Samstag, 14. August 2010

Criminal Lovers

"Les Amants criminels" ist der zweite Spielfilm von Francois Ozon (Regie und Drehbuch) und stammt aus dem Jahr 1999.

Die junge Alice (Natacha Régnier), die mit dem schüchternen Luc (Jérémie Renier) zusammen ist, begehrt insgeheim ihren attraktiven Mitschüler Said (Salim Kechiouche), der auch hinter ihr her ist, und dessen Anzeihungskraft sie sich nicht widersetzen kann. Um Said loszuwerden, stiftet Alice den ihr hörigen Luc dazu an, diesen zu töten, angeblich weil er und seine Freunde sie vergewaltigt hätten. Alice verabredet sich mit Said und Luc kommt wie vereinbart dazu und ersticht den Rivalen in einem wahren Blutrausch. Anschließend flüchten die beiden und vergraben Saids Leiche im Wald, doch sie werden anscheinend von jemandem dabei beobachtet. Als sie sich daraufhin verlaufen, gelangen sie an eine einsame Hütte und werden von dem dort lebenden Einsiedler (Miki Manojlovic) im Keller eingesperrt. Da warten aber nicht nur ein paar Ratten auf sie, sondern auch noch eine ganz andere Überraschung.

Während Alice im Keller eingesperrt bleibt und hungert, kümmert sich der Einsiedler ganz besonders um den jungen und hübschen Luc und verhilft diesem zu ersten sexuellen Erfahrungen.

Es geht hier um sexuelle Gewalt und Hörigkeit. Alice spielt nur mit Luc und benutzt ihn, um ihre Macht über ihn auszukosten. Sie nimmt ihn nicht ernst, er ist nur eine Marionette in ihrem Spiel. "Liebst Du mich?", fragt sie deshalb Luc, nachdem dieser Said in ihrem Auftrag getötet hat. Der Tod Saids bedeutet ihr nichts, aber ein überfahrenes Kaninchen lässt sie in Tränen ausbrechen.

Das ist ein sehr spezieller und absolut sehenswerter Film, der sich in keine Schublade pressen lässt, eben ein echter Ozon. Die Musikuntermalung ist nur sehr sparsam eingesetzt und es gibt auch nur wenige Dialoge. Die Spannung bezieht der Film aus der Kraft und der Fantasie der Bilder. Man kann Francois Ozon nur dankbar sein für so einen mutigen und außergewöhnlichen Film, der die Geschichte von "Hänsel und Gretel" mal so ganz anders variiert. Ganz große Empfehlung, wenn auch nicht für jeden Geschmack.

Keine Kommentare: