"Ynglinge" ist eine Sammlung von vier schwulen Kurzgeschichten aus Skandinavien. Die einzelnen Filme, jeder zwischen 20 und 30 Minuten Laufzeit, beschäftigen sich mit kleinen Coming-Out-Storys und gefallen vor allem wegen der Natürlichkeit und der Spielfreude der jungen Darsteller.
Es gibt zwei dänische Beiträge "Erwachen" und "Ynglinge", einen schwedischen "Mein Name ist Love" und einen aus Island "Mama weiß es am Besten". Alle laufen in der Originalsprache mit deutschen Untertiteln. Die Geschichten erzählen von der ersten unglücklichen Liebe, dem ersten Sex, der leider gar nicht so abläuft wie es gedacht war, einer Mutter, die aus völlig eigennützigen Gründen froh ist, als sich ihr Sohn endlich outet und einem Erpressungsversuch, der ganz neue Erfahrungen bringt.
Insgesamt gesehen wirklich tolles und unverkrampftes Kino aus dem hohen Norden. Sehr empfehlenswert.
Sonntag, 5. Dezember 2010
Freitag, 3. Dezember 2010
La Nana
"La Nana" ist ein chilenischer Film von Sebastián Silva (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2009.
Raquel (Catalina Saavedra) arbeitet bereits seit 23 Jahren als Haushälterin in der gleichen Familie. Sie kümmert sich um den Haushalt und die Kinder, gehört sozusagen mit zur Familie, und ist trotzdem als Hausangestellte eben vom Familienleben ausgegrenzt. Zu ihrem Geburtstag bekommt sie zwar Geschenke überreicht, aber die Arbeit geht gleich danach weiter.
Das Haus ist groß, die Familie besteht aus sechs Personen, da fällt viel Arbeit an, zudem gibt es Reibereien mit der ältesten Tochter. Raquel hat immer öfter Kopfschmerzen, sie nimmt unzählige Tabletten deswegen. Ein zweites Mädchen soll eingestellt werden, um Raquel zu entlasten, was diese aber nicht duldet und die Mädchen vertreibt. Als sie einen Zusammenbruch erleidet, wird Lucy eingestellt, die ganz anders ist, als die Mädchen vor ihr und die sich nicht unterkriegen lässt. Sie freundet sich nach kurzer Zeit schon mit Raquel an, die in Lucys Nähe aufblüht. Raquel, die selber keinen Kontakt zu ihrer Familie hat, außer gelegentlichen kurzen Telefonaten mit ihrer Mutter, wird von Lucy eingeladen, Weihnachten zusammen mit ihr bei ihrer Familie zu feiern.
Raquel und Lucy verstehen sich immer besser und die Stimmung im Haus ist so gut wie nie. Zu Lucys Geburtstag bereitet Raquel eine Überraschungsfeier vor, aber bald stellt sich heraus, dass Lucy nicht mehr lange im Haushalt bleiben wird. Raquel ist enttäuscht, die neugewonnene Freundin schon so bald wieder zu verlieren, aber sie entschließt sich, endlich auch mal an sich zu denken und ihr Leben ein wenig zu verändern.
Das ist ein ganz wunderbarer kleiner Film, der völlig zu Recht zahlreiche Preise gewonnen hat. Die Handlung spielt fast ausschließlich im Haus, der Tagesablauf des Hausmädchens wird in allen Einzelheiten gezeigt, es ist ruhig und authentisch in seinem Ablauf. Der Regisseur schafft es hier ganz behutsam, den Film zwischen Drama und Komödie anzusiedeln, er nimmt seine Figuren ernst, aber er lässt ihnen auch genügend Freiraum. Die größte Offenbarung ist natürlich Catalina Saavedra als Raquel, der gute und manchmal auch der böse Geist des Hauses, die endlich anfängt, ein eigenes Leben zu führen.
Insgesamt gesehen ein überaus sehenswerter Film aus Chile, für Freunde kleiner und feiner Filmperlen. Ich kann ihn nur sehr empfehlen. Die Begegnung mit Raquel sollte man sich nicht entgehen lassen, es lohnt sich.
Raquel (Catalina Saavedra) arbeitet bereits seit 23 Jahren als Haushälterin in der gleichen Familie. Sie kümmert sich um den Haushalt und die Kinder, gehört sozusagen mit zur Familie, und ist trotzdem als Hausangestellte eben vom Familienleben ausgegrenzt. Zu ihrem Geburtstag bekommt sie zwar Geschenke überreicht, aber die Arbeit geht gleich danach weiter.
Das Haus ist groß, die Familie besteht aus sechs Personen, da fällt viel Arbeit an, zudem gibt es Reibereien mit der ältesten Tochter. Raquel hat immer öfter Kopfschmerzen, sie nimmt unzählige Tabletten deswegen. Ein zweites Mädchen soll eingestellt werden, um Raquel zu entlasten, was diese aber nicht duldet und die Mädchen vertreibt. Als sie einen Zusammenbruch erleidet, wird Lucy eingestellt, die ganz anders ist, als die Mädchen vor ihr und die sich nicht unterkriegen lässt. Sie freundet sich nach kurzer Zeit schon mit Raquel an, die in Lucys Nähe aufblüht. Raquel, die selber keinen Kontakt zu ihrer Familie hat, außer gelegentlichen kurzen Telefonaten mit ihrer Mutter, wird von Lucy eingeladen, Weihnachten zusammen mit ihr bei ihrer Familie zu feiern.
