Montag, 16. August 2010

Das Kloster zum heiligen Wahnsinn

"Das Kloster zum heiligen Wahnsinn" - "Entre tinieblas" ist ein Film von Pedro Almodovar, der hier Regie geführt und das Drehbuch geschrieben hat, aus dem Jahr 1983.

Der Film erschien ein Jahr nach "Labyrinth der Leidenschaften" und ein Jahr vor "Womit habe ich das verdient" und ist ebenso wie die beiden eben genannten herrlich unkorrekt und mit viel schwarzem Humor versehen. Wer auf guten Geschmack Wert legt, der ist bei Almodovar generell nicht an der richtigen Adresse. Alle anderen werden sich auch hier wieder köstlich amüsieren, über die Figuren und Geschichten, die uns Almodovar hier auftischt. Wie immer ist auch die Liebe zu seinen Figuren spürbar, die er niemals der Lächerlichkeit aussetzen würde und stets respektvoll behandelt.

Hier geht es um die Sängerin Yolanda, die nach dem Drogentod ihres Freundes Zuflucht in einem Kloster sucht. Sie landet bei dem Orden der "Gedemütigten Retterinnen". Doch hinter diesen Klostermauern ist alles etwas anders als erwartet. Die fünf Nonnen, die alle sehr ungewöhnliche Namen haben, gehen merkwürdigen Tätigkeiten nach und haben sonderbare Vorlieben. So hält sich eine der Nonnen einen Tiger namens "Eros" als Haustier, eine andere verfasst unter einem Pseudonym Schundromane, eine weitere ist in den ständig rauchenden Kaplan verliebt und die Mutter Oberin selbst ist drogenabhängig und lesbisch. Nachdem der langjährige Gönner des Ordens verstorben ist, wird den Nonnen der Geldhahn zugedreht und es droht das Aus für das Kloster. Die Mutter Oberin beschließt daraufhin, als Drogenkurier tätig zu werden.

Almodovar zeigt hier ein Geflecht aus Abhängigkeiten der verschiedenen Art auf und den oftmals hilflosen Versuch, sich daraus zu befreien. Wie gesagt, ein herrlich unkorrekter Spaß und absolut sehenswert. Ein frühes Werk des Meisters und wie immer etwas speziell, aber sehr unterhaltsam. Große Empfehlung.

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