr hauen lassen und wurden von einem vierten Partner, der nicht zur Familie gehört, gelinkt. Einer der Drei ist außerdem schwer verwundet und so beschließen die Kleinen, erst mal schnell zu Mutti zu fahren. Blöd ist nur, dass Mutti gar nicht mehr in ihrem Haus wohnt, weil das inzwischen zwangsversteigert wurde. Also treffen die drei Holzköpfe nur die neuen Eigentümer und ihre Freunde an, die gerade Einweihung feiern und sperren alle in den Partykeller ein.
Mutti wird aber telefonisch zu Hilfe gerufen und kommt mit ihrem Wohnmobil und der jüngsten Tochter schnell angefahren. War die Sache bisher schon vertrackt, dann eskaliert die Situation jetzt erst recht, denn Mutti ist stinksauer. Erstens, weil ihre Söhne Mist gebaut haben, zweitens, weil man ihr das Haus weggenommen hat, drittens, weil das Geld für die Flucht fehlt, viertens, weil man ihre Söhne nicht nett behandelt usw. Die Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen, aber das interessiert sowieso niemanden.
Alles was jetzt folgt, ist eine reine krude Gewaltorgie ohne jeden Unterhaltungswert. Es gibt im ganzen Film nicht eine sympathische Figur, egal ob Opfer oder Täter, alle sind einem schlicht und ergreifend scheißegal und alle benehmen sich wie totale Idioten. Es gibt 110 Minuten lang nur Gemetzel und Geschrei und brutale Gewaltszenen, wer so was mag, bitte sehr, ich klinke mich da aus. Rebecca De Mornay als Mutter ist anfangs noch ganz überzeugend, aber ihre Darstellung der scheinbar netten, doch schwer gestörten Mutter, die ständig allen irgendwelche Lebensweisheiten aufs Brot schmiert und dabei erst lieb lächelt, während sie im nächsten Moment die Zähne fletscht, nervt nach kurzer Zeit schon ganz gewaltig, weil sie sich ständig nur wiederholt. Die anderen Darsteller erwähne ich gar nicht erst namentlich, denn die sind allesamt unwichtig.
Von einer spannenden Handlung ist hier nichts zu sehen und die Frage, wer als nächstes ins Gras beißen muss, ist auch eher uninteressant. Ja, die armen Opfer werden auch selbst zu Tätern, ach wie aufregend und wie tief psychologisch, herrje. Wenn der Film sich damit schmücken will, irgendeine Botschaft zu vermitteln, dann muss ich leider sagen "Hat nicht geklappt".
Normalerweise sehe ich mir solchen Quark gar nicht erst an und ich weiß jetzt auch wieder genau warum. Hier habe ich mich doch tatsächlich von ein paar positiven Kritiken in die Irre führen lassen, aber das wird mir so schnell nicht wieder passieren. Besonders ärgert mich, dass die Gewalt hier völlig unreflektiert gezeigt wird, der Film jeden Anflug von Humor vermissen lässt und sich viel zu ernst nimmt, warum auch immer. Ich habe jedenfalls keinen Spaß daran, einem Haufen Vollidioten dabei zuzusehen, wie sie sich gegenseitig die Köpfe einschlagen. Das Original von 1980 kenne ich übrigens nicht und daran wird sich auch nichts ändern. Insgesamt gesehen natürlich keine Empfehlung von mir für diesen dumpfen Schwachsinn, den Film sollte man wirklich besser verpassen.
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