Raquel und Lucy verstehen sich immer besser und die Stimmung im Haus ist so gut wie nie. Zu Lucys Geburtstag bereitet Raquel eine Überraschungsfeier vor, aber bald stellt sich heraus, dass Lucy nicht mehr lange im Haushalt bleiben wird. Raquel ist enttäuscht, die neugewonnene Freundin schon so bald wieder zu verlieren, aber sie entschließt sich, endlich auch mal an sich zu denken und ihr Leben ein wenig zu verändern.
Das ist ein ganz wunderbarer kleiner Film, der völlig zu Recht zahlreiche Preise gewonnen hat. Die Handlung spielt fast ausschließlich im Haus, der Tagesablauf des Hausmädchens wird in allen Einzelheiten gezeigt, es ist ruhig und authentisch in seinem Ablauf. Der Regisseur schafft es hier ganz behutsam, den Film zwischen Drama und Komödie anzusiedeln, er nimmt seine Figuren ernst, aber er lässt ihnen auch genügend Freiraum. Die größte Offenbarung ist natürlich Catalina Saavedra als Raquel, der gute und manchmal auch der böse Geist des Hauses, die endlich anfängt, ein eigenes Leben zu führen.
Insgesamt gesehen ein überaus sehenswerter Film aus Chile, für Freunde kleiner und feiner Filmperlen. Ich kann ihn nur sehr empfehlen. Die Begegnung mit Raquel sollte man sich nicht entgehen lassen, es lohnt sich.
Mittwoch, 1. Dezember 2010
Beautiful Thing
"Beautiful Thing" ist ein Film von Hettie MacDonald aus dem Jahr 1996. Der Film beruht auf dem gleichnamigen Theaterstück von Jonathan Harvey, der auch das Drehbuch schrieb.
Die Handlung spielt in Thamesmead, einer Hochhaussiedlung im Südosten Londons. Der sechzehnjährige Jamie (Glen Berry) ist anders als seine Klassenkameraden und wird ständig gehänselt. Den Sportunterricht lässt er lieber gleich sein, dabei schwärmt er für seinen gleichaltrigen Nachbarsjungen Ste (Scott Neal), der mit seinem gewalttätigen Vater und seinem drogendealenden Bruder zusammen lebt. Jamie lebt zusammen mit seiner Mutter Sandra (Linda Henry), die im Pub arbeitet, wechselnde Liebhaber hat und davon träumt, eine eigene Kneipe zu führen. Sandra ist eine starke und eigenwillige Persönlichkeit, mit ihr möchte man es sich nicht verscherzen. Sie liebt ihren Sohn über alles, auch wenn es manchmal nicht danach aussieht.
Als Ste mal wieder von seinem Vater verprügelt wird, nimmt Sandra ihn über Nacht mit zu sich in die Wohnung und verfrachtet ihn mangels Alternativen in Jamies Bett. Für Jamie geht ein Traum in Erfüllung, aber noch ist alles ganz harmlos. Erst nach und nach nähern die beiden sich an und während sich Jamie seiner Gefühle schon ganz sicher ist, muss Ste sie erst noch langsam akzeptieren. Das alles wird in wunderbar berührenden Bildern gezeigt, die einen einfach gefangen nehmen und außerdem sind die beiden Jungs ausgesprochen süß.
Auch Sandra merkt schließlich, was mit den beiden los ist und reagiert zunächst schroff, doch die Liebe zu ihrem Sohn und der Wille, ihn zu beschützen, lassen schnell alle Bedenken verfliegen. Am Ende des Films tanzen Jamie und Ste auf dem Vorplatz der Siedlung engumschlungen zusammen und Sandra gesellt sich dazu. Sie tanzt zusammen mit ihrer Nachbarin und ihr Blick in die Runde spricht Bände. Sollte einer der versammelten Nachbarn es wagen, etwas gegen ihren Sohn zu sagen, der müsste sich sehr warm anziehen.
Eine tolle und wunderschöne Coming Out-Geschichte, in einer tristen sozialen Umgebung, wie sie so nur die Engländer überzeugend schaffen können. Die Schauspieler sind alle sehr gut besetzt und authentisch, auch in den Nebenrollen, z. B. die Nachbarin Leah (Tameka Empson) und Sandras Freund Tony (Ben Daniels). Hier passt einfach alles, samt der Musik. "Dream a little Dream of me."
Der Film kann übrigens wahlweise im Original oder mit deutscher Synchronisation gesehen werden, Untertitel sind leider nicht vorhanden. Die Originalstimmen sind natürlich zu empfehlen, aber teilweise schwer zu verstehen. Die deutsche Synchronisation ist hier aber sehr gelungen, die Stimmen passen gut zu den Charakteren. Da gibt es mal nichts zu meckern. Insgesamt gesehen ein ganz großartiger Film, absolut sehenswert und immer noch aktuell.
Die Handlung spielt in Thamesmead, einer Hochhaussiedlung im Südosten Londons. Der sechzehnjährige Jamie (Glen Berry) ist anders als seine Klassenkameraden und wird ständig gehänselt. Den Sportunterricht lässt er lieber gleich sein, dabei schwärmt er für seinen gleichaltrigen Nachbarsjungen Ste (Scott Neal), der mit seinem gewalttätigen Vater und seinem drogendealenden Bruder zusammen lebt. Jamie lebt zusammen mit seiner Mutter Sandra (Linda Henry), die im Pub arbeitet, wechselnde Liebhaber hat und davon träumt, eine eigene Kneipe zu führen. Sandra ist eine starke und eigenwillige Persönlichkeit, mit ihr möchte man es sich nicht verscherzen. Sie liebt ihren Sohn über alles, auch wenn es manchmal nicht danach aussieht.
Als Ste mal wieder von seinem Vater verprügelt wird, nimmt Sandra ihn über Nacht mit zu sich in die Wohnung und verfrachtet ihn mangels Alternativen in Jamies Bett. Für Jamie geht ein Traum in Erfüllung, aber noch ist alles ganz harmlos. Erst nach und nach nähern die beiden sich an und während sich Jamie seiner Gefühle schon ganz sicher ist, muss Ste sie erst noch langsam akzeptieren. Das alles wird in wunderbar berührenden Bildern gezeigt, die einen einfach gefangen nehmen und außerdem sind die beiden Jungs ausgesprochen süß.
Auch Sandra merkt schließlich, was mit den beiden los ist und reagiert zunächst schroff, doch die Liebe zu ihrem Sohn und der Wille, ihn zu beschützen, lassen schnell alle Bedenken verfliegen. Am Ende des Films tanzen Jamie und Ste auf dem Vorplatz der Siedlung engumschlungen zusammen und Sandra gesellt sich dazu. Sie tanzt zusammen mit ihrer Nachbarin und ihr Blick in die Runde spricht Bände. Sollte einer der versammelten Nachbarn es wagen, etwas gegen ihren Sohn zu sagen, der müsste sich sehr warm anziehen.
Eine tolle und wunderschöne Coming Out-Geschichte, in einer tristen sozialen Umgebung, wie sie so nur die Engländer überzeugend schaffen können. Die Schauspieler sind alle sehr gut besetzt und authentisch, auch in den Nebenrollen, z. B. die Nachbarin Leah (Tameka Empson) und Sandras Freund Tony (Ben Daniels). Hier passt einfach alles, samt der Musik. "Dream a little Dream of me."
Der Film kann übrigens wahlweise im Original oder mit deutscher Synchronisation gesehen werden, Untertitel sind leider nicht vorhanden. Die Originalstimmen sind natürlich zu empfehlen, aber teilweise schwer zu verstehen. Die deutsche Synchronisation ist hier aber sehr gelungen, die Stimmen passen gut zu den Charakteren. Da gibt es mal nichts zu meckern. Insgesamt gesehen ein ganz großartiger Film, absolut sehenswert und immer noch aktuell.
Donnerstag, 25. November 2010
Shelter
"Shelter" ist ein Film von Mans Marlind und Björn Stein aus dem Jahr 2010. Das Drehbuch stammt von Michael Cooney.
Die erfolgreiche Psychologin Cara (Julianne Moore) übernimmt auf Wunsch ihres Vaters, der ebenfalls Psychologe ist, einen seiner Patienten. David (Jonathan Rhys Meyers) sitzt im Rollstuhl und macht eigentlich einen ganz vernünftigen Eindruck, aber das kann sich ganz schnell ändern und dann verwandelt sich David in eine andere Person. Cara, die nicht an die Existenz von Schizophrenie glaubt, wird eines Besseren belehrt, denn David überrascht bald mit verschiedenen Persönlichkeiten, die ans Tageslicht gelangen. Als Cara auf eigene Faust anfängt die Personen zu überprüfen, muss sie feststellen, dass alle schon tot sind. Sie begibt sich mit ihren Ermittlungen jedoch in große Gefahr und auch ihre Familie ist bald nicht mehr sicher. Wird es ihr gelingen, das Rätsel um David rechtzeitig zu lösen?
Das ist gepflegter Mystery-Unsinn, der zwar gut besetzt ist und für die eine oder andere Gänsehaut sorgt, aber den Zuschauer am Ende doch ziemlich ratlos hinterlässt, zumindest ging es mir so. Gut, Mystery-Thriller sind nun gar nicht mein Genre, von daher kann ich keine Vergleiche zu anderen Filmen dieser Art ziehen, aber ich konnte mit der Auflösung nichts anfangen, das war mir viel zu weit hergeholt. Positiv anzumerken sind allerdings die Leistungen von Julianne Moore, die einfach immer wundervoll ist, und Jonathan Rhys Meyers, dem es hervorragend gelingt, die Charaktere zu wechseln. Das macht den Film schon sehenswert, aber man sollte doch eine Vorliebe für diese Art Film haben, dann macht es sicher mehr Spaß.
Die erfolgreiche Psychologin Cara (Julianne Moore) übernimmt auf Wunsch ihres Vaters, der ebenfalls Psychologe ist, einen seiner Patienten. David (Jonathan Rhys Meyers) sitzt im Rollstuhl und macht eigentlich einen ganz vernünftigen Eindruck, aber das kann sich ganz schnell ändern und dann verwandelt sich David in eine andere Person. Cara, die nicht an die Existenz von Schizophrenie glaubt, wird eines Besseren belehrt, denn David überrascht bald mit verschiedenen Persönlichkeiten, die ans Tageslicht gelangen. Als Cara auf eigene Faust anfängt die Personen zu überprüfen, muss sie feststellen, dass alle schon tot sind. Sie begibt sich mit ihren Ermittlungen jedoch in große Gefahr und auch ihre Familie ist bald nicht mehr sicher. Wird es ihr gelingen, das Rätsel um David rechtzeitig zu lösen?
Das ist gepflegter Mystery-Unsinn, der zwar gut besetzt ist und für die eine oder andere Gänsehaut sorgt, aber den Zuschauer am Ende doch ziemlich ratlos hinterlässt, zumindest ging es mir so. Gut, Mystery-Thriller sind nun gar nicht mein Genre, von daher kann ich keine Vergleiche zu anderen Filmen dieser Art ziehen, aber ich konnte mit der Auflösung nichts anfangen, das war mir viel zu weit hergeholt. Positiv anzumerken sind allerdings die Leistungen von Julianne Moore, die einfach immer wundervoll ist, und Jonathan Rhys Meyers, dem es hervorragend gelingt, die Charaktere zu wechseln. Das macht den Film schon sehenswert, aber man sollte doch eine Vorliebe für diese Art Film haben, dann macht es sicher mehr Spaß.
Dienstag, 23. November 2010
The Walker
"The Walker" ist ein Film von Paul Schrader (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 2007. Müsste ich den Film in einem Wort beschreiben, dann wäre es dieses: Grauenvoll.
Kurz zur Handlung: Carter Page (Woody Harrelson) stammt aus einer angesehenen Familie, er ist gebildet, nicht mehr ganz jung, smart und schwul. Er lebt in Washington und begleitet die Damen der Gesellschaft, wenn deren Ehemänner unabkömmlich sind. Seiner Freundin Lynn (Kristin Scott Thomas) gibt er ein Alibi, wenn diese sich mit ihrem Liebhaber trifft. Aber der wird eines Tages ermordet aufgefunden und Carter gibt vor, die Leiche gefunden zu haben, um Lynn zu schützen.
Doch dann wird Carter plötzlich selbst zum Hauptverdächtigen in diesem Mordfall und das ganze erweist sich als politische Intrige, die bis in die höchsten Regierungskreise reicht. Carters Freunde wenden sich von ihm ab, wem kann er jetzt noch trauen und wer steckt wirklich dahinter?
Die Antwort darauf ist so uninteressant wie der ganze Film. Ganz ehrlich, den kann man getrost in die Tonne treten. Ich mache ja grundsätzlich einen großen Bogen um Filme, in denen Woody Harrelson mitspielt und jetzt weiß ich auch wieder ganz genau warum. Der Mann hat keinerlei Talent, er kann nicht vernünftig sprechen und sich einfach nicht bewegen. Mit anderen Worten, eine grandiose Fehlbesetzung. Er murmelt unverständlich vor sich hin und ist einfach nur grotesk. Zudem ist seine Darstellung eines homosexuellen Dandys einfach lachhaft und eher peinlich. Das ist eine echte Zumutung für den Zuschauer.
Dieser Film ist wieder einmal ein schönes Beispiel dafür, dass große Namen allein einfach nicht reichen. Auch wenn die Nebenrollen mit Kristin Scott Thomas, Lauren Bacall, Lilly Tomlin und Willem Dafoe gut besetzt sind, das reicht bei weitem nicht, aus dieser Nullnummer noch etwas herauszuholen. Am meisten tat mir aber Moritz Bleibtreu leid, der Woody Harrelson auch noch küssen musste, wie gruselig.
Insgesamt gesehen ein echter Tiefschlag, immerhin hat Paul Schrader einst das Drehbuch zu "Taxi Driver" geschrieben, aber diesen Film hier vergessen wir einfach ganz schnell wieder. Mir ist jetzt noch übel.
Kurz zur Handlung: Carter Page (Woody Harrelson) stammt aus einer angesehenen Familie, er ist gebildet, nicht mehr ganz jung, smart und schwul. Er lebt in Washington und begleitet die Damen der Gesellschaft, wenn deren Ehemänner unabkömmlich sind. Seiner Freundin Lynn (Kristin Scott Thomas) gibt er ein Alibi, wenn diese sich mit ihrem Liebhaber trifft. Aber der wird eines Tages ermordet aufgefunden und Carter gibt vor, die Leiche gefunden zu haben, um Lynn zu schützen.
Doch dann wird Carter plötzlich selbst zum Hauptverdächtigen in diesem Mordfall und das ganze erweist sich als politische Intrige, die bis in die höchsten Regierungskreise reicht. Carters Freunde wenden sich von ihm ab, wem kann er jetzt noch trauen und wer steckt wirklich dahinter?
Die Antwort darauf ist so uninteressant wie der ganze Film. Ganz ehrlich, den kann man getrost in die Tonne treten. Ich mache ja grundsätzlich einen großen Bogen um Filme, in denen Woody Harrelson mitspielt und jetzt weiß ich auch wieder ganz genau warum. Der Mann hat keinerlei Talent, er kann nicht vernünftig sprechen und sich einfach nicht bewegen. Mit anderen Worten, eine grandiose Fehlbesetzung. Er murmelt unverständlich vor sich hin und ist einfach nur grotesk. Zudem ist seine Darstellung eines homosexuellen Dandys einfach lachhaft und eher peinlich. Das ist eine echte Zumutung für den Zuschauer.
Dieser Film ist wieder einmal ein schönes Beispiel dafür, dass große Namen allein einfach nicht reichen. Auch wenn die Nebenrollen mit Kristin Scott Thomas, Lauren Bacall, Lilly Tomlin und Willem Dafoe gut besetzt sind, das reicht bei weitem nicht, aus dieser Nullnummer noch etwas herauszuholen. Am meisten tat mir aber Moritz Bleibtreu leid, der Woody Harrelson auch noch küssen musste, wie gruselig.
Insgesamt gesehen ein echter Tiefschlag, immerhin hat Paul Schrader einst das Drehbuch zu "Taxi Driver" geschrieben, aber diesen Film hier vergessen wir einfach ganz schnell wieder. Mir ist jetzt noch übel.
Sonntag, 21. November 2010
The Boy with the Sun in His Eyes
"The Boy with the Sun in His Eyes" ist ein Film von Todd Verow aus dem Jahr 2009 und basiert auf dem gleichnamigen Roman seines Freundes Jim Dwyer, der mit ihm zusammen auch das Drehbuch geschrieben hat.
Der schwer an Aids erkrankte Kevin (Josh Ubaldi) hat seinem Leben ein Ende gesetzt, da er nicht zum Pflegefall werden wollte. Sein bester Freund John (Tim Swain) musste ihm versprechen, etwas aus seinem Leben zu machen und die Welt zu sehen. Kevin hat seine exzentrische Freundin Solange (Mahogany Reynolds) gebeten, sich um John zu kümmern. Solange ist eine schillernde und auch etwas mysteriöse Person, die früher einmal als Model gearbeitet hat, danach in Italo-Horror-Filmen mitgewirkt hat und auch als Sängerin kurzzeitig erfolgreich war.
Solange engagiert John als persönlichen Assistenten und reist mit ihm nach Europa, wo sie ein Filmprojekt starten will, eine Art Reiseführer für Nicht-Touristen. Ihre gemeinsame Reise führt sie nach Paris, Mailand und nach Berlin. In Paris verliebt sich John in Alain (Valentin Plessy) und in Mailand hat er eine kurze Affäre mit dem undurchsichtigen Giacomo (Yann de Monterno).
Es stellt sich bald heraus, dass Solange John nicht die ganze Wahrheit über sich erzählt hat, denn sie hat noch einen kleinen "Nebenjob", der sich als ziemlich gefährlich erweist und auch in Bezug auf Kevin gibt es noch ein Geständnis zu machen. John ist verwirrt, aber durch diese Erfahrungen auch stark genug, sein Leben neu auszurichten.
Das ist ein weiterer Film aus der Hand von Todd Verow, der seinen ganz eigenen Stil hat. Mir gefallen seine Filme sehr gut, es sind zwar billige Produktionen, wobei dieser hier etwas heraussticht in seiner Optik, mit eher zweitklassigen Darstellern, die ihre Sache aber ganz gut machen. Hier ist nichts perfekt, aber das ist durchaus positiv anzumerken. Gelackte Hollywood-Produktionen gibt es schließlich schon genug. Ich finde es schön, kleine unabhängige Werke von engagierten Filmemachern zu sehen und zu denen gehört Todd Verow definitiv. Sehr empfehlenswert.
Der schwer an Aids erkrankte Kevin (Josh Ubaldi) hat seinem Leben ein Ende gesetzt, da er nicht zum Pflegefall werden wollte. Sein bester Freund John (Tim Swain) musste ihm versprechen, etwas aus seinem Leben zu machen und die Welt zu sehen. Kevin hat seine exzentrische Freundin Solange (Mahogany Reynolds) gebeten, sich um John zu kümmern. Solange ist eine schillernde und auch etwas mysteriöse Person, die früher einmal als Model gearbeitet hat, danach in Italo-Horror-Filmen mitgewirkt hat und auch als Sängerin kurzzeitig erfolgreich war.
Solange engagiert John als persönlichen Assistenten und reist mit ihm nach Europa, wo sie ein Filmprojekt starten will, eine Art Reiseführer für Nicht-Touristen. Ihre gemeinsame Reise führt sie nach Paris, Mailand und nach Berlin. In Paris verliebt sich John in Alain (Valentin Plessy) und in Mailand hat er eine kurze Affäre mit dem undurchsichtigen Giacomo (Yann de Monterno).
Es stellt sich bald heraus, dass Solange John nicht die ganze Wahrheit über sich erzählt hat, denn sie hat noch einen kleinen "Nebenjob", der sich als ziemlich gefährlich erweist und auch in Bezug auf Kevin gibt es noch ein Geständnis zu machen. John ist verwirrt, aber durch diese Erfahrungen auch stark genug, sein Leben neu auszurichten.
Das ist ein weiterer Film aus der Hand von Todd Verow, der seinen ganz eigenen Stil hat. Mir gefallen seine Filme sehr gut, es sind zwar billige Produktionen, wobei dieser hier etwas heraussticht in seiner Optik, mit eher zweitklassigen Darstellern, die ihre Sache aber ganz gut machen. Hier ist nichts perfekt, aber das ist durchaus positiv anzumerken. Gelackte Hollywood-Produktionen gibt es schließlich schon genug. Ich finde es schön, kleine unabhängige Werke von engagierten Filmemachern zu sehen und zu denen gehört Todd Verow definitiv. Sehr empfehlenswert.
Between Something & Nothing
"Between Something & Nothing" ist ein Film von Todd Verow aus dem Jahr 2008 und hat wie auch schon "Vacationland" autobiografische Züge. Todd Verow war hier wieder für Regie, Kamera, Schnitt und Produktion zuständig. Das Drehbuch schrieb er zusammen mit Jim Dwyer.
Joe (Tim Swain) hat es geschafft, die Kleinstadt hinter sich zu lassen. Er studiert nun an der Kunsthochschule in Providence, sein Traum hat sich soweit erfüllt. Das Leben hier hat allerdings auch seine Tücken, wie er schnell feststellen muss. Die Lehrer sind knallhart und verlangen Höchstleistungen von ihren Schülern. Da Joe außerdem kaum über Geld verfügt, anders als viele andere Studenten hier, muss er nebenbei noch etwas dazu verdienen.
Er freundet sich mit Jennifer (Julia Frey) an, die in einer ähnlichen Situation wie Joe ist. Die beiden arbeiten zusammen und teilen sich ein Zimmer im Wohnheim. Auf der Strasse lernt Joe den Stricher Ramon (Gil Bar-Sela) kennen und verliebt sich in ihn. Ramon ist schweigsam und schwer zu durchschauen, er lässt Joe nicht wirklich an sich heran. Ihre Wege kreuzen sich jedoch immer wieder, auch weil Joe ebenfalls beginnt, als Stricher Geld zu verdienen.
Das Leben von Joe und Jennifer wird zu einer atemlosen Mixtur aus Studium, Hausaufgaben, Alkohol, Drogen und gelegentlichen Ladendiebstählen. Zudem sind beide auf der Suche nach einem festen Freund, aber kann es bei all dem Stress noch Platz für die Liebe geben?
Ebenso wie "Vacationland" ist auch "Between Something & Nothing" wieder eine kleine Independent-Produktion und ebenfalls sehr gut gelungen. Ein kleiner, aber stimmiger Film mit passender Musikuntermalung. Die Darsteller sind durchgehend gut und glaubhaft. Hier gibt es überhaupt nichts zu meckern. Sehr schön.
Joe (Tim Swain) hat es geschafft, die Kleinstadt hinter sich zu lassen. Er studiert nun an der Kunsthochschule in Providence, sein Traum hat sich soweit erfüllt. Das Leben hier hat allerdings auch seine Tücken, wie er schnell feststellen muss. Die Lehrer sind knallhart und verlangen Höchstleistungen von ihren Schülern. Da Joe außerdem kaum über Geld verfügt, anders als viele andere Studenten hier, muss er nebenbei noch etwas dazu verdienen.
Er freundet sich mit Jennifer (Julia Frey) an, die in einer ähnlichen Situation wie Joe ist. Die beiden arbeiten zusammen und teilen sich ein Zimmer im Wohnheim. Auf der Strasse lernt Joe den Stricher Ramon (Gil Bar-Sela) kennen und verliebt sich in ihn. Ramon ist schweigsam und schwer zu durchschauen, er lässt Joe nicht wirklich an sich heran. Ihre Wege kreuzen sich jedoch immer wieder, auch weil Joe ebenfalls beginnt, als Stricher Geld zu verdienen.
Das Leben von Joe und Jennifer wird zu einer atemlosen Mixtur aus Studium, Hausaufgaben, Alkohol, Drogen und gelegentlichen Ladendiebstählen. Zudem sind beide auf der Suche nach einem festen Freund, aber kann es bei all dem Stress noch Platz für die Liebe geben?
Ebenso wie "Vacationland" ist auch "Between Something & Nothing" wieder eine kleine Independent-Produktion und ebenfalls sehr gut gelungen. Ein kleiner, aber stimmiger Film mit passender Musikuntermalung. Die Darsteller sind durchgehend gut und glaubhaft. Hier gibt es überhaupt nichts zu meckern. Sehr schön.
Samstag, 20. November 2010
The Last Days of Disco
"The Last Days of Disco" ist ein Film von Whit Stillman (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 1998. Die Handlung spielt Anfang der Achtziger Jahre in New York.
Charlotte (Kate Beckinsale) und Alice (Chloe Sevigny) arbeiten als Lektorinnen in einem Verlag. Sie sind jung, relativ ehrgeizig und gehen gerne Tanzen. Obwohl beide doch recht verschieden sind, teilen sie sich zusammen mit einer anderen jungen Frau eine kleine Wohnung.
Wenn sie ausgehen, dann gehen sie in den "Club", ein Discotempel vor dem die Menschen Schlange stehen um hineinzugelangen, wenn es der strenge Türsteher gestattet. Einigen bleibt der Zutritt verwehrt. Die hübschen jungen Frauen verbringen dort ihre Nächte und lernen verschiedene Männer kennen. Es wird geflirtet, geliebt und verlassen, ein ständiger Kreislauf, aber das Disco-Zeitalter neigt sich dem Ende und es wird Zeit, erwachsen zu werden.
Es geht hier nicht in erster Linie um die Disco, sondern um die jungen Menschen, die das College hinter sich haben und nun auf dem Weg in die Berufswelt sind. Jeder einzelne von ihnen hat Träume und Erwartungen, die jedoch auch schon mal schnell platzen können. Werden sie im Berufsleben bestehen können? Wird ihnen auch die große Liebe begegnen? Es kann soviel passieren und nicht immer nur das, was sie sich wünschen. Der "Club" ist der Ort, wo sie wieder unbeschwert sein können, wie früher, doch seine Tage sind bereits gezählt.
Der Film konzentriert sich auf die beiden Hauptpersonen Charlotte und Alice, die Männer sind hier teilweise nur Randfiguren. Kate Beckinsale ist wunderbar als eiskalte und zickige Charlotte, die immer nur auf ihren Vorteil aus ist und im Grunde grenzenlos naiv ist. Chloe Sevigny ist absolut hinreißend als etwas schüchterne Alice, man muss sich einfach in sie verlieben. Beide spielen ihre Rollen ganz hervorragend.
Der "Club" hat im Film keinen Namen, ist aber deutlich an das "Studio 54" angelehnt. Im selben Jahr erschien damals Mark Christophers Film "54", der mehr Beachtung fand und sich mit dem "Studio 54" und seiner Geschichte befasst.
Insgesamt gesehen ein toller Film mit einem sehr guten Soundtrack und einer intelligenten Handlung. Ganz große Empfehlung.
Charlotte (Kate Beckinsale) und Alice (Chloe Sevigny) arbeiten als Lektorinnen in einem Verlag. Sie sind jung, relativ ehrgeizig und gehen gerne Tanzen. Obwohl beide doch recht verschieden sind, teilen sie sich zusammen mit einer anderen jungen Frau eine kleine Wohnung.
Wenn sie ausgehen, dann gehen sie in den "Club", ein Discotempel vor dem die Menschen Schlange stehen um hineinzugelangen, wenn es der strenge Türsteher gestattet. Einigen bleibt der Zutritt verwehrt. Die hübschen jungen Frauen verbringen dort ihre Nächte und lernen verschiedene Männer kennen. Es wird geflirtet, geliebt und verlassen, ein ständiger Kreislauf, aber das Disco-Zeitalter neigt sich dem Ende und es wird Zeit, erwachsen zu werden.
Es geht hier nicht in erster Linie um die Disco, sondern um die jungen Menschen, die das College hinter sich haben und nun auf dem Weg in die Berufswelt sind. Jeder einzelne von ihnen hat Träume und Erwartungen, die jedoch auch schon mal schnell platzen können. Werden sie im Berufsleben bestehen können? Wird ihnen auch die große Liebe begegnen? Es kann soviel passieren und nicht immer nur das, was sie sich wünschen. Der "Club" ist der Ort, wo sie wieder unbeschwert sein können, wie früher, doch seine Tage sind bereits gezählt.
Der Film konzentriert sich auf die beiden Hauptpersonen Charlotte und Alice, die Männer sind hier teilweise nur Randfiguren. Kate Beckinsale ist wunderbar als eiskalte und zickige Charlotte, die immer nur auf ihren Vorteil aus ist und im Grunde grenzenlos naiv ist. Chloe Sevigny ist absolut hinreißend als etwas schüchterne Alice, man muss sich einfach in sie verlieben. Beide spielen ihre Rollen ganz hervorragend.
Der "Club" hat im Film keinen Namen, ist aber deutlich an das "Studio 54" angelehnt. Im selben Jahr erschien damals Mark Christophers Film "54", der mehr Beachtung fand und sich mit dem "Studio 54" und seiner Geschichte befasst.
Insgesamt gesehen ein toller Film mit einem sehr guten Soundtrack und einer intelligenten Handlung. Ganz große Empfehlung.
Sonntag, 14. November 2010
Eine Liebe wie andere auch
"Eine Liebe wie andere auch" ist ein Film von Hans Stempel und Martin Ripkens (Regie und Drehbuch) aus dem Jahr 1983.
Der Film spielt Anfang der Achtziger Jahre in Berlin und handelt von dem schwulen Paar Wieland (Klaus Adler) und Wolf (Stuart Wolfe). Wieland ist Lehrer, der bei seinen Schülern sehr beliebt ist und zum Teil recht unkonventionelle Lehrmethoden hat. "Liebe und tu was Du willst" schreibt er an die Tafel, so lautet sein Motto. Wolf arbeitet in einer Buchhandlung, liebt Bücher über alles und träumt von einem eigenen kleinen Geschäft.
Die beiden sind bereits drei Jahre zusammen, diskutieren über ihre Beziehung und das Zusammenleben. Manchmal ist die Stimmung etwas gereizt, dann gibt es Streit und auch mal böse Worte. Dann wird wieder diskutiert, wie ist es mit der Treue? Wo hört sie auf und wo fängt Fremdgehen an? Was passiert, wenn ein Dritter dazukommt? Sie wollen alles sein, nur nicht bürgerlich und sind es doch bereits viel mehr, als sie eigentlich glauben.
Zugegeben, der Film hat mitunter den "Charme" eines Aufklärungsfilms und wirkt teilweise etwas steril. Davon abgesehen, ist es aber trotzdem spannend, das schwule Leben im damaligen West-Berlin zu verfolgen, wie auch unlängst in dem Klassiker "Taxi zum Klo". Beide Filme sind sehenswerte Zeitdokumente und auf jeden Fall eine Entdeckung wert.
Hans Stempel und Martin Ripkens, die schon seit über fünfzig Jahren zusammen sind, haben hier viele ihrer eigenen Erfahrungen eingebracht. "Eine Liebe wie andere auch" ist ihr einziger Film geblieben. Ich kann ihn nur sehr empfehlen, es lohnt sich.
Der Film spielt Anfang der Achtziger Jahre in Berlin und handelt von dem schwulen Paar Wieland (Klaus Adler) und Wolf (Stuart Wolfe). Wieland ist Lehrer, der bei seinen Schülern sehr beliebt ist und zum Teil recht unkonventionelle Lehrmethoden hat. "Liebe und tu was Du willst" schreibt er an die Tafel, so lautet sein Motto. Wolf arbeitet in einer Buchhandlung, liebt Bücher über alles und träumt von einem eigenen kleinen Geschäft.
Die beiden sind bereits drei Jahre zusammen, diskutieren über ihre Beziehung und das Zusammenleben. Manchmal ist die Stimmung etwas gereizt, dann gibt es Streit und auch mal böse Worte. Dann wird wieder diskutiert, wie ist es mit der Treue? Wo hört sie auf und wo fängt Fremdgehen an? Was passiert, wenn ein Dritter dazukommt? Sie wollen alles sein, nur nicht bürgerlich und sind es doch bereits viel mehr, als sie eigentlich glauben.
Zugegeben, der Film hat mitunter den "Charme" eines Aufklärungsfilms und wirkt teilweise etwas steril. Davon abgesehen, ist es aber trotzdem spannend, das schwule Leben im damaligen West-Berlin zu verfolgen, wie auch unlängst in dem Klassiker "Taxi zum Klo". Beide Filme sind sehenswerte Zeitdokumente und auf jeden Fall eine Entdeckung wert.
Hans Stempel und Martin Ripkens, die schon seit über fünfzig Jahren zusammen sind, haben hier viele ihrer eigenen Erfahrungen eingebracht. "Eine Liebe wie andere auch" ist ihr einziger Film geblieben. Ich kann ihn nur sehr empfehlen, es lohnt sich.
Samstag, 13. November 2010
Männer al dente
"Männer al dente" ist ein Film von Ferzan Ozpetek aus dem Jahr 2010.
Es geht um die Familie Cantone, die in Süditalien lebt und eine große Pastafabrik betreibt. Der jüngste Sohn Tommaso will endlich erzählen, dass er in Rom eben nicht Betriebswirtschaft studiert hat, sondern viel lieber Schriftsteller werden will und mit einem Mann zusammen lebt. Bei einem großen Familienessen plant er, endlich die Wahrheit zu sagen. Da kommt ihm sein älterer Bruder Antonio mit einer ähnlichen Enthüllung zuvor. Der Vater erleidet einen Herzinfarkt und landet im Krankenhaus. Sein Sohn ist schwul? Wie kann das sein? Die Hoffnungen des Vaters liegen nun auf Tommaso, der sich nun erst recht nicht mehr traut, sein wahres Ich zu offenbaren. Er muss Antonios Platz in der Firma übernehmen, ob er will oder nicht. Sein Freund in Rom wird aber langsam ungeduldig. Bis hier jeder so halbwegs sein Glück gefunden hat, das dauert noch eine Weile.
Es tut mir leid, aber ich kann mich den begeisterten Stimmen zu diesem Film nicht anschließen. "Männer al dente" ist bereits der dritte Film von Ferzan Ozpetek, den ich gesehen habe, aber auch dieser kann mich nicht überzeugen. Genau wie "Die Ahnungslosen" und "Saturno Contro" finde ich auch diesen Film eher langweilig und uninteressant. Alle drei sind zwar irgendwie nett anzuschauen, haben mich aber in keiner Weise berührt. Auch wenn die Thematik gut ist, die Umsetzung ist einfach zu platt und voller Klischees.
Der Regisseur bemüht sich einfach viel zu sehr, hier niemandem auf die Füße zu treten. Das hätte besser sein können, so ist es leider zu brav geworden und dadurch furchtbar langweilig.
Es geht um die Familie Cantone, die in Süditalien lebt und eine große Pastafabrik betreibt. Der jüngste Sohn Tommaso will endlich erzählen, dass er in Rom eben nicht Betriebswirtschaft studiert hat, sondern viel lieber Schriftsteller werden will und mit einem Mann zusammen lebt. Bei einem großen Familienessen plant er, endlich die Wahrheit zu sagen. Da kommt ihm sein älterer Bruder Antonio mit einer ähnlichen Enthüllung zuvor. Der Vater erleidet einen Herzinfarkt und landet im Krankenhaus. Sein Sohn ist schwul? Wie kann das sein? Die Hoffnungen des Vaters liegen nun auf Tommaso, der sich nun erst recht nicht mehr traut, sein wahres Ich zu offenbaren. Er muss Antonios Platz in der Firma übernehmen, ob er will oder nicht. Sein Freund in Rom wird aber langsam ungeduldig. Bis hier jeder so halbwegs sein Glück gefunden hat, das dauert noch eine Weile.
Es tut mir leid, aber ich kann mich den begeisterten Stimmen zu diesem Film nicht anschließen. "Männer al dente" ist bereits der dritte Film von Ferzan Ozpetek, den ich gesehen habe, aber auch dieser kann mich nicht überzeugen. Genau wie "Die Ahnungslosen" und "Saturno Contro" finde ich auch diesen Film eher langweilig und uninteressant. Alle drei sind zwar irgendwie nett anzuschauen, haben mich aber in keiner Weise berührt. Auch wenn die Thematik gut ist, die Umsetzung ist einfach zu platt und voller Klischees.
Der Regisseur bemüht sich einfach viel zu sehr, hier niemandem auf die Füße zu treten. Das hätte besser sein können, so ist es leider zu brav geworden und dadurch furchtbar langweilig.
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